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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pressespiegel zum PKK-Terror



DeLaHoya
17.07.05, 22:46
"Il Messaggero" (Rom)

"Nach der Verhaftung ihres Führers Abdullah Öcalan und anderer hatte die kurdische PKK zunächst einen Waffenstillstand angekündigt. Ein Waffenstillstand, der einige Jahre lang angedauert hat. Doch dann, nach dem Sturz Saddam Husseins, wurden im Gebirge an der türkisch-irakischen Grenze Trainingslager der radikaleren PKK-Fraktion entdeckt, der Fraktion, die den bewaffneten Kampf wieder aufnehmen will.

Einen bewaffneten Kampf, der nach den Maßnahmen der türkischen Regierung zu Gunsten der starken kurdischen Minderheit (mehr als 13 Millionen der insgesamt 60 Millionen Menschen in der Türkei sind Kurden) eigentliche keine Existenzberechtigung hat. (...) Aber gegen die neue Welle des Terrorismus in der Türkei kann man nur wenig tun."

http://www.kurier.at/ausland/1050850.php

DeLaHoya
17.07.05, 22:47
"Neue Welle von Terroranschlägen in der Türkei nicht auszuschließen"

Berliner Morgenpost: Ist der Anschlag in Kusadasi das erste Selbstmordattentat kurdischer Rebellen?

Rolf Tophoven: Wenn es sich tatsächlich um eine Frau handelt, die sich in die Luft gesprengt hat, ist das keine taktische Neuerung des operativen Vorgehens. In den langjährigen Kämpfen mit der türkischen Armee haben bereits weibliche PKK-Kämpfer Selbstmordanschläge verübt. Wir kennen dieses Phänomen weiblicher Selbstmordkandidatinnen auch aus dem Nahostkonflikt oder bei den sogenannten Schwarzen Witwen in Tschetschenien.

Welche Erkenntnisse gibt es zum Tathergang?

Die Wirkung des Sprengsatzes könnte auf den militärischen Sprengstoff C4 hindeuten. Und es gibt Erkenntnisse, daß solches Material aus dem Nordirak kommt. Bekanntlich bestehen Verbindungen zwischen den Kurden in der Türkei und denen im Nordirak - daher ist nicht auszuschließen, daß die PKK oder ihr nahestehende Kader von dort diesen hocheffizienten Sprengstoff bekamen.

Stichwort Irak - könnte der Anschlag auch einen islamistischen Hintergrund haben?

Nein, ein militant islamistischer Hintergrund ist bisher auszuschließen. Die Tätergruppe, die sich bekannt hat, wendet sich gegen die Regierung in Ankara.

Müssen deutsche Touristen nun Angst vor weiteren Selbstmordattentaten in der Türkei haben?

Das Attentat in Kusadasi ist das zweite auf Touristenziele binnen weniger Tage, verübt von einer mit der PKK verknüpften Terrorgruppe. Es ist nicht auszuschließen, daß eine neue Welle terroristischer Operationen folgt, um die Kurden-Frage erneut ganz oben auf die Agenda der türkischen Politik zu setzen.

Wie können sich Touristen vor Anschlägen schützen?

Es gibt gegen Selbstmörder, die einmal ihr Ziel erreichen, im Grunde keinen Schutz. Trotzdem ist die Prävention für den Urlauber vielfältig: Er kann seine Umgebung sorgfältig beobachten und zum Beispiel auffällige Gegenstände wie herrenlose Koffer der Polizei melden.

Mit dem Terrorismusexperten Rolf Tophoven sprach Stefanie Bolzen

http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/07/17/politik/767105.html

Gökcen
17.07.05, 22:48
60mio? naja
kann man nur wenig tun??ja da hat er recht wenn menschen wie erdogan das land regieren kann man wirklich nur wenig dagegen tun

DeLaHoya
17.07.05, 22:50
Man beachte die Verharmlosung der PKK bei der FAZ und die Verallgemeinerung der Kurden...



Glosse Politik
Rückkehr des Terrors

17. Juli 2005 Her. Die kurdische Separatistenbewegung PKK macht jetzt die Erfahrung vieler extremistischer Gruppierungen: Sobald die Mehrheit in ihnen dem Terror abschwört und den politischen Dialog sucht, spaltet sich eine Minderheit mit der Waffe in der Hand ab. Die will dann nicht nur am Terror festhalten, sondern auch den neuen Weg der einstigen Weggefährten sabotieren. Diese gewaltbereite Minderheit in der PKK gab sich den Namen "Freiheitsfalken Kurdistans". Ihr sind die früheren Gesinnungsgenossen gegenüber Ankara zu "passiv" geworden. Die "Falken" identifizierten den Tourismus als wichtigste Einnahmequelle des ihnen verhaßten türkischen Staats. Am 1. Mai hatten sie daher die Urlauber aufgefordert, die Türkei zu meiden. Bekannt ist diese Abspaltung schon seit einem Jahr. Seither hat sie kleinere Anschläge in Istanbul und Ankara verübt, auch in Cesme und in Kusadasi. Trotzdem wurde sie nur von wenigen ernst genommen. Das hat sich mit dem zweiten Anschlag in Kusadasi, der mutmaßlich auf ihr Konto geht, verändert. Der kurdische Terrorismus ist in die Türkei zurückgekehrt. Nun ist er aber nicht nur im kurdischen Osten aktiv, sondern auch in den Urlaubsorten des türkischen Westens.
http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/img/leer.gif

Text: F.A.Z., 18.07.2005, Nr. 164 / Seite 12

http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE 790E1/Doc~E0E7735CEA27D4B4DAB32C2307 735006F~ATpl~Ecommon~Scontent. html

DeLaHoya
17.07.05, 22:55
Attentat:
Türkei-Urlauber im Visier des Terrorshttp://www.diepresse.com/images/p.gifVon unserem Korrespondenten JAN KEETMAN (Die Presse) 18.07.2005

PKK oder Al-Qaida? Nach dem Anschlag auf einen Touristenbus in der Westtürkei befürchten die Behörden weitere Attentate radikaler Kurden oder Islamisten.

ISTANBUL. Waren es wieder kurdische Rebellen? Oder hat das Islamisten-Netzwerk al-Qaida in der Türkei zugeschlagen? Diese Fragen stellten sich am Sonntag britische und türkische Terror-Ermittler. Vor allem in Großbritannien hat der Sprengstoffanschlag auf einen Bus mit Badegästen im türkischen Ferienort Kusadasi die Terrorangst noch verstärkt. Die Zeitung "Observer" wies darauf hin, dass in dem attackierten Kleinbus Touristen gesessen seien, die mit dem britischen Reisebüro Thomas Cook in die Türkei gereist waren. Nach den verheerenden Anschlägen in London erwecke das Attentat in Kusadasi den Eindruck, Teil einer "sorgsam koordinierten Serie von Angriffen gegen britische Interessen zu sein".

Der Urlauberbus war am Samstag in Kusadasi in die Luft geflogen, als er gerade eine Statue des türkischen Staatsgründers Kemal Atatürk passierte. Ursprüngliche Meldungen, eine junge Frau habe sich selbst und die Touristen in die Luft gesprengt, wurden am Sonntag wieder dementiert. Nach Prüfung der Liste der Opfer glauben die Behörden, einen Selbstmordanschlag ausschließen zu können.

