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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : FAZ: Trkei und Armenien - Schwierige Annherung



DeLaHoya
26.04.05, 18:18
Türkei und Armenien
Schwierige Annäherung
Von Rainer Hermann, Istanbul
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24. April 2005 Hinter den Kulissen tut sich etwas. Vorsichtig bringen die türkischen Medien die Annäherung zwischen der Türkei und Armenien der Öffentlichkeit näher. In „geheimen Treffen” hätten sich die beiden Außenminister Gül und Oskanyan auf ein ebenso „geheimes Paket” von zehn vertrauensbildenden Schritten verständigt, enthüllte die türkische Tageszeitung „Milliyet”.
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Gül will den Bericht von „Milliyet” weder bestätigen noch dementieren. Sybillinisch spricht er nur davon, daß er schon sechs Mal den armenischen Außenminister Oskanyan getroffen habe. „Geheim” waren die Treffen nur für diejenigen, die vor ihnen ihre Augen verschlossen haben. Meist fanden sie in aller Öffentlichkeit statt. Aber weder in Ankara noch in Eriwan, sondern in Drittstaaten im Rahmen der OSZE oder der Nato.

Die Grenze bleibt geschlossen

Gül versichert, in der Türkei gebe es keine Feindschaft gegenüber Armenien. In den vergangenen Jahren seien Flugverbindungen von Istanbul und Antalya nach Eriwan eingerichtet worden, in der Türkei arbeiteten 40.000 Bürger aus der Republik Armenien, und die Türkei wolle ihren Beitrag zur Lösung der Wirtschaftskrise Armeniens leisten. Die Grenze zwischen den beiden Nachbarn ist aber weiter geschlossen. Diplomatische Beziehungen haben sie bis heute nicht aufgenommen, obwohl die Türkei 1991 die neue Republik Armenien als einer der ersten Staaten anerkannt hatte.

Auf mehr Flugverbindungen und eine Zusammenarbeit auf weiteren Gebieten hätten sich die Außenminister verständigt, schreibt „Milliyet”. Eine Zusammenarbeit soll es zum Schutz von historischen Denkmälern geben und bei Tourismusprojekten, zwischen wissenschaftlichen Instituten und Organisationen der Zivilgesellschaft, zwischen Berufsverbänden und den Parlamenten. Auch wolle man versuchen, auf beiden Seiten über die Medien die Vorurteile abzubauen.

Zeugnisse verfallen

Besonders liegt den Armeniern der Schutz ihrer alten Kirchen und Klöster in Anatolien am Herzen. Sie sind die letzten Zeugnisse einer großen Kultur. Nur noch wenige armenische Christen leben im Osten Anatoliens. Ihre Väter und Mütter hatten dort eine Hochkultur geschaffen und immer wieder für kurze Zeit Königreiche gegründet. Das armenische Patriarchat in Istanbul zählte 1914 in Anatolien noch 210 Klöster, mehr als 700 Klosterkirchen und 1639 Gemeindekirchen. Die meisten von ihnen gibt es nicht mehr. Archäologen und Historiker aus aller Welt haben wiederholt, die Türkei tue nichts, um diese Denkmäler, wie die Heiligkreuzkirche auf der Insel Achtamar, zu retten. Sie unternehme nichts, um das letzte sichtbare Zeugnis einer armenischen Präsenz auf dem Boden der heutigen Türkei nicht verfallen zu lassen.

Bevor nun etwas geschehe, erwarte die Türkei von Armenien aber Gesten, sagt Gül, ohne indessen konkret zu werden. Die Zeitung „Milliyet” will wissen, daß es sich bei den Gesten um vier Punkte handelt, die Armenien vor einer Unterzeichnung des Protokolls über die vertrauensbildenden Maßnahmen erfüllen soll: Armenien solle Andeutungen in seiner Verfassung auf territoriale Forderungen gegenüber der Türkei streichen, den Grenzverlauf entsprechend des Vertrags von Kars 1921 zwischen der Türkei und der Sowjetunion anerkennen, den Vorwurf des Völkermords nicht mehr außenpolitische Priorität geben und sich aus den besetzten Gebieten Aserbaidschans zurückziehen.

Schwierige Forderungen

Die schwierigste Forderung ist der Rückzug aus den besetzten Gebieten Aserbaidschans, also aus Nagornyj Karabach und den Pufferzonen um diese Bergregion. 1990 hatten Aseris aus der Enklave Nachitschewan Dörfer in Armenien angegriffen. Von 1992 an überrannten aserbaidschanische Einheiten Nagornyj Karabach und massakrierten dort die armenische Bevölkerung. In zwei Jahren aber warfen militärisch unterlegene armenische Milizen die hochgerüsteten aserbaidschanischen Verbände zurück. Seither beklagt Aserbaidschan, daß es in einem Krieg, den es selbst angezettelt hatte, Karabach verlor; erst Stalin hatte es Aserbaidschan zugeschlagen.

