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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Papst und die Traditionalisten



verda
25.01.09, 14:55
Sonntag, 25. Januar 2009
"Gesamte Kirche verseucht"
Papst verärgert Juden

Die Rücknahme der Exkommunikation von vier Bischöfen um den traditionalistischen Erzbischof Marcel Lefebvre durch Papst Benedikt XVI. hat zu Kritik und Unverständnis geführt. Der Grund: Gegen einen von ihnen, Richard Williamson, wird wegen Leugnung des Holocaust ermittelt. In einem Fernsehinterview hatte der Brite gesagt, historische Fakten sprächen gegen die Existenz von Gaskammern. Es seien nicht sechs Millionen Juden von den Nazis ermordet worden, sondern 200.000 bis 300.000 – aber keiner von ihnen in Gaskammern.

Ein Vatikansprecher betonte, bei der Entscheidung des Papstes, die vier Bischöfe "wieder in den Schoß der Kirche aufzunehmen", gehe es ausschließlich darum, die Anhänger der Bruderschaft Pius X. wieder zu integrieren. Über die Äußerungen Williamsons zum Holocaust müsse auf anderer Ebene gerichtet werden.
weiter (http://www.n-tv.de/1091524.html)

Der Schakal
04.02.09, 13:26
Die Priesterbruderschaft St. Pius X


Vatikan beklagt Komplott gegen den Papst

Der Beschluss des Papstes entzweit die Kirche: Der Berliner Erzbischof verlangt, Benedikt müsse seine Entscheidung zurücknehmen, den Holocaust-Leugner Williamson wieder in die Kirche aufzunehmen. Der Regensburger Bischof spricht von einer "Kampagne" - der Vatikan gar von einem "gezielten Komplott".

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,605392,00.html


HOLOCAUST-LEUGNUNG
Williamson wehrt sich gegen Ermittlungen

"Ich glaube, es gab keine Gaskammern." Die Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelt gegen den britischen Bischof Richard Williamson wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Doch der Skandal-Gottesmann setzt sich zur Wehr - mittels eines deutschen Anwalts.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,605260,00.html


Weihbischof Williamson im schwedischen Fernsehen: "Ich glaube, es gab keine Gaskammern" (21.1.2009)

http://www.youtube.com/watch?v=l0_H_Apgqdg


Ich denke die Wiederaufnahme der Pius-Brüder ist aus katholischer Sicht vertretbar. Sie vertreten den traditionellen Kern des katholischen Glaubens. Ob der Papst wusste das Williamson den Holocaust leugnet? Man sollte sich vielmehr die Mühe geben Williamson aufzuzeigen das Leuchter keinerlei Kompetenzen besitzt und seine "wissenschaftlichen" Studien in den Müll gehören. Dann wird er einsehen das er falsch liegt und sich der Wahrheit beugen.

Der Schakal
04.02.09, 14:06
Wie die Piusbrüder gegen Juden, Muslime und Schwule hetzen

Von Peter Wensierski

Die Holocaust-Leugnung des Bischofs Richard Williamson ist kein einfacher Ausrutscher - er und seine Weggefährten predigen seit Jahrzehnten Hass gegen Juden, Muslime und Homosexuelle. Ihre Schriften gewähren einen erschreckenden Einblick in die Geisteswelt der katholischen Hardliner.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,605239,00.html

Haluk
04.02.09, 14:08
Merkel hat sich festgefahren, mal sehen wer nachgibt.. der Papst oder Sie :D


Merkels Papstkritik stört die CSU (http://www.ftd.de/politik/international/:Streit-um-Holocaust-Leugner-Merkels-Papstkritik-st%F6rt-die-CSU/469772.html)
Financial Times Deutschland
Die Kanzlerin fordert vom Papst eine deutliche Distanzierung von Holocaustleugner Williamson. Dafür bekommt sie jetzt Gegenwind aus der Schwesterpartei

Steppenwolf
04.02.09, 15:17
Dass ausgerechnet ein deutscher Papst, der sogar in der Hitlerjugend war, wieder ins Fettnäpfchen tritt...

Zuerst mit dem Auszug des byzantinischen Kaisers, der über Mohammed lästert; als ihn noch andere in Schutz genommen haben, indem sie sagten er habe diesen Kaiser nur zitiert. Und jetzt das, tze, tze...

Komiker
04.02.09, 17:28
ganz ehrlich, so wohl ist mir nicht in der Haut....

er ist ja mein Landsmann, also entweder er wird von Beratern und Informanten ziemlich wüst verarscht oder die linke weiß nicht was die rechte Hand tut, oder er ist ganz einfach nicht ganz richtig im Denken...

auf jeden Fall geht er keinem Krach aus dem Weg.....ich verstehe das nicht auf Anhieb, vielleicht erklärt mir ein Katholik den tieferen Sinn hinter den Dingen...

Pedro
04.02.09, 17:36
Dass ausgerechnet ein deutscher Papst, der sogar in der Hitlerjugend war, wieder ins Fettnäpfchen tritt...

Zuerst mit dem Auszug des byzantinischen Kaisers, der über Mohammed lästert; als ihn noch andere in Schutz genommen haben, indem sie sagten er habe diesen Kaiser nur zitiert. Und jetzt das, tze, tze...

Der Papst wusste nichts von diesem Interview, wie heute bekannt wurde.

Und bei dieser Rede hat er doch diesen Kaiser zitiert.

Also nicht gleich unsachlich werden.

theinsider
04.02.09, 17:59
Dass ausgerechnet ein deutscher Papst, der sogar in der Hitlerjugend war, wieder ins Fettnäpfchen tritt...

Zuerst mit dem Auszug des byzantinischen Kaisers, der über Mohammed lästert; als ihn noch andere in Schutz genommen haben, indem sie sagten er habe diesen Kaiser nur zitiert. Und jetzt das, tze, tze...

es ist absurd, den flakhelfer und die deutsche staatsangehörigkeit des papstes ins feld führen zu wollen. sie ist nicht sachdienlich und führt nicht mal über umwege zu den wahren intentionen.

der papst kann sich allerdings auch nicht auf unkenntnis berufen. die aktuellen entscheidungen wurden bewusst getroffen und spiegeln den schwelenden kampf zwischen den traditionalisten und reformern in der katholischen kirche.

warum wohl geht die piusbruderschaft jetzt mit dem spruch, "jetzt holen wir uns den vatikan" hausieren? ratzinger befürwortet diese strömungen und ist der meinung das die katholische kirche mit reformen nur sterben kann....dem kommt ja schon beim zweiten vatikanischen konzil das kotzen.

tati
04.02.09, 19:06
Merkel hat sich festgefahren, mal sehen wer nachgibt.. der Papst oder Sie :D


Merkels Papstkritik stört die CSU (http://www.ftd.de/politik/international/:Streit-um-Holocaust-Leugner-Merkels-Papstkritik-st%F6rt-die-CSU/469772.html)
Financial Times Deutschland
Die Kanzlerin fordert vom Papst eine deutliche Distanzierung von Holocaustleugner Williamson. Dafür bekommt sie jetzt Gegenwind aus der Schwesterpartei

Merkel hat sich da überhaupt nicht einzumischen; Staat und Kirche sind getrennt.

Karl
04.02.09, 20:17
Die ach so liberale Gesellschaft nimmt immer totalitärere Züge an, vorangetrieben wird diese Entwicklung hauptsächlich von der deutschen Journaille, die jeden der nicht in ihr miefig-kleingeistig-pseudoliberales Weltbild passt mit einer gnadenlosen Hetzkampagne überzieht, sei es gegen den Papst, gegen katholische Traditionelle, gegen Muslime, gegen Israelkritiker, gegen Eva Herman, gegen Oskar Lafontaine, gegen die Linkspartei etc. die Liste ist endlos und sie geben keine Ruhe bevor die Verleumdeten vor ihnen den Kotau machen. Unterstützt werden sie dabei von den Politikern und Gestalten des öffentlichen Lebens, die von diesem miefig-pseudoliberalen Klima profitieren (das Merkel, Paolo Pinkel etc.).