Irgendwie war es gelungen, eine Bombe in den Kleinbus zu schmuggeln, bevor sich dieser auf den Weg zum Strand machte. Der Sprengsatz zerriss den Bus und tötete fünf Insassen, darunter eine 17-jährige Irin und eine 21-jährige Engländerin. Unter den 13 Verletzten befindet sich auch ein 16-jähriger türkischer Schüler, der ein Bein verlor.

Aus Angst vor weiteren Attentaten haben die türkischen Behörden am Sonntag die Sicherheitsvorkehrungen in Izmir und den Touristenorten an der Ägäis verschärft. Sie verdächtigen in erster Linie die kurdische Arbeiterpartei PKK, hinter dem Anschlag zu stecken. Der PKK-Führer im Nordirak, Zübeyr Aydar, hat zwar beteuert, seine Organisation habe nichts mit dem Blutbad in Kusadasi zu tun. Aber erst vor wenigen Tagen hatte sich eine PKK-Unterorganisation zu einem Bombenanschlag im Ferienort Cesme bekannt. Dabei waren 20 Menschen, darunter zwei Touristen, verletzt worden. Zugleich hatte die Gruppe weitere Angriffe auf Tourismusziele in der Türkei angekündigt.

Nach Einschätzung türkischer Sicherheitskreise sind in den vergangenen Monaten bis zu 2000 PKK-Kämpfer aus dem Irak in die Türkei eingesickert. Ihre alten Waffen - Granatwerfer und Kalaschnikow - kommen kaum noch zum Einsatz. Als hätten sie im Irak effektivere Kampfmethoden gelernt, legen sie nun Minen oder verstecken Bomben am Wegrand, die dann ferngezündet werden. Konvois des türkischen Militärs sind ihre bevorzugten Ziele.

Das militärisch-politische Zentrum der PKK befindet sich am Berg Kandil im kurdischen Nordirak. Hier wurde die PKK Anfang April am Geburtstag ihres inhaftierten Führers Abdullah Öcalan neu gegründet. Sie war nach der Gefangennahme Öcalans in Kenia 1999 mehrfach umbenannt worden. Damit ging zunächst ein Gewaltverzicht einher. Doch daran fühlt sich die PKK seit über einem Jahr nicht mehr gebunden.

Enver Sezgin, Mitarbeiter einer kurdischen Zeitschrift, meint, der PKK gehe es mit der Wiederaufnahme des Kampfes darum, eine Generalamnestie zu erreichen, die auch Öcalan einschließe. Andere argumentieren, die PKK wolle die Annäherung der Türkei an Europa torpedieren. Der türkische Premier Tayyip Erdogan droht gar mit einem Militärschlag gegen die PKK im Nordirak. Doch US-Generalstabschef Richard Myers wies Ankara bereits darauf hin, dass der Irak ein souveräner Staat sei. Jegliche Aktionen müssten die Türken mit Bagdad absprechen.

http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=p&ressort=a&id=495183

DeLaHoya
17.07.05, 23:10
Tja, und hier unser Super-Türkei-Experte Boris Kalnoky... man beachte die Überschrift... er scheint aus "Ankara geht gegen Kurden vor" und seiner Hürriyet-Zitat-Blamage nichts gelernt zu haben.



Man beachte auch die Rechtfertigungsversuche und Verniedlichung der PKK seinerseits, das Wort Terrorist scheint er nicht zu kennen.




Tod am Meer


Das Attentat auf einen Minibus im türkischen Kusadasi verschärft die Konfrontation zwischen der türkischen Regierung und gewaltbereiten kurdischen Rebellen
von Boris Kalnoky


Für die Briten in einem Minibus an der türkischen Mittelmeerküste war am Samstagvormittag der Strand das Ziel und die Londoner Terroranschläge vom 7. Juli schienen Welten entfernt. Doch der Horror holte sie ein, als ihr Bus explodierte.

Wie die Bilder sich gleichen. Der Bus zerborsten, wie der Doppeldecker der Linie 30 in London; Verwundete und Körperteile auf der Straße, ein Mann hängt tot aus dem Buswrack heraus. Von den 19 Menschen im Minibus starben fünf, drei türkische Staatsbürger (darunter eine junge Frau), eine Irin und ein Engländer. Acht Türken und sechs weitere Engländer wurden verletzt.
Die Behörden nannten sofort die international als terroristisch bezeichnete Kurdenorganisation PKK als Täter, und die Zeitung "Hürriyet" berichtete, ein militanter Zweig dieser Organisation namens "Kurdische Freiheitsfalken" habe sich des Anschlags bezichtigt. Ziel sei es, durch Terror gegen Touristen der Türkei wirtschaftlich zu schaden. Die PKK wies indes jede Verantwortung für das Attentat zurück und erklärte, keinerlei Verbindung zu den "Falken" zu unterhalten. Auch frühe Äußerungen von Sicherheitsbeamten, daß womöglich eine junge Frau den Anschlag als Selbstmordattentäterin begangen habe, wichen anderen Darstellungen, wonach der Sprengsatz in den Bus gestellt worden war.


Die Selbstmörderthese führte in der Türkei zu tiefer Beunruhigung, denn im Mai hatte die Armeeführung geschätzt, daß rund 1500 PKK-Kämpfer vom benachbarten Irak aus ins Land eingesickert seien - und mit ihnen 70 Männer und Frauen als potentielle Selbstmordattentäter. Dann wurde eine Frau gefaßt, als sie mit Sprengsätzen am Körper in ein Regierungsgebäude in der Kurdenmetropole Diyarbakir einzudringen versuchte. Es schien tatsächlich so, als stünde der Türkei eine blutige Welle von Selbstmordanschlägen bevor. Als auch noch der Minibus in Kusadasi explodierte und alle von einer Selbstmordattentäterin redeten und "Hürriyet" die "Freiheitsfalken" mit der Absicht zitierte, fortan gezielt gegen Touristen vorzugehen, da zeichnete sich ein grausiges Szenario ab - ein Blutbad an den Stränden der türkischen Urlaubsparadiese.

Die PKK hat in der Vergangenheit tatsächlich Selbstmordattentäter eingesetzt, aber relativ selten, zuletzt im Jahr 1999. Die Motivation der Täter scheint meist persönlich erlittenes Leid im langjährigen Konflikt mit den türkischen Sicherheitskräften gewesen zu sein - der Verlust geliebter Menschen oder Verwandter, durchlittene Folterungen und Erniedrigungen - und das Versprechen der PKK, sich finanziell um die Familie des Täters zu kümmern.

Klar scheint, daß die PKK gezielt Ausländer ermordet und daß es sich nicht um einen Einzelfall handelt, sondern um eine Strategie. Erst eine Woche zuvor waren im Touristenort Cesme, etwas nördlich von Kusadasi, 20 Menschen verletzt worden, als ein in einem Mülleimer versteckter Sprengsatz explodierte. Daß die PKK dahintersteckt, darauf deutet die Verwendung von C-4-Sprengstoff in Kusadasi hin, der als bevorzugtes Explosionsmittel der PKK gilt.

