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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zypern: Neue Auffassung von Nation als Lösung



Der Schakal
19.06.07, 09:30
Von Martyna Czarnowska


http://www.wienerzeitung.at/bilder/wz2003/rainbowallgemein/wzfeld.gif Byzantologe Tzermias im Interview.
http://www.wienerzeitung.at/bilder/wz2003/rainbowallgemein/wzfeld.gif "Es gab Unrecht auf beiden Seiten."

"Wiener Zeitung": Seit drei Jahren ist Zypern EU-Mitglied, aber der seit mehr als 30 Jahren währende Konflikt um die Insel ist ungelöst. War es ein Fehler, Zypern als geteiltes Land in die Union aufzunehmen?


Pavlos Tzermias: Es war kein Fehler, sondern eine Verpflichtung, weil die EU Zypern als einheitlichen Staat anerkannt hat. Juristisch gehört auch das ganze Territorium zur Republik Zypern. Die Teilung ist Folge der türkischen Invasion 1974 und völkerrechtswidrig. Die Türkei – neben Griechenland und Großbritannien eine Garantiemacht – hat von ihrem Interventionsrecht Gebrauch gemacht. Doch sie hätte den Status quo von vor dem Einmarsch wiederherstellen müssen. Das hat sie nicht.


Die Teilung ist dennoch eine Tatsache, wie die Isolation des Nordens, den nur die Türkei als Staat anerkennt.

Die so genannte Isolation ist die Folge der Invasion. Übrigens: Wo ist die Isolation? Engländer kaufen massenhaft Land im Norden, Reisebüros veranstalten Tagesausflüge dorthin. Türkische Zyprioten kommen in den Süden zum Arbeiten.


Aber ein türkischer Zypriote kann zum Beispiel nicht seine Zitronen direkt in die EU exportieren.

Dennoch darf keine wirtschaftliche Maßnahme für die türkischen Zyprioten zur Anerkennung des Pseudostaates führen. Denn das wäre völkerrechtswidrig.


Wäre die Teilung der Insel einzementiert, wenn die Türkei nicht der EU beitritt?

Athen und Nikosia sind ja gegenüber dem EU-Beitritt der Türkei viel großzügiger als Paris oder Berlin. In Griechenland gibt es viele Menschen, die die Befürchtung haben, dass die Türkei bei einer Ablehnung aggressiver in der Ägäis vorgehen würde. Und in Zypern gibt es die Angst, dass die Teilung verewigt würde.


Eine Möglichkeit zur Wiedervereinigung zeigte der – abgelehnte – UN-Plan des ehemaligen Generalsekretärs Kofi Annan. Er berief sich auf das Schweizer Modell.

Das ist eine falsche Bezeichnung. Der Annan-Plan sah nur eine begrenzte Vermischung der Volksgruppen vor. In der Schweiz aber, wo ich lebe, ist zum Beispiel der Kanton Genf französisch-sprachig. Doch es ist nicht verboten, dass eine Million Deutsch-Schweizer sich dort niederlassen. Der Annan-Plan legte auch fest, dass, wenn sich die zwei Volksgruppen nicht einigen könnten, ausländische Richter die Lösung finden sollten. Das würde kein Schweizer akzeptieren! Ich plädiere seit langem für eine Lösung, die beide Gruppen gerecht behandelt.


Das wollen ja alle.

Das Zypern-Problem kann nur gelöst werden, wenn beide Seiten eine neue Auffassung von Nation wahrhaben: nicht auf Sprache oder Religion basierend, sondern als Willens- oder Konsensnation. Da wäre die Schweiz ein Beispiel. Meine Frau etwa ist Deutsch-Schweizerin, aber keine Deutsche. Die Italienisch-Sprachigen fühlen sich ebensowenig als Italiener.


Was würde das für Zypern bedeuten?

Dass es den Willen gibt, politisch zusammenzuarbeiten, unabhängig, ob jemand griechischer oder türkischer Zypriote ist. Das könnte die EU fördern. Es ist jedoch noch ein weiter Weg. Wir haben zwar eine Europäische Union, aber ist unsere Gesinnung sehr europäisch? Im Moment ist die EU leider mehr ein wirtschaftliches Gebilde denn ein politisch-ideologisches.


Sind die griechischen und türkischen Zyprioten bereit, eine Willensnation zu bilden? Immerhin ist ihr Verhältnis von gegenseitigen Schuldzuweisungen belastet.

Die Schuldzuweisungen sind sicher falsch und sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Es ist Unrecht auf beiden Seiten geschehen. Dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass das größte Unrecht 1974 geschah. Damals mussten rund 200.000 Menschen aus dem Norden fliehen. Und die Türkei hat noch immer Truppen im Norden.


