Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Nahost-Konflikt und das Wasser
Der Nahost-Konflikt und das Wasser:
Der arabisch-israelische Konflikt und besonders der israelisch-palästinensische Konflikt werden in erster Linie als politische und territoriale Gegensätze betrachtet. Weniger bekannt ist eine weitere Dimension, die zur Zuspitzung des Konfliktes beigetragen hat und deren Bedeutung weiter zunimmt: Das Wasserproblem.
Das Gebiet von Israel und die von Israel besetzten Gebiete gehören zu den wasserärmsten Regionen der Welt. Da die UNO-Resolution von 1947, die zur Teilung Palästinas führte, mit keinem Wort auf die Wasserfrage einging, bildete die Wasserfrage in der Folge Anlass zu mehreren Konfliktsituationen, die mit der versuchten Blockade der Jordan-Zubringerflüsse (ehemals Syrien, heute das Gebiet des Golans) durch die arabischen Länder und der Bombardierung der Bauarbeiten durch Israel im Jahre 1966 ihren Höhepunkt erreichten und mit ein Grund für die Besetzung des Golan und der Westbank durch Israel waren. Denn abgesehen von Regenfällen können Israel und die besetzten Gebiete nur auf zwei Wasserressourcen zurückgreifen:
Den Jordanfluss mit seinem Einzugsgebiet in den Golan-Höhen, dem Tiberias-See und dem Yarmuk, der in den unteren Jordan mündet
Drei wichtige Grundwasserbecken, die sich im Gürtel zwischen Mittelmeer und Jordan hin erstrecken und sowohl von Israel wie auch vom Gebiet der besetzten palästinensischen Gebiete angebohrt werden können.
Der Sechstage-Krieg, die nachfolgende israelische Besetzung des Golan und der palästinensischen Gebiete durch Israel sowie deren Kontrolle durch die israelische Verwaltung haben zu folgender aktueller Situation geführt:
75% der Wasserressourcen der besetzten Westbank und im Gaza-Streifen werden heute von Israel genutzt.
Mit ca. 330 Kubikmetern Wasser pro Jahr verbraucht ein israelischer Staatsangehöriger viermal soviel Wasser wie ein Palästinenser/ eine Palästinenserin, der/die pro Jahr im Jahr rund 85 Kubikmeter Wasser zur Verfügung hat.
In der Zeit zwischen 1966-1995 wurden von der israelischen Militärverwaltung nur 23 Bewilligungen zum Brunnenbau an PalästinenserInnen in der Westbank und im Gaza-Streifen ausgestellt, hingegen deren 32 für israelische Siedlungen in den besetzten Gebieten.
Die israelische Wassergesellschaft Mekorot bohrte in der Zeit zwischen 1966 bis 1995 bis 600m tiefe Brunnen. Die Brunnenanlagen der PalästinenserInnen durften nicht tiefer als 150m sein.
Als Folge der Beschränkungen ist der Umfang der bewässerten Flächen der palästinensischen Landwirtschaft von 32'200 ha im Jahre 1970 auf 10'130 ha im Jahr 1984 zurückgegangen. Laut einer Studie der israelischen Friedensbewegung Peace Now ist die bewässerte Fläche in den jüdischen Westbank-Siedlungen pro Kopf dreizehnmal grösser als die der palästinensischen Bewohner.
Mit ca. 75 Litern durchschnittlichen Wasserverbrauchs pro Kopf und Tag liegt der Wasserverbrauch eines Palästinensers/einer Palästinenserin unter dem von der World Health Organization festgesetzten Minimums von 100 Litern pro Tag, welcher als Voraussetzung für körperliche Hygiene und die tägliche Verrichtung von notwendigen Arbeiten (Kochen, etc.) angesehen wird. Damit ist die Lebensgrundlage der PalästinenserInnen gefährdet.
Eine Lösung des Konfliktes?
Die Bedeutung des Wasserproblems wird im Nahost-Konflikt weiter zunehmen. Darum ist eine Beilegung des Konfliktes nur möglich, wenn auch eine gerechte Lösung für die Verteilung der knappen Wasserressourcen angestrebt wird. Diese Lösung darf nicht nur Israel und Palästina betreffen, sondern muss überregional auch mit Syrien und Jordanien abgestützt werden. Daneben ist der gravierende Wassermangel in den besetzten Gebieten zu beheben. Hilfswerke wie die deutsche GTZ leisten dafür seit Jahren wichtige Arbeit. Wollen diese Arbeiten aber längerfristig nicht nur ein Tropfen auf den heissen Stein sein, so müssen auch die für eine wirkliche Versorgung der palästinensischen Bevölkerung notwendigen politischen Voraussetzungen geschaffen werden.
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Was meint ihr, wird der mangel an Wasser zu noch größeren Problemen führen, ich glaube ja, denn eine politische Lösung ist nach den jüngsten Geschehnissen nicht mehr zu sehen. Wie sieht das eigentlich mit der Entsalzung von Meerwasser aus? Zu teuer? Keine Trinkwasserqualität?
Was meint ihr, wird der mangel an Wasser zu noch größeren Problemen führen, ich glaube ja, denn eine politische Lösung ist nach den jüngsten Geschehnissen nicht mehr zu sehen. Wie sieht das eigentlich mit der Entsalzung von Meerwasser aus? Zu teuer? Keine Trinkwasserqualität?Kriegt Israel nicht schon Wasser aus der Türkei? Wobei erwähnt werden muss dass die Türkei große Wasserquellen hat im Gegensatz zu den arabischen Ländern...das heisst Türkei wird bald immer wichtiger
Entsalzung lohnt nur für Erölreiche Staaten, denn die Entsalzung ist sehr energieaufwendig
Kriegt Israel nicht schon Wasser aus der Türkei? Wobei erwähnt werden muss dass die Türkei große Wasserquellen hat im Gegensatz zu den arabischen Ländern...das heisst Türkei wird bald immer wichtiger
Entsalzung lohnt nur für Erölreiche Staaten, denn die Entsalzung ist sehr energieaufwendig
Ja israel bezieht ein teil seines Wasser aus der Türkei, was den arabern ein dorn im auge ist.
Hinzukommt das syrien auf teufel kommraus will, das wir den euphrat und tigris nicht kontrollieren.
deshalb die unterstützung der pkk.
ich glaube wasser wird bald ausschlaggebend sein in de region. Wenn die türkei clever handelt kann sie einen maximalen nutzen ziehen.
Der Schakal
19.07.05, 17:33
Der Nahost-Konflikt und das Wasser:
[...]
Was meint ihr, wird der mangel an Wasser zu noch größeren Problemen führen, ich glaube ja, denn eine politische Lösung ist nach den jüngsten Geschehnissen nicht mehr zu sehen. Wie sieht das eigentlich mit der Entsalzung von Meerwasser aus? Zu teuer? Keine Trinkwasserqualität?
Die Lösung liegt auch in der Entsalzung des Meerwassers. Soweit mir bekannt ist, ist es nicht so teuer.
Zudem werden wohl Palästinenser den Israelis gestatten müssen (sofern die Besetzung aufhört), dass sie weiterhin Wasser "auspumpen" dürfen. Allerdings müsste die Kontrolle den palästinensern übergeben werden und die Israelis dürften nur für ihren "Wasserpumper" verantwortlich sein....
Behauptung 1:
.... Wasser wie ein Palästinenser/ eine Palästinenserin, der/die pro Jahr im Jahr rund 85 Kubikmeter Wasser zur Verfügung hat.
Behauptung 2:
Mit ca. 75 Litern durchschnittlichen Wasserverbrauchs pro Kopf und Tag liegt der Wasserverbrauch eines Palästinensers/einer Palästinenserin unter dem von ....
Wir nehmen mal kurz den Taschenrechner und tippen 75 Liter x 365 Tage ein.
Es kommt 27375 Liter heraus, was ungefähr 27 Kubikmetern entspricht.
Ist es eigentlich wirklich so schwer, mal ein paar Zahlen NACHZUPRÜFEN, bevor man sie hier einfach hereinpostet? :rolleyes:
Was meint ihr, wird der mangel an Wasser zu noch größeren Problemen führen, ich glaube ja, denn eine politische Lösung ist nach den jüngsten Geschehnissen nicht mehr zu sehen.
Wasser wird ALLGEMEIN zu Problemen führen.... deswegen bin ich ja auch Wassertechniker geworden. :D ICH werde immer Wasser zur Verfügung haben.
Wie sieht das eigentlich mit der Entsalzung von Meerwasser aus? Zu teuer? Keine Trinkwasserqualität?
Das klappt hervorragend. Auch die laufenden Kosten sind relativ gering. Es gibt nur 2 Probleme:
1.) Die Investitionskosten einer Umkehrosmose-Anlage haut RICHTIG rein. Wir reden hier über ein paar Millionen Dollar für ein paar tausend Menschen.
