DeLaHoya
12.07.05, 10:29
KOMMENTAR: TÜRKEI/BALKAN
Symbolik
VON MARTIN WINTER
http://www.fr-aktuell.de/no.gif
Auf den ersten Blick haben die Beitrittsgesuche der Türkei und Kroatiens nichts miteinander zu tun. Da ist jeder Kandidat der Herr seiner eigenen Chancen. Wer die Bedingungen Brüssels erfüllt, bekommt Aufnahmegespräche. Doch die EU muss auch die politisch-emotionale Seite bedenken.
Im Fall Warschaus hat sie das getan, als sie Länder wie Ungarn ungebührlich auf den Beitritt warten ließ, damit Polen als Symbol des Widerstands gegen den Sowjetblock bei der ersten Welle der Osterweiterung dabei sein konnte. Es wäre fatal, die Macht der Symbole nun gerade auf dem zerrissenen westlichen Balkan aus den Augen zu verlieren. Gespräche mit der Türkei zu beginnen und die mit Kroatien eingefroren zu lassen, könnte als ein Signal der Vernachlässigung der kleinteiligen Region zugunsten des großen geostrategischen Wurfs mit der Türkei begriffen werden. Dabei ist die Integration des westlichen Balkan für die EU sicherheitspolitisch dringender als eine vage Brückenfunktion der Türkei in die islamische Welt.
Es ist Zeit, dass die EU die Entscheidung über den Beginn der Gespräche mit Kroatien aus den Händen des Kriegsverbrechertribunals wieder in die eigenen nimmt. Der Druck auf Zagreb, einen flüchtigen General dingfest zu machen, muss deshalb nicht geringer werden. Aber das Vertrauen in die EU-Versprechen würde wachsen.
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/die_seite_3/?cnt=698654
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Auf den ersten Blick haben die Beitrittsgesuche der Türkei und Kroatiens nichts miteinander zu tun. Da ist jeder Kandidat der Herr seiner eigenen Chancen. Wer die Bedingungen Brüssels erfüllt, bekommt Aufnahmegespräche. Doch die EU muss auch die politisch-emotionale Seite bedenken.
Im Fall Warschaus hat sie das getan, als sie Länder wie Ungarn ungebührlich auf den Beitritt warten ließ, damit Polen als Symbol des Widerstands gegen den Sowjetblock bei der ersten Welle der Osterweiterung dabei sein konnte. Es wäre fatal, die Macht der Symbole nun gerade auf dem zerrissenen westlichen Balkan aus den Augen zu verlieren. Gespräche mit der Türkei zu beginnen und die mit Kroatien eingefroren zu lassen, könnte als ein Signal der Vernachlässigung der kleinteiligen Region zugunsten des großen geostrategischen Wurfs mit der Türkei begriffen werden. Dabei ist die Integration des westlichen Balkan für die EU sicherheitspolitisch dringender als eine vage Brückenfunktion der Türkei in die islamische Welt.
Es ist Zeit, dass die EU die Entscheidung über den Beginn der Gespräche mit Kroatien aus den Händen des Kriegsverbrechertribunals wieder in die eigenen nimmt. Der Druck auf Zagreb, einen flüchtigen General dingfest zu machen, muss deshalb nicht geringer werden. Aber das Vertrauen in die EU-Versprechen würde wachsen.
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