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deryatulga
15.06.06, 11:55
Kollaborateur feindlicher Mächte

Wie eine WELT-Mitarbeiterin zum nationalen Sicherheitsrisiko der Türkei wurde

von Boris Kalnoky und Hülya Özaktürk
Istanbul - Manchmal besinnt man sich als Journalist auf das Abc des Berufs. Dazu gehört folgende Weisheit: Über ein fremdes Land lernt der Leser am meisten, wenn man ihm eine Geschichte aus dem Alltag erzählt, die im eigenen Land unvorstellbar wäre.

Eine solche Geschichte schwebte uns vor. Wir wollten den Unterricht in einem Schulfach besuchen, das es nur in der Türkei gibt: Nationale Sicherheit. Man lernt es in der 11. Klasse, und man lernt dabei, ein guter Türke zu sein. Dazu gehören der Glaube an die Lehren Atatürks und ein Glaube daran, daß das Militär die Grundsätze Atatürks als Basis der politischen Ordnung beschützen muß (notfalls gegen die gewählte Regierung). Es wird einem dort beigebracht, die Armee zu lieben, und tatsächlich lieben die Türken sie: Das Militär ist mit weitem Abstand die populärste Institution des Landes.

Um all das besser zu verstehen, baten wir beim Bildungsministerium um Erlaubnis, eine Stunde lang dem Unterricht in diesem Fach beiwohnen zu dürfen, und fügten alle relevanten Identitätspapiere und Akkreditierungen bei. Einige Tage später traf die Aufforderung ein, persönlich beim zuständigen Amtsleiter zu erscheinen. Dieser Herr verweist auf Formfehler unseres Antrags. Wir versprechen, einen neuen Antrag zu stellen, und einige Tage später ist die Genehmigung da, unterschrieben vom Istanbuler Vizegouverneur Ali Sözen, vom zuständigen Direktor des Bildungsministeriums, Ömer Balibey, und vom Direktor der Presseabteilung, Mustafa Tümer. Wir dürfen das Nuri-Akin-Gymnasium im Stadtteil Nisantasi besuchen.

Schuldirektor Hamdullah Kasikci ist ein von großen Sorgen geplagter Mann. Ja, er hat die Erlaubnis vom Ministerium erhalten, aber diese enthält einen Zusatz, der ihm zu schaffen mache. Da heißt es nämlich, wenn er, also der Direktor, mit der Sache einverstanden sei, solle er das bitte bestätigen. Er hat daraufhin die örtliche Stadtteilverwaltung angerufen, die von nichts weiß, und diese hat das Militär alarmiert. Inzwischen ist auch ein älterer Herr in Uniform im Zimmer, der Lehrer für Nationale Sicherheit höchstpersönlich. Er studiert unsere Papiere mit der Miene eines Mannes, der zwischen den Buchstaben verborgene Bedeutung vermutet. Auch der Schuldirektor hat die Erlaubnis bereits sechsmal gelesen.

Das Militär, so wird uns bedeutet, hat der Schulleitung untersagt, unserem Begehren stattzugeben. Nun scheint die Frage berechtigt, ob an dieser Schule das Bildungsministerium die weisungsbefugte Behörde ist oder das Militär. Es ist offenbar das Militär, zumal dort und nicht im Bildungsministerium die Lehrinhalte für dieses Fach verfaßt werden. Wir halten telefonisch Rücksprache mit dem Ministerium. Derweil klagt der Direktor, wie "sensibel" dieses Thema sei. Ministerialdirektor Mustafa Tümer weist nun den Schulleiter an, uns abzuweisen, obwohl er die Erlaubnis persönlich unterschrieben hat. Der ist nun sichtlich erleichtert und erklärt mit ausgebreiteten Armen, er liebe Deutschland und die Deutschen.

Geschlagen geben wir uns nicht, sondern ziehen einfach ins nächste McDonald's, wo sich Schüler in Pausen und freien Stunden treffen. Sie erzählen uns bereitwillig und ziemlich begeistert vom Unterricht. Warum nur haben alle Funktionäre solche Angst davor, Journalisten an das Thema heranzulassen? Um die Geisteshaltung der Schüler müssen sie sich keine Sorgen machen. Nationale Sicherheit scheint für jeden von ihnen das Lieblingsfach zu sein.

Das Militär sei die wichtigste Institution des Staates, erklärt uns Enis Cebeci (16). Wer seinen Militärdienst verweigere, der gehöre gelyncht. Im Lehrbuch indes steht: "Wer seinen Militärdienst nicht leistet, kann weder sich selbst noch seiner Familie, noch seinem Land von Nutzen sein."

Gesprochen wird im Unterricht vor allem über Atatürk und darüber, was man tun muß, um ein guter türkischer Bürger zu sein, erzählen die Jugendlichen. Jeder scheint eine Eins zu haben, Hausaufgaben gibt es selten, alles in allem mutet es ein wenig wie Religionsunterricht an: Es geht um Glaubensgrundsätze, und sie werden den Kindern durch gute Noten und lockeren Unterricht sympathisch gemacht. Was aber sind die Bürgerpflichten? Vor allem nationaler Zusammenhalt. Über Pluralismus ist im Lehrbuch nichts zu lesen, dafür wird unter Bezug auf Atatürk gewarnt vor allzuviel Meinungsvielfalt: "In Gesellschaften, in denen das nationale Interesse nicht klar und die Gesellschaft auf der Suche nach verschiedenen Haltungen ist, ist die natürliche Folge, daß der Staat auseinanderfällt und die Gesellschaft großen Katastrophen gegenübersteht", heißt es. Außerdem solle der Bürger Ausschau halten nach den Kollaborateuren feindlicher ausländischer Mächte. Er müsse sich bewußt sein, daß "ausländische Mächte und ihre Kollaborateure im Inneren eine Atmosphäre der Uneinigkeit im Land schaffen wollen". Ich muß fort, Hülya Özaktürk führt die Recherche allein weiter. Einige Stunden später klingelt das Telefon - sie befindet sich in Polizeigewahrsam. Ein wachsamer Bürger hat sie angezeigt, und eine fünfköpfige Zivilstreife hat sie daraufhin bei ihren Schülerinterviews beschattet.

