Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Das war der 11. September des Libanon"
Manastirli Hamdi
20.08.06, 13:08
http://www.taz.de/pt/2006/08/19/a0156.1/textdruck
"Das war der 11. September des Libanon"
Der Krieg Israels im Libanon hat auch die moderaten, säkularen Kräfte in den arabischen Gesellschaften radikalisiert. Und die Islamisten gestärkt. Frieden mit Israel war noch nie so fern, meint der jordanische Politologe Oraib Rantawi
taz: Herr Rantawi, die UN-Resolution 1701 wird in den USA, in Europa und Israel begrüßt und als Sieg der Diplomatie gefeiert. Was halten Sie von der Resolution?
Oraib Rantawi: Die Resolution ist durch und durch unausgewogen. Sie führt vieles von dem auf, was Israel zwar militärisch wollte, aber nicht erreicht hat. Und sie ignoriert vieles von dem, was Libanons Premier Fouad Seniora in seinem Sieben-Punkte-Programm genannt hat. Es dürfte daher sehr schwer sein, die Resolution umzusetzen.
Die Waffen schweigen erst seit ein paar Tagen - schon wird spekuliert, wer sich Sieger dieses Krieges nennen darf. Macht das Sinn?
Da es diese Debatte nun mal gibt, muss man sich mit ihr auseinandersetzen. Weder Israel noch die USA haben ihre Ziele erreicht. Israel wollte die Hisbollah entwaffnen, sie sogar auflösen, seine Soldaten sofort und bedingungslos befreien und mit dem Libanon neu beginnen. Und die US-Außenministerin Rice sprach gar von einem "Neuen Mittleren Osten". De facto aber hat die Hisbollah auf dem Schlachtfeld unter Beweis gestellt, dass sie effektiv und couragiert kämpfen kann. So hat sie den Menschen in der arabischen Welt gezeigt: Widerstand gegen Israel ist noch immer und gerade heute wieder eine Option.
Soll die Hisbollah entwaffnet werden?
Die Frage muss anders lauten: Wer überhaupt wäre in der Lage, die Hisbollah zu entwaffnen? Solange die libanesischen Forderungen nicht erfüllt werden, ist es völlig absurd, wenn die USA eine Entwaffnung einklagen. Israel droht noch immer damit, alles zu tun, was ihm in den Sinn kommt. Es droht damit, die Führer der Hisbollah zu liquidieren, wann und wo auch immer es ihm beliebt; es hält noch immer die Schebaa-Farmen besetzt und es gibt noch immer keine Regelungen über den Austausch der Gefangenen. Ich glaube nicht, dass irgendwer in der arabischen Welt eine Entwaffnung der Hisbollah fordern wird.
Welche Möglichkeit bleibt?
Das Problem kann nur politisch gelöst werden. Und zwar von den Libanesen selbst. Die Entwaffnung kann nicht Sache der Unifil, der USA oder gar Israels sein. Sollte irgendwer trotzdem auf den Gedanken kommen, der Hisbollah gewaltsam die Waffen zu nehmen, so würde die libanesische Armee auseinanderbrechen. Denn mehr als 40 Prozent der Soldaten sind Schiiten.
Droht im Falle einer Entwaffnung ein Bürgerkrieg im Libanon?
Ja. Ein Bürgerkrieg und eine neue Intervention. Womöglich sieht Syrien da eine Chance. Damaskus träumt ja noch immer davon. Und Baschar al-Assad hat in seiner Rede am Dienstag genau so geklungen - als wolle er Syriens Rolle im Libanon restaurieren. Doch die Folge wäre, dass der Libanon abdriftete wie der Irak.
Hatte der Krieg zwischen Hisbollah und Israel eine neue "Qualität"?
Ich habe die letzten beiden Invasionen im Libanon miterlebt, 1987 und 1982. Diesmal war es anders - wegen dieses maßlosen massiven Tötens von Zivilisten und der kompletten Zerstörung ihrer Infrastruktur. Diese Aggressionen, diese Akte der puren Barbarei, haben es den Arabern unmöglich gemacht, in Israel heute noch so etwas wie einen Partner im Friedensprozess zu sehen. Und das betrifft nicht die Islamisten oder Extremisten. Nein, ich spreche von den Moderaten. Man muss nur in die Zeitung, ins Fernsehen schauen … All die, die heute vom völligen Kollaps des Friedensprozesses sprechen, haben sich einst für den Frieden eingesetzt. Und dafür oft genug einen hohen Preis gezahlt.
Hat sich Ihre Sicht auf den Nahen Osten durch diesen Krieg auch verändert?
Ja. Ich glaube nicht mehr, dass es Frieden mit Israel geben kann. Wir sind am Ende, nach 40 langen Jahren, in denen wir um einen Frieden gerungen haben. Und noch etwas steht fest: Die Islamisten werden kommen. Sie klopfen bereits an die Tore. Ihre Zeit hat begonnen.
Hat der Krieg auch die Haltung zum Westen verändert?
Wir haben immer davon geträumt, vom Westen unterstützt zu werden. Wir haben davon geträumt, dass er uns moderaten Kräften bei der Reformarbeit zur Seite steht. Und wir haben dabei unterschieden: Die USA waren gegen uns, wenn es um Israel ging. Und mit uns, wenn es um die Demokratie ging. Wir kämpfen heute noch immer für Demokratie und Menschenrechte. Doch wir sehen heute im Westen keinen Verbündeten mehr. Wobei ich jetzt von den Regierungen spreche, nicht von der Öffentlichkeit, den NGOs. Die USA, vor allem die USA, sind heute unsere Feinde. In beiden Bereichen.
Haben Sie keine Angst, wenn sich in den arabischen Gesellschaften selbst moderate Kräfte radikalisieren?
Ich glaube, nach diesem Krieg haben sich die Prioritäten vollständig verschoben. Für uns alle. Heute gibt es nur eines, was unsere Existenz, ja selbst unsere Zukunft bedroht. Und das ist Israel. Deshalb legen wir unsere Differenzen heute auf Eis. Auch ich habe keinerlei Probleme mehr damit, Hand in Hand mit den Islamisten auf die Straße zu gehen. Selbst mit ihnen zu kooperieren. Für mich ist das heute eine Option - nein, es ist die Option, die wir heute haben. Es ist genug. All dieses Gerede der arabischen Regime über den Islamismus, der die eigentliche Gefahr sein soll. Nein, die wirkliche Gefahr ist Israel. Oder sollen wir abwarten und zuschauen, wie Israel, sollte ein ähnlicher Fall eintreten wie im Libanon, seine Bomber losschickt und Stadtteile Ammans in Schutt und Asche legt? Es ist doch unvorstellbar, was da passiert ist … Wer kommt auf den Gedanken, wegen zweier entführter Soldaten ein ganzes Land anzugreifen? Wer kann auf einen solchen Gedanken kommen und ihn dann auch noch in die Tat umsetzen? Und wer kann heute noch einem Israeli die Hand geben? Und über so etwas wie Frieden reden. Es ist ein Witz. Ein zynischer Witz.
Also halten Sie diesen Krieg für eine Art "Wendepunkt" in der Geschichte des Mittleren Ostens?
Ja. Der Libanonkrieg entspricht in seiner Bedeutung für den Mittleren Osten dem, was am 11. September in den USA passierte. Alles wird anders werden. Die Menschen werden ihre Haltung überdenken. Zum Krieg und zum Frieden, zu den Islamisten, den eigenen Regimen, zum Westen. Die Gesellschaften haben sich bereits radikalisiert. Ich denke, dass wir am Anfang einer neuen Ära stehen. Und diese Ära wird von den Islamisten bestimmt werden.
Welche Rolle spielt da der arabisch-israelische Konflikt? Ist er - wie oft behauptet wird - Kern des Problems, damit auch die Ursache für eine Radikalisierung der Gesellschaften?
So ist es. Doch es gibt weitere Ursachen. Die Amerikaner haben bereits im Irak Fehler gemacht. Und jetzt wollen sie die Fehler im Libanon wiederholen. Es sind immer wieder dieselben dummen Herangehensweisen, Strategien und Argumente. Das muss endlich aufhören. Und Amerika soll aufhören, seinen "Neuen Mittleren Osten" auf den Leichen der libanesischen Kinder aufzubauen. Es wird diesen Neuen Mittleren Osten, von dem wir als gemäßigte Kräfte geträumt haben, nicht geben. Der Mittlere Osten, der jetzt kommt, wird noch extremistischer und gewalttätiger sein. Und das ist bereits heute abzusehen.
INTERVIEW: SUSANNE EL KHAFIF
taz Nr. 8052 vom 19.8.2006, Seite 12, 239 Interview SUSANNE EL KHAFIF
Ingolstädter
20.08.06, 13:11
ich denke damit wird auch mein lösungsvorschlag wieder attraktiver:
die ganze gegend mit wasserstoffbomben vernichten, bevor es noch zu einem weltkrieg kommt.
Der Typ hat leider Recht.
Manastirli Hamdi
20.08.06, 13:30
ich denke damit wird auch mein lösungsvorschlag wieder attraktiver:
die ganze gegend mit wasserstoffbomben vernichten, bevor es noch zu einem weltkrieg kommt.
Und Du bist Demokrat?
Klar, den Völkern des Nahen Ostens das Öl wegnehmen, sie knechtende pro-westliche Marionetten-Regimes installieren, wenn diese gestürzt werden, dann ausbomben...
Dann musst Du Dir auch dann keine Sorge machen, wenn es irgend wann mal zurück kommt, weil das die Logik dann gebietet.
Der Typ hat mehr als recht.
Wie pervers ist eigentlich die Diskussion, wer nun Sieger dieses Krieges ist?
"Wir haben eine gute Nachricht für Sie. Wir haben den Krieg gewonnen. Wir sind die Gewinner. Wir sind die Besten, die Schönsten und die Klügsten. Ich wünsche Ihnen noch einen happy Sabbath, sie Gewinner. Ach, bevor ich es vergesse. Ihr Sohn ist tot. Aber nicht den Kopf hängen lassen. Wir haben gesiegt und nur das zählt!"
vatanmilletsakarya
20.08.06, 14:17
Ich bin mir klar darüber, dass die Libanesen und andere araber einfach nur durch Ihre primitive Art und Weise andere Menschen brutal bedrohen und wenn Sie die Gegenwehr spüren zum Terror greifen.
