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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vural Öger und die armenische Frage



deryatulga
17.10.07, 20:38
Hocam, Sizde bir cevab verseniz *grins*.

Ona cevap vermesi kolay da, o HZ'nin de dedigi gibi Kanonenfutter. Asil saldiri baska taraftan gerceklesecek, agir darbe vurulacak ve bizimkiler de sözüm ona ellerinden geleni yapmis gibi teslim bayragini cekecek. Vural Öger Deutschlandfunk'a ne demec verdi bir ona bakin. Söylemezoglu'nun buralara kadar gelip de zihin bulandirma manevrasina neden girdigini düsünün, kombinasyonu siz de yaparsiniz.

HZ ile gecenlerde Halacoglu'nun cevabini okudugumuzda nerelerden darbe yiyecegini de nokta nokta saptamistik. TTK zaten kendi icinde kanli bicakli, Kemal Cicek efendi Fethullahcilara yamanma pesinde, Hikmet Özdemir iyi saatte olsunlara. Patlayacak volkanin üstünde göbek atiyorlar!

deryatulga
08.01.08, 21:44
Aus Abgeordnetenwatch:

Guten Tag,

kurze Fragen:
1: woher entnehmen Sie Ihre Äußerung (Zitat) "Auch die armenische Regierung besteht bei kommenden Verhandlungen mit der Türkei nicht darauf"(den Begriff Genozid)? Gibt es dazu bereits Äußerung armenischer Seite??

2: wäre es nicht sachgerechter der grossen Frage "wie nun das Geschehen von damals genannt wird" mehrere kleine Lösungen der beiden Länder anzustreben, auf die die EU Einfluss nehmen könnte.?
Ich denke dabei vor allem an die Öffnung der Grenzen für Personen und Warenverkehr.

mfg
Peter Kunzmann

Sehr geehrter Herr Kunzmann,

1. Der armenische Präsident Robert Kocharian hat unlängst dem angesehenen Fernsehjournalisten Ali Birand ein Interview gegeben, worin er sagte: "Der Staat Armenien hat keine juristischen Ansprüche. Wir fordern kein Land und keine Entschädigungen - die Anerkennung des Genozids ist für uns eine moralische Frage." Andrerseits ist klar, dass Armenien den Begriff an sich beibehalten wird. Verhandlungen allerdings könnten vermutlich nicht einmal beginnen, wenn der Begriff Genozid nicht vorläufig beiseite gestellt würde.

2. Ich gebe Ihnen recht... unter Mithilfe der EU über eine Reihe kleinerer, doch wichtiger Fragen zunächst zu verhandeln kann mehr Sinn machen. Darüber wird allerdings auch allseits nachgedacht. Grenzöffnung und Warenverkehr hätten auch nach meiner Ansicht dabei Vorrang.

Mit freundlichen Grüßen
Vural Öger

deryatulga
08.01.08, 21:47
Sehr geehrter Herr Öger,
zunächst wünsche ich Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Erfolg in Ihrem bestreben, eine Armenier-Konferenz auf die Beine zu stellen, in der Hoffnung, allen Meinungen gerecht zu werden.
Ich sehe aber die Gefahr, das - wie hier bereits mehrfach angedeutet - die sogenannte "türkische Sicht", zu kurz kommt. Wir müssen folgendes fest halten: Seit dem Bundestagsbeschluss hat sich in Sachen Versöhnung-Aufarbeitung nichts getan. Stattdessen werden geschichtliche Ereignisse weiterhin als Politikum entgegen gehalten, wie auch hier in einigen Fragen ersichtlich. Eine Meinung wird weiterhin als nationalistische bzw. verleumderische Aussage bewertet, wenn Sie der Armenier-Diaspora Linie nicht entspricht. Das Ziel einer Aufarbeitung wird geradezu blockiert, eine Aufarbeitung im Sinne des Bundestages ist somit nicht möglich.
Insofern möchte ich von Ihnen erfahren, wer hier die "andere" Meinung/These vertritt bzw. welche Historiker an dieser Konferenz teilnehmen.

MfG.,
Yücel Nabi

stell. Vorsitz. Generation Zukunft e.V.


Sehr geehrter Herr Yücel Nabi,

Einzelheiten bei der Vorbereitung einer Armenienkonferenz werde ich jetzt nicht liefern. Die Gefahr, dass die türkische Seite zu kurz kommt, kann ich nicht sehen. Sie können alle Details erfahren, wenn wir soweit sind. Ich schicke Ihnen aber eine Presseerklärung, die ich bereits früh gegeben hatte.

Mit freundlichen Grüßen

Vural Öger


Presseerklärung Vural Öger, Abgeordneter im Europaparlament

Der Fall Armenien bedarf besonnener Vernunft

Von der Türkei wird jetzt vielseitig verlangt, daß sie den ?Völkermord? an Armeniern in der Zeit des Osmanischen Reiches anerkennt. Was sich damals vor allem in den östlichen Regionen der Türkei ereignete, kann niemandes Billigung finden. Es muß gleichwohl im historischen Kontext gesehen werden, und nicht alle Fragen sind schon beantwortet. Es ist auf jeden Fall an der Zeit, das Thema gründlich und seriös anzugehen. Dabei bitte ich, die folgenden Punkte zu beachten:

Alle Parteien im Parlament der Türkei haben unterstützt, daß die Regierung unter Ministerpräsident Erdogan eine mit türkischen und mit armenischen Historikern besetzte Kommission vorgeschlagen hat, die unabhängig die fraglichen Vorfälle untersucht. Dafür sollen die Nationalarchive in Armenien und einer Reihe anderer Staaten geöffnet werden, was die Türkei schon getan hat, und es soll ferner eine unabhängige Organisation wie die UNESCO die wissenschaftliche Korrektheit der Untersuchungsergebnisse überprüfen. Das halte ich für einen gangbaren Weg, die historische Wahrheit zu definieren.


Im vergangenen Jahr gab es in Wien ein Historikertreffen zwischen Türken und Armeniern, das die Politik der osmanischen Regierung gegenüber der armenischen Minderheit in der Zeit von 1915 bis 1918 zum Thema hatte. Dabei wurde ein Austausch von Dokumenten vereinbart. Diese Vereinbarung zu erfüllen hat sich Armenien anschließend geweigert, wie es auch die oben genannte Initiative der türkischen Regierung ablehnte. Die armenische Regierung kann nicht durch ihre Diaspora weiter Vorwürfe erheben lassen, wenn sie selbst sich der angebotenen Zusammenarbeit entzieht. Ich appelliere auch an sie, sich dem neuen Dialog zu öffnen.

Mit Genugtuung stelle ich fest, daß unterdes in einer Reihe ziviler Organisationen das Gespräch zwischen Türken und Armeniern Formen angenommen hat, die in Zukunft eine gute menschliche und sogar partnerschaftliche Beziehung zwischen den beiden Nationen erwarten lassen. Schließlich haben an die tausend Jahre lang Armenier und Türken friedlich zusammen gelebt. Der Haß kann und darf kein Dauerzustand mehr sein. Ich fordere alle Europäer auf, dazu aktiv beizutragen. Niemals darf die Vergangenheit die Gegenwart zerstören.

April 2005

deryatulga
08.01.08, 21:53
Bei Ihrer Antwort auf Herrn Götzenburgs Fragen sind erneut Fragen offengeblieben. Diese möchten wir Ihnen nun gerne stellen:

Die Hauptfrage Herrn Götzenburgs bestand darin, wie IHRE Haltung zum Völkermord an den Armeniern ist, weniger was diesbzgl. an Konferenzen geplant ist.

Sie sagten: "... Das bedeutet nicht, die Massaker an Armenien in der Endzeit des Osmanischen Reiches zu leugnen. Zu einem Genozid gehört jedoch systematische Planung. Diese ist nicht hinlänglich erwiesen,..." und weiter "Die zahlreichen Ausführungen zahlreicher Anderer sind dafür irrelevant."

