nilu
21.11.06, 20:59
ICE CREAM
Beim Wettbewerb um den Oscar in der Kategorie „Bester ausländischer Film” wird die Türkei 2007 von „Ice Cream, I Scream” vertreten, einem im Unterschied zum populären Kino in Gemeinschaftsarbeit produzierten unabhängigen Film, der aufgrund seines Inhalts den Charakter eines Volksfilms trägt und bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Auf allen Festivals, an denen er teilnimmt, stößt „Ice Cream, I Scream“, der sich bei der Vorauswahl jeweils gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen konnte, auf großes Interesse, und vor den Kinos, in denen er gezeigt wird, kommt es zu großem Andrang. „Ice Cream, I Scream“, der von den Verbänden der Filmautoren, Regisseure, Drehbuchautoren, Schauspielern, Produzenten u.a zusammengesetzten Jury, als Wettbewerbsbeitrag der Türkei für den Oscar im Jahre 2007 nominierte wurde, wird mit anspruchsvollen Projekten aus verschiedenen Ländern um diese renommierte Auszeichnung kämpfen.
Die tragikomische Geschichte von „Ice Cream, I Scream“
„Ice Cream, I Scream“ - ein durch und durch „echter“ Film, der, ausgehend von einer Geschichte aus Mugla, in witziger Weise den Überlebenskampf eines kleinen Eisverkäufers gegen die großen Marken erzählt und dessen sämtliche Darsteller von Einwohnern der Stadt Mugla gespielt werden. In der in den 90er Jahren spielenden Geschichte kauft sich der Eisverkäufer Ali Usta mit Hilfe eines Bankkredits einen kleinen Motorroller, um gegen die international operierenden, großen Eisfirmen konkurrenzfähig zu bleiben. Diesen Motorroller stattet er mit einem Eisanhänger und sonstigen Spielereien aus, wie es für den Eisverkauf erforderlich ist. Ohne sich um die spöttischen Blicke um ihn herum zu kümmern, begibt sich Ali auf Verkaufstour. Und dann wird eben dieser Motorroller, mitsamt dem Eisanhänger gestohlen. Ali Usta ist fest davon überzeugt, dass es sich hierbei um einen Komplott der großen Eisfirmen handelt; und so eröffnet er – ohne zu wissen, dass sein Roller von einer Bande frecher Jungs aus der Umgebung „entführt“ wurde - Dorf für Dorf den Kampf gegen die Verkäufer der weltweit operierenden Eismarken.
Rollen von einheimischen Laiendarstellern übernommen
Für Drehbuch und Regie von „Ice Cream, I Scream“ zeichnet sich Yüksel Aksu verantwortlich, bekannt als Regisseur von erfolgreichen Fernsehserien und vielfach ausgezeichnet für seine Dokumentar- und Kurzfilme. Die interessanteste Seite des Filmes besteht darin, dass sämtliche Darsteller aus Mugla stammen und keiner ein professioneller Schauspieler ist. Lediglich die Rolle des Eisverkäufers Ali Usta übernahm Turan Özdemir, Schauspieler am Staatstheater Izmir. Der Regisseur Yüksel Aksu, der selbst aus Mugla stammt und mit der örtlichen Lebensweise und Kultur vertraut ist, führt diese Entscheidung auf den Wunsch zurück, den einheimischen Dialekt und die lokale Darstellungsweise einzusetzen. Für die Authentizität, Aufrichtigkeit und Glaubwürdigkeit des Films sei das von entscheidender Bedeutung.
„Ice Cream, I Scream“ wurde zunächst mit dem „Spezialpreis der Jury“ des Istanbuler Filmfestivals, danach auf dem 13. Internationalen Filmfestival von Adana mit dem „Publikumspreis“, dem „Spezialpreis der Jury“ und dem „Preis für die beste männliche Hauptrolle“ ausgezeichnet und wird aufgrund seiner universal gültigen Story und Filmsprache nun auch beim Rennen um den Oscar 2007 an den Start gehen.