Arabische Welt ist eine Gefahr für alle.
oder eine vernünftige diskussion zwischen israelis und palestinensern... dazu wird es aber nicht kommen, also plädiere ich für die auslöschung israels/palestinas, bevor andere länder richtig mit in den konflikt gezogen werden.
Das ist doch nicht dein Ernst? Du schlägst doch hier nicht tatsächlich vor mit Wasserbomben den Nahen Osten zu zerbomben?
Ingolstädter
20.08.06, 14:20
Das ist doch nicht dein Ernst? Du schlägst doch hier nicht tatsächlich vor mit Wasserbomben den Nahen Osten zu zerbomben?
wenn es zu keiner vernünftigen einigung kommt, ist das tatsächlich mein vorschlag, bevor der konflikt eskaliert (und bisher deutet einiges darauf hin).
leider ist dieser vorschlag utopisch...
vatanmilletsakarya
20.08.06, 14:24
Die Idee ist zwar absurd, aber denkt darüber nach, dass dieser Konflikt in nahen Osten die gesamte Welt in Aufruhr bringt. Soviel Aufruhr gab es nicht wo man fast in Europa alle Moslems in Bosnien massakrierte . Ich bin mir sicher, dass es mit der Antisemitismus zusammenhängt.
Deutschland ist nicht ohne Antisemitiusmus!
Ich für meinen Teil bin voll gegen alles arabische, dank der libanesischen offenherzigen Türkenfeindlichkeit die Sie jedem Türken spüren liessen.
wenn es zu keiner vernünftigen einigung kommt, ist das tatsächlich mein vorschlag, bevor der konflikt eskaliert (und bisher deutet einiges darauf hin).
leider ist dieser vorschlag utopisch...
Guter Vorschlag!
Aber warum nicht uns selbst (EUROPA, USA) in die Luft jagen? Damit die Menschen im im nahen Osten (oder wo auch immer) ihren eigenen Weg finden. Vielleicht bauen sie sich dann eine bessere Zukunft!
Wie wäre es damit, wenn wir Niemanden in die Luft jagen und für allemal auslöschen und uns einfach zusammensetzen und mal sachlich die Probleme angehen?
Seit 50 jahren geht diese Scheiße schon und nach so langer Zeit muß doch auch der Dööfste einsehen, dass sich bekriegen nichts bringt.
Aber nein, die sind schon wieder drauf und dran die Waffenruhe zu brechen und sich gegenseitig abzumetzeln.
Manastirli Hamdi
20.08.06, 14:34
und was hat das ganze mit deutschen zivilisten in regionalzügen zu tun?
nein die einzige methode den konflikt aus deutschland rauszuhalten wäre die flamme im nahen osten mit einem großen knall zu ersticken.
Eigentlich nichts.
Bloss sowohl die EU und die USA haben den Waffenstillstand hinausgezögert und somit Israel mehr Zeit eingeräumt. Hinzu kommt, dass beide ROHSTOFFE brauchen, was es im Nahen Osten ja gibt.
Obwohl sie immer mit dem moralischen Zeigefinger winken, wenn es um Menschenrechte geht, haben sie sich auffällig zurückgehalten und somit ihre stillschweigende Duldung gezeigt.
Ich denke, dass niemand den Krieg hier haben möchte.
Ich denke auch, dass Deutschland sich da heraushalten sollte.
Es ist eine Lüge zu sagen, dass die Verteidigung der Bundesrepublick am Hindukusch, am Horn vorn Afrika oder im Nahen Osten beginnt.
Kein Dutscher und keine Deutscher Soldat sollten dafür geopfert werden.
Man kann sagen, dass der versuchte Anschlag ein Wink mit dem Zaunpfeil war.
plädiere ich für die auslöschung israels/palestinas.
eine 2-Staaten-Lösung ist humaner als "Auslöschung".
der erste weltkrieg hat mit einen mord begonnen... lasst uns das mal nicht vergessen. sofort haben die großen mächte partei für die eine oder andere seite ergriffen, anstatt dass einfach der mörder von der polizei verhaftet wird und in ein gefängnis kommt.millionen menschen sind gestorben....
Gavrilo Princips Mordanschlag war der Vorwand für den ersten Weltkrieg, der um den längst erwünschten Krieg zu beginnende Anlass.
Der Imperialismus der Großmächte hat zum Ersten Großen WeltAUFTEILUNGSKRIEG geführt.
Auch hier ist zu beachten: Wenn es im Interesse der Großmächte ist, gibt es ein Weltkrieg. Wenn nicht, dann nicht.
Bloss Iran, Irak, Libanon, Afghanistan, Palästina bombardieren wollen, dann vom Islamismus und Demokratie sprechen und imperiale Präferenzen verschweigen, ist nicht.
Da wir nun in einer Welt-Risikogesellschaft leben, sollten wir weniger zynisch, sondern mehr humanistisch sein und auch die Interessen der Nahost-Völker mit in Betracht ziehen.
vatanmilletsakarya
20.08.06, 14:35
Wie wäre es damit, wenn wir Niemanden in die Luft jagen und für allemal auslöschen und uns einfach zusammensetzen und mal sachlich die Probleme angehen?