Auf der Wache wird sie zunächst gefragt, warum sie in Gewahrsam genommen wurde (gute Frage - sie wüßte es auch gern), und dann, warum sie einen deutschen Paß hat. Wurde sie von den Deutschen zur Einbürgerung gezwungen? Nein, eigentlich nicht. Derweil haben einige Männer das Zimmer betreten. Eine Antiterroreinheit, aber sie lassen von ihr ab, als sie die (endlich einmal nützliche) Rechercheerlaubnis des Bildungsministeriums vorzeigt. Die Polizei hält Hülya dennoch weiter fest. Inzwischen hat ihr Lebensgefährte einen Rechtsanwalt organisiert, und auch ich bin unterwegs.

Am Ende bringt ein Satz die Wende. Ich erkläre dem Kommissar, warum wir uns für Nationale Sicherheitslehre interessierten: "Es ist die Armee, die den Türken zum Bürger macht, und das beginnt in der Schule. Darüber wollten wir einen Artikel schreiben."

Der Kommissar taut auf. Ohne ein weiteres Wort ruft er den Staatsanwalt an und erklärt ihm diesen einleuchtenden Sachverhalt. Dann wendet er sich an den Rechtsanwalt: "Du bist mein Bruder", sagt er, "Hülya ist meine Schwester, und dieser Mann hier (ich), er ist zwar Ausländer, aber er ist auch mein Bruder."

So ist es, das Leben in der Türkei - die Herzen sind warm, jedoch, wie der Kommissar zum Abschied sagt, "der Bürger ist empfindlich".

Artikel erschienen am Mi, 14. Juni 2006

DeLaHoya
15.06.06, 12:22
Kollaborateur feindlicher Mächte
...
Warum nur haben alle Funktionäre solche Angst davor, Journalisten an das Thema heranzulassen?


Ich habe den Kalnoky nur bis hier gelesen.

easydogi
15.06.06, 12:32
Ein sehr guter Artikel!
Die Furcht Journalisten an das Thema ranzulassen ist einleuchtend. Wenn man sieht, wie die meisten alles verdrehen, ihren eigenen Reim drauf machen und alles ins negative ziehen.
Kalnoky bringt bei dem Artikel für beide Seiten Verständnis auf, ohne zu dämonisieren.
Wenn es mehr deutsche Journalisten wie er geben würde, dann hätte man nach dem Zeitungslesen nicht meist das Bedürfnis, sich zu waschen.

omar
15.06.06, 13:20
Es ist eigentlich ein Armutszeugnis für die Türkei, dass das Millitär noch soviel Einfluss hat.
Wir sollten uns alle schämen, dass wir auch 80 Jahre nach Atatürk keine funktionierende Demokratie sind.

Kalimera
15.06.06, 13:31
Es ist eigentlich ein Armutszeugnis für die Türkei, dass das Millitär noch soviel Einfluss hat.
Wir sollten uns alle schämen, dass wir auch 80 Jahre nach Atatürk keine funktionierende Demokratie sind.
Für mich macht der Bericht die Türkei nicht unsympathisch. Ganz im Gegenteil, irgendwie erinnert micht das Geschilderte an die Maghrebinische Geschichten von Gregor von Rezzori.

Davon mal abgesehen, wird es sich sowieso ändern (der Einfluß des Militärs), wenn die Türkei erst in die EU aufgenommen wurde.

deryatulga
15.06.06, 13:42
Es ist eigentlich ein Armutszeugnis für die Türkei, dass das Millitär noch soviel Einfluss hat.
Wir sollten uns alle schämen, dass wir auch 80 Jahre nach Atatürk keine funktionierende Demokratie sind.

Omar, glaube nicht alles, was Kalnoky selbst glaubt. Mich hat kein Militär zum Bürger gemacht und wenn ich mich mit den Soldaten unterhalte, wedele ich dabei nicht mit dem Schwanz, verlangt wird das auch nicht! Herr Can Soros Paker steht wie gewöhnlich hinter der letzten Meinungsforschung. Vor Jahren war das Militär gut genug, um seine Kandidatur zum Amt des Ministerpräsidenten eines Technokratenkabinetts zu unterstützen. Bei den Ergebnissen dieser letzten Meinungsforschung war wie gewöhnlich Wunsch der Vater des Gedankens. Mit suggestiven Fragen erreicht man das gewünschte Ergebnis, um das mit der Unterstützung in-und ausländischer Medien als Botschaft zu missbrauchen. Solange Kalnoky diesen Mechanismus nicht hinterfragt, kann er mich von seinem Einsatz nicht überzeugen!

omar
15.06.06, 14:16
Davon mal abgesehen, wird es sich sowieso ändern (der Einfluß des Militärs), wenn die Türkei erst in die EU aufgenommen wurde.
Wenn wir das Ausland brauchen um zu erreichen: dass der Türke ein mündiger Bürger wird, dass der Türke seinen eigenen Vorteil erkennt, dass er ein Demokrat wird, ist dieser Umstand doch sehr viel trauriger. Wenn das wirklich so ist, und erscheint so, dann hat die Türkei keine Zukunft.


