Ingolstädter
20.07.05, 23:01
Von Yassin Musharbash
In hunderten Moscheen Großbritanniens werden die Imame morgen eine Verurteilung des Terrors im Namen des Islam verlesen. Deutsche Islam-Verbände unterstützen diese Fatwa gegen die Gewalt. Auf islamistischen Websites tobt dagegen eine Schlacht um die Legitimität der U-Bahn-Bomben.
Eine Muslimin auf dem Weg zu einem Treffen in "Number 10 Downing Street", dem Amtssitz des britischen Premiers
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REUTERS
Eine Muslimin auf dem Weg zu einem Treffen in "Number 10 Downing Street", dem Amtssitz des britischen Premiers
Berlin - Es wird eine große, symbolische Geste sein: "Der Koran sagt ganz klar, dass das Töten einer unschuldigen Person dem Töten der gesamten Menschheit gleichkommt", wird es morgen, während des Freitagsgebets, zeitgleich in fast allen Moscheen Großbritanniens von der Kanzel verkündet werden. "Wir sind der festen Überzeugung, dass diese Morde absolut keine Rechtfertigung im Islam finden (....) und dass die Ausführenden der Bombenanschläge von London in keiner Weise als Märtyrer zu betrachten sind."
Die Anti-Gewalt-Fatwa soll klar machen, dass Britanniens Muslime nicht den leisesten Hauch von Genugtuung angesichts der Londoner Terroranschläge verspüren. "Wie alle Londoner und Briten sind wir tief geschockt und traurig", lautet gleich der erste Satz des Dokuments, das dutzende Rechtsgelehrte und Vorbeter auf einer eigens einberufenen Konferenz verabschiedet haben. Sowohl das "Muslim Council of Britain" als auch das "British Muslim Forum" und die - wegen islamistischer Ansichten umstrittene - "Muslim Association of Britain" sind dabei - und damit auch die Mehrheit der islamischen Gebetshäuser im Land.
Zwar haben die Organisatoren darauf verzichtet, die Erklärung offiziell als Fatwa, als islamisches Rechtsgutachten zu kennzeichnen - weil die Muslime im Königreich zum einen nicht über die dafür notwendige religiöse Infrastruktur verfügten und eine Fatwa zum anderen ohnehin nicht verbindlich für die Gläubigen sei, wie es aus London hieß. Die in London erscheinende panarabische Tageszeitung "al-Hayat" bezeichnete sie heute dennoch als Fatwa - denn allen britischen Muslimen ist klar, wie sie gemeint ist: als theologisch untermauerte Absage an den religiösen Extremismus, der offensichtlich auch in den eigenen Reihen zuhause ist.
Denn die vier mutmaßlichen Selbstmordattentäter wuchsen in Großbritannien auf, besuchten dort religiöse Jugendeinrichtungen und wahrscheinlich auch Moscheen. Premier Tony Blair empfing gestern 50 Vertreter der muslimischen Community, man verständigte sich darauf, künftig verstärkt auf radikale Umtriebe in diesem Milieu zu achten.
Misstrauen zwischen Staat und Islam-Verbänden
Islamgelehrte bei Beratung: Fatwa gegen die religiöse Gewalt
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AP
Islamgelehrte bei Beratung: Fatwa gegen die religiöse Gewalt
"Ob es formal eine Fatwa ist oder nicht, spielt keine Rolle", sagt auch Nadeem Elyas, Vorsitzender des Zentzralsrats der Muslime in Deutschland (ZMD), einem der großen islamischen Dachverbände in Deutschland. "Wichtig ist der Inhalt, und mit dem identifizieren auch wir uns. 'Gott will es nicht': Dass müssen wir alle den Terroristen ins Gesicht schreien." Ali Kizilkaya, Chef des Islamrats (IR), sieht das ähnlich: Die gemeinsame Stellungnahme von IR und ZMD gegen die Londoner Bluttat sei "auch eine Art Fatwa", wenn man so wolle.
Tausendmal haben Kizilkaya und Elyas schon den militanten Islamismus verdammt - immer wieder werden sie und die anderen Führer islamischer Verbände trotzdem aufgefordert, es wieder zu tun und dafür zu sorgen, dass Radikale in ihren Moscheen keine Chance haben. Zuletzt schlug der bayerische Innenminister Günter Beckstein eine flächendeckende Beobachtung der Gebetshäuser und einen Gesinnungstest bei der Einbürgerung vor. "Das macht Angst", sagt Kizilkaya, Elyas warnt vor einem "Generalverdacht gegen Muslime".
ZMD und IR stehen allerdings trotz alle Beteuerungen selbst seit Jahren in der Kritik: Der Zentralrat wird von arabischen Muslimen geleitet, denen immer wieder Kontakte zur islamistischen Muslimbruderschaft nachgesagt werden, der Islamrat wird von der türkischen Islamistenorganisation Milli Görüs dominiert. Zwar hat es bisher noch keine einschlägigen Verbindungen zwischen Moscheen der Verbände und dem Terror der al-Qaida gegeben; Misstrauen aber prägt das Verhältnis zu den staatlichen Behörden.
"Ich habe die Gruppe nie für immun gehalten"
Dabei, so Elyas, tue man, was man könne: Rund ein halbes Dutzend Mal sei er schon von besorgten Gemeindemitgliedern wegen vermuteter radikaler Umtriebe angerufen worden, stets habe er dafür gesorgt, dass die Sorgen an die Behörden weitergeleitet wurden. "Wir können uns nichts vorwerfen lassen", sagt er. "Die meisten Muslime und Moscheen sind sauber." Eine Videoüberwachung lehnt er ab, weil sie zu noch mehr Misstrauen führen würde. Vor einer Ausweitung der Beobachtung hat er aber keine Angst: "Dann werden sie sehen, dass es bei uns nicht viel zu holen gibt." Im Übrigen gehe er davon aus, dass die Behörden schon längst auch verdeckt ihre Arbeit tun - was auch richtig sei.
Verbandschef Elyas: Kurse für Imame
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DDP
Verbandschef Elyas: Kurse für Imame
Was den deutschen Verbänden Kopfschmerzen macht, ist nicht so sehr die Ausrichtung einzelner Moscheen, sondern eher, dass gelegentlich in deren Umfeld um Nachwuchs für den Terror geworben wird. "Die gehen schließlich nicht in die Kneipe, um Muslime zu rekrutieren", sagt Elyas. Der ZMD habe darauf reagiert: Flugblätter seien längst verboten, private Sitzungen auf dem Moscheegelände auch. Und über 100 Imame habe der Verband weitergebildet, sagte Elyas, bis in die Interpretation einzelner Koranverse hinein. "Niemand darf seine Verfassungsfeindlichkeit bei uns ausleben", bekräftigt der gebürtige Saudi-Araber.
Dass es sich bei den Londoner Tätern zum ersten Mal bei einem Qaida-Anschlag im Westen um geborene Staatsbürger des angegriffenen Landes handelte, verwundert Kizilkaya und Elyas unterdessen nicht besonders. "Ich habe diese Gruppe nie für immun gehalten", sagt Elyas, Kizilkaya konstatiert: "Auch Muslime, die in Deutschland geboren sind, sind vor Kriminalität nicht gefeit." Beide Verbandschefs warnen davor, die Muslime wegen des Terrors auszugrenzen.
Ideolgische Spaltung der al-Qaida?
Während der organisierte Islam in Großbritannien wie in Deutschland seine Ablehnung des Terrors klar zum Ausdruck bringt, spielt sich im Internet dagegen eine erhitzte Debatte darüber ab, ob die U-Bahn-Bomben legitim waren oder nicht. Denn auch militante Islamisten legen Wert darauf, dass einflussreiche, als radikal bekannte Rechtsgelehrte ihre Taten nicht verdammen. Genau das geschah aber in den vergangenen Tagen. In einem Aufsatz zeichnete der israelische Terrorexperte Reuven Paz nach, wie der in London lebende Islamist Mustafa Abu Halima, besser bekannt als Abu Basir al-Tartusi, die Anschläge verurteilte - und damit eine heftige Gegenreaktion eines anderes Islamisten hervorrief.
Al-Tartusi hatte sich in seiner Erklärung geweigert, das britische Volk als kriegsführende Partei einzustufen - für die islamrechtliche Legitimierung der Anschläge eine wichtige Voraussetzung. Die Tat sei eine "Schande, (...) ohne Mut, ohne Moral. Wir können sie nicht begrüßen oder akzeptieren, sie ist islamisch und politisch nicht hinnehmbar."
Die Erwiderung ließ nicht lange auf sich warten, wie Reuen Paz dokumentiert: Wenige Tage später meldete sich auf einer islamistischen Internetseite ein anderer Islamist zu Wort. Sein Hauptargument: Es gebe keinen Grund für Mitleid mit den ungläubigen Feinden des Islams - das sei ein religiöser Grundsatz. Großbritannien sei Alliierter der USA und ein christlich-ungläubiges Land. Alle Beschlüsse, sich an den Kriegen im Irak und in Afghanistan zu beteiligen, habe das Parlament getroffen - die Abgeordneten und ihre Wähler stünden damit in der Verwantwortung.
"Die Anhänger des globalen Dschihad wurden einmal mehr verwirrt allein gelassen", fasst der Terrorforscher Paz zusammen - und hält es für möglich, dass das Terrornetzwerk al-Qaida, in dessen Namen der Anschlag wahrscheinlich verübt wurde, durch solcherlei Kontroversen ideologisch gespalten werden könnte. Das könnte in radikalen Kreisen noch wirksamer sein als die Londoner Anti-Terror-Fatwa.
das ist ein ausgezeichneter schritt... viele menschen werden sich nun dadurch wohl auch bewusst dass europäischer islam mit terror unvereinbar ist :)
viele muslime in deutschland sind der ansicht dass man eh schon so viel gegen terror gesagt hat und man sich nicht jedesmal distanzieren müsste... ich weiß es ist wohl nervig für euch aber ich halte es für unglaublich wichtig, da es den terroristen ihre legitimation unter den füßen wegzieht... in andern worten: sie werden endlich als das betrachtet was sie sind: verwirrte außenseiter.
edit: beinahe die quelle vergessen :eek: ;).
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,366042,00.html
In hunderten Moscheen Großbritanniens werden die Imame morgen eine Verurteilung des Terrors im Namen des Islam verlesen. Deutsche Islam-Verbände unterstützen diese Fatwa gegen die Gewalt. Auf islamistischen Websites tobt dagegen eine Schlacht um die Legitimität der U-Bahn-Bomben.
Eine Muslimin auf dem Weg zu einem Treffen in "Number 10 Downing Street", dem Amtssitz des britischen Premiers
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Eine Muslimin auf dem Weg zu einem Treffen in "Number 10 Downing Street", dem Amtssitz des britischen Premiers
Berlin - Es wird eine große, symbolische Geste sein: "Der Koran sagt ganz klar, dass das Töten einer unschuldigen Person dem Töten der gesamten Menschheit gleichkommt", wird es morgen, während des Freitagsgebets, zeitgleich in fast allen Moscheen Großbritanniens von der Kanzel verkündet werden. "Wir sind der festen Überzeugung, dass diese Morde absolut keine Rechtfertigung im Islam finden (....) und dass die Ausführenden der Bombenanschläge von London in keiner Weise als Märtyrer zu betrachten sind."
Die Anti-Gewalt-Fatwa soll klar machen, dass Britanniens Muslime nicht den leisesten Hauch von Genugtuung angesichts der Londoner Terroranschläge verspüren. "Wie alle Londoner und Briten sind wir tief geschockt und traurig", lautet gleich der erste Satz des Dokuments, das dutzende Rechtsgelehrte und Vorbeter auf einer eigens einberufenen Konferenz verabschiedet haben. Sowohl das "Muslim Council of Britain" als auch das "British Muslim Forum" und die - wegen islamistischer Ansichten umstrittene - "Muslim Association of Britain" sind dabei - und damit auch die Mehrheit der islamischen Gebetshäuser im Land.
Zwar haben die Organisatoren darauf verzichtet, die Erklärung offiziell als Fatwa, als islamisches Rechtsgutachten zu kennzeichnen - weil die Muslime im Königreich zum einen nicht über die dafür notwendige religiöse Infrastruktur verfügten und eine Fatwa zum anderen ohnehin nicht verbindlich für die Gläubigen sei, wie es aus London hieß. Die in London erscheinende panarabische Tageszeitung "al-Hayat" bezeichnete sie heute dennoch als Fatwa - denn allen britischen Muslimen ist klar, wie sie gemeint ist: als theologisch untermauerte Absage an den religiösen Extremismus, der offensichtlich auch in den eigenen Reihen zuhause ist.
Denn die vier mutmaßlichen Selbstmordattentäter wuchsen in Großbritannien auf, besuchten dort religiöse Jugendeinrichtungen und wahrscheinlich auch Moscheen. Premier Tony Blair empfing gestern 50 Vertreter der muslimischen Community, man verständigte sich darauf, künftig verstärkt auf radikale Umtriebe in diesem Milieu zu achten.
Misstrauen zwischen Staat und Islam-Verbänden
Islamgelehrte bei Beratung: Fatwa gegen die religiöse Gewalt
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AP
Islamgelehrte bei Beratung: Fatwa gegen die religiöse Gewalt
"Ob es formal eine Fatwa ist oder nicht, spielt keine Rolle", sagt auch Nadeem Elyas, Vorsitzender des Zentzralsrats der Muslime in Deutschland (ZMD), einem der großen islamischen Dachverbände in Deutschland. "Wichtig ist der Inhalt, und mit dem identifizieren auch wir uns. 'Gott will es nicht': Dass müssen wir alle den Terroristen ins Gesicht schreien." Ali Kizilkaya, Chef des Islamrats (IR), sieht das ähnlich: Die gemeinsame Stellungnahme von IR und ZMD gegen die Londoner Bluttat sei "auch eine Art Fatwa", wenn man so wolle.
Tausendmal haben Kizilkaya und Elyas schon den militanten Islamismus verdammt - immer wieder werden sie und die anderen Führer islamischer Verbände trotzdem aufgefordert, es wieder zu tun und dafür zu sorgen, dass Radikale in ihren Moscheen keine Chance haben. Zuletzt schlug der bayerische Innenminister Günter Beckstein eine flächendeckende Beobachtung der Gebetshäuser und einen Gesinnungstest bei der Einbürgerung vor. "Das macht Angst", sagt Kizilkaya, Elyas warnt vor einem "Generalverdacht gegen Muslime".
ZMD und IR stehen allerdings trotz alle Beteuerungen selbst seit Jahren in der Kritik: Der Zentralrat wird von arabischen Muslimen geleitet, denen immer wieder Kontakte zur islamistischen Muslimbruderschaft nachgesagt werden, der Islamrat wird von der türkischen Islamistenorganisation Milli Görüs dominiert. Zwar hat es bisher noch keine einschlägigen Verbindungen zwischen Moscheen der Verbände und dem Terror der al-Qaida gegeben; Misstrauen aber prägt das Verhältnis zu den staatlichen Behörden.
"Ich habe die Gruppe nie für immun gehalten"
Dabei, so Elyas, tue man, was man könne: Rund ein halbes Dutzend Mal sei er schon von besorgten Gemeindemitgliedern wegen vermuteter radikaler Umtriebe angerufen worden, stets habe er dafür gesorgt, dass die Sorgen an die Behörden weitergeleitet wurden. "Wir können uns nichts vorwerfen lassen", sagt er. "Die meisten Muslime und Moscheen sind sauber." Eine Videoüberwachung lehnt er ab, weil sie zu noch mehr Misstrauen führen würde. Vor einer Ausweitung der Beobachtung hat er aber keine Angst: "Dann werden sie sehen, dass es bei uns nicht viel zu holen gibt." Im Übrigen gehe er davon aus, dass die Behörden schon längst auch verdeckt ihre Arbeit tun - was auch richtig sei.
Verbandschef Elyas: Kurse für Imame
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DDP
Verbandschef Elyas: Kurse für Imame
Was den deutschen Verbänden Kopfschmerzen macht, ist nicht so sehr die Ausrichtung einzelner Moscheen, sondern eher, dass gelegentlich in deren Umfeld um Nachwuchs für den Terror geworben wird. "Die gehen schließlich nicht in die Kneipe, um Muslime zu rekrutieren", sagt Elyas. Der ZMD habe darauf reagiert: Flugblätter seien längst verboten, private Sitzungen auf dem Moscheegelände auch. Und über 100 Imame habe der Verband weitergebildet, sagte Elyas, bis in die Interpretation einzelner Koranverse hinein. "Niemand darf seine Verfassungsfeindlichkeit bei uns ausleben", bekräftigt der gebürtige Saudi-Araber.
Dass es sich bei den Londoner Tätern zum ersten Mal bei einem Qaida-Anschlag im Westen um geborene Staatsbürger des angegriffenen Landes handelte, verwundert Kizilkaya und Elyas unterdessen nicht besonders. "Ich habe diese Gruppe nie für immun gehalten", sagt Elyas, Kizilkaya konstatiert: "Auch Muslime, die in Deutschland geboren sind, sind vor Kriminalität nicht gefeit." Beide Verbandschefs warnen davor, die Muslime wegen des Terrors auszugrenzen.
Ideolgische Spaltung der al-Qaida?
Während der organisierte Islam in Großbritannien wie in Deutschland seine Ablehnung des Terrors klar zum Ausdruck bringt, spielt sich im Internet dagegen eine erhitzte Debatte darüber ab, ob die U-Bahn-Bomben legitim waren oder nicht. Denn auch militante Islamisten legen Wert darauf, dass einflussreiche, als radikal bekannte Rechtsgelehrte ihre Taten nicht verdammen. Genau das geschah aber in den vergangenen Tagen. In einem Aufsatz zeichnete der israelische Terrorexperte Reuven Paz nach, wie der in London lebende Islamist Mustafa Abu Halima, besser bekannt als Abu Basir al-Tartusi, die Anschläge verurteilte - und damit eine heftige Gegenreaktion eines anderes Islamisten hervorrief.
Al-Tartusi hatte sich in seiner Erklärung geweigert, das britische Volk als kriegsführende Partei einzustufen - für die islamrechtliche Legitimierung der Anschläge eine wichtige Voraussetzung. Die Tat sei eine "Schande, (...) ohne Mut, ohne Moral. Wir können sie nicht begrüßen oder akzeptieren, sie ist islamisch und politisch nicht hinnehmbar."
Die Erwiderung ließ nicht lange auf sich warten, wie Reuen Paz dokumentiert: Wenige Tage später meldete sich auf einer islamistischen Internetseite ein anderer Islamist zu Wort. Sein Hauptargument: Es gebe keinen Grund für Mitleid mit den ungläubigen Feinden des Islams - das sei ein religiöser Grundsatz. Großbritannien sei Alliierter der USA und ein christlich-ungläubiges Land. Alle Beschlüsse, sich an den Kriegen im Irak und in Afghanistan zu beteiligen, habe das Parlament getroffen - die Abgeordneten und ihre Wähler stünden damit in der Verwantwortung.
"Die Anhänger des globalen Dschihad wurden einmal mehr verwirrt allein gelassen", fasst der Terrorforscher Paz zusammen - und hält es für möglich, dass das Terrornetzwerk al-Qaida, in dessen Namen der Anschlag wahrscheinlich verübt wurde, durch solcherlei Kontroversen ideologisch gespalten werden könnte. Das könnte in radikalen Kreisen noch wirksamer sein als die Londoner Anti-Terror-Fatwa.
das ist ein ausgezeichneter schritt... viele menschen werden sich nun dadurch wohl auch bewusst dass europäischer islam mit terror unvereinbar ist :)
viele muslime in deutschland sind der ansicht dass man eh schon so viel gegen terror gesagt hat und man sich nicht jedesmal distanzieren müsste... ich weiß es ist wohl nervig für euch aber ich halte es für unglaublich wichtig, da es den terroristen ihre legitimation unter den füßen wegzieht... in andern worten: sie werden endlich als das betrachtet was sie sind: verwirrte außenseiter.
edit: beinahe die quelle vergessen :eek: ;).
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,366042,00.html