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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zypern - Europas geteilte Insel von Olgun Bayrak



DeLaHoya
24.05.05, 20:11
Geschichte




Die strategisch günstige Lage Zyperns war und ist bis Heute ein wesentlicher Grund für die wechselvolle Vergangenheit. (Siehe Karte Nr. 1)


Die Insel trug den Beinamen "unsinkbares Schiff" da von ihr aus Nordafrika, der Nahe Osten und die türkische Schwarzmeerküste erreichbar ist.
Zypern ist auch eine wichtige Zwischenstation auf dem Seeweg nach Indien (Suez-Kanal) und zu den Ölfeldern des Nahen Ostens.


Zypern wurde schon in vorchristlicher Zeit von Griechen besiedelt und im 4. Jahrhundert dem Byzantinischen Reich eingegliedert.
1191 eroberten die Kreuzritter unter Richard Löwenherz die Insel.
1489 fiel Zypern an Venedig und wurde 1571 von den Osmanen erobert.
Mit dem Niedergang des Osmanischen Reichs kam der britische Imperialismus.
1878 schloss das Englische Empire einen "Beistandspakt" mit dem Osmanischen Reich, in welchem Zypern zur Besetzung und Verwaltung für 500 Millionen US-Dollar verpachtet wurde.
Im Gegenzug unterstütze das Empire die Osmanen im Türkisch-Russischen Krieg.
Mit dem Eintritt des Osmanischen Reichs in den 1. Weltkrieg auf Seiten der Mittelmächte (also auf Seiten der Feinde Englands) wurde die Insel von den Briten annektiert.
1925 wurde Zypern Kronkolonie und bis 1960 von Großbritannien regiert.

DeLaHoya
24.05.05, 20:12
Unabhängigkeitskrieg


Große Teile der griechischen Zyprioten forderten seit dem 19. Jahrhundert den Anschluss (griechisch: Enosis) an Griechenland. Diese Bestrebungen lebten nach dem 2. Weltkrieg verstärkt auf.
Seit 1955 führte die griechische Untergrundorganisation EOKA (Ethniki Organosisis Kyprion Agoniston = Nationale Organisation zypriotischer Kämpfer) einen blutigen Guerillakampf gegen die britische Kolonialmacht.
Ab 1958, am Höhepunkt des Unabhängigkeitskriegs, zogen sich die Briten zurück und überließen Griechenland und der Türkei die Friedensverhandlungen.
Zypern wurde am 16. August 1960 aufgrund des Züricher Abkommens zwischen den Schutz-/ Garantiemächten Großbritannien, Griechenland und der Türkei unabhängig.
Die Schutzmächte erhielten jedoch das Recht, bei einem Verstoß gegen die Verfassung oder in einem Kriegsfall einzugreifen.
Erster Staatspräsident wurde Erzbischof Makarios

DeLaHoya
24.05.05, 20:12
Der Bürgerkrieg/Entstehung des Zypernkonflikts


Der eigentliche Zypernkonflikt entstand in der Zeit von der Gründung der Republik Zypern 1960 bis zur türkischen Militärintervention 1974.
Obwohl Erzbischof Makarios ein Verfechter der Enosis-Idee war, verfolgte er Innenpolitisch eine "Politik des Erreichbaren".
Er erkannte, dass er die Enosis in absehbarer Zeit nicht erreichen kann. Daraufhin versuchte er die Verfassung zu ändern.
Kennzeichnend für die Verfassung von 1960 ist der Dualismus von griechischer Mehrheit und türkischer Minderheit.
Alle Staatsorgane wurden laut Verfassung im Verhältnis 70:30 besetzt, obwohl die Türken nur 18 % der Gesamtbevölkerung ausmachten.
1963 legte Erzbischof Makarios eine Verfassungsänderung vor (Paket mit 13 Punkten), in welcher jetzt nur noch 18 % der Verwaltungsposten und Parlamentssitze von Türken besetzt werden sollten.
In der Folge kam es zu innenpolitischen Spannungen, blutigen Unruhen, Übergriffen auf die türkische Minderheit und schließlich zum Bürgerkrieg zwischen Griechen und Türken, der durch die Entsendung von UN-Friedenstruppen am 10. August 1964 durch ein Waffenstillstandsabkommen beendet wurde.
In der 2. Hälfte der 60er Jahre beruhigte sich die Lage, der Konflikt blieb jedoch latent vorhanden.