Wenn ich mir die Berichterstattung auf der Webseite der BILD nur anschaue kommt mir schon das kotzen, wie da ganz subtil in den Überschriften suggeriert wird, der Papst hätte den Holocaust geleugnet oder würde die Leugnung zumindest unterstützen, obwohl seine Haltung dazu immer 100% klar war. Und wie diese Journaille meint ihre Artikel für absolut setzen zu können ("WIR waren Papst", "DIE Deutschen wenden sich vom Papst ab" etc.), das nimmt langsam größenwahnsinnige Züge an.

Andererseits, wer meint seine Bibeln mit Unterstützung dieses Schmierblattes BLÖD unters Volk bringen zu können und Gottes Botschaft zwischen den Titten von Seite 1 und Kleinanzeigen für Tante Friedas SM-Bordell unterbringen zu können, der muss sich auch nicht wundern, wenn diese opportunistischen Schmierfinken sich irgendwann gegen einen wenden. Vielleicht wird es dem Papst eine Lehre sein sich mit solchen Leuten abzugeben, ich befürchte aber eher dass man am Ende tränenreich Versöhnung feiern wird.

Der Schakal
05.02.09, 04:16
Die ach so liberale Gesellschaft nimmt immer totalitärere Züge an, vorangetrieben wird diese Entwicklung hauptsächlich von der deutschen Journaille, die jeden der nicht in ihr miefig-kleingeistig-pseudoliberales Weltbild passt mit einer gnadenlosen Hetzkampagne überzieht, sei es gegen den Papst, gegen katholische Traditionelle, gegen Muslime, gegen Israelkritiker, gegen Eva Herman, gegen Oskar Lafontaine, gegen die Linkspartei etc. die Liste ist endlos und sie geben keine Ruhe bevor die Verleumdeten vor ihnen den Kotau machen. Unterstützt werden sie dabei von den Politikern und Gestalten des öffentlichen Lebens, die von diesem miefig-pseudoliberalen Klima profitieren (das Merkel, Paolo Pinkel etc.).

Wenn ich mir die Berichterstattung auf der Webseite der BILD nur anschaue kommt mir schon das kotzen, wie da ganz subtil in den Überschriften suggeriert wird, der Papst hätte den Holocaust geleugnet oder würde die Leugnung zumindest unterstützen, obwohl seine Haltung dazu immer 100% klar war. Und wie diese Journaille meint ihre Artikel für absolut setzen zu können ("WIR waren Papst", "DIE Deutschen wenden sich vom Papst ab" etc.), das nimmt langsam größenwahnsinnige Züge an.

Andererseits, wer meint seine Bibeln mit Unterstützung dieses Schmierblattes BLÖD unters Volk bringen zu können und Gottes Botschaft zwischen den Titten von Seite 1 und Kleinanzeigen für Tante Friedas SM-Bordell unterbringen zu können, der muss sich auch nicht wundern, wenn diese opportunistischen Schmierfinken sich irgendwann gegen einen wenden. Vielleicht wird es dem Papst eine Lehre sein sich mit solchen Leuten abzugeben, ich befürchte aber eher dass man am Ende tränenreich Versöhnung feiern wird.

Ja. Typisch Medien.
Wir, in Deutschland, werden tagtäglich mit dem Holocaust konfrontiert. Wir beschäftigen uns intensiv mit dem Thema. Vielleicht weiss er es wirklich nicht besser. Warum schreibt man ihn nicht einfach an und erklärt ihm das Leuchter ein Halunke ist der von nichts eine Ahnung hat. Dann wird er sich der Wahrheit beugen(?). Das wäre ein guter Weg der jedem Nutzen würde.

verda
05.02.09, 10:39
05.02.2009

Unionspolitiker und Bischöfe attackieren Merkel

"Daneben gegriffen", "unglücklich" und "ungeheuerlich": Jetzt gehen Unionspolitiker und Bischöfe auf Kanzlerin Merkel los - weil sie den Papst aufgefordert hat, im Fall des Holocaust-Leugners Williamson für Klarheit zu sorgen.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,605641,00.html

warum merkel sich gerne einmischt kann man dieser aussage aus der sz (http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/397591) entnehmen...


«Es ist im allgemeinen nicht an mir, innerkirchliche Entscheidungen zu bewerten oder zu kommentieren. Allerdings glaube ich ist das anders, wenn es um Grundsatzfragen geht», hatte Merkel ihren Einwand verdeutlicht. Sehr oft wird Merkel vorgeworfen, Problem-Lösungen auf die lange Bank zu schieben oder gar zu schweigen. Aber immer dann, wenn vitale Interessen Israels oder der jüdische Gemeinde berührt sind, reagiert sie schnell und eindeutig.

PretzelLogic
05.02.09, 11:15
Das mag sein das der Benedetto nichts von dem Interview gewusst hat, sehr wohl jedoch wird er gewusst haben was für einen Haufen rechtsradikaler Zeloten er sich in seine Herde holt.

Einen Haufen von Zeloten die offen gegen das zweite Vatikanische Konzil wettern und offen Antisemitische oder sagen wir traditionell christliche Antijudische Vorurteile hegen.

Der Jud als Gottesmörder, da muss er primär nichts von diesem Interview gewusst haben.

Das Ach so wertfreie Zitat in der Regensburger Rede passt bestens ins Bild eines Revisionistischen Papstes der seiner Natur nach nicht anders kann als den Relativismus unserer Tage zu verurteilen.

Benedetto ist ein Anhänger des Richtig und Falsch | Propagierer von Himmel und Hölle.
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch wie vorsichtig selbst eine vom Volk gewählte Bundeskanzlerin Ihre Kritik anbringen musste.

Das hat nichts mit unsachlichkeit zu tun.

Man muss einfach mal den Kopp anschalten und alles in einen zusammenhang bringen.
Ich erinnere mich schleierhaft an eine Äusserung des Papstes dass die Zwangschristianisierung (Schwermission eine weitere Christliche Tradition) der Indigenen Bevölkerung Amerikas als eine von diesen armen Menschen herbeigesehnte Zivilisierung bezeichnet hat.

Ob Benedikt ein Antisemit ist oder nicht ist gar nicht die Frage für mich, wichtig ist dass es offenbar wird dass er anders als sein Vorgänger Papst Johannes Paul Gott hab Ihn selig eben KEIN Humanist ist.

Er ist ein Mann der Lehre die Aufstellung seiner Ecclesia geht ihm über alles, auch über die über deren Seelenheil er sich Sorgen machen müsste.

Er ist ein kalter Machtpolitiker.
Ein Revisionist und ich bin fest davon überzeugt dass er sein wahres Gesicht noch zeigen wird.

Über diese Piusbrüder wird er noch nicht stolpern aber er wird irgendwann auf seine Schnauze fallen dass ist gewiss.
Es ist offenkundig dass er starke Sympathien für die Anhänger Rechten Glaubens innerhalb seiner Herde hat.

Sonst hätte er im Interesse der Einigkeit seiner geliebten Kirche nicht diesen Haufen von Radikalklerikalen wieder ins Boot geholt.

Benedetto ist schon ein liebenswürdiger Papst........


Der Papst wusste nichts von diesem Interview, wie heute bekannt wurde.

Und bei dieser Rede hat er doch diesen Kaiser zitiert.

Also nicht gleich unsachlich werden.

Pedro
05.02.09, 12:57
Er ist ein kalter Machtpolitiker.
Ein Revisionist und ich bin fest davon überzeugt dass er sein wahres Gesicht noch zeigen wird.