Und noch etwas rückt ins öffentliche Bewußtsein. Der Konflikt zwischen der PKK und den türkischen Sicherheitskräften, der sechs Jahre lang dank eines einseitigen Waffenstillstandes der Kurden geruht hatte, ist neu entbrannt. Der Horror dieses Krieges, in dem von 1984 bis 1999 etwa 37 000 Menschen starben, Hunderttausende vertrieben und Tausende Dörfer im Südosten der Türkei entvölkert wurden, könnte das Land erneut lähmen.
Als vor genau einem Jahr die PKK ihr einseitiges Moratorium kündigte, offenbar weil sie alle Hoffnung aufgegeben hatte, von der türkischen Regierung eine Generalamnestie und ein Rückkehrrecht für ihre Kämpfer erreichen zu können, da begann es mit kleinen Angriffen. In den letzten drei Monaten jedoch haben die bewaffneten Auseinandersetzungen beunruhigende Dimensionen erreicht. Rund 100 Todesopfer gab es in dieser Zeit zu beklagen, allein gestern starben zehn Guerilleros, als die Armee eine Gruppe von PKK-Kämpfern stellte.

Im vergangenen Monat sind rund 20 türkische Soldaten von der Guerilla getötet worden, oft durch Landminen. Jeden Tag gibt es neue Kämpfe, neue Angriffe, neue Militäraktionen. Zu den Anschlägen der PKK zählten in den letzten Monaten Angriffe auf einen Passagierzug (fünf Tote) und einen Güterzug; Raketenfeuer auf türkische Militärlager, politische Morde gegen mißliebige Regionalpolitiker.[DeLaHoya: Der gute Boris meint Hikmet Fidan, der als PKK-Anhänger 10 Jahre im Gefängnis saß und stellvertretender HADEP Vorsitzender war! Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder, nur scheint das der gute Boris nicht zu merken.) Und in der vergangenen Woche waren sie so verwegen, eine Straßensperre bei dem Ort Tunceli zu errichten, wo sie alle Fahrzeuge kontrollierten. Ein türkischer Soldat geriet ihnen dabei in die Hände. Seither durchkämmen mehr als 1000 türkische Truppen das Gebiet, auf der Suche nach dem entführten Kameraden.

Die Eskalation der Gewalt scheint lange nicht abgeschlossen. Nicht nur kommen immer mehr PKK-Kämpfer über die irakische Grenze in die Türkei, auch in den kurdischen Gebieten des Landes werben die Guerillas verstärkt neue Rekruten an.. Immer mehr junge Kurden gehen wieder "in die Berge". [DeLaHoya: der gute Boris kann seine antitürkische Einstellung nicht verheimlichen:] Ein Fall, von dem die Zeitung "Chicago Tribune" jüngst berichtete, dokumentiert, wie die Gewalt neue Gewalt gebiert. Eine junge Frau hatte sich entschlossen, der PKK beizutreten, nachdem ein Freund, der zur Guerilla gehörte, von Sicherheitskräften getötet worden war. Sie wurde aufgefordert, seine Leiche für das Begräbnis vorzubereiten. Sie wusch die Leiche und hüllte sie ins Leichentuch, aber "sie konnte die Spuren der Folterungen nicht wegwaschen", wird die Mutter der neuen PKK-Rekrutin in dem Bericht zitiert. Seither sei sie "nicht mehr dieselbe gewesen" und habe sich schließlich für einen zehntägigen Trainingskurs bei den Rebellen gemeldet.


Die Kurden spaltet die Frage, ob man kämpfen oder verhandeln soll, da doch die Türkei neuerdings eine nie dagewesene Reformpolitik gegenüber der kurdischen Bevölkerung betreibt. Von der PKK hat sich der Bruder ihres inhaftierten Führers Abdullah Öcalan, Osman Öcalan, losgesagt, und hat im vergangenen Jahr eine eigene Organisation mit dem Kürzel PPDK gegründet. Er will keine Gewalt mehr. Die gegenwärtige Logik aber weist einen anderen Weg - mit unabsehbaren Folgen für die Kurden und für die Türkei.
http://www.welt.de/data/2005/07/18/747328.html

DeLaHoya
17.07.05, 23:14
der tag

Der Sommer der angekündigten Morde

Die "Kurdischen Freiheitsfalken" terrorisieren türkische Strände, die Alten von der PKK eher das Hinterland

ISTANBUL taz http://www.taz.de/gifs/bl.gif Türkische Zeitungen zeigten gestern zwei ähnliche Fotos - das erste zeigt den Londoner Bus, den vor über einer Woche ein Selbstmordattentäter sprengte. Das andere zeigt das Wrack des Busses nach dem Anschlag in Kusadasi. Die Botschaft: Der Terror in London ist derselbe wie der Terror in der Türkei.

Angesichts der verheerenden Reaktionen in Westeuropa beeilte sich am Samstag ein Sprecher der kurdischen PKK zu erklären, seine Organisation habe mit dem Anschlag in Kusadasi nichts zu tun. Die türkische Polizei ist sich aber schon ziemlich sicher, dass die so genannten Kurdischen Freiheitsfalken (TAK) dahinter stecken.

Der Anschlag entspricht dem Szenario, dass die TAK nach dem Attentat in Cesme vor einer Woche angekündigt hat. Angriffe auf Tourismuszentren, um eine der wichtigsten Einnahmequellen zu verstopfen. Die TAK ist bislang nur sporadisch und nur im Westen der Türkei aufgetreten: vor der Tat in Cesme bereits mit einem ersten Anschlag in Kusadasi im April und mit zwei Anschlägen auf Istanbuler Hotels im August 2004. Damals gab es zwei Tote, und die Polizei ging davon aus, dass es sich um eine Kleinstgruppe handelt, die sich wieder auflöst. Das sieht nun anders aus: Diese Anschläge finden zeitgleich mit PKK-Attentaten in anderen Landesteilen statt. Der in Kusadasi verwendete Sprengstoff soll aus dem Nordirak stammen. Auch hat die PKK in der Hochphase des Krieges 1993 bis 94 schon einmal Anschläge auf Tourismuseinrichtungen verübt. Nichts sorgt für mehr Aufmerksamkeit als getötete westeuropäische Touristen. Es sieht so aus, dass die TAK mit Unterstützung der PKK für den Terror im Westen zuständig ist, für den die PKK aus propagandistischen Gründen nicht die Verantwortung übernehmen will.

Denn anders als vor elf Jahren geht es jetzt kaum um die unterdrückte kurdische Minderheit. Die türkische Regierung ist den Kurden unter Druck der EU entgegen gekommen. Kurdische Medien, Schulen und politische Mitsprache haben dazu geführt, dass die Mehrheit der Kurden die Wiederaufnahme des bewaffneten Kampfes durch einen Teil der früheren PKK ablehnt. Statt für die Befreiung bombt die PKK jetzt nur für sich selbst.

JÜRGEN GOTTSCHLICH

taz Nr. 7718 vom 18.7.2005, Seite 2, 83 Zeilen (TAZ-Bericht), JÜRGEN GOTTSCHLICH

http://www.taz.de/pt/2005/07/18/a0070.nf/text.ges,1

DeLaHoya
17.07.05, 23:18
die kurdische PKK will sich in die Wahrnehmung zurückbomben

Ankara auf dem Weg in die Terrorfalle

Die Bombe in Kusadasi weckt fatale Erinnerungen. Schon einmal, 1993 und 1994, explodierten Handgranaten und Bomben in Urlaubszentren. Sie verletzten Dutzende von Menschen und schädigten den wichtigsten türkischen Devisenbringer nachhaltig: den Tourismus. Damals war der Krieg der kurdischen Arbeiterpartei PKK für ein unabhängiges Kurdistan auf seinem Höhepunkt. Ein militärischer Erfolg der Rebellen schien möglich.

Heute ist zwar der Terror zurück, aber sonst ist alles anders. Die PKK hat den Krieg längst verloren, die türkische Regierung hat die kulturellen Rechte der kurdischen Minderheit akzeptiert, und die Überreste der PKK stehen mit dem Rücken zur Wand.

Weil die Zeit an ihnen vorbeizugehen droht und Ankara sich weigert, die in den Nordirak geflüchteten PKK-Kader zu begnadigen, haben diese ihren Kampf wieder aufgenommen. Nicht für die Befreiung eines imaginierten Volkes, sondern einfach gegen das Vergessen. Im Windschatten des internationalen islamistischen Terrors will die PKK sich auf die politische Agenda zurückbomben.

Unglücklicherweise ist der türkische Staat bedrohlich nahe daran, in diese Terrorfalle hineinzustolpern. Statt konsequent zu versuchen, die PKK zu isolieren und mit den lokalen kurdischen Politikern zusammenzuarbeiten, sind Militär und Polizei bereits wieder dabei, die kurdische Bevölkerung unter Generalverdacht zu stellen. Überall werden Kontrollposten und Straßensperren errichtet, die Armee verlegt erneut Kontingente in den Osten des Landes. Schon wird über einen Einmarsch im Nordirak gesprochen. Not täte dagegen eine verstärkte wirtschaftliche Unterstützung für die kurdische Bevölkerung und eine ökonomische Entwicklung des Südostens.

Hier liegt auch die Chance für die EU, dämpfend in den Konflikt einzugreifen. Unterstützung für Infrastrukturprojekte und die Rückkehr kurdischer Bauern in ihre Dörfer, aus denen sie in den 90er-Jahren vertrieben wurden, helfen die Normalisierung im Osten fortzusetzen. Eine klare Delegitimierung der PKK Anschläge durch die EU würde im Übrigen in der Türkei die zivile Politik gegenüber dem Militär stärken. JÜRGEN GOTTSCHLICH

taz Nr. 7718 vom 18.7.2005, Seite 11, 48 Zeilen (Kommentar), JÜRGEN GOTTSCHLICH

http://www.taz.de/pt/2005/07/18/a0154.nf/text.ges,1

DeLaHoya
17.07.05, 23:21
KOMMENTAR:TÜRKEI

Zeichen wachsender Schwäche

VON GERD HÖHLER

http://www.fr-aktuell.de/no.gif


Die PKK will ihren Krieg offenbar in den Westen des Landes tragen. Gewinnen wird sie ihn dort ebenso wenig wie im Südosten, den traditionellen Siedlungsgebieten der Minderheit, wo der Konflikt schon jetzt bereits fast 40 000 Todesopfer gefordert hat.

Zu groß angelegten militärischen Operationen, wie noch in den 90er Jahren, als die PKK ganze Landstriche in der Südosttürkei kontrollierte, sind die kurdischen Separatisten heute nicht mehr fähig. Dazu fehlen ihnen die Mitstreiter und auch der Rückhalt in der örtlichen Bevölkerung. Anders als damals bekommen sie auch keine Unterstützung mehr aus Syrien und Libanon.

So sind die jüngsten Bombenanschläge eher ein Ausdruck der Schwäche als ein Anzeichen wachsender Stärke. Die PKK gibt vor, für die Rechte der diskriminierten kurdischen Minderheit zu kämpfen. Aber das stimmte in den 80er und 90er Jahren schon nicht. Und ebenso wenig stimmt es heute.

Auch wenn die Bomben nun im Westen des Landes hochgehen und ausländische Touristen zerfetzen - Opfer dieses Terrors sind zugleich auch die Kurden. Deren Lebensverhältnisse werden sich eher verschlechtern, wenn der Konflikt zwischen Separatisten und Zentralregierung weiter eskaliert. Das sollten jene bedenken, die in der PKK immer noch eine Befreiungsbewegung sehen und ihren Führer Abdullah Öcalan zum Märtyrer stilisieren. Für Terroristen kann es keine Sympathie geben, ganz gleich, auf welche Motive sie sich berufen.

http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/die_seite_3/?cnt=700743 (http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/die_seite_3/?cnt=700743)

dertli4u
17.07.05, 23:29
aha, gerd höhler hat endlich was objektiveres geschrieben..

yücel
17.07.05, 23:29
KOMMENTAR:TÜRKEI

Zeichen wachsender Schwäche

VON GERD HÖHLER

http://www.fr-aktuell.de/no.gif


Die PKK will ihren Krieg offenbar in den Westen des Landes tragen. Gewinnen wird sie ihn dort ebenso wenig wie im Südosten, den traditionellen Siedlungsgebieten der Minderheit, wo der Konflikt schon jetzt bereits fast 40 000 Todesopfer gefordert hat.

Zu groß angelegten militärischen Operationen, wie noch in den 90er Jahren, als die PKK ganze Landstriche in der Südosttürkei kontrollierte, sind die kurdischen Separatisten heute nicht mehr fähig. Dazu fehlen ihnen die Mitstreiter und auch der Rückhalt in der örtlichen Bevölkerung. Anders als damals bekommen sie auch keine Unterstützung mehr aus Syrien und Libanon.

So sind die jüngsten Bombenanschläge eher ein Ausdruck der Schwäche als ein Anzeichen wachsender Stärke. Die PKK gibt vor, für die Rechte der diskriminierten kurdischen Minderheit zu kämpfen. Aber das stimmte in den 80er und 90er Jahren schon nicht. Und ebenso wenig stimmt es heute.

Auch wenn die Bomben nun im Westen des Landes hochgehen und ausländische Touristen zerfetzen - Opfer dieses Terrors sind zugleich auch die Kurden. Deren Lebensverhältnisse werden sich eher verschlechtern, wenn der Konflikt zwischen Separatisten und Zentralregierung weiter eskaliert. Das sollten jene bedenken, die in der PKK immer noch eine Befreiungsbewegung sehen und ihren Führer Abdullah Öcalan zum Märtyrer stilisieren. Für Terroristen kann es keine Sympathie geben, ganz gleich, auf welche Motive sie sich berufen.

http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/die_seite_3/?cnt=700743 (http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/die_seite_3/?cnt=700743)

Ja, es gibt auch andere Meinungen über Pseudo "Wiederstandsbewegungen".

yücel
18.07.05, 00:17
Eine Zeitung mit zwei Gesichtern

Integration oder Bildung einer Parallelgesellschaft? Die Rolle türkischer Medien in Deutschland ist umstritten

VON MARKUS DUFNER








Die liberal-konservative Tageszeitung Hürriyet (Freiheit) (ap)


In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr türkischsprachige Zeitungen und Fernsehsender in Deutschland etabliert. Politiker, Medienwissenschaftler und Journalisten sind sich nicht einig, ob diese Medien zur Integration der in Deutschland lebenden Türken beitragen oder ob sie eher der Bildung einer türkischen Parallelgesellschaft Vorschub leisten. Klar scheint zumindest eines: Die Türken in Deutschland leben nicht in einem medialen Getto, sondern sie nutzen neben türkischsprachigen auch deutsche Medien.

Hürriyet, Milliyet, Türkiye und einige weitere türkische Tageszeitungen erreichen in Deutschland eine Auflage von 200 000 Exemplaren. Daneben gibt es mehrere Wochen- und Monatszeitschriften. Untersuchungen zufolge lesen rund 55 Prozent der 2,5 Millionen in Deutschland lebenden Türken nur türkischsprachige Zeitungen. Die meisten dieser Medien beziehen ihren Mantel aus der Türkei. In Deutschland lebende Redakteure produzieren zusätzlich Europa- oder Deutschlandseiten.