Omar, glaube nicht alles, was Kalnoky selbst glaubt. Mich hat kein Militär zum Bürger gemacht und wenn ich mich mit den Soldaten unterhalte, wedele ich dabei nicht mit dem Schwanz, verlangt wird das auch nicht! Herr Can Soros Paker steht wie gewöhnlich hinter der letzten Meinungsforschung. Vor Jahren war das Militär gut genug, um seine Kandidatur zum Amt des Ministerpräsidenten eines Technokratenkabinetts zu unterstützen. Bei den Ergebnissen dieser letzten Meinungsforschung war wie gewöhnlich Wunsch der Vater des Gedankens. Mit suggestiven Fragen erreicht man das gewünschte Ergebnis, um das mit der Unterstützung in-und ausländischer Medien als Botschaft zu missbrauchen. Solange Kalnoky diesen Mechanismus nicht hinterfragt, kann er mich von seinem Einsatz nicht überzeugen!
Dass Meinungsuntersuchungen nicht immer die Wahrheit spiegeln, ist mir klar und Ihre Ausführungen über Can Soros Paker bestätigen dies.
Über Zahlen kann man sich streiten, aber niemand wird abstreiten, dass das Millitär großen Einfluss auf die Politik hat und auch niemand wird es leugnen können, dass die Mehrheit der Türkische Gesellschaft das Millitär als Beschützer der Demokratie sieht. Dieser Umstand war wahrscheinlich in den ersten Jahren der Republik nötig. Man könnte doch aber nach 80 Jahren erwarten, dass der Türke sich zu einem Bürger gewandelt hat, der niemanden mehr braucht, um seine Demokratie zu schützen. Da dies aber nicht erreicht wurde und keine erkennbaren Schritte gemacht werden, wird die Türkei auch in den nächsten 80 Jahren ein Land bleiben, das keine Fortschritte in Richtung Zukunft macht und alleine mit seiner Geschichte stolz auf sich sein kann.

Greyson
15.06.06, 14:18
Omar, glaube nicht alles, was Kalnoky selbst glaubt. Mich hat kein Militär zum Bürger gemacht und wenn ich mich mit den Soldaten unterhalte, wedele ich dabei nicht mit dem Schwanz, verlangt wird das auch nicht! Herr Can Soros Paker steht wie gewöhnlich hinter der letzten Meinungsforschung. Vor Jahren war das Militär gut genug, um seine Kandidatur zum Amt des Ministerpräsidenten eines Technokratenkabinetts zu unterstützen. Bei den Ergebnissen dieser letzten Meinungsforschung war wie gewöhnlich Wunsch der Vater des Gedankens. Mit suggestiven Fragen erreicht man das gewünschte Ergebnis, um das mit der Unterstützung in-und ausländischer Medien als Botschaft zu missbrauchen. Solange Kalnoky diesen Mechanismus nicht hinterfragt, kann er mich von seinem Einsatz nicht überzeugen!

hans-joachim friedrichs:

"ein journalist sollte sich niemals mit einer sache gemein machen,auch nicht mit einer guten sache[laut seiner denkweise]."

Kalimera
15.06.06, 15:07
Wenn wir das Ausland brauchen um zu erreichen: dass der Türke ein mündiger Bürger wird, dass der Türke seinen eigenen Vorteil erkennt, dass er ein Demokrat wird, ist dieser Umstand doch sehr viel trauriger. Wenn das wirklich so ist, und erscheint so, dann hat die Türkei keine Zukunft.
Zum ersten Punkt: Es wäre keine Schande, etwas von anderen anzunehmen oder etwas durch andere zu erreichen. Das ist den jetzigen EU-Ländern schon x-mal widerfahren.

Zum zweiten Punkt: Nationalstaaten haben generell in der EU keine Zukunft mehr. Die EU ist mehr als nur eine Wirtschaftsvereinigung.

Yakamoz
15.06.06, 15:28
Zum zweiten Punkt: Nationalstaaten haben generell in der EU keine Zukunft mehr. Die EU ist mehr als nur eine Wirtschaftsvereinigung.

Dieser Kampf scheint mir noch nicht so ganz entschieden zu sein...

Kalimera
15.06.06, 15:37
Dieser Kampf scheint mir noch nicht so ganz entschieden zu sein...Die Auflösung der Nationalstaaten ist das Ziel der EU. Darum kämpfen wir nicht, darauf arbeiten wir hin.

Yakamoz
15.06.06, 15:41
Die Auflösung der Nationalstaaten ist das Ziel der EU. Darum kämpfen wir nicht, darauf arbeiten wir hin.

Meinst du nicht du pauschalisierst etwas. Wen du mit "wir" Deutschland meinst dann glaube ich gibt es genug Euroskeptiker...wenn du mit "Wir" bspw. die gesamte EU meinst dann glaube ich haben Briten oder Polen eine ganz andere Meinung dazu.

Kalimera
15.06.06, 15:49
Meinst du nicht du pauschalisierst etwas. Wen du mit "wir" Deutschland meinst dann glaube ich gibt es genug Euroskeptiker...wenn du mit "Wir" bspw. die gesamte EU meinst dann glaube ich haben Briten oder Polen eine ganz andere Meinung dazu.Zeig' mir einen Kegelclub mit mehr als eine handvoll Mitglieder, die immer und in allem einer Meinung sind.

Und ob die Briten und die Polen, wie Du meinst, eine andere Meinung zu den Zielen der EU haben, kann ich nicht beurteilen. Ich bezweifel es aber, denn gerade was Polen angeht, die erst spät zur EU kamen, war bekannt worum es geht. Außerdem ist es müßig mit einem EU-Gegner über die Ziele zu diskutieren.

Ansonsten befinden wir uns Off-Topic, denn in diesen Thread geht es um Kalnokys Crew und Nationale Sicherheit (http://www.politikcity.de/forum/showthread.php?p=180395#post18 0395) und das ist allemal spannender und Wert, weiter behandelt zu werden.

Yakamoz
15.06.06, 15:56
Zeig' mir einen Kegelclub mit mehr als eine handvoll Mitglieder, die immer und in allem einer Meinung sind.

Und ob die Briten und die Polen, wie Du meinst, eine andere Meinung zu den Zielen der EU haben, kann ich nicht beurteilen. Ich bezweifel es aber, denn gerade was Polen angeht, die erst spät zur EU kamen, war bekannt worum es geht. Außerdem ist es müßig mit einem EU-Gegner über die Ziele zu diskutieren.

Ansonsten befinden wir uns Off-Topic, denn in diesen Thread geht es um Kalnokys Crew und Nationale Sicherheit (http://www.politikcity.de/forum/showthread.php?p=180395#post18 0395) und das ist allemal spannender und Wert, weiter behandelt zu werden.

