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Musel
16.05.06, 23:40
Der tägliche Kampf gegen Klischees

VON CANAN TOPçU

http://www.fr-aktuell.de/_img/_cnt/_online/060517_pru_karabulut.jpg
Familie Karabulut


Gegen Vorurteile anzugehen kostet Kraft. Diese Erfahrung macht Sümeyye Karabulut immer wieder. "Ich bin hier zur Welt gekommen, ich spreche akzentfrei Deutsch und werde wegen meines Aussehens für eine Spanierin gehalten", sagt die 23-Jährige. Damit hat sie keine Probleme. Nervig wird es erst, wenn die Leute erfahren, dass sie Tochter türkischer Eltern ist. Dann muss sich Sümeyye gegen das Klischee des unterdrückten Mädchens behaupten und die Leute davon überzeugen, dass sie sich sehr wohl fühlt in ihrer türkischen Familie, mit ihren Eltern Selçuk und Hacer und ihren drei jüngeren Geschwistern.

Es fällt schwer, die Familie Karabulut in eine Schublade zu stecken. Sie entspricht nicht so recht dem Bild türkischer Migrantenfamilien, das derzeit überall verbreitet wird. Gleichwohl sind die Karabuluts keine Ausnahme, sie gehören zu denen, die nicht auffallen in Deutschland, weil sie ein normales Leben führen.

In ihrer Wohnung im Frankfurter Stadtteil Griesheim erzählen die Karabuluts bei schwarzem Tee und selbstgebackenen Teigwaren von ihrem Leben. Selçuk Karabulut sitzt auf dem Sofa, um ihn versammelt sind Ehefrau und Töchter. An der Wand gegenüber dem Sofa steht der Fernseher; der Ton des großen Flachbildschirm-Geräts ist ausgeschaltet, den Bildern lässt sich aber entnehmen, dass es sich um einen türkischen Kanal handelt. Und an der Wand über dem Sofa hängt ein gerahmtes Bild, Mekka bei Abend. "Ich mag das Bild", sagt Selçuk. Dass aber jetzt ja nicht der Eindruck entstehe, er sein ein Fundamentalist. Nein, dieser Eindruck entsteht nicht. Und wenn, im Laufe des Abends hätte er sich verflüchtigt.

Seit mehr als 35 Jahren lebt Selçuk in Deutschland. Sein Vater kam 1964 als einer der ersten Gastarbeiter hierher und holte seine Frau und Kinder 1971 in die neue Heimat - aus einem anatolischen Dorf bei Kayseri, wo es seinerzeit nicht einmal Strom gab.

Inzwischen ist Selçuk 46 Jahre alt, seit 25 Jahren verheiratet und Vater von vier Töchtern. Die Schule hat er ohne Abschluss verlassen müssen. Weil sein Vater starb, musste er schon früh Geld verdienen. Eine Ausbildung machen oder etwa studieren - beides war für ihn nicht vorgesehen. Seit 28 Jahren arbeitet Selçuk nun am Frankfurter Flughafen. Das Familienoberhaupt hat graue Haare, wirkt erschöpft und älter als er ist. Die harte Arbeit, die er nur beiläufig erwähnt, hat offensichtlich ihre Spuren hinterlassen.

Seine Frau Hacer wiederum wirkt jünger. Während nicht wenige deutsche Frauen erst zum 40. Lebensjahr hin ihr erstes Kind bekommen, ist sie mit 42 Jahren vierfache Mutter. Hacer ist eine so genannte "Import-Braut", also erst nach der Heirat mit Selçuk nach Deutschland gekommen. Der Bräutigam holte sie aus Kayseri, 18 Jahre alt war sie, vier Jahre älter er.

Den Eindruck einer unterdrückten oder gar unglücklichen Ehefrau macht Hacer aber keineswegs. Auch wenn sie ein Kopftuch trägt. Das Haar verhülle sie, wie sie glaubwürdig erklärt, aus freier Entscheidung. Wäre da nicht das Kopftuch, mit dem Hacer auffällt, könnten die fünf Karabulut-Frauen glatt als Geschwister durchgehen.

Obwohl sie schon seit vielen Jahren in Deutschland lebt, spricht Hacer nur gebrochen deutsch. Sicher, man kann jetzt den Kopf schütteln darüber, dass sie, obwohl als junger Mensch in dieses Land gekommen, kein Deutsch gelernt hat. "Ich verstehe einiges, traue mich aber nicht zu sprechen", sagt Hacer zur ihrer Entschuldigung. Sie hat die Töchter groß gezogen, sich um Haushalt und Familienzusammenhalt gekümmert und das, was auch wichtig wäre, nämlich Deutsch lernen, in all den Jahren hintangestellt. Vor einiger Zeit hat sie einen Kurs begonnen, diesen dann aber nicht fortgesetzt. Bedauert sie das? Ja, die Sprache zu sprechen, das wäre nicht schlecht, räumt Hacer ein. "Ich fühle mich ab und an schon als halber Mensch." Andererseits: Bisher ist sie auch so gut zurechtgekommen. "Wir sind schuld daran, dass sie ihre Deutschkenntnisse nicht ausbaut", erklärt Selçuk. Der Vater und seine Töchter, die alle sehr gut Deutsch können und sogar untereinander auch mal in dieser Sprache reden, stehen Hacer zur Seite, wann immer sie einen Dolmetscher braucht. Das ist bequem. Und in dieser Bequemlichkeit hat sich Hacer eingerichtet.


http://www.fr-aktuell.de/no.gif
http://www.fr-aktuell.de/no.gif


Den Töchtern wiederum hat es offensichtlich nicht geschadet, dass die Mutter kein Deutsch spricht. Obwohl es ihn an seine finanziellen Grenzen brachte, schickte der Vater alle vier Mädchen in den Kindergarten. "Ich wollte, dass sie die deutsche Sprache lernen", sagt Selçuk. Er habe nie reich werden, sondern seinen Töchtern eine Schullaufbahn ermöglichen wollen, die ihm nicht vergönnt gewesen sei. Ihm liege sehr viel daran, dass sie auf eigenen Beinen stehen können. Die Investition hat sich gelohnt. Sümeyye, die älteste Tochter, wird Rechtsanwalts-Fachangestellte, die 21-jährige Süreyya studiert Bioverfahrenstechnik und die 19-jährige Necmiye macht eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau. Die Jüngste, Gülsüm, ist Achtklässlerin auf dem Gymnasium und hat noch keine Vorstellung, was sie einmal beruflich machen möchte.



Die Karabulut-Töchter sind selbstbewusste, hübsche junge Frauen mit langen dunklen Haaren, in Form gezupften Augenbrauen und modischem Outfit, respektvoll im Umgang mit den Eltern, aber nicht auf den Mund gefallen. Sprachlos sind sie immer dann, wenn sie in dem Land, in dem sie geboren sind und in dem sie sich - eigentlich - auch wohl fühlen, gefragt werden, warum sie denn so gut Deutsch sprechen? Warum sie kein Kopftuch tragen und ob ihnen auch eine Zwangsheirat bevorstehe?

Zwangsheirat? Das kommt für die Karabalut-Töchter nicht in Frage. Der Vater sagt aber auch, dass er nicht wisse, wie er reagieren werde, wenn eine seiner Töchter ihm ihren Freund vorstelle. Das ist bisher noch nicht passiert. Es gibt eine unausgesprochene Abmachung in der Familie. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Töchter wissen, dass sie den Mann fürs Leben gefunden haben, bleibt das Familienoberhaupt außen vor. Selçuk gibt zu verstehen, dass er auch nicht alles wissen müsse, dass er seinen Töchtern aber vertraue. Sie werden schon die richtigen Entscheidungen treffen, und dabei wird ihnen die Mutter zur Seite stehen.

Vater wie Mutter sind eine Autorität in der Familie, werden aber von Sümeyye und ihren Geschwistern nicht als autoritär wahrgenommen. Die Mädchen haben ihre Freiräume. Sie dürfen abends mit ihren Freundinnen ausgehen, sei es ins Kino oder zu einer Veranstaltung. Nur Diskobesuche erlaubt der Vater ihnen nicht. Hacer und Selçuk sind besorgte Eltern, wie Eltern nun mal sind, wenn sie an ihren Kindern hängen.