2.) Die Anlage muss überwacht und gewartet werden. Das ist nicht einfach so zu machen, sondern das ist etwas für einen Ingenieur, der auf diese Anlagen spezialisiert ist. Davon gibt es nicht so viele. Unter den Palästinensern gibt es auch wahrscheinlich keinen, den man nachträglich darauf spezialisieren könnte. Das setzt ein Studium voraus.
ich glaube wasser wird bald ausschlaggebend sein in de region. Wenn die türkei clever handelt kann sie einen maximalen nutzen ziehen.
Das bezweifel ich. Aufgrund der Euphrat/Tigris-Problematik wird die UNO wahrscheinlich neue Gesetze erlassen, die es Staaten verbietet, in den Wasserhaushalt von Flüssen derart einzugreifen, dass es nachfolgenden Staaten die Lebensgrundlage entzieht.
Wenn, müssen wir SEHR geschickt vorgehen und Landwirtschaft DIREKT am Fluss betreiben. Pipelines wird man uns nicht gewähren.
Die Lösung liegt auch in der Entsalzung des Meerwassers. Soweit mir bekannt ist, ist es nicht so teuer.
Zudem werden wohl Palästinenser den Israelis gestatten müssen (sofern die Besetzung aufhört), dass sie weiterhin Wasser "auspumpen" dürfen. Allerdings müsste die Kontrolle den palästinensern übergeben werden und die Israelis dürften nur für ihren "Wasserpumper" verantwortlich sein....
Meinst du... der Ingenieur in mir muss dir da leider widersprechen. Es wird nicht umsonst um jeden Fluss gekämpft, egal wo auf diesem Planeten.
TOZKOPARAN
19.07.05, 21:14
@ Wolf
Bei entsalzungsanlagen ist doch wie ich gehört habe, das man es nie schaffen kann meerwasser zu 100 % süsswasser umzuwandel. Es bleibt immer eine geringe spur an NaCl in dem Wasser. Der Mensch könnte es zu sich nehmen aber einen Acker könntest du damit nicht bewässern oder. Es würde doch zur übersalzung des Bodens führen.
Der Energieaufwand bei Entsalzunganlagen ist doch wirtschaftlich gesehn nicht so sehr rentabel.
Ich habe eine ganz primitive aber sehr effiziente Technik gesehen für eine Entsalzungsanlage. Der Betreiber nimmt gereinigtes Salzwasser aus dem Meer lagert sie in einem Becken. Macht über dem Becken einige Glasscheiben mit Rinne und setzt sie dann der Sonne aus. Was passiert. Wasser verdampft. Dampf bleibt an der Scheibe hängen usw, usw.
schakal&wolf
bitte weicht nicht vom thema ab..
und klärt eure probleme über PN.
da eure streitigkeiten nichts mit dem thema zutun haben, habe ich diese gelöscht
bei nähren fragen meldet euch per pn!
danke
@ Wolf
Bei entsalzungsanlagen ist doch wie ich gehört habe, das man es nie schaffen kann meerwasser zu 100 % süsswasser umzuwandel. Es bleibt immer eine geringe spur an NaCl in dem Wasser. Der Mensch könnte es zu sich nehmen aber einen Acker könntest du damit nicht bewässern oder. Es würde doch zur übersalzung des Bodens führen.
Das ist einfach nicht wahr. Man kann selbst aus Meerwasser destilliertes Wasser (bzw. die gleiche Qualität, denn "destilliert" ist es ja nicht) gewinnen. Das ist technisch gar kein Problem. Auch die laufenden Kosten halten sich im Rahmen.
Wie gesagt: Das Problem sind die hohen Investitionskosten + das Problem des Betriebes.
Der Energieaufwand bei Entsalzunganlagen ist doch wirtschaftlich gesehn nicht so sehr rentabel.
Das kann ich Dir relativ genau sagen: ca. 6 kWh/m^3. Das ist je nach Strompreis noch weit billiger, als was bei uns aus den Wasserhähnen kommt.
Normalerweise wird das Meerwasser jedoch wegen der Algen erst einmal stark gechlort und das freie Chlor wieder reduziert, da es das Membranmaterial angreift. Hier muss man genau wissen, was man tut. Ein kleiner Fehler und MILLIONEN DOLLAR an Investitionskosten sind im Arsch. Das ist nichts, was man mal so lernen kann. Du musst wirklich einen Spezialisten dorthinsetzen.
Wo willst Du unter Arabern so jemanden finden?
Ich habe eine ganz primitive aber sehr effiziente Technik gesehen für eine Entsalzungsanlage. Der Betreiber nimmt gereinigtes Salzwasser aus dem Meer lagert sie in einem Becken. Macht über dem Becken einige Glasscheiben mit Rinne und setzt sie dann der Sonne aus. Was passiert. Wasser verdampft. Dampf bleibt an der Scheibe hängen usw, usw.
Kenn ich, benötigt aber RIESENflächen, ist wetterabhängig etc. etc..
Auch Glas ist teuer, geht zu Bruch etc. etc.
Das ist alles nicht einfach. Der bessere Ansatzpunkt ist effizientere Wasserverwertung.
TOZKOPARAN
19.07.05, 23:00
Genau nicht Lösungen nach dem Problem suchen sondern erst gar keine Probleme verursachen halt präventiv massnahmen ergreifen.
Aynen! Hic suyu olmayan Tacikistan`da bir insan günde 1600 Litre su harciyor....... oldugu zaman. Sonra su kesiliverir, mok gibi kaliyorlar ortada. Bizim mühendisler oraya gidip insanlari egitmeye calisiyor bu kadar harcamasinlar diye, dangalaklarin kafasi basmiyor. "Aktigi zaman neden harcamayacakmisiz?" diye soruyorlarmis. Bu kadar basit alakalari anlamiyor insanlar.
Bizim Türkler de öyle. Su kesildigi zaman küfür ediyorlar, su aktigi zaman bahce sularlar, araba yikarlar, sokaklara tozlanmasin diye su fiskirtiyorlar...... iki saate kadar kesilir yine, sap gibi ortada kalirlar.
Eine gute Arbeit über das Wasser Problem. http://www.kkhatib.de/
Eine gute Arbeit über das Wasser Problem. http://www.kkhatib.de/
Erstens ist die Arbeit ziemlich nichtssagend zweitens mit extrem seltsamen Satzkonstruktionen versehen und drittens sehr antitürkisch.
Du hast nicht zufällig eine Begründung, warum die Arbeit "gut" sein soll?
Eine gute Arbeit über das Wasser Problem. http://www.kkhatib.de/
Eine sehr sehr gute Arbeit über das Wasserproblem. ;)
Eine sehr sehr gute Arbeit über das Wasserproblem. ;)
Dann hast Du sie einfach nicht verstanden.
Alles ab Punkt 3.3.2 vertritt antitürkische Haltungen und zwar in einem ziemlich unmöglichen Ton.
Vernünftige Lösungsvorschläge gibts auch keine, nur Polemik. Wenn Du solche Arbeiten schon nicht kapierst, lehn Dich nicht zu weit aus dem Fenster.
TOZKOPARAN
20.07.05, 10:01
3.3.2. Das türkische Machtstreben und die Instrumentalisierung des Wassers
Im Laufe dieses Kapitels haben wir festgestellt,
* erstens, daß die Wasserentwicklungsprojekte im Euphrat-Tigris-Becken in jedem Land getrennt und unkoordiniert mit den anderen durchgeführt worden sind. Dieses kann zum einen darauf zurückzuführen sein, daß die Realisierung der Wasserprojekte in der Zeit des kalten Krieges lag, wobei die Türkei sich in dem Nato-Bündnis eingegliedert hat, und Syrien sowie der Irak sich durch mehrere Freunschafts- und Zusammenarbeitsverträge mit den Ländern des ehemaligen Ostblocks, vor allem mit der Sowjetunion, verbunden haben. Zum anderen befinden sich Syrien und der Irak seit Anfang der 60er Jahre in einem Konflikt, der aus Meinungsverschiedenheiten innerhalb der in den beiden Länder regierenden Ba'th Parteien resultiert. Es gibt andere Gründe, die auch mitgespielt haben, und auf die ich mehr eingehen werde wie das historische osmanische Erbe bei den beiden Völkern, das Kurdenproblem und das Iskandarunproblem.
* zweitens, daß der Irak der erste Nutzer der beiden Flüsse Euphrat und Tigris ist. Diese Nutzung geht schon tausende Jahre zurück. Der zweite Nutzer war Syrien. Dies begann mit einem Entwicklungsprogramm am Euphrat und seine Zuflüsse in den 60er und 70er Jahren. Zuletzt kommt die Türkei, die in den 70er und 80er Jahren mit ihrem GAP-Projekt begonnen hat.