Ein Revisionist ist er mit Sicherheit nicht.
Er hat diesen Bischoff doch inzwischen aufgefordert, sich von seinen Aussagen zu distanzieren.

Mirage
05.02.09, 21:16
Ein Revisionist ist er mit Sicherheit nicht.
Er hat diesen Bischoff doch inzwischen aufgefordert, sich von seinen Aussagen zu distanzieren.

Aber nur, weil der politische Druck zu stark wurde!

Mag sein, dass Ratzinger von dem Interview nichts wußte, was ich jedoch bezweifle, allerdings muss er auf jeden Fall gewußt haben, dass es nicht der erste "Ausrutscher" von Williamson war.

Hier der Spiegelartikel darüber:http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,605239,00.html

Und hier noch eine Zusammenfassung des kanadischen Artikels aus dem Jahr 1989:http://pqasb.pqarchiver.com/thestar/access/470483821.html?dids=470483821: 470483821&FMT=ABS&FMTS=ABS:FT&type=current&date=Apr+14%2C+1989&author=Michael+McAteer+Star+re ligion+editor&pub=Toronto+Star&edition=&startpage=A.11&desc=Chief+Canadian+bishop+den ounces+c

Es geht nicht nur um den Holocaust-Leugner-Bischof sondern um diese Fundamentalisten, die er wieder hoffähig gemacht hat. Er weiß sehr wohl, wen er sich da ins Boot holt, denn Ratzinger war in den letzten 25-20 Jahren der jeinige im Vatikan, der den Kontakt aufrecht erhielt und z.B. 1988 einen regen Briefwechsel mit Erzbischof Lefebvre unterhielt, um die dann doch eingetretene Exkommunikation zu verhindern. Dieser Briefwechsel ist wenigstens teilweise auf französisch im Netz zu lesen: http://www.dici.org/thomatique_read.php?id=000112

Außerdem darf man nicht vergessen, dass Ratzinger fließend französisch spricht und seit 1984 Mitglied der Académie des sciences morales et politiques ist. Da kann mir keiner vormachen, er wüßte nicht, welches politisches Geist diese Piusbrüderschaft vertritt, oder wer der geistiger Vater von Erzbischof Lefebvre war, als dieser noch Seminarist war!

Mirage
05.02.09, 21:19
Ich poste den Artikel aus Le Monde vom 26. Januar wieder, der durch den Datenbank-Crash verschütt gegangen ist


Skepsis bei den Katholiken nach der Rehabilitierung der fundamentalistischen Bischöfe

Le Monde, 26.01.2009

Manche fühlen sich „niedergeschmettert“ über das reaktionäre Bild, das womöglich wieder einmal mit der katholischen Kirche verbunden wird; andere zeigen sich eher „zufrieden“ darüber, dass die „Einheit der Katholiken“ gefördert wird. Am Tag nach der Aufhebung der Exkommunikation der vier fundamentalistischen Bischöfe, was am Samstag den 24. Januar durch den Vatikan offiziell bestätigt wurde, zeigen jedoch alle eine gewisse Skepsis über die tatsächlichen Auswirkungen dieser höchstsymbolischen Entscheidung. Man ist perplex und zusätzlich noch empört über einen der vier Bischöfe, Bischof Williamson, der kürzlich die Existenz der Gaskammer geleugnet hat.

Die Entscheidung von Benedikt XVI. beendet eine zwanzig Jahre alte Spaltung, verursacht durch die unerlaubte Weihe dieser Bischöfe durch Erzbischof Marcel Lefebvre, einen kompromisslosen Gegner der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Diese Entscheidung hat allerdings eine besondere Resonanz in Frankreich. Das Land beherbergt den Großteil der fundamentalistischen Truppen hinter dem Banner der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX). Diese Truppen werden auf 150.000 Personen auf der ganzen Welt geschätzt.

Als direkter Ableger der royalistischen und ultranationalistischen Partei von Charles Maurras, Action française (http://de.wikipedia.org/wiki/Action_fran%C3%A7aise) hat die durch Erzbischof Lefebvre gegründete Bewegung keinen guten Ruf bei einem Teil der französischen Bischöfe, Priester und älteren Gläubigen. Als Anhänger der traditionellen Liturgie und Verächter der religiösen Freiheit sowie des Dialogs mit den anderen Religionen sind die Fundamentalisten davon überzeugt, dass der durch den Zweiten Vatikanischen Konzil eingeführte „Modernismus“ der Grund für die Krise der Kirche ist.

Eine Möglichkeit für das Christentum

Auch wenn er die Entscheidung des Papstes als „Geste der Öffnung“ bezeichnet hat, räumte der Erzbischof von Paris und Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz, André Vingt-Trois, jedoch ein, dass sie eine „kleine Erschütterung“ für die Kirche darstellt. Die Bischöfe wurden schon dazu gezwungen, wohl oder übel die lateinische Messe nach einem motu proprio des Papstes 2007 zu liberalisieren, nun müssen sie Aufklärungsarbeit leisten, damit diese neue Entscheidung akzeptiert wird.

„Warum so viele Mühe um Leute, die der Kirche gegenüber so kritisch sind?“ fragen sich viele Gläubige. „Die Kirche hat immer unter den Spaltungen gelitten. Und nach einer Generation wissen manche Jüngere nicht mehr, wofür sie außerhalb der Kirche kämpfen“, entgegnet ein Bischof.

Es geht aber auch darum, angesichts der Entchristianisierung der westlichen Gesellschaften die Reihen aufzuschließen. Die fundamentalistische Priesterbruderschaft gilt als dynamisch und militant. Sie bringt Berufungen hervor und bildet 180 Seminaristen aus. „Benedikt XVI. sieht in den Fundamentalisten Möglichkeiten für das Christentum, die er in einer säkularisierten Welt nicht mehr findet. Und er ist von der Integrationsfähigkeit der Kirche überzeugt, was zu Kompromissen zwingt“ erläutert Philippe Portier, Studiendirektor an der Hochschule EPHE. „Mit dem Islam gegenüber müssen wir alle Wege beschreiten, um die Einheit wiederherzustellen“ meint ein Gläubiger, der letzten Sonntag an der Demo „pro-vie“ [Anm. „für das Leben“, eine Demo gegen das Abtreibungsrecht] in Paris teilnahm.

Große Skepsis bleibt bestehen über den tatsächlichen Willen der Bruderschaftsmitglieder, in den Schoß der Kirche zurückzukehren. „Die Grundprobleme anzugehen bedeutet für die Fundamentalisten, die Anhänger des Konzils auf ihre eigenen Positionen zu bringen“, versichert der Historiker Emile Poulat. „Sie werden nicht mehr drinnen sein als vorher.“ Als er seinen Anhängern die Aufhebung der Exkommunikation mitteilte, erinnerte der Leiter der Bruderschaft, Bischof Fellay, daran: „ Wir erkennen alle Konzile bis Vatikan II an, bei dem letzteren haben wir Vorbehalte“. Da zur Zeit ein entsprechender juristischer Rahmen fehlt, können die 480 fundamentalistischen Priester und Bischöfe immer noch nicht außerhalb ihren eigenen Kirchen Gottesdienste zelebrieren.

„Das Problem wird sein“, betont ein guter Kenner der Kirche, „wenn die Fundamentalisten auf die Idee kommen, ein Kino abzufackeln oder eine Kirche zu besetzen [Anm: kam alles schon vor!], werden die französischen Bischöfe nicht mehr sagen können: diese Leute gehören nicht zu uns.“

Stéphanie Le Bars

http://www.lemonde.fr/societe/article/2009/01/26/le-scepticisme-des-catholiques-apres-la-reintegration-des-eveques-integristes_1146397_3224.html# ens_id=1145640?xtref=

Der Schakal
05.02.09, 21:55
Das mag sein das der Benedetto nichts von dem Interview gewusst hat, sehr wohl jedoch wird er gewusst haben was für einen Haufen rechtsradikaler Zeloten er sich in seine Herde holt.

