Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erzkonservativer Ahmadinejad führt bei Iran-Wahl
Bei der Präsidentenwahl im Iran zeichnet sich ein klarer Sieg des erzkonservativen Ahmadinejad ab. Der Teheraner Bürgermeister führte mit 61,2 Prozent der Stimmen vor dem im Vorfeld favorisierten Ex-Präsidenten Rafsandjani, verlautete aus der Wahlbehörde. 8,6 Millionen Stimmen wurden bereits ausgezählt. Nach vorläufigen Berechnungen gaben 22 der 47 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab.
http://www.kleinezeitung.at/images/trenn12h.gif
"Ahmadinejad liegt deutlich in Führung und es sieht aus, als ob er der Gewinner ist", hieß es in der Nacht auf Samstag aus Kreisen des Innenministeriums in Teheran. Der Trend könnte sich möglicherweise wieder umkehren, da erfahrungsgemäß zunächst die Stimmen in den ländlichen Gemeinden ausgezählt werden. "Die ärmeren Provinzen haben massiv für Ahmadinejad gestimmt", so ein Vertreter des Innenministeriums. In den Städten hat die Reformbewegung, der Rafsandjani näher steht, viel mehr Rückhalt.
Vertreter des Reformflügels hatten jedoch schon bei der ersten Runde der Präsidentenwahl zum Boykott aufgerufen, weil ihre Bewerber nicht zur Wahl zugelassen worden waren. Nach den ersten Zahlen lag die Wahlbeteiligung bei 47 Prozent, und damit deutlich unter dem Wert in der ersten Runde am 17. Juni. Damals hatten 63 Prozent der Wahlberchtigten ihre Stimme abgegeben.
Direkt nach der Schließung der Wahllokale hatten Vertreter beider Kandidaten den Sieg für sich beansprucht. Glaubenshüter Ayatollah Ali Khamenei untersagte in der Nacht den Anhängern beider Kandidaten die Abhaltung von Siegesfeiern auf der Straße, um Zusammenstöße zu verhindern.
Die Entscheidung bei der um mehrere Stunden verlängerten Wahl gilt als kritisch für die Richtung des Religionsstaates in der Innen- und Außenpolitik. Der Reformer Khatami durfte nach zwei Amtszeiten als iranischer Präsident nicht mehr antreten.
Quelle (http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/artikel/_705783/index.jsp)
Unglaublich! Der radikalste Kandidat Ahmadi Nejad führt die Präsidentschaftswahl im Iran! Noch steht nichts fest, da erst 8,6 der 22 Millionen Stimmen ausgezählt wurden und die bisherigen Ergebnisse hauptsächlich aus den ländlichen Gebieten kamen. Das Ergebnis könnte sich also noch zugunsten von Rafsandjani wenden (wobei ich gerne wissen würde, ob die Autoren des Artikels mit "Reformer" Khatami und "Reformer" Rafsandjani es wirklich ernst meinen!).
Doch die Ergebnisse lassen den Verdacht auf Wahlbetrug nicht ausschließen. Stellt euch mal vor: In der ersten Wahl liegt die Beteiligung bei 63%, in der Stichwahl sinkt es unter 50&. Wie kann dies erklärt werden?
Wäre der Przentsatz normalerweise nicht steigen müssen? So scheint es doch eher, dass ein großer Teil der Wähler enttäuscht von den Wahlen sind.
Was meint ihr?
Ich glaube nicht an "Reformer" im Iran. Hatemi ist kläglich gescheitert und Rafsandschani war auch an der Macht.
Der Iran ist und bleibt eines von vielen Negativbeispielen, wie man es nicht machen sollen. Zuerst der Schach und nun die Mullahs.
Huda schütze unsere türkischen Blutsbrüder im Iran.
Bilge Khan
25.06.05, 09:38
Vatlere bakin:
Rafsanchami will an alle Familien 11000 $ geben!! :D:D
Demirel gibi attmis! :D:D
Ahmadinedschad neuer Präsident
Der erzkonservative Teheraner Bürgermeister Mahmud Ahmadinedschad ist überraschend und mit deutlicher Mehrheit als Sieger aus der Stichwahl um das Präsidentenamt im Iran hervorgegangen.
Mit Unterstützung vor allem der armen und tiefgläubigen Iraner schlug der 48-jährige Ahmadinedschad den als Favoriten gehandelten Akbar Haschemi Rafsandschani, der zwar ebenfalls zum konservativen Lager gerechnet wird, aber moderatere Ansichten vertritt. "Die Zahlen zeigen, dass Ahmadinedschad der Sieger ist", sagte ein Sprecher des Innenministeriums zu Journalisten. Der neue Präsident des Landes wird damit erstmals seit 24 Jahren nicht aus dem Kreis der Religionsgelehrten kommen.