Sehr gerne zurück zum Thema...

PS: Ich bin kein EU Gegner sondern gegen einen Beitritt der Türkei unter den gegebenen Umständen. Und von "Gegner" kann man nicht sprechen. Auch eine EU ohne die Türkei wäre erstmal per se kein "Gegner". Das wollte ich nur nochmal kurz klarstellen.

Und auch dann darf ich wohl eine Meinung haben, oder nicht?

Kalimera
15.06.06, 16:04
Und auch dann darf ich wohl eine Meinung haben, oder nicht?Nicht nur das, Meric. In Deutschland ist sogar die freie Meinungsäußerung Dein verbrieftes Recht.

Yasin
15.06.06, 18:19
Auch wenn der Artikel an sich recht gut ist denke ich ist das mit dem "wer nicht ins Militär geht gehört gelyncht" ein wenig übertrieben dargestellt(auch wenn das pubertierende Kinder gern behaupten).

Das Militär ist in der Türkei noch ziemlich wichtig,ohne das Militär wären wir sonstwo gelandet oder am Terror erstickt(oder beides). Es ist verständlich das die Leute ihnen respekt zollen.

Carlito
15.06.06, 19:13
Es ist verständlich das die Leute ihnen respekt zollen.
Der Artikel will aber vermitteln das die liebe fürs Militär den Kindern von den selbigen eingeimpft wird!

Greyson
15.06.06, 20:03
Der Artikel will aber vermitteln das die liebe fürs Militär den Kindern von den selbigen eingeimpft wird!


ach lass gut sein.der westen sagt auch immer,dass sie der welt die "demokratie" bringen.

etwas sagen und etwas tun sind meistens zwei paar stiefel.genau deswegen auch das misstrauen in den westen.man kann ihnen einfach nicht trauen,das gesagte entspricht einfach nicht den taten.

Asli
15.06.06, 21:03
Kollaborateur feindlicher Mächte

Wie eine WELT-Mitarbeiterin zum nationalen Sicherheitsrisiko der Türkei wurde

1) Über ein fremdes Land lernt der Leser am meisten, wenn man ihm eine Geschichte aus dem Alltag erzählt, die im eigenen Land unvorstellbar wäre.

(2) Eine solche Geschichte schwebte uns vor. Wir wollten den Unterricht in einem Schulfach besuchen, das es nur in der Türkei gibt: Nationale Sicherheit. Man lernt es in der 11. Klasse, und man lernt dabei, ein guter Türke zu sein. Dazu gehören der Glaube an die Lehren Atatürks und ein Glaube daran, daß das Militär die Grundsätze Atatürks als Basis der politischen Ordnung beschützen muß (notfalls gegen die gewählte Regierung). (2) Es wird einem dort beigebracht, die Armee zu lieben, und tatsächlich lieben die Türken sie: Das Militär ist mit weitem Abstand die populärste Institution des Landes.

3) Das Militär sei die wichtigste Institution des Staates, erklärt uns Enis Cebeci (16). Wer seinen Militärdienst verweigere, der gehöre gelyncht. Im Lehrbuch indes steht: "Wer seinen Militärdienst nicht leistet, kann weder sich selbst noch seiner Familie, noch seinem Land von Nutzen sein."

4) Gesprochen wird im Unterricht vor allem über Atatürk und darüber, was man tun muß, um ein guter türkischer Bürger zu sein, erzählen die Jugendlichen. Jeder scheint eine Eins zu haben, Hausaufgaben gibt es selten, alles in allem mutet es ein wenig wie Religionsunterricht an: Es geht um Glaubensgrundsätze, und sie werden den Kindern durch gute Noten und lockeren Unterricht sympathisch gemacht. Was aber sind die Bürgerpflichten? Vor allem nationaler Zusammenhalt. Über Pluralismus ist im Lehrbuch nichts zu lesen, dafür wird unter Bezug auf


Atatürk gewarnt vor allzuviel Meinungsvielfalt: "In Gesellschaften, in denen das nationale Interesse nicht klar und die Gesellschaft auf der Suche nach verschiedenen Haltungen ist, ist die natürliche Folge, daß der Staat auseinanderfällt und die Gesellschaft großen Katastrophen gegenübersteht", heißt es. Außerdem solle der Bürger Ausschau halten nach den Kollaborateuren feindlicher ausländischer Mächte. Er müsse sich bewußt sein, daß "ausländische Mächte und ihre Kollaborateure im Inneren eine Atmosphäre der Uneinigkeit im Land schaffen wollen". Ich muß fort, Hülya Özaktürk führt die Recherche allein weiter. Einige Stunden später klingelt das Telefon - sie befindet sich in Polizeigewahrsam. Ein wachsamer Bürger hat sie angezeigt, und eine fünfköpfige Zivilstreife hat sie daraufhin bei ihren Schülerinterviews beschattet.

Auf der Wache wird sie zunächst gefragt, warum sie in Gewahrsam genommen wurde (gute Frage - sie wüßte es auch gern), und dann, warum sie einen deutschen Paß hat. Wurde sie von den Deutschen zur Einbürgerung gezwungen? Nein, eigentlich nicht. Derweil haben einige Männer das Zimmer betreten. Eine Antiterroreinheit, aber sie lassen von ihr ab, als sie die (endlich einmal nützliche) Rechercheerlaubnis des Bildungsministeriums vorzeigt. Die Polizei hält Hülya dennoch weiter fest. Inzwischen hat ihr Lebensgefährte einen Rechtsanwalt organisiert, und auch ich bin unterwegs.

5) Am Ende bringt ein Satz die Wende. Ich erkläre dem Kommissar, warum wir uns für Nationale Sicherheitslehre interessierten: "Es ist die Armee, die den Türken zum Bürger macht, und das beginnt in der Schule. Darüber wollten wir einen Artikel schreiben."

