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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Oberstes US-Gericht schützt Guantanamo-Häftlinge



Wolf
13.06.08, 01:19
Bush will Urteil trotz Ablehnung umsetzen

Abfuhr für die Guantanamo-Politik von US-Präsident Bush: Das Oberste Gericht hat den Insassen des Gefangenenlagers auf Kuba das Recht auf ordentliche Verfahren zugebilligt. Bush selbst kritisierte die Entscheidung, will sie aber umsetzen.

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/19/0,3672,7249811,00.html?dr=1

============================== ====================

Justizias Mühlen mahlen langsam. Aber wenigstens ist es möglich, den Staat zu verklagen und wenigstens können Gerichte auch einer demokratisch gewählten Regierung sagen, dass sie Scheisse bauen.

Gut für die Gefangenen! Besser spät als gar nicht.

Und vor zivilen Gerichten sehe ich die eine oder andere Entschädigungssumme in Millionenhöhe fließen.....

taycunist
13.06.08, 01:25
[B]
Gut für die Gefangenen! Besser spät als gar nicht.

Und vor zivilen Gerichten sehe ich die eine oder andere Entschädigungssumme in Millionenhöhe fließen.....

Die Gefangenen sind seit Jahren unter unwürdigen Bedienungen verhaftet. Eine zu späte Entscheidung des Obersten.

Rapunzel
13.06.08, 06:31
Bush will Urteil trotz Ablehnung umsetzen

Abfuhr für die Guantanamo-Politik von US-Präsident Bush: Das Oberste Gericht hat den Insassen des Gefangenenlagers auf Kuba das Recht auf ordentliche Verfahren zugebilligt. Bush selbst kritisierte die Entscheidung, will sie aber umsetzen.

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/19/0,3672,7249811,00.html?dr=1

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Justizias Mühlen mahlen langsam. Aber wenigstens ist es möglich, den Staat zu verklagen und wenigstens können Gerichte auch einer demokratisch gewählten Regierung sagen, dass sie Scheisse bauen.

Gut für die Gefangenen! Besser spät als gar nicht.

Und vor zivilen Gerichten sehe ich die eine oder andere Entschädigungssumme in Millionenhöhe fließen.....

lieber wolf, das mit den entschädigungen ist so ne sache, natürlich für dich als börsenanbeter(sklave des goldenen kalbes)ist das ein novum.was ist aber mit den opfern, denen ,die jahrelang in einem kz verbracht haben, und das ist guantanomo ja und nix anderes, diese opfer nehmen diese erfahrung mit , sie werden für den rest ihres lebens daran denken, sie sind gebrandmarkt, da hilft auch kein geld, keine millionen, und die zeit die man ihnen gestohlen hat,kann man nicht aufholen.
noch eine anmerkung:das letzte hemd hat keine taschen

Wolf
13.06.08, 08:43
@Hexi

Du hast mich falsch verstanden. Es ging mir nicht um Guantanamo als lukrative Einkommensquelle, sondern um die unerwarteten Kosten für die nächste amerikanische Regierung. ;)

Rapunzel
13.06.08, 08:47
@Hexi

Du hast mich falsch verstanden. Es ging mir nicht um Guantanamo als lukrative Einkommensquelle, sondern um die unerwarteten Kosten für die nächste amerikanische Regierung. ;)
nein, nein hab dich schon verstanden, wollte dir mit meinem beitrag nur sagen, das geld nicht alles ist, also das trauma der opfer nicht verschwinden lässt, und für die amis ist das, wie sagt man doch so schön:peanuts, die holen sich das geld auf irgend eine weise zurück, soviel ist sicher.:lach:

Wolf
13.06.08, 08:54
nein, nein hab dich schon verstanden, wollte dir mit meinem beitrag nur sagen, das geld nicht alles ist, also das trauma der opfer nicht verschwinden lässt, und für die amis ist das, wie sagt man doch so schön:peanuts, die holen sich das geld auf irgend eine weise zurück, soviel ist sicher.:lach:

Was ist Deine Alternative? Die Opfer NICHT zu entschädigen? :rolleyes:

Und der Imageschaden, den die Amis davongetragen haben, wiegt noch sehr viel schwerer als das Geld (was ganz schön reinhauen wird, täusch Dich nicht). Ich war bei meiner letzten Wehrübung ERSTAUNT, wie kritisch das Offizierskorps der Bundeswehr den Amis gegenübersteht. Es gibt ja noch andere Dinge, wie die Entscheidung über die Galileo-Frequenz etc..

