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Bilge Khan
29.05.05, 12:44
Crossingthebridge
Der Trailer ist ab Heute on.
http://www.crossingthebridge.de/
ab 9 Juni in den Kinos.
Die Umfrage:::
Crossingthebridge
Der Trailer ist ab Heute on.
http://www.crossingthebridge.de/
ab 9 Juni in den Kinos.
Die Umfrage:::
Werde ich mir ansehen, aber muss erwähnen das ich nicht sehr viel von Fatih Akin halte. Sein letzter Film Gegen die Wand mit dieser Sibel Kekilli naja wie soll ich sagen, ich fand diesen Film etwas zu sehr gegen die türkische Kultur, da nicht jedes türkische Mädchen in Deutschland so ist wie Sibel.
Aber ich denke ich gebe diesem Akin noch eine letzte Chance und gucke mir den Film an, aber auch nur wegen der Musik und Istanbul
Bilge Khan
29.05.05, 12:52
Werde ich mir ansehen, aber muss erwähnen das ich nicht sehr viel von Fatih Akin halte. Sein letzter Film Gegen die Wand mit dieser Sibel Kekilli naja wie soll ich sagen, ich fand diesen Film etwas zu sehr gegen die türkische Kultur, da nicht jedes türkische Mädchen in Deutschland so ist wie Sibel.
Aber ich denke ich gebe diesem Akin noch eine letzte Chance und gucke mir den Film an, aber auch nur wegen der Musik und Istanbul
Ja Gegen die Wand fand ich auch nicht so gut!
Vieleicht ist das ne Wiedergutmachung von ihm!
Ja Gegen die Wand fand ich auch nicht so gut!
Vieleicht ist das ne Wiedergutmachung von ihm!
Na da muss er sich aber ins Zeug legen:) So leicht ist das nicht, also zumindestens bei mir nicht. Mal sehen wie der Film ist
Istanbuler
29.05.05, 12:59
In Filmen werden meistens nicht über 0815-Leute erzählt, sondern über einzigartige Leute oder Geschehnisse. Gegen die Wand war auch so. Für mich zählt die Ehrlichkeit. Könnten solche Türken in Deutschland gelebt haben? Ja ist die Antwort für mich und deswegen halte ich ihn für ehrlich. Ansonsten, dass der Mann sich entschlossen hatte, in der Türkei zu leben und noch weitere solche Details machen den Film sehr interessant.
Den Trailer des neuen Films habe ich auch gesehen. Ich finde ihn super!!!
In Filmen werden meistens nicht über 0815-Leute erzählt, sondern über einzigartige Leute oder Geschehnisse. Gegen die Wand war auch so. Für mich zählt die Ehrlichkeit. Könnten solche Türken in Deutschland gelebt haben? Ja ist die Antwort für mich und deswegen halte ich ihn für ehrlich. Ansonsten, dass der Mann sich entschlossen hatte, in der Türkei zu leben und noch weitere solche Details machen den Film sehr interessant.
Den Trailer des neuen Films habe ich auch gesehen. Ich finde ihn super!!!
@Istanbuler
Es geht nicht darum das der Film ehrlich ist, es geht darum das Sibel Kekilli eine ganze türkische Frauengeneration als unterdrückte, notgeile und dumme Generation darstellt.Es mag sein das vorallem in der heutigen Gesellschaft unsere Mädchen nicht die saubersten sind, aber ich kenne keinen die rumbrüllt " Cahit ich geh f***" oder ich kenne keine die sich so benimmt wie Sibel. Deswegen fand ich den Film nicht gut, mag sein das die Grundidee gut ist, aber das eine Ex-Pornodarstellerin eine ganze türkische Frauengeneration darstellt, auch noch auf diese Art und Weise ist trotzallem nicht besonders super.
Aber wie gesagt, jeder hat seine eigene Meinung
"Gegen die Wand"
Hauptdarstellerin: Eine junge Türkin, die mit jedem Typen schläft, den sie kennenlernt.
Ihr Mann: Alkoholiker, der seine eigene Sprache vergessen hat und zu sieht wie seine Fraue mit anderen Männern schläft.
Der Vater von Kekilli: Mann der ersten Generation, der seine Tochter verleugnet, nachdem er von ihren Glanztaten erfährt.
