Yakamoz
19.02.07, 13:56
Hiermit verleihe ich Uwe Wittstock das Seepferdchen Abzeichen in der Disziplin "Suggestiv Fragen". Mit ein paar Jahren Übung schafft er es vielleicht zum Profi und der Leser merkt es nicht.
"Die Türkei ist vielgestaltiger, als wir uns das vorstellen"
Gastland der Frankfurter Buchmesse 2008 soll die Türkei werden. Ein Land, in dem liberale Schriftsteller von Nationalisten bedroht werden. Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, erläutert auf WELT.de die Gründe für die Wahl.
Von Uwe Wittstock
Der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk wird von den Nationalisten in seinem Land bedroht und hat seine Heimatstadt Istanbul in Richtung USA verlassen. Die türkische Regierung unternahm bislang wenig, um nationalistische Aufwallungen zu dämpfen, denen der türkisch-armenische Journalist Hrant Dink zum Opfer fiel. Dennoch soll die Türkei der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2008 werden und das Kulturleben des Landes glanzvoll präsentieren. Über dieses Vorhaben sprach Uwe Wittstock mit dem Direktor der Frankfurter Buchmesse Juergen Boos.
WELT.de: Die türkische Regierung hat bislang wenig getan gegen die Bedrohung Orhan Pamuks durch die Nationalisten des Landes. Ist es unter diesen Umständen angebracht, die Türkei 2008 als Ehrengastland der Buchmesse zu empfangen?
Juergen Boos: Ich denke, das ist der beste Moment das zu tun, um der Diskussion über Liberalität in der Türkei mehr Raum zu verschaffen. Und auch, um mit einem Türkeibild aufzuräumen, das meiner Meinung nach verzerrt ist. Wir hatten viele Jahre Gelegenheit, auf der Buchmesse in Istanbul präsent zu sein, und ich hatte Gelegenheit, mit dem Kulturministerium der Türkei zu sprechen. Dabei stellt man fest, wie hoch die Unzufriedenheit ist unter den türkischen Intellektuellen über die jetzige Situation der Meinungsfreiheit in der Türkei und was diese Leute unternehmen, um die Situation zu ändern. Da kann es doch nur unsere Aufgabe sein, diese Leute nach Kräften zu unterstützen und ihnen - zum Beispiel durch eine Präsentation als Ehrengastland auf der Buchmesse - möglichst große internationale Resonanz zu verschaffen.
Weiter (http://www.welt.de/data/2007/02/19/1217810.html)
"Die Türkei ist vielgestaltiger, als wir uns das vorstellen"
Gastland der Frankfurter Buchmesse 2008 soll die Türkei werden. Ein Land, in dem liberale Schriftsteller von Nationalisten bedroht werden. Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, erläutert auf WELT.de die Gründe für die Wahl.
Von Uwe Wittstock
Der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk wird von den Nationalisten in seinem Land bedroht und hat seine Heimatstadt Istanbul in Richtung USA verlassen. Die türkische Regierung unternahm bislang wenig, um nationalistische Aufwallungen zu dämpfen, denen der türkisch-armenische Journalist Hrant Dink zum Opfer fiel. Dennoch soll die Türkei der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2008 werden und das Kulturleben des Landes glanzvoll präsentieren. Über dieses Vorhaben sprach Uwe Wittstock mit dem Direktor der Frankfurter Buchmesse Juergen Boos.
WELT.de: Die türkische Regierung hat bislang wenig getan gegen die Bedrohung Orhan Pamuks durch die Nationalisten des Landes. Ist es unter diesen Umständen angebracht, die Türkei 2008 als Ehrengastland der Buchmesse zu empfangen?
Juergen Boos: Ich denke, das ist der beste Moment das zu tun, um der Diskussion über Liberalität in der Türkei mehr Raum zu verschaffen. Und auch, um mit einem Türkeibild aufzuräumen, das meiner Meinung nach verzerrt ist. Wir hatten viele Jahre Gelegenheit, auf der Buchmesse in Istanbul präsent zu sein, und ich hatte Gelegenheit, mit dem Kulturministerium der Türkei zu sprechen. Dabei stellt man fest, wie hoch die Unzufriedenheit ist unter den türkischen Intellektuellen über die jetzige Situation der Meinungsfreiheit in der Türkei und was diese Leute unternehmen, um die Situation zu ändern. Da kann es doch nur unsere Aufgabe sein, diese Leute nach Kräften zu unterstützen und ihnen - zum Beispiel durch eine Präsentation als Ehrengastland auf der Buchmesse - möglichst große internationale Resonanz zu verschaffen.
Weiter (http://www.welt.de/data/2007/02/19/1217810.html)