yücel
16.05.07, 17:26
Mitteilung der Türkischen Gemeinde in Hamburg und Umgebung
zu einer Sendung des Hamburg Journals vom 9.5.07
An den Intendanten
des Norddeutschen Rundfunks
Jobst Plog
Rothenbaumchaussee 132 – 134
20149 Hamburg
Hamburg 16 .5.07
Beitrag des »Hamburg Journal« vom 9.5.07 über die Türkische Gemeinde
Sehr geehrter Herr Plog,
bislang gingen wir davon aus, dass sich der Norddeutsche Rundfunk wie alle der ARD angeschlossenen Anstalten den Grundsätzen einer fairen und objektiven Berichterstattung verpflichtet fühlt. Dass dies leider nicht immer der Fall ist, möchten wir am Beispiel eines Berichts über uns illustrieren, der in der Sendung »Hamburg Journal« am 9.5. ausgestrahlt wurde.
Die Ausgangslage
Zwei Menschen fühlen sich und ihre Nächsten vom Schicksal schlecht behandelt. Der Journalist Kahraman Yavuz hat einen Bruder, der vor über einem Jahrzehnt vergeblich versuchte, über die Türkische Gemeinde eine politische Karriere zu starten. Als dies nicht gelang und statt seiner unser ehemaliger Vorsitzender Hakkı Keskin 1993 in die Hamburgische Bürgerschaft einzog, war der Frust groß und die Saat für eine Revanche gelegt.
Auch der Zweite im Bunde, Rechtsanwalt Mülayim Hüseyin, sah im vergangenen Jahr in der TGH ein Sprungbrett für seine politischen Ambitionen in der PDS, zog sich aber schnell wieder zurück, als er zur Kenntnis nehmen musste, dass die TGH sich nicht parteipolitisch instrumentalisieren lässt.
Der Bericht
Durch eine bunte Mischung aus bewegten Bildern und Kommentar wird suggeriert, bei der Türkischen Gemeinde handele es sich um einen winzigen Zirkel reaktionärer Revanchisten, die versuchten, im Dienste des türkischen Generalkonsulats die Hamburger Türken auf »nationalistische Linie« einzuschwören. Dass man dabei nicht davor zurückschreckt, eine Verbindung zu dem Mord an dem türkischen Journalisten Hrant Dink anzudeuten, ist eine Ungeheuerlichkeit sonder gleichen.
Die Fakten
Allein ein Blick in die Satzung unseres Verbandes hätte genügt, um zu erkennen, dass wir uns dem gesellschaftlichen Pluralismus verpflichtet fühlen. Bei uns sind alle politischen Richtungen innerhalb des demokratischen Spektrums vertreten; mit rechts- wie linksradikale Gruppierungen arbeiten wir nicht zusammen. Ansinnen aus der rechtsnationalistischen politischen Ecke, die es durchaus gegeben hat, haben wir stets abgelehnt.
In unserem Verband sind überdies viele Vereine organisiert, welche die ganz unterschiedlichen Facetten der Arbeit in unserer Community repräsentieren: Der Türkische Elternbund, der Lehrerverein, ein Kindergartenverein, Frauenverein, Deutsch-Türkischer Freundschaftsverein, eine Theatergruppe, zwei Chöre u.s.w. Zudem sind wir Träger eines Seniorentreffs in Billstedt.
Das uns angedichteten Image einer rechtslastigen Gruppierung will auch so gar nicht zu unserem jüngst durchgeführtes Kulturprojekt »Melodien aus dem Morgenland« passen, in dem wir zusammen mit zwei alevitischen, zwei persischen, einem syrischen Verein, dem Kantor der Jüdischen Gemeinde sowie unserem Chor eine vierstündige Musik- und Tanzveranstaltung organisiert haben. Ein Programm dieser Veranstaltung lege ich zur Illustration bei.
Ohne jetzt im Einzelnen auf die abstrusen Anfeindungen eingehen zu wollen, können Sie sicher sein, dass die zahlreichen Hamburger Behörden, mit denen wir seit Jahren und Jahrzehnten eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten und Projekte durchführen, nicht so unbedarft sind, sich mit einer »rechtsradikalen Randgruppe« so eng zu verbinden, wie dies im Beitrag unterstellt wird.
Über unsere zahlreichen Aktivitäten, die stets dem Wohle der Menschen in unserer Community verpflichtet sind, können Sie sich gern auf unserer Homepage ein Bild machen. Allein in dem Projekt Regenbogen haben wir in den vergangenen anderthalb Jahren mehr als 400 Frauen in weit über 20 Sprachkursen betreut, sie daneben, wo nötig, individuell beraten und auf diesem Wege versucht, sie und mit Ihnen ihre Familien für eine Integration in diese Gesellschaft aufgeschlossen zu machen. Mit dem DRK entwickeln wir zur Zeit berufsvorbereitende Kurse, um den Frauen anschließend eine berufliche Perspektive anbieten zu können.
Dies vor Augen erübrigt sich wohl auch ein weiteres Eingehen auf die wenig erhellenden Bemerkungen des Herrn Steinbach.
Fazit
Man könnte diese journalistische Groteske beruhigt dem Vergessen anheimfallen lassen, wäre es nicht der NDR, der den Bericht ausgestrahlt hätte. Ihr Sender steht nämlich für seriösen Journalismus und die Zuschauer gehen davon aus, dass die von Ihnen ausgestrahlten Berichte seriös recherchiert sind.
Hier müssen Sie als Sender sich den Vorwurf gefallen lassen, Ihrer Aufsichtspflicht gegenüber einem in Ihrem Auftrag handelnden Journalisten nicht nachgekommen zu sein.
Wir möchten Sie bitten, in vergleichbaren Fällen vorher Rücksprache mit denen zu halten, die es angeht, wie es eigentlich gutem journalistischem Brauch entspricht.
Demir Ali Kurtuldu
(stellvertr. Vorsitzender)
TGH
Türkische Gemeinde
in Hamburg und Umgebung e.V.
Hospitalstr. 111 – »Haus 7«
22767 Hamburg
zu einer Sendung des Hamburg Journals vom 9.5.07
An den Intendanten
des Norddeutschen Rundfunks
Jobst Plog
Rothenbaumchaussee 132 – 134
20149 Hamburg
Hamburg 16 .5.07
Beitrag des »Hamburg Journal« vom 9.5.07 über die Türkische Gemeinde
Sehr geehrter Herr Plog,
bislang gingen wir davon aus, dass sich der Norddeutsche Rundfunk wie alle der ARD angeschlossenen Anstalten den Grundsätzen einer fairen und objektiven Berichterstattung verpflichtet fühlt. Dass dies leider nicht immer der Fall ist, möchten wir am Beispiel eines Berichts über uns illustrieren, der in der Sendung »Hamburg Journal« am 9.5. ausgestrahlt wurde.
Die Ausgangslage
Zwei Menschen fühlen sich und ihre Nächsten vom Schicksal schlecht behandelt. Der Journalist Kahraman Yavuz hat einen Bruder, der vor über einem Jahrzehnt vergeblich versuchte, über die Türkische Gemeinde eine politische Karriere zu starten. Als dies nicht gelang und statt seiner unser ehemaliger Vorsitzender Hakkı Keskin 1993 in die Hamburgische Bürgerschaft einzog, war der Frust groß und die Saat für eine Revanche gelegt.
Auch der Zweite im Bunde, Rechtsanwalt Mülayim Hüseyin, sah im vergangenen Jahr in der TGH ein Sprungbrett für seine politischen Ambitionen in der PDS, zog sich aber schnell wieder zurück, als er zur Kenntnis nehmen musste, dass die TGH sich nicht parteipolitisch instrumentalisieren lässt.
