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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ev. Religion als Abifach - Gewissenskonflikt?



_Tatar_
20.09.08, 14:12
Hey Leute,
da ich nun in der 12.Jgst bin und mich so langsam entscheiden muss, was für Abiturfächer ich denn nun wähle, spiele ich mit dem Gedanken, Religion, evangelische Religion, als 4.Abiturfach mündlich zu wählen. Eigentlich hatte ich vor Deutsch als 4.Fach zu wählen, allerdings macht mir der Unterricht im Religionskurs ziemlich spaß. Der Lehrer meinte auch zu mir, dass es vermutlich keine Fehlentscheidung wäre, es als Abifach zu wählen, da ich mündlich doch eigentlich zu einen der Besten gehöre.

Nun müsste ich im Laufe dieser Woche mich schnell entscheiden, bevor die Ferien anfangen, ob ich es denn nun schriftlich belege.
Meine Bedenken wären:

-Da ich kein Christ bin, sondern Moslem, stellt sich mir die Frage, ob ich denn nun aufgrund von anderen Überzeugungen in bestimmte Gewissenskonflikte geraten könnte.
-Ich weiß nicht, ob ich durch diese Entscheidung eventuell mein NC versauen könnte, falls ich schriftlich letztenendes doch nicht so gut sein sollte.


Bräuchte eure Ratschläge. Gibt es vllt. von euch jemand, der es ebenfalls als Abifach gewählt hatte?


Gruß
_Tatar_

Der Schakal
20.09.08, 14:15
Es kommt darauf was wie der Unterricht strukturiert ist.

Bsp.:

In der Uni kannst du evang. Theologie und Vergleichende Religionswissenschaften studieren.


Das erste können nur Christen studieren und das andere jeder der will.

Wenn es deinen Iman gefährdet würde ich es unterlassen.

ayyıldız66
20.09.08, 14:33
Hast du schon mal Klausuren in dem Fach geschrieben oder hast du das Fach bislang nur mündlich belegt?

_Tatar_
20.09.08, 14:53
Bis jetzt habe ich keine Gefährdung meines Imams gesehen. Momentan unterhalten wir uns über Jesus und die Evangelien. Natürlich gibt es, vor allem in diesem Thema, viele Sachen mit denen ich überhaupt nicht einverstanden bin bzw. von denen ich nicht überzeugt bin.

Habe Religion bis jetzt nur mündlich belegt.

ayyıldız66
20.09.08, 14:58
Bis jetzt habe ich keine Gefährdung meines Imams gesehen. Momentan unterhalten wir uns über Jesus und die Evangelien. Natürlich gibt es, vor allem in diesem Thema, viele Sachen mit denen ich überhaupt nicht einverstanden bin bzw. von denen ich nicht überzeugt bin.

Habe Religion bis jetzt nur mündlich belegt.

Wenn du es als Abifach belegen willst, dann musst du bis Ende der 13 oder 13.1 Klausuren in dem Fach schreiben und diese würden dir zugerechnet werden. Wenn es deinen Iman nicht gefährdet und du dein Wissen erweitern kannst, dann würde ich es unter der Voraussetzung wählen, dass du auch schriftlich gute Noten erzielst. Wie gesagt, es ist deine Entscheidung und ich wünsche dir viel Glück und viel Erfolg.

_Tatar_
20.09.08, 15:56
Ja eben, das ist ja genau das Problem. Ich weiß nicht, ob ich auch schriftlich gut wäre in diesem Fach. Naja, ich überleg es mir nochmal in aller Ruhe.