Seit 50 jahren geht diese Scheiße schon und nach so langer Zeit muß doch auch der Dööfste einsehen, dass sich bekriegen nichts bringt.
Aber nein, die sind schon wieder drauf und dran die Waffenruhe zu brechen und sich gegenseitig abzumetzeln.
Dieser Konsens ist für alle Menschen von Vorteil aber dafür braucht man zivilisierte Araber, das werdest du niergends auf der Welt finden.
Das gehört hier zwar nicht ganz rein...
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"BM ABD'nin kuklasıdır" Yahudi asıllı Margulies 'İsrail'in saldırılarına bir Müslüman'dan daha çok öfke duyuyorum' dedi.
20/08/2006
http://dunyabulteni.net/resimler/haberler/4432.jpg
Roni Marguiles, İstanbul’da doğmuş, Türkiye ve İngiltere’de eğitim aldıktan sonra bir süre İngiltere’de yaşamış ve Türkiye’ye geri dönmüş bir isim. Yazar, şair, gazeteci, savaş karşıtı ve sosyalist olan Yahudi asıllı Roni Margulies, Filistin ve Lübnan’da yaşananlar üzerine İsrail’e en ağır eleştirileri yöneltiyor. Birgün Gazetesi’nin forum sayfasında, 33 günlük savaş boyunca sürekli İsrail politikalarını eleştiren yazılar ve çevirilere yer veren Margulies, bu süre boyunca en sıkıntılı günlerini yaşamış. Aynı kökenden geldiği insanlara sert eleştiriler yöneltmekle yetinmeyen Roni Margulies, yaşadıklarını fazlasıyla içselleştirmiş ki, “İsrail saldırılarına bir Müslüman’dan daha çok öfke duyuyorum.” diyor. Yahudi, savaş karşıtı, şair Roni Margulies:
Hizbullah’ın silah bırakmasını istemek adil değil!
Savaş devam ederken, herkes bir şeyler söyledi, bir şeyler yazdı, çizdi. Aslen Yahudi olan şair Roni Margulies de, Lübnan ve Filistin’de yaşananlar üzerine sesini en yüksek çıkaranlar arasında. Şairliği yanında sosyalist kimliğiyle politik yanı ağır basan Roni Margulies, ‘Amerikan emperyalizminin ana saldırı odağı halinde olan Müslümanların anti emperyalist mücadele verdiğini, fakat bu ABD’nin işine gelmediği için din çatışması gibi gösterdiğini’ söylüyor. Margulies ile Lübnan ve Filistin’de yaşananlar, ateşkes sonrasındaki beklentiler üzerine konuştuk.
İsrail’in Filistin ve Lübnan’daki tavrını nasıl değerlendiriyorsunuz? Her gün sivillerin ve çocukların öldürüldüğü bu süreç akıl ve mantık kalıplarının ötesinde olmalı?
Öyle bir sistem içerisinde yaşıyoruz ki bu sistem insanlardan bağımsız olarak bizi yönetiyor. Bu, birey olarak müdahale edilmesi imkansız olan bir sistem. Aynı şekilde savaşlara da yol açıyor. Amerikan yönetimi, İngiltere hükümeti, İsrail hükümeti açık ki buna karşı değil. Ama dünya sadece yönetenlerden oluşmuyor, bir de yönetilenler var. Biz yönetilenler beğenmediğimiz bir şey olduğu zaman, bu sistem o kadar güçlü ki bir şey yapamayız inancından kurtulup sokaklara dökülüyoruz. Biliyoruz ki George Bush’un onay düzeyi düştü, İngiltere Başbakanı zor durumda, İsrail hükümeti de bu savaşta yenildiği için zor günler yaşayacak. Özetle savaşlardan ve mevcut sistemden çıkarı olanlar var, bir de olmayanlar.
Vicdani retçi İsrailli asker Itzik Shabbat Lübnan’da savaşmayı reddetti. Lübnanlı ressam Zena el-Khalil de dünya kamuoyuna bir mektupla çağrı yaptı. sivil halktan tepkilerin çoğalması gerekiyor değil mi?
Türkiye’de basının savaşa karşı olan kesimi, dünya sessiz, insanlar ölüyor, ses çıkmıyor gibi başlıklar atıyor. Bu doğru değil. Devletler sessiz kaldı, ancak dünya değil. İlk günlerde Neoam Chomsky, Tarık Ali, Arundathi Roy gibi isimler bir bildiri yayınladı. Londra’da 100 bin kişi sokağa çıktı. Hindistan’dan Malezya’ya Amerika’dan Türkiye’ye düzinelerce gösteri, yürüyüş, toplantı oldu.
Türkiye’deki savaş karşıtı hareketi bu süreçte nasıl görüyorsunuz, yeterince organize olabildi mi?
Yok hayır yeterince yapamadık. Londra’da yüz bin kişi sokağa çıktı, biz çıkamadık. Türkiye nüfusunun yüzde 90’ı savaşa karşı üstelik ciddi bir öfkeyle savaşa karşı. Bunu kitlesel olarak sokağa dökmeyi beceremedik. Bu Türkiye’ye özgü, Türkiye soluna ve Müslümanlarına özgü nedenlerden kaynaklanıyor.
Şimdi ateşkes oldu, bundan sonraki süreçte neler bekliyoruz?
Barış başka şey ateşkes başka. Bu anlaşmanın barış getireceğini düşünmüyorum. Çünkü anlaşma Hizbullah’ın silahsızlandırılması ve Kuzey Lübnan’a çekilmesini öngörüyor. Hizbullah’ın silahsızlanmayı ve çekilmeyi kabul etmesi mümkün değil. Ayrıca adil değil. Çünkü İsrail şu anda halen Lübnan topraklarını işgal ediyor. Uzun vadede, İsrail’in bölgede barışa hiçbir zaman barışa izin vereceğini düşünmüyorum. Çünkü Filistinlilerin bir devlet kurmasına göz yumamaz. Bunu yapmak Siyonizm’in bütün inançlarından ödün vermek anlamına gelir. Filistinliler de bir devlet kurma özlemlerinden vazgeçmeyeceklerine göre bu bölgede Filistin sorunu çözülmeden barış olması mümkün değil. Bu arada, İsrail’in komşusu olan ülkelerin hiçbiri de güvenli bir barış içinde yaşama garantisine sahip değil. Bugün Lübnan, yarın Ürdün olur, öbür gün Mısır.
BM saldırının ortalarında 72 saat insani yardım arası istedi. Şimdi barış gücü konuşuluyor. Bu ironik değil mi, insanları bombalıyor sonra da yardım götürüyorsunuz?
Konuşulan barış gücü zaten barış gücü değil bir savaş gücü. Bölgeden İsrail ve Hizbullah çekilmediği sürece Amerika ve İsrail bu sözde barış gücünü Hizbullah’ı silahsızlandırmak ve Hizbullah’la savaşmak üzere oraya getirmek istiyor. Hizbullah bugün İsrail askerlerine karşı savaşıyorsa yarın bu güce karşı savaşacak. Bu durumda bize düşen Türkiye’nin böylesi bir güce katılmaması için elimizden geleni yapmaktır. Bu güç oraya savaşmaya gidecektir. Aksi takdirde İsrail’in işine yaramaz. BM ancak İsrail’in işine yarayan bir şey yapabilir, çünkü Amerika’nın kuklasıdır.
Bu süreçte, ırkınız dolayısıyla yani Yahudi olduğunuz için bir tepki aldınız mı?
Olmadı doğrusu. Türkiye’de bütün Yahudilerin İsrail’i desteklediği zannı, yanılgısı yaygındır. Yahudilik başka bir şey Siyonizm başka bir şeydir. Benim görüşlerim ayrıca Yahudi olmamdan değil, sosyalist olmamdan kaynaklanıyor. Benim gözümde Yahudi olmam, boyumun 1.72 olmasından çok daha önemli bir şey değil. İsrail’in açtığı savaş dönemlerinde bütün insanlık öfke duyuyor; ama dünyadaki Müslümanlar daha büyük bir öfke duyuyor. Benim duyduğum öfke bir Müslüman’dan daha az değil. Ama Müslümanlar arasında şöyle bir anlayış yaygın; savaş dönemlerinde daha da yaygınlaşıyor: Ortadoğu’da sorun Yahudilerdir anlayışı. Oysa sorun Yahudiler değil İsrail devleti.
Neden böyle bir eğilim söz konusu peki?
Çünkü Müslümanlar bir zamandır Amerikan emperyalizminin ana saldırı odağı halindeler. Müslüman oldukları için değil, belli bir coğrafyada hasbelkader yaşadıkları için. Amerika saldırıyor çünkü, Amerika Hıristiyan onlar Müslüman. Amerika propagandası bu ikiliği böyle anlatmakta da asıl yaptığı işi saklamış oluyor. Müslüman kitle de bu oyuna bazen kolay geliyor. Sorun Hıristiyanlardır, Ortadoğu özelinde de Yahudilerdir diye görmeye başlıyorlar.
Yani Müslümanlar Batı’ya karşı antiemperyalist mücadele mi veriyorlar?
Evet, ama bunu antiemperyalist bir mücadele olarak değil Müslüman bir mücadele olarak görüyor. Ortadoğu’da sorunu sadece İsrail diye görünce ve daha da kötüsü Yahudiler diye görünce bir çarpılma oluyor. Sorunu emperyalizm olarak görmeyip din temelinde görünce buna karşı verilen mücadelede zayıf düşüyor. Bunu anlatıyorum. Onlar benimle Yahudi olduğum için ilgileniyor, ben de onlarla antiemperyalist oldukları için ilgileniyorum.
ich denke damit wird auch mein lösungsvorschlag wieder attraktiver:
die ganze gegend mit wasserstoffbomben vernichten, bevor es noch zu einem weltkrieg kommt.Genauso könnte man argumentieren, die Alliierten haben es im 2. WK versäumt, mit Deutschland dasselbe zu machen wie die Römer mit Karthago bzw, das Gelände mit Atombomben plattzumachen. Dann müßten wir solches Geschwätz von dir heute nicht hören und die Araber, Israelis und Libanesen könnten sich um ihren Frieden selbst kümmern.
Man kann sagen, dass der versuchte Anschlag ein Wink mit dem Zaunpfeil war.
