Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hans-Peter Raddatz: Die türkische Gefahr?
Die Gefahr vom Bosporus
von Friedrich Pohlmann
Europäische Politiker und Journalisten besitzen über die Türkei zumeist nur recht oberflächliche Kenntnisse. Deshalb nutzen sie gern Angebote türkischer Stichwortgeber und fabrizieren aus Schlagworten wie "Laizismus", "Demokratie", "Liberalisierung" Ansichten, die dieses Land als weitgehend europäisiert erscheinen lassen. Konfrontiert mit archaischen Phänomenen wie den "Ehrenmorden" oder repräsentativen türkischen Reaktionen auf den Genozid an den Armeniern, entsteht immer wieder die irritierende Ahnung, daß es sich bei derartigen Bildern um Wunschbilder handeln könnte, die, teils eher wortmagischen Beschwörungsversuchen ähnelnd, eine markant andere Wirklichkeit nicht zu erreichen vermögen. Erschwert wird die Auseinandersetzung durch die keineswegs nur unterschwellige Tendenz mancher Publizisten und Politiker, kritische Sichtweisen auf die Türkei von vornherein als "rechts", "ausländerfeindlich" etc. zu diskreditieren.
Da ein Beitritt der Türkei zur EU nach der Entscheidung über die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen nur eine Frage der Zeit sein dürfte, dieser Beitritt aber für den Charakter der EU und die Zukunft Deutschlands von so fundamentaler Bedeutung ist, sollte der deutschen Bevölkerung durch vorbehaltlose Aufklärung eine Chance gegeben werden, noch einen gewissen Einfluß auf bisher weitgehend vordemokratisch abgelaufene Entscheidungsprozesse nehmen zu können. Wer an einer Korrektur harmonisierender Türkeibilder interessiert ist, findet dafür im jüngsten Buch des Orientalisten Hans-Peter Raddatz reichlich Stoff.
Eine von Raddatz' Stärken ist die Langzeitperspektive. Damit nimmt er bewußt eine Gegenposition zum "Momentismus" im "postmodernen" Westen ein, zu jener kulturellen und politischen Blickverengung auf die Gegenwart, die er zu Recht als eine der zentralen Schwächen "westlichen" Selbstverständnisses begreift.
Das Zentralmerkmal türkischer Kollektividentität nennt er "Turkislam". Dabei handelt es sich um ein primär ethnisch ausgerichtetes Selbstverständnis, für das der Religionsbezug an zweiter Stelle steht. Raddatz beschreibt dessen Entwicklung von der vorislamischen Zeit bis heute und zeigt, wie sehr die Eliten des Landes es verstanden haben, die Religion zu kontrollieren, zu instrumentalisieren. Die jüngeren Varianten des Turkislam waren nationalistisch und rassistisch geformt und haben sich vornehmlich in der Gewaltpraxis gegen Armenier und Kurden aktualisiert. In der Gegenwart bezeichnet der "Turkislam" mit seiner Betonung kollektiver Einheit und der weitgehenden Unterbindung kritischer kultureller Selbstreflexion ein Gegenprinzip zur westlichen Selbstrelativierung.
Man findet in Raddatz' weitausholenden historischen Darstellungen über die Unterschiede zwischen türkischer und europäischer Entwicklung neue Gesichtspunkte zu Max Webers Thesen vom "okzidentalen Sonderweg", und sie machen zudem deutlich, wie mißverständlich die Begriffe "Verwestlichung" und "Säkularisierung" auch für die Prinzipien Atatürks sind. Tatsächlich habe Atatürk mit seiner Begrenzung und instrumentalisierenden Kontrolle der Religion nur ein altes "turkislamisches" Grundmuster effektiviert. Für die Zeit nach 1949, als der Türkei mit dem "Kalten Krieg" eine herausgehobene geostrategische Rolle zufiel, wurde der Säkularismus auch de facto beendet. Das läßt sich am mächtigen staatlichen Präsidium für religiöse Angelegenheiten aufzeigen, aber genauso an der Unterdrückung des Christentums. Gegenwärtig wächst die gesellschaftliche und staatlich-politische Bedeutung des Islam massiv.
Die meisten sozialen Probleme in der Türkei resultieren aus der rasanten Zunahme der Bevölkerung, die - größtenteils unqualifiziert und traditionell desinteressiert an Bildung - sich in den "Gezekondu", den chaotisch wachsenden Massenvierteln der Großstädte sammelt und Arbeitsmarkt und Infrastruktur völlig überfordert. Die Hoffnung auf "Lösung" dieser Probleme durch die EU ist für Raddatz eines der zentralen Motive türkischer Europapolitik. Bereits für das Jahr 2015 wird die Zahl der Migrationswilligen auf etwa zehn Millionen geschätzt, von denen sich der größte Teil nach Deutschland wenden würde. Schon das macht schlaglichtartig deutlich, daß sich die EU und Deutschland an der Aufnahme der Türkei verheben könnten. Raddatz kulturhistorische und soziologische Analysen schärfen, trotz mancher polemischer Überzeichnungen, das Bewußtsein für diese Gefahr.
Hans-Peter Raddatz: Die türkische Gefahr? Herbig, München. 287 S., 19,90 EUR.
http://www.welt.de/data/2005/05/21/720734.html
Welche eine Überraschung, dass dieses Buch ausgerechnet von "Die Welt" vorgestellt wird...
Was für ein H....n!
Immer die gleiche verdammte Leier, ich kann sie wirklich nicht mehr hören!
Was für ein H....n!
Immer die gleiche verdammte Leier, ich kann sie wirklich nicht mehr hören!
Das entspricht sicher nicht zu deinem hochstiriliserten Bild von Türkei, oder?
na ja, die Wahrheit ist leider oft schmerzhaft
Das entspricht sicher nicht zu deinem hochstiriliserten Bild von Türkei, oder?
na ja, die Wahrheit ist leider oft schmerzhaft
Es entspricht dem hochstilisierten Bild in Deutschland und wird von Leuten wie dir missbraucht.