Der Kommissar taut auf. Ohne ein weiteres Wort ruft er den Staatsanwalt an und erklärt ihm diesen einleuchtenden Sachverhalt. Dann wendet er sich an den Rechtsanwalt: "Du bist mein Bruder", sagt er, "Hülya ist meine Schwester, und dieser Mann hier (ich), er ist zwar Ausländer, aber er ist auch mein Bruder."

So ist es, das Leben in der Türkei - die Herzen sind warm, jedoch, wie der Kommissar zum Abschied sagt, "der Bürger ist empfindlich".

Artikel erschienen am Mi, 14. Juni 2006


1) Die Tuerken leben doch schon so lange in Deutschland: also ich habe bisher nicht oft erlebt, dass man den Buerger ueber die Tuerkei informieren moechte- schon gar nicht von Zeitungen.

2) Man “lernt” ein Tuerke zu sein. Man “ist” noch kein Tuerke- wie in Deutschland: der Tuerke ist formbar. Ist er schaul, ist er Deutscher. Spricht er gebrochen Deutsch= ist er Tuerke. Da dringt doch wieder mal was durch, doer? Es wird einem “beigebracht, die Armee zu lieben”: Wie viel mal waren sie denn im Unterricht?

3) Wer seinen Militaerdienst nicht leistet, kann seinem Land nicht Nutzen, steht dort. Aber ihr vergesst: Leben wir mitten in Europa oder auf einer schoenen Insel, wie die Briten, schoen abseits oder ist nebenan die Hoelle los.

4) Atatuerk soll das “Diktator” dargestellt werden mit dem Zitat. Jeder der sich da nicht auskennt, wuerde das ableiten. Ich glaube, dass das Zitat gefaelcht ist und aus dem Zusammenhang wieder genommen wurde. Selbst liberale Schriftstelle sagen, es muss Konsens uber die Grundwerte bestehen: Toleranz, Recht und Ordnung eher von Konservativen etc. dann erst kann Pluralitaet existieren.

Atatuerk wird in manchen Buechern mit Hitler und Mussoline verglichen. Ich kann sie echt nicht abhaben, dass sie sowas verbreiten. Selbst unsere Demokratie stellen sie in Abrede, aber urteilen mit den Masstaeben heutiger Demokratien. Demokratie hat sich auch in Europa erst nach dem 2. Weltkrieg richtig entwickelt und die Tuerkei oder Inonu ist mitgezogen 1949- also sollen sie nicht so haucherlich tun. Und ein Diktator verachtet Menschen: Atatuerk hat gesagt, wir hassen keine Menschen und er haette sicherlich nicht so viele Kinder adoptiert und herangezogen, wenn er ein Diktator gewesen waere. Aber das ist es ja, was sie nicht abhaben koennen...es passt nicht in das Vorurteil oder in den Hass den sie im Kopf haben

5) Hier soll doch die Armee einfach als dumm dargestellt werden, wenn man Zuspruch ausdrueckt ist man willkommen, dass ist ihre dikatorische Haltung, so soll das rueberkommen, bzw. dem Leser suggeriert werde.

Fazit: Eine Unverschaemtheit. Man will sich wieder mal in “innere Angelegenheiten” einmischen. Jedes souveraine Land muss sich nicht fuer seine Armee oder seinen Unterricht rechtfertigen. Was soll das? Das ist es ja, was sie genau wollen: eine schwache Tuerkei. Solange die Tuerkei in so einem Gebiet lebt, wird die Armee wichtig sein. Dazu ist sie noch Natopartner. Die Kinder muessen daruber aufgeklaert werden. Aber wieder: wenn man die Tuerkei mit der Geschichte Deutschland “verstehen” will, kann das nur Ablehnung hervorrufen Die Deutschen haben eine andere Tradition. Mensch nicht alles muss "gleich" sein und ich sage euch: so einen Scheiss habe ich noch in einer englischen Zeitung gelesen. In Deutschland wollen Medien Politik machen, deswegen sind sie ja auch fest in der Hand der Wirtschaft...tolle Demokratie??? Man soll doch mal nach Griechenland oder Spanien schauen, die auch Buergerkriege und Terror durchgemacht haben...nicht so ein Deutschland was RAF 6 Leute gehaengt hat...oder...entschuldigung, die haben sich ja selbst umgebracht …es tut mir leid…ich kann so einen Scheiss echt nicht mehr lesen…

Wenn ich tuerkisches Fernsehen schaue, denke ich: die Tuerkei ist ne gute Demokratie, denn man spricht uber die Probleme und verschleiert nicht alles so wie in Deutschland: Wir Tuerken wissen ganz genau wo der Hacken bei uns ist, macht euch mal keine Sorgen, wenn ihr uns so gern habt und unser Wohl euch liegt, wenn ihr so schreibt....sie wollen keine souveraene Tuerkei haben...warum sprechen sie es einfach nicht aus? Fragen sie sich mal, was der Leser mit seinem Deutschen Hintergrund da nur liest bei Ihren Zeilen.

Deutschland gehoert zu den Laendern, was die meisten Waffen auf der Welt verkauft. Das ist kein Geheimnis, kam letztens auf Phoenix, wo Reporter nicht einmal Zugang erhalten haben. So viel zur Relativitaet von Demokratien.


Sie suggerieren "dikatorische Erziehungsmethoden", doch durch weglassen von Perspektiven parktizieren sie eine latente Meinungsdikatur, weil sie dem Leser Wissen verschweigen.

Und um etwas von einem Land zu lernen oder vom Schulsystem muss man erst einmal was laenger dort sein und die Leute zu Wort kommen lassen. Zu hoeren und nicht voreingenommen sein.

Ali Ria Ashley
15.06.06, 21:37
…es tut mir leid…ich kann so einen Scheiss echt nicht mehr lesen…



:aferin:

Deniz
15.06.06, 23:38
Ich kann mich gut an meine zeit erinnern, ein Jahr "Milli güvenlik" an der Schule, zwar ist nichts haengengeblieben, aber trotzdem teile ich die Sympathie vieler Türken in puncto Genelkurmay. Wir hatten
einen sehr unsympathischen Lehrer (emekli Albay), der aber trotzallem
die grosse Show für uns alle war :aferin: Elleri öpülesi...

und das ist natürlich für Fremde unverstaendlich, aber es ist so.. Das Militaer geniesst das grösste Ansehen.