* drittens, es gibt bilaterale Wasseraufteilungsverträge zwischen den Anrainerstaaten. Im Jahre 1987 haben Syrien und die Türkei ein Protokoll unterschrieben, in dem die Türkei in der Zeit, wo der Atatürksee gefüllt wird, sich verpflichtet, 500 m³/s (16 Mrd. m³/J) im Euphrat durchfließen zu lassen. Danach muß eine neue Aufteilung zwischen den drei Staaten festgelegt werden. Der Konflikt besteht zur Zeit darin, daß die Türkei dieses Protokoll für immer als gültig betrachtet, und Syrien darauf besteht, daß eine Wiederverteilung nach der Füllung des Atatürksees stattfindet. Der Irak betrachtet die Wassermenge als zu wenig und fühlt sich an das Protokoll nicht gebunden.
Im Jahre 1990 haben Syrien und der Irak einen Vertrag unterschrieben, um die Wassermenge an der türkisch-syrischen Grenze untereinander aufzuteilen. Gemäß dieses Vertrages bekommt Syrien 42 % und der Irak 58 % nach Abzug der verdunsteten Wassermenge.
Die Positionen der Anrainerstaaten in Bezug auf die Verteilung des Wassers unterscheiden sich im Euphrat-Tigris-Becken nach ihren verschiedenen Nationalinteressen. Sie stützen sich dabei auf unterschiedliche Punkte, um ihre Stellung zu verteidigen, so die Türkei auf ihre militärische und wirtschaftliche Macht, hingegen Syrien und der Irak auf internationale Wassergesetze und Rechtsbrauch.
Derinkuyu ich hoffe der smiley war dafür das du es schon gemerkt hast das der text antitürkisch verfasst worden ist. Ansonsten liess es dir nochmal langsam durch was der ARABER von der MACHSÜCHTIGEN TÜRKEI hält.
Derinkuyu ich hoffe der smiley war dafür das du es schon gemerkt hast das der text antitürkisch verfasst worden ist. Ansonsten liess es dir nochmal langsam durch was der ARABER von der MACHSÜCHTIGEN TÜRKEI hält.Die Araber sind gerissen:D
Im Artikel spielt er mehrmals die Karte des "unterdrückten Kurden"...;)
In Syrien bekommen die [...] nicht mal halb so viele Rechte...aber das wird verschwiegen
Im Artikel spielt er mehrmals die Karte des "unterdrückten Kurden"...;)
In Syrien bekommen die [...] nicht mal halb so viele Rechte...aber das wird verschwiegen
Vielleicht ist derinkuyu ja Kurde und findet dieses Pamphlet DESWEGEN so toll? Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Türke diesen Mist gut findet. :eek:
TOZKOPARAN
20.07.05, 11:06
@ Wolf
Hast du irgendeine dissertation oder sogar eine Diplomarbeit die sich mit der geostrategischen Rolle von Wasser auseinandersetzt?
@ Wolf
Hast du irgendeine dissertation oder sogar eine Diplomarbeit die sich mit der geostrategischen Rolle von Wasser auseinandersetzt?
Nope, ich habe einen etwas anderen Ansatzpunkt (auch für meine Dipl.-Arbeit). Ich interessiere mich eher für technische Lösungen in technischem Maßstab. Die größte Anlage, an der ich mitgearbeitet hatte, hat knapp 2000 Kubikmeter/Tag. Die zweitgrößte nur noch 800.
Ich bin also auch ausserhalb von kommunalen Maßstäben und kümmere mich entweder um Wasser in der Industrie oder um Lösungen für Hotels/kleinere Häusergruppen, dafür aber High-Tech (Membranseparationsverfahren, Membranbioreaktoren etc).
Für Geostrategie habe ich das falsche studiert. Das ist eher VWL`er-Kram.
Eine gute Arbeit über das Wasser Problem. http://www.kkhatib.de/
Diese Diplomarbeit bekäme bei uns eine 4.9 :D
TOZKOPARAN
20.07.05, 11:15
Bei mir wär das sofort ein EXMATRIKULATIONSGRUND. :D
Vielleicht ist derinkuyu ja Kurde und findet dieses Pamphlet DESWEGEN so toll? Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Türke diesen Mist gut findet. :eek:Hast recht...wir leben nunmal in einer Welt wo fressen oder gefressen angesagt ist...lieber wir fressen (beim Wasser) als gefressen zu werden
Wenn den Arabern soviel an Kurden liegt...warum bombardierte sie Saddam (Araber) mit chem. Massenvernichtungswaffen?....w arum versucht Assad in Syrien Kurden zu assimilieren?
Wir müssen endlich lernen wie die Araber Völker ausnutzen zu können:mad:
Das klappte mit Atatürk und der Sowjetunion besser:D
Wir nehmen mal kurz den Taschenrechner und tippen 75 Liter x 365 Tage ein.
Es kommt 27375 Liter heraus, was ungefähr 27 Kubikmetern entspricht.
Ups, dabei machte die zeitung einen professionellen eindruck, wie man sich täuschen kann.
Zum Thema:
Wenn bestimmte Staaten anderen Staaten das Wasser entziehen, sind Konflikte vorprogrammiert. Krieg dauert dann auch nicht mehr lange und alles nur weil man nicht teilen möchte. :rolleyes:
TOZKOPARAN
20.07.05, 13:29
Man Haubitze nimm mal das Blatt vor deinem Mund weg und sprich deutlicher was meinst du mit wenn staaten anderen staaten das wasser entziehen.
Welcher Krieg und wieso soll er nicht lange dauern?
Stimmt uns kann niemand was auf dieser Welt antun.
was meinst du mit wenn staaten anderen staaten das wasser entziehen.
Was gibt es da nicht zu verstehen? :confused:
Welcher Krieg und wieso soll er nicht lange dauern?
Ich wollte zum Ausruck bringen das es dann Krieg geben wird und nicht das schon Krieg vorherrscht bzw. er nicht lange dauern wird.
Stimmt uns kann niemand was auf dieser Welt antun.
Jo, in manchen dingen seid ihr Unschlagbar. :D
3.3.2. Das türkische Machtstreben und die Instrumentalisierung des Wassers
Im Laufe dieses Kapitels haben wir festgestellt,
* erstens, daß die Wasserentwicklungsprojekte im Euphrat-Tigris-Becken in jedem Land getrennt und unkoordiniert mit den anderen durchgeführt worden sind. Dieses kann zum einen darauf zurückzuführen sein, daß die Realisierung der Wasserprojekte in der Zeit des kalten Krieges lag, wobei die Türkei sich in dem Nato-Bündnis eingegliedert hat, und Syrien sowie der Irak sich durch mehrere Freunschafts- und Zusammenarbeitsverträge mit den Ländern des ehemaligen Ostblocks, vor allem mit der Sowjetunion, verbunden haben. Zum anderen befinden sich Syrien und der Irak seit Anfang der 60er Jahre in einem Konflikt, der aus Meinungsverschiedenheiten innerhalb der in den beiden Länder regierenden Ba'th Parteien resultiert. Es gibt andere Gründe, die auch mitgespielt haben, und auf die ich mehr eingehen werde wie das historische osmanische Erbe bei den beiden Völkern, das Kurdenproblem und das Iskandarunproblem.
* zweitens, daß der Irak der erste Nutzer der beiden Flüsse Euphrat und Tigris ist. Diese Nutzung geht schon tausende Jahre zurück. Der zweite Nutzer war Syrien. Dies begann mit einem Entwicklungsprogramm am Euphrat und seine Zuflüsse in den 60er und 70er Jahren. Zuletzt kommt die Türkei, die in den 70er und 80er Jahren mit ihrem GAP-Projekt begonnen hat.
* drittens, es gibt bilaterale Wasseraufteilungsverträge zwischen den Anrainerstaaten. Im Jahre 1987 haben Syrien und die Türkei ein Protokoll unterschrieben, in dem die Türkei in der Zeit, wo der Atatürksee gefüllt wird, sich verpflichtet, 500 m³/s (16 Mrd. m³/J) im Euphrat durchfließen zu lassen. Danach muß eine neue Aufteilung zwischen den drei Staaten festgelegt werden. Der Konflikt besteht zur Zeit darin, daß die Türkei dieses Protokoll für immer als gültig betrachtet, und Syrien darauf besteht, daß eine Wiederverteilung nach der Füllung des Atatürksees stattfindet. Der Irak betrachtet die Wassermenge als zu wenig und fühlt sich an das Protokoll nicht gebunden.
Im Jahre 1990 haben Syrien und der Irak einen Vertrag unterschrieben, um die Wassermenge an der türkisch-syrischen Grenze untereinander aufzuteilen. Gemäß dieses Vertrages bekommt Syrien 42 % und der Irak 58 % nach Abzug der verdunsteten Wassermenge.