DeLaHoya
24.05.05, 20:12
Der Militärputsch und die Besetzung Nordzypern


1967 putschte in Athen eine Militärjunta und Griechenland wurde eine Militärdiktatur.
Inzwischen entstand bei Teilen der griechischen Zyprioten Missstimmung gegen Erzbischof Makarios, der die Enosis-Bewegung nur noch formell zu unterstützen schien.
Am 15. Juli 1974 wurde Makarios durch einen Putsch der Nationalgarde vom griechischen Festland abgesetzt; das Ziel war die Enosis, der Anschluss Zyperns an Griechenland.
Neuer Präsident wurde der berüchtigte EOKA-Rechtsextremist Nikos Sampson.
Die Türkei jedoch nahm nun von ihrem Recht als Garantiemacht Anspruch und marschierte am 20. Juli 1974 (5 Tage später) selbst auf Zypern ein und eroberte 37 % der Insel.
Ca. 180.000 griechische Zyprioten flohen/wurden vertrieben aus dem Norden in den Süden und umgekehrt ca. 60.000 türkische Zyprioten aus dem Süden in den Norden.
Erst seitdem (1974) bewohnen Griechen und Türken geschlossene Siedlungsgebiete. (Siehe Karte Nr. 2)
Die türkische Militärintervention bewirkte zwar den raschen Zusammenbruch der Athener Militärdiktatur und die Wiederherstellung der Demokratie in Griechenland, sie hatte aber auch die Teilung der Insel und die Ansiedelung von ca. 100.000 Türken aus dem Festland zur Folge. (Siehe Karte Nr. 3)
1975 erklärte sich der türkische Teil zum "Föderativen türkisch-zypriotischen Staat" und 1983 einseitig zur unabhängigen "Türkischen Republik Nordzypern" die aber international nicht anerkannt und mit Wirtschaftsembargos belegt wurde.
Diese Embargos führten auch zum Wirtschaftsgefälle zwischen Norden und Süden, da der Norden finanziell nur von der Türkei unterstützt wurde. Der Süden profitierte vom Tourismus und von Hilfsgeldern der EU.
Etliche Lösungsversuche und Verhandlungen endeten ergebnislos, 30 Jahre lang war das Schicksal der Insel ungewiss.
(Griechisch)Zypern stelle 1990 einen Antrag auf Vollmitgliedschaft in die EU, dass Zypernproblem sollte aber erst 2004 mit Hilfe des Annan-Plans gelöst werden.

DeLaHoya
24.05.05, 20:13
Der Annan-Plan und der EU-Beitritt


Der Plan (ca. 9.000 Seiten) von Kofi Annan (Generalsekretär der Vereinten Nationen) sah die Schaffung einer Föderation zweier Teilstaaten nach dem Muster der Schweiz vor.
Ein Bundesstaat demnach mit ungeteilter Souveränität aus zwei ethnischen Gebietseinheiten (Kantonen) mit eigenen Parlamenten und eigene Verfassungen.
Die übergeordnete Legislative des Bundes ist ein Zweikammerparlament.
Regiert wird Zypern von einem Präsidialrat aus sechs Griechen und drei Türken.

Territorium:

Der türkische Sektor, bisher 37 Prozent der Gesamtfläche der Insel, wird auf 29 Prozent verkleinert.
Ca. 50.000 türkische Bewohner dieser Ortschaften müssen umgesiedelt werden.




Am 26.04.2004 fand eine getrennte Abstimmungen bezüglich des Annan-Plans statt.
Der griechische Teil stimmte zu 76 % mit <Nein>
Der türkische Teil stimmte zu 65 % mit <Ja>
Für einen Abstimmungserfolg und somit gemeinsamen Beitritt zur EU wäre die Zustimmung beider Volksgruppen nötig gewesen.
Somit wurde am 1. Mai 2004 nur der griechische Teil Zyperns in die EU aufgenommen.


Erkenntnisse aus dem Abstimmungsergebnis:


Bisher warfen die Griechen den Türken vor, dass sie die Teilung wollen und gegen eine Wiedervereinigung sein.
Dies wurde mit dem Abstimmungsergebnis widerlegt.
Überrascht stellte das Ausland fest (allen voran EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen), dass die Inseltürken und die Türkei für eine Wiedervereinigung der Insel waren.
Somit ist Zypern seit 2004 zwar EU-Mitglied, aber immer noch Europas geteilte Insel.

DeLaHoya
24.05.05, 20:19
Karte Nr. 1
http://mapmachine.nationalgeographic. com/mapmachine/viewandcustomize.html?task=get Map&themeId=100&size=l&maplayers=Roads%20and%20Railro ads%3A%3AF%7E%7EPlaces%3A%3AF% 7E%7EPolitical%20Boundaries%3A %3AT&poilayers=Country%20Profile%3A %3AF&state=zoomBox&topten=100,110,101,102,115,117 ,201,202,203,204&place=cyprus&splace=Cyprus%2C%20country%2C% 20Asia&iplace=Cyprus%2C%20country%2C% 20Asia&sext=32.269859,34.640274,34.58 6037,35.688606&iext=32.269859,34.640274,34.58 6037,35.688606&ext=22.627948,31.648161,33.427 948,38.680719


Karte Nr. 2
http://www.lib.utexas.edu/maps/europe/cyprus_ethnic_1973.jpg (http://www.lib.utexas.edu/maps/europe/cyprus_ethnic_1973.jpg)


Karte Nr. 3
http://www.north-cyprus.net/kktc/aboutkktc/kibris/harita_bayrak/cyp12.gif (http://www.north-cyprus.net/kktc/aboutkktc/kibris/harita_bayrak/cyp12.gif)



Quelle bzw. pdf-Version:
http://www.turkcom.org/content.php?article.21

Bosnier
14.07.05, 22:38
Die Türken hätten besser ganz zypern überennen sollen,als nur die hälfte! :cool:

KingTurek
15.07.05, 01:07
Die Türken hätten besser ganz zypern überennen sollen,als nur die hälfte! :cool:

Hätten sie machen können, aber was wäre denn aus den Griechen?
Die Türkei wollte doch Zypern nicht Erobern, sondern ihre Brüder schützen und da wäre die ganze Insel sinnlos!

Bosnier
16.07.05, 13:23
Hätten sie machen können, aber was wäre denn aus den Griechen?



Die hätten unter den Türkischen Herrschaft leben können,oder ab nach Greece :D

KingTurek
16.07.05, 13:26
Die hätten unter den Türkischen Herrschaft leben können,oder ab nach Greece :D

Aus deinem Smiley nehme ich mal an das es nicht ernst gemeint ist, aber falls sowas passiert wäre, wären die Türken kein bisschen besser als EOKA!
Die wollten doch das die Türken unter der Herrschaft der Griechen leben und als sie sich weigerten tötete man einfach die Türken bis die Türkei eingriff.

Bosnier
16.07.05, 13:36
Aus deinem Smiley nehme ich mal an das es nicht ernst gemeint ist, aber falls sowas passiert wäre, wären die Türken kein bisschen besser als EOKA!
Die wollten doch das die Türken unter der Herrschaft der Griechen leben und als sie sich weigerten tötete man einfach die Türken bis die Türkei eingriff.



