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LAZ
01.06.05, 13:04
Urteil zum Schwimmunterricht

Auch Muslime müssen mitmachen

Schulfahrten, Sexualkunde und Schwimmunterricht bringen strenggläubige Muslime oft in Konflikt mit der Schulpflicht in Deutschland. Ein Düsseldorfer Gericht wies den Antrag von Eltern zurück, die ihrem Sohn den Anblick von Mitschülerinnen in Badeanzug oder Bikini ersparen wollten.


Religiöse Bedenken der Eltern sind kein Grund, einen Schüler vom Schwimmunterricht fernzuhalten. Das entschied das Verwaltungsgericht Düsseldorf am Montag in einem bundesweiten Präzedenzfall (Aktenzeichen 18 K 74/05). Die islamischen Eltern des Elfjährigen hatten beantragt, den Schüler zu befreien, um ihm den Anblick leicht bekleideter Mädchen in Badeanzügen und Bikinis zu ersparen.

Dies ist nach Meinung der Eltern mit dem Koran und islamischen Werten nicht vereinbar. Im Schwimmbad könne ihr Sohn, der die fünfte Klasse einer Realschule in Wuppertal besucht, zudem die für islamische Jungen geltenden Bekleidungsvorschriften nicht einhalten.

Das Verwaltungsgericht wies die Klage auf Befreiung ab: Die religiösen Vorschriften, die der Teilnahme angeblich entgegenstehen, seien nicht nachvollziehbar. Es sei fragwürdig, ob das Schwimmen mit der Schulklasse überhaupt einen religiösen Gewissenskonflikt auslöse. "Es ist nicht unsere Aufgabe, die Auslegung des Koran zu hinterfragen", sagte der Vorsitzende Richter Uwe Sievers.

Leicht bekleidete Menschen überall

Ein muslimischer Junge sei im Sommer in Deutschland jederzeit an öffentlichen Plätzen, Wiesen und auf Werbeplakaten dem Anblick "locker bekleideter Leute ausgesetzt", so der Richter in der mündlichen Verhandlung.

Bei Abwägung widerstreitender Interessen habe der staatliche Bildungsauftrag Vorrang vor der Religionsfreiheit und dem elterlichen Erziehungsrecht, befanden die Richter in ihrer Urteilsbegründung. Die Teilnahme am Schwimmunterricht sei zumutbar.

Das Gericht schlug verschiedene Maßnahmen vor, wie der möglicherweise entstehende Gewissenskonflikt abgemildert werden könne, etwa durch das Tragen einer knielangen Badehose oder durch nach Geschlechtern getrennte Umkleiden. Außerdem verbleibt den Eltern nach Auslegung der Verwaltungsrichter ohnehin ein umfassender Einfluss auf ihr Kind.

Zu Konflikten zwischen Schulen und muslimischen Eltern über den Sport- und den Sexualkundeunterricht war es in der Vergangenheit immer wieder gekommen. Die Behörden in Berlin und anderen Städten mit einem hohen Einwandereranteil (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,342504,00.html) berichten von einer steigenden Zahl muslimischer Eltern, die ihre Kinder aus religiösen Gründen vom Sport- und Biologieunterricht abmelden oder nicht an Klassenfahrten teilehmen lassen - laut Bildungssenator Klaus Böger (SPD) ein "drängendes Problem".

Die Senatsverwaltung in Berlin verzeichnete im laufenden Schuljahr 68 Befreiungen vom Schwimmunterricht, davon 61 aus gesundheitlichen Gründen. Außerdem wurden 18 Anträge auf Befreiung vom Sexualkundeunterricht registriert, von denen aber nur dreien stattgegeben wurde.

Abstriche von der Weltanschauung

Ähnlich wie ihre Kollegen in Düsseldorf hatten im vergangenen Jahr Richter des Hamburger Verwaltungsgerichts entschieden. Sie lehnten das Ansinnen einer türkischen Mutter ab, ihre beiden 14 und 15 Jahre alten Töchter vom Sexualkundeunterricht freizustellen. Sexualität finde im Islam nur in der Ehe statt, vorher gebe es keinen Aufklärungsbedarf, so hatte die Mutter argumentiert.

Das Schulgesetz verpflichte alle Schüler zur Teilnahme am Biologieunterricht, befanden die Hamburger Richter, auch wenn Sexualkunde auf dem Stundenplan (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,282744,00.html) stehe. Die Eltern müssten dabei Abstriche "von einer absolut gesetzten Weltanschauung hinnehmen".Erst vor zwei Monaten hatte das Verwaltungsgericht Hamburg die Klage von pakistanischen Eltern zurückgewiesen, die ihre Tochter vom Schwimmunterricht befreien wollten.

Die Rechtsprechung war in der Vergangenheit allerdings nicht immer so eindeutig zugunsten der Schulpflicht und des staatlichen Bildungsauftrages ausgefallen: Im Fall einer türkischen Schülerin entschied das Bundesverwaltungsgericht im Jahr 1993, die Schulverwaltung sei für einen "schonenden Ausgleich beider Rechtspositionen" verpflichtet, "alle ihr zu Gebote stehenden, zumutbaren organisatorischen Möglichkeiten auszuschöpfen".

Eine Schülerin, die fürchtete, sie können auf einer Klassenreise den Geboten ihres Glaubens nicht nachkommen, bekam 2002 vorm Oberverwaltungsgericht Münster teilweise recht: "Es spricht Überwiegendes dafür, dass die geschilderten Zwänge und Ängste (...) bei der Antragstellerin bereits Krankheitswert erreichen, so dass sie (...) begründet verhindert ist, an der Klassenfahrt teilzunehmen."

Die Anwältin der Düsseldorfer Kläger machte ebenfalls geltend, dass muslimische Mädchen nach bundesdeutscher Rechtsprechung vom Schwimmunterricht befreit werden können. Es sei nicht einzusehen, warum dies Jungen verwehrt werde. Sie will nun prüfen, ob sie gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegt.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,358424,00.html

LAZ
01.06.05, 13:06
Ich finde man übertreibt es, wenn man seine Kinder vom Schwimmunterricht, Biologie unterricht abhällt....

Istanbuler
01.06.05, 13:11
Ich glaube, dass das eine gute Entscheidung ist. Sonst bleiben diese Kinder auf der Strecke, während ihre Freunde sich sozial entwickeln.

In der Türkei muss auch jeder seine Kinder zum Sportunterricht gehen lassen.

LAZ
01.06.05, 13:13
Hier ein Mustertext für die Befreiung vom Schwimmunterricht:

http://www.muslim-markt.de/Mustertext/schwimmfrei.htm

Minosh
01.06.05, 13:21
Ich finde man übertreibt es, wenn man seine Kinder vom Schwimmunterricht, Biologie unterricht abhällt....

Biologie/Sexualkunde ist absolut notwendig und ich kann mir nicht vorstellen, dass es gegen den Islam verstösst!:rolleyes:
Bei dem Schwimmunterricht pubertierender Jungs und vor allem Mädchen sehe ich allerdings Probleme für strengläubige muslimische Eltern, da für sie die Entblößung in der Öffentlichkeit ab einem bestimmten Alter im Islam nicht erlaubt ist!

Letztes Jahr im Freibad sah ich eine Gruppe von Kindern, 9-11 Jahre alt vielleicht, eines der Mädchen hatte ein Kopftuch, langarmiges Shirt und eine lange Leggins, sie ging auch mit ihren deutschen Freundinnen ins Wasser, aber irgendwie machte sie dennoch einen unzufriedenen Eindruck, ihr Anblick machte mich wirklich sehr traurig und ich fragte mich was das wohl für Eltern sind die ihre Kinder seelisch so misshandeln!

Minosh
01.06.05, 13:25
Ich glaube, dass das eine gute Entscheidung ist. Sonst bleiben diese Kinder auf der Strecke, während ihre Freunde sich sozial entwickeln.

In der Türkei muss auch jeder seine Kinder zum Sportunterricht gehen lassen.

Das Kopftuch ist in türkischen Schulen ja auch nicht erlaubt!

Befreiung von Religionsunterricht gibt es in der Türkei allerdings.

yanlizkurt
01.06.05, 13:26
desenize yakinda türkler yüzmeyi bile beceremiyecek böyle giderse...

Minosh
01.06.05, 13:34
Es gibt einene Ausspruch des Propheten Mohammeds der lautet:


"Und bringt euren Kindern das Schwimmen bei"

Und das zu der Zeit und an einem Ort, der geographisch gesehen alles andere als Scwimmgelegenheiten bietet!

red123
01.06.05, 13:49
"Es gibt einene Ausspruch des Propheten Mohammeds der lautet:


"Und bringt euren Kindern das Schwimmen bei" "

---

ich hoffe das klingt jetzt nicht zu zynisch, aber es gibt soweit ich weiß von mohammed auch keinen ausspruch der wie folgt lautet:

"ernährt euch gesund", "macht euren führerschein", "schaut euch keine schwachsinnigen filme an", " esst keine glasscherben"!!!!!

Minosh
01.06.05, 13:57
"Es gibt einene Ausspruch des Propheten Mohammeds der lautet:


"Und bringt euren Kindern das Schwimmen bei" "

---

ich hoffe das klingt jetzt nicht zu zynisch, aber es gibt soweit ich weiß von mohammed auch keinen ausspruch der wie folgt lautet:

"ernährt euch gesund", "macht euren führerschein", "schaut euch keine schwachsinnigen filme an", " esst keine glasscherben"!!!!!

Es geht aber um strenggläubige Muslime und um den Islam, die glauben, dass es islamisch gesehen richtig ist was sie tun.
Wüssten sie, dass es solch einen Ausspruch des Propheten gibt, dann würde sie anders über Sport- oder Schwimmunterrichte denken.
Leider sind die meisten in Sachen "Islam" nicht wirklich gebildet!

yanlizkurt
01.06.05, 13:57
und red was willst du uns sagen?

red123
01.06.05, 14:26
@yanlizkurt,

naja es wäre eine ironische äusserung mit der ich auf einen missstand in der argumentation von minosh hinweisen wollte.

Anscheinend habe ich jedoch die ironie der äusserung von minosh nicht erkannt und wir haben irgednwie aneinander vorbei geredet....Tja das nutzt man ein stilmittel und es geht dermaßen in die hose...

@minosh

ich bin zwar selbst alevitischen glaubens traue aber den moslems zu das sie richtig und falsch unterscheiden könnten auch ohne den islam. Das sie sich natürlich an religöse regeln halten finde ich eigentlich sogar gut nur wie schon geäussert wurde könnte in diesem fall das kind einige nachteile davon tragen.

Ich glaube das viele muslimische eltern manchmal etwas extrem reagieren, weil ihre religion in dieser zeit sehr viel kritik und vorurteilen ausgesetzt war/ ist.
Ich glaube viele sind so offen und verständnisvoll genug, dass ein entblößen zum zwecke von zur schau stellen oder sich anbieten oder ähnliches nicht verglichen werden darf mit einem entblößen das zwangsläufig notwendig ist um eine wirklich für das leben und vielleicht sogar das ÜBERleben wichtige tätigkeit zu erlernen.........

Minosh
01.06.05, 14:40
Die meisten können unterscheiden, deshalb nehmen ja auch die meisten muslimischen Kinder am Schwimm- oder Sexualkundeunterricht teil.

Man kann nicht sagen, dass man "islamisch handelt" wenn man es durch keine Quelle belegen kann. Religion wird häufig mit Tradition oder Ehre verwechselt und das ist das Dilemma!
Während sie glauben dass sie gottgerecht handeln, tun sie vielleicht genau das Gegenteil und werfen damit einen Schatten auf den Islam.
Jede Kindes- ,Frauenmisshandlung oder sonstige Perversität wird dem Islam in die Schuhe geschoben.
Ein kind vom Sportunterricht fernzuhalten ist unislamisch.
Ein belesener Sunnite weiss, dass Sport zum Leben dazu gehört.

Mit dem Entblößen hat die Mehrheit der türkischen Muslime ja auch kein Problem, es geht in diesem Fall nur um die strenggläubigen Muslime, die ihre eigene Welt schaffen wollen.In diesen Fällen würde ich sogar sagen, dass es angebrachter für sie wäre das Land zu verlassen und in einem Land zu leben, in dem die Töchter nicht am Sportunterricht teilnehmen müssen.
Mit dem Islam hat es jedenfalls nichtz zu tun!