Bedeutet das, Sie anerkennen nicht die internationalen, wissenschaftlichen Erkenntnisse auf diesem Gebiet, wonach es sich eindeutig um einen Genozid gem. der Völkermordkonvention der UNO gehandelt hat? Bedeutet das ferner, Sie anerkennen nicht die diesbzgl. Resolutionen der UNO, der Europäischen Union oder des Deutschen Bundestages?
Bedeutet das auch etwa, Sie anerkennen nicht die Beweise - insbesondere jene in den Archiven des Deutschen Auswärtigen Amtes?

Weiter sagen Sie: "Mir geht es darum, die beiden Nationen miteinander auszusöhnen und eine neue Nachbarschaft zu begründen." Das hören wir mit Interesse und fragen, wie Ihre Haltung bzgl. des Wirtschaftsboykotts der Türkei gegenüber Armenien ist (Schliessung der Grenze seit ca. 15 Jahren)?

Jan Demir für JUNGE ARMENIER, die Jugendorgansitation des ZAD (Zentralrat der Armenier in Deutschland e.V.)

Sehr geehrter Herr Öger,

bitte teilen Sie uns Ihren Standpunkt zum Völkermord an den Armeniern mit.

Erkennen Sie die geschichtliche Wahrheit diesbezüglich an, oder teilen Sie die gängige Meinuung in der Türkei, dies sei erfunden durch die Armenierdiaspora im Ausland?

Meinen Sie nicht auch, dass die Türkei sich endlich den Tatsachen stellen und volle Verantwortung übernehmen muss für seine Taten (als Nachfolgestaat des osmanischen Reiches)?

Jan Demir
für JUNGE ARMENIER, die Jugendorganisation des ZAD (Zentralrat der ARmenier in Deutschland e.V.)

Sehr geehrter Herr Demir,

Was ist denn Ihre geschichtliche Wahrheit diesbezüglich"? Wie kommen Sie wohl darauf, dass ich eine gängige Meinung in der Türkei" teile ? ich bin deutscher Staatsbürger. Warum wollen Sie mich in die kleine, enge Ecke derer treiben oder stellen, die behaupten, Massaker an den Armeniern seien eine Erfindung der Armenierdiaspora? Ich habe das nie behauptet. Warum unterstellen Sie mir das?

Seine Taten der Türkei gibt es nicht grammatisch, sondern allenfalls ihre? welche Tatsachen meinen Sie denn? Ich würde mich davor hüten, aus einem deprimierenden Kapitel der Geschichte eine Aktion der Rechthaberei und Zurechtweisung basteln zu wollen. Ich schicke Ihnen die von mir herausgegebene Presserklärung vom 19.5.05 mit.

Mit freundlichen Grüßen

Vural Öger MdEP

Presseerklärung Vural Öger, Abgeordneter im Europaparlament

Der Fall Armenien bedarf besonnener Vernunft............

Nurdan
08.01.08, 23:22
Sehr geehrter Herr Demir,

Was ist denn Ihre geschichtliche Wahrheit diesbezüglich"? Wie kommen Sie wohl darauf, dass ich eine gängige Meinung in der Türkei" teile ? ich bin deutscher Staatsbürger. Warum wollen Sie mich in die kleine, enge Ecke derer treiben oder stellen, die behaupten, Massaker an den Armeniern seien eine Erfindung der Armenierdiaspora? Ich habe das nie behauptet. Warum unterstellen Sie mir das?

Seine Taten der Türkei gibt es nicht grammatisch, sondern allenfalls ihre? welche Tatsachen meinen Sie denn? Ich würde mich davor hüten, aus einem deprimierenden Kapitel der Geschichte eine Aktion der Rechthaberei und Zurechtweisung basteln zu wollen. Ich schicke Ihnen die von mir herausgegebene Presserklärung vom 19.5.05 mit.

Mit freundlichen Grüßen

Vural Öger MdEP

Presseerklärung Vural Öger, Abgeordneter im Europaparlament

Der Fall Armenien bedarf besonnener Vernunft............


wenn DAS seine Antwort ist, dann ist Vural Öger "Forumreif" :druck: Wikipedia Link koysunda tam olur o zaman..

Alevi_Playa
08.01.08, 23:28
Seine Antwort zu Yücel Abis Frage ist ja wirklich sehr kurz geraten...

Nurdan
08.01.08, 23:32
Seine Antwort zu Yücel Abis Frage ist ja wirklich sehr kurz geraten...

Kurz, ist gut.:lach: Er hat gar nichts geantwortet:think:

deryatulga
08.01.08, 23:41
Seine Antwort zu Yücel Abis Frage ist ja wirklich sehr kurz geraten...

Hmm, vielleicht sollte ich mein Glück mit einem längeren Antwortschreiben an ihn probieren. PC braucht nämlich neuen Schwung!:dance:

Turnam
08.01.08, 23:45
Kurz, ist gut.:lach: Er hat gar nichts geantwortet:think:


Was sollte man von ihm denn erwarten, -er ist kein Historiker.

Es reicht allenfalls reinhard zu ärgern:

reinhard:

Frag doch Öger mal, was dagegen spricht, einen Genozid auch Genozid zu nennen.

Und frag mal den Landesvorstand der Jusos, ob sie sich für einen Holocaust-Leugner als Abgeordneten nicht mindestens schämen.

deryatulga
08.01.08, 23:47
Sehr geehrter Herr Öger,
ich wüsste gerne Ihren Standpunkt zum Fall Armeniergenozid?
Meinen sie, dass dieser stattgefunden hat oder wie die gängige Meinuung in der Türkei ist, erfunden durch die Armenierdiaspora im Ausland?Und wie stehen sie zur Ausserung des Herrn Prof. Dr. Yusuf Halaçoğlu der meinte die Sunnitischen Kurden wären assimilierte Türkenen und die Alevitischen Kurden assimilierte Armenier und damit der rechtfertigung seinerseits das es keinen Genozid an den Armeniern gegeben hat sondern, die 1,5 millionen armenier einfach zu Alevitischen Kurden geworden wären?(Herr Halacoglu ist Vorsitzender des Türk Tarih Kurumu also des türkischen Geschichtsgesellschaft) Finden sie nicht das dies schwachsinnig ist und Verdrehung der Tatsachen und das die Türkei sich endlich den Tatsachen stellen muss und die Verantwortung übernehmen muss für seine Taten?

Mfg
Götzenburg


Sehr geehrter Herr Götzenburg,

Vielen Dank für Ihre Anfrage vom 3. Dezember 2007.

Wir bereiten just eine internationale Armenienkonferenz vor. Alle Beteiligten versuchen dabei, den Begriff Genozid zu vermeiden. Auch die armenische Regierung besteht bei kommenden Verhandlungen mit der Türkei nicht darauf. Das bedeutet nicht, die Massaker an Armenien in der Endzeit des Osmanischen Reiches zu leugnen. Zu einem Genozid gehört jedoch systematische Planung. Diese ist nicht hinlänglich erwiesen, ohne die Schuld von der Türkei von damals zu nehmen. Mir geht es darum, die beiden Nationen miteinander auszusöhnen und eine neue Nachbarschaft zu begründen. Die zahlreichen Ausführungen zahlreicher Anderer sind dafür irrelevant.

Mit freundlichen Grüssen,

Vural ÖGER

deryatulga
08.01.08, 23:58
Thüringer Allgemeine, 16.02.2005

Vural ÖGER (59), türkischstämmiger SPD-Europaabgeordneter und Chef von Öger-Tours, hält die Einmischung Ankaras in die Lehrplangestaltung in Brandenburg - zum Thema Armenier-Verfolgung - für falsch. Von einem Genozid will er nicht sprechen, obwohl Schätzungen zufolge 1915 bis zu 1,5 Millionen Armenier im Osmanischen Reich getötet wurden.
Sehen Sie in den Ereignissen von 1915 im Osten des Osmanischen Reichs - die sich diesen April zum 90. Mal jähren - einen Genozid am armenischen Volk?

