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toygun
25.05.06, 03:04
Verfassungsschutzbericht 2005



Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble hat heute in Berlin den Verfassungsschutzbericht 2005 vorgestellt. Danach ist Deutschland unverändert durch den islamistischen Terrorismus bedroht und Teil eines weltweiten Gefahrenraumes.

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble: „Die Bekämpfung des internationalen Terrorismus stellt die größte Herausforderung für die Sicherheitspolitik in unserer Zeit dar. Dass Deutschland bis zum heutigen Tag von terroristischen Anschlägen verschont geblieben ist, ist vor allem der professionellen und umsichtigen Arbeit der deutschen Sicherheitsbehörden zu verdanken.“ Um Gefahren weiterhin wirkungsvoll begegnen zu können, kündigte der Bundesinnenminister an, die gesetzlichen Voraussetzungen zur Terrorismusbekämpfung und die Befugnisse des Bundeskriminalamtes zu optimieren.

Die Verhinderung von Radikalisierung und Rekrutierung im Vorfeld bezeichnete der Bundesinnenminister als entscheidend für einen Erfolg bei der Bekämpfung des Terrorismus. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass „auch extremistischen Bestrebungen, die unsere Werteordnung mit anderen als terroristischen Mitteln bekämpfen“, entschieden entgegenzutreten sei. „In Deutschland dürfen keine Räume entstehen, in denen eine fundamentalistisch interpretierte Scharia die Werteordnung unseres Grundgesetzes verdrängt. Hier sind die nach Deutschland Zugewanderten aufgerufen, das demokratische Wertesystem unserer Gesellschaft anzunehmen und damit auch einen eigenen Beitrag zu ihrer Integration zu leisten“, sagte der Bundesinnenminister.

Die Bekämpfung von Rechtsextremismus bleibt eine zentrale Aufgabe der Sicherheitsbehörden. Zwar ist insgesamt ein leichter Rückgang des rechtsextremistischen Personenpotentials zu verzeichnen, weiter angestiegen sind aber das neonazistische Personenpotential und die Zahl der Skinhead-Konzerte.

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble: „Mit großer Sorge habe ich das Wahlverhalten der – vor allem männlichen – Jungwähler zur Kenntnis genommen, das auf eine hohe Anfälligkeit für rechtsextremistisches Gedankengut schließen lässt. Dies muss für uns alle Anlass sein, die geistig-politische Auseinandersetzung gerade mit jungen Menschen zu suchen und aktiv für unsere Demokratie zu werben. “

Die im Jahr 2005 in Kraft getretenen Änderungen des Straf- und Versammlungsrechts haben Verbesserungen für Verbote rechtsextremistischer Versammlungen gebracht. So konnte der jährliche Aufmarsch der Rechtsextremisten zum „Gedenken an Rudolf Hess“ erfolgreich verhindert und verschiedene Demonstrationen unterbunden werden.

Das linksextremistische Personenpotenzial weist insgesamt einen leichten Rückgang auf. „Besorgniserregend ist jedoch der Anstieg der Zahl linksextremistischer Gewalttaten“, sagte der Bundesinnenminister. Als Ursache für den Anstieg sowohl der politisch rechts sowie politisch links motivierten Straftaten mit extremistischem Hintergrund nannte der Bundesinnenminister die gestiegene Zahl von Demonstrationen der rechten Szene, bei denen es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit linksextremistischen Gegendemonstranten käme. Der Bundesinnenminister betonte noch einmal die Maßnahmen und Bemühungen der Bundesregierung für die Bekämpfung von Extremismus, Rassismus und Antisemitismus hob die Rolle der Zivilgesellschaft bei der präventiven Bekämpfung extremistischen Gedankenguts hervor.