Der Burder von Kekilli: Puffgänger, der seine Schwester bestrafen will
Mutter von Kekilli: Eine arme unterdrückte türkische Frau, die natürlich nichts zu sagen in der Familie hat und dem Willen ihres Mannes nachgeben muss.
Hotelmanagerin: Karrierefrau, die aber sonst nichts in ihrem Leben hat
Weitere türkische Männer im Film: Kriminelle, "Ey was guckst du"-Typen usw.
Komisch ich hab in den Film irgendwie einen Türken vermisst, der nicht heruntergekommen war. Aber warscheinlich habe ich zu viel von einem Film erwartet, in der eine Pornodarstellerin die Hauptrolle gespielt hat.
Istanbuler
29.05.05, 13:09
@Istanbuler
Es geht nicht darum das der Film ehrlich ist, es geht darum das Sibel Kekilli eine ganze türkische Frauengeneration als unterdrückte, notgeile und dumme Generation darstellt.Es mag sein das vorallem in der heutigen Gesellschaft unsere Mädchen nicht die saubersten sind, aber ich kenne keinen die rumbrüllt " Cahit ich geh f***" oder ich kenne keine die sich so benimmt wie Sibel. Deswegen fand ich den Film nicht gut, mag sein das die Grundidee gut ist, aber das eine Ex-Pornodarstellerin eine ganze türkische Frauengeneration darstellt, auch noch auf diese Art und Weise ist trotzallem nicht besonders super.
Aber wie gesagt, jeder hat seine eigene Meinung
Eben, das meine ich. Der Film sagt ja nicht, dass alle türkischen Mädel sind wie Sibel Güner (Sibel Kekilli) im Film seien. Die Aussage ist nur, dass er ein türkisches Mädel Sibel wie im Film existieren könnte. Und das kann man nicht ausschließen, glaube ich...
Wir brauchen uns von diesem Film nicht beleidigt fühlen, meiner Meinung nach...
Eben, das meine ich. Der Film sagt ja nicht, dass alle türkischen Mädel sind wie Sibel Güner (Sibel Kekilli) im Film seien. Die Aussage ist nur, dass er ein türkisches Mädel Sibel wie im Film existieren könnte. Und das kann man nicht ausschließen, glaube ich...
Wir brauchen uns von diesem Film nicht beleidigt fühlen, meiner Meinung nach...
Das ist deine Auffassung, aber ich für meine Person habe es so aufgefasst das viele türkische Eltern ihre Kinder unterdrücken, keine Freiheiten gewähren und das türkische Frauen mit irgendjemanden verheiratet werden wollen ohne es zu wollen und das ist nicht richtig so.
Es mag sein das es Mädchen wie Sibel gibt, aber diese Rolle einer Pornodarstellerin zu geben ist ein Fehltritt, denn egal wie schlecht eine türkische Frau sein kann, so schlecht das sie von einer PORNODARSTELLERIN dargestellt wird ist sie nicht. Er hätte stattdessen andere türkische Scahuspielerinnen nehmen können aber naja ist jetzt eh nicht mehr wichtig
Bilge Khan
29.05.05, 13:16
Also beleidigt habe ich mihc durch film nicht gefühlt.
Schlecht war film nicht aber auch nicht gut.
@Istanbuler
Theoretisch gesehen hast du recht. Doch es geht hierbei nicht nur um Sibel kekilli. Meiner Meinung nach war die Darstellung der gesamten türkischen Jugend negativ. Ich bestreite es ja nicht, dass es solche Individuuen in unsere Gesellschaft gibt, doch Akin hat irgendwie nur die negativen Seiten aufgegriffen. Daher entsteht beim Zuschauer dieser Eindruck. Er hätte es verhindern können, wenn in dem Film irgendein ordentlicher türkische Jugendlicher gewesen wäre, der mit Vernunft handelt. Aber so einer hat meiner Meinung nach indem film einfach gefehlt.
Bilge Khan
29.05.05, 14:12
Übrigens war jemand auch schon in Gallipoli? Wenn ja wie war der Film ?
KarmanCorman
05.06.05, 21:25
Ich fand den Film eigentlich gut, der war zwar an manchen Stellen etwas Extrem, was ich aber nicht schlecht fand weils einfach manchmal so schockte!
Und zu den Characteren, kann doch sein das es sowas gibt, nicht jeder Türke lebt nach türkischen Vorsellungen.
Nur heisst das nicht das dieser Film alle Türken wiederspiegelt, wobei man einige Charactere sehr leicht auch in der Gesellschaft wiederfinden kann, nur nicht in der extremen Form!