Montag
20.09.08, 16:01
Zwar habe ich schon lange keinen Religionsunterricht besucht (12 Jahre) ist das her, doch vielleicht kann ich auch etwas Sinnvolles beisteuern.
Ich selbst habe als bekennender Zweifler den katholischen Religionsunterricht an einem baden-württembergischen Gymnasium als sehr liberal erlebt. Von Bekehrungsversuchen konnte bei uns keine Rede sein, im Gegenteil, manche Mitschüler haben unsere wirklich freundlichen und kritisch denkenden Lehrer für die Sprachrohre der Kirche gehalten und sich in den Debatten im Unterricht das Mütchen gekühlt, um sich hinterher als "Superrebellen" auf die Schulter klopfen zu können. Dass Sie einem Fundamentalisten in die Arme laufen, halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Passieren kann es dennoch. Ein Beispiel: Aufgrund des niedrigen Schwierigkeitsgrads wählte ich - wie auch mein Cousin, der im gleichem Jahr an der gleichen Schule Abitur machte - Religion als mündliches Prüfungsfach. Dazu erscheinen in BaWü schulexterne Prüfungsvorsitzende, die die Korrektheit der Prüfungen überwachen sollen und auch selbst Fragen stellen dürfen. Bei mir lief alles gut (13 Punkte), bei meinem Cousin weniger (4 oder 5 Punkte). Dazu befragt, meinte er, die prüfende Nonne (solche Lehrer gibt es, wenn auch kaum bei den Evangolen) hätte ihn zum Schluss gefragt, wie oft er bete, worauf er geantwortet habe, dass er "anderweitig" den Kontakt zu Gott suche. Möglicherweise war seine Prüfungsvositzende genauso korrekt, wie es meine gewesen war, und er hatte bloß nicht gelernt, was bei ihm durchaus öfter vorkam. Möglicherweise hatte die Prüfungsvorsitzende ihn aber - mit stillschweigender Billigung der restlichen Prüfungskommission - bewusst auf seine Haltung abgeklopft und entschieden, dass ihr diese nicht passte.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn Sie die evangelische Religionslehre interessiert, machen Sie das - Bekehrungsversuche werden Sie meiner Einschätzung nach kaum zu erdulden haben. Notentechnisch und anderweitig dumm laufen kann freilich so einiges. Aber in welchem Fach kann das nicht passieren?

Komiker
20.09.08, 19:08
Von Bekehrungsversuchen konnte bei uns keine Rede sein, im Gegenteil, manche Mitschüler haben unsere wirklich freundlichen und kritisch denkenden Lehrer für die Sprachrohre der Kirche gehalten und sich in den Debatten im Unterricht das Mütchen gekühlt, um sich hinterher als "Superrebellen" auf die Schulter klopfen zu können. Dass Sie einem Fundamentalisten in die Arme laufen, halte ich für sehr unwahrscheinlich.


Ich gebe keinem Lehrer die Chance überhaupt auf mein Kind in privater Meinung, also durch religiöse Thematik einzuwirken, bzw. zu beeinflussen indem das Kind in Religionsunterricht geht. Kann sein, daß es bei Dir ohne eine versuchte Beeinflussung abgelaufen ist, aber das weiß man erst danach und deshalb gebe ich niemanden den nötigen Raum meinem Kind privaten Glauben, die Mythen und sonstige Lebensweisheiten zu lehren.
Meine Meinung.
Dazu ist die Schule nicht da, sie soll meinem Kind helfen die Grundlagen mehr zu erlernen, die nötig sind, um den bestmöglichen Schulabschluß zu absolvieren für den Einstieg in eine berufsbezogene Welt oder zum Studium.
Bis dahin wird das Kind genug Möglichkeiten gehabt haben, sich selbst von sich aus zu informieren, ob und inwiefern es sich für Kirche und Religion engagieren will.

Die Abhandlung der Dinge kann im Geschichtsunterricht stattfinden...

Datum von-bis .... das und das, und zwar nur die allgemein bewiesenen geschichtlichen Fakten und nicht irgendwelche Mythen, das Christentum kann man über das römische Reich abhandeln, sowie die anderen Religionen, die maßgeblichen Einfluß auf die Weltgeschichte hatten. Da habe ich nichts dagegen, aber 2 Stunden Religion in der Woche in der Schule würde ich nur akzeptieren, wenn mein Kind danach verlangt.
Das tut er aber nicht und diese 2 Stunden wird er noch bitter nötig haben um den gesamten sonstigen Schulstoff aufzuarbeiten, Hausarbeiten vorzuarbeiten, sich vor Schulstunden einzulesen usw.

Ein Unterrichtsfach Ethik oder Philosophie wiederum würde er wohl gerne mitmachen.

Serden
20.09.08, 20:59
Hab ich das richtig verstanden, du hast Religion mündlich?
Wenn ja darfst du es nicht ins Abi nehmen, oder?

Bei mir siehts so aus:

1.Deutsch (LK)
2.Geschichte (LK)
3.Mathe
4.Philosophie (mündlich)

ayyıldız66
20.09.08, 21:04
Hab ich das richtig verstanden, du hast Religion mündlich?
Wenn ja darfst du es nicht ins Abi nehmen, oder?

Bei mir siehts so aus:

1.Deutsch (LK)
2.Geschichte (LK)
3.Mathe
4.Philosophie (mündlich)

Doch, soweit ich das weiß, kann er das machen. Er muss allerdings von 12 bis Ende 13.1 Klausuren in dem Fach schreiben.

Serden
20.09.08, 21:06
Doch, soweit ich das weiß, kann er das machen. Er muss allerdings von 12 bis Ende 13.1 Klausuren in dem Fach schreiben.