Heimat via Satellit

Auch die Fernseh- und Radiosender in türkischer Sprache haben ihre Zentrale am Bosporus. Fast jeder türkische Haushalt verfügt über eine Satellitenanlage, mit der diese Programme aus der Heimat empfangen werden können. Schätzungen zufolge sieht die Hälfte der Türken in Deutschland täglich mehr als drei Stunden fern.

Für den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch ist der angebliche einseitige Medienkonsum der türkischen Mitbürger Anlass zur Sorge. Diese Situation sei ein Zeichen dafür, so der CDU-Politiker, dass die Türken in einer völlig anderen Welt - weit weg von der deutschen Gesellschaft - leben.

"Die Aufgabe der türkischen Medien ist nicht die Integration der Türken in Deutschland", halten Gürsel Köksal, Redakteur von Milliyet, und sein Kollege Kemal Calik vom Deutschen Fachverlag dieser Politiker-Sicht entgegen. Sie verstehen es als ihre Hauptaufgabe, die türkischen Leser mit aktuellen, interessanten Informationen zu versorgen. "Selbstverständlich sollte guter Journalismus dazu beitragen, dass sich Türken aktiv als freiheitsliebende, kritische und informierte Mitbürger an dem Leben in Deutschland beteiligen", ergänzen die Redakteure.

Die Bemühungen türkischer Medien um Integration sind allgegenwärtig: Deutsch-Kurse für die Migranten aus Ankara und Istanbul, spezielle Zeitungs-Beilagen für die in Deutschland geborenen Türken, Berichte über deutsche Kulturlandschaften wie den Bodensee, türkische TV-Serien mit deutschen Untertiteln, Fernseh-Diskussionen zu Integrationsfragen mit deutschen Experten.

Um Integration bemüht sind auch verschiedene türkische Fernsehsender, die eine Zusammenarbeit mit deutschen Partnern suchen. So beabsichtigt etwa TRT einen stärkeren Programmaustausch mit dem ZDF. Der Sender TGRT Europa verfügt über eine deutsche Sendelizenz und will gar ein deutsch-türkisches Vollprogramm aufbauen, das über Satellit und digital in den deutschen Kabelnetzen empfangen werden kann.

Bei der nach eigener Einschätzung liberal-konservativen Tageszeitung Hürriyet (Freiheit) gibt es Unterschiede zwischen der Türkei- und Deutschland-Ausgabe. Im Mutterland nützen Kolumnisten die Zeitung gelegentlich als "liberales Testlabor", berichtet der grüne EU-Abgeordnete Cem Özdemir, "um heikle Themen wie die Situation der Kurden, der Armenier, das Kopftuchverbot oder Zypern anzusprechen." In der in Deutschland erscheinenden Ausgabe sei man jedoch ganz besonders darum bemüht, "die türkische Fahne zu schwenken. Sobald die Türkei kritisiert wird, steht Hürriyet Gewehr bei Fuß", sagt der im Schwäbischen geborene Sohn türkischer Eltern.

Trotz alledem tritt Hürriyet Europa, das in Deutschland 50 000 Mal täglich verkauft wird, für den EU-Beitritt der Türkei ein. "Nur: Warum tut sie mit ihrer Berichterstattung alles dafür, dass ihre türkischen Leser in Deutschland den Eindruck gewinnen, sie befänden sich in Feindesland?" fragt Özdemir und empfiehlt: "Es wäre wünschenswert, dass sich die Zeitung mit demselben Eifer, mit dem sie ihren Kampagnenjournalismus betreibt, für die Integration türkischstämmiger Migranten einsetzt." Faruk Sen, Leiter des Essener Zentrums für Türkeistudien, urteilt hingegen: "Das Blatt hat sich gewandelt. Es setzt mehr auf Integration."

Türken in Deutschland - besonders die der zweiten Generation - nutzen nicht nur türkische, sondern auch deutsche Medien. Beliebtester deutscher Fernsehsender ist mit Abstand RTL. "Man lebt hier und hat noch ein Bein in der Türkei", sagt Sevda Boduroglu, Geschäftsführerin von Dogan Media International, dem Verlag der auch Hürriyet herausgibt.

Dem WDR-Integrationsbeauftragten Gualtiero Zambonini zufolge ist das meistgehörte Radio-Programm junger Deutsch-Türken in Nordrhein-Westfalen der Jugendsender Eins Live. Funkhaus Europa, der vom WDR produzierte "Weltmusiksender mit Berichten und Infos in den Sprachen der Welt", sei auch als "ein Korrektiv der deutschen Medien für türkische Medien" entwickelt worden, sagt Zambonini. Manchmal frage er sich, ob bei der Einrichtung neuer türkischer Medien in Deutschland das "umgekehrte Motiv" wirksam sei. Der Intergrationsbeauftragte warnt denn auch ausdrücklich vor "Frontenbildung" und der Bildung einer Parallelgesellschaft.

http://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/medien/?cnt=700732


und dann wiederum Politiker wie Cem Özdemir, die sich mit solchen Themen einen Namen machen. Der Kerl regt mich dermassen auf, ich weiss net, was ich sagen würde , wenn er vor mir steht.

Gökcen
18.07.05, 00:18
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/medien/?cnt=700732


und dann wiederum Politiker wie Cem Özdemir, die sich mit solchen Themen einen Namen machen. Der Kerl regt mich dermassen auf, ich weiss net, was ich sagen würde , wenn er vor mir steht.


sagen? jedes wort wäre zuviel wert.ins gesicht spucken diesem voll assimiliertem tschäm ötzdämir

dertli4u
18.07.05, 00:26
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/medien/?cnt=700732


und dann wiederum Politiker wie Cem Özdemir, die sich mit solchen Themen einen Namen machen. Der Kerl regt mich dermassen auf, ich weiss net, was ich sagen würde , wenn er vor mir steht.

yücel

mit dem ötzidemir, habe ich mehrmals gegeneinander gestanden.;) .
ihm mehrere fragen gestellt..er hat meitens seine unwissenheit gezeigt..er hat über viele sachen keine ahnung...

Dinin
18.07.05, 00:50
yücel

mit dem ötzidemir, habe ich mehrmals gegeneinander gestanden.;) .
ihm mehrere fragen gestellt..er hat meitens seine unwissenheit gezeigt..er hat über viele sachen keine ahnung...

Sonst wäre er ja kein Politiker,
Politiker können gut reden, ohne zu wissen :]

yücel
18.07.05, 01:51
yücel

mit dem ötzidemir, habe ich mehrmals gegeneinander gestanden.;) .
ihm mehrere fragen gestellt..er hat meitens seine unwissenheit gezeigt..er hat über viele sachen keine ahnung...
Ja, das Glaube ich dir auch. Dieser POLITIKER ist wirklich ein POLITIKER, er kann nur gut rüberbringen, mehr nicht und das ist ein Riesen Problem.

Refa
18.07.05, 11:49
Havanda su dövülmesine isyan eden Ankara, Washington ve Bağdat'la gerçekleştirilen PKK zirvesini askıya aldı.

http://www.tercuman.com.tr/arsiv/2005/07/18/image//kapak.jpg Büyükelçi Korutürk son sözü söyledi: Adım atılmıyor, gerek yok

KUZEY Irak'ta üslenen terör örgütüne karşı 'askeri operasyon'a yanaşmadığı gibi Türkiye'deki operasyonlara karışmaya kalkan ABD'nin tutumu, sonunda Ankara'nın sabrını taşırdı.