Nein. Richtig ist, dass es eine grausame Vertreibung der Armenier aus vor allem Ostanatolien gab. Aber unter einem Genozid verstehe ich den Versuch, eine Minderheit auszurotten - und das ist nicht passiert. Den Armeniern in Istanbul ist nichts geschehen. Was damals im Osten des Osmanischen Reiches geschah, war in gewisser Weise eine Kriegsmaßnahme, die ich verurteile. Aber man muss eben im Sprachgebrauch vorsichtig sein.

Sie verstehen die Ermordung der Armenier also als strategische
Maßnahme?

Das habe ich nicht gesagt. Man muss doch sehen, dass sich das Osmanische Reich zu dieser Zeit als deutscher Verbündeter im Krieg gegen Russland befand. Und die Armenier haben sich von den Russen aufstacheln lassen, jedenfalls ein Teil, mit der Aussicht auf einen eigenen Staat. Es gab dann auch eine armenische Untergrundorganisation. Und die hat hinter der Front gegen die Türken agiert, viele wurden dabei getötet. Dennoch war es furchtbar, was gerade armenischen Frauen und Kindern im Zuge der Vertreibung angetan wurde. Nur, ich plädiere dafür, den historischen Kontext zu sehen.

Aber die Türkei anerkennt bis heute überhaupt nichts.

Das ist richtig. Aber sie steht einer Übermacht von Vorurteilen gegenüber, da ist die armenische Diaspora sehr aktiv. Auch die armenischen Terrorakte in den 1960er- und 70er-Jahren gegen türkische Politiker und Diplomaten waren kontraproduktiv, wenn es um Verständigung und Darstellung historischer Wahrheiten ging.
Zur modernen Demokratie - was die Türkei als EU-Beitrittskandidat ja immerhin sein möchte - gehört allerdings auch die Kultur der Erinnerung. Das ist ebenfalls richtig. Und ich sehe, dass sich die türkische Regierung da bewegt, gerade in den letzten Monaten. Dazu gehört auch, dass die entsprechenden Archive für Historiker geöffnet wurden. Nur, eine Annäherung zwischen der Türkei und Armenien - die in meinen Augen dringend erfolgen muss - kann nur gelingen, wenn sich beide bewegen.

Was schlagen Sie mit dieser Erkenntnis also vor?

Die Vereinten Nationen sollten eine unabhängige Historiker-Kommission einsetzen, die sich mit dem Thema beschäftigt. Gleichzeitig müssten sich dann aber beide Staaten bereit erklären, die Ergebnisse daraus zu akzeptieren und dementsprechend zu handeln. Und ich plädiere sehr dafür, endlich die Grenzen zwischen der Türkei und Armenien zu öffnen. Man könnte beispielsweise eine Autobahn von Trabzon nach Eriwan bauen, einen gemeinsamen Seehafen und so weiter. Armenien ist ein dermaßen armes Land, da muss dringend etwas geschehen. Wenn die Türkei in die EU kommt, wird das für Armenien ebenfalls viele Vorteile haben.

Sollten sich - wie in Brandenburg diskutiert - deutsche Schüler mit diesem historischen Konflikt beschäftigen?

Ja, aber nicht in einem Halbsatz, das ist ungenügend. Wenn, dann muss das schon in die Geschichte Osteuropas vor und nach dem Ersten Weltkrieg eingebettet sein.

Und das Einmischen des türkischen Botschafters in dieser Sache . . .

. . . finde ich sehr unpassend, das war ein großer Fehler. Der türkische Staat hat sich in das Lehrprogramm deutscher Schulen nicht einzumischen.

Gespräch: F. GATHMANN

theinsider
09.01.08, 00:02
Hmm, vielleicht sollte ich mein Glück mit einem längeren Antwortschreiben an ihn probieren. PC braucht nämlich neuen Schwung!:dance:

zu begrüßen wären deine kenntnisreichen und schneidigen kommentare, allerdings bezweifele ich das ögers vorformulierte, aalglatte antworten an qualität gewinnen. dazu bedarf es seitens öger 100% weniger borniertheit, 100% bessere berater zur thematik und mindestens 1000% weniger wirtschaftlicher interessen....

deryatulga
09.01.08, 00:04
DIE ZEIT


Französischer Gesetzentwurf zur Armenienfrage

Deutsch-türkische Gesellschaft erhofft positive EU-Beitrittssignale aus Deutschland. Moderation: Silvia Engels

Der Vorsitzende der deutsch-türkischen Gesellschaft, Vural Öger, erhofft sich von der deutschen EU-Ratspräsidentschaft positive Signale für die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. In der Europäischen Union werde derzeit versucht, die Türkei mit allen Mitteln von einer Aufnahme in die EU abzuhalten, sagte Öger. So führe der französische Gesetzentwurf zur Armenienfrage dazu, die Reformbereitschaft in der Türkei herabzusetzen.

Engels: Gestern machte die französische Nationalversammlung von sich reden. Sie billigte mehrheitlich ein Gesetz, das die oppositionellen Sozialisten eingebracht hatten. Es stellt die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern vor 90 Jahren im damaligen osmanischen Reich unter Strafe. Die heutige türkische Regierung erkennt diese von vielen Völkerrechtlern bekundeten Massaker nicht als Genozid an. Sie drohte im Vorfeld mit Wirtschaftssanktionen gegen Paris. - Am Telefon ist nun der türkischstämmige deutsche Unternehmer Vural Öger. Er sitzt für die SPD im Europaparlament und ist Vorsitzender der Deutsch-Türkischen Stiftung. Guten Morgen Herr Öger!

Öger: Guten Morgen!

Engels: Wie bewerten Sie das gestern in Frankreich auf den Weg gebrachte Gesetzesvorhaben?

Öger: Das ist eine sehr unglückliche Entscheidung mit weitgehenden Folgen. Ich verurteile, dass Frankreich des Descartes und Voltaire so eine Entscheidung gegen die Meinungsfreiheit zunächst einmal getroffen hat. Sie ist sehr populistisch und orientiert sich innenpolitisch.

Engels: Gestern wurde ja auch der Literatur-Nobelpreis an den türkischen Schriftsteller Pamuk verliehen, einen Literaten, der die türkische Führung dafür kritisiert, die Massaker an Armeniern während des osmanischen Reiches zu negieren. Wie beurteilen Sie das? Wie kommt das in der Türkei an?

Öger: Ich bewundere seinen Mut. Das hat er auch zu Recht gesagt. Ich bin auch, wie Sie gerade sagten, als türkischstämmiger Deutscher sehr stolz, dass zum ersten Mal in der Geschichte ein Türke einen Nobelpreis bekommen hat. Meine Anerkennung gilt ihm und ich werde heute auch meinen Dank zum Ausdruck bringen. Ich finde es hervorragend. Ich finde es auch eine richtige Zeit, denn es gibt genügend Kräfte in der Türkei, die hinter ihm standen und die sich auch in der armenischen Frage in der Vergangenheit auch ähnlich geäußert haben. Daher finde ich das eine sehr richtige und sehr weise Entscheidung.

Engels: Weshalb tut sich denn die türkische Regierung so schwer damit, die Massaker an den Armeniern als Völkermord anzuerkennen? Von internationalen Institutionen wird das ja als solches bewertet.