Nach Auszählung von 24,8 Millionen Stimmzetteln entfielen auf Ahmadinedschad 61,7 Prozent der Stimmen, wie der Islamische Wächterrat mitteilte. Er muss das Ergebnis zum Schluss offiziell bestätigen. 26 Millionen Bürger hätten sich an der Stichwahl beteiligt, das seien 56 Prozent der 46,7 Millionen Wahlberechtigten. Im ersten Wahlgang lag die Beteiligung bei 63 Prozent.
Ein Vertrauter Rafsandschanis räumte dessen Niederlage bei der Stichwahl ein: "Es ist vorbei, wir erkennen an, dass wir verloren haben", sagte der Mann, der namentlich nicht genannt werden wollte. Der 70-jährige Rafsandschani war bereits 1989 bis 1997 Präsident des Landes.
Mit der Wahl Ahmadinedschads erwarten Iran-Experten eine noch weniger kompromissbereite Politik des Iran gegenüber dem Westen. "Damit ist die Tür für einen Durchbruch bei den Beziehungen zwischen dem Iran und USA so gut wie zugeschlagen", sagte Karim Sadjadpour, ein Experte der International Crisis Group. Die USA werfen dem Iran vor, an Atomwaffen zu bauen. Der Iran bestreitet dies.
"Wir sind nach wie vor skeptisch, dass das iranische Regime daran interessiert ist, sowohl die legitimen Wünsche seines Volkes als auch die Sorgen der internationalen Gemeinschaft zu berücksichtigen", sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums.
Für Rafsandschani ist das Wahlergebnis eine schwere Schlappe, galt er doch als Favorit und bis zur Wahl als zweiter Mann im Staate hinter Ajatollah Chamenei. Mit Ahmadinedschad wird im Iran eine neue Ära erwartet, wobei viele Experten davon ausgehen, dass die leichte Liberalisierung der vergangenen Jahre ein Ende haben wird. Sein Wahlsieg ist auch ein Ausdruck der Enttäuschung vieler junger Iraner über den scheidenden Amtsinhaber Mohammad Chatami, mit dem sie viele Reformhoffnungen verbunden hatten.
Quelle (http://www.n-tv.de/548158.html)
Es haben sich anscheinend nun doch die Mehrheit der Wähler beteiligt und das Ergebnis ist eindeutig. Im Iran, indem es sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich immer weiter den Berg abgeht wird sich nun die Lage warscheinlich auch noch verschlechtern (Habe sogar gelesen, dass der neue Präsident die Börse abschaffen will!).
Das war wohl einfach nur ein Schritt nach hinten!
Warum die Reformen im Iran nicht funktionieren?
Politik und Religion eng verzahnt
Iran ist seit der Revolution unter Ajatollah Khomeini vor 24 Jahren ein streng nach religiösen Prinzipien geführter "Gottesstaat".
Das Sagen in der Islamischen Republik mit rund 67 Millionen Einwohnern überwiegend schiitischen Glaubens haben in allen Bereichen des Lebens Geistliche. Als höchste Instanz hat der Oberster Führer - seit 1989 ist es Ajatollah Ali Chamenei - das letzte Wort.
Er wird auf Lebenszeit von einer Expertenversammlung gewählt, bestimmt die Richtlinien der Politik, ist Oberbefehlshaber der 520000 Mann starken Streitkräfte sowie paramilitärischer Einheiten und bestätigt den Präsidenten. Sein Einfluss reicht bis in Justiz und Medien.
Der direkt vom Volk gewählte Staatspräsident als Chef der Exekutive hat deshalb nur relativ geringe Macht. Seit 1997 versucht Mohammed Chatami in dieser Funktion einen behutsamen Reformkurs in Richtung Liberalisierung zu steuern. Sichtbare Ergebnisse blieben aus.
Auch das für vier Jahre direkt vom Volk gewählte Parlament ( "Madschlis") hat nur beschränkte Macht. Die Mehrheit der 290 Abgeordneten ist zwar auch reformorientiert, Gesetzesvorlagen müssen aber von einem zwölfköpfigen Wächterrat genehmigt werden, der diese auf ihre Konformität mit dem islamischen Recht überprüft. Dieser Rat, zur Hälfte von Chamenei ernannt und vom Parlament bestimmt, ist de facto ein Macht-Instrument der konservativen Führung.
Quelle (http://www.n-tv.de/388999.html)
Bilge Khan
25.06.05, 10:15
Shhhiiiiittttttttt!