Gedanken macht sich das Ehepaar darum, wie das Leben aussehen wird, wenn die Töchter einmal unter der Haube sind. In seinem anatolischen Dorf hat Selçuk ein Häuschen gebaut und und möchte später auch dort leben. Warum träumt einer wie Selçuk, der als Kind hierher kam, hier sein Leben aufbaute und hier seine Familie hat, von der Rückkehr in die "Heimat"? "Jeder hat doch Träume", sagt der 46-Jährige. Sein Dorf sei sehr ruhig und idyllisch. Die einen träumen vom Lebensabend auf Mallorca oder in der Toskana, und einer wie Selçuk eben von seinem schönen Dorf in Anatolien. Die Töchter aber nicht. Sie verbringen ihre Urlaube gerne in der Türkei. Für sie ist es aber eine Selbstverständlichkeit, dass sie in "Almanya" bleiben.

http://www.fr-aktuell.de/in_und_ausland/hintergrund/?em_cnt=884275

zübeyde
17.05.06, 00:19
Danke Musel !

endlich mal eine "richtige Schlagzeile" von Dir. ;)

Der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf.
Und schau mal wieviel schöne und selbstbewußte Töchter ein Papa haben
kann. Keine von ihnen sieht unglücklich oder gar unterdrückt aus. Nur gegen Klischees anzukämpfen ist einfach mühselig und erschöpfend.

KökBöri
17.05.06, 00:28
Müsli bist besoffen?

Musel
17.05.06, 10:24
Danke Musel !

endlich mal eine "richtige Schlagzeile" von Dir. ;)

Der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf.
Und schau mal wieviel schöne und selbstbewußte Töchter ein Papa haben
kann. Keine von ihnen sieht unglücklich oder gar unterdrückt aus. Nur gegen Klischees anzukämpfen ist einfach mühselig und erschöpfend.

Mir hat der Artikel gefallen. Gut, ein paar Anspielungen in dem Bericht über die Ansichten des Vaters/der Familie würden mir persönlich nicht so gut gefallen (von wegen Disco, Freund der Tochter usw.). Aber das ist ok. Wir müssen ja keinen Einheitsbrei in Deutschland haben. Und so kleine (evtl. auch herkunftsbedingte) Eigenheiten haben ja was Charmantes, solange sie gewisse Grenzen nicht überschreiten.

Nette Familie, mehr davon..... :türk:

Freibierfüralle
17.05.06, 10:47
Hasse wieder Versuchskanickel türkische Familie im Visier?:lach:

Kalimera
17.05.06, 10:54
Mach die Augen auf, dann siehst Du überall solche Familien. Ich kann über den Artikel nur müde lächeln, denn die Familie stellt in meinen Augen nichts besonderes dar. Ich kenne es nicht anders, vielleicht ist das der Grund. Manche Ansichten des Vaters teile ich auch nicht, aber man muss ja nicht immer einer Meinung sein.Vielleicht hättest Du den Artikel aufmerksamer lesen sollen. "...denn die Familie stellt in meinen Augen nichts besonderes dar..." Das sollte doch gerade die Kernaussage sein.

zübeyde
17.05.06, 10:54
Mir hat der Artikel gefallen. Gut, ein paar Anspielungen in dem Bericht über die Ansichten des Vaters/der Familie würden mir persönlich nicht so gut gefallen (von wegen Disco, Freund der Tochter usw.). Aber das ist ok. Wir müssen ja keinen Einheitsbrei in Deutschland haben. Und so kleine (evtl. auch herkunftsbedingte) Eigenheiten haben ja was Charmantes, solange sie gewisse Grenzen nicht überschreiten.

Nette Familie, mehr davon..... :türk:


Die Verfasserin des Artikels ist netterweise auch Türkin. Ich finde es besonders schön, wenn mittlerweile türkische Autorinnen, Journalistinnen auch ihre Gesellschaft selbst vorstellen. Eine ganz normale Familie, nichts Außergewöhnliches. Und deshalb ist der Artikel ja auch besonders auffallend, weil wir solche Artikel nicht gewohnt sind.

Die Überschrift gefiel mir besonders gut.

Du brauchst Dich nur genauer umzuschauen, und nicht auf sehr extreme und Einzelfälle zurückgreifen, dann hast Du Deine "netten und stink normalen Familien".

Musel
17.05.06, 11:02
Du brauchst Dich nur genauer umzuschauen, und nicht auf sehr extreme und Einzelfälle zurückgreifen, dann hast Du Deine "netten und stink normalen Familien".

Auch du scheinst zu denken, dass ich überrascht davon bin, dass es ganz "normale" und nette türkische Familien (sogar in großer Zahl) in Deutschland gibt. Dem ist natürlich nicht so. Einige kenne ich doch sogar selbst. Aber das ist hier ja auch gar nicht das Thema.....

