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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : taz: "Die Mühen des Anfangs" inkl. Leserbrief



Gök Türk
02.07.05, 18:01
Die Mühen des Anfangs

Zum Völkermord an türkischen Armeniern verlief die bundesweit erste gemeinsame Podiumsdiskussion in Bremen weitgehend friedlich. Aber sie zeigte, welche Verständigungsarbeit noch geleistet werden muss

Bremen taz "Einen ersten Schritt", nannte Bürgermeister Henning Scherf die Podiumsdiskussion im Konsul-Hackfeld Haus. Unter dem Titel "Was widerfuhr den Armeniern um 1915?", hatten türkische Moscheen, die islamische Föderation Bremen und diverse Vereine am Donnerstagabend eine Diskussion mit Vertretern beider Seiten organisiert, Türken und Armeniern. Es war bundesweit die erste.

Der Abend markierte einen Neubeginn. Aber er zeigte auch, wie lang die Strecke zur Verständigung noch ist. Das machte schon die unter anderem von der islamistischen "Milli Görüs" konzipierte Ausstellung im Erdgeschoss deutlich, die die Veranstalter des Abends organisiert hatten: Dort waren Leichenfotos ausgestellt, um vermeintlich armenische Massaker an Türken dazustellen.

Der Saal selbst war mit rund 500 überwiegend türkischstämmigen Personen vollbesetzt, eine Taschenkontrolle am Eingang und zahlreiche Ordner zeugten von Bedenken. Doch es blieb weitgehend friedlich.

"Es ist die Aufgabe jeden Landes, Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Die Türkische Republik hat das immer getan", leitete die türkische Generalkonsulin Birgen Kesoglu gleichermaßen allgemein und beschönigend ein. "Über eine Million Menschen hat den Tod gefunden", sagte hingegen Bürgermeister Henning Scherf. Er betonte, dass die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte für Nachkriegsdeutschland Bedingung für die Aufnahme in die Völkergemeinschaft war. "Sie sagen, man müsse verhindern, dass Emotionen hochkochen", wandte er sich an Kesoglu. "Ich sage, man muss verhindern, dass nationalistische Gefühle hochkochen."

Auf dem Podium jedoch ging es von türkischer Seite polemisch zur Sache. Der Dolmetscher Sahin Ali Söylemezoglu aus Duisburg und der türkische Dozent Mustafa Çolak bestritten vehement, dass es einen Völkermord an der armenischen Minderheit überhaupt gegeben habe. Dabei argumentierten sie oft wenig seriös. Çolak machte christliche Missionare verantwortlich für Falsch-Informationen über den "angeblichen Völkermord". Söylemezoglu legte nahe, dass mangelhafte Arbeit des Informationsdienstes des Bundestages für die kürzlich verabschiedete Resolution zum Gedenken an die Massaker an Armeniern verantwortlich sei. "Andere Nationen mögen ein Problem mit ihrer Geschichte haben. Wir haben es nicht", sagte er unter Beifall.

Immerhin kamen auch diejenigen, die die andere Seite vertraten, zu Wort. Sie erhielten zumindest höflichen Beifall. Otto Luchterhandt, Staatsrechtler von der Universität Hamburg betonte, dass das Thema "in der Türkei auf einem anderen Niveau als hier diskutiert" werde. Es bestehe kein Zweifel, dass es sich um einen Völkermord handele.

"Das Kapitel muss nicht von Historikern aufgearbeitet werden" - wie von der türkischen Regierung gefordert. Die Frage sei aber, warum sich die heutige Türkische Republik noch immer mit der Politik des Osmanischen Reiches identifiziere. Auch der armenische Publizist Raffi Kantian betonte, dass es in der Türkei Historiker gebe, die sich differenziert zum Thema äußerten.
Am Rande der Veranstaltung kam es zum Eklat, als einer der Veranstalter den Büchertisch des Verlegers Klaus Donat umwarf. Donat hatte - mit der Erlaubnis eines Mitarbeiters des Hauses, aber ohne Absprache mit den Veranstaltern - Bücher zum Völkermord an den Armeniern ausgelegt. Er und zwei weitere Personen erstatteten Anzeige wegen Nötigung und Körperverletzung. Am Samstag wollen einige der Veranstalter der Diskussion gegen das kürzlich aufgestellte Mahnmal für die ermordeten Armenier demonstrieren. grä

Quelle (http://www.taz.de/pt/2005/07/02/a0319.nf/text.ges,1)

Gökcen
02.07.05, 18:05
sahin ali söylemezoglu und nicht seriös?typisch deutsche zeitung alles was wiederlegt wird und richtig ist sit für sie nicht seriös
was ist dann seriös?unwissende armenische und europäische menschen die keine hanung von der thematik haben aber trotzdem mitreden??

lächerlich

Gök Türk
02.07.05, 18:09
Unglaublich was für ein MIST!

