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Der Schakal
25.10.07, 22:55
Heimatsuche im Geist des Judentums

Yakov Rabkin beleuchtet das Verhältnis von Zionismus und Orthodoxie

Zu den jüdischen Intellektuellen, die der Politik des Staates Israel kritisch gegenüberstehen, gehört auch der in Kanada lehrende Historiker Yakov M. Rabkin. Er beruft sich dabei nicht zuletzt auf jüdisch-orthodoxe Positionen, die er in einer unlängst erschienenen Studie in ihrem geschichtlichen Horizont dargestellt hat. Sabine Matthes führte in München ein Gespräch mit dem Wissenschafter.

http://www.nzz.ch/2005/07/04/fe/articleCT1DT.html

Sehr Interessant!

Der Schakal
25.10.07, 23:04
Unter Juden vertieft sich die Kluft an der Frage über den Zionismus
Yakob M. Rabkin, (www.baltimoresun.com - 8.3.07)

Zwischen zionistischen Anhängern Israels und Juden, seien sie religiös oder säkular, entwickelt sich eine immer größere Spaltung. Letztere lehnen den Zionismus ab oder hinterfragen die Politik des Staates Israel .

Die öffentliche Debatte über Israels Platz im jüdischen Fortbestand ist offen und objektiv geworden.

Viele Juden haben sich mit den Widersprüchen zwischen dem Judentum, zu dem sie stehen, und der zionistischen Ideologie, die sich bei ihnen festgesetzt hat, abgefunden. Dies trifft mit großen Bedenken zusammen, die sich mit Israels politischer und religiöser Perspektive von Israels Zukunft befassen.

Ziemlich wenige Juden fragen nun öffentlich, ob der chronisch belagerte ethnische Nationalstaat in Nahen Osten „gut für die Juden“ sei. Viele machen sich weiter darüber Sorgen, ob der militante Zionismus die jüdischen moralischen Werte zerstört und die Juden in Israel und anderswo gefährdet.

Diese Debatte ging sogar in die Popkultur ein: der Film „München“ von Steven Spielberg konzentriert sich auf den moralischen Schaden, den Israels chronische Verbindung zur Gewalt verursacht.

Die israelische Lobby in den US, die mit der nationalistischen Rechten in Israel verbunden ist, greift den jüdischen Direktor und seinen Film in gemeiner Weise an, bevor der Film überhaupt uraufgeführt wurde. Sie verriss auch etliche Bücher, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden wie z.B. „Prophets outcasts“, Wrestling with Zion“, „The Question of Zion“, „Die Mythen von Zion“ - alles Bücher von jüdischen Autoren, die über denselben wichtigen Konflikt zwischen Zionismus und den jüdischen Werten beunruhigt sind.

Vor ein paar Wochen brachte die israelische Lobby ( durch ihren Vertreter das amerikanische jüdische Komitee) einen Bericht, der behauptet, dass Juden, die Israel kritisieren, sein „Existenzrecht“ gefährden und Antisemitismus schüren. Dies brachte eine Reihe prominenter Juden in Groß-Britannien, Kanada und den USA dazu, frei heraus zu sprechen: es gab eine bewegende, ehrliche Debatte über Israel in Mainstream-, ja sogar in konservativen Publikationen. Im Januar veröffentlichte der pro-establishment Economist eine Umfrage über den „Staat der Juden“, und ein Herausgeber rief die Diasporajuden der Basis dazu auf, sich von der Haltung „my country - right or wrong“ zu distanzieren, die von vielen jüdischen Organisationen übernommen wurde.

Das Engagement für jüdische Emanzipation vom Staat Israel und seiner Politik hat alte Spaltungen überbrückt und neue geschaffen. Ein Ultra-orthodoxer Kritiker Israels, gewöhnlich ein Gegner des Reformjudentums, kommentierte einen Reformrabbiner : „Wenn Israels jüdische Unterstützer im Ausland nichts gegen die verheerende Politik (Israels) sagen, die weder die Sicherheit ihrer Bürger garantiert noch das richtig Klima schafft, in dem man einen gerechten Frieden mit den Palästinensern erreichen kann …. Dann betrügen sie die jahrtausend alten jüdischen Werte und handeln auf Dauer gegen Israels eigene Interessen.“

Die Beziehungen zum Staat Israel und zum Zionismus hat die Juden polarisiert. Die Linie, entlang der die Polarisierung Gestalt annimmt, stimmt mit keiner der üblichen Trennungslinien überein: Ashkenazim/ Sephardim; das Judentum praktizierend/ nicht praktizierend, Orthodox/ nicht orthodox.