Deutschland ist weiterhin Ziel der Spionage von Nachrichtendiensten einer Reihe fremder Staaten. Die Aktivitäten reichen von Informationsbeschaffung aus Politik, Wirtschaft, Militär bis hin zu internetgebundenen Angriffen auf deren Computersysteme. Die Sicherheitsbehörden leisten hier einen wichtigen Beitrag zur Aufdeckung und Sensibilisierung von Personen und Institutionen. Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble: „Verfassungsschutz ist auch ein Instrument zur Sicherung der Volkswirtschaft.“

Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft führte der Bundesinnenminister aus, dass die Sicherheitsbehörden auf die damit verbundenen Herausforderungen umfassend eingestellt sind: „Wir haben mit den Ländern und dem Veranstalter ein nationales Sicherheitskonzept erarbeitet, das verlässliche Sicherheit gewährleistet und gleichzeitig den Sport in den Vordergrund stellt“, sagte er. Auch mit den ausländischen Sicherheitsbehörden finde ein intensiver Austausch statt, um zu einem guten Gelingen des Turniers beizutragen.



http://www.bmi.bund.de/SiteGlobals/Style/Images/LogoHomepageDE,property=defaul t.gif (http://www.bmi.bund.de/cln_028/nn_122688/Internet/Content/Nachrichten/Pressemitteilungen/2006/05/Verfassungsschutzbericht__2005 .html)


Verfassungsschutzbericht 2005 pdf (Vorabfassung) 2294 KB (http://www.bmi.bund.de/Internet/Content/Common/Anlagen/Broschueren/2006/Verfassungsschutzbericht__2005 __de,templateId=raw,property=p ublicationFile.pdf/Verfassungsschutzbericht_2005_ de.pdf)

toygun
25.05.06, 03:09
Achtet mal darauf, mit welchem Lieblingsthema der Bericht beginnt.
...

Deutschland ist nicht nur Exportweltmeister sondern auch Lügenweltweister.

omar
25.05.06, 03:26
Dass Deutschland bis zum heutigen Tag von terroristischen Anschlägen verschont geblieben ist, ist vor allem der professionellen und umsichtigen Arbeit der deutschen Sicherheitsbehörden zu verdanken.“
Ich möchte ja wirklich die Gefahr des Terrorismus unterschätzen, aber übertreibt man hier nicht ein wenig? London und Madrid wird in diesem Zusammenhang immer genannt und es wird gerne verschwiegen, dass diese beiden Länder sich im Krieg befinden. Ich will auch nicht über Opferzahlen reden, aber man vergisst, dass im Irak tagtäglich, unter anderem genau wegen diesen Ländern, Menschen aufgrund solcher Terroristischer Akte sterben.
Wir können froh sein, dass der Schröder da war, sonst hätten wir auch hier schon Anschläge. Denn ich glaube, dass ist der einzige Grund warum es hier keine gab.

Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass „auch extremistischen Bestrebungen, die unsere Werteordnung mit anderen als terroristischen Mitteln bekämpfen“, entschieden entgegenzutreten sei. „In Deutschland dürfen keine Räume entstehen, in denen eine fundamentalistisch interpretierte Scharia die Werteordnung unseres Grundgesetzes verdrängt.
Hey was labern die eigentlich??? Wer will den hier eine Scharia einführen außer Metin Kaplan und seinen 5 Anhängern, wenn er überhaupt das wollte.
Das ist doch alles nur die üüübelste Hetze gegen den Islam!

bigberta
25.05.06, 11:57
Ich fürchte, daß man das doch etwas differenzierter sehen muß. Es gibt einen Teil der muslimischen Community - in der leider meistens Konvertiten das Wort führen, da werden dann solche Diskussionen geführt:

- über Klassenfahrten: http://www.salaamway.de/site/forums/index.php?showtopic=2453&st=0&#entry25177

- über den Gesichtsschleier, niqab:
http://www.salaamway.de/site/forums/index.php?showtopic=2468

oder der Muslim-Markt ganz allgemein:

http://de.wikipedia.org/wiki/Muslim-Markt

über die mubahala gegen Hans-Peter Raddatz (eine bessere Werbung hätte der garnicht bekommen können:kafa:):

http://www.swr.de/report/archiv/sendungen/051017/05/frames.html

(Weitere links erspare ich Euch hier, Ihr könnt aber gerne selber gucken. Was hat denn der nichtmuslimische Leser für einen Eindruck, wenn er sich mal durch so ein Forum geklickt hat (die in Islamhetzer-Foren dann auch liebend gerne in dieser Weise zitiert werden).

Da entsteht dann - oft durtch die "lieben Geschwister" selber ein Islam-Bild, vor dem einem nur grausen kann, was dann natürlich auf alle Muslime übertragen wird. Nein, da muß keiner mehr "hetzen", das kann man alles abschreiben. Leider:motz:!