Aksus Intention lag darin, die Rollen unter der Bevölkerung aufzuteilen, wie es bei den italienischen Filmemachern des Neorealismus üblich war. Sein Ziel war es, sowohl die Ästhetik der naiven Spielweise von Laiendarstellern im Bild festzuhalten, als auch den örtlichen Dialekt und den Gestus einzubeziehen, und auf dieser Grundlage einen echten, unverfälschten Film zu machen. Von seiner künstlerischen Position her beruft er sich auf die These des bekannten Theoretikers John Huizinga, die dieser in „Homo Ludens – Vom Ursprung der Kultur im Spiel” aufstellt, dass „jeder Mensch überall im Leben des Spieles bedarf“. Aus eigener Erfahrung wusste er, dass die Bevölkerung von Mugla, dem antiken Karien, der Tradition von Tragödie, Komödie und Sagen verbunden ist und deshalb setzte er sich zum Ziel, diese Tradition herauszuarbeiten.
Unsere Zeit schaffe ein Heer von „Fachidioten“, gibt Aksu zu bedenken. Für jeden stünde nur sein eigener Beruf im Mittelpunkt, und parallel dazu seien Kunst und Künstler Gefangene ihres eigenen Fachbereichs. Dabei könne jeder Mensch Kunst schaffen, als Schauspieler ein Spiel präsentieren, Musik machen oder ein Auto reparieren. Die Beschränkung des Fachwissens auf einen einzigen Bereich bedeute Isolation vom gesellschaftlichen Leben. Aus diesem Grunde habe er sich bei seinem Projekt „Ice Cream, I Scream“ nicht für professionelle Schauspieler, sondern für die einheimische Bevölkerung entschieden.
Die im Rahmen des Projekts unter den Bewerbern aus der Umgebung ausgewählten Personen erhielten einige Wochen lang Basis-Schauspielunterricht. Dabei ging es vor allem um Übungen, wie man sich vor der Kamera unverkrampft bewegt und seine Innenwelt aufdeckt. Wer anschließend keine der begehrten Rollen erhielt, wurde in Bereichen wie Requisite, Kostüm, Produktion und Technik eingesetzt und konnte so seinen Beitrag zum Gelingen von „Ice Cream, I Scream“ leisten.
Abgesehen von der vom Ministerium für Kultur zur Verfügung gestellten finanziellen Förderung, wurden für die Produktion des Films keine weiteren Mittel verwendet. Erwähnt werden muss an dieser Stelle jedoch, dass die Bevölkerung von Mugla und den umliegenden Ortschaften dem Film tatkräftig materielle und ideelle Unterstützung zukommen ließ. Neben dem Regierungspräsidium, der Stadtverwaltung und den Dorfvorstehern waren es vor allem die Handwerker und Kaufleute von Mugla und Ula, die dem Film ihre logistischen Hilfeleistungen zukommen ließen. „Wir wollten ein Projekt verwirklichen, auf das nicht nur die Bevölkerung von Mugla und Umgebung, sondern auch der türkische Film stolz sein kann“, erklärten Aksu und Dağdeviren, „und wir behaupten, dass „Ice Cream, I Scream“ zu jenen Filmen gehört, von denen man sprechen wird.
Schon jetzt liegen für diesen aufrichtigen, von Herzen kommenden Film über eine Geschichte aus unserem Alltag etliche Einladungen zu internationalen Filmfestivals vor. Als Zeichen des Dankes an Mugla fand die Premiere von „Ice Cream, I Scream“ in Mugla statt. Der Film, in jeder Phase der Dreharbeiten ein Gemeinschaftswerk, brachte die Produzenten in einer den ganzen Sommer über andauernden Tournee in engen Kontakt mit der Bevölkerung. Festlichkeiten größeren Ausmaßes begleiteten den Film überall, wo er gezeigt wurde. In Kleinstädten und Dörfern ließ er Festtagsstimmung aufkommen,
und er stieß auf die ungeteilte Begeisterung der Zuschauer.
