Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pseudo-Völkermord an Armeniern wieder Thema in Brandenburger Schulen
Der Schakal
20.07.05, 01:49
Handreichung zu Völkermord im Kabinett vorgestellt
Unterlagen enthalten umfangreiches Material zur Vernichtung der Armenier
erstellt 19.07.05, 17:17h, aktualisiert 19.07.05, 17:17h
Potsdam/dpa. Eine Handreichung für Lehrer zum Thema Völkermord im 20. Jahrhundert hat Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) am Dienstag dem Kabinett im Potsdam vorgestellt. Die Unterlagen enthalten nach Angaben des Ressorts umfangreiches Material zur Vernichtung der Armenier, Hereros in Südwest-Afrika und der Tutsi in Ruanda. Brandenburg setze sich als erstes Bundesland ausführlich mit der schwierigen Materie auseinander, betonte Rupprecht.
Anfang des Jahres hatte Brandenburg den Völkermord an den Armeniern als Beispiel für das Thema Genozid aus dem im Internet stehenden Lehrplan für den Geschichtsunterricht genommen und dafür teilweise heftige Kritik geerntet. Nur ein einziges Beispiel im Lehrplan zu nennen, werde dem wichtigen Thema nicht gerecht, begründete Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) damals die Maßnahme.
Es sei aber ein Fehler gewesen, den «Klammerbegriff vorschnell aus der Internet-Fassung des Rahmenlehrplans zu streichen». Diplomatischer Druck der Türkei habe dabei keine Rolle gespielt. Die neue Handreichung mit dem Titel «Völkermorde und staatliche Gewaltverbrechen im 20. Jahrhundert» wurde vom Landesinstitut für Schule und Medien (Lisum) gemeinsam mit dem Institut für Diaspora-und Genozidforschung an der Ruhr-Universität Bochum erarbeitet. In den Unterlagen ist auch eine Stellungnahme des türkischen Generalkonsulats in Berlin enthalten. Darin heißt es: «Türken und Armenier waren zugleich Opfer und Täter». Zum 1. August tritt ein geänderter Rahmenlehrplan Geschichte für die Sekundarstufe I (Klassen 7 bis 10) in Kraft.
http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1121782503672&openMenu=1013016724320&calledPageId=1013016724320&listid=1018881578370
In den Unterlagen ist auch eine Stellungnahme des türkischen Generalkonsulats in Berlin enthalten. Darin heißt es: «Türken und Armenier waren zugleich Opfer und Täter»
Das ist übrigens so nicht richtig!
... In einer auf CD-ROM angebotenen Quellenzusammenstellung für das Thema, das der Handreichung beiliegt, hat das Bildungsministerium außerdem eine aktuelle Stellungnahme der Türkei aufgenommen. «Wir haben der Türkei die Möglichkeit eingeräumt, dass sie ihre Sicht der Dinge darstellen kann», sagte Ministeriumssprecher Thomas Hainz...
http://www.dieneueepoche.com/Nachricht.33+M5691b38a583.0.ht ml (http://www.dieneueepoche.com/Nachricht.33+M5691b38a583.0.ht ml)
Sehr großzügig, dass sie die Stellungnahme der Türkei auf eine CD-ROM verbannen, die sich sowieso kein Schwein anfordern wird.
Gezielte Volksverdummung!
Brandenburg
Völkermord an Armeniern vom Lehrplan genommen
Von Regina Mönch
http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/img/leer.gif
24. Januar 2005 Im Schuljahr 2002 nahm das Bundesland Brandenburg, als erstes und zum ersten Mal in Deutschland, den Völkermord an den Armeniern in den Geschichtslehrplan auf. Das Beispiel hat keine Nachahmer gefunden, und seit Jahresbeginn ist der kleine K lammersatz zum Thema "Entgrenzung von Kriegen; Ausrottung und Völkermord (zum Beispiel Genozid an der armenischen Bevölkerung Kleinasiens)" gestrichen.
http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/img/leer.gif
Um des lieben Friedens willen erläßt man treuen Freunden schon mal einen Völkermord - ein Geschenk der brandenburgischen Politik an dem verstimmten EU-Beitrittskandidaten Türkei, der den Genozid leugnet und alle, die das in der Türkei anders sehen, mit Gefängnis bedroht. Und zugleich droht eine Handreichung für deutsche Geschichtslehrer, etwa zweihundert Seiten stark und die sechsmonatige Arbeit der Wissenschaftler um Mihran Dabag vom Bochumer Institut für Diaspora- und Genozidforschung, nun Makulatur zu werden, denn sie wurde von Brandenburg wieder abbestellt.