Die Positionen der Anrainerstaaten in Bezug auf die Verteilung des Wassers unterscheiden sich im Euphrat-Tigris-Becken nach ihren verschiedenen Nationalinteressen. Sie stützen sich dabei auf unterschiedliche Punkte, um ihre Stellung zu verteidigen, so die Türkei auf ihre militärische und wirtschaftliche Macht, hingegen Syrien und der Irak auf internationale Wassergesetze und Rechtsbrauch.
Derinkuyu ich hoffe der smiley war dafür das du es schon gemerkt hast das der text antitürkisch verfasst worden ist. Ansonsten liess es dir nochmal langsam durch was der ARABER von der MACHSÜCHTIGEN TÜRKEI hält.
Du hast es erfasst. Ich habe schon mal gesagt das wir vielen ein Dorn im Auge sind.Diese Arbeit bestätigt das mal wieder. Und dieser Wolf ist komunist ich bin das gegenteil von ihm,deswegen versucht [.....] mich schlecht zu machen. Ich komme aus Bartin.100 mal gesagt!Jetzt schreibt er ich soll Kurde sein.1.Ich bin Türke 2. Was hat dieser Typ blos gegen Kurden? Im PF stopfen sie dem das Maul zu, hier hat er seine Spezis. Ich hab noch nie so [....]erlebt wie den! Kötü Adam bu,hemde cok kötü!!
Und dieser Wolf ist komunist
MMUUUAAAAHAHAHAHAHAHHAHAHAHHAH A!
Ein Kommunist, der sich selbstständig machen will! Der war gut! :D:D:D
Jetzt schreibt er ich soll Kurde sein.1.Ich bin Türke
Gut, dann hat es bei Dir einfach nicht gereicht, diese angeblich "sehr gute" <öhem> Arbeit zu verstehen.
2. Was hat dieser Typ blos gegen Kurden?
Nichts natürlich! Mein ältester Freund (mittlerweile seit 24 Jahren) ist Kurde.
Im PF stopfen sie dem das Maul zu, hier hat er seine Spezis.
Es würde mich SEHR wundern, wenn Du tatsächlich wüsstest, wer ich im pf bin! Dafür bist Du nicht schlau genug! DeLaHoya und Caution könnten es herausfinden. Du wahrlich nicht!
Ich hab noch nie so [....]erlebt wie den! Kötü Adam bu,hemde cok kötü!!
Ich freue mich über den Eindruck, den ich bei den [...] offenbar zu hinterlassen imstande war. :)
Gut, dann hat es bei Dir einfach nicht gereicht, diese angeblich "sehr gute" <öhem> Arbeit zu verstehen.
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Ich hab sie sehr gut verstanden.Niemand muß der Türkei in den Arsch kriechen um eine Meinung abgeben zu dürfen.Wir leben nicht in einer Komunistischen Welt.Lern mal anderer Leute meinung zu Akzeptieren.Du möchte gern Türke.
[QUOTE=Wolf]
Nichts natürlich! Mein ältester Freund (mittlerweile seit 24 Jahren) ist Kurde.
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Klar.Irgendwo her muß ja dein hang zum Komunismus kommen.Aber ich glaube kaum das du Freunde hast.Du bist in dich selbst verliebt.
[QUOTE=Wolf]
Es würde mich SEHR wundern, wenn Du tatsächlich wüsstest, wer ich im pf bin! Dafür bist Du nicht schlau genug! DeLaHoya und Caution könnten es herausfinden. Du wahrlich nicht!
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Yedi bela..... Kötü Adam..... Du bist Größenwahnsinig. Ich teile die Meinung von Caution und den anderen PF Usern.Über dich hab ich genug gelacht.Du weißt nicht was für geile Witze über dich über PN laufen.
[QUOTE=Wolf]
Ich freue mich über den Eindruck, den ich bei den [...] offenbar zu hinterlassen imstande war. :)
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O,du hast mich als Geistig armen entlarvt.Immerhin reicht es für dich aus ;)
O,du hast mich als Geistig armen entlarvt.Immerhin reicht es für dich aus ;)
Tja, offenbar doch nicht. :D
Rein aus Eigeninteresse will ich dieses Thema nicht fallenlassen. Es wurde hier mehrmals angekündigt, man würde hier die "Wahrheit" schreiben und man bräuchte nur noch ein paar Infos.
Hodri meydan, ich warte. Ich war in der Zwischenzeit selber nicht ganz untätig und bin gespannt auf das, was da so kommen mag. :)
deryatulga
17.09.07, 09:42
unesco heute online
Online-Magazin der Deutschen UNESCO-Kommission
Ausgabe 6-7, Juni / Juli 2005
Wasserkrise im Nahen Osten
LUTZ MÖLLER
Die reinen Fakten klingen so absurd, dass sie selbst als erfundene Geschichte kaum durchgehen würden: Kann der Wasserspiegel eines Gewässers mit einer Oberfläche von 1.000 Quadratkilometern - größer als die Stadtfläche von Berlin - pro Tag um 3 Millimeter sinken? Können 3 Millionen Kubikmeter Wasser - das entspricht dem Volumen eines 450 Meter hohen Wolkenkratzers mit der Grundfläche eines Fußballfeldes - täglich einfach verschwinden? Genau das passiert seit Jahrzehnten mit dem Toten Meer.
Das Tote Meer ist einer der berühmtesten Orte der Erde. Es ist der tiefste Ort der Erdoberfläche, mehr als 400 Meter unter dem Meeresspiegel. Das Wasser des Toten Meeres ist eines der salzigsten Gewässer der Erde (nur der zwanzig Mal kleinere Assalsee in Ostafrika ist salziger). Sein Salzgehalt ist circa 10-mal höher als der der Ozeane. Das Tote Meer war deswegen über viele Jahre ein sehr beliebtes Ziel für Touristen, bis die jüngste Nahostkrise dieses Geschäft weitgehend zum Erliegen brachte. Das Tote Meer ist weiterhin eng verbunden mit der biblischen Überlieferung - die Geschichte der Städte Sodom und Gomorrha ist die bekannteste.
Der Jordan ist einer der berühmtesten Flüsse der Erde. Der Fluss, an dem Jesus zum ersten Mal taufte, der Grenzfluss zwischen Israel, der Westbank und Jordanien, eines der wichtigsten Durchzugsgebiete für Zugvögel: 500 Millionen Vögel machen hier zweimal jährlich Rast. Er ist das Umfeld für viele archäologische Stätten wie Beit She'an, Um Quais oder Jericho und Lebensader einer ganzen Region.
Spätestens an dieser Stelle muss das von Reiseveranstaltern gern gepflegte Bild eines paradiesischen Idylls mit der allzu tristen Wirklichkeit konfrontiert werden. Tatsächlich ist der Jordan die Lebensader einer ganzen Region, nur wird diese Lebensader schon seit langem ohne Rücksicht auf die Folgen von allen Anrainern ausgesaugt. Früher umfasste das jährliche Wasservolumen des unteren Jordans - das sind die circa 220 Kilometer der Wegstrecke des Jordans zwischen dem See Genezareth und dem Toten Meer - 1,3 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Heute sind es jährlich zwischen 50 und 100 Millionen Kubikmeter. Mehr als 90 Prozent des Wassers des unteren Jordans werden von Israel, Palästina und Jordanien abgezweigt, vornehmlich für landwirtschaftliche Zwecke.
Der Jordan: eine Kloake - das Tote Meer: eine industrielle Salzwüste
Abschnittsweise kann der Jordan ohne Übertreibung als Kloake bezeichnet werden: Abwässer aus Siedlungen werden unbehandelt eingeleitet, das hoch belastete Wasser aus Fischfarmen fließt zurück in den Jordan, aus verschiedenen Quellen kommt sogar Salzwasser hinzu. Im Sommer trocknet der Fluss mitunter vollkommen aus.
Wie kann es dazu kommen, dass eine derart dramatische Situation von der Öffentlichkeit nahezu vollkommen ignoriert wird? Ein Grund hierfür ist, dass der Jordan zwar ein mythenreicher Ort und somit fest im kollektiven Bewusstsein verankert ist, jedoch kein realer Ort in dem Sinn ist, dass die Bewohner von Jerusalem oder Amman dort ihr Wochenende verbringen würden. Lange Abschnitte des unteren Jordans sind der Bevölkerung überhaupt nicht zugänglich, da sie innerhalb einer geschlossenen Militärzone liegen.
