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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tibet: "Ein kultureller Völkermord"



Der Schakal
19.11.06, 22:52
"Ein kultureller Völkermord"


Von Alexander U. Mathé


http://www.wienerzeitung.at/bilder/wz2003/rainbowallgemein/wzfeld.gif Der Gesandte des Dalai Lama, Kelsang Gyaltsen,im "WZ"-Interview.

"Wiener Zeitung": China hat dieses Jahr eine umstrittene Eisenbahnlinie eröffnet, die in die tibetische Hauptstadt Lhasa führt. Wie stehen sie dazu?
Kelsang Gyaltsen: Wir sind für Modernisierung und wirtschaftlichen Fortschritt in Tibet, denn der Lebensstandard ist dort sehr niedrig. Aber diese Entwicklung darf nicht auf Kosten der tibetischen Kultur erfolgen.
Ist die Bahn da eine Gefahr?
Viele Tibeter fürchten, dass die Eisenbahnlinie für sie ähnlich schlimme Folgen haben wird wie für die Indianer in Nordamerika.
Haben sie Angst, eine Minderheit im eigenen Land zu werden?
Ja, und diese Angst ist begründet. Unsere Sprache und Identität werden untergraben. Gleichzeitig haben wir eine große Zuwanderung von Chinesen. In den Städten sind die Tibeter schon eine verschwindende Minderheit. Alles ist von Chinesen dominiert, öffentliche Ämter, Handel etc. Wer sich nicht anpasst, hat keine Chance auf beruflichen Erfolg. Man könnte von einem stillen kulturellen Völkermord sprechen.
Wie ist die Menschenrechtssituation in Tibet?
Schlimm. Die Tibeter dürfen in ihrem Land die eigenen Angelegenheiten nicht regeln. Wenn sie dagegen protestieren, gilt das als unloyal. Sie werden verhaftet, gefoltert und getötet.
Viele junge Tibeter liebäugeln mit einem bewaffnetem Widerstand. Ist der friedliche Weg Tibets in Gefahr?
Manche halten den Weg des Dalai Lama für ineffektiv. Sie glauben, dass man nur dann Aufmerksamkeit erhält, nur dann etwas geschieht, wenn Bilder der Gewalt um die Welt gehen. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Mehrheit dem Dalai Lama folgt.
Für den Dalai Lama ist die Autonomie Südtirols ein Vorbild. Verfolgen Sie diese Idee weiter?
Wir wissen, dass wir uns in verschiedenen Situationen befinden, haben aber von Südtirol viel für unsere eigene Vorstellung von einer Autonomie gelernt.


Donnerstag, 16. November 2006



http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3856&Alias=wzo&cob=257289

Der Schakal
18.10.07, 18:54
Kann jemand diesen Thread mit diesem hier http://www.politikcity.de/forum/showthread.php?t=2747&highlight=China+Dalai+lama

zusammenführen ... danke

Der Schakal
18.10.07, 18:55
Dalai Lama in Amerika
China: Unsere Gefühle verletzt


18. Oktober 2007
Die Ehrung des Dalai Lama im amerikanischen Kongress hat zu verschärften Protesten in China geführt. Außenminister Yang Jiechi bestellte Washingtons Botschafter in Peking ein und forderte die Vereinigten Staaten auf, sich nicht mehr in die „inneren Angelegenheiten Chinas einzumischen“.


http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26F B23A0/Doc~E0DC09B820C734ED48C511EE45 95BA9BC~ATpl~Ecommon~Scontent. html

yücel
18.10.07, 20:07
der kulturelle Demozid ist doch materieller Art, zu 93-98% sind alle Bauten zerstört worden, aber das eigentliche wird übergangen. Man schätzt mehrere hunderttausend Tote nach der Kulturrevolution in China und dem Einmarsch in Tibet. (ich Glaube in den 50-60ern sage und schreibe 500 000)