Yine sonuç çıkmadı

ÜÇ ülke üst düzey temsilcileri geçen hafta Washington'da toplandı. Masada gündem PKK'ydı. Yine tatmin edici bir sonuç alınamayınca, Irak Özel Temsilcisi Osman Korutürk, Türkiye'nin tepkisini dile getirdi.

ABD'liler şaşırdı

KORUTÜRK, 'Üçlü güvenlik zirvesi'nin yapılmasına gerek olmadığını söyledi. Sert çıkıştan şaşkına dönen ABD'liler 'Devam edelim' diye bastırdı. Ancak Büyükelçi tavrından ödün vermedi: Bir işe yaramıyor.


Quelle: (http://www.tercuman.com.tr/v1/haber.asp?id=25669&baslik=Masada%20so%F0uk%20du%F E&katid=1)
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ob das die USA zur Räson bringt???

T.I.M
18.07.05, 12:31
Selbst Die antitürken Zeitungen schreiben jetz von terrororganisation PKK.

Auswärtiges Amt warnt vor „Verschärfung der Sicherheitslage“


Ist die Türkei noch sicher?


Ankara – Geht jetzt alles wieder los? Will die kurdische Terrororganisation PKK die Urlauber aus der Türkei bomben? Am Wochenende starben bei einem feigen Sprengstoffanschlag in Kusadasi 5 Menschen. 14 wurden verletzt. Ihr Todesurteil: Sie wollten baden fahren ...



http://www.bild.t-online.de/BTO/index.html

DeLaHoya
18.07.05, 18:44
Attentat in Kusadasi Teil einer PKK-Offensive?

Einen Tag nach dem blutigen Bombenanschlag im türkischen Ferienort Kusadasi hat die Polizei noch keine heisse Spur. Dass es sich beim Anschlag um ein Selbstmordattentat handle, wird unterdessen angezweifelt.

Jan Keetman/Istanbul

Nach Prüfung der Liste der Opfer glaubt der zuständige Landrat, es sei wohl gelungen, eine Bombe in den Kleinbus zu schmuggeln, bevor sich dieser auf den Weg zum Strand machte. Die Bombe zerriss den Bus und tötete fünf Insassen, darunter eine 17-jährige Irin und eine 21-jährige Engländerin. Unter den 13 Verletzten befindet sich auch ein 16-jähriger türkischer Schüler, der ein Bein verlor.

Weitere Anschläge angekündigt

Trotz eines Dementis des PKK-Führers in Nordirak, Zübeyr Aydar, konzentriert sich aber der Verdacht wegen des Anschlags im türkischen Ferienort Kusadasi auf kurdische Rebellen. Erst vor wenigen Tagen hatte eine PKK-Unterorganisation die Urheberschaft eines Bombenanschlags im Ferienort Cesme reklamiert, bei dem 20 Menschen, darunter zwei Touristen, verletzt worden waren. Zugleich kündigte die Gruppe weitere Anschläge gegen den türkischen Tourismus an. Nach Einschätzung türkischer Sicherheitskreise sind in den vergangenen Monaten zwischen 1600 und 2000 Militanten aus Irak in die Türkei eingesickert. Das militärisch-politische Zentrum der PKK befindet sich indessen weiterhin am Berg Kandil im relativ sicheren kurdischen Nordirak. Es war nach der Gefangennahme Abdullah Öcalans (1999) mehrfach umbenannt worden, zuletzt in Kongra-Gel (Volkskongress). Zwar wurde der alte Name «Partei der Arbeiter Kurdistans» (PKK) wieder eingeführt, doch die ideologischen Etiketten wurden vertauscht. Statt als «kommunistisch» oder «sozialistisch» bezeichnet sich die PKK heute als «demokratisch» und sucht damit anscheinend einen Platz im Demokratisierungsprogramm von Präsident Bush.

Offensive Ankaras in Nordirak?

Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan droht nun aber mit einem Militärschlag gegen die PKK in Nordirak. Dies hat die USA auf den Plan gerufen. Der amerikanische Generalstabschef Richard Myers wies die Türkei bereits behutsam darauf hin, dass Irak ein souveräner Staat sei und sich Ankara mit der Regierung in Bagdad absprechen müsste. Doch in der dortigen Regierung sitzen auch irakische Kur-den, die befürchten, die türkische Armee könnte wegen der PKK kommen und wegen Kirkuk bleiben. Nachdem die Türkei bereits ein Jahrzehnt lang in Nordirak Operationen durchgeführt hat, ist es fraglich, ob sich das Problem militärisch lösen lässt. Das wirksamste Mittel wäre, zu tun, was die PKK am meisten fürchtet, nämlich ernsthafte Reformen durchzuführen, welche ihr die Existenzberechtigung entzögen.

http://www.tagblatt.ch/index.jsp?artikel_id=1065980&ressort=ausland

DeLaHoya
19.07.05, 20:18
Türkische Polizei hat ein erstes Täterprofil

Behörden schließen nach dem Anschlag in Kusadasi Selbstmordattentat aus

von Boris Kalnoky

Istanbul - Zwei Tage nach dem Anschlag auf einen Minibus in der türkischen Hafenstadt Kusadasi, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen, konzentriert sich die Fahndung der Behörden auf einen jungen Mann, der den Bus dreimal nach einander bestiegen haben soll, und drei oder vier Minuten vor der Explosion ausstieg. Der Anschlag kostete drei türkische Staatsbürger, eine Irin und einen Briten das Leben.


Der Mann, den die Polizei nun vor allem sucht, wird als "zwischen 24 und 30 Jahre alt" geschildert. Überlebende Passagiere hätten ausgesagt, er habe hektisch auf seinem Mobiltelefon "herumgespielt" und den Minibus kurz vor der Explosion verlassen. Nun gehen die Fahnder der Möglichkeit nach, daß der Täter den Sprengsatz über dieses Mobiltelefon aktivierte. Die Bombe selbst soll nach gegenwärtigem Stand der Fahndung in einer Bauchtasche gewesen sein, die jemand unter einem Sitz versteckt habe. Mehrere Überlebende gaben an, vor der Explosion "seltsame Geräusche" vom Boden des Fahrzeuges vernommen zu haben.


Ursprünglich hatte die Polizei einen Selbstmordanschlag für möglich gehalten. Diese These wurde jedoch fallengelassen, nachdem alle Opfer des Anschlages identifiziert wurden. Eine junge Türkin unter den Opfern, die man für die mögliche Selbstmordattentäterin hielt, kommt demnach als Täterin nicht mehr in Frage.


Nach wie vor verdächtigen die Behörden vor allem die Kurdenorganisation PKK , den Anschlag begangen zu haben. Diese dementierte, etwas mit dem Anschlag zu tun zu haben. Auch gebe es keine Verbindungen zwischen ihr und den "Kurdischen Freiheitsfalken", eine obskure Gruppe, die sich bei türkischen Medien des Anschlages bezichtigt zu haben scheint.