In all diesen Gruppen sind Juden, für die nationaler Stolz, ja sogar Arroganz (Chutzpa) ein positiver Wert ist, und die ihre begeisterte Unterstützung dem Staat geben, der das verkörpert, das sie mit Lebenskraft erfüllt, und der für sie die Garantie für jüdisches Überleben darstellt.

Aber in jeder dieser Gruppen sind auch Juden, die davon überzeugt sind, dass allein die Idee eines ( rein) jüdischen Staates, und der von ihm geforderte humanistische und moralische Preis, genau all das unterminiert, was das Judentum lehrt, besonders seine Kernwerte : Bescheidenheit, Mitleid und Freundlichkeit. Sie weisen mit andern zuverlässigen Unterstützern Israels auf das Paradox hin, das Israel oft als letzten Zufluchtsort für Juden darstellt, aber einer der gefährlichsten Orte für Juden ist. Die israelischen Medien berichten in noch nicht da gewesener Weise über Sorgen, die nicht nur die Zukunft des Staates betreffen, sondern auch das physische Überleben seiner Bewohner. Einige versuchen „Israels nationalen Zweck“ als ein Mittel neu zu definieren, nämlich Israels weitgehend demoralisierende Gesellschaft neu zu beleben.

Die Spaltungen über Israel und Zionismus sind so akut, dass sie die Juden unabänderlich teilen mögen, wie durch das Christentum vor 2000 Jahren. Das Christentum, das eine die Tora auf griechisch lesende Gruppe war, brach schließlich vom Judentum ab. So wie das Christentum, ist es nun der Zionismus, der die Tora und die jüdische Geschichte nationalistisch und phantastisch versteht und viele Juden fasziniert.

Es bleibt abzuwarten, ob der Bruch zwischen jenen, die an der jüdischen Moral und Tradition festhalten und jenen, die zum jüdischen Nationalismus konvertieren, eine Tages geflickt werden kann. Auch wenn diese Teilung für Juden und das Judentum schicksalhaft sein mag, so betrifft es nicht unbedingt Israel selbst, zu dessen bedingungslosen Unterstützern heute viel mehr evangelikale Christen als Juden gehören.



Yakov Rabkin, Autor von „A Thread from Within: a Century of Jewish Opposition to Zionism“ ,(„Eine Bedrohung von innen: ein Jahrhundert jüdischer Opposition gegenüber dem Zionismus“) ist Professor für Geschichte und Lehrbeauftragter am Zentrum für Internationale Studien an der Universität von Montreal. Yakov.rabkin@umontreal.ca

http://arendt-art.de/deutsch/palestina/Stimmen_Israel_juedische/rabkin_yakob_juden_lehnen_zion ismus_ab.htm

Mirage
26.10.07, 10:22
Das Buch von Rabkin ist wirklich sehr interessant und es ist eigentlich bedauerlich, dass es (noch?) keine deutsche Fassung gibt.
Wobei manche in Deutschland womöglich in der Lage wären, ihm doch noch Antisemitismus und/oder Volksverhezung zu unterstellen!

Der Schakal
03.08.08, 18:17
Das Buch von Rabkin ist wirklich sehr interessant und es ist eigentlich bedauerlich, dass es (noch?) keine deutsche Fassung gibt.
Wobei manche in Deutschland womöglich in der Lage wären, ihm doch noch Antisemitismus und/oder Volksverhezung zu unterstellen!

Ich finde es wichtig um ein differenziertes Bild von Israel und "den Juden" zu zeigen. Erst wenn man die Diversität eines Landes und seiner Einwohner kennt können Vorurteile beseitigt werden. Des Weiteren werden andere Gesichter klarer wahrgenommen.

Der Schakal
05.08.08, 12:27
The Jewish Internationalist Tradition vs. Zionism, part 1

http://www.youtube.com/watch?v=OQne0-HY8o8&feature=related

The Jewish Internationalist Tradition vs. Zionism, part 2

http://www.youtube.com/watch?v=-gyweo_wEnQ

demokrat99
05.08.08, 21:46
ich denke das Vatikan, Israel und Iran ein Zusammenhang mit Zionismus tun hat, jeder hängt verkrampft an sein glauben mit Rassimus, obwohl in allen der 3 Glaubenrichtungen, Rassimuss verbiettet! das denen es nicht mal bewusst ist, durch ihre hirnwäsche, wie in 3 Reich, da wurde auch manipuliert und es wurde ca 6 millionen Juden ermordet und keiner hat es gewusst und es gab viele mitläufer, war es im 3 Reich dann ein Zionismus gegen die Juden? um die arische Rasse zu retten?