Dass wir hier oft über extreme Fälle diskutieren liegt einfach daran, dass diese Fälle diskussionswürdiger sind. Das ist doch ganz normal. Deshalb behaupte ich aber noch lane nicht, dass alle Türken extrem wären. das wird mir hier nur oft unterstellt. Bzw. sind es vielmehr türkische User hier, die allen Deutschen Ausländerfeindlichkeit unterstellen. Das ist doch vielmehr der Knackpunkt.....

Na ja, gehört jetzt aber nicht in diesen Thread.....

Cem
17.05.06, 11:05
Nette Familie, mehr davon..... :türk:
Die überwältigende Mehrheit ist genau so. Das ist die unsichtbare Wirklichkeit, fernab der spektakulären Extreme zwischen TÜV-Türken und archaischem Ehrenmord. Ich bin sicher, fast jeder von uns hier hat zahlreiche Punkte gehabt, in denen er/ sie sich, resp. das eigene familiäre oder nähere Umfeld wiedererkannt hat. Genau darüber regen wir uns ja auf, wenn eine Necla Kelek oder eine Cileli sich zu selbsternannten Heilsbringern für solche Familien aufschwingen. Für eine Kelek sind solche Strukturen das Feindbild schlechthin, und sie nutzt singuläre Erscheinungen, wie Zwangsehen und Ehrenmorde, um in Wahrheit solche Menschen an den Pranger zu stellen.

Dieser Artikel kann aber auch aus einer gänzlich anderen Perspektive insb. für viele Deutsche lehrreich sein: es kommt nicht darauf an, was man beschreibt, sondern lediglich auf das wie. Aus dem selben "Stoff" hätte man - wenn man es denn darauf anlegte - einen Hetzartikel über die "arme und unterdrückte anatolische Frau" schreiben können. Einfach ein paar Punkte anders gewichten, eine andere Wortwahl treffen und schon hast Du einen "wunderbaren" Artikel, der fast alle Anwesenden hier auf die Palme getrieben hätte.

Cem
17.05.06, 11:10
Manche Ansichten des Vaters teile ich auch nicht, aber man muss ja nicht immer einer Meinung sein.... Wird schon noch werden, liebe Sahika. Deine Metamorphose von "Sauline zu Pauline" hat ja gerade erst begonnen:lach: ... (und jetzt schnell in Deckung gehen, gleich gibts Prügel;))

Cem
17.05.06, 11:21
Die Verfasserin des Artikels ist netterweise auch Türkin....
Das erklärt natürlich einiges. Eine Lau bspw. hätte den Schwerpunkt darauf gelegt, dass es sich bei der Mutter um eine "Importbraut" handelt, die - wegen der sprachlichen Defizite - unmündig gehalten werde, ihre freie Entscheidung für ein Kopftuch in Wahrheit eben wegen besagter Unmündigkeit gar nicht frei sei, die Töchter "keine Freunde haben dürfen", etc.pp.

zübeyde
17.05.06, 11:24
Es ist etwas merkwürdig, in einem stink normalen Artikel sich wiederzufinden und trotzdem etwas Herzklopfen dabei zu haben.

Mein Vater war auch was Disco angeht, sehr streng ! Aber wenn ich heute mit ihm sitze und wir über früher sprechen ist nur noch große Liebe und Achtung für ihn übrig. Ich werde nicht viel anders machen, als er es für uns getan hat. Stink normale und herzliche Familien !

Sahika26
17.05.06, 11:58
Wird schon noch werden, liebe Sahika. Deine Metamorphose von "Sauline zu Pauline" hat ja gerade erst begonnen:lach: ... (und jetzt schnell in Deckung gehen, gleich gibts Prügel;))

:brüll: Cem Abi dafür gibts tatsächlich Prügel ..., oder moment, Dich sperre ich auch mit zu HZ und Tessa in einen Raum. :lach:

Sahika26
17.05.06, 12:02
Es ist etwas merkwürdig, in einem stink normalen Artikel sich wiederzufinden und trotzdem etwas Herzklopfen dabei zu haben.

Mein Vater war auch was Disco angeht, sehr streng ! Aber wenn ich heute mit ihm sitze und wir über früher sprechen ist nur noch große Liebe und Achtung für ihn übrig. Ich werde nicht viel anders machen, als er es für uns getan hat. Stink normale und herzliche Familien !