Ja genau, das meinte ich ja, ich denke mal er hat es schon schriftlich gewählt.

_Tatar_
20.09.08, 21:07
Nein, ich hab es noch nicht. Deshalb meinte der Lehrer, ich solle mich schnell entscheiden und im Laufe der Woche zum Jahrgangstufenleiter gehen, damit er mich schriftlich eintragen kann.

ayyıldız66
20.09.08, 21:07
Ja genau, das meinte ich ja, ich denke mal er hat es schon schriftlich gewählt.

Keine Ahnung. Wenn die Schule bei ihm neu angefangen hat, dann hat er vielleicht noch bissel Zeit bis zu den Klausuren. Es ist abhängig vom Bundesland.

_Tatar_
21.09.08, 17:53
Ja, der Lehrer möchte mich nachschreiben lassen. :)

Cervantes
21.09.08, 18:53
Wenn dich die Lektüre des Korans noch nicht deines "Imams" entledigt hat, dann werden es 2 Jahre evang. Religionsunterricht sicher auch nicht.
scnr :lach:

Im Ernst, sieh es als Möglichkeit etwas über die Religion zu lernen die Europa (im Guten wie im Schlechten) so geprägt hat und als Chance etwas billiger an einen guten Abischnitt zu kommen.

Mach dich aber auch mit gegensätzlichen Positionen vertraut!
Da gibt es unzählige Werke, Deschner ist wohl der am Meistbemühte in Sachen Kritik an der christl. Heilslehre (musst auch nicht seine ganzen Bände lesen, nimm den Hahn)

http://666kb.com/i/b2b37yhjfzgzktxl5.jpg



Kurzbeschreibung

Abermals krähte der Hahn

Klappentext

Die kritische Kirchengeschichte "Abermals krähte der Hahn", 1962 erstmals erschienen, gilt seit vielen Jahren als Standardwerk und ist aus der Diskussion um das Christentum nicht mehr wegzudenken. Die vom Verfasser autorisierte, unveränderte Neuausgabe kommt den Wünschen zahlreicher Leser - Wissenschaftler wie Laien - entgegen, das Werk wieder in haltbarer Form zu benutzen. Deschner setzt in seiner Arbeit den Schwerpunkt auf die Darstellung der antiken Kirche, entwicklungsgeschichtlich die interessanteste und wichtigste christliche Epoche. In vielen Zusammenhängen jedoch schlägt der Autor den Bogen über das Mittelalter bis in die Neuzeit. Vor allem im letzten Teil, der die soziale Frage, den Antisemitismus und das Problem der Toleranz behandelt, führt Deschner den Leser von Jesus von Nazareth bis in den Ersten und Zweiten Weltkrieg, bis zu Franco, Mussolini, Hitler, Adenauer und Pius XII. In seinem klargegliederten Aufbau, der frappierenden Fülle von Fakten, der unwiderlegbaren Fundierung aus den Quellendoch auch in seinem unerschrockenen Mut ist "Abermals krähte der Hahn" ein geistiges Ereignis von unbestrittener Bedeutung und Aktualität, "ein Zeitphänomen ersten Ranges" (Friedrich Heer).

Keine andere allgemeinverständliche Kirchengeschichte vereinigt ein so reichhaltiges, überzeugendes und offen dargebotenes Material: durchgehend das Ergebnis der modernen, historisch-kritischen christlichen Theologie.

Vorbemerkung des Autors

Diese Kirchengeschichte, von einem Laien für Laien geschrieben, ist allgemeinverständlich und setzt nichts voraus als Interesse und Liebe zur historischen Wahrheit.

Das Buch enthält vorwiegend eine Darstellung der antiken Kirche, entwicklungsgeschichtlich die wichtigste und interessanteste christliche Epoche. Doch bietet es in vielen Zusammenhängen Vorausblicke auf Mittelalter und Neuzeit. Vor allem der letzte, die soziale Frage und das Problem der Toleranz behandelnde Teil führt den Leser von Jesus bis in den ersten und zweiten Weltkrieg, bis zu Franco, Mussolini, Hitler, Adenauer und Pius XII. Wer sich nicht für die mit Absicht ausführlich erörterten geschichtlichen Grundlagen des Christentums zu Beginn des Buches interessiert, sei angeregt, die aktuellsten Themen, die es beschließen, zuerst zu lesen. Wie überhaupt zahlreiche Kapitel für sich verständlich sind, etwa die über Buddha, Asklepios, Herakles, Dionysos, die Essener, den Coelibat, Maria, die Märtyrerzeit, die Entstehung des Heiligenkultes, die Inquisition, den Hexenwahn u. a.
Manche unwichtigen Details, die in den meisten Kirchengeschichten stehen, fehlen hier, dafür steht hier vieles und wesentliches, das andere derartige Werke entweder gar nicht oder nur kurz und verschleiert erwähnen. Mittelalter und Neuzeit werden bloß unter den entscheidenden ethischen Aspekten betrachtet gemäß dem Bibelwort: "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!"

