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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Definition von Völkermord/Pro-Armenischer Vortrag



LAZ
06.05.05, 12:13
Zunächst einmal zur Person:
Prof. Dr. Georg Meggle (http://www.uni-leipzig.de/%7Ephilos/meggle/index.php) lehrt Philosophie an Universität Leipzig. Bei dem Artikel handelt es sich um den Text eines Vortrags, den er am Freitag, den 22. April 05, auf der Gedenkveranstaltung an den Völkermord an den Armeniern in der Bibliotheca Albertina der Universität Leipzig gehalten hat.


Hier sein Vortrag:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19959/1.html

DeLaHoya
07.05.05, 11:09
Wann darf sich von solchen Vorträgen nicht einschüchtern lassen.

Am Anfang macht er felsenfest sicher, dass es Völkermord war und weicht auch keinen Millimeter davon ab. Das ist kein wissenschaftlicher sondern ein ideologischer Ansatz. Dazu empfehle ich den Auszug aus Justin Mc Carthys Rede: http://www.politikcity.de/forum/showthread.php?t=2529

"Den Tatbestand des Völkermords erfüllen, so der Kern der UNO-Definition von 1948, insbesondere solche Handlungen gegen die Mitglieder einer nationalen, ethnischen, rassischen oder religiösen Gruppe, die in der Absicht begangen werden, die Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören."
und
"Jede Art von Gruppen-Totschlag – auch der aus vermeintlicher Notwehr – zählt, sofern er seine Opfer als Mitglieder der betreffenden (ethnischen, religiösen etc.) Gruppe trifft, bereits als Völkermord."

Diese beiden Absätze werden wir nun anwenden.

Meggle behauptet, dass die Armenier getötet wurden, weil sie Armenier waren und er lässt den "Standardeinwand" der türkischen Militärstrategie "mit Blick auf den drohenden militärischen Angriff von Seiten Russlands" nicht gelten.

Somit ignoriert er
a) 40 Jahre Aufstände, Mord und Totschlag seitens armenischer Rebellen (z. B. Daschnaken und Huntschaken)
b) ca. 500.000 von armenischen Rebellen getötete Osmanen
c) die Kollaboration der Armenier mit dem Kriegsgegner Bulgarien (Balkankrieg) und Russland, indem z. B. General Andranik armenische Freiwilligentrupppen befehltigte und die Zerstörung von Van, welche den Russen übergeben wurde. Dies sind nur die bekanntesten Beispiele.
d) die Schaffung eines Großarmenien, vor allem wenn man bedenkt, wie die Osmanen aus Jerewan und anderen Gebieten brutal vertrieben und ermordet wurden

Dies steht im krassen Widersatz zu seiner eigenen Aussage.
Wenn er sich nicht selbst widerlegen will, muss er die Tötungen seitens der Armenier an den Osmanen ebenfalls als Völkermord bezeichnen.

Dazu ist besonders folgender Satz interessant:

"(...)(auch Massaker von Seiten der Armenier an den Türken sind nicht zu bestreiten[9] )."

Nun sollte man meinen, dass er zumindest in der Fußnote [9] auf die osmanischen Opfer eingeht:

[9] Wäre – nach allem was ich weiß, wohl kontrafaktisch - auch ein Kain Armeniens Völkermörder, dann würde alles, was hier über Kain und Abel und die Kinder gesagt wurde, auch für diesen gelten. Alles andere wäre anti-türkischer Rassismus, der natürlich wie jeder Rassismus zu verurteilen wäre.

Kein Wort zu den Daschnaken, Huntschaken und zu ca. 500.000 ermordeten Osmanen!

Das wirre Kapitel "II. Die Wahrheit über Kain und Abel" kann man getrost überspringen.

Gegen Ende zeigt er jedoch sein wahres Gesicht:

"Unser Größter ist schon lange tot: Johannes Lepsius (1858-1926), ein Theologe und Armenien-Kenner, der im Auftrag des Auswärtigen Amtes eine Sammlung diplomatischer Akten: "Deutschland und Armenien 1914-1918" herausgegeben und dort den Völkermord an den Armeniern dokumentiert hat."

Ich mache es kurz: Lepsius hat nicht im Auftrag des Auswärtigen Amtes "Akten gesammelt" sondern Spionage betrieben! Er hat die Akten manipuliert und keinen Völkermord "dokumentiert". Er ist auch kein Augenzeuge, er war 1915 lediglich in Istanbul tätig!
Des Weiteren wusste Lepsius über die blutigen Pläne der Armenier bescheid und hat demnach die Ermordung muslimischer Zivilisten und die Schaffung Großarmeniens auf deren Leichen gut geheißen. Kann so jemand "Unser Größter" sein?

