Laudazio
04.06.05, 22:38
Vor einigen Tagen las ich das Buch von Mommsen und möchte euch eine lustige Stelle nicht vorenthalten.
Quelle Theodor Mommsen, "Römische Geschichte - Die Begründung der Militärmonarchie"
Auszüge aus dem 2. Kapitel - die Römer sind in Anatolien und treffen auf die "Armee" der Armenier
2. Kapitel
Die Sullanische Restaurationsherrschaft
...
Während aber die Armenier noch sich dazu ordneten, erkannte Lucullus' scharfes Auge, daß sie es versäumt hatten, eine Höhe zu besetzen, die ihre ganze Reiterstellung beherrschte: er eilte sie mit zwei Kohorten einzunehmen, indem zugleich seine schwache Reiterei durch einen Flankenangriff die Aufmerksamkeit der Feinde von dieser Bewegung ablenkte, und sowie er oben angekommen war, führte er seinen kleinen Haufen der feindlichen Reiterei in den Rücken. Sie ward gänzlich zersprengt und warf sich auf die noch nicht völlig geordnete Infanterie, die davonlief, ohne auch nur zum Schlagen zu kommen. Das Bulletin des Siegers, daß 100.000 Armenier und 5 Römer gefallen seien und der König Turban und Stirnbinde von sich werfend unerkannt mit wenigen Reitern davongesprengt sei, ist im Stile seines Meisters Sulla abgefaßt; allein nichtdestoweniger bleibt der am 6. Oktober 68 v. Chr. vor Tigranokerta erfochtene Sieg einer der glänzendsten Sterne in der ruhmreichen Kriegsgeschichte Roms; und er war nicht minder erfolgreich als glänzend.
... Wie peinlich ist das denn? Der armenische Hühnerhaufen wurde von den Römern schlichtweg überrannt. Und das, obwohl die Römer eindeutig in der Minderzahl gewesen sind - die Römer hatten lediglich 10.000 Mann eingesetzt, gegen eine armenische "Armee", die über 100.000 "Mann" hatte! Was für Feiglinge! Wie kann man nur in Überzahl so davonrennen.
Der römische Feldherr Lucullus nahm anschliessend den armenischen Stammesführer Tigranes fest und sperrte ihn in den Kerker. Im Jahre 69 v.Chr. konnte Lucullus sämtliche armenischen Stämme vernichten und nahm auch die Stadt Tigranocerta ein. Damit erreichte er den Höhepunkt seiner Karriere.
Was auch sehr interessant ist. Tigranes Sohn lief zu Pompejus (zu den Römern) über. Damit gab er seinen Vater Tigranes auf und übte Verrat an seinem Vater und an seinem Volk aus. Tigranes nahm sich anschliessend das Leben.
Bekannt wurde Lucullus vor allem wegen seiner üppigen Gastmähler. Noch heute spricht man von "lukullischen Genüssen" oder einem "lukullischen Mahl".
Quelle Theodor Mommsen, "Römische Geschichte - Die Begründung der Militärmonarchie"
Auszüge aus dem 2. Kapitel - die Römer sind in Anatolien und treffen auf die "Armee" der Armenier
2. Kapitel
Die Sullanische Restaurationsherrschaft
...
Während aber die Armenier noch sich dazu ordneten, erkannte Lucullus' scharfes Auge, daß sie es versäumt hatten, eine Höhe zu besetzen, die ihre ganze Reiterstellung beherrschte: er eilte sie mit zwei Kohorten einzunehmen, indem zugleich seine schwache Reiterei durch einen Flankenangriff die Aufmerksamkeit der Feinde von dieser Bewegung ablenkte, und sowie er oben angekommen war, führte er seinen kleinen Haufen der feindlichen Reiterei in den Rücken. Sie ward gänzlich zersprengt und warf sich auf die noch nicht völlig geordnete Infanterie, die davonlief, ohne auch nur zum Schlagen zu kommen. Das Bulletin des Siegers, daß 100.000 Armenier und 5 Römer gefallen seien und der König Turban und Stirnbinde von sich werfend unerkannt mit wenigen Reitern davongesprengt sei, ist im Stile seines Meisters Sulla abgefaßt; allein nichtdestoweniger bleibt der am 6. Oktober 68 v. Chr. vor Tigranokerta erfochtene Sieg einer der glänzendsten Sterne in der ruhmreichen Kriegsgeschichte Roms; und er war nicht minder erfolgreich als glänzend.
... Wie peinlich ist das denn? Der armenische Hühnerhaufen wurde von den Römern schlichtweg überrannt. Und das, obwohl die Römer eindeutig in der Minderzahl gewesen sind - die Römer hatten lediglich 10.000 Mann eingesetzt, gegen eine armenische "Armee", die über 100.000 "Mann" hatte! Was für Feiglinge! Wie kann man nur in Überzahl so davonrennen.
Der römische Feldherr Lucullus nahm anschliessend den armenischen Stammesführer Tigranes fest und sperrte ihn in den Kerker. Im Jahre 69 v.Chr. konnte Lucullus sämtliche armenischen Stämme vernichten und nahm auch die Stadt Tigranocerta ein. Damit erreichte er den Höhepunkt seiner Karriere.
Was auch sehr interessant ist. Tigranes Sohn lief zu Pompejus (zu den Römern) über. Damit gab er seinen Vater Tigranes auf und übte Verrat an seinem Vater und an seinem Volk aus. Tigranes nahm sich anschliessend das Leben.
Bekannt wurde Lucullus vor allem wegen seiner üppigen Gastmähler. Noch heute spricht man von "lukullischen Genüssen" oder einem "lukullischen Mahl".