Genau bei dem Vorgehen gegen Hans-Peter Raddatz werden wir daran gemessen wir integriert und selbstbewusst wir schon sind.
Hans-Peter Raddatz ist und bleibt trotz der Camouflage des Hetzblatts "Die Welt" ein Rassist - da haben sich wieder einmal tendenziöse Interessengruppen gefunden.
Hans-Peter Raddatz ist in meinen Augen der größte Türkenhasser, der es auch wagt öffentlich auszusprechen. So hat vor wenigen Monaten auf einer Livesendung bei Christiansen die Türken zweimal als Barbaren diffamiert.
***
hier (http://medienkritik.typepad.com/blog/2003/08/auch_die_nzz_fl.html)habe ich auch noch was gefunden
Aufschlußreiche Buchrezension:Tendenziöse Fehlinformation
"Die türkische Gefahr?" hätte eigentlich nicht mit einem Fragezeichen versehen werden müssen - denn für Hans-Peter Raddatz sind und waren "die Türken" stets eine Gefahr. In gehäßigem Stil entwirft er das verzerrte Bild eines seit seinem Bestehen gewalttätigen und rassistischen Volkes, das einem "Turkislam" anhängt und den "ethnischen Dschihad" pflegt. Kernproblem von Raddatz dürfte sein, dass er die Geschichtsbilder der türkischen Rechte und extremen Rechte (von der "Türkisch-islamischen Synthese" der 70er und 80er Jahre bis zu den türkischen Faschisten der Grauen Wölfe) ernst genommen und in antitürkischer Nuancierung auf die gesamte türkische Geschichte und Gegenwart angewandt hat. Was nicht in seine Absicht, vor den türkischen Barbaren zu warnen, paßt, wird verschwiegen oder verdreht (Bespiel türkische Invasion auf Zypern 1974: "Während die Griechen durch einen Regierungswechsel abgelenkt wurden, besetzten die Türken..."; dass dieser "Regierungswechsel" ein vom Athener Obristenregime gelenkter Militärputsch war, der die Verhältnisse auf Zypern nachhaltig verändert hätte, sagt Raddatz nicht.
Dazu kommen weitere sachliche und historische Fehler und Ungenauigkeiten, die das Buch als Einführung in die Materie - abgesehen von der angesprochenen tendenziösen Darstellung - weithin wertlos machen.
So sei insgesamt von einem Kauf gewarnt, sucht man einen Einstieg in die Thematik. Für jene, die sich bereits anderswo informiert haben, bietet das Buch vor allem eines: Gelegenheit, sich über diesen "Diskussionsbeitrag" zu ärgern.
Zitate: “ Im Zentrum des islamischen Rechts steht die Gewalt als Pflicht. Was man in Europa bislang nicht verstehen wollte oder konnte, ist die im Grunde einfache Dynamik einer vormodernen Ideologie, die sich religiös legitimiert. Sie besagt, daß Macht im Islam derjenige übernimmt, der den Geltungsanspruch des islamischen Rechts durchsetzt. Aus Sicht der europäischen Toleranzidee ergibt sich eine fatale Konsequenz: Die Muslime sind zur Anwendung von Gewalt nicht nur berechtigt, sondern um so mehr verpflichtet, je weiter sich die Geltung der Scharia ausbreitet. Innenminister Schilys "abstrakte Gefährdung" kann somit immer konkreter werden.“
„Auch die türkische Organisation Milli Görüsh (Nationale Weltsicht) lässt man gewähren, obwohl diverse Verfassungsschutzorgane sie als staatsfeindlich einstufen. Da erschien es nur logisch, dass man die islamistische Basispartei dieser Gruppe in der Türkei, die frühere Refah und jetzige AKP, nach ihrem Wahlsieg vom Herbst 2002 über Nacht zu "gemäßigten Islamisten" erklärte.“
Rezension: Dass erst die radikalen Reformen unter Recep Tayyip Erdogan das Tor nach Europa so weit aufgestoßen haben, ignoriert Raddatz. Stattdessen wird die Regierung in Ankara beharrlich als „Islamistenregime“ unter dem „Türkenführer“ Erdogan bezeichnet. Eine „Schleichislamisierung“ habe eingesetzt und längst auch Europa ergriffen. Zwar ist die Zuwanderung nach Deutschland seit Mitte der 90er rückläufig. Dennoch schwadroniert Raddatz, dass die Anatolier von der „Basistürkei“ aus in die nördlichen „Türkenkolonien“ ausschwärmen würden. Zu ihrem geistigen Gepäck gehöre der „Turk-Islam“. Was mit dem Begriff genau gemeint ist bleibt unklar – bedrohlich klingt er allemal. Es kommt noch dramatischer: „Um 2015 – spätester Termin des Beitritts und völliger Freizügigkeit – ist ein Mittelwert von 10 Millionen Menschen zu erwarten, die sich in Richtung Westeuropa in Bewegung setzen wird.“ Nicht nur, dass allgemein 2015 als frühester Zeitpunkt für eine mögliche Aufnahme gilt. Auch rechnet niemand mit völliger Freizügigkeit zu Beginn des Beitritts. Und auch in Ländern wie Spanien und Portugal ist nach Aufnahme in die damalige EG die Auswanderungswelle ausgeblieben. Der Grund: Die Mitgliedschaft im europäischen Klub bewirkte einen starken Wohlstandsschub.
Schuld an der „ungehemmten Zuwanderung“ sei ein „Leitkartell“ aus Medien, Parteien, Wirtschaft und Wissenschaft, das der Bevölkerung eine „diktatorische Minderheitenpolitik“ aufzwinge. Dazu zählt Raddatz auch das Verfassungsgericht. Indem die Entscheidung über das Kopftuch an die Länder verwiesen wurde, sei ein unnötiger „proislamischer Wettbewerb“ in Gang gesetzt worden. Eine fragwürdige Folgerung. Schließlich hat die Mehrzahl der Bundesländer ein Kopftuchverbot geplant oder bereits realisiert, wie zuletzt Hessen.
http://www.swr.de/report/archiv/sendungen/030721/04/hans-peter-raddatz.jpg
Es entspricht dem hochstilisierten Bild in Deutschland und wird von Leuten wie dir missbraucht.