Momentan fühlt man sich sowohl in der Türkei als auch in Deutschland an der Seite der Amis nur bedingt wohl. D und TR werden nicht die einzigen sein. Das werden die bei der nächsten internationalen Krise sehr deutlich merken......

Rapunzel
13.06.08, 08:59
Was ist Deine Alternative? Die Opfer NICHT zu entschädigen? :rolleyes:

Und der Imageschaden, den die Amis davongetragen haben, wiegt noch sehr viel schwerer als das Geld (was ganz schön reinhauen wird, täusch Dich nicht). Ich war bei meiner letzten Wehrübung ERSTAUNT, wie kritisch das Offizierskorps der Bundeswehr den Amis gegenübersteht. Es gibt ja noch andere Dinge, wie die Entscheidung über die Galileo-Frequenz etc..

Momentan fühlt man sich sowohl in der Türkei als auch in Deutschland an der Seite der Amis nur bedingt wohl. D und TR werden nicht die einzigen sein. Das werden die bei der nächsten internationalen Krise sehr deutlich merken......
natürlich entschädigen, ich befürchte nur, das die medien sich auf sie stürzen werden um das ganze noch mal ordentlich auszuschlachten, aus eigennutz,damit wird geld verdient, schmutziges geld. das regt mich auf dabei

PSYCHO
13.06.08, 09:12
nein, nein hab dich schon verstanden, wollte dir mit meinem beitrag nur sagen, das geld nicht alles ist, also das trauma der opfer nicht verschwinden lässt, und für die amis ist das, wie sagt man doch so schön:peanuts, die holen sich das geld auf irgend eine weise zurück, soviel ist sicher.:lach:

Also nach dem Krieg in Irak und A-stan sieht der Haushalt der GI ´s nicht gerade rosig aus, da wird der Nachfolger von Mister Gebüsch aber mächtig dran zu knabbern haben :lach:

fuzzi
13.06.08, 12:03
Warum auch immer so etwas entschieden wurde, nach so einer langen Zeit...ich weiss es nicht, aber ich bin skeptisch.
Das ist meiner Meinung nach eher Augenwischerei, weil die Weltöffentlichkeit einfach mehr mitbekommen hat, als sie überhaupt sollte.

yücel
13.06.08, 12:19
das ist Politik. Bush hat bald nichts mehr zu sagen und höchst wahrscheinlich wird Obama bzw. die Demokarten das Zepter in der Hand halten. Meint ihr, das dies alleine wegen dem langsamen Mühlen so lange gedauert hat? Ach was. Das Oberste Gericht hat schon zuvor einiges ausgesprochen, aber das hat damals auch keinen gejuckt, bzw. das Militär sah sich in dieser Position erhaben. Dann kommt noch ein Faktor dazu: Die inhaftierten haben schon ausgepackt, haben resigniert, sind entweder unschuldig oder aber das Leben lang gezeichnet. Irgendwann kommen auch die mal frei, ob so oder so. Im übrigem geht das Gerücht umher, das nicht nur Guantanamo für solche Zwecke "missbraucht wurde/wird, sondern das US Kriegsschiffe dazu dienen, mögliche Terroristen wie auch Informanten zu beherbergen, auf allen Weltmeeren sozusagen.