Du wirst es nicht glauben, aber mein Vater war zu meinen Schwestern und mir nicht anders. Das hat unserer Liebe und Respekt ihm gegenüber aber keinen Abbruch getan, im Gegenteil, heute vermissen wir drei ihn mehr denn je... .

Yakamoz
17.05.06, 12:21
Bin mal gespannt wenn meine Tochter "Disko" sagt, was dann los ist.

Musel
17.05.06, 12:26
Bin mal gespannt wenn meine Tochter "Disko" sagt, was dann los ist.

Und was passiert erst, wenn sie dir ihren neuen Freund Hans vorstellt.... :lach:

Yakamoz
17.05.06, 12:27
Und was passiert erst, wenn sie dir ihren neuen Freund Hans vorstellt.... :lach:

Hans? Hast du nen Knall? Das traut sie sich nicht:lach:

Sahika26
17.05.06, 12:32
Hans? Hast du nen Knall? Das traut sie sich nicht:lach:

Bevor Du Deine süsse Tochter an einen Hans opferst, sorg ich dafür, dass ich in 25 Jahren einen erwachsenen Sohn habe....:brüll: Wie nennt man diese Art der Verkuppelung noch mal ...., also bevor die Kinder geboren sind... :lach:

Musel
17.05.06, 12:34
Bevor Du Deine süsse Tochter an einen Hans opferst, sorg ich dafür, dass ich in 25 Jahren einen erwachsenen Sohn habe....:brüll: Wie nennt man diese Art der Verkuppelung noch mal ...., also bevor die Kinder geboren sind... :lach:

Macht euch nichts vor. Hans wird einfach der beste Liebhaber sein und das erkennt dann auch die Tochter...... :hallo;

Gökcen
17.05.06, 12:40
Das ist eine normale türkische Familie in Deutschland.Sie leben ihre Kultur,Tradition und Religion aus ,aber auf eine moderne Art und Weise so wie die Mehrheit der MIgrantenfamilien,aber diese Familien haben eben kein Schlagzeilenpotenzial deswegen übersieht man diese und pickt sich die Ausnahmefälle mit Ehrenmord und Zwangsehe raus weil es einem Keleks und Ates´s vormachen.
Für den einen oder anderen war dieser Artikel wohl ein Kulturschock aber für uns Türken ist das der Normalfall.Es gibt sogar Familien die bei einem Discobesuch oder Freund nicht gleich die Tochter ins Koma schlagen.
Eigentlich kenne ich nur solche Familien aber die kommen nie in die Zeitung,passt wohl nicht so.
Schonmal in einer türkischen Disco gewesen?Oder auf einer türkischen Hochzeit?Türkinnen auf er Straße beobachtet? Die sind mehr als "europäisch" gekleidet und benehmen sich so.Aber diese damen übersieht man gerne weil sie eben keine Schlagzeilen geben würden.

Wenn wirklich alles so wäre wie es die Klischees behaupten dann hätte ich keine Freundinnen mehr und wäre selbst mit einem Ali aus der Türkei zwangsverheiratet und hätte schon 5 Kinder und mit dem 6 wäre ich schwanger..

Ich hoffe das irgendwann diese Klischees aufhören und meine Töchter später nicht gefragt werden ob die Mutter ein Kopftuch trägt,wir Blutrache in der Familie haben und wenn sie in die Disco geht dann soll sie es tun ohne grfragt zu werden " ey Ayse dein Vater tötet dich doch oder? "

Musel
17.05.06, 12:45
Das ist eine normale türkische Familie in Deutschland.Sie leben ihre Kultur,Tradition und Religion aus ,aber auf eine moderne Art und Weise so wie die Mehrheit der MIgrantenfamilien,aber diese Familien haben eben kein Schlagzeilenpotenzial deswegen übersieht man diese und pickt sich die Ausnahmefälle mit Ehrenmord und Zwangsehe raus weil es einem Keleks und Ates´s vormachen.
Für den einen oder anderen war dieser Artikel wohl ein Kulturschock aber für uns Türken ist das der Normalfall.Es gibt sogar Familien die bei einem Discobesuch oder Freund nicht gleich die Tochter ins Koma schlagen.
Eigentlich kenne ich nur solche Familien aber die kommen nie in die Zeitung,passt wohl nicht so.
Schonmal in einer türkischen Disco gewesen?Oder auf einer türkischen Hochzeit?Türkinnen auf er Straße beobachtet? Die sind mehr als "europäisch" gekleidet und benehmen sich so.Aber diese damen übersieht man gerne weil sie eben keine Schlagzeilen geben würden.