Psila Vuna
25.05.06, 12:36
Deutschland ist nicht angegriffen worden, da ein Pferd, den Hand der ihn füttert auch nicht beisst. So einfach ist das.
Warum sollten die Islamistenm bitteschön, in der BRD Unruhe stiften? Denen geht es doch hier hervorragend. Zentral gelegen, gute Erreichbarkeit, perfekte Lage, eine miese Verfassungsschutz, eigene Viertels, in denen man perfekt untertauchen kann. Deutschland, wunderbar.

:lach:

toygun
25.05.06, 15:55
Ich fürchte, daß man das doch etwas differenzierter sehen muß. Es gibt einen Teil der muslimischen Community - in der leider meistens Konvertiten das Wort führen, da werden dann solche Diskussionen geführt:

- über Klassenfahrten: http://www.salaamway.de/site/forums/index.php?showtopic=2453&st=0&#entry25177

- über den Gesichtsschleier, niqab:
http://www.salaamway.de/site/forums/index.php?showtopic=2468

oder der Muslim-Markt ganz allgemein:

http://de.wikipedia.org/wiki/Muslim-Markt

über die mubahala gegen Hans-Peter Raddatz (eine bessere Werbung hätte der garnicht bekommen können:kafa:):

http://www.swr.de/report/archiv/sendungen/051017/05/frames.html

(Weitere links erspare ich Euch hier, Ihr könnt aber gerne selber gucken. Was hat denn der nichtmuslimische Leser für einen Eindruck, wenn er sich mal durch so ein Forum geklickt hat (die in Islamhetzer-Foren dann auch liebend gerne in dieser Weise zitiert werden).

Da entsteht dann - oft durtch die "lieben Geschwister" selber ein Islam-Bild, vor dem einem nur grausen kann, was dann natürlich auf alle Muslime übertragen wird. Nein, da muß keiner mehr "hetzen", das kann man alles abschreiben. Leider:motz:!

Wenn du meinst ...
Dann ändere ich extra für dich die kosmetische Landschaft des sog. Verfassungsschutzbericht 2005, weil Deutschland doch keine anderen Probleme, "Braune Landschaften" und "No Go Areas" hat, sondern ganz andere, nicht wahr ...




Verfassungsschutzbericht 2005



Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble hat heute in Berlin den Verfassungsschutzbericht 2005 vorgestellt.
Danach ist Deutschland unverändert durch den islamistischen Terrorismus bedroht und Teil eines weltweiten Gefahrenraumes.

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble: „Die Bekämpfung des internationalen Terrorismus stellt die größte Herausforderung für die Sicherheitspolitik in unserer Zeit dar. Dass Deutschland bis zum heutigen Tag von terroristischen Anschlägen verschont geblieben ist, ist vor allem der professionellen und umsichtigen Arbeit der deutschen Sicherheitsbehörden zu verdanken.“ Um Gefahren weiterhin wirkungsvoll begegnen zu können, kündigte der Bundesinnenminister an, die gesetzlichen Voraussetzungen zur Terrorismusbekämpfung und die Befugnisse des Bundeskriminalamtes zu optimieren.

Die Verhinderung von Radikalisierung und Rekrutierung im Vorfeld bezeichnete der Bundesinnenminister als entscheidend für einen Erfolg bei der Bekämpfung des Terrorismus. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass „auch extremistischen Bestrebungen, die unsere Werteordnung mit anderen als terroristischen Mitteln bekämpfen“, entschieden entgegenzutreten sei. „In Deutschland dürfen keine Räume entstehen, in denen eine fundamentalistisch interpretierte Scharia die Werteordnung unseres Grundgesetzes verdrängt. Hier sind die nach Deutschland Zugewanderten aufgerufen, das demokratische Wertesystem unserer Gesellschaft anzunehmen und damit auch einen eigenen Beitrag zu ihrer Integration zu leisten“, sagte der Bundesinnenminister.


Die Bekämpfung von Rechtsextremismus bleibt eine zentrale Aufgabe der Sicherheitsbehörden. Zwar ist insgesamt ein leichter Rückgang des rechtsextremistischen Personenpotentials zu verzeichnen, weiter angestiegen sind aber das neonazistische Personenpotential und die Zahl der Skinhead-Konzerte.