Da der Jordan das Tote Meer schon seit langem nicht mehr mit Wasser versorgt, sinkt dort der Wasserspiegel, während der letzten zwanzig Jahre um 25 Meter. Ein weiterer wichtiger Grund ist die Mineralgewinnung in den Entsalzungsbecken am südlichen Seeufer. Chloride, Bromide, Magnesium und Pottasche, diese Minerale werde von Israel und Jordanien im industriellen Maßstab gewonnen, indem das Wasser des Toten Meeres in riesige Entsalzungsbecken geleitet wird. Tatsächlich ist das Tote Meer durch diese Maßnahmen beim Vergleich von Satellitenbildern von heute und vor fünfzig Jahren kaum mehr wieder zu erkennen: Der Großteil der südlichen Seehälfte wurde zu einer industriellen Salzwüste. Da die nach der Verdunstung übrig gebliebenen Mineralien nach Effizienzkriterien abgeräumt werden, bleibt nach jedem Verdunstungszyklus etwas neue Salzkruste übrig. Dies führt zu dem absurden Ergebnis, dass der Wasserspiegel im Norden des Sees immer weiter absinkt, während sich der Erdboden im Südteil durch die zunehmenden Verdunstungskrusten hebt!
Das fragile Ökosystem wird überbelastet
Es gibt noch andere Probleme: zum Beispiel die Überbeanspruchung des fragilen Ökosystems durch eine große Anzahl Hotels mit insgesamt 50.000 Zimmern. Zwar ist das Tote Meer immer noch berühmt wegen der Heilwirkung des hohen Salzgehalts - die Bilder von nahezu "auf dem Wasser schwebenden" Badetouristen sind allgemeine Folklore. Aber während der letzten Jahre standen die Hotels zumeist leer. Nicht nur der Nahostkonflikt, auch das Phänomen der Sink Holes ("Trichterlöcher") vertreibt die Touristen: Da der Wasserspiegel des Toten Meeres so schnell sinkt, fließt das Grundwasser unterirdisch in großen Massen und hoher Geschwindigkeit hinterher und spült den mineralhaltigen Untergrund aus. Daher ist an vielen Stellen entlang des Ufers des Toten Meeres in den letzten Jahren unvermittelt der Boden eingebrochen, oft auf Flächen von der Größe eines Tennisplatzes. Da diese spontane Bodenerosion auch vor dem Untergrund von Gebäuden keinen Halt macht, wird jeder Bau von Infrastruktur zum Risiko.
Aber die Wasserkrise im Nahen Osten hat noch weitere Aspekte, auch die Grundwasserversorgung ist in sehr ernsthafter Gefahr. In der Westbank lassen palästinensische Siedlungen und Städte 45 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich unbehandelt versickern, aus den israelischen Sielungen sind es 15 Millionen Kubikmeter. Zusammen tragen sie dazu bei, dass das Grundwasser der Westbank inzwischen so belastet ist, dass es in 10 bis 15 Jahren unbrauchbar sein wird, falls die Nutzungsweisen sich nicht grundsätzlich ändern.
Die Regierungen packen das Wasserproblem nicht an
Das Besondere dieser Fakten ist, dass sie nicht allein dem Verantwortungsbereich eines der Anrainerstaaten zuzuschreiben sind. Sowohl Jordanien, als auch Israel, als auch die palästinensische Westbank, sie alle tragen in gleicher Weise dazu bei, dass das Wasserproblem in Nahost täglich dramatischer wird. Zwar gibt es Unterschiede bei der Intensität der Wassernutzung zwischen den Staaten, jedoch wiederholt sich das Muster bei allen auf die gleiche Weise: "Wenn mein Nachbar die natürlichen Ressourcen schonungslos ausbeutet, habe ich darauf das selbe Recht". Solche reziproken Rechtfertigungen lassen sich schwer aushebeln, besonders unter den aufs Äußerste gespannten politischen Rahmenbedingungen, unter denen die Regierungen auch über weniger zentrale Politikbereiche nicht verhandeln wollen.
Unter diesen Rahmenbedingungen darauf zu hoffen, dass die Regierungen von Palästina, Jordanien und Israel eines Tages Frieden schließen und gemeinsam das Wasserproblem anpacken, ist so unrealistisch wie angesichts der hohen Dringlichkeit des Problems zu spät. Es ist Aufgabe der Zivilgesellschaft in den betroffenen drei Ländern und Aufgabe aller Sympathisanten weltweit, sich grenzübergreifend zu organisieren, um auf die dramatische Bedrohung der Lebensgrundlagen angemessen zu reagieren. Glücklicherweise ist diese Forderung kein Vorschlag vom grünen Tisch, sondern eine Beschreibung eines tatsächlich erfolgten Vorgangs.
"Friends of the Earth Middle East"
1994 haben sich in der Organisation "Friends of the Earth Middle East" (FOEME) Umweltschützer aus Israel, Jordanien und Palästina zusammengeschlossen, um auf die Wasserkrise in ihren Ländern offensiv und vor allem gemeinsam zu antworten. Damit war FOEME die erste Organisation überhaupt, in der Vertreter aus diesen Ländern dauerhaft zusammengearbeitet haben. FOEME bilden heute den Nahost-Ableger des weltweiten Friends of the Earth Netzwerks, dessen deutscher Mitgliedsverband der BUND ist.
Als nationenübergreifender Zusammenschluss von Experten ist FOEME ein idealer Partner der UNESCO. Die Lösung von Konflikten durch grenzübergreifende Zusammenarbeit ist eines der wichtigsten Ziele der UNESCO, auch in ihren naturwissenschaftlichen Programmen. Schon in ihrer Verfassung gibt sich die UNESCO das Ziel vor, "durch Förderung der internationalen Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation zur Erhaltung des Friedens und der Sicherheit beizutragen".
Ein besonderes Beispiel ist das seit dem Jahr 2000 bestehende Programm PC-CP (From Potential Conflict to Cooperation Potential). Da es weltweit 260 grenzübergreifende Flusseinzugsgebiete gibt, nimmt PC-CP bestehende Konflikte um Wassernutzung, um Energieerzeugung und Hochwasserschutz zum Anlass, um die Konflikthintergründe zu analysieren und Lösungsstrategien zu formulieren, die über die Wassernutzungsproblematik hinausreichen. Zunächst wurden mehrere konkrete Fallstudien erarbeitet, zum Beispiel anhand des Aralsees, des Mekong, des Nils, des Rheins, aber auch des Jordans. Die UNESCO fördert das Training von Interessenvertretern, den Aufbau eines institutionellen Rahmens und die Verbesserung von rechtlichen Hilfsmitteln.
Initiativen der UNESCO
Gerade im Nahen Osten ist es der UNESCO in den letzten Jahren durch eine Reihe von beispielhaften, groß angelegten wissenschaftlichen Projekten gelungen, die jeweiligen Regierungen zur Zusammenarbeit zu bewegen. Ein Beispiel ist das Projekt SESAME. SESAME besteht im Wesentlichen aus dem ehemaligen Berliner Synchrotron-Forschungslabor BESSY, das 1999 außer Betrieb gesetzt wurde. Im Rahmen der UNESCO wurde ein Betreiberkonsortium von sieben (bald neun) Staaten des Nahen Ostens gegründet, und 2003 wurde der Grundstein gelegt für ein neues Laborgebäude in der jordanischen Al-Balqa Universität Alaan. 2009 sollen hier die ersten Experimente durchgeführt werden. SESAME ist die erste multinationale Forschungseinrichtung im Nahen Osten.
Es gibt mehrere ähnliche Initiativen der UNESCO im Nahen Osten, auch die Deutsche UNESCO-Kommission hat unter anderem Lehrer-Schüler-Camps und eine Sommerschule zum Thema "Wasser" unterstützt. Die Vision ist klar: durch Kooperation in Sachfragen einen interkulturellen Dialog zu entfachen und langfristig zu einer Kultur des Friedens zu finden.
Wichtig ist dabei für die UNESCO, in der Region Partner zu besitzen, die neben Sachverstand und gutem Willen auch das notwendige Engagement mitbringen. FOEME ist dabei ein hervorragender Partner, denn trotz mehrfacher Rückschläge ließ sich FOEME nicht davon abbringen, die Wasserproblematik immer wieder auf die politische Agenda im Nahen Osten zu heben. Gerade scheinen die Aussichten eher positiv: Die Atmosphäre zwischen den Konfliktparteien im Nahen Osten scheint sich etwas zu entspannen, einzelne Minister scheinen der Problematik aufgeschlossener gegenüber zu stehen. FOEME hat die Gelegenheit ergriffen, die Parteien im März 2005 zu einer Konferenz versammelt und anschließend in einer weltweiten Kampagne auf die Wasserkrise in Nahost hingewiesen, mit durchschlagendem Erfolg: Eine Titelseite in der Washington Post, Artikel in der New York Times, der Herald Tribune oder Le Monde sowie Berichterstattungen aller großen amerikanischen Fernsehstationen waren die Folge. Auch in Deutschland warben die Vorsitzenden von FOEME Ende Mai um Unterstützung und stellten in mehreren öffentlichen Veranstaltungen, gemeinsam mit dem Global Nature Fund, dem BUND und der Deutschen UNESCO-Kommission, die dramatische Situation am Toten Meer und am Jordan plastisch dar.
