Chutluck
06.02.05, 22:02
Jahrestage gibt es viele. Doch dieser Jahrestag gibt zu denken: Am 6. Februar 1935, also gestern vor 70 Jahren, gingen in der Türkei erstmals Frauen zur Wahl. 18 Politikerinnen zogen als Parlamentsmitglieder in die Nationalversammlung ein.
Das Frauenwahlrecht hatte Mustafa Kemal, genannt Atatürk ("Vater aller Türken"), 1934 möglich gemacht. Atatürk, das war der Mann, der 1923 die Republik ausgerufen hatte. Er verbot den Schleier für die Frau, übernahm das Schweizer Zivilgesetz. Polygamie war nun verboten.
Der 6. Februar ist ein Jahrestag, der zu denken gibt, auch weil die Türkin mit Kopftuch heute oft als Symbol herhält - für den Islam, für eine vermeintlich rückständige Türkei. Dabei war das Land teils Vorreiter - und ist es bei genauerem Hinsehen teilweise noch. "Es gibt in der Türkei einen höheren Anteil an Hochschullehrerinnen als in vielen EU-Ländern. Sicher ist vieles noch nicht gut, aber so etwas wird oft vergessen", sagt Burak Copur (27), Vorsitzender des Essener Ausschusses für Zuwanderung/Integration.
Atatürk schaute auf die Schweiz, nahm an, was ihm gefiel. Was in der Schweiz mitnichten dazu führte, beim Frauenwahlrecht auf die Türkei zu schielen: Das wurde in einigen Kantonen erst in den 80er Jahren eingeführt, war 1935 nicht existent. Auch nicht in Frankreich - oder in Italien, wo die Frauen vermutlich, während die Herren ihre Stimme abgaben, den Nudelteig ausrollten. Liliane Zuuring
http://www.waz.de/waz/waz.standard.volltext.php?kenn ung=onspotwazBLFWelNational383 87&zulieferer=waz&kategorie=BLF&rubrik=Welt®ion=National&auftritt=WAZ&dbserver=1
Das Frauenwahlrecht hatte Mustafa Kemal, genannt Atatürk ("Vater aller Türken"), 1934 möglich gemacht. Atatürk, das war der Mann, der 1923 die Republik ausgerufen hatte. Er verbot den Schleier für die Frau, übernahm das Schweizer Zivilgesetz. Polygamie war nun verboten.
Der 6. Februar ist ein Jahrestag, der zu denken gibt, auch weil die Türkin mit Kopftuch heute oft als Symbol herhält - für den Islam, für eine vermeintlich rückständige Türkei. Dabei war das Land teils Vorreiter - und ist es bei genauerem Hinsehen teilweise noch. "Es gibt in der Türkei einen höheren Anteil an Hochschullehrerinnen als in vielen EU-Ländern. Sicher ist vieles noch nicht gut, aber so etwas wird oft vergessen", sagt Burak Copur (27), Vorsitzender des Essener Ausschusses für Zuwanderung/Integration.
Atatürk schaute auf die Schweiz, nahm an, was ihm gefiel. Was in der Schweiz mitnichten dazu führte, beim Frauenwahlrecht auf die Türkei zu schielen: Das wurde in einigen Kantonen erst in den 80er Jahren eingeführt, war 1935 nicht existent. Auch nicht in Frankreich - oder in Italien, wo die Frauen vermutlich, während die Herren ihre Stimme abgaben, den Nudelteig ausrollten. Liliane Zuuring
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