"Franz Werfels großartiger Roman Die vierzig Tage des Musa Dagh (...)"

Werfel hat einen Roman geschrieben, gestützt auf seine armenischen Freunde in Wien. Kann man einen Roman als Beweis für eine solch ungeheuerliche Anschuldigung wie die eines Genozids verwenden? Mann muss sich das durch den Kopf gehen lassen: da wird versucht, einem Land mit 70 Millionen Einwohner ein Völkermord in die Schuhe zu schieben und als Beweis muss ein Roman herhalten!

"Von den deutschen Vergessensleistungen stark beeindruckt soll jemand gewesen sein, dessen Namen ich nach den beiden vorigen hier gar nicht nennen will. Berüchtigt ist sein Wort: "Wer erinnert sich denn heute noch an die Armenier!""

Unglaublich! Das gefälschte Hitler-Zitat, welches vor über 50 Jahren schon nicht zu den Nürnberger Prozessen zugelassen wurde und seitens seriöser armensicher Seite nicht mehr zitiert wird!
Er argumentiert mit Abel und Kain und verwendet das Hitler-Zitat! Soll ich jetzt lachen oder weinen?

Also Leute, ihr müsst euch mit der Materie auskennen und dann könnt ihr so etwas ganz schnell entzaubern.

Lasst euch nicht einschüchtern!

dertli4u
07.05.05, 18:09
aynen öyle:

"Also Leute, ihr müsst euch mit der Materie auskennen und dann könnt ihr so etwas ganz schnell entzaubern."

ilk önce kendimiz bazi seyleri ögrenmemiz lazim..

mesela, tehcir kararinin alindigi tarihten tam tamina 15 gün önce, ermeni tasnak komitesi bir toplanti yapiyor..bu toplanti, tasnak cemiyetinin genel kurul toplantisi yani kongresi..

toplantinin yapildigi yer Erzurum..yani osmanli topragi.

Ittihat ve terakki yönetimi, bu kongreye bir "heyet" gönderiyor..heyet üyeleri, tasnak cemiyeti yöneticileri ile görüsüyor..Rusya ile yapilmakta olan mücadelede, türklerin yaninda yer almalarini teklif ediyor..vatana ihanet etmemelerini istiyor..ve ermeniler bu teklifi reddediyor.

@arkadaslar

katliam yapmak isteyen bir devlet, böyle bir toplantiya temsilci gönderirmi?

eger katliam yapmak niyetinde olsa, kendi topraklarinda yapilan böyle bir toplantiyi firsat bilip, tasnak-ermeni yöneticilerini, hazir bir araya gelmislerken,
toplayip götürmezmi?

niye 15 gün bekleyip, tehcir karari alsin ve katliam yapsin..

TomBac
10.12.06, 21:07
nur das Thema abschließend:

Prof. Dr. Meggle ist einer der herausragendsten (deutschsprachigen) Analytischen Philsophen. Allerdings ist seine letzte Aussage (in den Klammern) interessant:

"(Was ich zum Thema Völkermord an den Armeniern weiß, das weiß ich großteils durch und über Jürgen Gispert, Leipzig. ...)"

Das ist eine große Enttäuschung:
Nicht, dass er diesen Standpunkt vertritt (das kann man durchaus machen und felsenfest vertreten), sondern dass seine Darstellungen und Schlussfolgerungen "großteils" auf "Hören-Sagen" basieren.
Große Enttäuschung!

mika
10.12.06, 21:40
nur das Thema abschließend:

Prof. Dr. Meggle ist einer der herausragendsten (deutschsprachigen) Analytischen Philsophen. Allerdings ist seine letzte Aussage (in den Klammern) interessant:

"(Was ich zum Thema Völkermord an den Armeniern weiß, das weiß ich großteils durch und über Jürgen Gispert, Leipzig. ...)"

Das ist eine große Enttäuschung:
Nicht, dass er diesen Standpunkt vertritt (das kann man durchaus machen und felsenfest vertreten), sondern dass seine Darstellungen und Schlussfolgerungen "großteils" auf "Hören-Sagen" basieren.
Große Enttäuschung!Demnach ist also die interessante Frage nicht die nach dem Inhalt seines Artikels, sondern wer oder was diesen Menschen bewegt hat, soche Aussagen zu machen!

Die Sache ist politisch und alles andere als abgeschlossen.