Wenn wirklich alles so wäre wie es die Klischees behaupten dann hätte ich keine Freundinnen mehr und wäre selbst mit einem Ali aus der Türkei zwangsverheiratet und hätte schon 5 Kinder und mit dem 6 wäre ich schwanger..

Ich hoffe das irgendwann diese Klischees aufhören und meine Töchter später nicht gefragt werden ob die Mutter ein Kopftuch trägt,wir Blutrache in der Familie haben und wenn sie in die Disco geht dann soll sie es tun ohne grfragt zu werden " ey Ayse dein Vater tötet dich doch oder? "

Alles richtig! Dann will ich aber genauso hoffen, dass deine Töchter eines Tages deutsche Bekannte (ob in echt oder in einem Internetforum) nicht mehr als rechtsradikal, ausländerfeindlich und kindermordend ansehen..... :hallo;

Gökcen
17.05.06, 12:47
Alles richtig! Dann will ich aber genauso hoffen, dass deine Töchter eines Tages deutsche Bekannte (ob in echt oder in einem Internetforum) nicht mehr als rechtsradikal, ausländerfeindlich und kindermordend ansehen..... :hallo;
Meine Töchter,ins Internet?Dann werden sie sofort Zwangsverheiratet:D
Musel das hängt ganz davon ab wie meine Töchter die Gesellschaft in 20 Jahren empfinden,wenn es dort immer noch tote >Kinderleichen in der Tiefkühltruhe gibt dann erwähnen sie es bestimmt.Außerdem habe ich nie alle Deutschen in einen Topf geschmissen ,bitte bei den Fakten bleiben:aferin:

DeLaHoya
17.05.06, 18:20
Es fällt schwer, die Familie Karabulut in eine Schublade zu stecken. Sie entspricht nicht so recht dem Bild türkischer Migrantenfamilien, das derzeit überall verbreitet wird. Gleichwohl sind die Karabuluts keine Ausnahme, sie gehören zu denen, die nicht auffallen in Deutschland, weil sie ein normales Leben führen.

Meine Fresse, dass ich so etwas je lesen würde! Die Realität kann doch so einfach in Worte gepackt werden...

Greyson
17.05.06, 18:57
Der tägliche Kampf gegen Klischees

VON CANAN TOPçU

http://www.fr-aktuell.de/_img/_cnt/_online/060517_pru_karabulut.jpg
Familie Karabulut


Gegen Vorurteile anzugehen kostet Kraft. Diese Erfahrung macht Sümeyye Karabulut immer wieder. "Ich bin hier zur Welt gekommen, ich spreche akzentfrei Deutsch und werde wegen meines Aussehens für eine Spanierin gehalten", sagt die 23-Jährige. Damit hat sie keine Probleme. Nervig wird es erst, wenn die Leute erfahren, dass sie Tochter türkischer Eltern ist. Dann muss sich Sümeyye gegen das Klischee des unterdrückten Mädchens behaupten und die Leute davon überzeugen, dass sie sich sehr wohl fühlt in ihrer türkischen Familie, mit ihren Eltern Selçuk und Hacer und ihren drei jüngeren Geschwistern.

Es fällt schwer, die Familie Karabulut in eine Schublade zu stecken. Sie entspricht nicht so recht dem Bild türkischer Migrantenfamilien, das derzeit überall verbreitet wird. Gleichwohl sind die Karabuluts keine Ausnahme, sie gehören zu denen, die nicht auffallen in Deutschland, weil sie ein normales Leben führen.

In ihrer Wohnung im Frankfurter Stadtteil Griesheim erzählen die Karabuluts bei schwarzem Tee und selbstgebackenen Teigwaren von ihrem Leben. Selçuk Karabulut sitzt auf dem Sofa, um ihn versammelt sind Ehefrau und Töchter. An der Wand gegenüber dem Sofa steht der Fernseher; der Ton des großen Flachbildschirm-Geräts ist ausgeschaltet, den Bildern lässt sich aber entnehmen, dass es sich um einen türkischen Kanal handelt. Und an der Wand über dem Sofa hängt ein gerahmtes Bild, Mekka bei Abend. "Ich mag das Bild", sagt Selçuk. Dass aber jetzt ja nicht der Eindruck entstehe, er sein ein Fundamentalist. Nein, dieser Eindruck entsteht nicht. Und wenn, im Laufe des Abends hätte er sich verflüchtigt.