Öger: Die Türkei bestreitet, dass es sich um einen Völkermord handelt. Viele Historiker wie zum Beispiel der weltberühmte Historiker Werner Trillmich und viele andere auch meinen, es war kein Völkermord, es war ein Verbrechen. Ich glaube ohne die armenische Diaspora, die ständig mit diesem Thema kommt und in der Vergangenheit sehr viele türkische Diplomaten im Ausland getötet hat, umgebracht hat, ohne die Zuspitzung dieses Themas wäre die türkische Regierung auch in der Vergangenheit sehr bereit gewesen, sich zu diesem Thema zu äußern im Sinne des Geschehens. Die Türken meinen, ohne den historischen Kontext kann man das nicht so sehen. Die Türken meinen, die Armenier in Istanbul, im westlichen Anatolien sind ihrer Arbeit nachgegangen, da passierte nichts und es waren eben die Armenier, die sich im Krieg gegen Russland an die Seite der Russen geschlagen haben, dass die Türken im Ersten Weltkrieg, die Osmanen, die Armenier vertreiben mussten, um im Krieg gegen die Russen sozusagen nicht hinter der Front die armenische Guerilla zu haben. Dass das sehr hart war, das ist völlig klar. Ich glaube die Türken, auch die Regierung, hätten sich besonnener verhalten, wenn nicht solche Entscheidungen und überhaupt solche Bewegungen der armenischen Diaspora weltweit erfolgt wären.

Engels: Die Diaspora ist das eine, aber in der Tat wird von vielen Völkerrechtlern und den internationalen Institutionen dieser Völkermord an den Armeniern als solcher gewertet. Aber wie ist denn jetzt auf dieses französische Vorhaben zu reagieren? Da wurden ja im Vorfeld von Ankara Wirtschaftssanktionen gegen Paris angedroht. Ist das angemessen?

Öger: Ja gut, ich hoffe, dass die Türken besonnener reagieren. Sie sollten eigentlich wirklich in einem rechtlichen Rahmen reagieren und so reagieren, dass man nicht wieder über die Türkei herfällt. Das muss ich offen sagen. Zunächst mal ist das ein Verstoß gegen die Meinungsfreiheit. Die Meinungen darüber sind wie gesagt sehr umstritten. Diese Entscheidung dient aber nicht dazu, dass die Türken und Armenier zusammenkommen, sich zu der Geschichte bekennen und zukunftsgerichtete Politik gemeinsam betreiben können. Das ist keine Ermutigung: weder an die türkische Seite noch an die andere Seite. Es ist auch nicht zukunftsträchtig. Ein englischer Diplomat hat gesagt, wenn jedes EU-Land sich der Vergangenheit stellen müsste und sich erst mal für die Verbrechen der Vergangenheit entschuldigen müsste, dann würde sich das Europäische Parlament auflösen. Letzten Endes wissen wir, was die Franzosen in ihren Kolonien in der Vergangenheit getan haben, und das war nicht ein Thema. Im Falle der Türkei versuchen die Türkei-Gegner, die die Türkei nicht in der EU haben wollen, immer in der Weltgeschichte herumzurühren. Das ist kontraproduktiv und diese Entscheidung ist in jeder Hinsicht auch gegen die Interessen Frankreichs, gegen die Interessen der EU. Es ist überhaupt ein weiterer Schritt in Richtung Clash of civilization, denn die türkische Bevölkerung - ich habe gestern sehr viele Anrufe bekommen -, die bürgerlichen elitären Türken geben nationalistische Töne von sich, während die Landbevölkerung immer Richtung Islam läuft. Das kann nicht in unserem Interesse sein. Diese Entscheidung ist kontraproduktiv gegen uns.

Engels: Herr Öger, wird die Armenien-Frage auch in Sachen EU-Beitritt - da laufen ja die Verhandlungen, sollen zumindest dann konkreter werden - beeinflussen und was erwarten Sie in dieser Hinsicht von Deutschland, was ja die EU-Ratspräsidentschaft im Januar übernimmt?

Öger: Die Armenien-Frage direkt sicher nicht, denn im Europäischen Parlament, dessen Mitglied ich bin, wurde eigentlich abgelehnt, dass man neue politische Kriterien in die Verhandlung einführt. Aber was es bringen wird sind die Konsequenzen. Ich weiß, dass es heftige Konsequenzen in der Türkei geben wird. Das wird den Reformprozess in der Türkei auf alle Fälle verlangsamen. Die Bereitschaft, sich anstrengen zu müssen, wird geringer. Es werden sicher gegen den Westen generell gewisse Strömungen noch mehr entstehen. Das heißt der Prozess als solcher wird negativ beeinflusst, nicht im primären Sinne, dass die Armenien-Frage als eine Frage noch mal erscheint. Ich hoffe natürlich, dass während der Präsidentschaft Deutschlands von dort besonnene Stimmen kommen, dass gewisse positive Signale in Richtung Türkei geschickt werden, wenn man überhaupt die Türkei in der Europäischen Union haben will. Denn was zurzeit geschieht ist natürlich: Wie vergräme ich eigentlich, was mache ich, damit die Türken von sich aus dann aussteigen. Es sind nur noch negative Signale und man konzentriert sich innerhalb der Europäischen Union derzeit hauptsächlich auf die Schwächen des Landes, auf die Fehler und man macht nicht den Mut zur Veränderung. Das verursacht Unlust in der Türkei, um die Reformen voranzuschreiben, was wiederum gegen unsere Interessen ist.

Engels: Besten Dank! - Das war Vural Öger. Er sitzt für die SPD im Europaparlament und ist Unternehmer.



Deutschlandfunk, 2006

04/2006

nemrut
09.01.08, 00:12
öger ist kein historiker, und kann dementsprechend nicht wie ein solcher auf diese thematik antworten. er sagt offen und ehrlich, dass es kein genozid war, was ich sehr gut finde. als politiker muss er natürlich auch bemüht sein diplomatisch zu antworten.

dünyali
09.01.08, 00:19
Sehe ich genauso. Er wirkt in seiner Argumentation (soweit ich sie bisher einsehen konnte) besonnen und überlegt. Die Gefahr ist natürlich, dass ihm irgendwann die "Fakten" mangels Wissen ausgehen könnten. Er ist in seiner Position aber sicherlich kein schlechter Moderator.

theinsider
09.01.08, 00:23
öger ist kein historiker, und kann dementsprechend nicht wie ein solcher auf diese thematik antworten. er sagt offen und ehrlich, dass es kein genozid war, was ich sehr gut finde. als politiker muss er natürlich auch bemüht sein diplomatisch zu antworten.

öger sagt nicht, dass es kein genozid war...punkt. es gibt kein ein wenig genozid, genauso wenig wie ein bisschen schwanger.....seine zwischentöne haben sich diesbezüglich in den letzten zwei jahren nicht geändert...eine klare position entnehme ich dem ganzen nicht, weder vor zwei jahren noch heute

nemrut
09.01.08, 00:25
Sehe ich genauso. Er wirkt in seiner Argumentation (soweit ich sie bisher einsehen konnte) besonnen und überlegt. Die Gefahr ist natürlich, dass ihm irgendwann die "Fakten" mangels Wissen ausgehen könnten. Er ist in seiner Position aber sicherlich kein schlechter Moderator.

wenn man bedenkt, dass er bei diesem thema unter besonderer beobachtung und druck steht, muss man ihm dafür lob zollen, dass er seine meinung, die viele gegner hat, vehement vertritt. er weist auch oft darauf hin, dass es die armenier sind, die sich unkooperativ verhalten. somit gibt er den schwarzen peter an sie weiter. bravo herr öger.

nemrut
09.01.08, 00:30
öger sagt nicht, dass es kein genozid war...punkt. es gibt kein ein wenig genozid, genauso wenig wie ein bisschen schwanger.....seine zwischentöne haben sich diesbezüglich in den letzten zwei jahren nicht geändert...eine klare position entnehme ich dem ganzen nicht, weder vor zwei jahren noch heute

vielleicht habe ich die stelle übersehen, aber dann zeige mir doch bitte die stelle, wo er explizit sagt, es war ein genozid!

ich verstehe nicht wieso ihr ständig auf eure eigenen leute raufhauen müsst. knöpft euch doch lieber die vor, die behaupten es war ein genozid. vor allem unsere experten könnten das übernehmen, anstatt ihre energie mit unseren eigenen leuten zu vergeuden.

dünyali
09.01.08, 00:31
öger sagt nicht, dass es kein genozid war...punkt. es gibt kein ein wenig genozid, genauso wenig wie ein bisschen schwanger.....seine zwischentöne haben sich diesbezüglich in den letzten zwei jahren nicht geändert...eine klare position entnehme ich dem ganzen nicht, weder vor zwei jahren noch heute

Richtig ist, dass es eine grausame Vertreibung der Armenier aus vor allem Ostanatolien gab. Aber unter einem Genozid verstehe ich den Versuch, eine Minderheit auszurotten - und das ist nicht passiert. Den Armeniern in Istanbul ist nichts geschehen. Was damals im Osten des Osmanischen Reiches geschah, war in gewisser Weise eine Kriegsmaßnahme, die ich verurteile.Hier zeigt er schon einen Unterschied zwischen Genozid und "Kriegsmaßnahme" auf. Er sagt also schon, dass es kein Genozid war.

theinsider
09.01.08, 00:39
sprach ich von zwischentönen? .....