http://www.maxximumfilm.com/basinbulteni/Pressemitteilung%20Ice%20Cream %20kurz.doc (http://www.maxximumfilm.com/basinbulteni/Pressemitteilung%20Ice%20Cream %20kurz.doc)
:aferin: :aferin: wollte meine freude mit euch teilen:aferin:
Beim Wettbewerb um den Oscar in der Kategorie „Bester ausländischer Film” wird die Türkei 2007 von „Ice Cream, I Scream” vertreten, einem im Unterschied zum populären Kino in Gemeinschaftsarbeit produzierten unabhängigen Film, der aufgrund seines Inhalts den Charakter eines Volksfilms trägt und bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Auf allen Festivals, an denen er teilnimmt, stößt „Ice Cream, I Scream“, der sich bei der Vorauswahl jeweils gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen konnte, auf großes Interesse, und vor den Kinos, in denen er gezeigt wird, kommt es zu großem Andrang. „Ice Cream, I Scream“, der von den Verbänden der Filmautoren, Regisseure, Drehbuchautoren, Schauspielern, Produzenten u.a zusammengesetzten Jury, als Wettbewerbsbeitrag der Türkei für den Oscar im Jahre 2007 nominierte wurde, wird mit anspruchsvollen Projekten aus verschiedenen Ländern um diese renommierte Auszeichnung kämpfen.
Die tragikomische Geschichte von „Ice Cream, I Scream“
„Ice Cream, I Scream“ - ein durch und durch „echter“ Film, der, ausgehend von einer Geschichte aus Mugla, in witziger Weise den Überlebenskampf eines kleinen Eisverkäufers gegen die großen Marken erzählt und dessen sämtliche Darsteller von Einwohnern der Stadt Mugla gespielt werden. In der in den 90er Jahren spielenden Geschichte kauft sich der Eisverkäufer Ali Usta mit Hilfe eines Bankkredits einen kleinen Motorroller, um gegen die international operierenden, großen Eisfirmen konkurrenzfähig zu bleiben. Diesen Motorroller stattet er mit einem Eisanhänger und sonstigen Spielereien aus, wie es für den Eisverkauf erforderlich ist. Ohne sich um die spöttischen Blicke um ihn herum zu kümmern, begibt sich Ali auf Verkaufstour. Und dann wird eben dieser Motorroller, mitsamt dem Eisanhänger gestohlen. Ali Usta ist fest davon überzeugt, dass es sich hierbei um einen Komplott der großen Eisfirmen handelt; und so eröffnet er – ohne zu wissen, dass sein Roller von einer Bande frecher Jungs aus der Umgebung „entführt“ wurde - Dorf für Dorf den Kampf gegen die Verkäufer der weltweit operierenden Eismarken.
Rollen von einheimischen Laiendarstellern übernommen
Für Drehbuch und Regie von „Ice Cream, I Scream“ zeichnet sich Yüksel Aksu verantwortlich, bekannt als Regisseur von erfolgreichen Fernsehserien und vielfach ausgezeichnet für seine Dokumentar- und Kurzfilme. Die interessanteste Seite des Filmes besteht darin, dass sämtliche Darsteller aus Mugla stammen und keiner ein professioneller Schauspieler ist. Lediglich die Rolle des Eisverkäufers Ali Usta übernahm Turan Özdemir, Schauspieler am Staatstheater Izmir. Der Regisseur Yüksel Aksu, der selbst aus Mugla stammt und mit der örtlichen Lebensweise und Kultur vertraut ist, führt diese Entscheidung auf den Wunsch zurück, den einheimischen Dialekt und die lokale Darstellungsweise einzusetzen. Für die Authentizität, Aufrichtigkeit und Glaubwürdigkeit des Films sei das von entscheidender Bedeutung.
„Ice Cream, I Scream“ wurde zunächst mit dem „Spezialpreis der Jury“ des Istanbuler Filmfestivals, danach auf dem 13. Internationalen Filmfestival von Adana mit dem „Publikumspreis“, dem „Spezialpreis der Jury“ und dem „Preis für die beste männliche Hauptrolle“ ausgezeichnet und wird aufgrund seiner universal gültigen Story und Filmsprache nun auch beim Rennen um den Oscar 2007 an den Start gehen.