FOEME belässt es nicht dabei, auf Probleme hinzuweisen, sondern schlägt konkrete Lösungen vor. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass zwischen 50 Prozent (Israel) und 80 Prozent (Palästina) des aus dem Jordan entnommenen Wassers für Landwirtschaft aufgewendet wird, damit aber nur zwischen 3 Prozent (Israel) und 25 Prozent (Palästina) des Bruttoinlandprodukts erzielt werden. Außerdem hängt nur ein relativ geringer Teil der Arbeitsplätze von der Landwirtschaft am Jordan ab. FOEME schlägt vor, dass bei Verzicht auf die bewässerungsintensive und ertragsarme Landwirtschaft der Jordan wieder ein lebender Fluss und ein reichhaltiges Ökosystem werden könnte - er besäße dann ein enormes touristisches Potential. Der Vorschlag zielt darauf ab, dass aus einem Umstieg auf touristische Angebote deutlich mehr Arbeitsplätze und Einkommen folgen würden. Gleichzeitig könnte der Jordan endlich wieder ein echter Fluss werden, und eine erhöhte Wassermenge könnte dem Verschwinden des Toten Meeres Einhalt gebieten.
Kann die Anerkennung als "Weltnaturerbe" das bedrohte Ökosystem retten?
Der Umstieg auf eine vollständig andere Wirtschaftsweise ist ein ambitioniertes Ziel. Zunächst müssen auf allen Seiten administrative Strukturen geschaffen werden, denn bisher besitzt lediglich Jordanien eine Behörde, die die Wassernutzung reguliert, nicht so auf der israelischen oder palästinensischen Seite. Die administrativen Strukturen müssen auch zusammenarbeiten lernen. Aber erst einmal muss erkannt werden, dass das Ziel die Anstrengungen wert ist, es muss ein Bewusstsein für den Wert von Jordan und Totem Meer geschaffen werden.
Hier kommt wieder die UNESCO ins Spiel: In der Region wird derzeit grenzübergreifend untersucht, unter Mithilfe von FOEME, ob der Jordan oder auch das Tote Meer als UNESCO-Biosphärenreservat, als UNESCO-Weltnaturerbe oder als UNESCO-Weltkulturlandschaft anerkannt werden könnte. Sicher erfüllen der Jordan und das Tote Meer viele der formalen Kriterien, allerdings muss auch das Management der Region sichergestellt sein. Dazu bedarf es der grenzübergreifenden Zusammenarbeit.
Die Anerkennung als gemeinsames Erbe wäre jedoch genau der entscheidende Impuls zur Rettung dieses höchst bedrohten Ökosystems, denn damit würde allen Verantwortlichen klar, dass sie die Lebensader der Region nicht weiter unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Rücksicht auf die Folgen aussaugen können. Es ist fast, aber noch nicht zu spät für die Rettung des Jordans und des Toten Meeres.
DR. LUTZ MÖLLER ist Wissenschaftsreferent der Deutschen UNESCO-Kommission.
- Abwässer aus Siedlungen werden unbehandelt eingeleitet,
- das hoch belastete Wasser aus Fischfarmen fließt zurück in den Jordan,
- aus verschiedenen Quellen kommt sogar Salzwasser hinzu.
- Überbeanspruchung des fragilen Ökosystems durch eine große Anzahl Hotels
- In der Westbank lassen palästinensische Siedlungen und Städte 45 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich unbehandelt versickern
- aus den israelischen Sielungen sind es 15 Millionen Kubikmeter.
- Grundwasser der Westbank inzwischen so belastet ist, dass es in 10 bis 15 Jahren unbrauchbar sein wird, falls die Nutzungsweisen sich nicht grundsätzlich ändern.
- Die Regierungen packen das Wasserproblem nicht an
Ist es nicht schön? Wir sind nicht die einzigen Vollidioten auf der Welt. Hurra! :)
deryatulga
17.09.07, 10:48
Hast du kein Wort über die Verhältnismässigkeit von 15/45 an der Westbank zu verlieren?
Hast du kein Wort über die Verhältnismässigkeit von 15/45 an der Westbank zu verlieren?
Nein, natürlich nicht. Erstens - verzeihe mir meine Unwissenheit - sind mir die genauen Bevölkerungsverteilungen in dem beobachteten Gebiet nicht bekannt (abgesehen von Wiki-Angaben) und zweitens kenne ich auch die genauen Verwendungen des Wassers nicht.
- wieviel von dem unbehandelten Wasser, welches ins tote Meer eingeleitet wird, stammt von welcher der beiden Parteien
- Wieviele Tiere werden getränkt,
- wieviel Abwasser läuft einfach durch Rinnen durch Straßen (und verdunstet statt zu versickern),
- wieviel Oberflächenbewässerung gibt es (ein bisschen Rasensprengen versickert auch nicht sondern verdunstet)
....undsoweiter.
Zwar steht es laut Wiki mit der Bevölkerung derzeit 6:1 (Araber zu Israelis) während das Sickerwasser nur 3:1 aufgeteilt ist, nur schaffen wir mit den oben angegebenen Punkten (außer die Tiere vielleicht) locker eine Zehnerpotenz plus oder minus.
Daher werde ich mich ganz bestimmt nicht dazu hinreißen lassen, daraus den Wasserverbrauch oder die Wasserzuteilung auszurechnen! Klingt vielleicht blöd aber auf dem Gebiet Wasser bin ich extrem vorsichtig mit meinen Kommentaren, wenn ich nicht 100% sicher bin.
Das die Regierungen sich nicht um das Wasserproblem kümmern kann doch nicht wirklich stimmen, denn hab mal gelesen daß die Türkei Wasser (50 Mio. Kubikmeter pro Jahr?) nach Isarel liefert.
Das die Regierungen sich nicht um das Wasserproblem kümmern kann doch nicht wirklich stimmen, denn hab mal gelesen daß die Türkei Wasser (50 Mio. Kubikmeter pro Jahr?) nach Isarel liefert.
Abgesehen davon, dass das nicht wirklich "kümmern" (da keine langfristige Lösung) ist, sind die Palästinenser selbst DAVON noch meilenweit entfernt.
Abgesehen davon, dass das nicht wirklich "kümmern" (da keine langfristige Lösung) ist, sind die Palästinenser selbst DAVON noch meilenweit entfernt.
Oh! Da hast du wohl Recht. Aber zieh dir mal das rein (bist du soweit ja?):
Israel deckt seinen Wasserbedarf heute zum größten Teil aus Vorkommen, die außerhalb seines Territoriums liegen oder entspringen. Die Hauptquellen israelischer Wasserversorgung liegen in den besetzten palästinensischen Gebieten und auf dem Golan: die Jordanzuflüsse Dan und Banias, der Jordan selbst und mit dem westlichen und nordöstlichen Aquifer zwei der drei Grundwasserbecken der Westbank. Eine Aufgabe dieser Gebiete würde für Israel die Bedrohung der derzeitigen Wasserversorgung bedeuten und es daher erfordern, die Nutzungsrechte der Wasservorkommen der Region durch Abkommen mit allen Anrainern neu zu regeln.
Nach der Besetzung der palästinensischen Gebiete wurden dort alle Wasserressourcen zu israelischem Staatsbesitz erklärt und dem Militärkommandeur unterstellt. Seit 1982 werden sie von der israelischen Staatsfirma Mekorot bewirtschaftet. Palästinensische Wasserpumpen wurden zum größten Teil zerstört oder enteignet und landwirtschaftliche Gebiete entlang des Jordans zu geschlossenen Militärzonen erklärt. Im Rahmen des Oslo-Prozesses übernahm die palästinensische Wasserbehörde zwar die administrative Verantwortung für die Wasserversorgung der palästinensischen Bevölkerung, Israel behielt sich aber die übergeordnete Kontrolle über Wasserverbrauch und -planung in den palästinensischen Gebieten vor.
Bis heute leitet Israel über den 1964 fertiggestellten National Water Carrier rund drei Viertel des Jordanwassers vom See Genezareth ins südliche Israel. Zudem nutzen Israel und die israelischen Siedlungen rund 85 Prozent des Grundwasservorkommens in den palästinensischen Gebieten und decken damit etwa ein Drittel ihres Wasserverbrauchs.