"ich bin deutscher staatsangehöriger" öger

"die türken sagen......." immer, öger

wenn öger die eier hätte, würde er sagen "ich als türke, erkenne keinen genozid an"...basta

dünyali
09.01.08, 00:44
Öger sitzt für eine deutsche Partei im Europaparlament weil er deutscher Staatsbürger ist. Wo ist das Problem? ist er jetzt ein vatan haini, oder was?

deryatulga
09.01.08, 00:45
Was sollte man von ihm denn erwarten, -er ist kein Historiker.

Es reicht allenfalls reinhard zu ärgern:

reinhard:

Stimmt, aber er nimmt sich Freiheiten heraus, als ob er einer wäre oder er überhaupt von diesem Thema Ahnung hätte! Wäre alles sein Privatvergnügen auf eigene Kosten, hätte ich mich einen feuchten Kehricht drum geschert. Er ist aber ein Riesenrad innerhalb einer verzweigten Machinerie, die sich aus unseren begründeten Befinlichkeiten nichts macht. Hier ist die klasische Turgut Özal Schule am Werk, zwar übertüncht aber unverkennbar. Wer dagegen etwas zu sagen hat, muss es tun, bevor diese ominöse Konferenz ein verbindliches Machtwort gegen uns spricht.

dünyali
09.01.08, 00:57
Stimmt, aber er nimmt sich Freiheiten heraus, als ob er einer wäre oder er überhaupt von diesem Thema Ahnung hätte! Wäre alles sein Privatvergnügen auf eigene Kosten, hätte ich mich einen feuchten Kehricht drum geschert. Er ist aber ein Riesenrad innerhalb einer verzweigten Machinerie, die sich aus unseren begründeten Befinlichkeiten nichts macht. Hier ist die klasische Turgut Özal Schule am Werk, zwar übertüncht aber unverkennbar. Wer dagegen etwas zu sagen hat, muss es tun, bevor diese ominöse Konferenz ein verbindliches Machtwort gegen uns spricht. Ich verstehe Ihre berechtigten Sorgen. Sicherlich hängt vieles davon ab, wer die Teilnehmer dieser Konferenz sein werden.
Ich finde aber auch, dass man anerkennen muss, das erst mit Öger - einem der wenigen Türken in Deutschland mit medialer Präsenz - differenziertere Aussagen zu den Ereignissen von vor 90 Jahren publiziert werden.
Wie gesagt: der Öger ist kein Historiker, vielleicht ist er auch ein unsympathischer, dubioser Geschäftsmann, der immer nur an seinen Gewinn denkt. Aber er hat ein gewisses Maß an Einfluß, welchen man haben muss um nicht in der DPA-Presselandschaft Deutschlands vollends gebrandmarkt zu werden. Deswegen denke ich, dass man den Mann in dieser Sache nicht im Vorfeld unnötig von 2 Seiten bedrängen sollte. Der wird es noch schwer genug haben.
Da ich ebenfalls kein Historiker bin ist das nur meine subjektive Sichtweise.

easydogi
09.01.08, 01:00
Meiner Meinung nach, hat Vural Öger bei dem Thema nichts zu gewinnen, aber eine Menge zu verlieren.
Ich nenne es Charakter.

deryatulga
09.01.08, 01:01
öger ist kein historiker, und kann dementsprechend nicht wie ein solcher auf diese thematik antworten. er sagt offen und ehrlich, dass es kein genozid war, was ich sehr gut finde. als politiker muss er natürlich auch bemüht sein diplomatisch zu antworten.

So wie er es begründet, dass es kein Genozid war, gesteht er, dass es sehr wohl um einen Völkermord handelte, ganz nach dem Manier seines Kumpels Faruk Sen oder seines Genossen Ali Söylemezoglu. Was ihm als Versöhnungsbild vorschwebt, schaudert mich im voraus!

theinsider
09.01.08, 01:02
Öger sitzt für eine deutsche Partei im Europaparlament weil er deutscher Staatsbürger ist. Wo ist das Problem? i

diese frage zeigt eindeutig, dass öger jedes klientel bedient...der schaden, den er dabei anrichtet scheint dir völlig egal zu sein.....

yücel
09.01.08, 01:02
Ich verstehe Ihre berechtigten Sorgen. Sicherlich hängt vieles davon ab, wer die Teilnehmer dieser Konferenz sein werden.
Ich finde aber auch, dass man anerkennen muss, das erst mit Öger - einem der wenigen Türken in Deutschland mit medialer Präsenz - differenziertere Aussagen zu den Ereignissen von vor 90 Jahren publiziert werden.
Wie gesagt: der Öger ist kein Historiker, vielleicht ist er auch ein unsympathischer, dubioser Geschäftsmann, der immer nur an seinen Gewinn denkt. Aber er hat ein gewisses Maß an Einfluß, welchen man haben muss um nicht in der DPA-Presselandschaft Deutschlands vollends gebrandmarkt zu werden. Deswegen denke ich, dass man den Mann in dieser Sache nicht im Vorfeld unnötig von 2 Seiten bedrängen sollte. Der wird es noch schwer genug haben.
Da ich ebenfalls kein Historiker bin ist das nur meine subjektive Sichtweise.im Grunde betreibt er nur das, was Perincek rabiat durch ziehen wollte.
UNO, Komission, usw. sind keine Alternativen, um dieses Gerede (Völkermor) endlich in Abrede zu stellen.
Historiker sind Historiker, Politiker sollten Politiker bleiben und so handeln. Sie haben in diesem Millieu nichts zu suchen und wenn, dann kommt nichts bei raus. Aufarbeitung und Versöhnung, Stichwort seit 2005, hat nicht stattgefunden und wird auch nicht stattfinden, stattdessen Positionsstärkung.

deryatulga
09.01.08, 01:05
Meiner Meinung nach, hat Vural Öger bei dem Thema nichts zu gewinnen, aber eine Menge zu verlieren.
Ich nenne es Charakter.

Dann kennst du Gechäftsleute im allgemeinen und ihn im besonderen sehr schlecht. Er würde keinen Finger krumm machen, wenn er nichts gewinnbringendes in der Luft wittert. Im übrigen sitzt er bereits am gedeckten Tisch, oder glaubst du etwa, dass er auf eigene Initiative derartiges anzettelt?

dünyali
09.01.08, 01:11
diese frage zeigt eindeutig, dass öger jedes klientel bedient...was heisst hier jedes Klientel bedienen? Dass klingt ein wenig nach einer leichten Dame oder etwas vergleichbarem.
Er beteiligt sich lediglich als ein in Deutschland lebender und arbeitender türkischstämmiger deutscher Staatsbürger aktiv an der Europapolitik. Davon kann die Türkei doch nur profitieren. Wir Türken in Deutschland werden davon bestimmt profitieren, sind wir doch ansonsten in so ziemlich allen Gesellschaftsbereichen unterpräsentiert.

der schaden, den er dabei anrichtet scheint dir völlig egal zu sein.....ganz bestimmt nicht!