IRAN geht wieder zurück!!!!
Krass die wollen es also nicht anders haben
Bir Savas daha olur! Die Türkei hat mit ihren Nachbaren kein Glück!!
Die Perser sollen mit ihren Mullahs leben...
Freiheit für alle Türken im Iran!
Ich glaube auch, das viele die Wahlen abgewartet haben und nun die Oppositionellen aktiv werden.
Die Perser sollen mit ihren Mullahs leben...
Freiheit für alle Türken im Iran!
Ich glaube auch, das viele die Wahlen abgewartet haben und nun die Oppositionellen aktiv werden.
Sprichst du von den türkischen Oppositonellen? Die Frage ist doch: Wie sollen sie aktiv werden? Es ist doch klar, dass sie sich an der Politik nicht beteiligen dürfen. Die meisten türkischen Wähler etnscheiden sich bei solchen Wahlen warscheinlich für einen der Kandidaten, damit ihre Stimme nicht verloren geht.
Wenn die Perser es bevorzugen im Mittelalter zu leben; von mir aus können sie das tun. Die Millionen von Türken haben aber Rewcht auf ein freies und modernes Land!
Ein Positives hat es dennoch...der Iran wird bald nicht mehr das Geld haben um Türkei/Aserbaidschan schwächen, Armenien (Seid wann sind Armenier Schiiten???) zu unterstützen
In 40 Jahren gibt es sowieso kein Öl mehr weltweit...bei deren großen Eigenverbrauch früher
Ein Positives hat es dennoch...der Iran wird bald nicht mehr das Geld haben um Türkei/Aserbaidschan schwächen, Armenien (Seid wann sind Armenier Schiiten???) zu unterstützen
In 40 Jahren gibt es sowieso kein Öl mehr weltweit...bei deren großen Eigenverbrauch früher
Im Radio habe ich einen Kommentar gehört, der auch davon spricht, dass der Iran bald pleite sein wird. Ahmedinecad soll den Preis für Benzin auf 10 Cent oder so gesenkt haben und auch sonst nicht viel von der Wirtschaft verstehen.
Im Radio habe ich einen Kommentar gehört, der auch davon spricht, dass der Iran bald pleite sein wird. Ahmedinecad soll den Preis für Benzin auf 10 Cent oder so gesenkt haben und auch sonst nicht viel von der Wirtschaft verstehen.Ich möchte zwar nicht das der Iran pleite geht, aber sie sollen kein Geld mehr an den dreckigen Krieg der Armenier pumpen und die PKK unterstützen
Wären das richtige Moslems würden sie mit der Türkei (99,8% Moslem) versuchen enger zusammenzuarbeiten und nicht mit Armenien (Christ) und PKK (gottlos)
Ich möchte zwar nicht das der Iran pleite geht, aber sie sollen kein Geld mehr an den dreckigen Krieg der Armenier pumpen und die PKK unterstützen
Wären das richtige Moslems würden sie mit der Türkei (99,8% Moslem) versuchen enger zusammenzuarbeiten und nicht mit Armenien (Christ) und PKK (gottlos)
Ich habe das ungute Gefühl das Ahmadinejad eine islamisch-expansionistische Aussenpolitik betreiben könnte, das kann u.a auch die Unterstützung der PKK wie türkisch-islamistischer Gruppen mit einschliessen. Ich hoffe nicht das es so weit kommt, wenn ja dann hoffe ich das die TSK diesen radikalos in der arsch tretet.;)
Irans Uhren gehen anders
1.Die Nachricht: Bei den Präsidentschaftswahlen im Iran hat der konservative Kandidat Mahmud Ahmadinedschad überraschend deutlich gegen den als Favoriten geltenden Haschemi Rafsandschani gesiegt - der Kommentar
von Miriam Hollstein
Alle haben sich getäuscht. Die Iran-Experten, die Rafsandschani schon lange vor der Wahl zum Sieger ausgerufen hatten. Die Kommentatoren, die in Rafsandschanis Unterstützerinnen - junge geschminkte Iranerinnen mit kokett zurückgestreiften bunten Kopftüchern - bereits die Vorboten einer neuen Ära der Demokratie im Iran sahen.
Gewonnen hat nun einer, dem im Vorfeld nicht einmal Chancen auf die Stichwahl eingeräumt wurden. Ein Mann, der als Bürgermeister von Teheran getrennte Fahrstühle für Männer und Frauen einrichten, Fastfood-Restaurants schließen und Werbeplakate mit dem britischen Fußballidol David Beckham verbieten ließ. Gewonnen hat er dank der Stimmen des islamischen Proletariats.