Den kaltblütig geplanten Mord an deutschen Frauen, Kindern und Männern als "Wink mit dem Zaunpfahl" zu bezeichnen ist eine unerträgliche Verharmlosung.
Guter Vorschlag!
Aber warum nicht uns selbst (EUROPA, USA) in die Luft jagen? Damit die Menschen im im nahen Osten (oder wo auch immer) ihren eigenen Weg finden. Vielleicht bauen sie sich dann eine bessere Zukunft!
In etwa so? Ist das der eigene Weg in die bessere Zukunft?
Irak
Pilgerzug in Bagdad endet im Blutbad
Grausame Schießereien in den Straßen von Bagdad: Vermutlich sunnitische Extremisten feuerten auf einen Marsch hundertausender schiitischer Gläubiger. Mehr als ein dutzend Menschen wurden getötet, über 200 verletzt.
Bagdad - Es sind Szenen, die an einen offenen Bürgerkrieg erinnern. Von Gebäudedächern in mehreren Stadtteilen wurde auf die Gläubigen geschossen, die sich auf der Straße zu ihrem Marsch versammelt hatten, auch aus Häusern heraus, berichteten die Sicherheitskräfte. Die Schiiten waren auf dem Weg zum Imam-Mussa-Kadim-Schrein, als sich die blutigen Attacken ereigneten. Vier mutmaßliche Angreifer wurden von Sicherheitskräften getötet.
Bereits am frühen Morgen, kurz nach Beginn des Zuges, waren in Bagdad Explosionen und Schüsse zu hören gewesen. Was die Behörden befürchtet hatten, bestätigte sich dann im Verlaufe des Vormittags - auf den Marsch hundertausender schiitischer Pilger waren Anschläge verübt worden. Das irakische Fernsehen berichtete unter Berufung auf das Gesundheitsministerium, 16 Menschen seien erschossen und rund 230 weitere verletzt worden. Diese Zahlen stiegen am späten Nachmittag weiter an: in Agenturen war von mindestens 27 Toten und über 300 Verletzten die Rede.
Demnach wurden die schiitischen Gläubigen Opfer von verschiedenen Anschlägen sunnitischer Extremisten. Aus Furcht vor den Anschlägen auf die Pilger waren irakische und US-Truppen in höchster Alarmbereitschaft. Damit sollen Autobombenanschläge auf die Pilger verhindert werden.
Im vergangenen Jahr war bei einem Pilgermarsch in Bagdad eine Massenpanik ausgebrochen, in deren Verlauf mehr als 960 Gläubige starben.
Sicherheitskräfte rechneten damit, dass sich im Laufe des Tages mehr als eine Million Gläubige zu dem schiitischen Ritual in Bagdad versammeln würden. Die Armee hatte dafür einen groß angelegten Sicherheitsplan in Kraft gesetzt. Zahlreiche Straßen wurden abgesperrt, Kontrollposten eingerichtet und bis zum Nachmittag das Stadtzentrum für den Autoverkehr gesperrt. Die Gläubigen gedenken des Todestages von Imam Mussa el Kasim, der im Jahr 799 in Gefangenschaft gestorben war.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,432536,00.html
Aber ich weiß schon. Sind natürlich die Amerikaner schuld......:rolleyes:
Den kaltblütig geplanten Mord an deutschen Frauen, Kindern und Männern als "Wink mit dem Zaunpfahl" zu bezeichnen ist eine unerträgliche Verharmlosung. Aha, daher weht der Wind. Wenn es Engländer oder Spanier oder Araber wären, wäre es erträglich für dich.
Aha, daher weht der Wind. Wenn es Engländer oder Spanier oder Araber wären, wäre es erträglich für dich.
Was für ein Unsinn! :kafa:
Der einzige Wind, als den man deinen Beitrag bezeichnen kann, ist ein Darmwind. Aber bitte hinterlasse diese zukünftig nicht im Forum, wegen der Geruchsbelästigung......
Aha, daher weht der Wind. Wenn es Engländer oder Spanier oder Araber wären, wäre es erträglich für dich.
Oh je. Damit du zufrieden bist:
Den kaltblütig geplanten Mord an Frauen, Kindern und Männern jeder Nationalität, Rasse, Religion und Weltanschauung, die in diesen deutschen Zügen saßen, als "Wink mit dem Zaunpfahl" zu bezeichnen ist eine unerträgliche Verharmlosung.
Ich entschuldige mich bei allen, die nicht in dieses Raster fallen für die Diskriminierung, es wäre allerdings etwas zu aufwendig auf jeden Einzelnen einzugehen. Auch euer Tod wäre unerträglich für mich.
Manastirli Hamdi
20.08.06, 17:47
Oh je. Damit du zufrieden bist:
Den kaltblütig geplanten Mord an Frauen, Kindern und Männern jeder Nationalität, Rasse, Religion und Weltanschauung, die in diesen deutschen Zügen saßen, als "Wink mit dem Zaunpfahl" zu bezeichnen ist eine unerträgliche Verharmlosung.
Ich entschuldige mich bei allen, die nicht in dieses Raster fallen für die Diskriminierung, es wäre allerdings etwas zu aufwendig auf jeden Einzelnen einzugehen. Auch euer Tod wäre unerträglich für mich.