Bitte spart Euch eure klischee-Kommentare a la EU-Reife...ich kann es nicht mehr hören....

Greyson
15.06.06, 23:51
ich habe auch arge sympathien für unser militär.das militär ist das volk.
sen,ben ve o-sonst niemand.
ohne unser militär-keine türkei mehr wie sie jetzt dort steht.

diese europäer blickens einfach nicht,woher unser nationalstolz [gerne als "nationalismus" bezeichnet] herkommt.warum wir auch unserem militär grossen respekt zollen...sie haben nicht millionen von opfern für ihr vaterland geopfert,in einem kampf auf leben und tot.

deswegen lasst sie auf der "geige spielen" wie sie wollen.ihre engstirnigkeit und intoleranz gegenüber anderen kulturen wird nur noch getoppt durch arroganz.

Asli
16.06.06, 09:20
ich habe auch arge sympathien für unser militär.das militär ist das volk.







sen,ben ve o-sonst niemand.
ohne unser militär-keine türkei mehr wie sie jetzt dort steht.


diese europäer blickens einfach nicht,woher unser nationalstolz [gerne als "nationalismus" bezeichnet] herkommt.warum wir auch unserem militär grossen respekt zollen...sie haben nicht millionen von opfern für ihr vaterland geopfert,in einem kampf auf leben und tot.



deswegen lasst sie auf der "geige spielen" wie sie wollen.ihre engstirnigkeit und intoleranz gegenüber anderen kulturen wird nur noch getoppt durch arroganz.
:aferin: :aferin:

@ Deniz::brüll: Echt "Hand kuessen"???? Krass...ich muss mir gerade vorstellen, wie das auf Aussenstehenden wirken koennte. Ich als Frau bin echt dankbar, dass es Leute gibt, die uns verteidigen- wobei ich letztens im tuerkischen Fernsehen ne Familienmami gesehen hab die einen Kampfjet fliegt- echt cool. Ich habe einfach eine sehr pragmatische Einstellung- koennen wir anders? Natuerlich ist das Militaer nicht einwandfrei!! Weil es manchmal teilweise Korruption in der CIA oder FBI gibt (schaue viele Filme drueber :-) ), schafften die USA auch nicht ihre wichtigen Instutionen ab. Ueberall hat das Militaer was zu sagen, auch in Deutschland- man sieht es nur nicht. Zum Beispiel gehoert es zu den Laendern, was die meisten Waffen verkauft. Das ist echt kein Geheimnis, man will nur nicht drueber reden. Ich glaube, nr. 6 in der Welt. Man kann es auch im Internet finden und solche Sendungen schauen sich eh nur wenige an. Bei uns sieht man es halt. Ich haette auch gerne eine andere Welt! Aber wir machen nicht die Spielregeln, dass macht der reiche "Westen"- daher einem Land vorzuhalten, dass seine Souveraenitaet verteidig ist einfach schwach und haeucherlich, denn man muss sich mit denen beschaeftigen, die die Spielregeln entwerfen. Dort muss man anfangen, wenn man wirklich an einer "Besserung" interessiert ist, aber dieser Artikel, dass war doch wieder mal niveaulos und ungebildet. Die Menschen werden hier auch dementsprechend erzogen, dass das Staatssystem aufrechterhalten wird: meint ihr es kuemmert einen was in Afrika passiert, wo das eigenen Land hoch involviert ist. Das ist die Realitaet. Es ist kein Geheimnis, man muss nur die Augen aufmachen und vor allem "glauben", den was in Deutschland manchmal "gesendet" und "geschrieben" wird, kommt einer Propaganda gleich, die eine heile Welt vorgaukeln will- es ist wirklich unspektakulaer was ich schreibe. Es ist bekannt. Die Betroffenen wissen es natuerlich eher als die, die meinen denen wird es noch lange gut gehen bzw. in ihren Eliten vertrauen haben.

Carlito
16.06.06, 12:28
aber dieser Artikel, dass war doch wieder mal niveaulos und ungebildet.
Wenn du glück hast, kannst du dem verfasser des Artikels Persönlich die Leviten lesen. Kalnoky schreibt hier ab und an :lach:

deryatulga
06.05.08, 02:38
6 Mayıs 2008

Cengiz ÇANDAR
cengizcandar@referansgazetesi. com

Tayyip Erdoğan’lı Cumartesi gecesi...


Tesev Başkanı Can Paker’in evinde bir grup meslektaşımızla birlikte cumartsi gecesi akşam yemeğinde Başbakan Tayyip Erdoğan ile biraraya geldik.


Çok güzel bir geceydi gerçekten. Neşeli. Bol şakalarla geçen. Çok da öğreticiydi. Akla gelebilecek her konu konuşuldu. Herkes eteğindeki taşı döktü. Tartışıldı. O gece orada olan herkes, orada olmuş olmaktan keyif aldı.

Ancak, orada bulunmanın bir kuralı vardı. Orada konuşulan orada kalacaktı. Bu gibi kurallar insanların –Başbakan dahil- kafalarının içini binbir spekülasyon ve polemiğe malzeme oluşturmayacak şekilde ortaya dökebilmesi için konulmuştur. Öyle ortamlarda yer alan tüm tarafların, kazançlı çıkabilmesi için.

Gerçi, kimisi gazete yöneticisi, kimisi köşe yazarı 7-8 gazeteci orada bulunursa, konuşulanların “gizli kalmayacağı”, bir şekilde dışarı sızacağı varsayımı kendiliğinden mevcuttur. Nitekim, ertesi gün, yani Pazar gecesi Kanal D ana haber bülteninde gecede neler konuşulduğuna dair ayrıntılı bir haber yayınlandı. Vatan gazetesi de dün gecede konuşulanları kendince bir düzene sokarak manşetten yayınladı.