Über "Die Zypernfrage – Hintergründe und Zukunftsperspektiven" diskutiert Pavlos Tzermias am heutigen Dienstag mit dem Politikwissenschafter Peter Gerlich: Aula der Universität Wien, Uni Campus, Altes AKH, 19 Uhr.



http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3857&Alias=wzo&cob=289380



Ein interessantes Interview.

PretzelLogic
19.06.07, 13:13
Von Martyna Czarnowska


http://www.wienerzeitung.at/bilder/wz2003/rainbowallgemein/wzfeld.gif Byzantologe Tzermias im Interview.
http://www.wienerzeitung.at/bilder/wz2003/rainbowallgemein/wzfeld.gif "Es gab Unrecht auf beiden Seiten."

"Wiener Zeitung": Seit drei Jahren ist Zypern EU-Mitglied, aber der seit mehr als 30 Jahren währende Konflikt um die Insel ist ungelöst. War es ein Fehler, Zypern als geteiltes Land in die Union aufzunehmen?


Pavlos Tzermias: Es war kein Fehler, sondern eine Verpflichtung, weil die EU Zypern als einheitlichen Staat anerkannt hat. Juristisch gehört auch das ganze Territorium zur Republik Zypern.

Juristisch ist die Verfassung der Republik Zypern aufgrund griechischen Hegemonialstrebens seit 1964 Disfunktional !
Wichtige Staatsministerien sind seit 1964 von Türkischen Zyprioten "bereinigt" worden.
Die Republik Zypern bestand nach 1964 nur noch auf dem Papier.
Ein Staat der alles daransetzte seine eigene Verfassung auszuhebeln und darüber hinaus seine eigene Souveränität durch einen Anschluss an Griechenland einfach in den Mülleimer der Geschichte zu werfen.



Die Teilung ist Folge der türkischen Invasion 1974 und völkerrechtswidrig.

Nun ja die Teilung ist ergenis von 11 Jahren Terror und systematische Vertreibung der Zyperntürken die ein Ende mit der Intervention von 1974 hatte.
Die Teilung ist immer noch existent weil die Zyperngriechen NEIN gesagt haben in einem Plebiszit.
Ich frage mich ernsthaft was dieser Mann von Völkerrecht sabbelt, die Sache ist doch klar wie Klossbrühe


Die Türkei – neben Griechenland und Großbritannien eine Garantiemacht – hat von ihrem Interventionsrecht Gebrauch gemacht. Doch sie hätte den Status quo von vor dem Einmarsch wiederherstellen müssen. Das hat sie nicht.

Welchen Status Quo meint der denn konkret?
Den in welchem die Verfassung von den ZypernGriechen ausgehebelt der Vizepräsident des Landes verwiesen wurde?

Den der Zehntausende ZypernTürken dazu verdammte in Wehrdörfern dahinzuvegetieren?

In jedem auf der Agenda stehenden Komprosmissvorschlag der die Reinstallation der Verfassung von 1960 und der Rechtsstatus der ZypernTürken sichern sollte ist abgelehnt oder verwässert worden.

Lächerlich.....



Die Teilung ist dennoch eine Tatsache, wie die Isolation des Nordens, den nur die Türkei als Staat anerkennt.

Die so genannte Isolation ist die Folge der Invasion. Übrigens: Wo ist die Isolation? Engländer kaufen massenhaft Land im Norden, Reisebüros veranstalten Tagesausflüge dorthin. Türkische Zyprioten kommen in den Süden zum Arbeiten.

Es war eine Volkerrechtlich gedeckte Intervention zum Schutz von Leib und Leben der ZypernTürken.
Das die Engländer massenhaft Land dort kaufen impliziert nicht automatisch dass es keine Isolation geben würde.
Die Engländer können deswegen nämlich in Südzypern Freiheitsstrafen kassieren dafür dass steht in SüdZypern nämlich unter Strafe !!!!

Tagesausflüge dorthin gibts auch nur weil der Norden unilateral seine Grenzen geöffnet hatte ein Jahr vor dem Referendum. Nicht weil der Süden das wollte.



Aber ein türkischer Zypriote kann zum Beispiel nicht seine Zitronen direkt in die EU exportieren.

Dennoch darf keine wirtschaftliche Maßnahme für die türkischen Zyprioten zur Anerkennung des Pseudostaates führen. Denn das wäre völkerrechtswidrig.

Natürlich nicht widerspricht dieses doch dem Südzypriotischen Selbstverständnis als einzig wahrer und legitimer Staat.
Nochmals:

Der Norden wollte doch keine Wiedervereinigung warum dann Völkerrechtswidrig?



Wäre die Teilung der Insel einzementiert, wenn die Türkei nicht der EU beitritt?