Also das war meine Meinung zu "Gegen die Wand"!
1-sibel kekilli nin cevirdigi film, film teknigi acisindan mükemmeldi.
2-almanyadaki türk toplumunun belkide sadece % 1 kismini anlatiyordu, ama, sanki, tüm türk toplumunu anlatmis gibi oldu.
3-daha öncede buna benzer "sirin" isimli kadini anlatan film cevrilmisti ve halen ikide bir gösterilerek, türk toplumunun yanlis tanitilmasina neden oluyor.
4-sibel keilli, ödül töreni sirasinda cok güzel bir konusma yapti..hem kendisi hemde izleyenlerin gözleri yaslandi.."herkese tesekkür ediyorum ama, Bild ve diger bazi gazetelere tesekkür etmiyorum..siz, benim gecmisimi kullanarak, gecmiste yaptigim hatalari öne sürerek, almanyada yasayan türk kadinlarini, müslüman kadinlari kötü göstermek istediniz" dedi.
5-sikayetci olmak yetmez..eger bu film kötü ise ve fatih akin begenilmiyorsa, daha iyisini yapmak gerekir.daha kalitelisini yapmaya calismalidir türk toplumu.
yanlizkurt
05.06.05, 23:25
arkadaslar fatih akini filimlerinde neden hep türk röllerini yabancilar oynuyor?
weiß einer wie ich an seine addresse dran kommen könnte ,wollte eine vita senden...
Istanbuler
06.06.05, 08:09
arkadaslar fatih akini filimlerinde neden hep türk röllerini yabancilar oynuyor?
weiß einer wie ich an seine addresse dran kommen könnte ,wollte eine vita senden...
Benim gördügüm Türkleri hep Türkler oynuyordu. Sen hangi rollerden bahsediyorsun?
Vita ne demek?
yanlizkurt
06.06.05, 13:13
Benim gördügüm Türkleri hep Türkler oynuyordu. Sen hangi rollerden bahsediyorsun?
Vita ne demek?
es geht um hauptrollen kannak attack spielt den türken pier blabla süperseks und kebabconnection denis mosqiouto oder so...
vita ist quasi ein lebenslauf halt im bereich theater erfahrungen usw.
KarmanCorman
06.06.05, 20:35
es geht um hauptrollen kannak attack spielt den türken pier blabla süperseks und kebabconnection denis mosqiouto oder so...
vita ist quasi ein lebenslauf halt im bereich theater erfahrungen usw.
Denis Moschitto ist halb-türke, halb-italiener!
Und bei Kanak Attack war, glaub ich, Fatih Akin gar nicht Regisseur!
Istanbuler
12.06.05, 22:00
es geht um hauptrollen kannak attack spielt den türken pier blabla süperseks und kebabconnection denis mosqiouto oder so...
vita ist quasi ein lebenslauf halt im bereich theater erfahrungen usw.
Aber diese Filme sind nicht von Fatih Akin. Nur Szenario von Kebab Connection stammt von ihm.
Vita wusste ich nicht. Ich wusste Curriculum Vitae, aber es ist echt zu latein...
Istanbuler
12.06.05, 22:06
Crossing The Bridge ist sehr gut! Nur haben mich wieder die Untertitel geärgert. Sie hatten wieder viele Fehler. Der schwierigste Fehler war mit dem Begriff "türkischer Akzent". Sie haben den Begriff "Türk aksagi" als "türkischer Akzent" übersetzt, als ob es von "Türk aksani" die Rede war. Die richtige Übersetzung sollte "türkische Synkope" heißen. Den Begriff haben sogar die Presse übernommen. Bei filmstarts.de wurde der Artikel nach meinem Hinweis schon korrigiert.
es geht um hauptrollen kannak attack spielt den türken pier blabla süperseks und kebabconnection denis mosqiouto oder so...
vita ist quasi ein lebenslauf halt im bereich theater erfahrungen usw.
Das ist ein Türke der sich nur anders nennt, das ist quasi sein Künstlername...sein echter Name ist Haluk Behlül Kömürcü, ich kenne ihn persönlich...da er nach seinem Erfolg als "Gesicht '95" zum Film gehen wollte und deshalb in LA war und dort auch das eine oder andere gedreht hat und sein Nachname Kömürcü einfach zu kompliziert für die Amis war, hat er sich unbenannt in Luk Piyes, Luk = haLUK, das ist sein Spitzname!