Für die palästinensische Bevölkerung ist Grundwasser neben Regenwasser die einzige Wasserquelle. Insbesondere die palästinensischen Dörfer und die Landwirtschaft leiden unter generellem Wassermangel. Über 200 Dörfer der Westbank, vor allem in den Regionen um Hebron, Nablus und Jenin, sind gar nicht an das Wassernetz angeschlossen und müssen sich durch Regenwasserzisternen und über Wasser aus Tankwagen versorgen. Doch auch in anderen Dörfern und Städten herrscht in den Sommermonaten oft monatelang akuter Wassermangel. In Folge liegt der gesamte Wasserverbrauch pro Kopf und Tag in Israel mit rund 350 bis 380 Litern etwa fünfmal so hoch wie in den palästinensischen Gebieten (70 bis 110 Liter). Damit hat die palästinensische Bevölkerung den niedrigsten Wasserverbrauch in der ganzen Region - deutlich niedriger als die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Menge. Zusätzlich versickern bis zu 30 Prozent des Trinkwassers aufgrund defekter Leitungen im Boden.
Gegenwärtig werden alle Grundwasserbecken in der Westbank übernutzt, im Gaza-Streifen wird sogar das Doppelte der natürlichen Wiederauffüllungsrate aus dem Grundwasserbecken (Küstenaquifer) gepumpt. Dieses Überpumpen verursacht das Absinken des Grundwasserspiegels und führt zur Versalzung des Grundwassers. Vor allem Kleinkinder leiden im Gaza-Streifen deshalb bereits unter Gesundheitsschäden. Zusätzlich wird das Trinkwasser durch landwirtschaftliche Verunreinigungen und Abwässer verschmutzt. Denn in den palästinensischen Gebieten sind nur rund 40 Prozent der Haushalte an die Kanalisation angeschlossen, und auch die Siedlungen leiten ihre Abwässer in der Regel ungeklärt ein.
In Zukunft wird die Schere zwischen Wasserangebot und Wassernachfrage wohl noch stärker auseinanderklaffen. Aufgrund andauernder Übernutzung wird das Angebot weiter zurückgehen, während gleichzeitig der Verbrauch in der ganzen Region infolge von Bevölkerungswachstum und wirtschaftlicher Entwicklung zunehmen wird. Eine optimale Wassernutzung wird nur auf der Grundlage von Kooperation möglich sein. Nur ein multilateraler Ansatz, der die Interessen aller Anrainer einbezieht und ein regionales Wasserregime etabliert, kann eine dauerhafte und tragfähige Lösung etablieren. Diese muss nicht nur eine gerechtere Zuteilung der Nutzungsrechte zwischen Israel und den Palästinensern, sondern vor allem auch Maßnahmen zur Wassereinsparung beinhalten. Ein verantwortungsvolles Wassermanagement ist dringend notwendig, um weitere Schäden an den Grundwasserbecken zu verhindern und die Wasserversorgung für kommende Generationen zu sichern.
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung
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Daran kann Mensch ganz deutlich erkennen: "Haste was, biste was!" *im Gesicht Rot anlauf*
Nicht nur Öl ist wichtig...
@Adem
Danke für den Artikel, aber etwas sehr wichtiges stimmt hier nicht, ich suche gerade in der Literatur nach:
In Folge liegt der gesamte Wasserverbrauch pro Kopf und Tag in Israel mit rund 350 bis 380 Litern etwa fünfmal so hoch wie in den palästinensischen Gebieten (70 bis 110 Liter). Damit hat die palästinensische Bevölkerung den niedrigsten Wasserverbrauch in der ganzen Region - deutlich niedriger als die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Menge.
Wusst ichs doch! Das stimmt nicht! Die WHO recommendations sprechen aber eine sehr andere Sprache:
5.3.2 Accessibility
From the public health standpoint, the proportion of the population with reliable
access to safe drinking-water is the most important single indicator of the overall
success of a drinking-water supply programme.
There are a number of definitions of access (or coverage), many with qualifications
regarding safety or adequacy. The preferred definition is that used by WHO and
UNICEF in their “Joint Monitoring Programme,” which defines “reasonable access”
to improved sources as being “availability of at least 20 litres per person per day within
one kilometre of the user’s dwelling.” Improved and unimproved water supply technologies
in the WHO/UNICEF Joint Monitoring Programme have been defined in
terms of providing “reasonable access,” as summarized below:
WHO, drinking water cecommendations, neueste Version, Seite 91!
Und die von der WHO als "Optimum" definierte Quantität sind 100-200 Liter pro Person pro Tag! In Deutschland rechnet man mit ca. 100 Litern pro Person und Tag (je nach Berechnungsverfahren etwas mehr oder weniger).
Zusätzlich versickern bis zu 30 Prozent des Trinkwassers aufgrund defekter Leitungen im Boden.
Ähem.... you see my point?
Denn in den palästinensischen Gebieten sind nur rund 40 Prozent der Haushalte an die Kanalisation angeschlossen, und auch die Siedlungen leiten ihre Abwässer in der Regel ungeklärt ein.
Dieses Wasser kann man auch aufbereiten und den Grundwasserspiegel erhöhen anstatt es einfach wegzuschmeißen!
Nicht nur Öl ist wichtig...
Und das sagst Du MIR? :D
Und die von der WHO als "Optimum" definierte Quantität sind 100-200 Liter pro Person pro Tag! In Deutschland rechnet man mit ca. 100 Litern pro Person und Tag (je nach Berechnungsverfahren etwas mehr oder weniger).
Ja aber was hat das mit dem obigen Text zu tun? Oder geht es dir darum zu sagen, Palästinänser verfügen über ausreichend sauberes Wasser?
Dieses Wasser kann man auch aufbereiten und den Grundwasserspiegel erhöhen anstatt es einfach wegzuschmeißen!
Palästinänser? Wasser aufbereiten? Machst du jetzt Scherze? Ich glaube die geben die Kohle lieber für sich (Korruption?) und ihre Waffen aus. Mann, dort gibt es nicht mal ne anständige Kanalisation...
Ok ok, ich mach jetzt einfach weiter, denn bin noch nicht fertig. Es gibt dort nämlich noch einen Quellentext:
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Alle Jahre im Sommer ist es wieder so weit. Wer im See Genezareth baden will, muss erst einmal einige Meter auf dem vertrockneten Seegrund entlang wandern, bevor er endlich ins kühle Nass springen kann. Der israelische Wasserkommissar spricht angesichts leerer Grundwasservorräte von einer "Katastrophe".
[...] Heute liefern sich Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde einen heftigen Streit um die Nutzung des Grundwassers im Westjordanland. Israel weigert sich, die Kontrolle über die unterirdischen Reserven aufzugeben. Zu groß ist die Angst davor, dass die Palästinenser zu viel Wasser auf einmal abpumpen würden, und dadurch, wie im Gaza-Streifen geschehen, der Salzgehalt im Trinkwasser drastisch ansteigen würde. Deshalb kontrolliert die israelische Wassergesellschaft "Mekorot" weiterhin die dortige Wasserverteilung mit der Folge, dass von den 450 Millionen Kubikmetern Wasser, die jährlich aus dem Westjordanland abgeschöpft werden, den Palästinensern nur 150 Millionen zukommen. Abgesehen davon verbrauchen israelische Haushalte mit täglich 300 Litern rund dreimal so viel Wasser wie ihre palästinensischen Nachbarn. [...] Ungefähr 60 palästinensische Dörfer verfügen über keinen festen Wasseranschluss.
[...] Oft steht die politische Lage einer vernünftigen Lösung des Wasserproblems im Wege. [...]
Dabei könne auf so kleinem Raum gar nicht ohne einander gedacht werden, meint der israelische Wasserexperte Professor Arie Issar: "In dem Wohlbefinden der Palästinenser liegt unser eigenes, während wiederum ihr wirtschaftlicher Notstand den Keim des religiösen Fundamentalismus und die Macht des Terrors in sich trägt."
Issar, Gründer des Instituts für Wüstenforschung in Sede Boqer, sieht die Wassernot nicht als einen möglichen Grund für einen weiteren Krieg. Ganz im Gegenteil: Er hofft auf eine gemeinsame wissenschaftliche Entwicklung. "Es fehlt in der Region nicht an Wasser, sondern vielmehr an Technologie und Toleranz und am Willen zum Fortschritt", sagt er. Während in Israel durch moderne Bewässerungsmethoden bereits viel Wasser eingespart werde, litten die arabischen Länder unter der technologischen Rückständigkeit. [...] "Deshalb müssen wir unsere Technologien an unsere Nachbarn liefern und dort Schulen für Wassererziehung und Landwirtschaft gründen." [...] Wassermangel könnte demnach eher ein Anlass für Frieden werden als ein Auslöser für Krieg. Bereits heute liefert Israel im Rahmen des Friedensvertrags von 1994 jährlich 50 Millionen Kubikmeter Trinkwasser nach Jordanien, die dort dringend benötigt werden, um die Bevölkerung zu versorgen.