Haluk
13.06.08, 12:23
das ist Politik. Bush hat bald nichts mehr zu sagen und höchst wahrscheinlich wird Obama bzw. die Demokarten das Zepter in der Hand halten. Meint ihr, das dies alleine wegen dem langsamen Mühlen so lange gedauert hat? Ach was. Das Oberste Gericht hat schon zuvor einiges ausgesprochen, aber das hat damals auch keinen gejuckt, bzw. das Militär sah sich in dieser Position erhaben. Dann kommt noch ein Faktor dazu: Die inhaftierten haben schon ausgepackt, haben resigniert, sind entweder unschuldig oder aber das Leben lang gezeichnet. Irgendwann kommen auch die mal frei, ob so oder so. Im übrigem geht das Gerücht umher, das nicht nur Guantanamo für solche Zwecke "missbraucht wurde/wird, sondern das US Kriegsschiffe dazu dienen, mögliche Terroristen wie auch Informanten zu beherbergen, auf allen Weltmeeren sozusagen.

Richtig, Obama hatte sowieso angekündig, Guantanamo zu schliessen..

Wer dort alles sas, was denen wiederfahren ist, wird wohl auch noch ans Tageslicht kommen... Möge Gott den unschuldigen beistehen, von denen wir nichts wissen

Wolf
13.06.08, 12:24
Ich weiß! Die Amis und der Westen sind ganz böse und nur weil wir Türken die Leute wie Göktepe ganz offiziell verschwinden lassen und diese in türkischer Haft Selbstmord begehen sind wir die Guten, die eigentlich viel zu gut für diese Welt sind.

:niko:

Böser Westen, also wirklich......

yücel
13.06.08, 12:28
Ich weiß! Die Amis und der Westen sind ganz böse und nur weil wir Türken die Leute wie Göktepe ganz offiziell verschwinden lassen und diese in türkischer Haft Selbstmord begehen sind wir die Guten, die eigentlich viel zu gut für diese Welt sind.

:niko:

Böser Westen, also wirklich......
hat das jemand gesagt? :naugthy:
Ausserdem ist dies eher wohl eine Ausrede oder?

Wolf
13.06.08, 12:32
hat das jemand gesagt? :naugthy:

Warst Du nicht derjenige, der bezüglich Kriegsführung immer gesgat hat, wie nett wir eigentlich gegenüber allen wären? Dass wir Türken es nie verstanden haben so brutal wie andere zu sein?


Ausserdem ist dies eher wohl eine Ausrede oder?

Ausrede für WAS? Ich sehe Verbrechen auf allen Seiten, aber nur auf wenigen Seiten werden sie auch geahndet. Und ich sehe sehr viele Menschen in den bösen Westen fliehen bzw. sich hier dauerhaft einrichten...... interessanterweise gerade seine schärfsten Gegner!

Und so viel Inkonsequenz schreit dann doch nach dem einen oder anderen Kommentar.

taycunist
13.06.08, 12:36
Der Mann, dessen Schicksal Guantanamo ins Wanken bringt
Von Marc Pitzke, New York, Teil(1)

Der Oberste US-Gerichtshof hat den Häftlingen von Guantanamo Zugang zu ordentlichem Rechtsschutz gewährt. Hinter dem bahnbrechenden Grundsatzurteil steckt das tragische Schicksal eines einzelnen Mannes. Der Fall Boumediene könnte nun das Ende des Lagers einläuten.

New York - Sein Name ist Lakhdar Boumediene. Er wurde am 27. April 1966 in Ain Soltgane Saeda in Algerien geboren, hat aber bosnische Staatsangehörigkeit. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Auf dem einzigen Bild, das von ihm bekannt ist, trägt er schwarzes, sauber gekämmtes Haar, einen schmalen Schnäuzer und einen hellen Anzug mit Krawatte. Er lächelt. In Guantanamo wird er unter der Häftlingsnummer 10005 geführt.


DoD
Gefangener Boumediene: Nummer 319 auf Seite 8
Boumediene, 42, ist einer von noch rund 270 Insassen des berüchtigten amerikanischen Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba. Er sitzt dort seit Januar 2002 ein. Das Pentagon bestätigte seine Existenz erstmals offiziell im Mai 2006, als es widerwillig und auf Druck der Gerichte eine 18-seitige Liste mit damals 759 Guantanamo-Häftlingen öffentlich machte. Boumediene war darauf die laufende Nummer 319, auf Seite 8 des Dokuments.