Nein, das ist kein Missbrach..einfach eine realistische Betrachtung..
ich bin so, wie ich bin.. was kann man machen, wenn die ausländer die Türken besser analysieren, als die Türken selbst? ( das ist eben der Schicksal der Türken, weil es seit 200-300 jahren unverändert so ist)
ich brauche deswegen keinen Minderwertigkeitskomplex, wenn die Zeitung "die Welt" mein Land besser diagnostiziert, als hochgeschätzte(!) links-nationalistisch-kemalistische Blatt "Cumhuriyet"
***
hier (http://medienkritik.typepad.com/blog/2003/08/auch_die_nzz_fl.html)habe ich auch noch was gefunden
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In gehäßigem Stil entwirft er das verzerrte Bild eines seit seinem Bestehen gewalttätigen und rassistischen Volkes, das einem "Turkislam" anhängt und den "ethnischen Dschihad" pflegt. Kernproblem von Raddatz dürfte sein, dass er die Geschichtsbilder der türkischen Rechte und extremen Rechte (von der "Türkisch-islamischen Synthese" der 70er und 80er Jahre bis zu den türkischen Faschisten der Grauen Wölfe) ernst genommen und in antitürkischer Nuancierung auf die gesamte türkische Geschichte und Gegenwart angewandt hat. Was nicht in seine Absicht, vor den türkischen Barbaren zu warnen, paßt, wird verschwiegen oder verdreht (Bespiel türkische Invasion auf Zypern 1974: "Während die Griechen durch einen Regierungswechsel abgelenkt wurden, besetzten die Türken..."; dass dieser "Regierungswechsel" ein vom Athener Obristenregime gelenkter Militärputsch war, der die Verhältnisse auf Zypern nachhaltig verändert hätte, sagt Raddatz nicht.
(...)
Zitate:(...)
„Auch die türkische Organisation Milli Görüsh (Nationale Weltsicht) lässt man gewähren, obwohl diverse Verfassungsschutzorgane sie als staatsfeindlich einstufen. Da erschien es nur logisch, dass man die islamistische Basispartei dieser Gruppe in der Türkei, die frühere Refah und jetzige AKP, nach ihrem Wahlsieg vom Herbst 2002 über Nacht zu "gemäßigten Islamisten" erklärte.“
Rezension: Dass erst die radikalen Reformen unter Recep Tayyip Erdogan das Tor nach Europa so weit aufgestoßen haben, ignoriert Raddatz. Stattdessen wird die Regierung in Ankara beharrlich als „Islamistenregime“ unter dem „Türkenführer“ Erdogan bezeichnet. Eine „Schleichislamisierung“ habe eingesetzt und längst auch Europa ergriffen. Zwar ist die Zuwanderung nach Deutschland seit Mitte der 90er rückläufig. Dennoch schwadroniert Raddatz, dass die Anatolier von der „Basistürkei“ aus in die nördlichen „Türkenkolonien“ ausschwärmen würden.
Wenn Raddatz je ein Buch über Deutschland verfassen würde, müsste er nach seiner Logik schreiben, dass alle Deutschen Nazis sind.
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pardon, ben yazdiklarimi tekrar siliyorum..prensip olarak, piramsese cevap vermemek karari almistim.........
Welche eine Überraschung, dass dieses Buch ausgerechnet von "Die Welt" vorgestellt wird...
daha normal ne olabilirki dehoya , hepsi ayni serefsiz bunlarin
Der Schakal
22.05.05, 15:22
Nein, das ist kein Missbrach..einfach eine realistische Betrachtung..
ich bin so, wie ich bin.. was kann man machen, wenn die ausländer die Türken besser analysieren, als die Türken selbst? ( das ist eben der Schicksal der Türken, weil es seit 200-300 jahren unverändert so ist)
ich brauche deswegen keinen Minderwertigkeitskomplex, wenn die Zeitung "die Welt" mein Land besser diagnostiziert, als hochgeschätzte(!) links-nationalistisch-kemalistische Blatt "Cumhuriyet"
Herr Radatz lässt einzig und allein seinem Rassismus freien Lauf und das hat nichts mit "realistische Betrachtung" zu tun....
Piramses,
erzählt nix, Du hast ja das unrechtmäßige unrechtstattliche Verbot der Vakit-Zeitung durch das Innenministerium auch begrüßt. Nach Deiner Logik müsste man nun die Berichte der Vakit-Zeitung auch als "Analyse" Deines geliebten Landes sehen.
Wie wiedersprüchlich die Christen sind. :rolleyes:
Piramses,
erzählt nix, Du hast ja das unrechtmäßige unrechtstattliche Verbot der Vakit-Zeitung durch das Innenministerium auch begrüßt. Nach Deiner Logik müsste man nun die Berichte der Vakit-Zeitung auch als "Analyse" Deines geliebten Landes sehen.
Wie wiedersprüchlich die Christen sind. :rolleyes:
ich denke, piramses hat probleme...der fühlt sich als türke nicht wohl...
er versucht immer etwas gegen türkei oder gegen türkische gesellschaft zu schreiben...
und er denkt, er ist die einzige der denken kann.
Aufschlußreiche Buchrezension:Tendenziöse Fehlinformation
"Die türkische Gefahr?" hätte eigentlich nicht mit einem Fragezeichen versehen werden müssen - denn für Hans-Peter Raddatz sind und waren "die Türken" stets eine Gefahr. In gehäßigem Stil entwirft er das verzerrte Bild eines seit seinem Bestehen gewalttätigen und rassistischen Volkes, das einem "Turkislam" anhängt und den "ethnischen Dschihad" pflegt.