Auch im Hinblick auf einen zukünftigen Frieden mit Syrien spielt das nasse Element eine große Rolle: Sollte es durch einen echten Frieden möglich werden, Wasser aus der Türkei per Pipeline durch Syrien nach Israel zu leiten, würde dies den israelischen Verzicht auf die Golanhöhen spürbar erleichtern. Die Golanhöhen sind heute Quelle für 30 Prozent des israelischen Wasserhaushalts. Mit dem Regenwasser, welches in der Türkei bisher noch ungenutzt ins Meer fließt, könnte man, laut Issar, den gesamten Nahen Osten mit Wasser versorgen.
Bis dieses Szenario Wirklichkeit wird, muss man jedoch auch in Israel umdenken. In den vergangenen Jahren hat es im Winter viel zu wenig geregnet. Daraufhin wurde aus dem See Genezareth, dem Hauptwasserreservoir Israels, sehr viel Wasser abgepumpt. Schon jetzt ist der Seepegel auf Rekordtief - in den heißen Sommermonaten sinkt er durch die Verdunstung jeden Tag um einen weiteren Zentimeter. Auch der Meeresspiegel des Toten Meeres ist innerhalb von dreißig Jahren um 17 Meter gesunken, weil das Wasser, bevor es in das Meer fließt, abgezapft wird. Es gibt bereits Pläne, einen Kanal vom Mittelmeer ins Tote Meer zu bauen - ansonsten wird in 20 Jahren nur noch eine Salzwüste an das Tote Meer erinnern.
Dabei gibt es Wege, ein Austrocknen Israels zu verhindern: Noch immer werden 70 Prozent des israelischen Wassers in der Landwirtschaft verbraucht. Oft werden die Felder mit Trinkwasser bewässert, weil es an Aufbereitungsanlagen fehlt. [...]
Ein [...] Umdenken hat bereits in der Wassergewinnung eingesetzt. Obwohl Israel vom Mittelmeer und vom Roten Meer umgeben ist, hat sich bisher jede Regierung geweigert, Meeresentsalzungsanlagen zu errichten. [...] Obwohl man in Israel längst über das technische Wissen verfügte, wurde lediglich in Elat eine solche, inzwischen veraltete Anlage errichtet. Jetzt ist eine zweite geplant. [...]
An das Wasserbewusstsein der israelischen Bevölkerung zu appellieren, erscheint als Sparmaßnahme jedoch aussichtslos. Die meisten haben sich längst daran gewöhnt, zwei Mal am Tag zu duschen - trotz aller Schreckensmeldungen könnten hier wohl nur drastische Preiserhöhungen eine Wirkung erzielen. Das Umweltbewusstsein der Israelis ist angesichts der ständigen Kriegssituation äußerst unterentwickelt. Wer kann sich schließlich den Luxus erlauben, 20 Jahre im Voraus zu planen? Angesichts der tagtäglichen Bedrohung ist die israelische Gesellschaft allzu sehr auf die Gegenwart fixiert.
Patrick Goldfein, "Das kostbare Nass", in: Aufbau Nr. 15 vom 25. Juli 2002.
www.aufbauonline.com.
Ja aber was hat das mit dem obigen Text zu tun? Oder geht es dir darum zu sagen, Palästinänser verfügen über ausreichend sauberes Wasser?
Laut dem Text oben haben sie 70-110 Liter/Tag. Das ist MEHR als genug, das sind fast schon deutsche Verhältnisse! Über die Wasserqualität hingegen werde ich ohne Analyse GAR NICHTS sagen.
Palästinänser? Wasser aufbereiten? Machst du jetzt Scherze? Ich glaube die geben die Kohle lieber für sich (Korruption?) und ihre Waffen aus. Mann, dort gibt es nicht mal ne anständige Kanalisation...
Dafür kann man aber nicht so einfach Israel verantwortlich machen!
Ok ok, ich mach jetzt einfach weiter, denn bin noch nicht fertig. Es gibt dort nämlich noch einen Quellentext:
Den gehe ich nachher durch.
Bereits heute liefert Israel im Rahmen des Friedensvertrags von 1994 jährlich 50 Millionen Kubikmeter Trinkwasser nach Jordanien, die dort dringend benötigt werden, um die Bevölkerung zu versorgen.
www.aufbauonline.com. (http://www.aufbauonline.com.)
Israel soll sich darauf nichts einbilden! Das ist das Mindeste was Sie da tuhen!
Laut dem Text oben haben sie 70-110 Liter/Tag. Das ist MEHR als genug, das sind fast schon deutsche Verhältnisse! Über die Wasserqualität hingegen werde ich ohne Analyse GAR NICHTS sagen.
Wie du willst! Ich dachte immer Deutsche-People duschen auch in der Regel 2x am Tag :lach:
Dafür kann man aber nicht so einfach Israel verantwortlich machen!
Ich würde auch nicht Israel dafür verantwortlich machen (selbst wenn es so wäre) - ich bin immer dafür, egal wie drückend und schlimm auch eine Situation sein mag, be cool und hilf dir Selbst. Ich würd sogar die ganze PA-Behörde 2x täglich antreten lassen und dann einmal von links nach rechts (mit der flachen Hand) watschn watschn watsch... und dann in umgekehrter Reihenfolge klatsch klatsch watschn, voll auf die Backen :brüll: bis sich so schöne lila-blauen Abdrücke bilden... damit ses mal lernen, die Brüder!!!
Den gehe ich nachher durch.
Ja mach das :hallo;
Israel soll sich darauf nichts einbilden! Das ist das Mindeste was Sie da tuhen!
Wie Israel soll sich nichts darauf einbilden? Hauptsache niemals den Israelis Menschlichkeit zusprechen, nä?
Die Türkei beliefert Israel jährlich mit 50 Mio. (ist doch interessant, oder?) Wer beliefert jetzt eigentlich Jordanien?
Wie du willst! Ich dachte immer Deutsche-People duschen auch in der Regel 2x am Tag :lach:
Durchschnitt pro Bundesbürger ist ca 100 Liter. Wenn die Palästinenser tatsächlich 110 haben, sollen sie nicht meckern!
Durchschnitt pro Bundesbürger ist ca 100 Liter. Wenn die Palästinenser tatsächlich 110 haben, sollen sie nicht meckern!
Leider kann ich mit solchen Zahlen nicht viel anfangen, da fehlt mir ein wenig Vorstellungsvermögen. Ausserdem waren es doch 70 - 110 l in den paläst. Gebieten. Das sind bestimmt die oberen 10.000 die genug Wasser haben und der Rest holt sich das mit Eimern und Fässern ausgerüstet per Hand von irgendwelchen Wasserhähnen in der Umgebung.
Egal - Wasser soll vorhanden sein, mangeln tuts wohl eher an der Kooperation in der Region.
Leider kann ich mit solchen Zahlen nicht viel anfangen, da fehlt mir ein wenig Vorstellungsvermögen.
Dem kann sehr bildlich abgeholfen werden:
http://www.wnd.shuttle.de/wnd/wendalinum/htmfiles/projekte/wasser/wasserverbrauch-BRD.htm
Ausserdem waren es doch 70 - 110 l in den paläst. Gebieten. Das sind bestimmt die oberen 10.000 die genug Wasser haben und der Rest holt sich das mit Eimern und Fässern ausgerüstet per Hand von irgendwelchen Wasserhähnen in der Umgebung.
Dafür kann aber keiner auf Israel herumhacken. Das Wasser ist da, nur nehmen sich einige der Brüder und Schwestern davon mehr.
Hey Danke! Sehr schön!
Aber laut den Zahlen dort liegt der Durschnitt schon bei 128 Litern (BRD). Und in den 70ern waren es sogar 180.
Ausserdem könnte man da ja schon fast ne Marktidee daraus schustern: Wir brauchen sparsamere Toilettenspülungen.
Hey Danke! Sehr schön!
War mir ein Vergnügen. :)
Aber laut den Zahlen dort liegt der Durschnitt schon bei 128 Litern (BRD). Und in den 70ern waren es sogar 180.
Tendenz sinkend. In ländlichen Gebieten sind es eher um die 90, Sachsen derzeit wohl 88. 128 erscheint mir auch etwas hoch, aber das sind so in etwa die Zahlen. Wie Du siehst, die Palästinenser stehen mit 70-110 gar nicht schlecht da.
Ausserdem könnte man da ja schon fast ne Marktidee daraus schustern: Wir brauchen sparsamere Toilettenspülungen.
Gibts schon! ;) Abgesehen von der Wasserspartaste gibts in letzter Zeit immer mehr wasserlose Pissoirs auf Männertoiletten.
Ok, dann kann das ja nur noch bedeuten:
Da wird mal wieder ein Politikum aus der Sache mit dem Wasser gemacht. Wie immer? Wie immer! ;-)
Also wir wissen jetzt bzw. gehen davon aus, daß genügend Wasser vorhanden ist.
Sag mal, is dir aufgefallen - um die Hamas im Gaza ist es irgendwie ruhig geworden, oder?
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