Zumindest für Europa ist diese Erfahrung nicht ganz neu. Zwei Jahre ist es her, daß in der Türkei nach vorherigem Erdrutschsieg seiner Partei ein Islamist zum Präsidenten gewählt wurde. Als Oberbürgermeister von Istanbul hatte Recep Tayyip Erdogan zuvor eigene Badestrände für Frauen und getrennte Schulbusse für Jungen und Mädchen eingerichtet. Wie Ahmadinedschad verkaufte er sich als "Mann des Volkes" und gewann mit dem Versprechen, daß es den Armen besser gehen würde. Der große Unterschied liegt freilich darin, daß Erdogan an Säkularisierung und Westorientierung seines Landes nicht vorbeikam. Mit der Wahl Ahamdinedschads sind im Iran hingegen nun alle Schaltstellen der Macht mit konservativen Hardlinern besetzt und jede Hoffnung auf demokratische Veränderung und eine Annäherung an den Westen vorerst dahin.
Wenn es eine Lehre aus dieser Wahl gibt, dann folgende: Im Umgang mit einem Regime wie dem des Iran muß der Westen aufhören, sich Illusionen hinzugeben. Die Jugend mag dort siebzig Prozent der Bevölkerung ausmachen, von amerikanischer Lebensart träumen und langfristig mit einer Öffnung gen Westen sympathisieren. Aber sie bestimmt weder die aktuelle Politik, noch wird sie dies in unmittelbarer Zukunft tun. Auch die Reformer sind längst nicht so stark, wie man es hier gern gehabt hätte. Die Wahl hat eine Bevölkerungsgruppe entschieden, der der Westen und die Atomverhandlungen egal sind. Sie will Wohlstand und religiöse Orientierung. Je eher die USA und Europa dies akzeptieren, desto realistischer werden sie ihre Iran-Politik gestalten können.
Artikel erschienen am 26. Juni 2005
http://www.wams.de/data/2005/06/26/737292.html
İran’ın seçimi Türkiye’nin lehine
İRAN’da cumhurbaşkanlığı seçimlerini İran için bile ‘aşırı muhafazakár’ bulunan Ahmedinecad kazandı.
İran’ın Humeyni rejiminden giderek uzaklaşacağını umanlar, normalleşme sürecine gireceğini düşünenler yanıldılar.
Açıkçası ben, İran’da muhafazakárların kazanmasını Türkiye’nin lehine bir gelişme olarak yorumluyorum.
Çünkü Türkiye ne yazık ki, politika üreten, bölgede ürettiği politikalarla etkin olmayı becerebilen bir ülke değil.
Türkiye’nin uluslararası alanda pazarladığı tek malı, stratejik konumu.
İran, Irak, Suriye arasında tek demokrasi ve tek Batılı devlet.
Türkiye bu nedenle bütün yönetim hatalarına rağmen önemini koruyor.
İran’ın normalleşmesi, bir demokrasi haline gelmesi ve modern dünyayla ilişkilerini normalleştirmesi halinde, konum olarak Türkiye’den daha avantajlı durumda bulunmasının da katkısıyla Türkiye’nin ‘stratejik önemi’ azalacak, hatta ortadan kalkacaktı.
Ancak İran ileriye değil, geriye doğru bir hamle yaparak Türkiye’ye büyük bir katkıda bulundu.
İranlı seçmenlere müteşekkir olmalıyız.
http://www.hurriyetim.com.tr/yazarlar/yazar/0,,authorid~9@sid~9@nvid~59671 9,00.asp
Özdemir İNCE
İran halkı, devrime sahip çıktı http://www.hurriyetim.com.tr/images/trs.gif
BİR İslamcı gazete(miz), İran seçimleriyle ilgili olarak ‘İran halkı devrime sahip çıktı!’ diye yazıyor. Sonuçta İran Cumhurbaşkanlığı seçimini Mahmud Ahmedinecad kazandığına göre gazetenin kullandığı başlık doğrudur, ama haklı değildir.