Er ist Türke!
Bilge Khan
12.06.05, 22:16
Detan und Turek die Spassvögel müssen vorher ihre Mutter fragen!! :D
Ja Ankreuzen yatiniz orayi, aber das hat jetzt ein Nachspiel! :mad:
Ich hab den film heute schon gesehen, was soll ich denn ankreuzen??:confused: :D
Wohin in Istanbul? - Fatih Akin
Aktuell vom 01.07.2005
Ein an sich altes filmisches Genre feiert in den letzten Jahren seine inhaltliche und erfolgreiche Auferstehung: die Musikdokumentation. Beschränkte man sich in früheren Jahren auf das Abfilmen und cineastische Begleiten von Konzerten und Festivals, so wird das Thema in den letzten Jahren inhaltlich angegangen.
http://www.jazzthetik.de/pics/fatih2.jpg Von Thorsten Bednarz
Wim Wenders beschränkte sich allerdings auf die alten Damen und Herren des Buena Vista Social Club, Scorsese widmete seine opulente Dokumentation dem Thema des Blues. Diese Ansätze, gerade im letzteren Fall, sind nicht immer ohne viel Aufwand zu bewältigen. Aber wie nähert man sich dem breiten Spektrum einer so quirligen und breit angelegten Szene wie der Istanbuls – und das, ohne sich dabei auch zwangsläufig an die Stadtgrenzen zu halten?
Es ist ein besonderes Wagnis, welches Fatih Akin da auf sich genommen hat. Und die Bürde eines sozio-politischen Ansatzes machte die Unternehmung nicht einfacher. Schließlich überlagerte die Diskussion um einen wie auch immer gearteten EU-Beitritt der Türkei die kompletten Dreharbeiten. Fatih Akin hat darüber genug Material gesammelt – für einen anderen Film, denn in Crossing the Bridge bleibt das Thema eine erstaunliche Randglosse. Das ist auch gut so, denn nur so konnte sich der türkisch-deutsche Regisseur mit seinem Alter Ego - Alexander Hacke von den Einstürzenden Neubauten als ein wenig unbedarfter und auch überforderter Sucher und Sichter - auf musikalische Themen einlassen, die ein ungeschöntes und pralles Leben der Metropole am Bosporus zeigen. Dass die Rockszene nur kurz gestreift wird und scheinbar der Vollständigkeit halber im Film blieb, kann man leicht verschmerzen.
Denn das Eintauchen in die türkische Rapszene ist ohnehin viel interessanter, die experimentell-psychedelischen Trends werden mit Baba Zula und Mercan Dede ebenso gewürdigt wie die eher traditionelle Musik der Kurden und Roma, und natürlich kommt auch die türkische Popszene mit Superstar Sezen Aksu zu ihrem Recht. »Ich müsste eigentlich einen 6-Teiler machen - und nicht einmal der würde reichen«, fasst Fatih Akin im Interview den nahezu unmöglichen Anspruch seines Filmes zusammen. »Warum war die Musik in den 30er Jahren verboten? Daraus haben sich wesentliche Aspekte der heutigen, stark arabisch geprägten Musik der Türkei entwickelt. Wenn man da mehr Zeit hat, sich darauf einzulassen, dann erfährt man auch, warum die Türken so ticken und woher die etwa 2,5 Millionen Türken in Deutschland kulturell kommen. Man muss sich doch informieren. Ein Schlüssel dazu könnte Musik sein, denn sie funktioniert emotional, irrational, sie ist eine archaische Sprache. Mein Film ist ein Versuch, in diesem Sinne eine anthropologische Kommunikation herzustellen.«
Bleibt also die Frage, an wen sich dieser Film richtet. Denn beim Sehen stellt sich relativ schnell der Eindruck ein, dass demjenigen, der sich in türkischer Musik ein wenig auskennt, viele der im Film gezeigten Stile und Ausdrucksweisen und tendenziell auch die dazugehörenden Hintergründe bereits bekannt sein dürften. Und auf der anderen Seite wird auch Fatih Akin nicht unbedingt völlig unvorbereitete Zuschauer in die Kinos locken, nur weil es ein neuer Film von ihm ist. »Erstes glaube ich nicht. Ich komme gerade von der Premiere in Istanbul, und selbst dort waren dem Publikum einige Dinge völlig unbekannt. Themen wie Straßenmusik und kurdische Musik wurden dem normalen Publikum dort noch nie vermittelt. Und auf der anderen Seite ist die Musikdokumentation auch ein sehr interessantes Genre, das es wohl immer geben wird. Auch ich würde gern weitere Dokumentationen machen, vielleicht auch Musikdokumentationen. Ich träume ja davon, irgendwann einmal einen Film über Prince zu machen ...« Doch das ist im wahrsten Sinne des Wortes Zukunftsmusik und die Kontakte sind noch nicht geschlossen.