Söylemezoglu, der regelrecht jeden Satz mit einer armenischen Quelle belegt, wird mit polemischer und nicht seriöser Argumentation beschuldigt und es gab einfach einenVölermord und das alles braucht nicht untersucht zu werden! Es ist unvorstellbar, selbst wenn man ihnen 1000 armenische Belege vor die Nase legen würde, die beweisen, dass es keinen Völkermord gab, würde man den Türken trotzdem nicht glauben.

Die argumentieren einfach nach der Logik! "Es war ein Völkermord, egal ob ihr Beweise habt oder nicht, das interessiert uns nicht!"
Und dann schon wieder der Vergleich zu Deutschland. Als ob das ein Grund wäre, dass die Türken auch einen Völkermord begannen haben!

Es ist einfach sinnlos! Selbst die TAZ berichtet total einseitig!

Der Schakal
02.07.05, 18:17
Arkadaslar dieser Artikel ist ja wohl ein schlechter Witz.

Bende ordaydim und was die hier sagt ist wohl ein wirklich schlechter Witz...

Ziemlicher einseitiger Artikel und Hamlin ist natürlich eine einbildung von Herrn Söylemezoglu den hat es nie gegeben klar...bu alman gazeteler...tam bir sacma...

Der Schakal
02.07.05, 18:19
Wisst ihr was das witzige ist...

der Armenier und der Deutsche haben garnet argumentiert sie haben nur von der Situation heute gesprochen...und kein einziges Wort über 1915 verloren...hahahaa...man und die TAZ sagt die "türkische Seite" war polemisch etc... *Lachkrampf*

Der Schakal
11.07.05, 17:47
Leserbrief der Türkischen Internet Community den ich im Netz gefunden habe...

Türken contra Armenier?

betr.: "Die Mühen des Anfangs", taz Bremen vom 2. Juli 2005

Ich war an diesem Abend anwesend und finde es erschreckend, wie Sie über die Diskussion berichten. Herr Luchterhandt und Raffi Kebabciyan gingen keinesfalls auf die Ereignisse von 1915 ein. Im Grunde ritten beide nur auf zwei Sachen rum: 1. Es gibt türkische Wissenschaftler, die die Ereignisse um 1915 als Völkermord werten. 2. Das Osmanische Reich ist nicht die Türkei, also was stellt ihr euch so an?

Muss man eine Lüge akzeptieren nur weil das Osmanische Reich nicht die Türkei ist? Warum gedenkt man nicht der muslimischen Opfer? Ist ein muslimisches Leben weniger Wert als ein christliches? Mustafa Colak und Ali Söylemezoglu haben gut argumentiert. Herr Söylemezoglu hat sich nur auf armenische Quellen berufen und diese zitiert. Herr Colak hat bewiesen, dass die Lepsius-Dokumente manipuliert sind und der Missionar Lepsius lange Zeit als glaubhafte Quelle genutzt wurde. Wie kann so etwas "wenig seriös" sein, wenn es wenig Seriöses widerlegt? Ich bin tief erschüttert darüber, dass Sie meinen, es wurden Fotos ausgestellt, welche "vermeintlich armenische Massaker an Türken darstellen", da bekannt ist, dass 2,5 Millionen Muslime in dieser Zeit starben und mindestens 500.000 von armenischer Seite massakriert wurden.

Isa Gabriel Klein, Türkische Internet Community, Dortmund

taz Bremen Nr. 7712 vom 11.7.2005, Seite 22, 22 Zeilen (LeserInnenbrief)

http://www.taz.de/pt/2005/07/11/a0286.nf/text.ges,1


Ich beglückwünsche die Türkische Internet Community für diese gute Arbeit...