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toygun
20.05.06, 12:44
19. Mai 2006







Viele meiden den Osten
Ein Tabuthema?



von Ulli Kulke

Die Diskussion über Uwe-Karsten Heye und seine Reisewarnung für Schwarze in Brandenburg nimmt einen schon erstaunlichen Verlauf. Er will ein Land verunglimpfen, sagt der eine. Er will wachrütteln, der andere. Nicht hilfreich, der dritte. Hilfreich für wen eigentlich? Daß er die konkrete Bitte eines Journalisten um einen Verhaltenstip für schwarzafrikanische WM-Besucher konkret beantwortet hat, scheint eine zu vordergründige Ansicht über einen ehemaligen Regierungssprecher zu sein, der doch nur über Bande redet oder politisch Schach spielt.
Dabei steht dieselbe Reisewarnung in anspruchsvollen Reiseführern.

Jeder Berliner, der schwarze Freunde hat, weiß, daß sie ausgesprochen ungern ins Umland fahren, daß Schulklassen mit sichtlich ausländischen Kindern kein Ferienlager in Brandenburg oder Mecklenburg beziehen. Daß Büros aus dem Westen bei Wochenend-Workshops den Osten meiden, wenn Schwarze zu ihnen gehören. Es geht über Rassismus hinaus. Auch Schwule, Lesben und Behinderte aus Berlin meiden diese Regionen. Darf man darauf nicht hinweisen? Alles nur unberechtigte Angst? Schließlich geht es nicht nur um aktenkundige Gewaltverbrechen, sondern auch um die alltägliche Pöbelei, von der außer den Betroffenen niemand erfährt. Und da verlangen wir von Heye, daß er landesunkundigen Schwarzen rät: Fahrt, wohin ihr wollt, ihr werdet nur Freunde treffen? Das wäre verantwortungslos.


Zynisch aber ist diese Haltung bei der Linkspartei. Eine Gruppierung, die hinter jedem Baum einen Neonazi wähnt, die bei Mahnwachen und Lichterketten mitmacht nach Überfällen, bei denen es längst berechtigte Zweifel am rassistischen Hintergrund gibt, ausgerechnet sie fährt jetzt großes Geschütz auf gegen Heye. Ganz nach dem Motto: Der große politische Kampf gegen Neonazis ist uns wichtiger als das Wohl des kleinen einzelnen vom Rassismus Betroffenen. Unseren alltäglichen Neonazi-Vorfall lassen wir uns nicht nehmen! ... >>


Ulli Kulke ist WELT-Reporter (http://www.welt.de/data/2006/05/19/889160.html)

toygun
20.05.06, 13:00
Özdemir: No-Go-Areas für Schwarze in Deutschland Realität
Nach Auffassung des Europaabgeordneten der Grünen, Cem Özdemir, finden zu den Gewalttaten von Migranten in der deutschen Öffentlichkeit mehr Beachtung als die Gewalt von Rechtsradikalen.


http://www.welt.de/media/pic/000/346/34648v1.jpg
Berlin - Der Grünen-Europaabgeordnete Cem Özdemir hält die Warnung des früheren Regierungssprechers Uwe-Karsten Heye an dunkelhäutige WM-Gäste, sich nicht in bestimmten Gegenden Deutschlands aufzuhalten, für gerechtfertigt

„Es gibt in Deutschland eindeutige No-Go-Areas für Schwarze“, sagte Özdemir dem „Tagesspiegel“. Er bedauere, daß Heye seine Äußerungen „unter dem öffentlichen Druck“ relativiert habe. „Er spricht die Wahrheit aus“, sagte der türkischstämmige Abgeordnete. Özdemir kritisierte zudem, daß Gewalttaten von Migranten in der deutschen Öffentlichkeit eine viel größere Rolle spielten als „die Gewalt von Rechtsradikalen als Massenerscheinung“. „Hier wird mit zweierlei Maß gemessen“, sagte Özdemir.


Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) kritisierte die Äußerungen Heyes im „Tagesspiegel“ indes als „nicht hilfreich“. Den von mancher Seite in diesem Zusammenhang geäußerten Vorwurf, die Politik unterschätze das Thema Ausländerhaß, nannte Böhmer „abwegig“.


Die Zahl rechter Gewalttaten in Brandenburg ist in den ersten Monaten dieses Jahres nach Information des „Tagesspiegel“ gesunken. Demnach registrierte die Polizei seit Januar 14 rechte Gewalttaten. Im ersten Quartal 2005 waren es 21. Insgesamt wurden in Brandenburg von Januar bis März 231 rechte Straftaten festgestellt, 48 weniger als im ersten Quartal 2005. Sicherheitsexperten warnen allerdings, die aktuellen Zahlen seien nur vorläufig und würden vermutlich noch steigen. Der Brandenburger Verein Opferperspektive, der von rechten Schlägern angegriffene Menschen betreut, hat laut Zeitungsbericht bis Anfang Mai bereits 35 einschlägige Attacken aufgelistet.

AFP (http://www.welt.de/data/2006/05/19/889389.html)

kUmPaRa
20.05.06, 14:46
Ist der Osten wirklich eine Hochburg von Neonazis?

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