Türkische Zeitungen druckten jedoch eine Erklärung des militärischen Chefs der PKK vom 1. Juli ab, in der er ausdrücklich mit Anschlägen gegen türkische Städte und auch gegen Zivilisten droht, falls "wir noch einmal mit einer breiten Zerstörungsaktion konfrontiert werden" - also mit einer Offensive des türkischen Militärs. Die Erklärung Duran Kalkans, der den militärischen Zweig (das "Komitee für Legitime Verteidigung") der PKK leitet, kam zwei Tage nach einer Absichtserklärung der "Freiheitsfalken", demnächst türkische Städte angreifen zu wollen.


Kalkan sagte in seiner Erklärung vom 1. Juli weiter: "Wenn die Türkei nicht ihre Haltung zum Kurdenproblem ändert, wird es in der Türkei schlimmer aussehen als im Irak. Überall werden Bomben hochgehen. Bald werden wir Aktionen beginnen. Es macht keinen Unterschied, ob sich dort Zivilisten oder Soldaten befinden."


Unterdessen entluden sich die Wut und die Trauer des Vaters der bei dem Anschlag ums Leben gekommenen jungen Türkin gegen die EU und die Regierung. "All das kommt von unserer Europa-Politik", wurde er in türkischen Medien zitiert. Die Regierung wolle in die EU kommen, aber die EU werde "uns nicht einmal in die Toiletten lassen". Um Brüssel zu gefallen, sei die Regierung lasch gegenüber den "kurdischen Terroristen", die daher genügend Freiraum hätten, ihre Verbrechen zu begehen.


Es ist zwar nur eine einzelne Stimme, aber sie ist durchaus typisch für die Meinung vieler Türken, die in den neu aufflammenden Aktionen der PKK eine direkte Folge von Zugeständnissen der Regierung an die kurdische Minderheit sehen. Die EU verlangt von der Regierung in Ankara umfassende Rechte für die jahrzehntelang unterdrückte kurdische Minderheit, und die Türkei hat tatsächlich auf diesem Gebiet weitreichende Reformen eingeleitet.


Artikel erschienen am Di, 19. Juli 2005

http://www.welt.de/data/2005/07/19/747677.html

DeLaHoya
19.07.05, 20:19
Kommentar

Nicht nur ein Problem der Türkei

von thomas seibert

Noch ist nicht geklärt, wer die Bombe im türkischen Ferienort Kusadasi gelegt hat, die am Wochenende fünf Menschen tötete. Als Täter kommen in erster Linie kurdische Extremisten in Frage, die sich vor wenigen Tagen zu einem Anschlag in Cesme, einem anderen Badeort an der türkischen Ägäis, bekannt hatten. Die Terrorwelle an der türkischen Küste ist damit Teil des neu aufgeflammten Kurdenkonflikts in der Türkei. Doch sie ist nicht nur ein türkisches Problem.

Mit Angriffen auf Armeeposten im türkischen Südosten und mit den Bomben in den Ferienorten wollen die kurdische Rebellengruppe PKK und ihre Ableger die türkische Regierung zwingen, eine Generalamnestie für alle 5000 Kurdenkämpfer zu erlassen. Der Konflikt hat aber auch internationale Dimensionen. Die PKK lenkt ihre Angriffe in der Türkei von Lagern im Nordirak aus, wo sie vor dem Zugriff der türkischen Armee sicher ist. Das zweite Standbein der PKK ist Europa. Hier besorgt sie sich Geld, hier leben führende Vertreter ihres politischen Flügels, hier haben wichtige Medien der PKK ihren Sitz. All das ist möglich, obwohl die PKK von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird. Türkische Regierungspolitiker beschweren sich deshalb, ihre Partner hätten bei der Zusammenarbeit gegen den Terror ausser Lippenbekenntnissen nichts zu bieten.

Unschuldig an der Entwicklung ist Ankara nicht. Zwar erhielten die türkischen Kurden im Rahmen der EU-Reformen mehr kulturelle Rechte. Die Türkei hat es aber versäumt, in den Jahren der relativen Ruhe im Kurdengebiet seit 1999 die wirtschaftliche Belebung der verarmten Region einzuleiten. Deshalb ist eine gemeinsame Anstrengung der Türkei und ihrer Partnerstaaten nötig, um den neuen Terror zu besiegen. Die Zeit drängt: Kurdische Extremisten haben mit weiteren Anschlägen gedroht.

http://www.suedostschweiz.ch/medien/sogr/index_detail.cfm?id=211278

DeLaHoya
19.07.05, 20:23
http://www.faz.net/imagecache/{7B8EDE43-AAE8-40F9-9548-3A1ACEFD3467}file2.jpeg (http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26F B23A0/Doc~E656BA16AEBE7454AAC60FD115 50EF9CB~ATpl~Ecommon~Sdetail_i mage~Aimg~E1.html?back=/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26F B23A0/Doc~E656BA16AEBE7454AAC60FD115 50EF9CB~ATpl~Ecommon~Sprintpag e§Phtml) Öcalan: Zwischen Dialog und GewaltKurden
Der lavierende Öcalan
Von Rainer Hermann, Istanbul
http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/img/leer.gif
18. Juli 2005 Eine schmale Eisenbrücke führt über den Bach mit dem kalt-klaren Gebirgswasser. Gleich danach biegt ein Weg hinauf in die Qandilberge. „Der Berg der PKK”, sagt der kurdische Fahrer, der zwischen Arbil, der Hauptstadt der irakischen Kurden, und der Grenze zur Türkei pendelt.
http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/img/leer.gif
Der kantige Gebirgszug liegt im irakisch-iranischen Grenzgebiet. 5000 PKK-Kämpfer hatten sich aus der Türkei auf diesen Berg zurückgezogen, als ihr Führer Abdullah Öcalan 1999 verhaftet wurde. Dort hatten sie schon immer Lager unterhalten.

Öcalan sucht Unterschlupf

Den einseitig ausgerufenen Waffenstillstand erklärte die PKK im Sommer 2004 aber für beendet. Seither sind von diesen Bergen 1500 kurdische Rebellen in die Türkei zurückgesickert. Einige von ihnen hatten mutmaßlich den Anschlag auf die Urlauber von Kusadasi geplant und durchgeführt. Oben in den Bergen haben sie eine Zeitlang dem Kommando von Osman Öcalan unterstanden, dem Bruder des PKK-Gründers.

Osman Öcalan aber setzte sich bei einem der vielen Flügelkämpfe ab und fand offenbar in Süleymaniye Unterschlupf, der Hauptstadt des Gebiets, das Talabanis „Patriotische Union Kurdistans” (PUK) kontrolliert. Talabani ist inzwischen Staatspräsident des Iraks, und sein innerkurdischer Kontrahent Massoud Barzani von der „Demokratischen Partei Kurdistans” (KDP) wurde im Juni zum Präsidenten der föderalen Region Irakisch-Kurdistan gewählt.

Zwiespalt

Dieser Doppelerfolg der irakischen Kurden hinterläßt bei den Kurden der Türkei Spuren. Denn heute verwalten sich die irakischen Kurden weitgehend selbst. In der Türkei hat den Kurden jedoch auch die EU-Perspektive nicht den erhoffen großen Durchbruch gebracht. Ankara meint, mit einigen Stunden kurdischer Programme im Staatsfernsehen und der Zulassung kurdischer Sprachkurse genug getan zu haben.