Aserbaidschan hat aber viel Öl und ist daher, anders als Armenien, heute reich. Einen Krieg zur Rückgewinnung von Nagornyj Karabach will es nicht führen, um nicht die ausländischen Investoren zu verscheuchen und den noch jungen Wohlstand aufs Spiel zu setzen. Also setzt Baku auf politischen Druck, und der Hebel ist die Türkei. Aus Sympathie für das türkische Brudervolk der Aserbaidschaner hatte die Türkei 1993 die Grenze zu Armenien geschlossen. Es hat seitdem nur noch offene Grenzen zu Georgien und zu Iran. Als vor einem Jahr die Regierung Erdogan kurz vor der Öffnung der Grenze stand, reiste der aserbaidschanische Staatspräsident Alijew eilends nach Ankara. Die Türkei solle nicht leichtfertig die für August 2005 geplante Inbetriebnahme der Ölleitung von Baku an den türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan gefährden, drohte er.

Anerkennung des Genozids keine Vorbedingung

Aserbaidschan erwartet von der Türkei, daß sie ihre Beziehungen zu Armenien erst normalisiert, nachdem Nagornyj Karabach wieder seinem Staat einverleibt worden ist, und die Türkei ließ sich bereitwillig zur Geisel von Alijews Regime machen. Außenminister Gül versicherte zu Jahresbeginn dem Außenminister aus Baku, er brauche sich keine Sorgen über eine Öffnung der Grenze zu machen, solange aserbaidschanischer Boden besetzt sei. Das wiederholte am 30. März der türkische Marinekommandant bei einem Besuch in Baku.

Weniger strittig sind die anderen Vorbedingungen für den Beginn einer Normalisierung mit Armenien. Die armenische Führung, die 1998 an die Macht gekommen war, hat in ihrer Außenpolitik zwar der Anerkennung des Genozids durch die Türkei eine höhere Priorität gegeben. Die Anerkennung wurde aber nie Bedingung für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen - selbst wenn es mächtige armenische Parteien, wie die nationalistische Daschnaksutiun, wünschten. Zudem hat der armenische Außenminister Oskanyan wiederholt versichert, für Armenien gelte als Nachfolgestaat der Sowjetunion der Vertrag von Kars, der 1921 die Grenze zwischen Armenien und der Türkei festgelegt habe. Bisher habe es keinen armenischen Politiker gegeben, der diesen Vertrag in Frage gestellt habe, sagt Oskanyan.

DeLaHoya
26.04.05, 18:19
(Fortsetzung)

Die Bewertung der Ereignisse änderte sich

Heftiger gestaltet sich dagegen die Diskussion über mögliche armenische Gebietsansprüche gegenüber der Türkei. Ilter Türkmen, Abgeordneter der oppositionellen CHP und Architekt der türkischen Politik gegenüber Armenien und in der Genoziddebatte, kann sich nicht vorstellen, daß das kleine Armenien von der Türkei Gebietsabtretungen und Entschädigungszahlungen verlangen könne. Alle Initiativen dazu scheiterten schon daran, daß es keine Gerichte gebe, bei denen solche Forderungen eingeklagt werden könnten, sagt Türkmen.

In Istanbul bedauern indessen Türkeiarmenier, daß mächtige Kreise der Diaspora, insbesondere in der Umgebung der Daschnaksutiun, die Aufarbeitung des Genozids durch die Türkei erschwerten, indem sie an ihren territorialen und finanziellen Entschädigungsforderungen gegenüber der Türkei festhielten. In der Türkei war über die Massaker an den Armeniern bis 1945 als „Verbrechen an den Armeniern” offen diskutiert worden. Am 21. März 1945 forderte Stalin aber die Abtretung der ostanatolischen Provinzen Kars und Ardahan, und er begründete seine Gebietsforderungen als Entschädigung für die Armeniermassaker von 1915. Von da an bewertete die Türkei die Ereignisse des Jahres 1915 anders, und sie wurde rasch Gründungmitglied der Nato.

„Die vier T”

Der türkische Sozialwissenschaftler Hikmet Özdemir veröffentlichte jüngst eine britische Karte aus dem Ersten Weltkrieg. Sie soll zeigen, daß London auf dem Boden der heutigen Türkei um Van und in Kilikien zwei armenische Staaten vorgesehen hatte. Die orthodoxe türkische Linie faßt der türkische Generalstab auf seiner Internetseite zusammen. Dort unterstellen die Generäle den Armeniern, einem Plan zu folgen, den sie auf Türkisch „die vier T” nennen. Dazu zählen sie die Anerkennung (tanimak) des Genozids, Entschädigungszahlungen (tazminat) und Gebietsforderungen (toprak).