Kernproblem von Raddatz dürfte sein, dass er die Geschichtsbilder der türkischen Rechte und extremen Rechte (von der "Türkisch-islamischen Synthese" der 70er und 80er Jahre bis zu den türkischen Faschisten der Grauen Wölfe) ernst genommen und in antitürkischer Nuancierung auf die gesamte türkische Geschichte und Gegenwart angewandt hat. Was nicht in seine Absicht, vor den türkischen Barbaren zu warnen, paßt, wird verschwiegen oder verdreht (Bespiel türkische Invasion auf Zypern 1974: "Während die Griechen durch einen Regierungswechsel abgelenkt wurden, besetzten die Türken..."; dass dieser "Regierungswechsel" ein vom Athener Obristenregime gelenkter Militärputsch war, der die Verhältnisse auf Zypern nachhaltig verändert hätte, sagt Raddatz nicht.
Dazu kommen weitere sachliche und historische Fehler und Ungenauigkeiten, die das Buch als Einführung in die Materie - abgesehen von der angesprochenen tendenziösen Darstellung - weithin wertlos machen.
So sei insgesamt von einem Kauf gewarnt, sucht man einen Einstieg in die Thematik. Für jene, die sich bereits anderswo informiert haben, bietet das Buch vor allem eines: Gelegenheit, sich über diesen "Diskussionsbeitrag" zu ärgern.
Zitate:
“ Im Zentrum des islamischen Rechts steht die Gewalt als Pflicht. Was man in Europa bislang nicht verstehen wollte oder konnte, ist die im Grunde einfache Dynamik einer vormodernen Ideologie, die sich religiös legitimiert. Sie besagt, daß Macht im Islam derjenige übernimmt, der den Geltungsanspruch des islamischen Rechts durchsetzt. Aus Sicht der europäischen Toleranzidee ergibt sich eine fatale Konsequenz: Die Muslime sind zur Anwendung von Gewalt nicht nur berechtigt, sondern um so mehr verpflichtet, je weiter sich die Geltung der Scharia ausbreitet. Innenminister Schilys "abstrakte Gefährdung" kann somit immer konkreter werden.“
„Auch die türkische Organisation Milli Görüsh (Nationale Weltsicht) lässt man gewähren, obwohl diverse Verfassungsschutzorgane sie als staatsfeindlich einstufen. Da erschien es nur logisch, dass man die islamistische Basispartei dieser Gruppe in der Türkei, die frühere Refah und jetzige AKP, nach ihrem Wahlsieg vom Herbst 2002 über Nacht zu "gemäßigten Islamisten" erklärte.“
Rezension:
Dass erst die radikalen Reformen unter Recep Tayyip Erdogan das Tor nach Europa so weit aufgestoßen haben, ignoriert Raddatz. Stattdessen wird die Regierung in Ankara beharrlich als „Islamistenregime“ unter dem „Türkenführer“ Erdogan bezeichnet. Eine „Schleichislamisierung“ habe eingesetzt und längst auch Europa ergriffen. Zwar ist die Zuwanderung nach Deutschland seit Mitte der 90er rückläufig. Dennoch schwadroniert Raddatz, dass die Anatolier von der „Basistürkei“ aus in die nördlichen „Türkenkolonien“ ausschwärmen würden. Zu ihrem geistigen Gepäck gehöre der „Turk-Islam“. Was mit dem Begriff genau gemeint ist bleibt unklar – bedrohlich klingt er allemal. Es kommt noch dramatischer: „Um 2015 – spätester Termin des Beitritts und völliger Freizügigkeit – ist ein Mittelwert von 10 Millionen Menschen zu erwarten, die sich in Richtung Westeuropa in Bewegung setzen wird.“ Nicht nur, dass allgemein 2015 als frühester Zeitpunkt für eine mögliche Aufnahme gilt. Auch rechnet niemand mit völliger Freizügigkeit zu Beginn des Beitritts. Und auch in Ländern wie Spanien und Portugal ist nach Aufnahme in die damalige EG die Auswanderungswelle ausgeblieben. Der Grund: Die Mitgliedschaft im europäischen Klub bewirkte einen starken Wohlstandsschub.
Schuld an der „ungehemmten Zuwanderung“ sei ein „Leitkartell“ aus Medien, Parteien, Wirtschaft und Wissenschaft, das der Bevölkerung eine „diktatorische Minderheitenpolitik“ aufzwinge. Dazu zählt Raddatz auch das Verfassungsgericht. Indem die Entscheidung über das Kopftuch an die Länder verwiesen wurde, sei ein unnötiger „proislamischer Wettbewerb“ in Gang gesetzt worden. Eine fragwürdige Folgerung. Schließlich hat die Mehrzahl der Bundesländer ein Kopftuchverbot geplant oder bereits realisiert, wie zuletzt Hessen.
Noch was zu Raddatz:
Gutachten über Diskussionsteilnehmer Prof. Hans-Peter Raddatz
Textprobe (gefettet von HK):
„Den Muslimen gilt die Gründung Israels 1947 als Beweis für die zionistische "Weltherrschaft", der wiederum der "Vasall Amerika" zu Diensten ist.
Auch die Muslimbruderschaft reagierte mit Nachdruck auf den neuen Judenstaat. Dieser 1928 gegründete Kampfkader betreibt die Radikalisierung wichtiger Länder des Islam mit Israel als oberstem Feindbild. Medial versiert, kooperiert er betont mit den Wahhabiten Saudi-Arabiens, den Islamisten Ägyptens und Pakistans, den Palästinensern sowie den "gemäßigten" Islamisten der Türkei.
Indem er nach seiner "Flucht" aus Mekka die Juden beseitigte, machte sich schon der Prophet selbst zum Vorbild ihrer Verfolgung. Sein "Modell von Medina" wurde zum Gründungsmythos des Islam, auf dem auch die aktuelle Propaganda fußt. Die "Schriftverfälscher", die Vertreter der falschen Religionen, mussten lernen, dass ihre Existenz eher Tieren als Menschen entspricht.