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble: „Mit großer Sorge habe ich das Wahlverhalten der – vor allem männlichen – Jungwähler zur Kenntnis genommen, das auf eine hohe Anfälligkeit für rechtsextremistisches Gedankengut schließen lässt. Dies muss für uns alle Anlass sein, die geistig-politische Auseinandersetzung gerade mit jungen Menschen zu suchen und aktiv für unsere Demokratie zu werben. “

Die im Jahr 2005 in Kraft getretenen Änderungen des Straf- und Versammlungsrechts haben Verbesserungen für Verbote rechtsextremistischer Versammlungen gebracht. So konnte der jährliche Aufmarsch der Rechtsextremisten zum „Gedenken an Rudolf Hess“ erfolgreich verhindert und verschiedene Demonstrationen unterbunden werden.


Das linksextremistische Personenpotenzial weist insgesamt einen leichten Rückgang auf. „Besorgniserregend ist jedoch der Anstieg der Zahl linksextremistischer Gewalttaten“, sagte der Bundesinnenminister. Als Ursache für den Anstieg sowohl der politisch rechts sowie politisch links motivierten Straftaten mit extremistischem Hintergrund nannte der Bundesinnenminister die gestiegene Zahl von Demonstrationen der rechten Szene, bei denen es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit linksextremistischen Gegendemonstranten käme. Der Bundesinnenminister betonte noch einmal die Maßnahmen und Bemühungen der Bundesregierung für die Bekämpfung von Extremismus, Rassismus und Antisemitismus hob die Rolle der Zivilgesellschaft bei der präventiven Bekämpfung extremistischen Gedankenguts hervor.

Deutschland ist weiterhin Ziel der Spionage von Nachrichtendiensten einer Reihe fremder Staaten. Die Aktivitäten reichen von Informationsbeschaffung aus Politik, Wirtschaft, Militär bis hin zu internetgebundenen Angriffen auf deren Computersysteme. Die Sicherheitsbehörden leisten hier einen wichtigen Beitrag zur Aufdeckung und Sensibilisierung von Personen und Institutionen. Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble: „Verfassungsschutz ist auch ein Instrument zur Sicherung der Volkswirtschaft.“

Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft führte der Bundesinnenminister aus, dass die Sicherheitsbehörden auf die damit verbundenen Herausforderungen umfassend eingestellt sind: „Wir haben mit den Ländern und dem Veranstalter ein nationales Sicherheitskonzept erarbeitet, das verlässliche Sicherheit gewährleistet und gleichzeitig den Sport in den Vordergrund stellt“, sagte er. Auch mit den ausländischen Sicherheitsbehörden finde ein intensiver Austausch statt, um zu einem guten Gelingen des Turniers beizutragen.



http://www.bmi.bund.de/SiteGlobals/Style/Images/LogoHomepageDE,property=defaul t.gif (http://www.bmi.bund.de/cln_028/nn_122688/Internet/Content/Nachrichten/Pressemitteilungen/2006/05/Verfassungsschutzbericht__2005 .html)


Verfassungsschutzbericht 2005 pdf (Vorabfassung) 2294 KB (http://www.bmi.bund.de/Internet/Content/Common/Anlagen/Broschueren/2006/Verfassungsschutzbericht__2005 __de,templateId=raw,property=p ublicationFile.pdf/Verfassungsschutzbericht_2005_ de.pdf)

bigberta
25.05.06, 16:28
Was willst Du mir jetzt damit sagen?

toygun
25.05.06, 16:32
Zulauf für die Neonazi-Szene

Neuer Verfassungsschutzbericht belegt starken Anstieg rechtsextremistischer Straftaten



von Martin Lutz und Lars-Broder Keil (http://www.welt.de/data/2006/05/23/891158.html)




http://www.welt.de/media/pic/000/347/34793v1.jpghttp://www.welt.de/media/pic/000/347/34793v1.jpghttp://www.welt.de/media/pic/000/347/34793v1.jpg

Berlin - Die Zahl extremistischer Gewalt- und Straftaten hat zugenommen. "Jede Gewalttat ist eine zuviel", sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2005. Der Staat werde das Gewaltmonopol überall in Deutschland durchsetzen und entschieden gegen Extremismus, Gewaltkriminalität, Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus vorgehen. Sogenannte No-go-Areas, in die sich Ausländer nicht hintrauen, dürfe es nicht geben.