Historiker sind Historiker, Politiker sollten Politiker bleiben und so handeln. Sie haben in diesem Millieu nichts zu suchen und wenn, dann kommt nichts bei raus. Aufarbeitung und Versöhnung, Stichwort seit 2005, hat nicht stattgefunden und wird auch nicht stattfinden, stattdessen Positionsstärkung.Verstehe ich jetzt nicht... warum dürfen Politiker nicht als Wegbereiter einer Völkerverständigung dienen? Ich schrieb ja schonmal, dass der Öger sich gut als Moderator anbietet - er verfasst ja keine wissenschaftliche Arbeiten.

easydogi
09.01.08, 01:14
Dann kennst du Gechäftsleute im allgemeinen und ihn im besonderen sehr schlecht. Er würde keinen Finger krumm machen, wenn er nichts gewinnbringendes in der Luft wittert. Im übrigen sitzt er bereits am gedeckten Tisch, oder glaubst du etwa, dass er auf eigene Initiative derartiges anzettelt?

Wenn ich allein an den Keskin denke, den sie medial hingerichtet haben, weil er sich mit dem Wort "Völkermord" nicht anfreunden wollte, steht für Öger mehr auf dem Spiel. Sein Name und sein Unternehmen.

Wieviel könnte man ihm bezahlen, um so ein Risiko einzugehen?
1 Million?
10 Millionen?
100 Millionen?

Da scheißt er doch drauf. Er hat mehr Geld als genug. Für was sollte er das also machen?
Damit er sich bei türkischen Politiker einschmeicheln kann?
Hat er gar nicht nötig. Schon gar nicht bei so einem heiklen Thema.

Also welche geschäftliche Verbindung strebt er an und riskiert dabei vielleicht alles?

deryatulga
09.01.08, 01:22
Ich verstehe Ihre berechtigten Sorgen. Sicherlich hängt vieles davon ab, wer die Teilnehmer dieser Konferenz sein werden.
Ich finde aber auch, dass man anerkennen muss, das erst mit Öger - einem der wenigen Türken in Deutschland mit medialer Präsenz - differenziertere Aussagen zu den Ereignissen von vor 90 Jahren publiziert werden.
.

Nun meine Befürchtungen entstehen leider nicht aus Vermutungen oder gar Mutmassungen. Was Öger eine wissenschaftliche Konferenz nennt, wird letztendlich eine abgekartete Sache sein, deren Ergebnis bevorsteht. Mich lässt so etwas kalt, aber für das Fussvolk wird das verheerende moralische Folgen mit sich bringen.

Der oberste Dünnbrettbohrer der türkischen Historikerzunft Hikmet Özdemir hat einem jungen Kameraden kürzlich Konsequenzen angedroht, falls wir nicht von der armenischen Sache Finger lassen würden. Man habe in DEutschland alles unter Kontrolle. Er würde von Öger höchtswahrscheinlich als Star eingeführt und wohl nicht einmal schnallen, was für eine Blamage er erlebt haben würde. Die mediale Präsenz des Herrn Öger ist sogar mir ein Begriff, allerdings mit einem ziemlich negativen Vorzeichen. Was er anstrebt, ist sehr viel mehr als ein Kompromiss mit einer Schlagseite, das ist ein vorprogrammiertes Debakel, ja eine hausgemachte Katastrophe!

easydogi
09.01.08, 01:23
Versöhnung mit Armenien, damit er dahin einige Charterflüge anbieten kann?
Wer will da überhaupt hin und können sich die Armenier überhaupt ein Flug ausser Landes leisten?

Öger - 722 Millionen Euro Jahresumsatz im Jahre 2007.

Was kann der Öger gewinnen, was kann er verlieren?

deryatulga
09.01.08, 01:27
Wenn ich allein an den Keskin denke, den sie medial hingerichtet haben, weil er sich mit dem Wort "Völkermord" nicht anfreunden wollte, steht für Öger mehr auf dem Spiel. Sein Name und sein Unternehmen.



Mein Gott, sprichst du von einem entlaufenen Gott aus Olympus? Es handelt sich um Vural Öger, wie er leibt und lebt, er würde nicht einmal ein Groschen für höhere Einsichten riskieren! Den Plan, den er vorantreibt, trägt er bloss als Subunternehmer, nicht mehr und nicht weniger!

easydogi
09.01.08, 01:32
Was passiert mit Öger und seinem Unternehmen wenn morgen die Diasopra und die europäische Presse loslegt?

"LEUGNER LEUGNER LEUGNER! VÖLKERMÖRDER!!!"

Warum geht er dieses Risiko ein? Für wen? Für was?

deryatulga
09.01.08, 01:37
Öger sitzt für eine deutsche Partei im Europaparlament weil er deutscher Staatsbürger ist. Wo ist das Problem? ist er jetzt ein vatan haini, oder was?

Nein er ist bloss Vural Öger, sein Name ist ja Programm. Nur ich habe mehr als die Hälfte meines Lebens im Kampf gegen Menschen verbraucht, die seine Mentalität teilen. Sollte ich jetzt auf diesen Kampf verzichten, weil er zufällig mehr Knete in der Tasche hat als die andere?

dünyali
09.01.08, 01:37
Was er anstrebt, ist sehr viel mehr als ein Kompromiss mit einer Schlagseite, das ist ein vorprogrammiertes Debakel, ja eine hausgemachte Katastrophe!

Was passiert mit Öger und seinem Unternehmen wenn morgen die Diasopra und die europäische Presse loslegt?

"LEUGNER LEUGNER LEUGNER! VÖLKERMÖRDER!!!"

Warum geht er dieses Risiko ein? Für wen? Für was?
Richtig, das frage ich mich gerade auch.
Auf der anderen Seite Frage ich mich auch, was die Türkei auf dieser Konferenz zu verlieren hat? Die türkischen Archive stehen doch heute schon für jedermann offen.

deryatulga
09.01.08, 01:39
VURAL ÖGER: "Lösungen sind nur im Dialog zu erreichen"

Nach der Plenar-Debatte über die EU-Türkei-Beziehungen stimmte heute das Europäische Parlament in Straßburg einer neuen Türkei-Entschließung mit überwältigender Mehrheit zu.

Hierzu kommentiert der SPD-Europaabgeordnete und Außenpolitiker Vural ÖGER: "Mit seiner Türkeiresolution setzt das Europäische Parlament ein positives Zeichen und ist damit in eine neue Phase des konstruktiven Dialogs getreten."

Nach den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen befindet sich die Türkei in einer intensiven Reformdebatte. Vural ÖGER dazu: "An der Macht ist jetzt eine Regierung, die mit einem klaren Mandat des Volkes an die Arbeit gehen kann. Das bietet die Chance, dem Beitrittsprozess in einigen zentralen Bereichen Auftrieb zu verleihen".

Vural ÖGER weiter: "Gegner der Beitrittsverhandlungen führen immer wieder Konfliktfelder wie die Beziehungen zu Armenien an und verlangen gar den Abbruch des Dialogs. Lösungen strittiger Fragen sind aber nur dann zu erreichen, wenn wir im Dialog mit der Türkei bleiben. Das Vorbringen von zusätzlichen Forderungen, die nicht Gegenstand der Beitrittsverhandlungen sind, ist kontraproduktiv".

In der Plenar-Debatte thematisierten die Europaparlamentarier vor allem die prekäre sicherheitspolitische Lage im Nordirak und eine eventuelle militärische Intervention der Türkei auf diesem Gebiet. Vural ÖGER dazu: "Eine friedliche Lösung der Kurdenfrage im Nordirak wird jedoch sowohl von der Türkei als auch dem Irak angestrebt. Beide Länder müssen gemeinsam und mit unserer Unterstützung daran arbeiten, eine politische Lösung zu finden."