Über Nacht freilich ist Boumediene nicht mehr nur einem engen Zirkel vertraut. Das gestrige, bahnbrechende Grundsatzurteil des Obersten US-Gerichtshofs zur Rechtshilfe für die Häftlinge in Guantanamo trägt seinen Namen. Er fungierte als Hauptkläger in diesem historischen Präzedenzverfahren, das nun zum Sargnagel für das umstrittene Lager werden könnte - zumindest in der bisherigen, rechtsfreien Form.



Videorundgang durch Guantanamo: Einblick in den Terrorknast Die Insassen von Guantanamo, so befand der Supreme Court nämlich, könnten nicht länger ohne ordentliche Rechtshilfe dort festgehalten werden - sondern dürften ihre Inhaftierung ab sofort vor normalen US-Gerichten anfechten. Damit entfällt die argumentative Grundlage des Weißen Hauses für Guantanamo als Schattenreich jenseits der US-Verfassung. "Es ist Zeit", sagte Steven Shapiro, der Chefjurist der Bürgerrechtsorganisation ACLU, zu SPIEGEL ONLINE, "Guantanamo zu schließen."

Verdächtige Telefonate nach Afghanistan und Pakistan

"Boumediene u.a. gegen Bush, Präsident der Vereinigten Staaten u.a., Nr. 06–1195." Unter diesem Titel und Aktenzeichen wird das Urteil in die Geschichtsbücher eingehen. Dahinter verbirgt sich aber das tragische Schicksal eines einzelnen Menschen - ein Schicksal, das die ganze Unsäglichkeit Guantanamos zeigt.



Lakhdar Boumediene kam während des Bosnien-Kriegs von Algerien nach Sarajewo. Er war ein muslimischer Freiheitskämpfer, der nach Angaben seiner Anwälte nach dem Krieg - wie so viele - zum humanitären Helfer wurde und unter anderem für den Roten Halbmond arbeitet. 1998 bekam er die bosnische Staatsbürgerschaft.

Boumedienes Guantanamo-Odyssee ist in Justizakten, Menschenrechtsberichten und in der US-Presse dokumentiert. Sie begann Anfang Oktober 2001 - knapp einen Monat nach den Terroranschlägen des 11. September.

Da meldeten Geheimdienstler an der US-Botschaft in Sarajewo "verstärkten Funkverkehr", der auf ein geplantes Qaida-Attentat auf die Vertretung hindeute. Die bosnische Polizei verhaftete daraufhin im Auftrag der USA den gebürtigen Algerier Bensayah Belkacem, der verdächtige Telefonate mit Gesprächspartnern in Afghanistan und Pakistan geführt haben soll, und fünf seiner Bekannten. Einer von ihnen war Lakhmar Boumediene.

"Das Verhalten der Amerikaner grenzte an Hysterie"

Die Männer wurden sofort konspirativ die "Algerian Six" genannt. Sie seien, sagte der frühere US-Generalstaatsanwalt Seth Waxman, der Boumedienes Sache jetzt vor dem Supreme Court verhandelte, "ihren Häusern, Frauen und Kindern entrissen" worden.

Drei Monate saßen sie in einem bosnischen Gefängnis, während die Justizbehörden nach konkreten Beweisen für den Attentatsvorwurf suchten. Doch es fand sich nichts. Schließlich empfahl die Staatsanwaltschaft dem Obersten Gericht Bosniens, die Männer wieder freizulassen. Das Gericht folgte diesem Antrag und ordnete ihre Freilassung für den 18. Januar 2002 an - aus "Mangel an Beweisen".


"Es gab nicht ein einziges Stück glaubhafter Beweise gegen die Algerier", sagte Srdjan Dizdarevic, der Präsident der bosnischen Abteilung des Helsinki Committees for Human Rights, der "Washington Post" später. "Doch die Drohungen der Amerikaner waren enorm. Ihr Verhalten grenzte an Hysterie."