Einen Haufen von Zeloten die offen gegen das zweite Vatikanische Konzil wettern und offen Antisemitische oder sagen wir traditionell christliche Antijudische Vorurteile hegen.

Der Jud als Gottesmörder, da muss er primär nichts von diesem Interview gewusst haben.

Und was ist daran verkehrt? Nach christlicher Sicht ist es nunmal so. Es ist eine Schande der Kirche das sie dies verändert hat. Kann sie nicht zu ihren Glaubensgrundsätzen stehen? Was ist das den bitte für eine Heuchlerei? In 100 jahren beschwert sich noch jemand und dann waren es plötzlich nicht die Juden und nicht die Römer, sondern die Christen selbst.

PretzelLogic
05.02.09, 22:25
Also ist auch für dich der zweite Vatikanische Konzil eine Heuchlerei und wider christlicher Glaubensgrundsätze ?

Wundert mich nicht bei dir.......

So etwas als Heuchlerei abzutun ist schon ziemlich verwegen.


Und was ist daran verkehrt? Nach christlicher Sicht ist es nunmal so. Es ist eine Schande der Kirche das sie dies verändert hat. Kann sie nicht zu ihren Glaubensgrundsätzen stehen? Was ist das den bitte für eine Heuchlerei? In 100 jahren beschwert sich noch jemand und dann waren es plötzlich nicht die Juden und nicht die Römer, sondern die Christen selbst.

Der Schakal
05.02.09, 22:33
Also ist auch für dich der zweite Vatikanische Konzil eine Heuchlerei und wider christlicher Glaubensgrundsätze ?

Wundert mich nicht bei dir.......

So etwas als Heuchlerei abzutun ist schon ziemlich verwegen.

Nur jemand der der Ansicht ist das etwas mit seiner Religion nicht stimmt verändert sie. Damit erhebt er sich allerdings selsbt zum Gott und verfälscht die Schriften. Wir wollen beim Original bleiben.

taycunist
05.02.09, 23:25
Pius-Bruder greift Islam an
Stuttgart. Der deutsche Vorsitzende der ultrakonservativen Pius-Bruderschaft hat den islamischen Propheten Mohammed mit einem Kinderschänder verglichen. In einem SWR-Interview vom Donnerstag sagte Pater Franz Schmidberger, Mohammed habe "mit einem Mädchen geschlechtlichen Umgang gepflegt, mit acht oder neun Jahren". Weiter sagte der Pater: "Das bezeichnet man nach der heutigen Terminologie tatsächlich als Kinderschänder. Aber ich möchte mich darauf nicht festlegen, ich habe das nicht speziell studiert."

Der Distriktobere der Bruderschaft wies zudem die Kritik von Kanzlerin Angela Merkel an Papst Benedikt XVI. in der Debatte um den Holocaust-Leugner Richard Williamson zurück.

Quelle:www.fr-online.de

Der Schakal
06.02.09, 00:08
Pius-Bruder greift Islam an
Stuttgart. Der deutsche Vorsitzende der ultrakonservativen Pius-Bruderschaft hat den islamischen Propheten Mohammed mit einem Kinderschänder verglichen. In einem SWR-Interview vom Donnerstag sagte Pater Franz Schmidberger, Mohammed habe "mit einem Mädchen geschlechtlichen Umgang gepflegt, mit acht oder neun Jahren". Weiter sagte der Pater: "Das bezeichnet man nach der heutigen Terminologie tatsächlich als Kinderschänder. Aber ich möchte mich darauf nicht festlegen, ich habe das nicht speziell studiert."

Der Distriktobere der Bruderschaft wies zudem die Kritik von Kanzlerin Angela Merkel an Papst Benedikt XVI. in der Debatte um den Holocaust-Leugner Richard Williamson zurück.

Quelle:www.fr-online.de

Er könnte sich ja erstmal mit der Definition auseinandersetzen. Aber viel lustiger/genialer finde ich ... "Aber ich möchte mich darauf nicht festlegen, ich habe das nicht speziell studiert."
Naja ...

Komiker
06.02.09, 01:00
Warum ist denn der Pole vorher nicht dauernd in irgendwelche Fettnäppchen getreten? Hatte der einen anderen Stab, andere Berater, andere Zuträger, andere Informationen....andere Prioritäten, anderes Weltbild......einfach


anders ?


Das wird es sein, mit dem deutschen Papst ist irgendetwas nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte....er hat irgendwie das Talent heikle Themen anzukochen, das Problem ist, ich weiß nicht welchen tieferen Gedankengang er hegt...will er dadurch Diskussionen auf globaler Ebene anfachen.....oder ist es schlicht und einfach fehlerhaftes Teamplay des Quarterbacks ?

PretzelLogic
06.02.09, 11:59
Wer ist WIR ?

Das die Religion ein reines Gewässer und ein Original ist kann man eigentlich nur dann behaupten wenn man entweder extrem romantisch oder naiv ist.

Religion wird von Menschen interpretiert und ausgelegt, mir ist leider kein Mensch bekannt der ein Rotes Telefon zu Gott himself hätte.

Oder kennst du so einen ?

Alleine die Behauptung Religion sei die unumstößliche Wahrheit ist schon eine gefährliche Illusion.
Der Mensch ist das Problem er ist immer und stets korrumpierbar, das Größte Unrecht kam immer von Menschen die immer nur das beste wollten.

Das Problem liegt doch schon darin dass ein jeder fest davon überzeugt ist die Wahrheit für sich gepachtet zu haben.
Die Religion als Fetisch ist mir ehrlich gesagt zuwider.

Frag mal rum bei einem Juden, Moslem, Christen, Buddhisten welches die Wahre Religion ist und dann komme wieder


Nur jemand der der Ansicht ist das etwas mit seiner Religion nicht stimmt verändert sie. Damit erhebt er sich allerdings selsbt zum Gott und verfälscht die Schriften. Wir wollen beim Original bleiben.

Der Schakal
06.02.09, 16:41
Das die Religion ein reines Gewässer und ein Original ist kann man eigentlich nur dann behaupten wenn man entweder extrem romantisch oder naiv ist.

Religion wird von Menschen interpretiert und ausgelegt, mir ist leider kein Mensch bekannt der ein Rotes Telefon zu Gott himself hätte.



Selbstverständlcih gibt es ein Original. Die Basis ist klar und umumstößlich. Leider scheint dein Religionsverständnis christlich zu sein. Nicht umsonst haben die Gelehrten hingesetzt und Methoden entwickelt (Fiqh) um den Quran und die Hadithe zu verstehen.



Alleine die Behauptung Religion sei die unumstößliche Wahrheit ist schon eine gefährliche Illusion.

Entweder bist du extrem romantisch oder naiv.

Jemand der was anderes behauptet ist ein Schwachkopf! Nichts anderes. Jeder beansprucht für sich die Wahrheit. Das solltest du aber Wissen. Die einzige Illusion besteht darin das alle Ideologien gleich sein müssten und niemand die Wahrheit gepachtet habe.

Diese humanistische Schleimereien gehen mir auf die Nerven. Die Botschaft ist klar. Der Islam ist die einzige Religion die von Allah (swt) akzeptiert wird. Jeder der die Botschaft hört und nicht annimmt geht in die Hölle!