Wenn das so ist,sollte die Türkei auch in Bulgarien einmarschieren um die Türken dort zu schützen.Wenn das auf zypern ging,warum dan auch nicht in bulgarien?

KingTurek
16.07.05, 14:00
Wenn das so ist,sollte die Türkei auch in Bulgarien einmarschieren um die Türken dort zu schützen.Wenn das auf zypern ging,warum dan auch nicht in bulgarien?
Naja Bulgarien gehört den Bulgaren, aber Zypern gehörte nicht den Griechen verstehst du?
Aber falls die Bulgaren die Turkmenen weiter unterdrücken sollte sich dort die Türkei auch einmischen finde ich, denn sie gehen zu weit!

Abbas Mirza
25.07.05, 21:23
Im Vertrag von Zürich und London steht jedem Staat welches als Schutzmacht gilt (Türkei, GB, und Griechenland) ein Interventionsrecht zu falls dessen Bevölkerungsgruppe bedroht wird.

Zudem hat Griechenland den Status von Zyüpern einseitig verändert als sie den verurteilten Killer Kokos Sampson an die Macht putsche, somit hat sich die Türkei nur an internationales Recht gealten und eine friedenstruppe enstendet, um den von den USA vorgeschlagenen Vorschlag eine freidlichen Teilung durchzuführen.

Anschließend kamm es zu einer von der UN geordneten Bevölkerungsaustausch.

Griechenland hat sich mehrmals vor der enstendung der Friedenstruppen gegen den Vertrag versoßén bzw. hat es versucht, erst EOKA Terrororganistaion die das Land destabilsierte und angriffe auf Türken startete, dann die die Verfassungsänderung wonach den Türken alle Rechte entzogen worden wären, oder auch der Wahnwitzige Enosís Gedanke wonach die Griechen die Grenzen wie vor 2500 Jahren wiederherstellen wollen, und dann auch noch der Putsch der Militäör Junta in Griechenland, Vertreibungen und Massaker folgten.

Also nach alle dem hat die Türkei mehr als Geduldig auf eine Friedliche Lösung gehofft und gebaut, jedoch Genug ist Genug!

Abbas Mirza
25.07.05, 21:32
Hiermal eine seriöse und neutrale Qulle (Brockhaus) zum Konflikt






Zypern: Schatten über dem EU-Beitritt

Hat die wahlberechtigte Bevölkerung Zyperns eine große historische Chance vertan? Bei den getrennten Volksabstimmungen am 24. April 2004 über eine Wiedervereinigung vor dem EU-Beitritt der Mittelmeerinsel stimmten drei Viertel der griechischen Zyprer mit »Nein«, während fast zwei Drittel der türkischen Zyprer mit »Ja« votierten.Damit scheiterte der Friedensplan von UNO-Generalsekretär Kofi Annan, der sich u. a. am Schweizer Kantonsmodell orientierte und eine Föderation zweier Teilstaaten vorsah. Kofi Annan hatte nach dem Scheitern der Zyperngespräche auf Regierungsebene in der Schweiz die Volksabstimmungen angesetzt. Am 1. Mai 2004 trat nun lediglich der griechische Inselteil der EU bei.

Der Zypernkonflikt hat eine lange Geschichte. Er eskalierte vor 30 Jahren und führte zur Teilung der Insel mit einer über 180 km langen Grenze mit Stacheldraht und Minenfeldern. Seither wurden immer wieder – vornehmlich von der UNO – Vermittlungsversuche gestartet, doch letztendlich konnte der Konflikt immer noch nicht gelöst werden. Die nun weiterhin geteilte Insel wird auch die Probleme im Zusammenhang mit dem möglichen Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei eher verschärfen.