Quelle:www.spiegel.de

taycunist
13.06.08, 12:39
Der Mann, dessen Schicksal Guantanamo ins Wanken bringt
Von Marc Pitzke, New York Teil(2)

2. Teil: Die Odyssee der "Algerian Six"

Und so wurden die sechs Männer - gegen den erklärten Willen des Gerichts - nicht freigelassen, sondern in Sarajewo direkt an wartende US-Soldaten übergeben. Überwacht habe diese Aktion, so Petritsch, der US-General John Sylvester, damals Kommandeur der internationalen Bosnien-Schutztruppe Sfor.

Den Männern seien "Kapuzen und Handschellen angelegt" worden, rekonstruierte ihre Anwältin Melissa Hoffer später. Man habe sie "in wartende Autos bugsiert", obwohl sich eine "große Menge versammelt" habe, "um ihre Festnahme zu verhindern". Vergeblich.

Augenzeugen sprachen von einer aufgebrachten Menge von rund 150 Menschen, die den Abtransport und die Auslieferung der Sechs an die Amerikaner blockieren wollten. Darunter auch entsetzte Familienmitglieder: "Ehefrauen versuchten noch, einen Blick auf ihre Männer zu erhaschen", so Hoffer. Es half nichts.

Endstation: Camp X-Ray in Guantanamo. Dort war Boumediene einer der ersten Häftlinge.


Die "Tipton Three" - drei Briten, die zur gleichen Zeit ebenfalls nach Guantanamo gekommen waren und 2004 freigelassen wurden - berichteten über das Leiden der "Algerian Six" in dem Lager. "Sie kamen fünf Tage nach uns an. Sie wurden besonders schlecht behandelt. Sie wurden alle zwei Stunden verlegt. Sie wurden stundenlang verhört. Ihnen wurden kurze Fußketten angelegt. Sie wurden des Schlafes beraubt."

Auch Anwältin Hoffer beschrieb diese Torturen unter Berufung auf ihre Klienten. Sie seien "regelmäßig gefoltert" worden, um "der Disziplin im Lager Nachdruck zu verleihen". Man habe die Häftlinge in ihrer "Menschlichkeit herabgewürdigt".

So sei Boumediene gleich nach seiner Ankunft in Guantanamo einem 13-tägigen "extremen Verhör" bei "fast völligem Schlafentzug" unterzogen worden. Seine Wächter hätten ihn misshandelt und gedroht, ihn nach Jordanien zu schicken, wo "sie ihn zum Reden bringen könnten", oder in ein US-Gefängnis, wo er vergewaltigt würde. Insgesamt habe Boumediene 100 bis 200 Verhöre durchlitten.

Diese Behauptungen werden durch einen Untersuchungsbericht der New Yorker Menschenrechtsgruppe Center for Constitutional Rights (CCR) im Detail bestätigt.

Heillose Verwirrung vor dem Militärtribunal

Im Oktober 2004 wurden die Männer erstmals einem Militärtribunal in Guantanamo vorgeführt. Die Protokolle, die kürzlich veröffentlicht wurden, zeugen von heilloser Verwirrung - auch auf Seiten der Militärs. "Wir haben keine Ahnung, wessen ihr beschuldigt werdet", sagte ein Offizier, dessen Name geschwärzt wurde, demzufolge. Die Männer blieben dennoch in Haft - nun offiziell zu "feindlichen Kämpfern" deklariert.

Im selben Jahr wurden sie von der bosnischen Staatsanwaltschaft von jeder Schuld entbunden. Im Februar 2005 schrieb der bosnische Ministerpräsident Adnan Terzic persönlich an US-Außenministerin Condoleezza Rice und bat um die Freilassung der Sechs. Rice lehnte ab: Die Männer "besitzen weiterhin wichtige Geheimdienstinformationen".



Jedes Jahr wurden sie erneut einem Tribunal vorgeführt. Jedes Jahr wurde ihr Status bestätigt.

Eine Gruppe von US-Anwälten nahm sich der Männer an, unterstützt vom CCR und mehr als 500 Freiwilligen. Sie klagten auf das Recht der Häftlinge auf "habeas corpus", das Recht auf richterliche Haftprüfung. Der Fall kletterte durch die Instanzen, bis er schließlich im Juni 2007 am Obersten US-Gerichtshof landete, der ihn anfangs ablehnte, seine Haltung aber revidierte.