Ich habe in Marokko soviele kopftuchtragende Frauen morgens beim Joggen an der Strandpromenade gesehen, dass ich selber sehr verwundert darüber war.
Sie liegen auch am Strand, mit luftiger Sommerbekleidung und die Töchter und Söhne in Schwimmbekleidung. Was ist schlimm daran?
Warum müssen unsere Fundamentalisten ihre Kinder ausgrenzen, wo sie doch schon allein aufgrund ihrer Herkunft mehr oder weniger ausgegrenztz werden.

Schlimm sowas!

yanlizkurt
01.06.05, 14:50
de m ist nicht viel hinzuizufügen... wie gesagt der islam wird von den meisten falsch interpretiert... man sollte alles schematisch betrachten.

helal minosh

dertli4u
01.06.05, 18:18
was ist mit getrennte schwimmen.


nicht sofort negativ reagieren.

in frankfurt,haben wir es erreicht, das bestimmte wochentag, bestimmte stunden, "frauen schwimmen" gibt..

und wer kommt zum schwimmbad..%90 deutsche frauen..weil sie sich bequem fühlen..schwimmen ohne von männer belästigt werden war für denen ganz gut...:D (ah bu erkekler)

ich meine, wir müssen etwas globaler denken..zeugen yahovas und par andere christliche sekte , erlauben auch nicht das ihre kinder sexualkunde unterricht und gemischt schwimmen unterricht teilnehmen..keine redet davon.

welche ist besser..ein lösung finden für die kinder dass die auch lernen..


ps.meine tochter hat sogar bei wettschwimmen teilgenommen...aber ich kenne par familien, die so was nicht erlaubt haben...

Minosh
01.06.05, 20:20
was ist mit getrennte schwimmen.


nicht sofort negativ reagieren.

in frankfurt,haben wir es erreicht, das bestimmte wochentag, bestimmte stunden, "frauen schwimmen" gibt..

und wer kommt zum schwimmbad..%90 deutsche frauen..weil sie sich bequem fühlen..schwimmen ohne von männer belästigt werden war für denen ganz gut... (ah bu erkekler)

ich meine, wir müssen etwas globaler denken..zeugen yahovas und par andere christliche sekte , erlauben auch nicht das ihre kinder sexualkunde unterricht und gemischt schwimmen unterricht teilnehmen..keine redet davon.

welche ist besser..ein lösung finden für die kinder dass die auch lernen..


ps.meine tochter hat sogar bei wettschwimmen teilgenommen...aber ich kenne par familien, die so was nicht erlaubt haben...

Genau das müsste für Schüler durchgesetzt werden, getrennter Schwimmunterricht!
Bei uns gibt es hier auch so ein Schwimmbad der einen Tag nur für Frauen geöffnet hat, hamam gibi!:D Ich sehe dort allerdings viele Kopftuchträgerinnen.
Sen kadinlarhavuzunda kimin olup olmadigini nerden biliyorsun bakim, hah?:eek: :D

Hey Leute, vor meiner Haustür steht eine türkische Frau mit Kopftuch, vielleicht Ende 30, mit einem Fahrrad, das gibt es doch!:eek:

dertli4u
01.06.05, 20:28
Genau das müsste für Schüler durchgesetzt werden, getrennter Schwimmunterricht!
Bei uns gibt es hier auch so ein Schwimmbad der einen Tag nur für Frauen geöffnet hat, hamam gibi!:D Ich sehe dort allerdings viele Kopftuchträgerinnen.
Sen kadinlarhavuzunda kimin olup olmadigini nerden biliyorsun bakim, hah?

Hey Leute, vor meiner Haustür steht eine türkische Fraue, vielleicht Ende 30, mit einem Fahrrad, das gibt es doch!:eek:

ben bu konuda belediyeye dilekceyi veren yabancilar meclisi üyelerindenim..ve her 6 ayda bir, bize bericht geliyor.

ayrica, calisma gurubu toplantilarina gelip, bize tesekkür eden alman bayanlar oldu:D

yasim o kadar ufak degil ki, anamla beraber kadinlar bölkümüne gideyim..:D