Aksus Intention lag darin, die Rollen unter der Bevölkerung aufzuteilen, wie es bei den italienischen Filmemachern des Neorealismus üblich war. Sein Ziel war es, sowohl die Ästhetik der naiven Spielweise von Laiendarstellern im Bild festzuhalten, als auch den örtlichen Dialekt und den Gestus einzubeziehen, und auf dieser Grundlage einen echten, unverfälschten Film zu machen. Von seiner künstlerischen Position her beruft er sich auf die These des bekannten Theoretikers John Huizinga, die dieser in „Homo Ludens – Vom Ursprung der Kultur im Spiel” aufstellt, dass „jeder Mensch überall im Leben des Spieles bedarf“. Aus eigener Erfahrung wusste er, dass die Bevölkerung von Mugla, dem antiken Karien, der Tradition von Tragödie, Komödie und Sagen verbunden ist und deshalb setzte er sich zum Ziel, diese Tradition herauszuarbeiten.
Unsere Zeit schaffe ein Heer von „Fachidioten“, gibt Aksu zu bedenken. Für jeden stünde nur sein eigener Beruf im Mittelpunkt, und parallel dazu seien Kunst und Künstler Gefangene ihres eigenen Fachbereichs. Dabei könne jeder Mensch Kunst schaffen, als Schauspieler ein Spiel präsentieren, Musik machen oder ein Auto reparieren. Die Beschränkung des Fachwissens auf einen einzigen Bereich bedeute Isolation vom gesellschaftlichen Leben. Aus diesem Grunde habe er sich bei seinem Projekt „Ice Cream, I Scream“ nicht für professionelle Schauspieler, sondern für die einheimische Bevölkerung entschieden.
Die im Rahmen des Projekts unter den Bewerbern aus der Umgebung ausgewählten Personen erhielten einige Wochen lang Basis-Schauspielunterricht. Dabei ging es vor allem um Übungen, wie man sich vor der Kamera unverkrampft bewegt und seine Innenwelt aufdeckt. Wer anschließend keine der begehrten Rollen erhielt, wurde in Bereichen wie Requisite, Kostüm, Produktion und Technik eingesetzt und konnte so seinen Beitrag zum Gelingen von „Ice Cream, I Scream“ leisten.
Abgesehen von der vom Ministerium für Kultur zur Verfügung gestellten finanziellen Förderung, wurden für die Produktion des Films keine weiteren Mittel verwendet. Erwähnt werden muss an dieser Stelle jedoch, dass die Bevölkerung von Mugla und den umliegenden Ortschaften dem Film tatkräftig materielle und ideelle Unterstützung zukommen ließ. Neben dem Regierungspräsidium, der Stadtverwaltung und den Dorfvorstehern waren es vor allem die Handwerker und Kaufleute von Mugla und Ula, die dem Film ihre logistischen Hilfeleistungen zukommen ließen. „Wir wollten ein Projekt verwirklichen, auf das nicht nur die Bevölkerung von Mugla und Umgebung, sondern auch der türkische Film stolz sein kann“, erklärten Aksu und Dağdeviren, „und wir behaupten, dass „Ice Cream, I Scream“ zu jenen Filmen gehört, von denen man sprechen wird.
Schon jetzt liegen für diesen aufrichtigen, von Herzen kommenden Film über eine Geschichte aus unserem Alltag etliche Einladungen zu internationalen Filmfestivals vor. Als Zeichen des Dankes an Mugla fand die Premiere von „Ice Cream, I Scream“ in Mugla statt. Der Film, in jeder Phase der Dreharbeiten ein Gemeinschaftswerk, brachte die Produzenten in einer den ganzen Sommer über andauernden Tournee in engen Kontakt mit der Bevölkerung. Festlichkeiten größeren Ausmaßes begleiteten den Film überall, wo er gezeigt wurde. In Kleinstädten und Dörfern ließ er Festtagsstimmung aufkommen,
und er stieß auf die ungeteilte Begeisterung der Zuschauer.
http://www.maxximumfilm.com/basinbulteni/Pressemitteilung%20Ice%20Cream %20kurz.doc (http://www.maxximumfilm.com/basinbulteni/Pressemitteilung%20Ice%20Cream %20kurz.doc)
:aferin: :aferin: wollte meine freude mit euch teilen:aferin: