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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern beendet



Der Schakal
11.06.07, 21:24
Stiftung zahlt 4,4 Milliarden Euro:
Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern beendet


Die Zahlungen an die Zwangsarbeiter des Nationalsozialismus sind offiziell abgeschlossen. Der letzte Milliardenbetrag erreicht allerdings nur noch einen kleinen Teil der NS-Opfer.

http://www.netzeitung.de/deutschland/671170.html

Sind jetzt alle Zahlungen beendet die im Zusammenhang mit der "NS-Politik" stehen?

lynxxx
11.06.07, 21:44
in der Tagesschau sprach man von 2500-7500€.
Das ist natürlich echt eher ein symbolischer Wert, denn an Schmerzensgeld müsste es um den mind. Faktor 100 erhöht werden.

Ich denke, dass die Mehrzahl der Opfer auch nicht das Geld gut findet, sondern die Geste, die dahintersteckt.

Welches Land der Erde macht denn noch sowas?

Der Schakal
11.06.07, 21:47
in der Tagesschau sprach man von 2500-7500€.
Das ist natürlich echt eher ein symbolischer Wert, denn an Schmerzensgeld müsste es um den mind. Faktor 100 erhöht werden.

Ich denke, dass die Mehrzahl der Opfer auch nicht das Geld gut findet, sondern die Geste, die dahintersteckt.

Welches Land der Erde macht denn noch sowas?

2500 - 7500 für jeden? Allerdings lebt ja nur noch ein Bruchteil.

omar
11.06.07, 22:43
Wisst ihr wieviel Geld Deutschland an Israel gezahlt hat bzw. immernoch zahlt?

Der Schakal
11.06.07, 22:49
Wisst ihr wieviel Geld Deutschland an Israel gezahlt hat bzw. immernoch zahlt?

Das Geld ging doch an jüdische Org.. Deswegen hat sich Finkelstein beschwert.

Tam
11.06.07, 22:57
Das Geld ging doch an jüdische Org.. Deswegen hat sich Finkelstein beschwert.

Der entlassene Ex-President Israel Singer hat anscheinend ziemlich eigenmächtig über die Gelder des JWC verfügt:

http://www.normanfinkelstein.com/article.php?pg=3&ar=81

lynxxx
11.06.07, 23:00
Ein paar Beispiele:
Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“: 5 Milliarden € für Zwangsarbeiter
1952 2,5 Milliarden DM an Israel und isr. Organisationen
1959-1964 880 Millionen DM für NS-Verfolgte in westeurop. Staaten
usw.


Schätzungen reden von der Gesamtsumme aller Entschädigungsleistungen bis Ende 2005 auf 63,224 Milliarden Euro, wobei die Inflation nicht einberechnet wurde. auch Kunstwerke, etc. die zurückgegeben wurden, sind nicht einberechnet, also ein sehr grober Wert, der noch deutlich höher ist, da auch große Firmen freiwillige Entschädigung zahlten.

taycunist
11.06.07, 23:13
1952 2,5 Milliarden DM an Israel und isr. Organisationen

Schätzungen reden von der Gesamtsumme aller Entschädigungsleistungen bis Ende 2005 auf 63,224 Milliarden Euro, wobei die Inflation nicht einberechnet wurde. auch Kunstwerke, etc. die zurückgegeben wurden, sind nicht einberechnet, also ein sehr grober Wert, der noch deutlich höher ist, da auch große Firmen freiwillige Entschädigung zahlten.

Mal schauen wann und wie Israel, eine Gutmachung an die Palästinenser zahlen wird.

BRDemokrat
11.06.07, 23:27
Mal schauen wann und wie Israel, eine Gutmachung an die Palästinenser zahlen wird.

Die Palästinenser haben untereinander selbst noch einiges gutzumachen...

Der Schakal
12.06.07, 00:07
"Etwas historisch Neues"

Die Entschädigung der Zwangsarbeiter ist, trotz aller Kritik, ein Erfolg, so der Historiker Ulrich Herbert

taz: Herr Herbert, heute werden Köhler und Merkel das Ende der Zwangarbeiterentschädigung feiern. Zu Recht?


Ulrich Herbert: Ja. Das Unrechtsbewusstsein hat lange auf sich warten lassen. Noch Mitte der 80er-Jahre war zu hören, dass Zwangsarbeiter ganz normale Gastarbeiter gewesen waren. Dass alle großen Firmen bis 1945 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge beschäftigt hatten, wurde geleugnet. Insofern sind die 5 Milliarden Euro Entschädigung ein Erfolg.


Und wer darf diesen Erfolg für sich verbuchen? Rot-Grün? Die Öffentlichkeit? Oder war es der Druck der Klagen in den USA gegen deutsche Firmen?

Alles drei in gleichem Maße. In der Öffentlichkeit wurde das Thema schon in den 80ern diskutiert. Die Klagen haben die Firmen unter Druck gesetzt, Rot-Grün hat die Entschädigung durchgesetzt. Übersehen wurde aber oft, dass es bei den Sammelklagen in den USA nur um Juden ging - doch 95 Prozent der Zwangsarbeiter waren keine Juden. Rot-Grün wollte anfangs, mangels historischer Kenntnis, auch nur jüdische Zwangsarbeiter entschädigen. Es war ein Verdienst der viel geschmähten Anwälte, vor allem von Michael Hausfeld, auch nichtjüdische Zwangsarbeiter zu vertreten. Das war der Durchbruch für die Entschädigung osteuropäischer Opfer.


Haben die Deutschen genug gezahlt. Oder zu wenig?

Die Frage kann man bei Entschädigung nie beantworten. Einerseits sind 5 Milliarden Euro wenig - im Vergleich etwa zu den 50 Milliarden Euro, die damals die UMTS-Lizenz kostete. Andererseits ist die Bereitschaft der deutschen Gesellschaft, Entschädigungen zu zahlen, etwas historisch Neues - wobei dies die Einmaligkeit der Verbrechen spiegelt.


Die Stiftung "Erinnerung und Zukunft" verfügt über 425 Millionen Euro. Wären die nicht besser auch Zwangarbeiter zugute gekommen?

Es bestand von vornherein auch international Übereinstimmung, etwa zehn Prozent der Summe für Zukunftsprojekte auszugeben: für Jugendaustausch, Forschung und die Pflege von Gedenkstätte. Das halte ich nach wie vor für sinnvoll. Problematisch scheint es mir aber, die Stiftung nun als deutsche laufen zu lassen. Nicht weil dies illegitim, sondern weil es ungeschickt ist. Nach der guten Zusammenarbeit mit den Dependancen der Stiftung in vielen Ländern Europas wäre das ein Rückschritt.

Die Stiftung plant eine große Ausstellung über Zwangsarbeit. Ist das wirklich nötig?

Ja. Wenn es in der "Tagesschau" um Zwangsarbeit geht, wird das stets mit einem KZ-Häftling bebildert. Zwangsarbeit wird in Deutschland mit Auschwitz und Holocaust assoziiert, nicht mit Ausländerlagern in Duisburg, Karlsruhe oder dem Bayerischen Wald. Dass es 10 Millionen Zwangsarbeiter in Deutschland gab, ist kaum bewusst. Ebenso wenig wie fließend die Grenzen waren - von Kindermädchen in deutschen Familien bis zum KZ-Häftling in Dora.


INTERVIEW: STEFAN REINECKE


taz vom 12.6.2007, S. 2, 100 Z. (Interview), STEFAN REINECKE



http://www.taz.de/dx/2007/06/12/a0151.1/text

lynxxx
12.06.07, 00:22
Ich muss sagen, trotz aller Verzögerung, trotz aller Probleme und Bedenken und Ungerechtigkeiten, dass ich ein bischen stolz auf die Deutschen bin, und auf die letztliche Erkenntnisse von Rot-Grün, denn ansonsten sind mir solche Summen von anderen Völkern nicht so bekannt. Ich glaube das könnte ein Vorbild für die Zukunft sein?

Oder kennt ihr solche Entschädigungssummen von anderen Ländern?

taycunist
12.06.07, 00:26
Die Palästinenser haben untereinander selbst noch einiges gutzumachen...

Nicht untereinander! Es wird der Tag kommen, wo Israel öffentlich für morden und vertreiben sich entschuldigen wird und im diesem Zusammenhang Gutmachungen zahlen wird.

lynxxx
12.06.07, 00:39
Wie war das eigentlich in Südafrika mit der Apartheit?
Wurden da Zahlungen getätigt?
Ich weiß nur, dass dort eine Generalamnesie für die "Weißen" erteilt worden ist, und damit ein Schlußstrich gezogen werden sollte, damit man gemeinsam neu anfangen konnte.
(aus meinem rudimentärem Gedächtnis...;))

Mirage
26.08.08, 21:40
Zeugnisse vom Ausmaß der Zwangsarbeit

Pressemitteilung von: Internationaler Suchdienst


(openPR) - Der Internationale Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen hat die Digitalisierung seiner Dokumente zur Zwangsarbeit im „Dritten Reich“ abgeschlossen. Eine Kopie der Daten erhalten heute die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, das US Holocaust Memorial Museum in Washington und das Nationale Institut des Gedenkens in Warschau. „Die Dokumente zeugen vom ungeheuren Ausmaß der Zwangsarbeit während des Nationalsozialismus“, sagte Archivleiter Udo Jost. „Die Arbeitskraft der so genannten Fremdarbeiter wurde in nahezu allen Wirtschaftsbereichen und Regionen ausgebeutet.

“Über 6,7 Millionen Dokumente (ca. 13 Millionen Abbildungen) zum Thema Zwangsarbeit aus der Zeit des Nationalsozialismus und der unmittelbaren Nachkriegszeit hat der ITS gescannt und indiziert. Die Datenmenge beläuft sich auf insgesamt 1,87 Terabyte. „Die Digitalisierung dient dem Schutz und Erhalt der Originaldokumente“, sagte Jost. „Gleichzeitig ermöglicht sie einen besseren Zugang zu den Unterlagen, ob beim ITS oder unseren Partnerorganisationen in Israel, den USA und Polen.“ Auf Beschluss des Internationalen Ausschusses, dem die Aufsicht über die Arbeit des Suchdienstes obliegt, kann jeder der elf Mitgliedsstaaten digitale Kopien der in Bad Arolsen lagernden Unterlagen erhalten.

Bei den jetzt überreichten Dokumenten handelt es sich um Originaldokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus, die sich auf Einzelpersonen beziehen. Dazu zählen vorwiegend Arbeitsbücher von Zwangsarbeitern, Krankenakten, Versicherungsunterlagen sowie Meldekarten von Behörden, Krankenkassen und Arbeitgebern. Daneben hat der ITS auch Listen gescannt, die Anfang 1946 auf Befehl der westlichen Alliierten erstellt wurden. Alle deutschen Gemeinden mussten den Aufenthalt von Ausländern und deutschen Juden während des Zweiten Weltkrieges den alliierten Suchdiensten melden. Die Listen enthalten Angaben zu Wohnorten, Arbeitgebern, Beschäftigungszeiten, Eheschließungen, Geburten und Grabstätten.

Die Dokumente dienten unmittelbar nach dem Krieg der Familienzusammenführung und Repatriierung. Später nutzte der ITS die Unterlagen auch für Bestätigungen im Rahmen von Zwangsarbeiter-Entschädigungsfonds. Wissenschaftler können anhand der Akten im seit November 2007 für Forschungszwecke offen stehenden Archiv die Dimension der Zwangsarbeit unter dem Nazi-Regime erforschen. „Die Dokumente geben Auskunft über die Lebensbedingungen der ausländischen Arbeiter, ihren Einsatz in bestimmten Regionen oder bei einzelnen Arbeitgebern“, erläuterte Jost.

Schätzungen zur Zahl der Zwangsarbeiter während des „Dritten Reiches“ gehen von über zwölf Millionen Betroffenen aus, darunter etwa 8,4 Millionen Zivilarbeiter. Eingesetzt waren Zwangsarbeiter in allen Bereichen des Wirtschaftslebens, ob im Bergbau, der Industrie, der Verwaltung, im Handwerk oder der Landwirtschaft.

Nach den heute überreichten Dokumenten zur Zwangsarbeit sowie den bereits gescannten Beständen zur Inhaftierung in Konzentrationslagern, Ghettos und Gefängnissen (ca. 18 Millionen Abbildungen), der Zentralen Namenkartei des ITS (ca. 42 Millionen Abbildungen) und den Karteikarten zu Displaced Persons (ca. sieben Millionen Abbildungen) ist die vor kurzem begonnene Digitalisierung von Unterlagen aus den DP-Camps der Nachkriegszeit das nächste Großprojekt. Über 70 Prozent der beim ITS lagernden Dokumente konnten bisher gescannt und indiziert werden. Voraussichtlich 2011 soll die Digitalisierung des gesamten Archivs abgeschlossen sein.

Kathrin Flor
PressesprecherinInternationale r Suchdienst
Große Allee 5-
934454 Bad Arolsen
Tel.: 05691 - 629 116
Mobil: 0170 – 900 84 95
Email: www.its-arolsen.org

Über den Internationalen Suchdienst

Der Internationale Suchdienst in Bad Arolsen (ITS) dient Opfern der Naziverfolgung und deren Angehörigen, indem er ihr Schicksal mit Hilfe seiner Archive dokumentiert. Der ITS bewahrt diese historischen Zeugnisse und macht sie der Forschung zugänglich.

Der ITS untersteht den elf Staaten (Belgien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Israel, Italien, Luxemburg, Niederlande, Polen, Großbritannien, USA) des Internationalen Ausschusses. Grundlage sind die Bonner Verträge von 1955 und das Änderungsprotokoll von 2006. Im Auftrag des Ausschusses wird der ITS vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) geleitet. Weitere Informationen zum Internationalen Suchdienst finden Sie unter www.its-arolsen.org. (http://www.its-arolsen.org/)


http://www.openpr.de/news/236703/Zeugnisse-vom-Ausmass-der-Zwangsarbeit.html