Leider ist heutzutage alles eine ZYNISCHE Verharmlosung.
Aber die Innenpolitik badet gerade das aus, was die Außenpolitik verbockt.
Ehrlich gesagt kommt doch dieser mißratene Anschlag den Sicherheitsverfechtern gerade recht und wird den weiteren Ausbau des Überwachungsstaates argumentativ weiter unterstützen.
Noch etwas: Ich denke, die Täter waren nicht proefssionell. Nicht nur, weil die Bomben nicht hoch gegangen sind, sondern wegen den hinterlassenen Spuren (Einkaufszettel; Stärke >>Fouad<<). Das machen blutige Anfänger, verzweifelte Einzeltäter.
Natürlich zum Glück für alle Menschen hierzulande, weil ja gerade nichts passiert ist.
Aber man sollte auch an das Unglück der unschuldigen Zivilisten im Nahen Osten denken und nicht aus einer historisch falsch verstandenen und durch institutionell gepflegten Gewissensbissen Sühne den Staatsterrorismus Israels billigen. Deutschland sollte tatsächlich keine Kriegspartei sein.
Aber wenn wir alle Frieden wollen, so sollten wir Gewalt auch nicht provozieren.
Ich selber bin z.B. dagegen, dass auch die Türkei Truppen nach Libanon schickt.
Und wenn wir uns imperial engagieren, sollten wir bereit sein, die Kosten dafür zu tragen.
Die Politik nimmt diese Kosten in Kauf und baut vorsorglich den Staat um.
Wie sieht es das deutsche volk?
Ingolstädter
26.08.06, 19:12
Genauso könnte man argumentieren, die Alliierten haben es im 2. WK versäumt, mit Deutschland dasselbe zu machen wie die Römer mit Karthago bzw, das Gelände mit Atombomben plattzumachen.
nun ich hab meinen eintrag geändert.. hätte warscheinlich zu meiner sperrung geführt..
deryatulga
27.08.06, 16:41
Die Barbarei des Luftkriegs
Die Rede vom "asymmetrischen Krieg" dient der Propaganda und der Selbstberuhigung. Sie soll über das eigentliche Dilemma im "Krieg gegen den Terror" hinwegtäuschen
Seit dem 11. September 2001 geistert die Parole vom "asymmetrischen Krieg" durch die Medien und hatte im Libanonkrieg wieder Konjunktur. So diagnostizierte die NZZ: "Israel führt diesen Krieg gegen die Hizbollah bewusst mit asymmetrischer Härte." Für die FAZ hingegen gehörte "zum gegenwärtigen asymmetrischen Krieg, dass die Hizbollah Zivilisten als Schutzschilde nimmt". In der tazverdächtigte man eine andere Zeitung einer "asymmetrischen Bildersprache" durch die Art, in der diese die Kollateralschäden des völkerrechtswidrigen Krieges bebilderte. Und für den Zürcher Tages-Anzeiger bestand "die Asymmetrie" darin, dass "in Israel die Mehrheit der Todesopfer Soldaten sind", im Libanon dagegen "vorwiegend Zivilisten". Alles also - irgendwie - asymmetrisch?
Vom Kriegstheoretiker Carl von Clausewitz (1780-1831) stammt die Floskel vom "asymmetrischen Krieg" nicht. Denn der wusste, dass jede Kriegsstrategie und -taktik darin besteht, Asymmetrien auszunutzen, also Schwächen des Gegners mit eigenen Stärken zu begegnen. Insofern gehört Asymmetrie zu jedem Krieg. Das heißt nun nicht, dass es keine Unterschiede gäbe zwischen Kriegen, die Armeen gegeneinander führen, und Kriegen von Armeen gegen Guerillaverbände. Doch die Phrase vom "asymmetrischen Krieg" bezieht sich nicht allein auf diese Unterschiede. Der Politologe Herfried Münkler etwa wollte den Lesern der FAZ (am 19. 8. 2006) mit winkeladvokatischer Rabulistik einflüstern, im Libanonkrieg bestehe die Asymmetrie nicht in der militärischen Überlegenheit der israelischen Armee und dem Monopol auf Kampfflugzeuge, sondern darin, dass die Medien die Bilder von "unschuldigen Zivilisten" in aller Welt verbreiteten und so den Goliath gegenüber David ins Unrecht setzten.
Dahinter steht die schlichte These, wonach aus dem Krieg auf dem Schlachtfeld ein Krieg um Bilder, also ein "Medienkrieg" geworden sei: "Der Kampf auf dem Gefechtsfeld wird vom Kampf um die Sichtbarkeitsverhältnisse im Krieg überlagert", so Münkler. "Im Kern lief die Bebilderung des Konflikts auf die Gegenüberstellung martialischer Soldaten und ,unschuldiger Zivilisten' hinaus." Will Münkler mit seinen perfiden Anführungszeichen die über 1.000 toten Zivilisten im Libanon zu Scheintoten oder gar Schuldigen erklären?