Koran und Tradition vergleichen Juden - teilweise auch Christen - mit "Schweinen" und "Affen", ein biologisches Ordnungsdenken, das höchsten Autoritäten des Islam zufolge bis heute gilt. Die Enthumanisierung der "Ungläubigen" hat diese einem Dauerdruck ausgesetzt, der - siehe Sudan - ungebrochen fortlebt. Nach wie vor gelten sie als "Bindeglied zwischen Mensch und Tier", die man als "Sklaven der Gläubigen" nutzen oder anderweitig entsorgen muss. Ohne diese Regel "politischer Korrektheit" sind Karrieren in den "modernen" arabischen Medien kaum denkbar.“
Derzeit dürfte es keine Religion geben, die von radikalen Strömungen stärker gefährdet ist als der Islam. Dies hat auch mit der hohen Reproduktionsrate zu tun. Im Schnitt liegt sie etwa dreimal so hoch wie im Westen.
Kommentar: Raddatz behauptet, im Koran würden Juden und "teilweise auch Christen" mit Schweinen und Affen verglichen.
Die einzige hierfür in Frage kommende Stelle (5/60) des Korans lautet in einer deutschen Übersetzung:
"Sprich: 'Soll ich euch über die belehren, deren Lohn bei Allah noch schlimmer ist als das? Es sind, die Allah verflucht hat und denen Er zürnt und aus denen Er Affen, Schweine und Götzendiener gemacht hat. Diese befinden sich in einer noch schlimmeren Lage und sind noch weiter vom rechten Weg abgeirrt.'"
Tatsächlich werden hier "Affen, Schweine und Götzendiener" in einem Satz genannt, tatsächlich werden die "Götzendiener" aber eben gerade nicht als "Affen" und "Schweine" bezeichnet. Leider gibt der Autor keinen Hinweis, worauf er seine Behauptung stützt, sie sollten als "Sklaven der Gläubigen" genutzt werden.
http://medienkritik.typepad.com/blog/2003/08/auch_die_nzz_fl.html (http://medienkritik.typepad.com/blog/2003/08/auch_die_nzz_fl.html)
Telli Baba
03.10.05, 23:17
Ist Hans-Peter Raddatz Deutscher oder Österreicher?
Falls er Deutscher sein sollte, so ist das der Beweis, daß die Entnazifizierung der Allierten nicht sauber durchgeführt worden ist. Denn wer so ein Gedankengut wie Hans-Peter Raddatz pflegt ist um keinen Deut besser als der Massenhetzer Dr. Joseph Goebbels.
Ist Hans-Peter Raddatz Deutscher oder Österreicher?
Falls er Deutscher sein sollte, so ist das der Beweis, daß die Entnazifizierung der Allierten nicht sauber durchgeführt worden ist. Denn wer so ein Gedankengut wie Hans-Peter Raddatz pflegt ist um keinen Deut besser als der Massenhetzer Dr. Joseph Goebbels.
"Der Stürmer " läst grüssen... :gewalt:
H-P-Raddatz währe wohl ein redakteuer dieses schmutzblattes geworden.
Hehehe, Raddatz als Julius Streicher!!!! :aferin:
Telli Baba
04.10.05, 10:43
"Der Stürmer " läst grüssen... :gewalt:
H-P-Raddatz währe wohl ein redakteuer dieses schmutzblattes geworden.
Man braucht nur Türke durch Jude ersetzen und schon hätte man einen Stürmerartikel. :(
http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/streicbio/200.jpg
Gedankengut passt ja schon :D
Telli Baba
04.10.05, 10:45
http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/streicbio/200.jpg
Gedankengut passt ja schon :D
'Hı!', demiş Hitler'in burnundan çıkmış... :D :D
Man braucht nur Türke durch Jude ersetzen und schon hätte man einen Stürmerartikel. :(
Abselout richtig!
'Hı!', demiş Hitler'in burnundan çıkmış... :D :D
Vallah burnundanmi yoksa baska yerindenmi cikmis bilemiyecegim :p
Telli Baba
04.10.05, 10:49
Vallah burnundanmi yoksa baska yerindenmi cikmis bilemiyecegim :p
Bilmekte istemiyorum açıkcası... :D
Bilmekte istemiyorum açıkcası... :D
Ich stelle mir gerade Adolf und julisus in besagter pose vor :D
Mann wie kriege ich das blos wieder aus meinem kopf :kafa:
Neues vom Kulturkampf
Marcus Hammerschmitt 23.10.2005
Wächst auch in Deutschland unter den Muslimen die Bereitschaft zum offenen Kampf gegen die Mehrheitsgesellschaft?
Nach Berichten (http://www.swr.de/nachrichten/rp/-/id=1682/nid=1682/did=746178/jehsjy/) (1) des Politmagazins "report Mainz" sind auf einer islamistischen Website massive Drohungen gegen den islamkritischen Orientalisten Hans Peter Raddatz ausgesprochen worden. Ist damit die islamistische Gewalt nach Deutschland gekommen?
Gegenfrage: War sie nicht schon längst hier? Gibt es nicht schon länger auch hierzulande so genannte Ehrenmorde (http://jungle-world.com/seiten/2005/38/6285.php) (2), sind nicht in verschiedenen deutschen Städten islamistische Terrorzellen aktiv gewesen, um Attentate im Ausland zu planen (http://www.nzz.ch/2004/03/22/al/article9HF68.html;jsessionid=C B162974BE88B21930FD534B9065DF3 6) (3), haben sich nicht zum Islam bekehrte Deutsche im Ausland als islamistische Gotteskrieger betätigt (http://www.netzeitung.de/spezial/kampfgegenterror/243140.html) (4), und wurde nicht erst kürzlich ein Server in Düsseldorf entdeckt, der in türkischer Sprache munter die Medienoffensive der Al Qaida unterstützte (http://www.zdnet.de/news/security/0,39023046,39137474,00.htm) (5)?