Frag mal rum bei einem Juden, Moslem, Christen, Buddhisten welches die Wahre Religion ist und dann komme wieder

Das habe ich. Dann bin ich wieder gekommen und habe mich für den Islam entschieden.

nilu
09.02.09, 13:06
"Nach Auschwitz werde ich nicht fahren"

14 Fragen an den Bischof der Piusbruderschaft Richard Williamson

Williamson wollte sich nicht auf ein direktes Interview einlassen, sondern bestand darauf, dass ihm die Fragen per Fax nach Argentinien geschickt wurden; seine Antworten kamen per E-Mail zurück. Sie wurden in einem Telefonat von Williamson und dem Anwalt der Piusbruderschaft bestätigt.

weiter (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,606164,00.html)

Mirage
11.02.09, 22:07
Der Vatikan und der interreligiöse Dialog
Rückfall um Jahrhunderte?


Wegen des Skandals um den Holocaust-Leugner Williamson und die Piusbruderschaft häufen sich die Kirchenaustritte empörter Katholiken. Auch Vertreter anderer Weltreligionen - wie der Muslime - beginnen, die Dialog-Bereitschaft des Papstes in Frage zu stellen. Von Peter Philipp

"Seht doch, wie gut und schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen!"

Mit diesem Zitat aus Psalm 133 begrüßte Papst Benedikt XVI. im November 2006 bei seinem Besuch in Istanbul den Patriarchen von Konstantinopel und beschwor dabei die gemeinsamen Anstrengungen der katholischen wie der orthodoxen Kirche, die jahrhundertealte Spaltung zu überwinden.

2006 in der Türkei, davor schon in Bulgarien, inzwischen auch bei den ägyptischen Kopten oder der russisch-orthodoxen Kirche: Der Vatikan bemüht sich um Annährung. Über das Ziel dieser Bemühungen - nämlich eine geeinte Kirche - ließ Benedikt sich bisher nicht näher aus.

Würde er es tun, dann gäbe dies mit einiger Sicherheit Zündstoff zu neuem Disput ab. Der Umgang dieses Papstes mit anderen christlichen Kirchen wie auch mit anderen Religionen legt diesen Schluss nahe.

Im Zeichen des konservativen Kurses

In allen Fällen nämlich bleibt der Papst seiner konservativen Linie treu, die die katholische Kirche allein als die wahre Kirche betrachtet. Und wenn er von "Einheit der Kirche" spricht, dann meint er damit eben diese: die eigene, katholische Kirche.

Am deutlichsten wurde das wohl, als er im Juli 2007 ein Dokument des Vatikan ausdrücklich genehmigte, in dem Protestanten wie auch andere Glaubensgemeinschaften als mit "Mängeln behaftet" definiert werden, bei denen es sich lediglich um "kirchliche Gemeinschaften", nicht aber um "Kirchen im eigentlichen Sinn" handle.

Die Orthodoxe Kirche wurde ausdrücklich als "mangelhaft" bezeichnet, weil sie den Papst nicht anerkenne, und gemeinsame Abendmahlfeiern mit Protestanten wurden untersagt. Die Erklärung löste gehörige Verärgerung besonders bei den Protestanten aus, im Vatikan aber wies man darauf hin, dass hier doch nur alte und bekannte Standpunkte wiederholt würden.

Standpunkte, die freilich von Vorgängern dieses Papstes nicht mehr vorgetragen und nicht mehr als Leitlinien ihres Handelns betrachtet wurden.

Zweifelhaftes Dialog-Bekenntnis

Ein orientalischer Spruch sagt über Politiker, dass sie sich nicht um das Volk in seiner Gesamtheit kümmern könnten, wenn sie sich nicht um die eigene Familie kümmerten. Unter diesem Aspekt betrachtet, muss auch das immer wieder zu hörende Bekenntnis des Papstes zum Dialog der Religionen mit gebotener Skepsis quittiert werden.

Sowohl Muslime als auch Juden sind davon betroffen, und das, obwohl der Papst sich demonstrativ – zum Beispiel beim Weltjugendtag in Köln in der dortigen Synagoge – mit Vertretern der jüdischen Gemeinde traf. Und obwohl er hochrangige Vertreter aus allen Teilen der muslimischen Welt zum Dialog in den Vatikan lud.

Muslimische Hoffnungen auf eine Verbesserung des Verhältnisses zur Katholischen Kirche machte der Papst selbst in seiner "Regensburger Rede" zunichte, als er vor seiner alten Universität aus dem Text eines byzantinischen Kaisers zitierte:

"Er sagt – ich zitiere: Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten."

Ein Sturm der Entrüstung brach aus, mit Demonstrationen in verschiedenen Teilen der muslimischen Welt. Der Vatikan hatte große Mühe, den Eindruck der Rede zu korrigieren. Der Papst war aber nicht bereit, seine Äußerung zurückzunehmen. Ein Papst, dem das kirchliche Dogma unverändert Unfehlbarkeit zugesteht, nimmt nichts zurück.

Affront für Muslime und Juden

Zwei Jahre später erregte der Papst erneut Unruhe unter Muslimen, als er einen prominenten muslimischen Journalisten, der zum Christentum übergetreten war, demonstrativ selbst in Rom taufte. Für viele Muslime eine Provokation, die den Missionsauftrag der Katholischen Kirche unterstreicht.

Auch die Juden bekamen diese Haltung zu spüren, als der Papst 2007 die lateinische Karfreitags-Liturgie wieder einführte, in der es heißt: "Lasst uns auch beten für die Juden, auf dass Gott, unser Herr, ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus als den Retter aller Menschen erkennen." Nach weltweiten Protesten nicht nur von Juden wurde das Gebet ein Jahr später etwas gemildert, nicht aber aus der Liturgie entfernt.

Es war nicht das erste Mal, dass Benedikt die Juden brüskierte: Bei seinem Besuch in Auschwitz 2006 sprach er nicht von einer Schuld der Deutschen, sondern vom "verführten Volk". Der jüngste Streit um die Rehabilitierung der Pius-Bruderschaft und des Holocaust-Leugners Richard Williamson hat die gegenseitigen Beziehungen weiter belastet.

Wie schon in den anderen Fällen versuchte der Vatikan zunächst, möglichst rasch zur Tagesordnung überzugehen, dann die überraschende Aufforderung an die Pius-Bruderschaft, sich von der Holocaust-Verleugnung zu distanzieren. Aber kein Eingeständnis eines eigenen Fehlers.

Schon haben sich aber Kirchenaustritte empörter Katholiken zu häufen begonnen und die Angehörigen anderer Weltreligionen werden beginnen, die Dialog-Bereitschaft des Papstes ernsthaft in Frage zu stellen. Sie können sich dabei auf Benedikt selbst beziehen, der im Vorwort zu einem Buch schrieb, ein interreligiöser Dialog sei auf theologischer Ebene nicht möglich, ohne seine eigenen Glauben einzugrenzen.

Man brauche vielmehr einen interkulturellen Dialog. An anderer Stelle aber spricht der Papst sich auch gegen Multikulturalismus aus. Kritiker werfen dem Papst deswegen vor, in den noch nicht vier Jahren seiner Amtszeit die Kirche um Jahrzehnte, wenn nicht gar um Jahrhunderte zurückgeworfen zu haben.

Peter Philipp

© Qantara.de 2009

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php?wc_c=469&wc_id=993

Karl
11.02.09, 23:56
Merkel exkommuniziert Papst

„Papst rehabilitiert Holocaust-Leugner“ so titelten in dieser Woche die deutschen Medien und dieses Thema, das eigentlich eher einen trockenen theologischen Grundsatzdiskurs behandelt, lässt sich sogar so schön „aufsexen“, dass der SPIEGEL es in seiner, am Montag erscheinenden Ausgabe, zum Titelthema auserkoren hat – „Der Entrückte – ein deutscher Papst blamiert die katholische Kirche“. Auch die Regentin konnte sich der Steilvorlage aus dem Vatikan nicht entziehen und forderte den Papst durch die Blume auf, seine innerkirchlichen Entscheidungen vor ihr zu rechtfertigen – freilich nicht, ohne voher klarzustellen, dass sie sich in innerkirchliche Entscheidungen nicht einmischen wolle. Der Papst barfuß im Büßerhemd vorm Kanzleramt? Der SPIEGEL als Gradmesser für theologische Fragen? Das ist natürlich absurd - betrachtet man Ratzingers vermeintlichen Kardinalfehler unvoreingenommen, steht der bayerische Papst nämlich als dialogbereiter Kirchenfürst da und die kritischen Stimmen als Verfechter des Dogmatismus.