Bilder und Medien spielten nicht erst in diesem Krieg eine Rolle. Was jedoch mit der Floskel "asymmetrisch" als Novität feilgeboten wird, ist nur ein alter Hut. Schon vor über 300 Jahren meinte der französische Philosoph Pierre Bayle (1647-1706), früher hätte man nach Kriegen noch Sieger und Besiegte gekannt, und fuhr dann fort: "Aber diese alten Lehren sind nicht mehr im Schwange, unser Jahrhundert verhält sich ganz anders. Auf Kosten des gesunden Menschenverstandes sieht man nur noch Siege und Sieger, ohne dass es Besiegte gäbe." Bayle kannte den Schuldigen: "Das Ganze ist das Werk der Zeitungen." Das war schon damals weniger als die Halbwahrheit.
Die Parole vom "Bilderkrieg" (Gerhard Paul) führt in die Irre. Natürlich ist jeder Krieg - heute stärker als früher - immer auch ein Propagandakrieg um Bilder und mit Bildern von beiden Seiten. Aber nur Selbstvernagelung verliert deshalb den Krieg - mit den Opfern an Menschen und den materiellen Schäden - aus dem Blick. Die Behauptung, "der postmoderne Krieg" sei im Unterschied zum herkömmlichen "vor allem ein Anschlag auf die Wahrnehmung", wie Gerhard Paul schrieb, oder "der Kampf mit Waffen" werde durch "den Kampf mit Bildern konterkariert", wie Herfried Münkler behauptet, entspringt der bornierten Perspektive von Fernsehzuschauern und Freizeit-Clausewitzen. Zivilen und militärischen Kriegsbeteiligten auf beiden Seiten, aber auch Beobachtern ohne verklebte Brillen ist der Unterschied zwischen dem, was Bilder und was Waffen bewirken, so klar wie der Unterschied zwischen Leben und Tod. Gegenüber dem Geschwätz vom "virtuellen Krieg" (Paul Virilio, Jean Baudrillard) muss man an Max Horkheimer erinnern: "Die Erschlagenen sind wirklich erschlagen."
Das Gerede vom "asymmetrischen Krieg" entspringt der Propaganda für den "Krieg gegen den Terrorismus". Das ist erstens eine Phrase, mit der verschleiert wird, welche politischen Ziele und wirtschaftlichen Interessen im Spiel sind. Und zweitens wird damit die jedem Leutnant geläufige Einsicht überspielt, dass militärische Mittel gegen einen terroristischen - also verdeckt agierenden - Gegner die ungeeignetsten sind, zu denen die Staatsgewalt greifen kann, wenn sie von Terroristen angegriffen wird. Die Floskel vom "asymmetrischen Krieg" dient also vor allem der Rechtfertigung des "Krieges gegen den Terrorismus" und der Selbstberuhigung über die militärischen, politischen und moralischen Ungereimtheiten dieser Kreuzzugsweisheit. Die quantitativ neue Dimension von terroristischen Gewaltakten mit dem 11. September machen diese Verbrechen noch nicht zum Krieg. Mit Aussicht auf Erfolg können sie polizeilich und politisch, aber nicht militärisch bekämpft werden.
Das Kidnapping von israelischen Soldaten und der nicht zu rechtfertigende Beschuss israelischer Siedlungen und Städte war kein Krieg, sondern eine Provokation in erpresserischer Absicht. Wie schon 1982 nahm aber die israelische Militärdemokratie auch jetzt den Anlass zum Vorwand - damals die Ermordung eines Diplomaten - für einen Krieg gegen Zivilisten, medial drapiert als "Selbstverteidigung". Dabei bediente sie sich hauptsächlich der Zombie-Strategie des Luftkriegs.
In diesem geht es nach seinem Erfinder Giulio Douhet (1869-1930) nicht um die Vernichtung der gegnerischen Armee, sondern getroffen werden sollten alle "Lebenszentren", wobei Douhet "jede Unterscheidung zwischen Kriegführenden und Nichtkriegführenden" ablehnte. Nie ist die "barbarische Freiheit der schon gestifteten Staaten" (Kant) größer als im Krieg - das zeigt ein Blick auf die Geschichte der Luftkriegsführung, die am Schluss des Zweiten Weltkriegs wie zuvor in Guernica und danach in Vietnam und im Irakkrieg nur funktionierte, weil eine Seite aus der Luft faktisch allein operierte, also Asymmetrie herrschte. Das kaschiert die Propaganda damit, der israelische Luftkrieg sei die einzig mögliche Antwort darauf gewesen, dass die Hisbollah-Kämpfer die libanesische Zivilbevölkerung als "Schutzschild" instrumentalisiert hätten. Die Einwohner libanesischer Städte waren so wenig "Schutzschilde" wie die deutscher und japanischer Städte am Ende des Zweiten Weltkriegs.
Die wirkliche Asymmetrie im Libanonkrieg zeigt nicht die "Verbildlichung" (Münkler) aus dem Lehnstuhl, sondern die Opferbilanz von 1:10 und die Schadensbilanz von wenigstens 1:100.000. Die waffentechnische Überlegenheit der USA in Afghanistan und im Irak sowie jene Israels in Palästina und im Libanon befördern die Barbarisierung des Krieges stärker als die ebenso primitive wie aussichtslose und selbstdestruktive terroristische Gewalt.
RUDOLF WALTHER
taz Nr. 8058 vom 26.8.2006, Seite 11, 241 Kommentar RUDOLF WALTHER, taz-Debatte
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