Denn erst einmal muss Fatih Akin den aktuellen Film bewältigen, in dem die verschiedensten Meinungen nebeneinander stehen. Wohl auch deshalb sitzt Alexander Hacke in der Schlusseinstellung des Films in seinem Hotelzimmer und resümiert, dass es sehr erlebnisreiche Tage waren mit einem Übermaß an kreativem Input – aber wo soll man ansetzen, um diese Fülle zu bewältigen? »Nahezu jeder Satz, der in dem Film gesprochen wird, könnte von mir sein. Einschließlich dieser Sequenz«, erklärt Akin dazu. »Ich wollte ja ein Aufeinanderknallen von sehr unterschiedlichen Ansätzen provozieren für diesen Film. Da ist Hacke als der Soundtüftler und –frickler, der Musikintellektuelle. Das ist das eine Extrem, auch von mir selbst. Da überwiegt die rationale, technische Seite - die deutsche Seite. Auf der anderen Seite steht die total leidenschaftliche, emotionale Musik. Es war ein Versuch, wie der Intellekt die Leidenschaft filtert, analysiert. Letztendlich haben wir uns für dieses Ende entschieden, weil es auch meine eigene Verzweiflung spiegelt. Während der Dreharbeiten wurde uns nämlich ständig gesagt, wir haben ja diesen und jenen nicht drin und dies auch nicht. Also mussten wir uns selbst eingestehen, dass wir nur an der obersten Oberfläche gekratzt haben.«
Dieses Eingeständnis reicht weiter, denn es ist auch ein Eingeständnis über den schwierigen Zugang zu einer Kultur, die sich in diesem Fall sogar dazu bereit erklärte, alle Türen zu ihr zu öffnen. Doch selbst im Film sagen die Betreiber des Istanbuler Plattenlabels Double Moon: »Natürlich wollen wir europäisch sein. Aber wenn man etwas sein will, heißt es auch, dass man es nicht ist. Wir sind eben auch ein Nomadenvolk.« Damit ist die sinnbildliche Brücke, die Fatih Akin überqueren wollte, in ihrer vermeintlichen Tragkraft vielleicht schon überstrapaziert und die Frage einer eventuellen EU-Mitgliedschaft der Türkei bekommt aus ungeahnter Richtung eine neue Interpretationsmöglichkeit. Klar ist, das betont auch Fatih Akin, dass die Grenzen virtuell und ähnlich willkürlich sind wie etwa die der afrikanischen Staaten.
Wohin das führte, steht in jedem Geschichtsbuch, flimmert jeden Abend durch die Nachrichten. »So ähnlich sehe ich das auch in Bezug auf den Film. Die Abgrenzung von wegen Europa und Türkei ist willkürlich. Das hat noch nichts mit der Europäischen Union zu tun – das ist noch eine andere Frage. Ich hab sogar alle Musiker zum EU-Beitritt befragt, habe das dann aber doch im Schnitt alles rausgenommen. Das wurde mir zu stark von der Tagespolitik dominiert. Aber die meisten Musiker waren ganz explizit gegen einen EU-Beitritt. Das war auch für mich neu. Vor dem Film war ich ein Beitrittsbefürworter. Immerhin würde das so genannte Integrationsproblem der türkischen Parallelgesellschaft in Deutschland sofort wegfallen. Der Türke in Deutschland würde sich natürlich niemals als Deutscher outen, sehr wohl aber als Europäer. Nach dem Film haben mir die Musiker das Gehirn gewaschen. Es sind überwiegend Freidenker, Globalisierungsgegner – und die EU ist für sie ein erster wichtiger Schritt dieser Globalisierung. Menschenrechte, Pressefreiheit und eine vernünftige Erziehung wären viel wichtiger für die Türkei - und danach bräuchte das Land keine EU mehr.« Nur wäre der Umkehrschluss, dass die Türkei über den Umweg in die EU diese Ziele in absehbarer Zeit erreicht, um vieles wahrscheinlicher.