Der merkelsche Bannstrahl

Was ist eigentlich letzte Woche im Vatikan geschehen, das die Republik so entzürnt hat? Papst Benedikt der Viertelvorzwölfte hat die Exkommunikation von vier „Bischöfen“, die 1988 von Johannes Paul II. vollzogen wurde, per Dekret rückgängig gemacht. Die vier „Bischöfe“ gehörten der „Priesterbruderschaft St. Pius X“ an. Diese traditionalistische, „ultrakonservative“ Glaubensgemeinschaft, die 1970 vom später exkommunizierten Erzbischof Lefebvre gegründet wurde, gilt für den Vatikan seit 1975 nicht mehr als Teil der katholischen Kirche. Die vier „Bischöfe“, die von Lefebvre 1988 persönlich ihre Weihe erhielten, wurden daher auch nie von der katholischen Kirche als Bischöfe angesehen – im Gegenteil, der Streit über Lefebvres eigenmächtige Bischofsweihe, die gegen den expliziten Willen des Papstes vorgenommen wurde, war Anlass der Exkommunikation Lefebvres und seiner vier „Bischöfe“. Nach katholischer Lehre waren diese Personen bis letzte Woche noch nicht einmal Mitglieder der katholischen Kirche.

Joseph Ratzinger war innerhalb der katholischen Kirche vor seiner Wahl zum Papst ein einflussreicher Kirchenrechtler und Vordenker in Glaubensfragen. Als wichtigstes Ziel für seine Zeit als Papst nannte Ratzinger immer wieder die Zusammenführung der katholischen Kirche – also die Rücknahme von Schismen. Unter dieser Prämisse ist die Rücknahme der Exkommunikation der „Pius-Bischöfe“ nur logisch – eröffnet doch nur sie den Beginn eines Dialoges zur Überwindung des Schismas und die Rückführung der Pius-Bruderschaft in die katholische Kirche. Seine Ex-Exkommunikation stellt daher auch keine „Rehabilitierung“ der Bischöfe dar. Die vier Pius-Bischöfe waren nie Bischöfe der Kurie. Der umstrittene „Bischof“ Williamson wurde von Lefebvre nicht nur zum Bischof geweiht, sondern erhielt von ihm persönlich auch 1976 die Priesterweihe. Da Lefebvre allerdings seit dem Ausschluss der „Pius-Brüder“ aus der katholischen Kirche keine Priester weihen konnte, die von dieser auch als solche anerkannt worden wären, war auch Williamson nie ein katholischer Priester. Bis zu seiner Exkommunikation im Jahre 1988 durfte er – nach Lehrmeinung des Vatikan – nur Laientätigkeiten vornehmen. Mit der Widerrufung der Exkommunikation wurden Williamson und seine drei Kollegen daher auch nicht als „Bischof“ rehabilitiert. Fortan gelten sie als „normale“ Katholiken ohne jegliche Legitimation, kirchliche Aufgaben wahrzunehmen, die über das Laienamt hinausgehen.

Die Causa Williamson

[...]

Williamson hält demzufolge auch die „Protokolle der Weisen von Zion“ für authentisch und leugnete mehrfach den Holocaust. Klar, dass so viel „Mut die Wahrheit auszusprechen“ (sic!) in den düsteren Ecken des Internet Beifall findet. Williamson ist zweifelsohne ein Idiot und ein waschechter Antisemit – keine Frage. Aber nirgends steht geschrieben, dass Idioten keine Christen sein dürfen. Bloße Idiotie ist daher auch kein Grund für eine Exkommunikation. Wer die Rücknahme der Exkommunikation Williamsons als solche kritisiert, fordert daher im Umkehrschluss, dass Idioten und Antisemiten exkommuniziert werden sollten. Das ist einerseits abstrus, andererseits eine Einmischung in innerkirchliche Angelegenheiten.

Exkommuniziert die Idioten

[...]

War es nicht Jesus, der gesagt hat, dass man seine Feinde lieben soll? War es nicht Jesus, der im Gleichnis vom verlorenen Sohn fordert, dass man auch einen reuigen Sünder wieder in die Familie aufnehmen soll? Der Papst handelt nach der Maxime, Brücken zu bauen und auf „Andersgläubige“ zuzugehen. Die „Pius-Brüder“ sind Andersgläubige, und woher nehmen SPIEGEL und Kanzlerin die Chuzpe, richten zu wollen, mit welchen Andersgläubigen der Papst sprechen darf und mit welchen nicht?

[...]

Wenn deutsche Politiker die Rücknahme einer Exkommunikation kritisieren, die aus innerkirchlichen Beweggründen heraus ausgesprochen wurde, fordern sie im Umkehrschluss die Exkommunikation für Idioten. Das ist nicht nur Dogmatismus in Reinkultur, damit werden auch die Grenzen von weltlicher und kirchlicher Gerichtsbarkeit überschritten. Und die Bibel kann das deutsche Parlament auch mit Zweidrittelmehrheit nicht ändern.

Jens Berger

ganzer Artikel:
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/481/merkel-exkommuniziert-papst

Jetzt muss schon ein sozialistisches Blog der ehemaligen "Wir sind Papst"-Journaille ein paar simple Grundsätze der römisch-katholischen Kirche nahe bringen. Traurig eigentlich, aber trotzdem ein exzellenter Artikel.

verda
20.02.09, 07:52
19.02.2009
Holocaust-Leugner:
Argentinien weist Williamson aus

Der umstrittene britische Geistliche Richard Williamson soll Argentinien innerhalb von zehn Tagen verlassen

Der umstrittene Pius-Bruder Richard Williamson ist von Argentinen aufgefordert worden, das Land zu verlassen. Sollte der Holocaust-Leugner nicht binnen zehn Tagen abreisen, werde der südamerikanische Staat ihn ausweisen, heißt es. Mit seinen Äußerungen in einem Interview hat Williamson auch Papst Benedikt XVI. in Bedrängnis gebracht.
weiter (http://www.stern.de/politik/ausland/:Holocaust-Leugner-Argentinien-Williamson/655406.html)

Mirage
23.02.09, 22:39
Kein Betriebsunfall
Die Kircheneinheit und der Papst / Von Kurt Flasch


Es herrscht Erregung in der deutschsprachigen Welt, aber nicht nur dort. Besonders in Deutschland beklagen viele, dass ausgerechnet ein deutscher Papst einem notorischen Holocaustleugner den Rückweg in seine Kirche und in die Weltöffentlichkeit bahnt. Das hat die Frage aufkommen lassen, ob der Papst selbst frei ist von Antisemitismus. Doch sie ist falsch gestellt, und sie verdeckt wichtige andere Fragen. Es ist sonnenklar, dass der Papst mit dem rassistischen Antisemitismus nichts zu tun hat.