Glaube der Zionismus ist eine schleichende Krebsgeschwür der Menschen, der leider immer ausbricht:(

neffetz
05.08.08, 22:24
Kannst du mir mal sagen, was - deiner Meinung nach - Zionismus ist?
Danke.

demokrat99
05.08.08, 22:30
Kannst du mir mal sagen, was - deiner Meinung nach - Zionismus ist?
Danke.


wie es aussieht habe ich zionismus anders erklärt, was verstehst du unter Zionismus????

meine erklärung steht ja oben, mehr habe ich dazu nicht zu sagen

neffetz
05.08.08, 22:33
Aaaaha.
Ok.
Dann haben wir verschiedene Lexika.

Der Schakal
05.08.08, 22:34
ich denke das Vatikan, Israel und Iran ein Zusammenhang mit Zionismus tun hat, jeder hängt verkrampft an sein glauben mit Rassimus, obwohl in allen der 3 Glaubenrichtungen, Rassimuss verbiettet! das denen es nicht mal bewusst ist, durch ihre hirnwäsche, wie in 3 Reich, da wurde auch manipuliert und es wurde ca 6 millionen Juden ermordet und keiner hat es gewusst und es gab viele mitläufer, war es im 3 Reich dann ein Zionismus gegen die Juden? um die arische Rasse zu retten?

Glaube der Zionismus ist eine schleichende Krebsgeschwür der Menschen, der leider immer ausbricht:(

Ich habe dein Beitrag nichtmal ansatzweise verstanden.

demokrat99
05.08.08, 22:37
Aaaaha.
Ok.
dann haben wir verschiedene Lexika.

Was ist in Lexika drin steht, das hilft leider nicht,
die realität sieht ja ganz anders aus

Denke das Wort Zionismus ist nur ein Wort, aber wass machen die menschen daraus?? das sieht man ja was die menschen daraus machen und gemacht haben

demokrat99
05.08.08, 22:45
Ich habe dein Beitrag nichtmal ansatzweise verstanden.

was gibt da nichts zu verstehen, habe ja Beispiele gesagt

aus einem anderen winkel

taycunist
05.08.08, 23:11
Kannst du mir mal sagen, was - deiner Meinung nach - Zionismus ist?
Danke.

Eine jüdisch national-chauvinistiche Bewegung, die den Ziel hatte, in Paelestina;gross İsrael(Eretz-Israel) zu errichten.

Der Schakal
08.09.08, 02:01
Eine jüdisch national-chauvinistiche Bewegung, ...

Was meinst du damit?

Komiker
08.09.08, 03:34
bis dahin habe ich gelesen, den Wahrheitsgehalt kann ich schwerlich feststellen....



vorallem diese Information interessiert mich



Die Christian Coalition of America steht für die totale israelische Besitznahme des ganzen Heiligen Landes, und sie zählt mehr Mitglieder als die gesamte Anzahl der Juden weltweit, die übrigens ziemlich gespalten sind in ihrer Meinung zu Zionismus und Israel. Umgekehrt sind diese christlichen Zionisten vereint in ihrer glühenden Unterstützung für die radikalen zionistischen Aktivisten.


es sind schon sehr komplizierte Zusammenhänge und für einen Nachkriegsdeutschen eher kein Alltagsthema.



Kulturelle Zionisten wie Martin Buber und Judah Magnes traten auch nach der Shoah für einen gemeinsamen jüdisch-arabischen Staat in Palästina ein. Sie waren gegen einen «jüdischen Staat», weil sie fürchteten, dass die Trennung von Juden und Arabern zur Vertreibung der einheimischen palästinensischen Araber führen würde und zur Entstehung eines jüdischen «Sparta», welches jüdische Lebensform und Ethik gefährden würde. Ihre Prophezeiung scheint sich leider teilweise erfüllt zu haben. Warum hat ihre Idee gegen Herzls verloren? Ist sie noch am Leben?

Diese deutschen Juden waren echte Idealisten, denen jüdische Werte aufrichtig am Herzen lagen. Ben Gurion war ein Pragmatiker, der die jüdische Tradition verachtet hat und dem nur daran lag, so viel Land wie möglich zu besiedeln. Er organisierte gewaltige politische Unterstützung in den USA und anderen Ländern und gewann ziemlich einfach gegen die noblen Idealisten. Ausserdem spielte Ben Gurion sehr klug mit den Schuldgefühlen vieler Europäer und lenkte sie dahin, «die zionistische Lösung für das jüdische Problem» zu unterstützen.