Die Geschichte des Konflikts

Unter türkischer Herrschaft seit 1570 wurden die Kirchen der vertriebenen »Lateiner« (römisch-katholische Christen) in Moscheen umgewandelt, die der Griechen geduldet. Das religiöse Oberhaupt (Erzbischof von Zypern) wurde als Sprecher (Ethnarch) der griechischen Bevölkerung anerkannt, aber auch für ihr Wohlverhalten, etwa beim Übergreifen von Freiheitsbewegungen aus Griechenland 1821, verantwortlich gemacht. Türkische Soldaten, später auch Türken aus Kleinasien, wurden in Zypern angesiedelt und bildeten gegenüber der griechischen Mehrheit ein geschlossenes Bevölkerungselement.

Auf dem Berliner Kongress 1878, der für die Türkei auch andere territoriale Einbußen brachte, wurde Zypern Großbritannien zugesprochen. Durch den Bau des Suezkanals erlangte die Insel neue strategische Bedeutung. Zypern erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung. 1914, als die Türkei aufseiten der Mittelmächte in den Krieg trat, wurde Zypern von Großbritannien annektiert und 1925 in eine britische Kronkolonie umgewandelt.

Die Bestrebungen der griechischen Zyprer, Zypern mit Griechenland zu vereinigen (Enosis, deutsch: Vereinigung), führten 1931 zu einem Aufstand und lösten nach dem Zweiten Weltkrieg Unruhen und Terrorakte aus. In Anknüpfung an die Tradition des Ethnarchen übernahm Erzbischof Makarios III. die politische Führung der griechischen Zyprer. 1950 organisierte er unter ihnen eine Volksabstimmung, in der sie sich mit 95,7 Prozent für den Anschluss der Insel an Griechenland aussprachen.

1955 begann die griechisch-zyprische Untergrundarmee E. O. K. A. (»Ethnike Organosis Kypriakon Agoniston«, deutsch: Nationale Organisation der zypriotischen Kämpfer) unter General Georgios Grivas einen Untergrundkrieg gegen die britische Kolonialmacht. Dabei kam es auch zu Kämpfen mit der türkisch-zyprischen Minderheit, die mit der »Türkischen Verteidigungsorganisation« (»Türk Mudafa Teskilat«, Abkürzung TMT) ebenfalls eine Kampforganisation gründete.

Unter dem Vorwurf einer Unterstützung des Terrorismus wurde Makarios 1956 auf die Seychellen verbannt (Rückkehr nach Zypern 1957). Nach mehrjährigen Verhandlungen beschlossen Griechenland und die Türkei, Schutzmacht ihrer jeweiligen Volksgruppe auf Zypern, sowie Großbritannien im Zypernabkommen vom 19. Februar 1959, die Insel auf der Basis einer Präsidialverfassung in die Unabhängigkeit zu entlassen. Das Abkommen legte die Stationierung griechischer und türkischer Truppen fest; Großbritannien sicherte sich die Hoheitsrechte über zwei militärische Stützpunkte (Akrotiri und Dhekelia).

Am 16. August 1960 wurde die Unabhängigkeit der Insel proklamiert. Noch im selben Jahr trat Zypern der UNO und im März 1961 dem Commonwealth bei. Staatspräsident wurde Erzbischof Makarios III., Vizepräsident Fazil Küçük, ein Repräsentant der türkisch-zyprischen Minderheit. Als Makarios das (verfassungsmäßig garantierte) Proporzsystem hinsichtlich Regierung und Verwaltung entsprechend dem Bevölkerungsanteil (70:30) zugunsten der griechischen Bevölkerungsmehrheit ändern wollte, brachen am 21. Dezember 1963 bürgerkriegsähnliche Kämpfe zwischen den Volksgruppen der Griechen und Türken aus. Die Türkei drohte mit einer Intervention und forderte die Teilung der Insel. Im März 1964 versuchte die UNO zu vermitteln und stationierte eine Friedenstruppe auf Zypern (United Nations Peace-Keeping Force in Cyprus, Abkürzung UNFICYP).