Doch Fatih Akin wollte ja im Wesentlichen Gedankengänge anschieben, die sich mit diesen Fragestellungen beschäftigen. Auch mit der Fragestellung, was der Mensch zum Leben braucht, wie und wann er sich seiner Kultur bedient. Davon redet im Film die kurdische Sängerin Aynur auf ganz bewegende Weise. Leider geht der Film diesen Weg nicht weiter, denn der Besuch bei Roma-Musikern wird kaum dazu genutzt, um über ihre Ausgrenzung zu reden. Ihr Anderssein bleibt auf die Musik beschränkt. Und würde nicht der türkische Superstar Orhan Gencebay über die Verquickung der türkischen Musik heute mit der arabischen Musik sprechen, so bliebe der Einfluss fremder Musikkulturen auch für die Popmusik der heutigen Türkei nahezu unerwähnt.
Unerwähnt bleibt auch, was mit den Musikern passiert, denen ihre (Musik-)Kultur verboten wurde, sei sie nun kurdisch, armenisch oder sonst wie gewesen. Doch diese und andere Fragen hebt sich Fatih Akin für die Zukunft auf. Vielleicht hat er sich doch mit diesem so ungemein reichhaltigen Thema in diesem Punkt übernommen. Das schmälert aber in keinem Fall die Leistung des Films, der hoffentlich vielen Zuschauern die Türkei als Kulturland näher bringt. Die innere Zerrissenheit des Landes und seine Divergenzen müsste man an kompakteren, besser komprimierten Themen angehen. Musikalisch empfiehlt sich da am ehesten der Einfluss der armenisch-türkischen Brüder Arto und Onno Tuncboyaciyan. Vielleicht ja eine lohnende Fortsetzung eines spannenden Themas und eines spannenden Films!
Aktuelle CD:
O.S.T.: Crossing the Bridge (Warner Music)
Zum Gucken:
Fatih Akin: Crossing the Bridge (Pictorian Pictures / NFP Marketing & Distribution)
http://www.jazzthetik.de/article/1120233583.html
Ich fand den Film aus folgendem Aspekt sehr gut:
Fatih Akin bringt ohne irgendwelche Minderwertigkeitskomplexe türkische Künstler, die uns seit Kindes an nahe sind, auf die internationale Leinwand. Mal ehrlich, wie viele von uns hören eigentlich noch Orhan Gencebay oder Müzeyyan Senar? Wie viele von uns hören sich Neset Ertas oder Erkin Koray Lieder an?
Und zurück zu meinem Wort "minderwertigkeitskomplex": Wie viele von uns haben ihren deutschen Freunden solche Lieder vorgespielt?
Erst mit Tarkan, Sertab oder Cartel haben wir uns getraut, aus unserem Schneckenhäuschen international herauszuschauen, wenn es um türkische Mucke ging.
Nun, Fatih, präsentiert eben ein "Haydar Haydar", ein "Hatasiz Kul Olmaz" ein "Böyle Olur Mu" einem weltweitem Publikum. Und aus diesem Publikum werden bestimmt einige hundert nicht-türkische Menschen die Live-Performance von Orhan Baba lieben!
Das reicht ihm nicht aus, er präsentiert die Underground-Szene der Türkei. Replikas, Babazula! Einfach genial. Viele von uns kennen diese Bands gar nicht.
Gypsy Musik, Kurdisches Klagelied, eine Straßenband, von der meine Istanbuler Freunde mit Begeisterung sprechen, Siyasiyabend, Ceza, Mercan Dede, Oriental Expressions...
Querbeet wird die Musik von Istanbul aufgezeigt. Klar, fehlt eine Menge anderer Künstler, aber der Rahmen von solch einer Doku ist nun mal begrenzt. Und Fatih Akin hat die Freiheit, in seinem Film, die Bands zu nehmen, die er auch mag.
Einige in der Türkei beschuldigten ihm, weil er wie ein Orientalist an die Sache rangegangen ist, also wie ein Touri, der die verschiedenen Musikarten den Ausländern erklären will, um mit diesem, für die Ausländer interessanten Thema, für sich selber Profit zu schlagen.
Da kann ich nur antworten, "Wieso hat bisher keiner aus der Türkei solch einen Film gedreht?" Die antwort liegt auf der Hand: Wegen ihren Minderwertigkeitskomplexen. Abi, hangi Fransiz entellektüeli Orhan Gencebay dinler yahu???
Es macht mich stolz, dass jemand aus unserer Schicht, ein Hamburger Junge, Sohn von türkischen Arbeitern, zu einem international anerkannten Starregisseur hochgearbeitet hat, und dabei nicht seine eigene Kultur und Identität vergisst.
Kurze Anmerkungen zu verschiedenen Themen oben:
Fatih Akins Filme: Sensin!, Getürkt, Kurz und Schmerzlos, Im Juli, Solino, Wir haben vergessen zurück zu kehren, Gegen die Wand, Die bösen alten Lieder, Crossing the Bridge.
Fatih Akin legt größten Wert darauf, dass in seinen Filmen ein Türke einen Türken spielt, ein Grieche einen Griechen spielt, ein Serbe einen Serben spielt, ein Deutscher einen Deutschen spielt, Italiener spielen.
Er kritisierte z.B., dass in Kebab Connection die türkische Familie kein türkisch sprach.
Luk Piyes ist Türke, Dennis Moschittos Vater ist Italiener, seine Mutter ist Türkin.
Und: Sibel Kekilli steht nicht als Symbolfigur einer neuen türkischen Generation in Deutschland, sie ist lediglich ein Individuum in einem Liebesfilm, die Türkin ist, und einen besonders starken Charakter (stark im Sinne von ausgeprägt) hat. Gegen die Wand ist ein Klassefilm, ungeschönt realistisch, ohne irgendwelches politische Fingerdeuten, wie sie es in vielen anderen deutsch-türkischen Filmen gibt.
Ich fand den Film aus folgendem Aspekt sehr gut:
Fatih Akin bringt ohne irgendwelche Minderwertigkeitskomplexe türkische Künstler, die uns seit Kindes an nahe sind, auf die internationale Leinwand. Mal ehrlich, wie viele von uns hören eigentlich noch Orhan Gencebay oder Müzeyyan Senar? Wie viele von uns hören sich Neset Ertas oder Erkin Koray Lieder an?
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tralles
bist du ein "filmkritiker"? wenn nicht, dann must du dich beeilen..so umfangreiche erklärung, habe ich is jetzt nicht gelesen.
und ich kann dich nur bestätigen.
ich verkaufe türkische CD s. bis jetzt habe ich nur tarkan oder sertap an die deutsche kunden verkaufen.
nach dem viele fatih akins film gesehen haben, kaufen die deutsche kunden auch orhan gencebay, müslüm, ceza usw. jetzt.
das ist die beste PR und werbung..
tralles
bist du ein "filmkritiker"? wenn nicht, dann must du dich beeilen..so umfangreiche erklärung, habe ich is jetzt nicht gelesen.
und ich kann dich nur bestätigen.
ich verkaufe türkische CD s. bis jetzt habe ich nur tarkan oder sertap an die deutsche kunden verkaufen.
nach dem viele fatih akins film gesehen haben, kaufen die deutsche kunden auch orhan gencebay, müslüm, ceza usw. jetzt.
das ist die beste PR und werbung..
BINGO! Das ist Marketing vom feinsten. Hayirli olsun.
Danke, dertli4u ;)
Es wahr für mich amüsant, im FIlm die Graffitti: "No hip-Hop, Yes Müslüm" zu lesen ;-)
Da würde sich wohl manch einer fragen, wer oder was dieser Müslüm ist? Eine islamische Musikrichtung?! ;)
Aber ob man Müslüm Gürses selber auch hört, ist natürlich weiterhin Geschmackssache...
Eben, das meine ich. Der Film sagt ja nicht, dass alle türkischen Mädel sind wie Sibel Güner (Sibel Kekilli) im Film seien. Die Aussage ist nur, dass er ein türkisches Mädel Sibel wie im Film existieren könnte. Und das kann man nicht ausschließen, glaube ich...
Wir brauchen uns von diesem Film nicht beleidigt fühlen, meiner Meinung nach...
Genau das finde ich auch. Das ist eine Geschichte die dort erzählt wird, von einem Mädel, dem halt das alles zustößt.
Es ist ein Film.. Oder glaubt ihr an Hobbits oder den Terminator oder dergleichen? Es sind doch auch nur Filme!
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