"Symbol für alles, was falsch ist am Kampf gegen den Terror"

Boumediene und seine Leidensgenossen seien in Guantanamo "in einem juristisch schwarzen Loch eingesperrt" gewesen, sagte Guantanamo-Anwalt Jonathan Hafetz SPIEGEL ONLINE. Er hat einen "amicus brief" - eine unterstützende Sachverständigeneingabe - für das Supreme-Court-Verfahren der Männer verfasst. Die Behandlung der Männer "sei ein Symbol für all das, was am amerikanischen Ansatz zur Terrorbekämpfung falsch ist".

Lakhdar Boumediene darf nun vor einem ordentlichen US-Bezirksgericht in Washington gegen seinen weiteren Verbleib in Guantanamo Einspruch einlegen. Das Verfahren werde, sagte die Guantanamo-Anwältin Barbara Olshansky SPIEGEL ONLINE unter Tränen, "in den nächsten Tagen, spätestens nächste Woche ins Rollen kommen".

Dann wird Boumediene seinen 89. Haftmonat angetreten haben.

Quelle:www.spiegel.de

Haluk
13.06.08, 12:40
Also ich bin froh NICHT mehr mit Guantanamo argumentieren zu müssen..

In erster Linie natürlich, das die Menschen dort endlich rauskommen!

Und lieber Wolf, wir holen auch keine Einzelfälle auf den Tisch.. davon gibts im bösen(!) Westen mehr als genug.. nein Guantanamo war Systematisch, auf Anordnung des Präsidenten selbst durchgesetzt.. und das ist der feine Unterschied.

Wolf
13.06.08, 12:54
Und lieber Wolf, wir holen auch keine Einzelfälle auf den Tisch.. davon gibts im bösen(!) Westen mehr als genug.. nein Guantanamo war Sysematisch, auf Anordnung des Präsidenten selbst durchgesetzt.. und das ist der feine Unterschied.

Und Du hast Recht! Und ich habe dem bekanntich nie widersprochen! Auch habe ich Guantanamo nie verteidigt, weil es nicht zu verteidigen ist.

Du hingegen verteidigst die Einführung von Gesetzen, die wesentlich schlimmeres als Guantanamo ganz legal machen würden. Denn in Deinem - an das Wort des Allmächtigen angelehnten - System gäbe es auch keine derartigen Gerichtsentscheidungen!

Es bliebe bei dauerhaften Kulah-Guantanamos. Ganz legal und mit dem Segen des Allmächtigen.

Komiker
13.06.08, 13:17
wenn man solche Schicksale erfährt, kann man den Tränen nahekommen,

wenn ich Bush auf dem Mountainbike durch Berlin fahren sehe kommen mir keine Tränen, ich muß nur kotzen....

so ungerecht ist die Welt .... aber es ist noch nicht alle Tage abend .... Diese EX- Administration wird irgendwann einmal wegen "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" auseinandergenommen werden, wenn die USA die Schande erst einmal erkannt hat.

yücel
13.06.08, 13:30
Warst Du nicht derjenige, der bezüglich Kriegsführung immer gesgat hat, wie nett wir eigentlich gegenüber allen wären? Dass wir Türken es nie verstanden haben so brutal wie andere zu sein?ich scheine Alzheimer zu haben oder beziehst du dich auf die Minen? Da habe ich sowas auch nicht behauptet, lediglich festgestellt, welche Heuchlerei man heut zu Tage vertreten kann.




Ausrede für WAS? Ich sehe Verbrechen auf allen Seiten, aber nur auf wenigen Seiten werden sie auch geahndet. Und ich sehe sehr viele Menschen in den bösen Westen fliehen bzw. sich hier dauerhaft einrichten...... interessanterweise gerade seine schärfsten Gegner!