Der türkeiarmenische Intellektuelle Hrant Dink sagt gerne, daß die Armenier, die in aller Welt am 24. April auf den Straßen marschierten, nur einmal im Jahr Armenier seien. „Wir aber sind es jeden Tag”, sagt der Herausgeber der in Istanbul erscheinenden armenischen Wochenzeitung „Agos”. Mit seinen mutigen Auftritten in der Öffentlichkeit hat er entscheidend zur Entspannung des Verhältnisses zwischen Türken und Armeniern, aber auch zwischen der Türkei und Armenien beigetragen. Solange Teile der armenischen Diaspora aber an Entschädigungs- und Gebietsforderungen festhalten, liefern sie in der Türkei nur denen billige Argumente in die Hand, die ein Schreckgespenst für den Fall an die Wand malen, daß die Türkei von ihrer hartnäckigen Weigerung abrückt, den Genozid anzuerkennen.

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DeLaHoya
26.04.05, 18:25
So so... in der Türkei wurde als offen diskutiert und Stalins Gebietsansprüche haben die Bewertung geändert...

dertli4u
26.04.05, 18:40
@dela

asagidaki paragraflara bak..yani aslinda bu tür seyleri ortaya cikartmak gerekir.

******

Istanbulda iken, kentte heryerde Ermeni toplulugu mensuplarini ziyaret ettik ve yüzlerdeki ifadeleri inceledik.hicbir yerde türkler ile birlikte yasayan bu ermeniler arasinda, bir korku duygusuna rastlamadik. carsilarda, herhangi bir sahil lokantasinda, iki toplulugun birbiriyle kaynasmasi tamdir.Bu ermeniler aralarinda , kendiliklerinden türkce konusmaktadirlar..bu onlarin dilidir.

Bu nedenle, Türklere karsi duyulan bu korku, bu sözde kökeni cok eskilere dayanan kin,olasi yegana nedenlerinin -mantiken- mevcut olabilecegi yerlerde bile yoktu.

(Georges de Maleville, La Tragedie Armenienne de 1915, Paris 1988 s.15-21

T.I.M
26.04.05, 18:52
Schwierige Forderungen

Die schwierigste Forderung ist der Rückzug aus den besetzten Gebieten Aserbaidschans, also aus Nagornyj Karabach und den Pufferzonen um diese Bergregion. 1990 hatten Aseris aus der Enklave Nachitschewan Dörfer in Armenien angegriffen. Von 1992 an überrannten aserbaidschanische Einheiten Nagornyj Karabach und massakrierten dort die armenische Bevölkerung. In zwei Jahren aber warfen militärisch unterlegene armenische Milizen die hochgerüsteten aserbaidschanischen Verbände zurück. Seither beklagt Aserbaidschan, daß es in einem Krieg, den es selbst angezettelt hatte, Karabach verlor; erst Stalin hatte es Aserbaidschan zugeschlagen.


Das ist salop gesagt eine Lüge.

Denn nicht die Armenier haben die Aseris aus karabach vertrieben sondern russische einheiten.

Ein kleiner aber feiner unterschied den die Armenierfreunde gerne übersehen.

Mike Hammer
26.04.05, 21:01
Das ist salop gesagt eine Lüge.

Denn nicht die Armenier haben die Aseris aus karabach vertrieben sondern russische einheiten.

Ein kleiner aber feiner unterschied den die Armenierfreunde gerne übersehen.

Der Rest stimmt aber ?

Mike Hammer

dertli4u
27.04.05, 10:39
Ermeni devletinin, 1990 li yillarda Azerbaycanda yaptigi katliamin canli tanigi, ermeni yazar, yazdigi kitapta anlatiyor...

Bakın o vahseti yasayan ve sonra Beyrut’a yerlesen Ermeni gazeteci Daud Kheyriyan, ‘For the Sake of Cross’ (Hacın Hatırı İcin) isimli kitabında (Sayfa: 62-63) ne anlatıyor:

‘...Gaflan denen ve ölülerin yakilmasiyla görevli Ermeni grup, Hocali’nın 1 kilometre batisinda bir yere 2 Mart günü 100 Azeri ölüsünü getirip yigdi. Son kamyonda 10 yasinda bir kiz cocugu gördüm. Basından ve elinden yaralıydı. Yüzü morarmıstı. Soguga, acliga ve yaralarina ragmen hala yasiyordu. Cok az nefes alabiliyordu. Gözlerini ölüm korkusu sarmişti. O sirada Tigranyan isimli bir asker onu tuttugu gibi öteki cesetlerin üstüne firlatti. Sonra tüm cesetleri yaktilar. Bana sanki yanmakta olan ölü bedenler arasindan bir ciglik isittim gibi geldi. Yapabilecegim bir sey yoktu. Ben Susa’ya döndüm. Onlar Hac’in hatiri icin savasa devam ettiler.’

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Evet, "azgin Ermenilerin" savunuculugunu yapanlara duyurulur. Almancasini yazabilirseniz, mike isimli arkadasa faydasi olur.