Der Türkei-Fortschrittsbericht der Europäischen Kommission ist für den 6. November vorgesehen. Das Europäische Parlament wird sich danach voraussichtlich im Frühjahr 2008 erneut mit der Türkei beschäftigen.

Für weitere Informationen: Büro Öger (Evelina Schulz) +33 388 177411

easydogi
09.01.08, 01:41
Nein er ist bloss Vural Öger, sein Name ist ja Programm. Nur ich habe mehr als die Hälfte meines Lebens im Kampf gegen Menschen verbraucht, die seine Mentalität teilen. Sollte ich jetzt auf diesen Kampf verzichten, weil er zufällig mehr Knete in der Tasche hat als die andere?

Warum ankämpfen und nicht unterstützen?
Wen haben wir denn sonst, der in der europäischen Politik und in den Medien auf unserer Seite steht?

Sollen wir die einzige öffentliche Stimme, die annähernd unsere These vertritt, selber zu Fall bringen?

dünyali
09.01.08, 01:43
[...] Der Türkei-Fortschrittsbericht der Europäischen Kommission ist für den 6. November vorgesehen. Das Europäische Parlament wird sich danach voraussichtlich im Frühjahr 2008 erneut mit der Türkei beschäftigen.
Und, was ist passiert? Der Sarkozy har dem Öger allem Anschein nach einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht...

hezarfen
09.01.08, 02:01
da können sich alle und jeder noch so oft das maul drüber zereissen. was wir in dieser angelegenheit wirklich brauchen ist ein wissenschaftliches fachbuch zu diesem thema ... *mitdemzaunpfahlwink* :D .
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im vergleich zu hakki keskin lässt sich vural öger hoffentlich nicht so leicht von drittklassigen journalisten, radikalchristlichen revanchisten und armenischen faschos ans bein pinkeln und in demütigender weise vorführen. ich fand seine klaren worte gegenüber diesem jan demir (ich glaube der spinner ist aus berlin) ganz ok.


@ easy, vielleicht ist vural öger einfach nur leichtsinnig genug, sich auf diese spielchen einzulassen :brüll: ... scherz beiseite.

ich glaube derya hoca was er sagt. einer wie vural öger ist nämlich nicht so blöde und dämlich und lässt sich bestimmt nicht medial so auspeitschen wie diese pfeife hakki keskin es hat mit sich machen lassen.
öger argumentiert bissiger als hakki keskin. das mag aber auch daran liegen, das vural öger definitiv intelligenter und schlagfertiger ist als hakki keskin. und ausserdem - wie schon von einigen bemerkt, ist vural öger ein erfolgreicher unternehmer. der weiss sich durchzusetzen. hakki keskin ist im gegensatz ein alter linker, aber keiner vom typus cem özdemir.
der fall keskin und der deutsche mediale kultur- und nationalchauvinismus, der ihn damals in der armenierthematik vor einem jahr einholte beweist einfach mal wieder eins = du kannst stehen wo du willst, aussehen wie du willst und ficken wen du willst, aber es wird nie besonders hip sein ein türke zu sein, der seine würde wahren möchte (ein blick in die presse der letzten jahre müsste reichen).

ich glaube NICHT, das diese konferenz fachlich seriös sein wird, hoffentlich werde ich enttäuscht :D . bin zwar selber kein historiker, aber dennoch geht es in der armenisch-türkischen tragödie um WISSENSCHAFT. da kann und darf es keine kompromisse geben. das einzige was dort zu zählen hat sind fakten fakten fakten und die ABSOLUTE WAHRHEIT sonst NICHTS ;)

deryatulga
09.01.08, 02:16
Warum ankämpfen und nicht unterstützen?
Wen haben wir denn sonst, der in der europäischen Politik und in den Medien auf unserer Seite steht?

Sollen wir die einzige öffentliche Stimme, die annähernd unsere These vertritt, selber zu Fall bringen?

Er mag deine These vertreten; jemand der im Hafen von Trabzon die Armenier zum Mitbesitzer machen will, vertritt ganz bestimmt nicht meine These. Dieser Medienpräsenzfetischismus macht mich wirklich krank. Er braucht übrigens keine Unterstützung meineserseits, die hat er von allen anderen Seiten. Ich werde mich persönlich durch die abgekarteten Ergebnisse dieser pseudowissenschaftlichen Konferenz nicht majorisieren lassen, wenn auch Todesstrafe darauf stehen würde. Kein Sachkenner mit einer Prise des Gewissens wird dabei anders handeln!

hezarfen
09.01.08, 02:20
Er mag deine These vertreten; jemand der im Hafen von Trabzon die Armenier zum Mitbesitzer machen will, vertritt ganz bestimmt nicht meine These. Dieser Medienpräsenzfetischismus macht mich wirklich krank. Er braucht übrigens keine Unterstützung meineserseits, die hat er von allen anderen Seiten. Ich werde mich persönlich durch die abgekarteten Ergebnisse dieser pseudowissenschaftlichen Konferenz nicht majorisieren lassen, wenn auch Todesstrafe darauf stehen würde. Kein Sachkenner mit einer Prise des Gewissens wird dabei anders handeln!

das mit dem hafen war ein gutes beispiel. in meinen augen ist es auch die verwirklichung von taschnaksutiun-forderungen sonst nix. was vural öger da mit dem hafen von trabzon machen will riecht fast schon nach vorrauseilendem gehorsam. dennoch geht er, wenn auch sehr subtil, intelligenter vor als andere leute vor ihm. siehe hier: http://www.politikcity.de/forum/showthread.php?t=15763

deryatulga
17.04.08, 23:27
Sehr geehrter Herr Özdemir,

ich wüsste gerne Ihren Standpunkt zum Fall Armeniergenozid? Meinen Sie, dass dieser stattgefunden hat oder wie die gängige Meinung in der Türkei ist, erfunden durch die Armenierdiaspora im Ausland? Und wie
stehen sie zur Ausserung des Herrn Prof. Dr. Yusuf Halaçoglu der meinte die Sunnitischen Kurden wären assimilierte Türkenen und die Alevitischen Kurden assimilierte Armenier und damit der Rechtfertigung
seinerseits das es keinen Genozid an den Armeniern gegeben hat, sondern die 1,5 millionen armenier einfach zu Alevitischen Kurden geworden wären?( Herr Halacoglu ist Vorsitzender des Türk Tarih Kurumu also des
türkischen Geschichtsgesellschaft)
Finden sie nicht das dies schwachsinnig ist und Verdrehung der Tatsachen und das die Türkei sich endlich den
Tatsachen stellen muss und die Verantwortung übernehmen muss für seine Taten?

Quelle zu den Ausserungen von Prof.Halacoglu:
www.hurriyet.com.tr
untere abschnitt des akuellen Teils:
de.wikipedia.org
Sie können auch die youtube aufnahmen sehen oder gehen einfach auf die rechtmässige Seite des Instituts Türkische Geschichte!

Ich bin auch der Meinung, dass Herr Özdemir die türkischen Nachrichten gut verfolgt und frage mich, wie es ihm entgangen ist aber die Quellen sind auf türkisch und deutsch die in Wikipedia!

Mfg

Sehr geehrter Herr Götzenburg,

ich bin der Ansicht, dass eine armenisch-türkische Historikerkommission ein guter Weg für eine (von beiden Seiten anerkannte) Aufarbeitung der Geschehnisse von 1915 und die Normalisierung der armenisch-türkischen Beziehungen wäre. Dieser Vorschlag stammt ursprünglich vom damaligen armenischen Präsidenten Ter-Petrosjan, der eine Verständigung mit der Türkei wollte und dies in seinen jüngsten Erklärungen immer noch anstrebt. Die Türkei hat den Vorschlag in den frühen 90er-Jahren brüsk abgelehnt. Jetzt hat der türkische Premier Erdogan diesen Ansatz wieder aufgegriffen, aber nun knüpft Armenien die Kommission an Bedingungen.

Was den Begriff Völkermord angeht, so teile ich die weise Ansicht meines armenischstämmigen Freundes Etyen Mahcupyan (nach der Ermordung von Hrant Dink dessen Nachfolger als Herausgeber der türkisch-armenischen Wochenzeitung AGOS) : "Die Türkei soll anerkennen, dass es ein Völkermord war und Armenien soll aufhören, darauf zu beharren, dass die Türkei den Völkermord anerkennt."

Die Teilnahme von Historikern wie Yusuf Halaço?lu wäre zwar wünschenswert, da er quasi die "offizielle" türkische Geschichtsschreibung repräsentiert. Aber in solch einer Historikerkommission müssten selbstverständlich auch andere Stimmen präsent sein. Entscheidend ist, dass diese Stimmen in einen Dialog treten.

Ich bin überzeugt, dass sich die offizielle Haltung der Türkei zu diesem Teil ihrer Geschichte in den kommenden Jahren verändern wird. Die Türkei hat auch ihre Haltung zu den antigriechischen Pogromen 1955 revidiert. Es wird auch eine Neubewertung von 1915 geben - angestoßen vielleicht nicht primär von der Regierung, sondern durch die Zivilgesellschaft. Genau diese Akteure müssen wir stärken und dabei spielt die EU-Beitrittsperspektive für die Türkei eine wichtige Rolle.

Ausführlichere Beiträge von mir zu diesem Thema können Sie auf meiner Website finden: www.cem-ozdemir.de (bitte geben Sie dort in der Suchzeile "Armenien" ein).
Dort finden Sie auch einen Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung aus dem Jahr 2005 mit dem Titel -Erschreckende Kälte - Die Türkei muß über ihren Umgang mit den Armeniern nachdenken?. Darin geht es auch um die Ausbildung einer Erinnerungskultur in der Türkei.

Mit freundlichen Grüßen

Cem Özdemir

KÖNIGSTIGER
18.04.08, 00:01
Wann soll den diese Konferenz statt finden , gibt es eine datum ?

Alevi_Playa
18.04.08, 00:07
ch bin der Ansicht, dass eine armenisch-türkische Historikerkommission ein guter Weg für eine (von beiden Seiten anerkannte) Aufarbeitung der Geschehnisse von 1915 und die Normalisierung der armenisch-türkischen Beziehungen wäre.
(...)
Was den Begriff Völkermord angeht, so teile ich die weise Ansicht meines armenischstämmigen Freundes Etyen Mahcupyan (nach der Ermordung von Hrant Dink dessen Nachfolger als Herausgeber der türkisch-armenischen Wochenzeitung AGOS) : "Die Türkei soll anerkennen, dass es ein Völkermord war und Armenien soll aufhören, darauf zu beharren, dass die Türkei den Völkermord anerkennt."

Wozu dann noch eine Historikerkommission? Wollen die Kochrezepte austauschen oder wie? :think:

deryatulga
18.04.08, 00:09
Wann soll den diese Konferenz statt finden , gibt es eine datum ?

Das wird wie ein Staatsgeheimnis verschwiegen. Die Herrschaften setzen wohl auf Überraschungsmoment, wofür ich Verständnis habe! :lach:

deryatulga
18.04.08, 00:12
Wozu dann noch eine Historikerkommission? Wollen die Kochrezepte austauschen oder wie? :think:

Nein, uns vor vollendeten Tatsachen stellen! Und Leuten wie mir drohen sie bitterste Konsequenzen, wenn wir nicht die Schnauze halten würden. :kueken:

tseke
18.04.08, 00:14
Nein, uns vor vollendeten Tatsachen stellen! Und Leuten wie mir drohen sie bitterste Konsequenzen, wenn wir nicht die Schnauze halten würden. :kueken:
Was sind die vollendeten Tatsachen? Die Türkei erkennt den Genozid an, aber...?

Edit

easydogi
18.04.08, 00:16
...
Und wie
stehen sie zur Ausserung des Herrn Prof. Dr. Yusuf Halaçoglu der meinte die Sunnitischen Kurden wären assimilierte Türkenen und die Alevitischen Kurden assimilierte Armenier und damit der Rechtfertigung
seinerseits das es keinen Genozid an den Armeniern gegeben hat, sondern die 1,5 millionen armenier einfach zu Alevitischen Kurden geworden wären
...


:brüll:

Von der Idee einer Historiker-Kommission bin ich doch nicht mehr so angetan.
Auf der einen Seite hätten wir dann solche türkischen Prof-Doktoren. "Die Kurden waren Türken, die Sunniten Kurden, die Aleviten Armenier, die Enten Störche und die Ziegen Griechen."

Auf der anderen Seite die Armenier:"Hitler hat aber gesagt... Hitler! HITLER!"

Der reinste Zirkus. :lach:

emire
18.04.08, 01:32
:brüll:

Von der Idee einer Historiker-Kommission bin ich doch nicht mehr so angetan.
Auf der einen Seite hätten wir dann solche türkischen Prof-Doktoren. "Die Kurden waren Türken, die Sunniten Kurden, die Aleviten Armenier, die Enten Störche und die Ziegen Griechen."

Auf der anderen Seite die Armenier:"
Hitler hat aber gesagt... Hitler! HITLER!"


Der reinste Zirkus. :lach:

Hitler hat vieles gesagt,z.B ab 5:45 wird zurückgeschossen.Auch beliebt damals wie heute,Ich und Deutschland glauben an den Endsieg!

Es ist ein Flohzirkus.:efendi:

Der Schakal
18.04.08, 01:38
Deryatulga sagt, dass die Gegner der Völkermordthese vor vollendete Tatsachen gestellt werden würden. Was glaubst du, was das bedeutet.

Dazu hat Derya Hoca schon etliches geschrieben. Siehe ...

http://www.politikcity.de/forum/showthread.php?t=23769

deryatulga
18.04.08, 03:21
Sobald die AKP (offiziell) in diese Richtung schwenkt wird die CHP sich dazwischen stellen, genauso wie die MHP. Schliesslich wollen sie die Wahlen gewinnen ... Was denken sie Hocam?

Ich glaube leider, dass die Lage kompliierter ist und die gesellschaftlichen Selbstreinigungskräfte nicht mehr so reibungslos funktionieren. Wäre dem so hätten sie vor unseren eher harmlosen Bemerkungen keine Angst. Würdest du jeoch gezielt googlen, wirst du feststellen, dass für einige Infos unser PC die einzige Informationsquelle ist. So eine Mauer des Schweigens ist nur möglich, wenn "fast" alle mitmachen!:think:

Der Schakal
18.04.08, 03:47
Ich glaube leider, dass die Lage kompliierter ist und die gesellschaftlichen Selbstreinigungskräfte nicht mehr so reibungslos funktionieren. Wäre dem so hätten sie vor unseren eher harmlosen Bemerkungen keine Angst. Würdest du jeoch gezielt googlen, wirst du feststellen, dass für einige Infos unser PC die einzige Informationsquelle ist. So eine Mauer des Schweigens ist nur möglich, wenn "fast" alle mitmachen!:think:

Bedenkt man das alle Regierungen seit 1987 diese Politik verfolgt haben stimme cih ihnen vollkommen zu!

Ich glaube ich sollte mal einige Wochen in den Semesterferien zu ihnen ziehen um einen crash-kurs in Quellenkritik und Armenierproblematik hinter mich zu bringen. Naja ...

... Aufjedenfall bin ich glücklich wenn ich die Beiträge von HZ lese. Er hat sich sehr gut gemacht. Und umso mehr ich von ihm lese umso erleichterter bin ich. Inshallah wird bald einiges als schriftliche Grundlage existieren um die wissenschaft aufzumischen.