Und so viel Inkonsequenz schreit dann doch nach dem einen oder anderen Kommentar.wenn du wieder mal das Bedürfnis hast, unentwegt den anderen vorzuhalten, wieso sie hier Leben, anstatt im Paradies, dann Frage dich selber, wie du zur Türkei stehts. Du bist ja im Paradies, brauchst also auch nicht auf andere Regionen mehr Druck auszuüben, bzw. deine Denkzettel verpassen. Genauso könnten jetzt diejenigen argumentieren, das du doch dort bleiben sollst, wo du nicht wegen irgend welcher kulturellen Errungenschaften zur Rechenschaft gezogen wirst. Wenn du mir die Rente sofort auszahlen kannst bzw. dafür sorgst das dies ins Gesetz verankert wird, gehe ich freiwillig in die Türkei, abgemacht? Dann muss ich mir auch sowas nicht mehr anhören. :muhahahaa:

Wolf
13.06.08, 13:53
ich scheine Alzheimer zu haben oder beziehst du dich auf die Minen? Da habe ich sowas auch nicht behauptet, lediglich festgestellt, welche Heuchlerei man heut zu Tage vertreten kann.

Weder noch, das ist schon etwas länger her. Meine Antwort darauf war, dass es erstaunlich ist, wei man aus Unfähigkeit eine Tugend machen kann. Müsste mal suchen.....


wenn du wieder mal das Bedürfnis hast, unentwegt den anderen vorzuhalten, wieso sie hier Leben, anstatt im Paradies, dann Frage dich selber, wie du zur Türkei stehts.

Dieses Bedürfnis verspüre ich immer besonders dann, wenn Leute unentwegt dem bösen Westen vorhalten, wie toll es doch woanders ist. Inkonsequenz war nie mein Ding.....


Wenn du mir die Rente sofort auszahlen kannst bzw. dafür sorgst das dies ins Gesetz verankert wird, gehe ich freiwillig in die Türkei, abgemacht? Dann muss ich mir auch sowas nicht mehr anhören. :muhahahaa:

Schöner Deal, der von vorneherein ausgeschlossen ist. :) Echt mutiger Vorschlag!

Ich habe einen realistischeren:

Ich höre mir von Dir nicht mehr an, wie viel besser es woanders ist und ich halte Dir nicht mehr vor, dass Du freiwillig im vermeintlichen Sumpf lebst.

Deal? ;)

yücel
13.06.08, 15:36
Dieses Bedürfnis verspüre ich immer besonders dann, wenn Leute unentwegt dem bösen Westen vorhalten, wie toll es doch woanders ist. Inkonsequenz war nie mein Ding.....



Schöner Deal, der von vorneherein ausgeschlossen ist. :) Echt mutiger Vorschlag!

Ich habe einen realistischeren:

Ich höre mir von Dir nicht mehr an, wie viel besser es woanders ist und ich halte Dir nicht mehr vor, dass Du freiwillig im vermeintlichen Sumpf lebst.

Deal? ;)das kommt davon, das die Obrigkeit im Westen sich immer als etwas darstellt, was sie eben doch nicht ist? Das gemeine Volk aber sieht das halt immer etwas skeptischer.

Das ist ein sehr guter Vorschlag, zumindest kann Deutschland bzw. Europa sich dann herausreden und behaupten, man habe ihnen ja den Weg geebnet, damit sie wieder dorthin zurück kehren, das ihnen angenehmer erscheint :lach:

Ok, gilt das nur zwischen uns oder bezieht sich das jetzt allgemein? Schwierig nicht wahr? Aber ich nehme das gerne an, nur, dann habe ich ja nichts mehr zum Motzen? Zumindest müsste ich alles ausklammern, was den Westen betrifft. Shi.. ich Glaube, ich lass das.... :lach:

polatinum
13.06.08, 15:42
Wenn es nicht so traurig wäre könnte man drüber lachen.
Guantanamo ist EINES der vielen Camps die es gibt. Es gibt noch viel viel andere die den Amerikanern gehören.Jordanien, Syrien, Marocco, Türkei, Usbekistan uvm. Dort herrschen KEINE Gesetze nicht einmal die Sharia. Und jetzt lese ich hier dass sogar Kriegsschiffe benutzt werden, bin aber nicht überrascht.

taycunist
08.10.08, 01:13
STREIT UM UIGUREN
US-Regierung will Ausreise von Guantanamo-Insassen verhindern

Ein US-Richter ordnete die Freilassung von 17 uigurischen Häftlingen aus Guantanamo an. Doch Washington will dies verhindern: Die Regierung wird Einspruch gegen die Ausreise der chinesischen Muslime einlegen.