Als "sehr besorgniserregend" bezeichnete der Minister die Zahl der rechtsextremistisch motivierten Straftaten, die sich um 27 Prozent von 12 051 auf 15 361 erhöhte. Davon waren 958 Gewalttaten, was einem Plus von 23,5 Prozent entspricht. Dem Verfassungsschutzbericht zufolge stieg die Zahl der Neonazis um rund 300 auf 4100 und die Zahl gewaltbereiter Rechtextremisten um 400 auf 10 400. Eine Ursache könnte Schäuble zufolge die Zunahme von Aufzügen rechter Gruppen sein, gegen die es wiederum Demonstrationen gewaltbereiter linker Gruppen gebe. So hätten auch Straf- und Gewalttaten Linksextremer deutlich zugenommen. Der Verfassungsschutz verzeichnete dort einen deutlichen Anstieg. Die Zahl der Gewalttaten stieg um 72 Prozent auf 896, die der Straftaten um 60 Prozent von 1440 auf 2305.

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Als Gegenmaßnahme setzt Schäuble vor allem auf Aufklärung etwa in den Schulen. Dem Bericht zufolge ist die "rechtsextremistische Skinhead-Musik unverändert ein wesentlicher Anziehungspunkt für viele Jugendliche". Über sie werden die ersten Kontakte zur rechtsextremistischen Szene, vor allem zu den in rund 160 Kameradschaften organisierten Neonazis geknüpft. Die Zahl der Konzerte stieg um 40 Prozent auf 193, die Anzahl der rechten Musikbands von 106 auf 142.

Vor allem jungen Männern müßten attraktive Bildungs- und Freizeitangebote gemacht werden, damit sie nicht "besonders in gewissen Teilen unseres Landes Opfer extremistischer Rattenfänger werden", sagte Schäuble weiter. Bestimmte Länder nannte er nicht, weil er keine Ost-West-Debatte führen wolle. Laut Verfassungsschutzbericht sind aber rechtsextremistische Gewalttaten in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Sachsen am häufigsten.

Schäuble will keinen erneuten Versuch starten, die NPD verbieten zu lassen. Das gescheiterte NPD-Verbotsverfahren sei "kein Glanzstück" der Vorgängerregierung gewesen: "Es gibt Fehler, die man nicht wiederholen muß."

Im Streit über den richtigen Umgang mit dem Rechtsextremismus meldete sich Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) zu Wort.
Gleichgültigkeit und heimliche Zustimmung zu Ausländerfeindlichkeit und Gewalt müßten entschieden bekämpft werden. Rechtsextreme Einstellungen seien mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft zu finden.

Der schleswig-holsteinische Innenminister Ralf Stegner (SPD) forderte die Länder auf, Mittel für die Polizei nicht zu kürzen.

Zugleich wies er Kritik an der Polizei zurück.
Der Innenausschußvorsitzende Sebastian Edathy (SPD) hatte gesagt, es komme immer wieder zu Vorfällen, bei denen die Polizei nicht schnell genug handle oder gar Hilferufe nicht ernst nehme.
"Diese Vorwürfe entbehren jeder Grundlage", sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DpolG), Wolfgang Speck, der WELT.
Es grenze an Heuchelei, seit Jahren massiv Stellenabbau zu betreiben, den Fokus stark auf die (Anmerkung: ISLAMISTISCHE-)Terrorismusbekämpfung zu richten und "jetzt der Polizei Versagen vorzuwerfen". Oft werde vergessen, daß auch Polizisten unter rechtsextremer Gewalt leiden müßten, etwa, wenn deren Anhänger auf Demonstrationen ihre Wut an den Einsatzkräften ausließen. Auch Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch wies die Vorwürfe zurück. "Wenn Politikern nach fremdenfeindlichen Übergriffen nichts Besseres einfällt als ungerechtfertigte Pauschalkritik an der Polizei, dann ist das ein Ausdruck der Hilflosigkeit" (Anmerkung: ...und LUSTLOSIGKEIT), sagte er der WELT. Jeder wisse, daß Rechtsextremismus und Gewalt "nicht einfach Sicherheitsprobleme sind, die von der Polizei gelöst werden können".