Bunun ardından, Başbakanlık Basın Merkezi –ki, Başbakanlık Sözcüsü Akif Beki de o akşam oradaydı- sert tonlu bir açıklama ile söz konusu yayınları yalanladı. M.Ali Birand –o yemekte yoktu- daha da sert bir karşı açıklama yaptı.

Gerçekten o yemekte ne konuşuldu? Başbakan Tayyip Erdoğan, kapatma davası ve izleyeceği yol hakkında neler söyledi? Bir “yol haritası” açıkladı mı?

Yukarıda belirttiğim kurala sadakat göstereceğim için, bunları anlatacak değilim. Kapatma davası, muhtemel sonuçları, Başbakan’ın kafasından geçenler elbette ki konuşuldu. Bunların ayrıntısına, işaret ettiğim nedenden ötürü girecek değilim. Ama, şu kadarını söyleyebilirim ki, Başbakan, bir “yol haritası”ndan filan söz etmedi. Yemeğin bir bölümünde iki solunda, daha büyük bölümünde hemen sağında oturan ben böyle bir işitmedim. Arada bir masayı terkettiğim sırada söylediyse –söylediğini tahmin etmiyorum- bilmem.



*** *** ***



Yemeğe ait kendi izlenimlerimi ise genel hatları ile anlatabilirim.

Başbakan, ortaya atılan tüm tartışma konularına ilişkin gayet “açık sözlü” idi. Söyleşi, bir tarafta gazeteciler, diğer tarafta Başbakan, bir “soru-cevap” formatında geçmedi. Herhangi bir evde, 15-20 kişi nasıl söyleşirse öyle geçti. Her an herhangi bir kişinin söze girip, görüşlerini, yorumlarını, bakış açısını dile getirmesi şeklinde.

Kapatma davasına ilişkin, kamuoyunda varolan iki farklı eğilim, o geceye katılanlar ve yemek masasında bulunanlar arasında da vardı ve bu farklılık konuşmalara yansıdı. Aramızdan bazıları, Ak Parti’nin ve hükümetin “teslimiyetçi” davranmaması gerektiğini, “yargı darbesi”ne karşı anayasa değişiklikleri ile karşılık vermesini, gerekirse referanduma gidilmesi gerektiği görüşündeydi. Bazıları ise, buna karşı görüşte, bu yolun toplumda ve siyasette “gerilimi arttıracağı” düşüncesindeydi. Taraflar, Başbakan’a soru sormak bir yana, bunu aralarında hararetle tartıştılar; Başbakan dinledi.

O bu konuda birkaç gün önce, kendisinin “savunma değil cevap” diye tanımladığı, Anayasa Mahkemesi’ne Ak Parti adına sunulan 98 sayfalık metinle izlenen yolun doğruluğunu savundu. Partinin kapatılmayacağına, kendisinin yasaklı duruma düşmeyeceğine ilişkin kanaatini ifade etti.

Bu görüşleri bir “sır” değil, çünkü kamuoyu önünde zaten dile getirmişti.

Elbette, partinin kapatılması ve kendisinin yasaklanması ihtimali mevcut. Bunu görmüyor değil. Öyle bir sonuç çıkarsa, ne olacak?

Buna karşı ne yapacağı, nasıl davranacağı öyle bir sonuç çıktığı zaman belirlenecek. Bunun ayrıntılarını kendisi bile şu anda bilmiyor. Herşey normal süratinde seyrederse, Temmuz sonu beklenen Anayasa Mahkemesi kararından sonra, neyin nasıl yapılacağına, kendisinin ne yapacağına karar verecek. Zira, aradan geçecek süredeki gelişmeler ve karar tarihindeki siyasi ortam, neyin ve nasıl yapılacağının da çerçevesini belirleyecek.

İşte, bu nedenle bir “yol haritası”ndan söz edilmedi, edilemezdi de.

Bununla birlikte, Tayyip Erdoğan, en “olumsuz” sonuç çıksa dahi, “boyun eğip köşesine çekilmeyecek”; ülke çapındaki ve özellikle isimsiz halk yığınları nezdindeki popülaritesinin farkında. “Teslim olmayacak” ve ne yapabilirse, onu yapacak.

O gece, Başbakan’ın hala siyaset sahnesinde etkili bir “aktör” olabilecek kadar “genç” olduğunu ve daha da önemlisi hayli “enerjik” olduğunu gözlemledim.

O gece orada bulunmayan meraklıları için, “Ben olsaydım şunları şunları söylerdim” veya “Acaba, şu şu konularda kendisine şu şu eleştirileri yapan çıktı mı?” diye düşünenler için kaydedeyim: Akla gelebilecek ve Başbakan’a yöneltilmesi gerekli diye düşünülebilecek her türlü eleştiri, nezaket dahilinde, -1 Mayıs konusu özellikle- en açık biçimde dile getirildi.

Tayyip Erdoğan tüm söylenenleri dinledi; kimisine katılmadı, kimisi üzerinde düşünebileceği görüntüsünü verdi.

Tekrar edeyim: Cumartesi gecesi, bir konferans ya da seminer düzeni içinde cereyan etmedi. Bir ev davetinin doğal söyleşi atmosferinde geçti. Her kafadan ses çıktı. Espri de yapıldı. Şakalaşıldı da.

O Cumartesi gecesi, Türkiye’nin şu gerilimli günlerinde, Başbakan Tayyip Erdoğan’ı kendisiyle aynı dalga boyunda olanlar ile, kendisini “düşman görmeden” eleştirenleri neşeli bir ortamda buluşturan “keyifli” bir geceydi.



*** *** ***



İktidarın doruklarında oturanlar, Türkiye gibi “kutuplaşma”ya çok uygun bir ülkede uzunca bir süredir iktidar kullananlar, “iktidar yorgunluğu”na uğrayabiliyorlar. Bazı gerçeklerden uzaklaşabiliyorlar.