Seit mehr als 35 Jahren lebt Selçuk in Deutschland. Sein Vater kam 1964 als einer der ersten Gastarbeiter hierher und holte seine Frau und Kinder 1971 in die neue Heimat - aus einem anatolischen Dorf bei Kayseri, wo es seinerzeit nicht einmal Strom gab.

Inzwischen ist Selçuk 46 Jahre alt, seit 25 Jahren verheiratet und Vater von vier Töchtern. Die Schule hat er ohne Abschluss verlassen müssen. Weil sein Vater starb, musste er schon früh Geld verdienen. Eine Ausbildung machen oder etwa studieren - beides war für ihn nicht vorgesehen. Seit 28 Jahren arbeitet Selçuk nun am Frankfurter Flughafen. Das Familienoberhaupt hat graue Haare, wirkt erschöpft und älter als er ist. Die harte Arbeit, die er nur beiläufig erwähnt, hat offensichtlich ihre Spuren hinterlassen.

Seine Frau Hacer wiederum wirkt jünger. Während nicht wenige deutsche Frauen erst zum 40. Lebensjahr hin ihr erstes Kind bekommen, ist sie mit 42 Jahren vierfache Mutter. Hacer ist eine so genannte "Import-Braut", also erst nach der Heirat mit Selçuk nach Deutschland gekommen. Der Bräutigam holte sie aus Kayseri, 18 Jahre alt war sie, vier Jahre älter er.

Den Eindruck einer unterdrückten oder gar unglücklichen Ehefrau macht Hacer aber keineswegs. Auch wenn sie ein Kopftuch trägt. Das Haar verhülle sie, wie sie glaubwürdig erklärt, aus freier Entscheidung. Wäre da nicht das Kopftuch, mit dem Hacer auffällt, könnten die fünf Karabulut-Frauen glatt als Geschwister durchgehen.

Obwohl sie schon seit vielen Jahren in Deutschland lebt, spricht Hacer nur gebrochen deutsch. Sicher, man kann jetzt den Kopf schütteln darüber, dass sie, obwohl als junger Mensch in dieses Land gekommen, kein Deutsch gelernt hat. "Ich verstehe einiges, traue mich aber nicht zu sprechen", sagt Hacer zur ihrer Entschuldigung. Sie hat die Töchter groß gezogen, sich um Haushalt und Familienzusammenhalt gekümmert und das, was auch wichtig wäre, nämlich Deutsch lernen, in all den Jahren hintangestellt. Vor einiger Zeit hat sie einen Kurs begonnen, diesen dann aber nicht fortgesetzt. Bedauert sie das? Ja, die Sprache zu sprechen, das wäre nicht schlecht, räumt Hacer ein. "Ich fühle mich ab und an schon als halber Mensch." Andererseits: Bisher ist sie auch so gut zurechtgekommen. "Wir sind schuld daran, dass sie ihre Deutschkenntnisse nicht ausbaut", erklärt Selçuk. Der Vater und seine Töchter, die alle sehr gut Deutsch können und sogar untereinander auch mal in dieser Sprache reden, stehen Hacer zur Seite, wann immer sie einen Dolmetscher braucht. Das ist bequem. Und in dieser Bequemlichkeit hat sich Hacer eingerichtet.


http://www.fr-aktuell.de/no.gif
http://www.fr-aktuell.de/no.gif


Den Töchtern wiederum hat es offensichtlich nicht geschadet, dass die Mutter kein Deutsch spricht. Obwohl es ihn an seine finanziellen Grenzen brachte, schickte der Vater alle vier Mädchen in den Kindergarten. "Ich wollte, dass sie die deutsche Sprache lernen", sagt Selçuk. Er habe nie reich werden, sondern seinen Töchtern eine Schullaufbahn ermöglichen wollen, die ihm nicht vergönnt gewesen sei. Ihm liege sehr viel daran, dass sie auf eigenen Beinen stehen können. Die Investition hat sich gelohnt. Sümeyye, die älteste Tochter, wird Rechtsanwalts-Fachangestellte, die 21-jährige Süreyya studiert Bioverfahrenstechnik und die 19-jährige Necmiye macht eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau. Die Jüngste, Gülsüm, ist Achtklässlerin auf dem Gymnasium und hat noch keine Vorstellung, was sie einmal beruflich machen möchte.



