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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schweiz: Armenienfrage als Schatten über Türkei-Besuch



DeLaHoya
11.06.05, 14:10
Armenienfrage als Schatten über Türkei-Besuch

swissinfo
10. Juni 2005 21:05
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http://www.swissinfo.org/xobix_media/images/sri/2004/sriimg20040827_5174912_0.jpgJo seph Deiss mit dem türkischen Premier Recep Tayyip in Davos 2004. (Keystone)http://www.swissinfo.org/common_images/spacer.gifTürkische Parlamentarier werden am Montag zu einem Schweiz-Besuch erwartet. Eine neue Kontroverse in der Armenier-Frage überschattet die Visite.

Türkische Zeitungen berichteten, geplante Ministerbesuche beider Seiten seien abgesagt worden, weil in der Schweiz gegen einen türkischen Historiker juristische Ermittlungen laufen.

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Zwischen der Türkei und der Schweiz gibt es erneut Verstimmungen. Nach Berichten der türkischen Tageszeitungen "Radikal" und "Milliyet" sagte der türkische Handeslminister Kürsad Tüzmen seine Teilnahme am "Swiss-Turkish-Business-Council" (STBC) ab. Die Veranstaltung hätte vom 22. bis 24. Juni in Zürich stattfinden sollen.

Das Treffen sei bereits vor einem Monat auf unbestimmte Zeit verschoben worden, bestätigten die STBC und der Sprecher des türkischen Handelsministers am Freitag. Tüzmen hätte während seines Besuchs in der Schweiz auch Bundesrat Deiss treffen sollen.

Türkischer Historiker verharmlost Völkermord

Der türkische Handelsminister Tüzmen begründete seinen Rückzug mit den Vorermittlungen der Justiz in Winterthur gegen den türkischen Historiker Yusuf Halacoglu. Halacoglu sei "ein guter Freund" von ihm, zitierte "Radikal" den Politiker. Die Reise in die Schweiz habe er aus Solidarität mit dem Historiker abgesagt.

Die Staatsanwaltschaft Winterthur hatte nach einem Vortrag Halacoglus am 2. Mai 2004 in Winterthur eine Strafuntersuchung eingeleitet. Der Historiker soll bei seiner Rede den Völkermord an den Armeniern verharmlost und damit das Anti-Rassismus-Gesetz verletzt haben.

Gemäss "Radikal" und "Milliyet" sagte Deiss im Gegenzug einen für September geplanten Gegenbesuch in der Türkei ab. Im Eidgenössischen Volkswirtschafts-Departement (EVD) hiess es dazu lediglich, der Besuch von Deiss im September sei von der Türkei nicht bestätigt. Die Türkei habe aber "Terminschwierigkeiten" signalisiert.

Die türkische Botschaft in Bern wusste am Freitag nichts von einer Absage. Der Besuch von Deiss in der Türkei sei nach wie vor für diesen Herbst geplant, sagte Presse-Attaché Sibel Gal.

Gegenbesuch einer Parlamentarier-Delegation

Trotz der jüngsten Spannungen wird am Montag eine türkische Parlamentarier-Delegation für eine Woche die Schweiz besuchen. Es handelt sich um einen Gegenbesuch, nachdem eine Delegation des Schweizer Parlaments im letzten Jahr die Türkei besucht hatte.

Gemäss Paolo Janke, Sekretär der Aussenpolitischen Kommission (APK), wird der Besuch wie vorgesehen stattfinden. Geplant sind unter anderem Treffen mit den Ratspräsidenten und den Bundesräten Micheline Calmy-Rey und Deiss.

Kontroversen seit 2003: Als Genozid anerkannt

Die Türkei und die Schweiz liegen sich wegen der Armenier-Frage seit 2003 in den Haaren. Damals entschied das Waadtländer Kantonsparlament, den Mord an den Armeniern zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Genozid anzuerkennen.

Drei Monate später folgte auf Bundesebene der Nationalrat diesem Entscheid.

Nach der Abstimmung in der Waadt hatte Ankara eine Einladung an die Schweizer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey zurückgezogen. Der Besuch in der Türkei fand dann schliesslich im letzten März statt, nachdem sich die Situation etwas entspannt hatte.

Die offizielle Türkei bestreitet, dass es sich bei den Ereignissen von 1915 um einen Genozid handelte, und betont, dass es auf beiden Seiten Opfer gegeben habe. Es sei zu Deportationen gekommen, nicht aber zu einem Völkermord.

Gemischte Historiker-Kommission als Vorschlag

Vor der jüngsten Kontroverse, noch zu Beginn dieser Woche, hatte der türkische Botschafter in Bern, Alev Kiliç, erklärt, dass die Armenier-Frage "einen bitteren Geschmack in den türkisch-schweizerischen Beziehungen hinterlassen habe".

"Wir möchten dies ein für allemal klären, indem wir eine gemischte Historiker-Kommission einsetzen und sämtliche Archive und Dokumente zugänglich machen."

Laut Kiliç hatte die Schweiz während Calmy-Reys Besuch in der Türkei an einer solchen Kommission Interesse gezeigt. Es sei nun an den Armeniern, ihre Position klarzulegen.

"Sicher ging dieser Vorschlag auch an die Regierung Armeniens", sagt Kiliç. "Ohne ihre Zustimmung ist eine solche Kommission nicht festzulegen." Noch stehe jedoch eine positive Antwort aus.

swissinfo und Agenturen
http://www.swissinfo.org/sde/swissinfo.html?siteSect=107&sid=5862095&cKey=1118428763000

DeLaHoya
11.06.05, 14:12
Was haben die Schweizer erwartet?

Dass sie eine Pseudogenozid anerkennen, Halacoglu verunglimpfen und Ermittlungen in die Wege leiten und auch weiterhin Geschäfte mit der Türkei machen können?

schlawiner
11.06.05, 15:55
Die Türkei sollte die Beziehungen zur Schweis aussetzen bis diese lügen ein ende haben.

Was oder wer sind schon die Schweizer :rolleyes: