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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sozialer Abstieg: Deutsche Mittelschicht schrumpft dramatisch



Der Schakal
04.03.08, 15:27
Die Mittelschicht in Deutschland ist in den letzten sieben Jahen deutlich geschrumpft: Fast fünf Millionen Deutsche sind in die Randzonen der Gesellschaft abgewandert, wie eine Studie des DIW ergeben hat. Vor allem klassische Familien sind vom sozialen Abstieg betroffen.


http://www.stern.de/wirtschaft/finanzen-versicherung/finanzen/:Sozialer-Abstieg-Mittelschicht/612978.html

Wohin steuert Deutschland?

Komiker
04.03.08, 17:16
Schau Dir die Wahlen an....


zum Glück werden die Polizisten auch schlecht bezahlt, so hat man im Falle einer Revolution immer einige auf der richtigen Seite...:brüll:

ayyıldız66
04.03.08, 17:22
Ich finde es nicht lustig. Irgendetwas geht verloren. Ich denke dass das die Hoffnung und die Geduld ist. Ich höre von Bekannten dass vor 20 Jahren ALDI für viele ein Billigladen war und der Durchschnittsbürger selten bei ALDI einkaufte. Heutzutage beobachte ich hingegen Menschen die sich jeden Cent zusammenkratzen wenn sie einkaufen gehen, auch zum Teil wohlhabende.

Zerd
04.03.08, 21:16
UNGLEICHHEIT
Deutschlands Mitte schrumpft dramatisch - Top-Verdiener legen zu

Von Michael Sauga und Benjamin Triebe

Millionen rutschen ab: Deutschlands Mittelschicht erodiert laut SPIEGEL-Informationen in atemberaubendem Tempo. Die soziale Spaltung ist viel dramatischer als bisher angenommen. Unter dem Druck der Globalisierung zerbricht die alte Balance der Bundesrepublik.

weiter: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,539083,00.html

in diesem artikel geht es ums selbe thema und das eigentlich besorgniserregende liest sich zwischen den zeilen. "auf druck der globalisierung" heisst das zauberwort, mit dem diese entwicklung begründet und gleichzeitig auch legitimiert wird. solange man es sich noch so einfach macht und kein bisschen kritisch hinterfragt, was diese "globalisierung" eigentlich bedeutet, wie und von wem sie initiiert und forciert wurde, auf welchen voraussetzungen sie fusst, wo ihre saat immer wieder von neuem gelegt wird, solange können wir noch sehr sehr lange auf eine umkehr dieser entwicklung warten.

so etwas muss nämlich zwangsläufig herauskommen, wenn ein bild vom menschen als einem nimmersatten wesen, das immer mehr und mehr haben will, kultiviert und gefördert wird und darauf sogar ganze gesellschafts- und wirtschaftsmodelle gestützt werden. "alle güter sind knapp" wird schon seit jahrzehnten jedem einzelnen als erstes eingebläut, der sich mit wirtschaft beschäftigen will. und darum muss sich jeder wie ein ewig hungriges permanent getriebenes raubtier durch diese gesellschaft bewegen, immer auf der suche nach dem grössten vorteil, dem höchsten profit. und wenn das alle tun, dann kommt der maximale "wohlstand" für alle dabei heraus - in einer welt voll ewig getriebenen raubtieren...

man könnte lachen über so viel stumpfsinn, wenn es nicht zum weinen wäre...

Komiker
04.03.08, 22:03
ich kann nicht weinen, weil ich sonst jeden Tag weinen müsste,eines von Millionen hungernden Kindes wegen, kranke Menschen ohne Hilfe, Menschen in arger Bedrängnis mit Frau und Kind umzingelt von wild um sich wütenden Armeen....


aber was muß man bei solchen Meldungen außer der politischen Handlungsmöglichkeit als junge Familie oder angehende Familie machen?


...denke ich mir... solange es noch geht schicke Deine Kinder zur best möglichen Schule und sei streng und sei nicht müde immer wieder zu betonen um was es geht, gut sein ist zu wenig, 3 Fremdsprachen ist zuwenig, ernsthaft lernen, lesen lernen schon mit 3 spätestens 4, 2 Sprachen spätestens mit 6 usw. dranbleiben, die Kinder mit viel Liebe aber Geduld und Standhaftigkeit vorbereiten..., keinen Zweifel daran zu lassen, daß sie das Beste rausholen müssen aus sich, dann sind sie mit 20-25 fest und es wird sie solange sie gesund bleiben niemand mehr runterkriegen, egal welche Rasse, welche Nation und welches Geschlecht..
Außerdem sehr wichtig, Kindergeld 18 Jahre auf die Seite legen für das Kind....ein Kind, das ohne finanzielle Sorgen ist, wird nicht auf den Gedanken kommen wegen Geld eine höhere Schule abzubrechen oder schlimmer noch, für Geld Tätigkeiten nachzugehen, die es verderben.

Thema Nr. 1 für den Bürger muß das sein immer mit Dir rumtragen....vor der Ausbildung der Kinder kommt nur noch die gute Erhährung und Gesundheit...gerade so denken auch diejenigen, die niemals Angst vor Armut haben werden...( solange kein Weltkrieg ausbricht )

wenn das Kind von Anfang an richtig gefördert wird, dann hat es eine chance und eine Zukunft ( wenn der Teufel nicht dazwischenfunkt)...und das tut er, wenn man selbst garnichts tut, so und so !

torstentorstenson
04.03.08, 22:58
. Ich höre von Bekannten dass vor 20 Jahren ALDI für viele ein Billigladen war und der Durchschnittsbürger selten bei ALDI einkaufte. Heutzutage beobachte ich hingegen Menschen die sich jeden Cent zusammenkratzen wenn sie einkaufen gehen, auch zum Teil wohlhabende.

Vor 20 Jahren war Aldi aber auch ein echter Ramschladen, mit vergammeltem Gemüse, Pennerbier und billigen Fertiggerichten. Heute bieten Discounter wie Aldi oder Lidl auch einfach bessere Ware an.

Wolf
04.03.08, 23:08
Ich höre von Bekannten dass vor 20 Jahren ALDI für viele ein Billigladen war und der Durchschnittsbürger selten bei ALDI einkaufte. Heutzutage beobachte ich hingegen Menschen die sich jeden Cent zusammenkratzen wenn sie einkaufen gehen, auch zum Teil wohlhabende.

Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ALDI-Waren bei der Stiftung Warentest regelmäßig die Spitzenplätze belegen, während z.B. Oil of Olaz (damals sehr teuer) im allerersten Cremetest mit Pauken und Trompeten durchgefallen ist.

ALDI hat ein Qualitätsmanagement, von dem viele Firmen nur träumen können.

Und wohlhabende Leute sind ja auch nicht doof! Lass den Preis mal weg, allein dafür lohnt es sich schon bei ALDI einzukaufen.

Komiker
04.03.08, 23:19
Man sollte auch darauf achten, daß man mit 100 € nicht mehr den Einkaufswagen voll bekommt wie noch vor paar Jahren. Preiswert könnte man es vielleicht noch nennen, dazu gehe ich allerdings zu selten noch hin um das sicher zu wissen.

Wegen dem Mangel an Angeboten fettreduzierter Kost ist Aldi für mich nur 3. Wahl.

Mirage
04.03.08, 23:52
Man sollte auch darauf achten, daß man mit 100 € nicht mehr den Einkaufswagen voll bekommt wie noch vor paar Jahren. Preiswert könnte man es vielleicht noch nennen, dazu gehe ich allerdings zu selten noch hin um das sicher zu wissen.

Wegen dem Mangel an Angeboten fettreduzierter Kost ist Aldi für mich nur 3. Wahl.

Dann warst Du wohl schon lange nicht mehr bei ALDI, denn inzwischen haben sie auch einiges in dieser Richtung im Sortiment. Man muss aber die Etikett auf der Rückseite immer genau durchlesen.

Gökcen
04.03.08, 23:58
@komiker

bei aldi gibt es die serie belight..

käse,süssigkeiten,chips,geträn ke,käse,wurst,nudeln,saucen,pi zza,fertigessen,pudding,yoghur t,mayo, ketchup..alles

emire
05.03.08, 00:58
Wilkommen in der gegenwärtigen Gegenwart,es ist nur die Spitze des Eisberges.

Ich sage vorraus,das eines Tages alles Soziale zusammen brechen wird,was wir als Gott gegeben akzeptieren.

Es ist Globalisierung-Zeit,es ist die Zeit der Energie Giganten.Das Monopol dieser Energieriesen wird alles Diktieren.

China wird mit seinen Cent-Artikeln den Markt überschwemmen,Indien wird der Größte Dienstleistung-Sektor,es werden schon 63 % aller Weltweiten Dienstleistungen über Call-Center abgewickelt.

Europa und die USA werden asbald verlöschende Lichter sein,die zukunft liegt im Osten,in Asien.

Ich kaufe selbst seit über 25 Jahren bei Aldi,ich habe nur Gute erfahrungen gemacht.Die Produkte sind Frisch und mehrfach Prämiert.

Komiker
05.03.08, 02:17
ja ich weiß, aber das Sortiment ist zu klein, ich kaufe NUR fettreduziert. Also müsste ich erst in den Aldi dann in einen anderen Laden.

Im Kaufland habe ich alles was ich an fettreduzierter Kost verbrauche, zwar etwas teurer, aber das Sortiment passt mir. Fleisch und Obst beim Türken nebenan, den Rest beim Lidl neben dem Türken...zum Aldi müsst ich mit dem Auto fahren....mag ich aber nicht.

tugce6658
15.07.08, 15:13
Das Bewusstsein der Mittelschicht
Von Professor Dr. Renate Köcher

In der Mitte wird es enger - welche Folgen hat das für die Gesellschaft?
Seit Monaten wird über die Veränderung der sozialen Schichten diskutiert, insbesondere über die Vergrößerung der Ober- und der Unterschicht zu Lasten der Mittelschicht. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Einkommens- und Vermögensentwicklung der Schichten. Die Frage aber, wieweit es schichtspezifische Befindlichkeiten und Wertvorstellungen gibt und mit der Verkleinerung der Mittelschicht ein bestimmtes bürgerliches Milieu schwächer wird, spielt kaum eine Rolle.

Daher geht eine Untersuchung, die von der Herbert Quandt-Stiftung ermöglicht wurde und im Herbst dieses Jahres ausführlich veröffentlicht wird, der Frage nach, wieweit empirisch zu belegen ist, dass es eine klar umrissene Mitte der Gesellschaft gibt, die materiell verhältnismäßig einheitlich ist und sich doch in ihrer Mentalität, Weltsicht und Wertvorstellung von anderen Bevölkerungskreisen unterscheidet - insbesondere hinsichtlich ihrer Bildungs- und Leistungsorientierung, ihrer Bereitschaft zu gesellschaftlichem Engagement, ihrer Vorstellungen von einem gesunden Verhältnis von staatlicher Fürsorge und Eigenverantwortung sowie ihres Sicherheitsbedürfnisses und ihrer Risikobereitschaft.

Die Zufriedenheit ist gesunken

Die Studie belegt, dass sich in den verschiedenen Gesellschaftsschichten die Zufriedenheit mit der eigenen wirtschaftlichen Lage im letzten Jahrzehnt auseinanderentwickelt hat. Die Oberschicht zieht heute eine ähnliche Bilanz wie in den neunziger Jahren, doch die Zufriedenheit der Mittelschicht und besonders der Unterschicht mit den eigenen wirtschaftlichen Verhältnissen ist signifikant gesunken. Gerade die Mittel- und die Unterschicht werden zurzeit massiv von den Preissteigerungen für Energie, kommunale Abgaben und zunehmend auch für Lebensmittel getroffen, die Mittelschicht zudem durch die Steuer- und Abgabenprogression, die einen erheblichen Teil der aktuellen Einkommenszuwächse abschöpft. Dies erklärt, warum die große Mehrheit der Bevölkerung seit Monaten die Bilanz zieht, dass der aktuelle Aufschwung an ihr vorbeigeht.

Zu wenig Anerkennung für die eigene Leistung

Hinsichtlich der kommenden fünf bis zehn Jahre nimmt jedoch in allen sozialen Schichten zurzeit rund ein Viertel der Berufstätigen an, dass sich ihre materielle Lage verbessern wird. 12 Prozent aller Berufstätigen, 10 Prozent der Mittelschicht rechnen hingegen mit einer Verschlechterung, knapp die Hälfte mit einer stabilen Lage. Die Belastung durch indirekte und direkte Steuern und staatliche Abgaben führt jedoch quer durch alle sozialen Schichten heute zu dem Eindruck, in erster Linie für den Staat zu arbeiten. Dies ist kein besonderes Merkmal der Mittelschicht, sondern ist in der Unterschicht noch ausgeprägter als in der Mittelschicht: 67 Prozent aller Berufstätigen, 71 Prozent der Arbeitnehmer aus den unteren Sozialschichten haben wegen der Steuer- und Abgabenlast den Eindruck, in erster Linie für den Staat zu arbeiten.

Dieses Empfinden ist einer der Gründe für die in allen Schichten weitverbreitete Überzeugung, dass Leistung zu wenig Anerkennung findet. 71 Prozent der gesamten Bevölkerung, 73 Prozent der Berufstätigen aus der Mittelschicht beklagen eine Unterbewertung von Leistung. Eine der wichtigsten Formen der Anerkennung von Leistung ist die Chance des sozialen Aufstiegs. Besonders in den unteren Sozialschichten, in hohem Maße auch in der Mittelschicht ist sozialer Aufstieg ein wichtiges Ziel nicht nur für die eigene Entwicklung, sondern generationenübergreifend für die eigenen Kinder und Enkel.

Knapp die Hälfte der Mittelschicht-Eltern wünscht sich, dass es ihren Kindern später bessergehen soll als ihnen selbst, in der Unterschicht wünschen das 70 Prozent. Damit ist der Aufstieg in die Mittelschicht für die überwältigende Mehrheit der unteren Sozialschichten ein erstrebenswertes Ziel. Gleichzeitig ist die Skepsis weit verbreitet, dass die Gesellschaft ausreichend durchlässig ist. Zwei Drittel der unteren Sozialschichten, auch die Hälfte der Mittelschicht ist überzeugt, dass sozialer Aufstieg vor allem den Bevölkerungskreisen offensteht, die bereits ziemlich weit oben sind. Dass sozialer Aufstieg grundsätzlich für jeden möglich ist, glauben gerade mal ein gutes Drittel der Mittelschicht und nur 24 Prozent der Unterschicht.

Wunsch nach Eigenverantwortung hängt vom sozialen Status ab

Die Bereitschaft von Eltern, zugunsten der Chancen ihrer Kinder Opfer zu bringen, ist in allen Schichten groß. Diese Opferbereitschaft wird jedoch in hohem Maße durch weitverbreiteten Statusfatalismus konterkariert. Das gilt insbesondere für die untere Schicht, aber in beachtlichem Maße auch für die Mittelschicht. 59 Prozent der Berufstätigen aus der Unterschicht und auch 39 Prozent der Berufstätigen aus der Mittelschicht sind überzeugt, dass die Sozialstruktur der deutschen Gesellschaft letztlich zementiert ist und die eigene Position durch eigene Leistung nur sehr begrenzt verändert werden kann.

Die Einschätzung, wie viel man durch eigene Initiative und Leistung bewegen kann, beeinflusst in hohem Maße die Vorstellungen von der Aufgabenverteilung zwischen Bürgern und Staat. Je größer das Vertrauen ist, die eigene Lage durch Leistung beeinflussen zu können, desto ausgeprägter ist die Präferenz für Bürgerfreiheit und einen zurückhaltenden Staat. Da das Zutrauen in die eigenen Kräfte wie auch das Gefühl der Abhängigkeit von der Unterstützung des Staates schichtgebunden sind, unterscheiden sich auch die Präferenzen in Bezug auf das Verhältnis von Bürger und Staat. Nur die Oberschicht bevorzugt mit absoluter Mehrheit, die Mittelschicht immerhin mit ausgeprägter relativer Mehrheit das Modell, bei dem die Bürger so viel Verantwortung wie möglich für sich übernehmen. In der Unterschicht wird dagegen mit klarer relativer Mehrheit der ausgreifende Staat favorisiert, der den Bürgern Verantwortung abnimmt.

Auffassungen der Mittelschicht

Viele Einzelheiten belegen, dass die Auffassungen der sozioökonomischen Mittelschicht eher der der Oberschicht ähneln als jener der Unterschicht. Der in der Unterschicht verbreitete Statusfatalismus führt in hohem Maße zur Abwendung von gesellschaftlichen Fragen, dergleichen ist so weder in der Mittel- noch in der Oberschicht zu beobachten.

Insgesamt kristallisieren sich spezifische Einstellungen der Unterschicht heraus, während die Erhebung wenig Belege für die Hypothese liefert, dass die sozioökonomische Mittelschicht hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Lage, ihrer Einstellungen und Weltanschauungen eine klar umrissene Gruppe bildet. Die sozioökonomische Lage grenzt das selbstbewusste Bürgertum nur unzureichend ab. Es lässt sich jedoch durch Merkmale abgrenzen wie Leistungsbereitschaft und Pflichtbewusstsein, soziales Engagement, die Überzeugung, dass möglichst viel Verantwortung von den Bürgern getragen werden sollte und diese daher auch dafür verantwortlich sind, wie sich das Land entwickelt. Diese gesellschaftliche Mitte rekrutiert sich überwiegend, aber nicht ausschließlich aus der sozioökonomischen Mittelschicht und ordnet sich auch in ihren politischen Orientierungen der gemäßigten Mitte zu.

Eine starke Polarisierung ist zu erwarten

Die Mitte hat weit überdurchschnittliches Vertrauen in die Aufstiegsmöglichkeiten und Durchlässigkeit der Gesellschaft und misst einer guten schulischen und beruflichen Bildung große Bedeutung bei. Die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der deutschen Gesellschaft werden von der gesellschaftlichen Mitte überdurchschnittlich unterstützt, mehr auch als von der lediglich sozioökonomisch bestimmten Mittelschicht. So halten 72 Prozent der engagierten gesellschaftlichen Mitte die Demokratie deutscher Prägung für die beste Staatsform, lediglich 13 Prozent glauben an eine überlegene andere Möglichkeit. Das Wirtschaftssystem verzeichnet zwar auch in der gesellschaftlichen Mitte überdurchschnittliche Akzeptanz, hat aber einen deutlich schwächeren Rückhalt als das politische System. Das marktwirtschaftliche System trifft zurzeit auf eine auffallende Skepsis - besonders in den unteren Sozialschichten, aber bis tief in die Mittelschicht hinein. Nur in der Oberschicht dominiert klar die Überzeugung, dass es zur Marktwirtschaft keine überzeugende Alternative gibt.

Die Schichtgebundenheit der Akzeptanz des marktwirtschaftlichen Systems wie generell von freiheitlichen Konzepten, die den Bürgern große Freiräume, aber auch mehr Verantwortung zuweisen, grenzt die Akzeptanz solcher Konzepte in der Gesellschaft insgesamt stark ein. Der zahlenmäßige Rückgang der Mittelschicht lässt befürchten, dass künftig eine schärfere Polarisierung zwischen dem Weltbild und den Wertvorstellungen von Ober- und Unterschicht die gesellschaftliche Entwicklung des Landes prägen wird, da die Mittelschicht als moderierende Kraft schwächer wird.

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