Bilge Khan
26.05.05, 19:39
Das Team des FC Liverpool jubelt über seinen Sieg im Konfettiregen.
Das Team des FC Liverpool jubelt über seinen Sieg im Konfettiregen.
Istanbul (dpa) Das denkwürdige Champions-League-Finale zwischen dem FC Liverpool und dem AC Mailand in Istanbul hat die Fußball begeisterten Türken auf den Geschmack gebracht.
Mit der erstmaligen Ausrichtung eines Endspiel der "Königsklasse" wollten sie zeigen, dass sie es organisatorisch drauf haben. Und tatsächlich hätte es aus Sicht der Gastgeber nicht besser laufen können. "Ein fantastisches Spiel, eine perfekte Organisation", lautete der Tenor der türkischen Presse. Die Zuschauer bekamen eine spannungsgeladene Begegnung zu sehen, und auch die Fans spielten mit. Mit Karnevals- und Partystimmung brachten Engländer und Italiener Farbe in die Stadt. Keine Ausschreitungen, kein Krawall - nichts, was das Fußballfest hätte trüben können.
Jetzt will die Türkei auch die Europameisterschaft 2012. "Die Prüfung haben wir bestanden", sagte UEFA-Vizepräsident Senes Erzik. "Die Organisation war großartig." Damit das "historische" Finale keine Eintagsfliege bleibt, will der türkische Fußballverband sofort nachlegen. "Gleich morgen werde ich die Türkei für das UEFA-Pokal-Finale 2008 vorschlagen. Im Kopf hatte ich das schon früher, ich habe nur auf den heutigen Tag gewartet", sagte Verbandspräsident Levent Bicakci. Als Austragungsort schwebt ihm das Sükrü-Saracoglu-Stadion des türkischen Rekordmeisters Fenerbahce vor.
Die Werbetrommel für die Türkei rührte auch Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der den UEFA-Präsidenten Lennart Johansson zum Frühstück im ehemaligen Sultanspalast Dolmabahce am Bosporusufer empfing und um Unterstützung für die türkische EM-Bewerbung 2012 warb. Dem konnte sich der UEFA-Chef nach dem gelungenen Finale kaum entziehen. "Meine Stimme haben Sie", zitierten ihn türkische Quellen.
Als Erfolg erwies sich die strikte Trennung der angereisten Fans, die mit Hunderten von Sondermaschinen auf den beiden Flughäfen Istanbuls landeten. Die rund 8000 Sicherheitskräfte, die die Polizei aufgeboten hatte, brauchten kaum in Aktion zu treten, obwohl das Bier in Strömen durch die Kehlen der durstigen Schlachtenbummler rann. "Bis auf ein oder zwei kleine Zwischenfälle, gab es keinerlei Probleme", freute sich Polizeipräsident Celalettin Cerrah.
Während die Engländer die Bars im Vergnügungsviertel Beyoglu am Taksim-Platz in Beschlag nahmen, richteten sich die Italiener im Sultanahmet-Viertel zwischen Blauer Moschee und Hagia Sophia ein. "Das Champions-League-Finale wurde im Stadion ausgetragen, das inoffizielle Weltfinale im Bierverbrauch in Beyoglu und in Sultanahmet", schrieb die Zeitung "Radikal" und kam zu der eindeutigen Wertung: "Die Liverpooler haben die Mailander ganz klar über den Haufen getrunken."
FAZ!
Das Team des FC Liverpool jubelt über seinen Sieg im Konfettiregen.
Istanbul (dpa) Das denkwürdige Champions-League-Finale zwischen dem FC Liverpool und dem AC Mailand in Istanbul hat die Fußball begeisterten Türken auf den Geschmack gebracht.
Mit der erstmaligen Ausrichtung eines Endspiel der "Königsklasse" wollten sie zeigen, dass sie es organisatorisch drauf haben. Und tatsächlich hätte es aus Sicht der Gastgeber nicht besser laufen können. "Ein fantastisches Spiel, eine perfekte Organisation", lautete der Tenor der türkischen Presse. Die Zuschauer bekamen eine spannungsgeladene Begegnung zu sehen, und auch die Fans spielten mit. Mit Karnevals- und Partystimmung brachten Engländer und Italiener Farbe in die Stadt. Keine Ausschreitungen, kein Krawall - nichts, was das Fußballfest hätte trüben können.
Jetzt will die Türkei auch die Europameisterschaft 2012. "Die Prüfung haben wir bestanden", sagte UEFA-Vizepräsident Senes Erzik. "Die Organisation war großartig." Damit das "historische" Finale keine Eintagsfliege bleibt, will der türkische Fußballverband sofort nachlegen. "Gleich morgen werde ich die Türkei für das UEFA-Pokal-Finale 2008 vorschlagen. Im Kopf hatte ich das schon früher, ich habe nur auf den heutigen Tag gewartet", sagte Verbandspräsident Levent Bicakci. Als Austragungsort schwebt ihm das Sükrü-Saracoglu-Stadion des türkischen Rekordmeisters Fenerbahce vor.
Die Werbetrommel für die Türkei rührte auch Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der den UEFA-Präsidenten Lennart Johansson zum Frühstück im ehemaligen Sultanspalast Dolmabahce am Bosporusufer empfing und um Unterstützung für die türkische EM-Bewerbung 2012 warb. Dem konnte sich der UEFA-Chef nach dem gelungenen Finale kaum entziehen. "Meine Stimme haben Sie", zitierten ihn türkische Quellen.
Als Erfolg erwies sich die strikte Trennung der angereisten Fans, die mit Hunderten von Sondermaschinen auf den beiden Flughäfen Istanbuls landeten. Die rund 8000 Sicherheitskräfte, die die Polizei aufgeboten hatte, brauchten kaum in Aktion zu treten, obwohl das Bier in Strömen durch die Kehlen der durstigen Schlachtenbummler rann. "Bis auf ein oder zwei kleine Zwischenfälle, gab es keinerlei Probleme", freute sich Polizeipräsident Celalettin Cerrah.
Während die Engländer die Bars im Vergnügungsviertel Beyoglu am Taksim-Platz in Beschlag nahmen, richteten sich die Italiener im Sultanahmet-Viertel zwischen Blauer Moschee und Hagia Sophia ein. "Das Champions-League-Finale wurde im Stadion ausgetragen, das inoffizielle Weltfinale im Bierverbrauch in Beyoglu und in Sultanahmet", schrieb die Zeitung "Radikal" und kam zu der eindeutigen Wertung: "Die Liverpooler haben die Mailander ganz klar über den Haufen getrunken."
FAZ!