Um 1966 kam es zwischen General Grivas, der den Gedanken der Enosis weiterverfolgte, und Präsident Makarios, der nunmehr die Unabhängigkeit Zyperns stärker herausstellte, zu einem schweren Konflikt. Nach dem Militärputsch in Griechenland (April 1967) provozierte Grivas als Oberbefehlshaber der zyprischen Nationalgarde durch sein aggressives Vorgehen im November 1967 neue Zusammenstöße zwischen den türkischen und griechischen Bevölkerungsteilen auf Zypern, die auch Spannungen zwischen den NATO-Mitgliedern Türkei, die wieder mit einer Intervention drohte, und Griechenland auslöste (danach Abzug griechischer Truppen und Ausweisung von Grivas). Die türkischen Zyprer bildeten eigene Streitkräfte als Gegengewicht zur griechisch-zyprischen Nationalgarde; im Dezember 1967 richteten sie eine »provisorische türkisch-zyprische Verwaltung« ein.

Nach der Wiederwahl von Präsident Makarios (Februar 1968) wurden im Juni 1968 Verhandlungen zwischen Rauf Denktasch und Glafkos Klerides u. a. über politisches Mitspracherecht und Selbstverwaltung der Zyperntürken aufgenommen. Gestützt auf die neu organisierte E. O. K. A. (E. O. K. A. II, auch E. O. K. A.-B) begann der inzwischen heimlich nach Zypern zurückgekehrte Grivas Anfang der 70er-Jahre einen Kleinkrieg gegen die Regierung.

Die Eskalation des Konflikts 1974

Das Verhältnis zu Griechenland hatte sich seit der Machtübernahme der Junta des Generals Ioannidis laufend verschlechtert, da der zypriotische Präsident Erzbischof Makarios sich scharf gegen die von Athen geförderten Terrorakte der rechtsnationalistischen E. O. K. A. II wandte. Deren Führer General Grivas starb am 27. Januar 1974. An seine Stelle trat der Publizist Nikos Sampson, ein berüchtigter Terrorist aus der Zeit des Unabhängigkeitskampfes gegen Großbritannien. Ein Teil der E. O. K. A. II nahm nach dem Tode Grivas’ die von Makarios angebotene Amnestie an, der verbleibende Teil verstärkte seinen Terror, was am 25. April zu einem Verbot der Organisation führte. Mitte Juni stellte sich heraus, dass die von griechischen Offizieren befehligte zypriotische Nationalgarde eng mit der E. O. K. A. II zusammenarbeitete. Daher richtete Makarios am 2. Juli eine Botschaft an den griechischen Präsidenten General Phaidon Gisikis, in der er die Abberufung dieser 650 Offiziere forderte. Darüber hinaus beschuldigte er die Junta der Komplizenschaft mit den Putschisten.

Am 15. Juli riss die Nationalgarde die Macht auf Zypern an sich und proklamierte Nikos Sampson zum neuen Präsidenten. Makarios wurde für tot erklärt. Er konnte jedoch fliehen und am folgenden Tage über einen Geheimsender erklären, er lebe und betrachte sich weiterhin als legitimes Staatsoberhaupt. Danach ging er von der britischen Luftbasis Akrotiri aus ins Ausland. Sampson bildete ein Kabinett aus »Enosis«-Anhängern. Der Führer der türkischen Volksgruppe, Denktasch, erklärte daraufhin, nunmehr seien weitere Verhandlungen zwischen den Volksgruppen sinnlos geworden. Die Türkei hatte bereits am Tage des Staatsstreichs beschränkte Mobilmachung angeordnet, der am 20. Juli die Generalmobilmachung folgte. Es begannen türkische Landungsunternehmen im Bereich von Kyrenia und Luftlandeoperationen gegen Nikosia. Die Türkei berief sich dabei auf das ihr in der Garantieerklärung von 1960 eingeräumte Interventionsrecht zum Schutz der Inseltürken und zur Wahrung der Unabhängigkeit.

