Alevi_Playa
07.02.08, 19:36
"Mit moslemischen Kindern ist es in der Klasse immer aufregend. Die moslemischen Kinder vereinen sich zu Gruppen. Sie spielen miteinander und machen Scherze. Doch manchmal kloppen sie auch. Wenn sie Freunde sind und sich kloppen, dann fast immer aus Spaß. Wenn sie dann richtig kloppen, dann hat man ein Problem. Sie hören aber irgendwann auf. Und dann kann man wieder mit ihnen reden. Dann geht es wieder seinen gewohnten Lauf. Also wie ich schon schrieb oder sagte, es ist mit moslemischen Kindern in der Klasse immer
aufregend." Der Junge, der das in einem Schulaufsatz geschrieben hat, ist elf Jahre alt. Er besucht die 6. Klasse eines Gymnasiums in einer Großstadt Nordrhein-Westfalens. Die Hälfte seiner Mitschüler sind muslimische Kinder, zum größten Teil Türken. Seine Schilderung hat also durchaus ihre Erfahrungsbasis.
Stimmt es, dass junge Türken öfter als die Angehörigen anderer ethnischer
Gruppen in Gewalttaten verwickelt sind?
(...)
Selbst junge Türken nannten zu 26,9 % ihre Landsleute als Täter – eine Quote, die etwa dreimal so hoch liegt wie der Anteil der türkischen
Jugendlichen unter den befragten Schülerinnen und Schülern.
(...)
Die bisher dargestellten Erkenntnisse könnten zu der Annahme verleiten, wir hätten damit bereits ausreichende Antworten auf die eingangs gestellten Fragen gefunden. Dann aber dürften sich im Vergleich der Gewaltraten der Jugendlichen, die sozial relativ privilegiert aufwachsen, nur geringe Unterschiede zeigen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Zwar verringert
sich der Abstand etwas. Aber immer noch dominieren die jungen Türken mit einer im Vergleich zu den Deutschen etwa doppelt so hohen Rate (22,9 % zu 11,1 %).
(...)
Die Sozialisationsforschung weist hier den Weg. Sie hat schon seit Jahrzehnten Befunde dazu vorgelegt, dass die Erfahrung innerfamiliärer Gewalt prägenden Einfluss auf das Verhalten von jungen Menschen hat.
(...)
Die Antworten offenbaren im Vergleich der ethnischen Gruppen gravierende Unterschiede. An erster Stelle stehen die türkischen Jugendlichen. Fast jeder Fünfte von ihnen ist im Laufe des letzten Jahres zu Hause misshandelt worden
(...)
Diese Unterschiede bleiben im Übrigen weitgehend bestehen, wenn wir den Faktor Arbeitslosigkeit/Sozialhilfe kontrollieren, d.h. nur solche Familien vergleichen, die derselben sozialen Gruppe angehören. Die hohe Rate der
innerfamiliären Gewalt in türkischen Familien kann also nicht primär mit ihrer sozialen Lage erklärt werden.
(...)
Nach den Befunden aus der Schülerbefragung gilt generell, dass geschlagene Kinder eine eineinhalbbis dreimal höheres Risiko haben, selber zu Gewalttätern zu werden als nicht geschlagene.
(...)
Etwas anderes gilt allerdings für männliche türkische Jugendliche. Wenn man auch bei ihnen die sozialen Faktoren kontrolliert, verringert sich im Vergleich zu den Deutschen zwar der Abstand in der Gewaltrate. Es bleibt aber dabei, dass männliche türkische Jugendliche mehr als doppelt so oft Mehrfachtäter von Gewalt sind wie Deutsche. Wir deuten das so: Ein beachtlicher Teil von ihnen ist stark durch ein traditionelles Männlichkeitskonzept geprägt,
das sie in ihrer familiären und kulturellen Sozialisation erlernen und das ihre Gewaltbereitschaft deutlich erhöht.
(...)
Die Familie wird so zum Austragungsort von wachsenden Konflikten, in denen ein Teil der Väter unter Einsatz körperlicher Gewalt versucht, eine traditionelle Ordnung aufrecht zu erhalten. Die besonders hohe Gewaltrate männlicher türkischer Jugendlicher erscheint damit auch als Ausdruck eines Männlichkeitskonzeptes, das unter den sozialen Rahmenbedingungen
unseres Landes mit wachsender Aufenthaltsdauer in eine tiefe Legitimationskrise gerät.
(...)
Es sind aber nicht nur diese sozialkritischen Aspekte unserer Forschung, die aus der Sicht unserer türkischen Diskussionspartner in die öffentliche Debatte gehören. Mutig setzen sich einige auch dafür ein, dass die Erkenntnisse zur innerfamiliären Gewalt und ihren negativen Folgen sowohl in türkischen wie in deutschen Medien erörtert werden. Und auch darin stimmen wir mit ihnen
uneingeschränkt überein. Die Maßstäbe der political correctness dürfen nicht dazu verleiten, dass man schmerzhafte Botschaften nur hinter vorgehaltener Hand weitererzählt oder gar völlig unterdrückt.