Das Buch fußt zum größten Teil auf den Ergebnissen der modernen historischkritischen christlichen Theologie. Von mir gebeten, haben darüber hinaus mehrere Fachgelehrte das Manuskript auf seine historische Exaktheit hin gelesen. Der Hauptteil wurde von einem der besten theologischen Kenner des antiken Christentums einer sorgfältigen Durchsicht unterzogen. Ein weiterer namhafter Theologe überprüfte die dem Mittelalter gewidmeten Kapitel, während die Abschnitte über den ersten Weltkrieg, den Faschismus und das Verhalten des Vatikans im zweiten Weltkrieg und in der Gegenwart von zwei bedeutenden Profanhistorikern als "außerordentlich wichtig und notwendig" befunden worden sind.

Ein dritter Theologe dagegen, ein bekannter Kirchengeschichtler, der nach seiner Lektüre des Manuskriptes schrieb, es habe ihn sehr gepackt, glaubte im letzten Teil Einseitigkeit und eine Gefahr für die Laien zu erkennen. "Wäre das Buch", urteilte dieser Gelehrte, "nur für Bischöfe, Pfarrer und Theologen bestimmt, dann würde ich sagen: Ausgezeichnet!" Nun ging ich aber davon aus, daß gerade die Laien einmal in dieser Form erfahren sollen, was zumindest die Gelehrten unter den Klerikalen ja ohnehin längst wissen.

Ich danke allen, die mir die Niederschrift des Buches ermöglichten, und allen, die, um des Wahren und Guten willen, zu seiner Verbreitung beitragen. Möge es vielen Menschen die Klarheit bringen, die das Studium seiner Materie mir selbst gebracht hat.

Karlheinz Deschner

Nachwort des Autors

Ein protestantischer Pastorensohn, der durch die Bemühungen seiner Frau konvertierte, die sich inzwischen von der katholischen Kirche löste, während er nicht noch einmal abfallen möchte, sagte unlängst zu mir: "Man kann alles so und so betrachten". Ja, das kann man. Man kann aber auch die Quellen lesen und man kann vergleichen, die Argumente der einen mit den Argumenten der anderen Seite.

Dazu fordere ich auf.

Zunächst zum Studium der urchristlichen Literatur, besonders der Bibel, deren Lektüre die Kirche, so sehr sie es auch heute bestreitet, nicht zufällig dem Volk jahrhundertelang verboten hat, während etwa ein Nietzsche von den Evangelien schrieb, man könne sie nicht behutsam genug lesen.

Dann studiere man die Sekundärliteratur, und zwar die Arbeiten sowohl der historisch-kritischen, wie der katholischen oder traditionsfreundlichen protestantischen Theologen. Ich animiere also noch nicht einmal zum Studium der antichristlichen Wissenschaft. Es genügt für den Leser, der meiner Darstellung mißtraut, nur je ein, zwei Bücher von historisch-kritischen christlichen Theologen, etwa von Rudolf Bultmann, Martin Dibelius, Martin Werner, Carl Schneider, Hans Conzelmann oder Fritz Buri einzusehen und sie zu vergleichen mit sehr viel mehr Darstellungen konservativer Theologen und Kirchengeschichtsschreiber. Ich empfehle ganz besonders die Lektüre katholischer Werke, vorausgesetzt eben, daß man sie wenigstens mit einigen Werken ihrer Gegner vergleicht. Niemals kann man sich besser von der historischen Wahrheit überzeugen, als bei einer solchen Konfrontation.

Meines Wissens verbietet keine freireligiöse oder atheistische Gemeinschaft ihren Mitgliedern das Lesen katholischer oder protestantischer Schriften. Warum aber die Verbote der katholischen Kirche? Warum der Index? Warum der Antimodernisteneid? Warum die kirchliche Druckerlaubnis? Sind ihre Gläubigen und Theologen geistig weniger autark als die Anhänger ihrer Feinde? Nein, die Geschichte, die Logik und das Ethos richten sich zu eindeutig gegen die Lehre und Praxis der Kirche, weshalb sie die Aufklärung scheuen und die Lektüre kritischer Werke verbieten muß, während ihre Gegner es sich sogar leisten können, zum Studium des kirchlichen Schrifttums aufzufordern.