Washington - Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte bereits von einer "historischen Entscheidung" gesprochen, doch die US-Regierung kämpft gegen die geplante Ausreise von 17 Häftlingen aus dem Gefangenencamp Guantanamo. "Als Antwort auf die heutige Entscheidung werden wir einen Eileinspruch einlegen", kündigte das Justizministerium am Dienstag an.

Ein Washingtoner Bundesrichter hatte einer Gruppe chinesischer Muslime, die seit fast sieben Jahren in dem auf Kuba gelegenen Lager festgehalten werden, die Ausreise auf US-amerikanischen Boden gestattet. Bislang hat noch kein Guantanamo-Insasse in die USA ausreisen dürfen.

Die US-Regierung hat den Vorwurf des Terrorismus gegen die 17 Uiguren bereits fallen gelassen, ihre Freilassung scheiterte bislang aber daran, dass sich kein Land zu deren Aufnahme bereitfand. China stuft sie als Terrorverdächtige ein und verlangt eine Auslieferung; die USA lehnen dies ab, weil den Männern dort Folter drohen könnte. Vom US-Staatsgebiet will die Regierung in Washington die Gruppe allerdings auch fernhalten. Die Entlassung der Uiguren aus behördlicher Aufsicht auf US-Gebiet sei "nicht angemessen", erklärte das Justizministerium.

Die Verteidiger der Uiguren hatten deren Ausreise in die USA gefordert, weil diese sonst nirgendwo willkommen seien. Im Jahr 2006 hatte sich Albanien zur Aufnahme von fünf Uiguren aus Guantanamo bereiterklärt, für die verbliebenen 17 Männer fand sich aber keine neue Heimat. Die Gruppe war im Jahr 2001 in Afghanistan aufgegriffen und an die USA ausgeliefert worden.

Human Rights Watch reagierte mit Genugtuung auf das Urteil. Wieder einmal habe ein Bundesgericht die Theorie der Regierung von Präsident George W. Bush zurückgewiesen, dass ihre Beschlüsse über den Grundrechten stünden, sagte die Terrorismus-Expertin der Organisation, Jennifer Daskal.

Die Uiguren sind ein muslimisches Volk im Westen Chinas. Dort kommt es wiederholt zu Protesten gegen die Zentralregierung in Peking, in den vergangenen Monaten wurden dort mehrere Bombenanschläge verübt. Menschenrechtler werfen der Volksrepublik vor, systematisch die Rechte der Uiguren zu verletzen.

Quelle:www.spiegel.de

Der Schakal
08.10.08, 01:15
Und niemand zieht sie zur Rechenschaft.

taycunist
08.10.08, 01:18
Und niemand zieht sie zur Rechenschaft. Lieber Schakal, du hast wohl vergessen, dass Guantanamo für die Amerikaner ein rechtsfreies Raum ist..Daher können die tuen und lassen, was sie wollen..

easydogi
10.11.08, 16:55
Guantanamo-Häftlinge

Obama plant Prozesse in den USA

Der designierte US-Präsident Barack Obama will offenbar zahlreiche Gefangene aus dem Lager Guantanamo in den USA vor Gericht stellen. Aus Kreisen der demokratischen Partei verlautete, dass Obamas Berater an einem solchen Plan arbeiten. Im Wahlkampf hatte Obama im Falle seines Wahlsiegs die Schließung von Guantanamo verkündet.
...
http://www.stern.de/politik/ausland/:Guantanamo-H%E4ftlinge-Obama-Prozesse-USA/645117.html

Noch nicht mal Präsident und schon auf einem guten Weg.
Gefällt mir sehr gut.