Die Frage wäre also angesichts des Ist-Zustandes nicht etwa lauten, ob "es" jetzt passiert ist, sondern eher, was denn nun schon wieder los ist. Das kann man recht einfach und nüchtern so beschreiben: der Orientalist Klaus Peter Raddatz hat einige Dinge gesagt und geschrieben, die einer bestimmten Fraktion der Muslime hier in Deutschland nicht gefallen, und auf der einschlägig bekannten Seite Muslim-Markt rief dann diese Sorte Muslime den Zorn ihres Gottes auf das Haupt von Klaus Peter Raddatz herab. Dort stand bis vor kurzem zu lesen:
Lassen Sie uns doch gemeinsam folgendes Gebet beten: "Wenn der Islam so ist, wie Herr Raddatz es immer wieder vorstellt, dann möge der allmächtige Schöpfer alle Anhänger jener Religion vernichten! Und wenn Herr Raddatz ein Hassprediger und Lügner ist, dann möge der allmächtige Schöpfer ihn für seine Verbrechen bestrafen und diejenigen, die trotz mehrfacher Hinweise auf die verbreiteten Unwahrheiten von Herrn Raddatz, immer noch darauf bestehen, auch.
Zwar meint Jochen Bittner in einem Blogeintrag (http://blogg.zeit.de/bittner/eintrag.php?id=225) (6) bei der ZEIT, der Text sei inzwischen gelöscht worden. Im Internet-Forum der Muslim Markt-Macher bei dem Provider Parsymony ist er aber immer noch in leicht veränderter Form nachzulesen. Der Name Raddatz wurde durch "XXX" ersetzt, der ganze Passus ist eingebettet in eine Erklärung (http://f25.parsimony.net/forum63498/messages/36278.htm) (7) zur Löschung des Originalbeitrags (Stand 22.10.05).
Die benutzten Formulierungen sind nach "report Mainz" von Islamkundlern als Todesdrohung verstanden worden, so zum Beispiel von Prof. Ursula Spuler-Stegemann (Universität Marburg) und Prof. Tilman Nagel (Universität Göttingen). Jochen Bittner weiß zu berichten, das BKA sehe in dem Text keinen Mordaufruf. Warum Raddatz dann allerdings unter Personenschutz (http://www.faz.net/s/Rub61EAD5BEA1EE41CF8EC898B14B0 5D8D6/Doc~EF348184378FE41679DBF96C5C 55A2211~ATpl~Ecommon~Scontent. html) (8) steht, ist schwer zu verstehen.
Wie auch immer - was an H. P. Raddatz hat nun die besagte Moslemfraktion dazu gebracht, in einen Ton zu verfallen, der für einige Beobachter nach Mordhetze riecht? Herr Raddatz sagt zum Beispiel: Frauen werden im Islam massiv unterdrückt. Die Türkei ist nicht wirklich laizistisch, demokratische Standards sind dort weitgehend Theorie. Ein wörtlich genommener Islam ist mit jeder sinnvollen Vorstellung von Demokratie unvereinbar. Der politische Islam in Deutschland hat eine antidemokratische Agenda, die hinter Lippenbekenntnissen zu Demokratie und Rechtsstaat verborgen wird.
Nun gibt es ja einiges an Herrn Raddatz zu kritisieren. Hinter der schleichenden Islamisierung Europas scheint ihm irgendwie auch die USA zu stecken (http://www.welt.de/data/2004/08/14/319041.html?prx=1) (9). Genehm vergisst er, dass wilhelminische Beamte und Militärs im ersten Weltkrieg mal eben den Dschihad miterfanden, als sie den Islam gegen die feindlichen Alliierten in Stellung bringen (http://zeus.zeit.de/text/2004/09/A-Dt_Jihad) (10) wollten.
Was die deutsch-türkischen Beziehungen angeht, bleibt festzuhalten, dass die Anwesenheit von 2 bis 2,5 Millionen Türken in Deutschland auf den Wunsch des deutschen Kapitals in der Nachkriegszeit zurückgeht, möglichst billige Industriearbeiter nach Deutschland zu locken und aus ihnen herauszuholen, was herauszuholen war - teilweise unter Bedingungen, die jeder Beschreibung spotten. Dass das Konsequenzen für die Beziehungen der beiden Länder und ihrer Mehrheitskulturen haben musste, liegt auf der Hand. Auch scheint Hans Peter Raddatz am Christentum nur zu stören, dass es in letzter Zeit dem Islam zu sehr entgegenkommt (http://zeus.zeit.de/text/2004/09/A-Dt_Jihad) (11).
Woher diese erstaunliche Kompatibilität stammt, will er anscheinend nicht wissen, prinzipielle Religionskritik ist von ihm nicht zu erwarten. Insgesamt kann man bei ihm eine Tendenz zur Pauschalisierung feststellen, die ihn beim Thema Zuwanderung die feine Linie zwischen zugespitzter Argumentation und mehr oder minder geschickt verbalisierter Xenophobie bisweilen überschreiten lässt. Aber all das ist es ja nicht, was die Islamisten an Raddatz stört. Vielmehr reizt sie, dass hier jemand den Islam grundsätzlich kritisiert und ihm Modernisierungs- und Demokratiefähigkeit rundweg abspricht. Dass er der uninformierten "Toleranz", die eigentlich eine Form von geistiger Trägheit ist, ein deutliches "So nicht!" entgegenhält. Und wenn man das nicht mehr tun kann, wenn die Thesen von Raddatz nicht mehr frei diskutierbar sind, weil sie mit zweideutigen Drohungen aus dem islamistischen Lager beantwortet werden, dann haben wir hier ein Problem, das ernst genommen werden muss.