Daher sind die Kurden zwischen Diyarbakir, Sirnak und Batman hin- und hergerissen: Auf der einen Seite könnte am Ende eines langen türkischen EU-Prozesses ein EU-Paß auch für sie winken. Der wäre attraktiver als die Zugehörigkeit zu einem von Feinden umgebenen kurdischen Staat. Auf der anderen Seite sympathisieren noch immer viele einfache Kurden der Türkei mit der PKK. Alle Verbesserungen der vergangenen Jahre, selbst kleine, schreiben sie der PKK und deren Kampf gegen den türkischen Staat zu.

Ideales Rückzugsgebiet

Ankara verfolgt daher mißtrauisch die magnetische Wirkung der kurdischen Selbstverwaltung im Nordirak auf die türkischen Kurden, und die anhaltende Präsenz der PKK in den Qandil-Bergen beunruhigt die Regierung sehr. Der Konflikt darum hat sogar zu einer Abkühlung der türkisch-amerikanischen Beziehungen geführt.

Die amerikanische Armee im Irak ist nämlich nicht bereit, in einer Region, die als ruhig gilt, eine neue Front zu eröffnen und die PKK zu entwaffnen. Die türkische Armee hat in den häufiger werdenden Kämpfen mit PKK-Rebellen seit April mehr als 30 Tote zu beklagen. Ihr ist daher ein Dorn im Auge, daß der gewaltbereite Flügel der PKK, die AGRK, im Nordirak weiter Lager unterhält, daß sie im Irak Waffen erwerben kann und daß sie in der nordirakischen Bergwelt ein ideales Rückzugsgebiet findet.

Radikaler Gesinnungswechsel

Auch den Sprengstoff C4 bringen die kurdischen Aufständischen aus dem Irak in die Türkei. Sie setzten ihn in Kusadasi ein. Erstmals waren Anfang Mai in Diyarbakir drei zurückgekehrte PKK-Mitglieder verhaftet worden, als sie mit Material aus dem Irak Bomben bauten. Am 3. und am 7. Juli griffen Mitglieder der AGRK mit ferngezündeten Bomben im Südosten der Türkei zunächst einen Postzug an, dann einen Frachtzug.

Die AGRK ist Teil einer PKK, die mit gespaltener Zunge spricht. Einerseits hatte Öcalan selbst aus seiner Gefängniszelle auf der Insel Imrali heraus den Waffenstillstand für beendet erklärt, den er 1999 nach seiner Verhaftung verkündet hatte. Er hatte sogar am 5. November 1999 alle PKK-Mitglieder aufgefordert, sich den türkischen Behörden zu stellen. Als Grund für seinen radikalen Gesinnungswechsel gab er die Weigerung der Türkei an, der auf etwa hundert Personen geschätzten Führungsriege der PKK eine Amnestie zu gewähren.

Identifikationsfigur bleiben

Wahrscheinlicher war indessen, daß Öcalan fürchtete, die Kontrolle über die kurdische Bewegung zu verlieren, sollte es erst einmal eine eigenständige kurdische Partei geben, die sich um kurdische Persönlichkeiten wie Leyla Zana zu formieren beginnt. Auch im Gefängnis will Öcalan die Identifikationsfigur der Kurden bleiben.

Die Erkenntnis setzte sich aber bei ihm durch, daß eine PKK, die nicht mehr mit Anschlägen auf sich aufmerksam macht, an Einfluß verliert und damit noch weniger als Ansprechpartner für einen politischen Dialog in Frage kommt, den Ankara ohnehin kategorisch ausschließt. Daher hatte im Juni Murat Karayilan, der Öcalan nahesteht, den türkischen Staat aufgefordert, doch endlich dem Vorbild der Vereinigten Staaten zu folgen und auch mit bewaffneten Aufständischen zu sprechen.

Drei Rechtsebenen

Öcalan setzt also wieder auf Gewalt. Andererseits bleibt ihm aber auch in seiner Isolationshaft nicht verborgen, daß sich die Perspektiven der kurdischen Bewegung nach dem Erfolg der irakischen Kurden verändert haben. Zweimal hatte sich die PKK umbenannt, um ihre Abkehr vom Terror zu demonstrieren. Einmal in Kadek, dann in Kongra-Gel. In einer seiner letzten großen Stellungnahmen hatte sich Öcalan nun für eine „konföderalistische Lösung” des Kurdenproblems ausgesprochen.

Zwei Jahrzehnte lang hatte die PKK mit einem marxistisch-leninistischen Staat geliebäugelt. Nun plädiert Öcalan für drei Rechtsebenen eines bürgerlichen Staats: mit dem Recht der EU, dem der Türkei und einem konföderativen kurdischen Recht, das sich Öcalan für jeden Staat mit kurdischer Bevölkerung wünscht.

Möglicher „Pipeline-Krieg”

Mit seinem Lavieren zwischen einem politischen Dialog und dem Aufruf zur Gewalt verprellt der inhaftierte Rebellenführer Persönlichkeiten wie Leyla Zana und Orhan Dogan, die für die Kurden einen Platz im politischen System der Türkei schaffen wollen, und er ermuntert gleichzeitig die Separatisten, die stets nur Gewalt gekannt haben, ihren Kurs der bewaffneten Konfrontation mit dem türkischen Staat mit neuer Schärfe fortzusetzen.

Zu letzteren gehören die „Freiheitsfalken Kurdistans”, die erstmals im August 2004 eine neue Welle des Terrors angekündigt hatten und nun in Kusadasi fünf Urlauber töteten. Die selbsternannten „Freiheitsfalken” haben sich als Opfer Touristen vorgenommen. Mitglieder der alten PKK prüfen indes, so verbreiteten sie im Internet, Möglichkeiten eines „Pipeline-Kriegs” gegen die Türkei.

Nie beliebt gewesen

Am 25. Mai wurde die Ölleitung von Baku bis zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan in Betrieb genommen. Sie hat vier Milliarden Dollar gekostet, ist 1074 Kilometer lang, und ein großer Teil davon verläuft durch den kurdischen Südosten der Türkei. Aus dem Irak beziehen die kurdischen Rebellen der Türkei Sprengstoff, aber auch das Anschauungsmaterial, wie einem Land mit Anschlägen auf Ölleitungen erheblicher Schaden zugefügt werden kann.

Die PKK hatte in den Qandilbergen zwar Unterschlupf gefunden. Beliebt waren die Freischärler aus dem Nachbarland im Irak aber nie. Nechirwan Barzani, der Ministerpräsident der kurdischen Regionalregierung in Arbil, klagte noch im vergangenen Jahr die PKK an, der kurdischen Sache mehr als jede andere Bewegung geschadet zu haben.

Föderalen Teilstaat akzeptieren

Dennoch hat sein Onkel Massoud Barzani bisher nicht den Befehl erteilt, die PKK-Präsenz zu beenden. Gegenüber einer eher feindlich eingestellten Türkei ist sie ihm weiter ein Faustpfand. Der türkische Politikwissenschaftler Dogu Ergil rät daher seiner Regierung, den föderalen kurdischen Teilstaat im Nordirak zu akzeptieren. „Danach wird von der PKK keine Spur mehr übrig bleiben”, sagt er voraus.

Die Haltung der Türkei gegenüber den Kurden des Nordiraks beginnt sich allmählich zu ändern. Ankara sieht in den irakischen Kurden zunehmend Partner. Denn der Nordirak ist für immer mehr türkische Händler und Bauunternehmer ein boomender Markt. Zudem sehen sich sowohl die Türkei als auch die irakischen Kurden als säkulares Bollwerk gegen den islamistischen Fundamentalismus.

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