Aber das heißt nicht, es sei überhaupt nichts gewesen. Der Skandal ist da, und nicht nur bei einigen deutschen Journalisten. Einfache Christen sind irritiert, die Kirchenaustritte häufen sich; selbst bei den zahmen deutschen Bischöfen rumort es. Der Ärger ist größer als vor Jahren nach der unglücklichen Rede von Regensburg. Damals wollte der Papst, von der Vernünftigkeit seines Glaubens überzeugt, dem Islam und allen Gutwilligen ein Gesprächsangebot machen. Aber er vergaß bald sein Thema wie ein Professor, der ein seltenes Zitat loswerden will und empfahl seine Synthese einer stilisierten und steril gewordenen "griechischen" Vernunft, die es so nie gegeben hat; er setzte sie ab gegen fast alle Christen seit Duns Scotus. Mit dem Islam erreichte er das Gegenteil der intendierten Verständigung. Muslime sahen sich beleidigt durch das abfällige Zitat eines byzantinischen Kaisers der Zeit um 1400. Dieses Zitat war im Aufbau der Rede überflüssig; zudem hat der Papst es ungeschickt kommentiert und nachträglich dementiert. Aufmerksame Protestanten sahen sich aus dem wahren Christentum ausgeschlossen; die gesamte Moderne war diskriminiert. Ratzinger empfahl die Vernunft im Christentum, aber dabei zitierte er Kant und beging den groben, sinnentstellenden Fehler, bei der Wiedergabe der Kantischen Position die Begriffe "Wissen" und "Denken" zu verwechseln, die Kant strikt unterschieden hatte. Außer in Regensburg herrschte tiefe Betroffenheit. Auch wer die gute Absicht anerkannte, sah überall Scherben.

Auch diesmal hatte der Papst eine gute Absicht. Er selbst und seine Verteidiger sagen, er habe nur die Einheit der Kirche wiederherstellen wollen, indem er die Exkommunikation von vier Bischöfen der Bruderschaft Pius X. aufhob. Nach der Regensburger Rede war der Dialog mit Muslimen erschwert. Nach dem jetzigen Gnadenerweis ist die Einheit der Kirche mehr gestört als zuvor. Dem Papst fehlt das Augenmaß dafür, was er mit seinen Reden und Taten bewirkt. Er fühlt sich bestärkt durch seine gute Absicht und seine theologische Kompetenz. Die Welt, zu der er spricht, nimmt er nur ungenau in den Blick. Niemand korrigiert ihn. Er hat einen riesigen Apparat, aber der nutzt ihm nichts. Entweder lässt er die Kurienleute nicht an sich heran oder seine Fachleute lassen ihren Herrn ins Messer laufen. Selbst zu wichtigen Einzelheiten stellt er nicht die nötigen Fragen - weder an sich noch an seine zahlreiche Umgebung. Damals, in Regensburg, bedachte er nicht Bedeutung und Wirkung des Zitats gegen Mohammed. Dieses Jahr fragte er nicht, wer die vier Mitbrüder sind, deren Exkommunikation er aufhob. Er genügte sich mit seiner guten Absicht und der großen Geste. So etwas führt in der realen Welt zum Desaster.

Papstfreunde und Papstdiener schieben die Schuld auf den Kardinalstaatssekretär Bertone oder mehr noch auf den zuständigen Kardinal Hoyos. Sie hätten den Papst warnen müssen. Aber hat er sie präzis gefragt? Dass Richard Williamson den Holocaust leugnet, wusste man längst. Seit Jahren. Am 22. Januar ging es noch einmal durch die Weltpresse; am 24. Januar veröffentlichte der Vatikan die päpstliche Entscheidung. Da war Zeit, Gelegenheit und Anlass, genau zu untersuchen, was Richard Williamson denkt. Williamson erklärt nun, er müsse über die Begründung seiner Ansicht neu nachdenken. Jetzt erst sagt er, er brauche Zeit, um sich historisch über die Judenverfolgung zu informieren. Offenbar hat er sie lange Zeit ohne ein solches Studium heruntergespielt. Er hat also darüber öffentlich geredet, ohne sich historisch kundig gemacht zu haben - ein seltsamer, ein unverantwortlicher Geisteszustand bei einem ansonsten gebildet scheinenden Herrn. Aber er wäre im Halbdunkel geblieben, hätte der Papst nicht ausgerechnet an diesem Kirchenmann seine Versöhnungskraft erproben wollen. Der entscheidende Acteur heißt Ratzinger, nicht Williamson und nicht Kurie. Es ist seine Amtspflicht, die Einheit der Kirche zu wahren und zu fördern. Aber welchen Begriff von Einheit legt er dabei zugrunde? Hier liegt das eigentliche Problem. Es ist ein traditionalistisches, ein romzentriertes Konzept von Kircheneinheit. Die Einheit mit afrikanischen Christen, mit der Befreiungstheologie und mit deutschen Querdenkern lag ihm weniger im Sinn als die Versöhnung mit den Traditionalisten der Piusbrüderschaft.

Dafür mochte er glauben, gute Gründe zu haben, die auch das Zweite Vatikanische Konzil nicht beseitigt hat: Die vom Papst immer wieder vorgebrachte Verurteilung des Relativismus ist nur eine andere Formulierung dafür, dass es außerhalb seiner Kirche kein Heil gibt. Sie erklärt, warum seine Angebote zum "Gespräch" missraten. Daraus folgert er, dass andere christliche Religionsgemeinschaften keine wahre Kirche sein können. Für Juden und Muslime betet er großherzig um Erleuchtung, damit sie seine christliche Wahrheit erkennen. Ratzinger distanziert sich von Antisemitismus und vom traditionellen kirchlichen Antijudaismus, aber den Aussschließlichkeitsanspruch forciert er wie die Piusbrüder und wie seine Vorgänger eh und je. Wer Pius IX. und Pius X. heiligspricht, gehört zu den Piusbrüdern, er mag sonst sagen, was er will. Er teilt mit diesen und mit einer langen römisch-katholischen Tradition den Antirelativismus, die Konzeption von Sünde, Taufe und einzig wahrer Kirche. Daher die Nähe. Daher das Interesse, an der Wiedervereinigung.

Benedikt XVI. hat in Einklang mit seinem Vorgänger betont, die päpstliche Unfehlbarkeit äußere sich nicht nur in außerordentlichen Lehrentscheidungen, also in förmlichen und feierlichen Dogmenverkündigungen, sondern auch im ordentlichen Lehramt. Die Formel lautet: Vom Katholiken wird Glaubensgehorsam verlangt in allem "was kraft des allgemeinen und gewöhnlichen Lehramtes als von Gott offenbart zu glauben vorgelegt wird". Dem Römischen Bischof schuldet der Katholik "Gehorsam des Willens und der Einsicht", auch wenn dieser nicht ex cathedra spricht. Dazu gehört die theologische Distanzierung von Judentum und Islam, dazu gehörte jahrhundertelang die lateinische Liturgie, ebenso der Glaube an Teufelsherrschaft über die Welt, an die augustinische Konzeption der Erbsünde und vieles mehr.

Der Theologe Ratzinger weiß, dass er in diesen Lehrpunkten mehr mit den Piusbrüdern übereinstimmt als mit Theologen, die dem Zweiten Vatikanischen Konzil nachträglich alles Wünschenswerte zuschreiben. Das Zweite Vatikanische Konzil hat Neues gelehrt in Bezug auf die Religionsfreiheit und die Auslegung der Bibel, aber es hat den Primat des Bischofs von Rom und den Jurisdiktionsprimat des Papstes nicht angerührt. Für die Bischofskollegen fand das Konzil sanfte, theologisch-kosmetische Wendungen, die kirchenrechtlich folgenlos blieben. Eine gewaltige Propaganda und optische Inszenierung ließ die Neuerungen des Zweiten Vaticanum größer erscheinen als sie wirklich waren, und gegen diesen selbsterzeugten Effekt kämpft die römische Zentrale seit Jahrzehnten.