Die Karabulut-Töchter sind selbstbewusste, hübsche junge Frauen mit langen dunklen Haaren, in Form gezupften Augenbrauen und modischem Outfit, respektvoll im Umgang mit den Eltern, aber nicht auf den Mund gefallen. Sprachlos sind sie immer dann, wenn sie in dem Land, in dem sie geboren sind und in dem sie sich - eigentlich - auch wohl fühlen, gefragt werden, warum sie denn so gut Deutsch sprechen? Warum sie kein Kopftuch tragen und ob ihnen auch eine Zwangsheirat bevorstehe?

Zwangsheirat? Das kommt für die Karabalut-Töchter nicht in Frage. Der Vater sagt aber auch, dass er nicht wisse, wie er reagieren werde, wenn eine seiner Töchter ihm ihren Freund vorstelle. Das ist bisher noch nicht passiert. Es gibt eine unausgesprochene Abmachung in der Familie. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Töchter wissen, dass sie den Mann fürs Leben gefunden haben, bleibt das Familienoberhaupt außen vor. Selçuk gibt zu verstehen, dass er auch nicht alles wissen müsse, dass er seinen Töchtern aber vertraue. Sie werden schon die richtigen Entscheidungen treffen, und dabei wird ihnen die Mutter zur Seite stehen.

Vater wie Mutter sind eine Autorität in der Familie, werden aber von Sümeyye und ihren Geschwistern nicht als autoritär wahrgenommen. Die Mädchen haben ihre Freiräume. Sie dürfen abends mit ihren Freundinnen ausgehen, sei es ins Kino oder zu einer Veranstaltung. Nur Diskobesuche erlaubt der Vater ihnen nicht. Hacer und Selçuk sind besorgte Eltern, wie Eltern nun mal sind, wenn sie an ihren Kindern hängen.

Gedanken macht sich das Ehepaar darum, wie das Leben aussehen wird, wenn die Töchter einmal unter der Haube sind. In seinem anatolischen Dorf hat Selçuk ein Häuschen gebaut und und möchte später auch dort leben. Warum träumt einer wie Selçuk, der als Kind hierher kam, hier sein Leben aufbaute und hier seine Familie hat, von der Rückkehr in die "Heimat"? "Jeder hat doch Träume", sagt der 46-Jährige. Sein Dorf sei sehr ruhig und idyllisch. Die einen träumen vom Lebensabend auf Mallorca oder in der Toskana, und einer wie Selçuk eben von seinem schönen Dorf in Anatolien. Die Töchter aber nicht. Sie verbringen ihre Urlaube gerne in der Türkei. Für sie ist es aber eine Selbstverständlichkeit, dass sie in "Almanya" bleiben.

http://www.fr-aktuell.de/in_und_ausland/hintergrund/?em_cnt=884275

ja und nun?was ist daran so erwähnenswürdig?das ist alltag.dies ist das leben,dass ich von 80% meiner türkischen bekannten kenne.

kopftuch,zwangheirat..bla bla.

spieglein,spieglein an der wand-wer ist der beste im lügen erzählen im ganzen land?

die deutsche innenpolitik,mein herr.die sind wahrlich die besten darin.

moxx
19.05.06, 04:30
ich hab ja auch schon gedacht: "ah hilfe eine überregionale deutsche zeitung, schreibt nicht "anti-türkisch" ", aber dann hab ich die ausgebe einen tag danach gelesen und da war gleich auf der titelseite ein schöner artikel über religionsfreiheit in der türkei und deren nicht-vorhandensein, ich werd mal suchen gehen ob ich ihn finde, alles wieder im lot.

puh ein glück sind die deutschen medien "anti-türkisch"...

Komiker
19.05.06, 08:59
guter Artikel, aufmerksam gelesen

Quint....was kann der Mensch lernen?

a) Respektiere und ehre Deine Eltern
b) Der Sinn des Lebens ist das Familienglück
c) Ausbildung der Kinder ist die beste Investition in die Zukunft


das alles haben die Glatzen nicht.....wären sie doch Kinder dieses Türken gewesen, dann hätten sie und wir eine bessere Zukunft!