Ob der Islam so interpretiert werden kann, wie die Islamisten verschiedenster Art das tun, oder ob er nicht sogar so verstanden werden muss, ob die Koranzitate von Raddatz herausgerissen und verfälscht sind, wie seine Gegner behaupten, ob nicht er der wahre Hetzer ist, wie sie meinen (http://www.steinbergrecherche.com/raddatz.htm) (12), davon sollte sich vielleicht jeder selbst ein Bild machen, und der Suhrkamp Verlag schickt sich an, dabei zu helfen: Bald soll dort eine aktuelle Neuübersetzung des Korans herauskommen (http://www.netzeitung.de/kultur/363877.html) (13). Lektüre tut not.
Links
(1) http://www.swr.de/nachrichten/rp/-/id=1682/nid=1682/did=746178/jehsjy/
(2) http://jungle-world.com/seiten/2005/38/6285.php
(3) http://www.nzz.ch/2004/03/22/al/article9HF68.html;jsessionid=C B162974BE88B21930FD534B9065DF3 6
(4) http://www.netzeitung.de/spezial/kampfgegenterror/243140.html
(5) http://www.zdnet.de/news/security/0,39023046,39137474,00.htm
(6) http://blogg.zeit.de/bittner/eintrag.php?id=225
(7) http://f25.parsimony.net/forum63498/messages/36278.htm
(8) http://www.faz.net/s/Rub61EAD5BEA1EE41CF8EC898B14B0 5D8D6/Doc~EF348184378FE41679DBF96C5C 55A2211~ATpl~Ecommon~Scontent. html
(9) http://www.welt.de/data/2004/08/14/319041.html?prx=1
(10) http://zeus.zeit.de/text/2004/09/A-Dt_Jihad
(11) http://zeus.zeit.de/text/2004/09/A-Dt_Jihad
(12) http://www.steinbergrecherche.com/raddatz.htm
(13) http://www.netzeitung.de/kultur/363877.html
Telepolis Artikel-URL: http://www.telepolis.de/r4/artikel/21/21190/1.html (http://www.telepolis.de/r4/artikel/21/21190/1.html)
Leute, das Problem - und ich habe es anderenorts bereits formuliert - ist, daß dann solche "Amok-Beter", wie die Brüder Ö. dann gleichgesetzt werden: erstmal Türke. Wenn sie in irgendeinem ihrer Beiträge vom "noch nicht vollständig eroberten Europa" schreiben, und dann noch daruf hingewiesen wird, daß viele Moscheen, (gefühlt viele Moscheen) "Fatih Cami" heißen, dann läuft es vielen natürlich kalt den Rücken runter. Und wer solche "Verteidiger" hat, wie Prof. Steinbach, der sagt, "die Muslime" seien von Herrn Raddatz provoziert worden, der braucht dann auch keine Feinde mehr.
Seht Euch mal diese Beiträge an (http://www.myblog.de/kewil/art/2162211#comm)
Auch, wenn ich vieles von dem, was da steht, in seiner Bewertung nicht teilen kann, so muß man die ehrliche Besorgnis dieser Leute doch ernst nehrmen. Das sind nicht alles "Stürmer" und ich glaube, daß diese Bezeichnung auch Herrn Raddatz nicht gerecht wird. Ich denke, daß er aus gutem Grund zu den Bearbeitern der aktuellen ausgabe der Leidener Encyclopaedia of Islam gehört.
Und was er auch schreibt: nichts und niemand hat das Recht, hier so eine Nummer, wie diese Mubahala-Arie durchzuziehen. Herr YÖ ist viom BKA auch nur insoweit entlastet, als es sich eben nicht um einen juristisch angreifbaren Mordaufruf handelt, sondern um eine atmosphärische Wirkung. Raddatz soll - was ich durchaus glaube - mittlerweile an die 200 Mordaufrufe bekommen haben. Und dafür trägt Dr. YÖ die Verantwortung.. Punkt.
Warum beteiligen wir uns nicht an der von islam.de angeregten Diskussion (so das Angebot denn ehrlich gemeint ist)?
Und noch einer: ich glaube, De la Hoya hat sich hier sehr kritisch über wikipedia geäußert. ich sehe das nicht so, sondern bin gerade dabei, mich mit dem Artikel
über die Dhimmis (http://de.wikipedia.org/wiki/Dhimma)
zu beschäftigen.
Im Abschnitt: "Definitionen" ist alles nach "Mittlerweile" von mir. Die Sätze über das osmanische Millet-System habe ich "aus der Hüfte geschossen" auf Bitten einer Moderatorin eingefügt, ich bin sicher, das könnte irgendjemand von Euch verbessern.
Ich denke, wir sollten uns einschalten und sehr viele von Euch (deswegen bin ich ja so gerne hier in diesem Forum) haben auch das Potential dazu. Ich möchte kewil auch gerne einladen, sich dieses Forum mal anzusehen - oder vielleicht macht das jemand von den admins "offiziell"?
Ach weisste bigberta,
Deutschland gewährt allen möglichen Spinnern Zuflucht. Das beste Beispiel ist Kaplan. Die Türkei verlangte jahrelang die Ausweisung, denn dieser Mensch ist gefährlich. Aber nein. der wird hier gepflegt, weil man hofft ihn irgendwann gegen die Türkei einsetzten zu können.
Nur was man halt vergisst ist, wenn man sich die SChlange ins Bett holt, wird man auch selbst gebissen. Genau das passiert.
Alle Extremisten die in der Türkei nicht predigen dürfen, tun das halt hier in D. in den Hinterhören. Schuld sind NUR die Deutschen.
Herr Hans-Peter Raddatz hatte auch in seiner Monographie "Türkische Gefahr" eine herabsetzende Aussage über die Alewiten verfasst:
"Parallele zu den Bektashi wiesen die Kizilbash (Rotköpfe) auf. [...] Ebenso verweisen ihre Kulte mit Wein, Tänzen und Sexualriten auf die vorchristlichen Mysterien des Altertums." (Raddatz 2004: 43)
Raddatz, Hans-Peter
Die Türkische Gefahr?
Herbig verlag
München 2004
Ich denke, allein an diesem Satz läßt sich sein "Kenntnisstand" über Türken, Zypern, Muslime, Islam am besten ablesen.