Genau in diesen Zusammenhang gehört die sehr einseitige Versöhnlichkeit mit den Piusbrüdern. Sie hätte auch ohne Bischof Williamson Verärgerung und fast Aufruhr ausgelöst, jedenfalls in der Schweiz, in Österreich und Deutschland. Wenn der Papst von der Holocaustleugnung nichts gewusst hat - die Brüskierung vieler Katholiken mit ihrer oft unklaren Überschätzung des letzten Konzils kann ihm nicht entgangen sein. Er hat sie bewusst in Kauf genommen. Sie steht im Einklang mit seinen sonstigen Erklärungen. Der Papst wollte die Einheit seiner Kirche sichern, aber eine Einheit nach seinen traditionellen Konzepten. Die Verblüffung der Welt, die Irritierung reformgläubiger Katholiken, die Verärgerung der Juden und die Ansichten eines Mister Williamson waren für ihn quantité négligeable. Dem entsprechend hat er sie missachtet. Es handelt sich nicht nur um einen Betriebsunfall der kurialen Verwaltung. Der Bischof von Rom ist seiner erwartbaren Linie treu geblieben.

Der Autor lehrte bis zu seiner Emeritierung 1995 Philosophie in Bochum. Zuletzt erschien "Kampfplätze der Philosophie. Große Kontroversen von Augustin bis Voltaire" (Klostermann, 2008).

http://www.sueddeutsche.de/157385/538/2763380/Kein-Betriebsunfall.html

Cervantes
23.02.09, 23:47
Spannend ist hier wenn man sich einmal schlau macht, welche Feierlicheiten und Schriften es zum Jahrestag des Vaticanum II gab.
Ich möchte nicht zu viel verraten,lol.

Ein langjähriger Nutzer (über 18.000 Beiträge als "katholisch kritischer Rationalist") eines bekannten kath. Forums hat wie so viele andere der Mutter Kirche nach Ratzingers Stunt den Rücken gekehrt. Schön begründet wie ich finde:



Sokates schrieb bei Mykath:

Wenn Du meine Argumentation anschaust, dann wirst Du feststellen, dass die einzige Rechtfertigung für den Glauben das Urvertrauen in die Tatsache ist, dass letztlich die Kirche (durch all ihre Irrungen und Wirrungen hindurch) die Offenbarung in ihrem Kern richtig überliefert hat. Wenn wir von den paar I****** absehen, denen Maria persönlich erscheint, oder denen der Heilige Geist seine Erkenntnis im Traum einbläst, dann ist das die einzige Methode, "Glauben" rational zu rechtfertigen. (Bei denen mit den Visionen ist es ja auch nicht rational). Wenn das Urvertrauen weg ist, dann gibt es keinen Glauben mehr. Die Erkenntnis "das macht Ratzi nicht - nicht, wenn es einen Gott gibt" kam mir drei Tage vor der Verkündigung. Kann man nachlesen. Jetzt ist das Fass übergelaufen. Ich habe ein Experiment angestellt, und Ratzi hat meinen Glauben falsifiziert. ...
http://www.mykath.de/index.php?showtopic=22237&st=25



Zitat:
Sokrates schrieb bei Mykath auf Seite 3:

Aber inzwischen ist mir klar: Das war kein Geist Gottes, das war das Werk von Menschen, die geglaubt haben, dass es einen Heiligen Geist gibt. Diese Menschen haben verloren, der Apparat hat gewonnen. Den Heiligen Geist hat es nie gegeben, der war eine Fata Morgana. Und so ist es klar, dass die Reaktion gewinnen musste: Immer weniger aufgeklärte Menschen glauben an den Heiligen Geist, also wird die Fata Morgana immer weniger wirkmächtig. Die Leute, die heute noch an den Heiligen Geist glauben, glauben in ihrer überwiegenden Mehrheit außerdem an billige Wunder, an weinende Marienstatuen, an Marienerscheinungen, die jede Woche seichte Sprüche absondern, an Teufel, die Menschen besetzen und mit mächtigen Zaubersprüchlein wieder ausgetrieben werden müssen, an Kranke die von einem Tropfen Lourdeswasser hinter den Ohren gesund werden, ...

Und so lerne ich, dass letztlich Ratzinger, Felix1234, Mariamante und ich einer Meinung geworden sind: Wer nicht an den Teufel, die Engel und den fliegenden Pater Pio glauben kann, der kann auch nicht an Gott glauben. Das bedeutet, weiter gedacht: Die Aufklärung ist der Feind des Glaubens: Je mehr die Leute über die Welt wissen, um so weniger werden sie glauben. Damit gibt es, und da ist Ratzinger konsequent, nur eine Strategie: Weg mit Vat. II., her mit Vat I. Weg mit all der Aufklärung, her mit dem Antimodernisteneid, weg mit der Religionsfreiheit, her mit den Juden und Moslems als neue alte Feindbilder, weg mit der kritischen Exegese, her mit Ratzingers Jesusbuch. Weg mit den Jesuiten, her mit dem Opus Dei. Weg mit Sobrino, Haight und Küng, her mit Williamson. Ratzinger hat erkannt: Moderne Evolutionstheorie, kritische Exegese und überhaupt freies Forschen und Denken sind auf lange Sicht schädlich für die Katholische Kirche, deshalb muss das alles bekämpft werden. Denn wer das alles exzessiv tut, kommt irgendwann zum selben Ergebnis wie ich: Es gibt keinen Gott.
http://www.mykath.de/index.php?showtopic=22237&st=75

Was lange währt, wird endlich gut.

Cheers,
Cervantes

polatinum
08.03.09, 22:22
Rio de Janeiro (AP)

Nach der Abtreibung von Zwillingen bei einem neunjährigen Mädchen in Brasilien hat die katholische Kirche Mutter und Ärzte exkommuniziert. Trotz der Natur des Falls müsse die Kirche an ihrer Ablehnung des Schwangerschaftsabbruchs festhalten, verteidigte Erzbischof José Cardoso Sobrinho am Donnerstag die Entscheidung. Das Kind war vermutlich von seinem Stiefvater vergewaltigt worden. Außerdem stellte die Schwangerschaft nach Ansicht der Ärzte ein ernstes Risiko für das 36 Kilogramm schwere Mädchen dar.«Das Gesetz Gottes steht über allen menschlichen Gesetzen», erklärte der Erzbischof in einem Interview mit dem Fernsehsender Globo.

Wie? Nix Demokratie?

Rest (http://de.news.yahoo.com/1/20090306/twl-kirche-exkommuniziert-mutter-von-ver-aa48a9e.html)

Johannes
08.03.09, 22:28
Rio de Janeiro (AP)

«Das Gesetz Gottes steht über allen menschlichen Gesetzen»,[/B] erklärte der Erzbischof in einem Interview mit dem Fernsehsender Globo.

Wie? Nix Demokratie?

Rest (http://de.news.yahoo.com/1/20090306/twl-kirche-exkommuniziert-mutter-von-ver-aa48a9e.html)

Für mich als Katholiken ist unfassbar, was in der Kirche zur Zeit abgeht. Ich dachte immer die Kirche sei nach dem Vatikanum halbwegs aufgeklärt. Es sieht jedoch so aus als seien die Unterschiede mancher Bischöfe zu durchgeknallten Mullahs nur marginal. Erschreckend.

Danielus
08.03.09, 22:58
Der Erzbischof José Cardoso Sobrinho fordert nicht göttliches Recht, sondern die Befolgung seines eigenen Macht- und Wahrheitsanspruches. Er selbst stellt das Kirchenrecht über das Gottesrecht. Zudem verkennt er auch noch die Teilung in weltliches und göttliches Recht.

Die Bibel selbst sagt nichts über Abtreibung aus. Die einzige Stelle, die ähnliches behandelt, widerspricht auch noch dem Bischof. Wenn der Bischof sich somit auf das Gesetz Gottes bezieht, sollte er einmal wieder in der Bibel lesen und nicht nur in katholischen Schriften, die er wohl mittlerweile selbst für das Wort Gottes hält - vielleicht auch schon sein eigenes.

Hybris.