Eylem ve söylemlerinin, farklı bir pencereden bakıldığında nasıl algılandığı ve anlaşıldığına dair, bu gibi fırsatlar onlar açısından yararlı olabilir. Sanırım, Cumartesi gecesi, Başbakan Tayyip Erdoğan için böyle bir “yarar” sağladı.

Sorumluluk mevkiinde bulunmayan ve gözlem ve bilgiye dayanarak yazı üreten bizim gibi meslek erbabı için ise, bakıp gördüklerimizin; farklı bilgi ve formasyona sahip sorumluluk mevkiindeki kişilerce nasıl algılandığını anlamak, çok “yararlı” oldu.

Cumartesi gece yarısı, Can Paker’in evini terkeden hiç kimsenin görüşlerinde muhtemelen bir değişiklik olmadı. Ancak, Tayyip Erdoğan dahil, her birimizin daha “donanımlı” olarak o geceyi ardımızda bıraktığımıza hiç bir kuşkum yok.

salamander
06.05.08, 11:27
Auch wenn der Artikel an sich recht gut ist denke ich ist das mit dem "wer nicht ins Militär geht gehört gelyncht" ein wenig übertrieben dargestellt(auch wenn das pubertierende Kinder gern behaupten).

Das Militär ist in der Türkei noch ziemlich wichtig,ohne das Militär wären wir sonstwo gelandet oder am Terror erstickt(oder beides). Es ist verständlich das die Leute ihnen respekt zollen.

Für Deine bisher einzige unaufrgeregte Reaktion auf den Artikel hast Du meinen Respekt! Auch ich bin der Meinung, daß das Militär in der Türkei als Garant für die noch junge Demokratie heute noch eine überaus wichtige Rolle zu spielen hat. So lange die reichlich zugeflossene Machtfülle nicht mißbraucht wird, kann man das auch akzeptieren. Trotzdem sollten hier eigentlich alle verstehen, daß ein solcher Unterricht an Schulen nicht unbedingt dem deutschen Demokratieverständnis entspricht. Stellt euch mal vor, ein solcher Unterricht würde flächendeckend an Deutschen Schulen gehalten, um die Schüler auf die Deutsche Bundeswehr einzuschwören. Ich glaube der Aufschrei der Entrüstung wäre noch am Ende der Welt zu hören und Thesen wie: die Deutschen bereiten den 3. Weltkrieg vor würden vermutlich die Runde machen! Die Reaktion der Eltern aller Kinder mit Migrantenhintergrund wäre dabei sicher auch nicht uninteressant.

Übrigens: dem Artikel die Deutsche Waffenproduktion und deren Vertrieb entgegenzuhalten ist auch nicht gerade eine Glanzleistung der Argumentation. Wir haben hier in Deutschland schließlich eine technologisch hochentwickelte freie Wirtschaft und moderne Waffen sind nun mal technologische Spitzenprodukte und deshalb natürlich besonders interessant für eine hochentwickelte Wirtschaft wie der Unsrigen. Ich glaube, daß wenn die Türken solche Waffen selbst produzieren könnten, sie das bestimmt tun würden. Als Käufer Deutscher Waffen sind die Türken in der Vergangenheit ja schon desöfteren aufgetreten.

Yakamoz
06.05.08, 11:55
@salamander: Möglicherweise ist das Deutsche Demokratieverständnis nicht das welches weltwei Gültigkeit haben muss. Auch in den USA und in Frankreich werden "Stolz auf die Armee" bereits in der Schule in Form enger Kooperation eingeschult.

Im Übrigen teile ich die Auffassung, dass das türkische Militär die junge türkische Demokratie schützen soll/muss nicht. Vornehmlichen Respekt zolle ich der Armee weil sie uns bisher vor Ländern wie Iran/Irak/Syrien geschützt hat, sowie einen hervorragenden Job im Bereich der Terrorabwehr erledigt. Ich halte das türkische Volk für reif genung die Demokratie selbst zu verteidigen.

Ich persönlich habe dieses Unterricht persönlich erleben dürfen. Es war für mich immer eine willkommene Abwechslung. Ich fand es immer interessant zu erfahren wie bspw. ein Flak funktioniert, wie die türkische Marine aufgebaut ist etc. pp. Wir hatten als Lehrer einen jungen Offizier der Marine und der Unterricht war mehr "Abenteuer" als schröder Propagandaunterricht.

salamander
06.05.08, 12:23
@salamander: Möglicherweise ist das Deutsche Demokratieverständnis nicht das welches weltwei Gültigkeit haben muss. Auch in den USA und in Frankreich werden "Stolz auf die Armee" bereits in der Schule in Form enger Kooperation eingeschult.

Im Übrigen teile ich die Auffassung, dass das türkische Militär die junge türkische Demokratie schützen soll/muss nicht. Vornehmlichen Respekt zolle ich der Armee weil sie uns bisher vor Ländern wie Iran/Irak/Syrien geschützt hat, sowie einen hervorragenden Job im Bereich der Terrorabwehr erledigt. Ich halte das türkische Volk für reif genung die Demokratie selbst zu verteidigen.

Ich persönlich habe dieses Unterricht persönlich erleben dürfen. Es war für mich immer eine willkommene Abwechslung. Ich fand es immer interessant zu erfahren wie bspw. ein Flak funktioniert, wie die türkische Marine aufgebaut ist etc. pp. Wir hatten als Lehrer einen jungen Offizier der Marine und der Unterricht war mehr "Abenteuer" als schröder Propagandaunterricht.

Wohlgemerkt: ich habe nicht gesagt, daß das deutsche Demokratieverständnis weltweit Gültigkeit habe. Trotzdem muß ich das Ganze ja zunächst mal aus dem Blickwinkel dieses deutschen Demokratieverständnisses beurteilen.

Wenn Deine Einschätzung bezüglich der Rolle des türkischen Militärs stimmen sollte, würde mich das freuen. Du hast da unter Umständen bessere Informationen als ich. Daß Dich der Militärunterricht nicht negativ beeinflußt hat, spricht einmal für Dich und zum Teil vielleicht auch für den genossenen Lehrer.