MyCano
08.09.08, 17:29
„Wenn Israels jüdische Unterstützer im Ausland nichts gegen die verheerende Politik (Israels) sagen, die weder die Sicherheit ihrer Bürger garantiert noch das richtig Klima schafft, in dem man einen gerechten Frieden mit den Palästinensern erreichen kann …. Dann betrügen sie die jahrtausend alten jüdischen Werte und handeln auf Dauer gegen Israels eigene Interessen.“ (http://arendt-art.de/deutsch/palestina/Stimmen_Israel_juedische/rabkin_yakob_juden_lehnen_zion ismus_ab.htm)


Ich dachte immer gerade wegen diesen Jüdischen Unterstützer kam es zu dieser Situation. Ohne deren Finanzspritzen könnte sich Israel solch ein vorgehen garnicht leisten. Und hier erwartet man das diese Typen "was sagen"

Der Schakal
11.10.08, 13:35
Ahmadinejad trifft anti-zionistische Juden

25.09.2008

Unterstützung von überraschender Seite bekommt der iranische Staatschef Mahmoud Ahmadinejad. Eine Gruppe streng-orthodoxer Juden, die ebenfalls gegen den israelischen Staat kämpft, traf ihn in New York.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/417365/index.do?_vl_backlink=/home/politik/index.do

BurakC
10.12.08, 14:57
irgendwie versteh ich das nicht mehr. juden kämpfen gegen eine jüdische staat?

Für mich sind sie alle Zionisten...

Der Schakal
10.12.08, 15:01
irgendwie versteh ich das nicht mehr. juden kämpfen gegen eine jüdische staat?

Für mich sind sie alle Zionisten...

Hä? Was ist das den für eine Art der Argumentation? Du hättest ihre Gegnerschaft sicherlich verstanden wenn du die vorherigen Texte gelesen hättest.

Sie sind der Ansicht das nur der "Messias" das Recht hat einen Staat zu gründen. Sie betrachten den Zionismus als eine säkulare Bewegung die sich gegen die Thora wendet.

Danielus
10.12.08, 20:37
irgendwie versteh ich das nicht mehr. juden kämpfen gegen eine jüdische staat?

Für mich sind sie alle Zionisten...

Wie kommst du darauf? Verfolge doch einmal die geschichtliche Entwicklung. Oder benutze die Logik. Da sind zum Beispiel jüdisch Gläubige im Westen integriert und erfolgreich, haben dort ihre Heimat, und dann heißt es, man solle mit Sack und Pack in eine staubige Wüstengegend ziehen und völlig von vorne anfangen? Ohne den zweiten Weltkrieg und dem eliminatorischen Antisemitismus der Nationalsozialisten und der vielerorts erlebten Ablehnung, Auslieferung und Verfolgung durch europäische Staaten wäre die zionistische Geschichte anders verlaufen.

Davon abgesehen, dass aus einem Satz "für mich sind sie alle..." meist nie etwas Gutes erwächst.


Sie sind der Ansicht das nur der "Messias" das Recht hat einen Staat zu gründen. Sie betrachten den Zionismus als eine säkulare Bewegung die sich gegen die Thora wendet.

Richtig. Ein spannendes Thema.

Ich persönlich würde gerne endlich die Zwei-Staaten-Lösung verwirklicht sehen nebst Auflösung der Siedlungen im Westjordanland.

AIM Correspondent
13.12.08, 14:08
Ich glaube, diese Juden gegen israel sind sehr wichtig! Wenn die mehrheit der juden die LÜGEN der Zionisten erkennt ists bald vorbei mit ihrem rassistenplan vom großisrael!

Ein sehr gutes Buch:

Was glauben Sie, wer es war, der im März 1912 vor Publikum in Berlin sagte, dass „jedes Land nur eine begrenzte Anzahl von Juden aufnehmen könne, wenn es keine „Magenbeschwerden“ haben wolle. Und „Deutschland habe bereits zu viele Juden“?
Nein, es war nicht Adolf Hitler, sondern Chaim Weizmann, der spätere Präsident der Zionistischen Weltorganisation und erste Präsident Israels.
http://antiimp.wordpress.com/2008/12/05/buchempfehlung-zionismus-und-faschismus/