Athen und Nikosia sind ja gegenüber dem EU-Beitritt der Türkei viel großzügiger als Paris oder Berlin. In Griechenland gibt es viele Menschen, die die Befürchtung haben, dass die Türkei bei einer Ablehnung aggressiver in der Ägäis vorgehen würde. Und in Zypern gibt es die Angst, dass die Teilung verewigt würde.

Zu Recht wie ich finde !
In der Ägais geht nur einer Aggressiv vor dass ist Griechenland, wider bestehenden Verträgen den Luftraum von schriftlich festgelegten 6 NM auf 10NM zu erhöhen ist Völkerrechtswidrig !



Eine Möglichkeit zur Wiedervereinigung zeigte der – abgelehnte – UN-Plan des ehemaligen Generalsekretärs Kofi Annan. Er berief sich auf das Schweizer Modell.

Das ist eine falsche Bezeichnung. Der Annan-Plan sah nur eine begrenzte Vermischung der Volksgruppen vor.

Für eine Übergangszeit von 10 Jahren, ganz einfach um sicherzustellen dass nicht erneut Reibungen entstehen die leicht Leib und Leben fordern könnten weil irgendwelche Leute meinen andere von Haus und Hof vertreiben zu müssen weil gemeint wird es sei deren Eigentum !

10 Jahre und nicht begrenzte Vermischung.......


In der Schweiz aber, wo ich lebe, ist zum Beispiel der Kanton Genf französisch-sprachig. Doch es ist nicht verboten, dass eine Million Deutsch-Schweizer sich dort niederlassen.

Wie ich oben geschrieben habe ist das eine glatte Lüge, nach einer Übergangszeit von 10 Jahren sollte volle Freizügigkeit bestehen.
Was die Schweiz angeht:

Nun soweit ich mich erinnere musste niemand in der Schweiz befürchten dass seine Frankophonen Mitbürger des Nachts die ganze Familie mit einer Maschinenpistole zerlegt.

Unfassbar dieser Typ !



Der Annan-Plan legte auch fest, dass, wenn sich die zwei Volksgruppen nicht einigen könnten, ausländische Richter die Lösung finden sollten. Das würde kein Schweizer akzeptieren! Ich plädiere seit langem für eine Lösung, die beide Gruppen gerecht behandelt.

Watt soll man dazu sagen oder ?
Nun der Hintergrund ist einfach der dass man sich zuvor auch nicht einigen konnte daraufhin haben unsere ZypernGriechischen Freunde kurzerhand die Verfassung ausgehebelt den Vizepräsidenten abgesetzt usw usf !

Begründung:

Man konnte sich nicht darüber einigen dass Zypern an Griechenland angeschlossen werden solle !
Ein Begehren was in der Verfassung bereits als NO GO hinterlegt ist !



Das wollen ja alle.

Das Zypern-Problem kann nur gelöst werden, wenn beide Seiten eine neue Auffassung von Nation wahrhaben: nicht auf Sprache oder Religion basierend, sondern als Willens- oder Konsensnation. Da wäre die Schweiz ein Beispiel. Meine Frau etwa ist Deutsch-Schweizerin, aber keine Deutsche. Die Italienisch-Sprachigen fühlen sich ebensowenig als Italiener.

Schön für seine Frau.



Sind die griechischen und türkischen Zyprioten bereit, eine Willensnation zu bilden? Immerhin ist ihr Verhältnis von gegenseitigen Schuldzuweisungen belastet.

Die Schuldzuweisungen sind sicher falsch und sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Es ist Unrecht auf beiden Seiten geschehen. Dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass das größte Unrecht 1974 geschah. Damals mussten rund 200.000 Menschen aus dem Norden fliehen. Und die Türkei hat noch immer Truppen im Norden.

Schuldzuweisungen sind seiner Meinung nach Falsch das größte Unrecht geschah 1974.

Nun die Schuldfrage muss Definitiv geklärt werden, denn 1974 geschah nicht im Luftleeren Raum, die Intervention ist der Gipfelpunkt einer Entwicklung die Weihnachten 1963 mit der Hellenisierung der Insel begann und mit der Befreiung der ZypernTürken von Gewaltherrschaft und systematischer Entrechtung im Jahre 1974 endete.

Welche Schuld hat die Türkische Seite sich denn aufgeladen die eine Wir sind Quit Situation rechtfertigen würde?

Ich Danke Gott dafür, möge er unsere Armee schützen.






http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3857&Alias=wzo&cob=289380



Ein interessantes Interview.

Findest du ?
Warum denn eigentlich?

Das ist vollkommener GRZ Schwachsinn !

Der Schakal
19.06.07, 21:19
Findest du ?
Warum denn eigentlich?

Das ist vollkommener GRZ Schwachsinn !

Es bietet Einblicke in die Denkstrukturen.