(Junge Türken als Täter und Opfer von Gewalt
Christian Pfeiffer / Peter Wetzels)
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Siz buna ne diyorsunuz. Gercegi ben cok sasirtim. Bu bizim kültürümüzle baglimi ? Ben aslinda hep toplumsal durumdan dolayi bu böyle oldugnu düsünmüstüm
aufregend." Der Junge, der das in einem Schulaufsatz geschrieben hat, ist elf Jahre alt. Er besucht die 6. Klasse eines Gymnasiums in einer Großstadt Nordrhein-Westfalens. Die Hälfte seiner Mitschüler sind muslimische Kinder, zum größten Teil Türken. Seine Schilderung hat also durchaus ihre Erfahrungsbasis.
Stimmt es, dass junge Türken öfter als die Angehörigen anderer ethnischer
Gruppen in Gewalttaten verwickelt sind?
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Selbst junge Türken nannten zu 26,9 % ihre Landsleute als Täter – eine Quote, die etwa dreimal so hoch liegt wie der Anteil der türkischen
Jugendlichen unter den befragten Schülerinnen und Schülern.
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Die bisher dargestellten Erkenntnisse könnten zu der Annahme verleiten, wir hätten damit bereits ausreichende Antworten auf die eingangs gestellten Fragen gefunden. Dann aber dürften sich im Vergleich der Gewaltraten der Jugendlichen, die sozial relativ privilegiert aufwachsen, nur geringe Unterschiede zeigen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Zwar verringert
sich der Abstand etwas. Aber immer noch dominieren die jungen Türken mit einer im Vergleich zu den Deutschen etwa doppelt so hohen Rate (22,9 % zu 11,1 %).
(...)
Die Sozialisationsforschung weist hier den Weg. Sie hat schon seit Jahrzehnten Befunde dazu vorgelegt, dass die Erfahrung innerfamiliärer Gewalt prägenden Einfluss auf das Verhalten von jungen Menschen hat.
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Die Antworten offenbaren im Vergleich der ethnischen Gruppen gravierende Unterschiede. An erster Stelle stehen die türkischen Jugendlichen. Fast jeder Fünfte von ihnen ist im Laufe des letzten Jahres zu Hause misshandelt worden
(...)
Diese Unterschiede bleiben im Übrigen weitgehend bestehen, wenn wir den Faktor Arbeitslosigkeit/Sozialhilfe kontrollieren, d.h. nur solche Familien vergleichen, die derselben sozialen Gruppe angehören. Die hohe Rate der
innerfamiliären Gewalt in türkischen Familien kann also nicht primär mit ihrer sozialen Lage erklärt werden.
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Nach den Befunden aus der Schülerbefragung gilt generell, dass geschlagene Kinder eine eineinhalbbis dreimal höheres Risiko haben, selber zu Gewalttätern zu werden als nicht geschlagene.
(...)
Etwas anderes gilt allerdings für männliche türkische Jugendliche. Wenn man auch bei ihnen die sozialen Faktoren kontrolliert, verringert sich im Vergleich zu den Deutschen zwar der Abstand in der Gewaltrate. Es bleibt aber dabei, dass männliche türkische Jugendliche mehr als doppelt so oft Mehrfachtäter von Gewalt sind wie Deutsche. Wir deuten das so: Ein beachtlicher Teil von ihnen ist stark durch ein traditionelles Männlichkeitskonzept geprägt,
das sie in ihrer familiären und kulturellen Sozialisation erlernen und das ihre Gewaltbereitschaft deutlich erhöht.
(...)
Die Familie wird so zum Austragungsort von wachsenden Konflikten, in denen ein Teil der Väter unter Einsatz körperlicher Gewalt versucht, eine traditionelle Ordnung aufrecht zu erhalten. Die besonders hohe Gewaltrate männlicher türkischer Jugendlicher erscheint damit auch als Ausdruck eines Männlichkeitskonzeptes, das unter den sozialen Rahmenbedingungen
unseres Landes mit wachsender Aufenthaltsdauer in eine tiefe Legitimationskrise gerät.
(...)
Es sind aber nicht nur diese sozialkritischen Aspekte unserer Forschung, die aus der Sicht unserer türkischen Diskussionspartner in die öffentliche Debatte gehören. Mutig setzen sich einige auch dafür ein, dass die Erkenntnisse zur innerfamiliären Gewalt und ihren negativen Folgen sowohl in türkischen wie in deutschen Medien erörtert werden. Und auch darin stimmen wir mit ihnen
uneingeschränkt überein. Die Maßstäbe der political correctness dürfen nicht dazu verleiten, dass man schmerzhafte Botschaften nur hinter vorgehaltener Hand weitererzählt oder gar völlig unterdrückt.
(Junge Türken als Täter und Opfer von Gewalt
Christian Pfeiffer / Peter Wetzels)
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Siz buna ne diyorsunuz. Gercegi ben cok sasirtim. Bu bizim kültürümüzle baglimi ? Ben aslinda hep toplumsal durumdan dolayi bu böyle oldugnu düsünmüstüm