Ich pädiere für eine wissenschaftliche Auseinanderstezung mit ihm, zumal er von glaubensfanatischen Extremisten im Internet bedroht worden sein soll und von den hiesigen Medien zu einem über den Islam die Wahrheit sagenden und deswegen den Zorn der Mullahs auf sich ziehenden "Islamexperten" hochstilisiert werden kann.
Ihr wisst doch, dass vor dem Hintergrund des 11.September und dem Van-Gogh-Mord sowie die Beiträge über "Ehrenmorde" eine Klima der sozialen Kontrolle und ein Generalverdacht der Muslime und indirekt auch auf Türken
herrscht und mit der Anti-Islamismus- und Integrationskeule berechtigte Einwände gegen anti-muslimische oder anti-türkische Verlautbarungen, Verhaltensweisen und Publikationen beseitigt werden können.
Daher sollte man Autoren wie Raddatz nur kritisieren und gegen ihn mit dem Hinweis darauf protestieren, wo er eigentlich von den wissenschaftlichen Fakten abweicht und anfängt, tendenziös und beleidigend zu werden.
Unten ist ein Protest-Schreiben des AABF-Bildungsbeauftragten Ismail Kaplan an den Ansprechpartner des Krelinger Freizeit- und Tagungszentrums, Prediger Friedhelm Schröder, gerichtet. Dieses christliche Vereinigung hatte Raddatz als Redner über den Islam eingeladen.
http://www.aleviyol.com/raddatzatepkilersuruyor.htm
Almanya Alevi Birlikleri Federasyonu
Alevitische Gemeinde Deutschland e. V.
Stolberger Str. 317-
50933 Köln -
Tel.: 02 21/94 98 560 -
Fax: 02 21/94 98 56 10
Köln, den 15.11.2004
Krelinger Freizeit- und Tagungszentrum
Z. Hd. Prediger Friedhelm Schröder
29664 Walsrode
Fax: 05167 970160
grz@grz-krelingen.de
Betr.: Islam- Konferenz von 19-21.11.04
Sehr geehrter Herr Schröder,
ich bin der Bildungsbeauftragter der Alevitischen Gemeinde Deutschland und wurde durch Herrn Dr. Klaus Thimm auf Ihre Veranstaltung am 19/ 20 November mit Herrn Dr. Raddatz aufmerksam gemacht. Ich bin sehr überrascht, dass Sie als ein Prediger einer angesehenen christlichen Kirche Herrn Raddatz als Hauptreferent, der als Plemiker gilt, zu Ihrer Islam- Konferenz einlagen und ihm eine großzügige Möglichkeit geben, ohne Differenzierung gegen Islam bzw. gegen Türken zu schimpfen.
Ich bin in der Regel dafür, dass der Islam ausführlich behandelt werden soll und zwar als eine Religion, die auch wie das Christentum unterschiedliche Interpretationen aufweist. Herr Raddatz behandelt jedoch den Islam z. B. in seinem Buch „Der heilige Krieg..“ als eine homogene Einheit (wie auch die Wahhabiten es gerne tun) und in dieser Gesellschaft Ängste gegen Islam schürt. Damit stellt er den Islam insgesamt als Feind der Westen dar. Er gibt durch seine Haltung eine Unterstützung sowohl den Nationalsozilisten als auch den Radikalislamisten in deren eigenen Positionen.
In seinem Buch "Die türkische Gefahr?" hat Hans-Peter Raddatz auf Seite 43. die Aleviten mit der unwahren Darstellung mit folgenden Vorurteilen beleidigt: "Parallele zu den wiesen die Kizilbash (Rotköpfe) auf. [...] Ebenso verweisen ihre Kulte mit Wein, Tänzen und SEXUALRITEN auf die vorchristlichen Mysterien des Altertums."
Herrn Raddatz betrachten die Aleviten mit dieser seiner Äußerung als Unruhestifter und Rassist. Seine Behauptung hat er -ohne eigene Recherche von den alten sunnitisch osmanischen Quellen übernommen. Osmanische Geschichtsschreiber sahen die Aleviten als Feinde gegen ihre Macht an und beschimpften sie die Aleviten als Abtrünnigen. Im 21. Jahrhundert, in dem die Informationen in Sekundenschnelligkeit ganze Welt erreichen, übernimmt ein Historiker in Deutschland alte Beschimpfungen. Das ist unglaublich und eine Schande.
Die Alevitische Gemeinde Deutschland wird gegen ihn gerichtlich vorgehen, damit er seine unwahren Äußerungen widerruft.
Ich bin daran sehr interessiert, zu wissen, ob er bei Ihnen seine o. g. Äußerung korrigiert und sich bei den Kizilbas- Aleviten entschuldigt.
Ich sende Ihnen mit diesem Schreiben auch das Buch „Das Alevitentum“, das die Leserinnen und Leser über die Aleviten in Deutschland und ihren Glauben ausführlich informiert. Ich hoffe, dass Sie mich und meine Sorge verstehen.
Mit freundlichen Grüssen
Ismail Kaplan
Bildungsbeauftragter
http://www.aleviyol.com/raddatzatepkilersuruyor.htm
Herr Hans-Peter Raddatz hatte auch in seiner Monographie "Türkische Gefahr" eine herabsetzende Aussage über die Alewiten verfasst:
"Parallele zu den Bektashi wiesen die Kizilbash (Rotköpfe) auf. [...] Ebenso verweisen ihre Kulte mit Wein, Tänzen und Sexualriten auf die vorchristlichen Mysterien des Altertums." (Raddatz 2004: 43)
Das ist generell das Problem mit Raddatz.
Lassen wir mal außer Acht, dass er einfach nur ein Vollidiot ist, schnappt er sich jede noch so hirnrissige These und hält bzw. verkauft diese für bare Münze.
Egal ob Aleviten, Sunniten, Türken oder Marsmenschen.
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