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22.09.07, 11:45
KLEINGÄRTNER Bahri Mutlu darf keinen Garten pachten – weil er Türke ist, sagt der 37-Jährige. Der Vereinsvorsitzende bestreitet das.
Ein kleines, grünes Paradies für die ganze Familie, nur wenige Gehminuten von der eigenen Wohnung entfernt – so hatte Bahri Mutlu sich das vorgestellt. Und eigentlich schien alles klar zu sein. Mit einem verkaufswilligen Kleingärtner aus der Anlage am Heidberg war der Lagerarbeiter einig, wollte dessen Laube für rund 1000 Euro übernehmen. Doch einen Pachtvertrag für das Grundstück an der Wielandstraße, den bekam er nicht.
Die Integrationsbeauftragte behält sich juristische Schritte vor
Denn dafür müsste ihn der Kleingartenverein als Mitglied aufnehmen – und das lehnte dessen Vorstand ab. „Als ich den Vorsitzenden traf, sagte der: Die Leute hier wollen keine Türken“, berichtet Mutlu. Empört wandte er sich an die Integrationsbeauftragte Anne Wehkamp, die mittlerweile um eine schriftliche Stellungnahme des Vereins gebeten hat. „So etwas darf man nicht durchgehen lassen“, sagt Mutlu. „Schon gar nicht nach dem, was 1993 in Solingen passiert ist.“ Der Türke wohnt nach eigenen Angaben seit seinem sechsten Lebensjahr in der Klingenstadt. „Meine Frau trägt kein Kopftuch, meine Kinder haben viele deutsche Freunde, wir sprechen gut Deutsch. Warum werde ich so behandelt?“
Bernhard Janker weist den Vorwurf vehement zurück. „Das habe ich nie gesagt“, versichert der Vorsitzende des Kleingartenvereins Heidberg. Vielmehr hätten die fünf Mitglieder des erweiterten Vereinsvorstandes einstimmig beschlossen, Mutlu als Pächter abzulehnen – allerdings nicht wegen seiner Nationalität. Janker: „Der Mann passt als Person einfach nicht in unsere Anlage.“ Außerdem seien bereits sechs der rund 20 Mitglieder „Ausländer“. Weitere Zuwanderer könnten ja auch „mal bei anderen Vereinen anfragen“, sagt Janker.
Einer der Kleingärtner stützt jedoch die Aussage des Türken. Auch Detlef Schmitz war mit Mutlu ins Gespräch gekommen, weil er seinen Garten am Heidberg abgeben wollte. „Ich rief Herrn Janker an“, schildert Schmitz. „Der sagte mir ganz klar, dass er keinen Türken aufnehmen will.“ Der Vereinsvorsitzende bestreitet diese Äußerung ebenfalls.
Das tat er auch gegenüber der Integrationsbeauftragten. Anne Wehkamp hätte nun gern schriftlich, dass der Verein allen Nationalitäten offensteht. „Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, werde ich prüfen lassen, ob hier das Antidiskriminierungsgesetz greift. Wir dürfen keine Form von Rassismus in unserer Stadt dulden.“
Quelle (http://www.solinger-tageblatt.de/sro.php?redid=175583)
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Ein kleines, grünes Paradies für die ganze Familie, nur wenige Gehminuten von der eigenen Wohnung entfernt – so hatte Bahri Mutlu sich das vorgestellt. Und eigentlich schien alles klar zu sein. Mit einem verkaufswilligen Kleingärtner aus der Anlage am Heidberg war der Lagerarbeiter einig, wollte dessen Laube für rund 1000 Euro übernehmen. Doch einen Pachtvertrag für das Grundstück an der Wielandstraße, den bekam er nicht.
Die Integrationsbeauftragte behält sich juristische Schritte vor
Denn dafür müsste ihn der Kleingartenverein als Mitglied aufnehmen – und das lehnte dessen Vorstand ab. „Als ich den Vorsitzenden traf, sagte der: Die Leute hier wollen keine Türken“, berichtet Mutlu. Empört wandte er sich an die Integrationsbeauftragte Anne Wehkamp, die mittlerweile um eine schriftliche Stellungnahme des Vereins gebeten hat. „So etwas darf man nicht durchgehen lassen“, sagt Mutlu. „Schon gar nicht nach dem, was 1993 in Solingen passiert ist.“ Der Türke wohnt nach eigenen Angaben seit seinem sechsten Lebensjahr in der Klingenstadt. „Meine Frau trägt kein Kopftuch, meine Kinder haben viele deutsche Freunde, wir sprechen gut Deutsch. Warum werde ich so behandelt?“
Bernhard Janker weist den Vorwurf vehement zurück. „Das habe ich nie gesagt“, versichert der Vorsitzende des Kleingartenvereins Heidberg. Vielmehr hätten die fünf Mitglieder des erweiterten Vereinsvorstandes einstimmig beschlossen, Mutlu als Pächter abzulehnen – allerdings nicht wegen seiner Nationalität. Janker: „Der Mann passt als Person einfach nicht in unsere Anlage.“ Außerdem seien bereits sechs der rund 20 Mitglieder „Ausländer“. Weitere Zuwanderer könnten ja auch „mal bei anderen Vereinen anfragen“, sagt Janker.
Einer der Kleingärtner stützt jedoch die Aussage des Türken. Auch Detlef Schmitz war mit Mutlu ins Gespräch gekommen, weil er seinen Garten am Heidberg abgeben wollte. „Ich rief Herrn Janker an“, schildert Schmitz. „Der sagte mir ganz klar, dass er keinen Türken aufnehmen will.“ Der Vereinsvorsitzende bestreitet diese Äußerung ebenfalls.
Das tat er auch gegenüber der Integrationsbeauftragten. Anne Wehkamp hätte nun gern schriftlich, dass der Verein allen Nationalitäten offensteht. „Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, werde ich prüfen lassen, ob hier das Antidiskriminierungsgesetz greift. Wir dürfen keine Form von Rassismus in unserer Stadt dulden.“
Quelle (http://www.solinger-tageblatt.de/sro.php?redid=175583)
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