Am 21. Juli kam es zur militärischen Konfrontation zwischen den NATO-Mitgliedern Türkei und Griechenland vor Paphos, wobei die Türken siegreich blieben. Dies führte zum Rücktritt der Junta in Griechenland. Staatspräsident Gisikis rief den ehemaligen Ministerpräsidenten Konstantin Karamanlis aus dem Pariser Exil zurück und beauftragte ihn mit der Regierungsbildung. Die türkische Intervention führte auch zum Sturz des Sampson-Regimes.

Der Parlamentspräsident Kleridis übernahm als legitimer Stellvertreter von Makarios das Amt des Staatsoberhauptes. Am gleichen Tage forderte der UN-Sicherheitsrat die Gegner zur Feuereinstellung auf. Die UdSSR konnte sich mit ihrer Forderung auf Wiedereinsetzung von Makarios durchsetzen. Der Waffenstillstand trat am 22. Juli in Kraft. Am 25. Juli trafen sich gemäß dem Sicherheitsratsbeschluss die Außenminister Großbritanniens, der Türkei und Griechenlands in Genf. Man kam überein, die von den Kontrahenten besetzten Positionen nicht auszudehnen, eine Sicherheitszone dazwischen zu schaffen, die nur für die UN-Friedenstruppen zugänglich sein sollte, und die Gefangenen auszutauschen.

Die zweite Phase der Verhandlungen, die am 8. August in Genf fortgesetzt wurden, scheiterte. An ihnen nahmen Beobachter der USA und der UdSSR sowie Kleridis und Denktasch teil. Die türkische Seite erhob Anspruch auf 30 Prozent des Territoriums der Insel und die Bildung zweier autonomer Gebiete unter einer Zentralregierung, die lediglich noch die Finanz-, Außen- und Verteidigungspolitik wahrnehmen sollte. Dies sowie ein Kompromissvorschlag, der die Bildung autonomer Kantone vorsah, wurde griechischerseits abgelehnt.

Nachdem auch ein türkisches Ultimatum von Griechenland abgelehnt worden war, nahm die Türkei ihre militärischen Operationen wieder auf und brachte längs einer Linie von Kokkina im Westen bis Famagusta im Osten 40 Prozent des Territoriums, darunter das wirtschaftlich wichtigste, in ihren Besitz. Dies wurde vom UN-Sicherheitsrat verurteilt. Die UdSSR, die zunächst Verständnis für die Türkei gezeigt hatte, näherte sich nun dem griechischen Standpunkt an, und schlug am 23. August vor, eine Kommission sämtlicher Mitglieder des Sicherheitsrates mit der Lösung des Problems zu beauftragen. Griechenland stimmte zu, die Türkei nicht. Am 1. November rief der Sicherheitsrat erneut zum Abzug aller ausländischer Streitkräfte auf. Erzbischof Makarios kehrte am 7. Dezember zurück. Nach seinem Tod (1977) wurde Spyros Kyprianu sein Nachfolger.



http://www.brockhaus.de/index2.html?service/aktuell/040503.html

levent
21.08.05, 01:00
Mich regt nur immer auf, dass fast die ganze Welt behauptet, die Türkei hätte Nordzypern völkerrechtswidrig besetzt!!!!


Das hat sie definitv nicht! Als Garantiemacht hatte sie das Recht dazu, die Briten hätten der ethnischen Säuberung seelenruhig zugeschaut. Die Europäer natürlich auch, sie hätten monatelang debattiert und dann hätte es keine Türken mehr gegeben, weil Nikos Sampson und die EOKA ganze Arbeit geleistet hätten.

Was haben denn die Europäer im Bosnien-Fall unternommen? Nichts?

Die niederländische Uno-Truppe in Srebnica hat kläglich versagt und hat mit Mladic sogar angestossen.


Hätten die türkischen Truppen nicht interveniert, wäre der Akritas Plan umgesetzt worden, nämlich die vollständige Auslöschung der türkischen Zyprioten!!!