Das ist ein Unterschied, den ich abschließend dem Nachdenken des Lesers empfehle.


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Und natürlich die Kritik an der Kritik beachten (die sich meist um die Chose der Hexenverbrennung, der Opferzahlen sowie deren Darstellung dreht):


Deschners Werk Abermals krähte der Hahn ist ein Standardwerk der Kirchenkritik; nicht zuletzt deswegen ist es auch heftig umstritten.

Es wird unter anderem eingewandt:

* Deschners Werk sei in vielen Einzelheiten ungenau und enthalte eine Reihe faktischer Irrtümer, die mit sorgfältiger historischer Arbeit nicht vereinbar seien. Beispiele seien die ohne Belege vorgebrachte Behauptungen, die Vulgata sei von der Kirche jahrhundertlang abgelehnt worden oder es gebe in der römischen Kirche erst seit dem 14. Jahrhundert eine kirchliche Trauung. Ein extremer Fall sei es, wenn er die Zahl der ermordeten Hexen, die dem Heiligen Stuhl zum Opfer gefallen sei, mit neun Millionen angibt. Die heutige Forschung geht für die gesamte Hexenverfolgung (auch in protestantischen Gebieten) von deutlich unter 100.000 Opfern aus.

* Die vielen Anmerkungen und Belegstellen täuschten Wissenschaftlichkeit nur vor, da wichtige Aussagen gar nicht belegt seien, die Belegstellen zum Teil wissenschaftlichen Ansprüchen in keiner Weise genügten (dies sei etwa für die Zahl der Hexenverbrennungen der Fall), die zitierten Werke nicht korrekt wiedergäben oder auch die tatsächliche Quelle für eine Aussage verschleierten oder zumindest schwer nachvollziehbar machten.

* Um seine kritische Tendenz zu unterstützen, lasse Deschner teilweise durch seine Formulierungen neutrale oder in sich positive Vorgänge in einem schlechten Licht erscheinen, so wenn er etwa über Hieronymus schreibt: "Der päpstliche Sektretär änderte dabei [bei der Herstellung eines einheitlichen lateinischen Textes] den Wortlaut der Vorlage, die er als Basis für seine 'Berichtigung' der vier Evangelien benutzte, an 3500 Stellen", ohne mit einem Wort zu erwähnen, dass Hieronymus das im Rückgriff auf den griechischen Urtext getan hätte.

* Durch seine Methode, einseitig negative Tatbestände zu sammeln und diese zum Teil noch polemisch zu übersteigern, lasse er ein historisch undifferenziertes und falsches Bild der Geschichte des Christentums als Ganzem, wie auch einzelner Perioden und Persönlichkeiten entstehen, das nur noch eine Karikatur der tatsächlichen historischen Begebenheiten darstelle. Dies sei insbesondere auch deshalb fragwürdig, da er durch seine Formulierungen immer wieder nahelege, dass seine Darstellung einen Gesamteindruck ermögliche. (So wenn er etwa sein Werk in der Einleitung eine "Kirchengeschichte" nennt.)

Verteidiger des Werkes Deschners wenden dagegen ein, dass Deschner keine Falschbehauptungen nachgewiesen werden konnten, da er ja fast ausschließlich die Arbeiten von Theologen für sein Werk herangezogen hätte. So stünde die kirchliche Kritik vor dem Dilemma, das Werk entweder gar nicht zu kritisieren oder letztendlich die eigenen Theologen zu treffen (mit eventuell fatalen Folgen). Negativkritik habe sich damit im Wesentlichen auf Vorwürfe wie "Einseitigkeit", "Unausgewogenheit" und dergleichen beschränkt, beziehungsweise auf einige wenige Details (wie die Zahl der Hexenverbrennungen), die für das Gesamtwerk von nur untergeordneter Bedeutung seien. Aber auch diese Negativkritiken seien selber in die Kritik geraten, denn man gelange schnell zu Fragen wie "Darf ein Wissenschaftler den Gegenstand seiner Forschung frei wählen?" oder "Ist die Wirklichkeit ausgewogen?".

Positivkritik wurde dahingehend geäußert, dass erstmals ein sich fast ausschließlich auf historische Tatsachen (die in den Theologenkreise natürlich lange bekannt waren) stützendes kirchenkritisches Werk, für den Laien verständlich aufbereitet, geschaffen worden sei.

http://de.wikipedia.org/wiki/Abermals_kr%C3%A4hte_der_Hahn


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