Seçimlere, seçmenin yüzde 59.72’si katılmış, yüzde 40.28’i katılmamış; katılanların yüzde 61.69’u Mahmud Ahmedinecad’a oy vermiş; Rafsancani ise oyların yüzde 35.92’sini almış. Bu hesaba göre İran Devrimi’ne sahip çıkan halk, nüfusun tahmini üçte biri; üçte ikisi devrime sahip çıkmıyor, ama bunun hiçbir önemi yok. İslamcının hesabı böyle olur. Türkiye’de de AKP aynı oy oranıyla Türk Milli İradesi’nin tümünü temsil ettiğini iddia etmiyor mu?
http://www.hurriyetim.com.tr/yazarlar/yazar/0,,authorid~72@sid~9@nvid~5966 59,00.asp
Uniform statt Turban
Mit sozialen Versprechungen und Appellen an nationalreligiöse Ressentiments konnte Mahmoud Ahmadinejad die Wahlen im Iran für sich entscheiden.
von jörn schulz
Auch bei Wahlen in einer Diktatur kann es Überraschungen geben. 1997 hatte kaum jemand den Sieg des Reformislamisten Muhammad Khatami erwartet. Bei den diesjährigen Präsidentschaftswahlen dagegen galten die reformorientierten Kandidaten und der als »gemäßigter Pragmatiker« beschriebene Haschemi Rafsanjani als Favoriten. Und wieder kam alles ganz anders. Der Hardliner Mahmoud Ahmadinejad siegte am Freitag in der Stichwahl mit knapp 62 Prozent.
Der unterlegene Rafsanjani sprach von Wahlbetrug, will das Ergebnis aber nicht anfechten: »Das überlasse ich Gott.« Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Rafsanjani, dessen Machtbasis in den staatlichen Institutionen nicht schwächer ist als die Ahmadinejads, sich den Wahlsieg durch Manipulationen hat nehmen lassen.
Mangels einer freien Presse und zuverlässiger Meinungsumfragen stützten sich viele Einschätzungen auf iranische Weblogs, die überwiegend von Oppositionellen geschrieben werden. Sie gaben die Meinung einer unzufriedenen Mittelschicht wieder. 65 Millionen Iranern ohne Internetanschluss ist es jedoch nicht möglich, ihre Informationen aus unabhängigen Medien zu beziehen.
»Warum wir iranischen Blogger Unrecht hatten«, erklärte Nema Milaninia bereits vor der Bekanntgabe des Wahlergebnisses auf der Webseite Free Thoughts on Iran: »Die große Mehrheit der Journalisten, einschließlich der Blogger, hat sich auf die Ziele und die Kämpfe der unzufriedenen Teheraner Jugend konzentriert statt auf die unzufriedenen Armen im Iran.« Zudem habe man die Mobilisierung des militärischen und paramilitärischen Apparats unterschätzt. Journalisten, Analytiker und Oppositionelle stimmen weitgehend darin überein, dass es die Armen und die Uniformierten waren, die Ahmadinejad den Wahlsieg bescherten.
Ahmadinejad war Mitglied der Revolutionsgarden und der Basij-Miliz. Als Bürgermeister von Teheran zahlte er Prämien für religiöse Observanz an Stadtteilgruppen und schuf sich so eine solide Basis. Im Wahlkampf versprach er, Nahrungsmittel zu subventionieren und Mietzuschüsse zu zahlen.
Ahmadinejad gilt als Hardliner, er ist jedoch kein Geistlicher und wird nicht mit den korrupten Praktiken des Regimes identifiziert. Rafsanjani dagegen gilt als Mann der Moscheen und der Geschäftswelt. Die von ihm versprochenen Privatisierungen waren kein Wahlkampfschlager. Dass er am Tag vor der Wahl versprach, jeder iranischen Familie umgerechnet 11 000 Dollar aus den Privatisierungserlösen zukommen zu lassen, half ihm nicht mehr.
Ahmadinejads Sieg bedeutet nicht, dass arme Iraner kein Interesse an persönlicher Freiheit haben. Doch die spärlichen Liberalisierungsmaßnahmen der Reformislamisten hatten für sie geringe Bedeutung. Die größere Toleranz gegenüber Satellitenschüsseln nützt denen wenig, die sich keine leisten können. Offenbar hat Ahmadinejad Ressentiments gegen das Luxusleben der Oberschicht nutzen und auch nationalreligiöse Ressentiments ansprechen können. »Wir wollen keine Ausdehnung der Freiheiten nach einem westlichen Modell. Wir wollen etwas Eigenes, etwas Lokales«, sagte der 19jährige Basiji Mohammad Shakiba dem Korrespondenten der Washington Post.
Der hohe Ölpreis gibt Ahmadinejad die Chance, seine Wähler mit Geld zu belohnen. Doch die von ihm gewünschte staatskapitalistische Verwaltung der Ölrente bringt zwangsläufig Korruption und Klientelismus hervor.
Dass der Präsident des nachrevolutionären Iran erstmals kein Geistlicher ist, spricht für einen allmählichen Kontrollverlust der Ayatollahs. Die innere Dynamik begünstigt jedoch nicht den Übergang zur Zivilherrschaft, sie treibt das Regime in die Richtung einer religiös legitimierten Militärdiktatur.
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