Der Bericht
Durch eine bunte Mischung aus bewegten Bildern und Kommentar wird suggeriert, bei der Türkischen Gemeinde handele es sich um einen winzigen Zirkel reaktionärer Revanchisten, die versuchten, im Dienste des türkischen Generalkonsulats die Hamburger Türken auf »nationalistische Linie« einzuschwören. Dass man dabei nicht davor zurückschreckt, eine Verbindung zu dem Mord an dem türkischen Journalisten Hrant Dink anzudeuten, ist eine Ungeheuerlichkeit sonder gleichen.
Die Fakten
Allein ein Blick in die Satzung unseres Verbandes hätte genügt, um zu erkennen, dass wir uns dem gesellschaftlichen Pluralismus verpflichtet fühlen. Bei uns sind alle politischen Richtungen innerhalb des demokratischen Spektrums vertreten; mit rechts- wie linksradikale Gruppierungen arbeiten wir nicht zusammen. Ansinnen aus der rechtsnationalistischen politischen Ecke, die es durchaus gegeben hat, haben wir stets abgelehnt.
In unserem Verband sind überdies viele Vereine organisiert, welche die ganz unterschiedlichen Facetten der Arbeit in unserer Community repräsentieren: Der Türkische Elternbund, der Lehrerverein, ein Kindergartenverein, Frauenverein, Deutsch-Türkischer Freundschaftsverein, eine Theatergruppe, zwei Chöre u.s.w. Zudem sind wir Träger eines Seniorentreffs in Billstedt.
Das uns angedichteten Image einer rechtslastigen Gruppierung will auch so gar nicht zu unserem jüngst durchgeführtes Kulturprojekt »Melodien aus dem Morgenland« passen, in dem wir zusammen mit zwei alevitischen, zwei persischen, einem syrischen Verein, dem Kantor der Jüdischen Gemeinde sowie unserem Chor eine vierstündige Musik- und Tanzveranstaltung organisiert haben. Ein Programm dieser Veranstaltung lege ich zur Illustration bei.
Ohne jetzt im Einzelnen auf die abstrusen Anfeindungen eingehen zu wollen, können Sie sicher sein, dass die zahlreichen Hamburger Behörden, mit denen wir seit Jahren und Jahrzehnten eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten und Projekte durchführen, nicht so unbedarft sind, sich mit einer »rechtsradikalen Randgruppe« so eng zu verbinden, wie dies im Beitrag unterstellt wird.
Über unsere zahlreichen Aktivitäten, die stets dem Wohle der Menschen in unserer Community verpflichtet sind, können Sie sich gern auf unserer Homepage ein Bild machen. Allein in dem Projekt Regenbogen haben wir in den vergangenen anderthalb Jahren mehr als 400 Frauen in weit über 20 Sprachkursen betreut, sie daneben, wo nötig, individuell beraten und auf diesem Wege versucht, sie und mit Ihnen ihre Familien für eine Integration in diese Gesellschaft aufgeschlossen zu machen. Mit dem DRK entwickeln wir zur Zeit berufsvorbereitende Kurse, um den Frauen anschließend eine berufliche Perspektive anbieten zu können.
Dies vor Augen erübrigt sich wohl auch ein weiteres Eingehen auf die wenig erhellenden Bemerkungen des Herrn Steinbach.
Fazit
Man könnte diese journalistische Groteske beruhigt dem Vergessen anheimfallen lassen, wäre es nicht der NDR, der den Bericht ausgestrahlt hätte. Ihr Sender steht nämlich für seriösen Journalismus und die Zuschauer gehen davon aus, dass die von Ihnen ausgestrahlten Berichte seriös recherchiert sind.
Hier müssen Sie als Sender sich den Vorwurf gefallen lassen, Ihrer Aufsichtspflicht gegenüber einem in Ihrem Auftrag handelnden Journalisten nicht nachgekommen zu sein.
Wir möchten Sie bitten, in vergleichbaren Fällen vorher Rücksprache mit denen zu halten, die es angeht, wie es eigentlich gutem journalistischem Brauch entspricht.
Demir Ali Kurtuldu
(stellvertr. Vorsitzender)
TGH
Türkische Gemeinde
in Hamburg und Umgebung e.V.
Hospitalstr. 111 – »Haus 7«
22767 Hamburg