Bildungsministerium: „souveräne Entscheidung”
In Potsdam gehen Gerüchte um, der türkische Gesandte habe Anfang Januar bei der Landesregierung so lange gegen diese Einmischung in türkische Erinnerungsstrategien interveniert, bis diese die Streichung anbot. Doch die Staatskanzlei schweigt sich darüber aus, und seitens der CDU ist zu hören, man wolle den Koalitionsfrieden nicht stören. Das sozialdemokratisch geführte Bildungsministerium läßt über seinen Sprecher Hainz schließlich ausrichten, es handle sich um "eine souveräne Entscheidung" seines Hauses. Es habe "tatsächlich diplomatisch-internationalen Unmut" gegeben; die "Reduktion auf ein Beispiel werde dem Thema nicht gerecht".
Wer sich hinter dem "Unmut" verbirgt, bleibt im Ungefähren. Doch aus Belgrad, Ruanda oder Phnom Penh wird er nicht gekommen sein. Auch könnten Lehrer, so Hainz weiter, sofern sie das wünschten, wie bisher verfahren. Doch welcher Lehrer wird aus der Tatsache, daß im jedermann, auch via Internet zugänglichen Rahmenlehrplan der Verweis auf andere Genozide gestrichen wurde, ausgerechnet die eigensinnige Schlußfolgerung ziehen, jetzt erst recht darüber aufzuklären? Und vor allem: Warum hat man den Eindruck einer "Reduktion" nicht aus der Welt geschafft, indem man ein Komma einfügte und noch auf Ruanda, die Hereros, Bosnien und andere Schrecknisse des zwanzigsten Jahrhunderts verwies?
Die Armenier als Terroristen und Verräter
Die Türkei weigert sich bis heute, die Verantwortung für den Armeniergenozid zu übernehmen, dem anderthalb Millionen Menschen zum Opfer fielen und der mit der Liquidation sämtlichen armenischen Eigentums auf türkischem Boden und der Zerstörung von mehr als 1500 Klöstern und Kirchen einherging. Was sie darüber denkt, ist auf der Website der Botschaft nachzulesen. Unter "Türkische Außenpolitik" findet sich der Link zu "Armenische Behauptungen", nach deren Studium der Leser den Eindruck gewinnen kann, nicht die Armenier seien zwischen 1915 bis 1917 Opfer eines Ausrottungsfeldzuges geworden, sondern die Türken, deren "Verluste" die der Armenier weit überstiegen hätten.
Auch hätten die Armenier, Terroristen, das Vaterland an Rußland verraten und ihre "Umsiedlung" (in die syrischen Wüsten und den Tod) gewissermaßen "als unvermeidbare Reaktion" selbst erzwungen. Die Behauptung, Adolf Hitler habe sich (auf dem Obersalzberg im Zweiten Weltkrieg) mit seinem Satz, wer rede denn heute noch von den Armeniern, auf die "osmanischen Armenier" bezogen, sei zudem eine Lüge, was jeder daran erkenne, daß man sie "bei den Verhandlungen in Nürnberg nicht als Beweismaterial zugelassen hat".
Brumlik: zwei Skandale in der Affäre
Steffen Reiche, Initiator der offenbar kühnen Lehrplanidee und damals noch Bildungsminister, hatte 2002 über seine Pläne beim Internationalen Forum "Wahrheit, Gerechtigkeit, Versöhnung" in Stockholm berichtet. Die türkischen Vertreter waren hell empört, wohl auch, weil Reiche seinen Ausbruch aus dem politischen Schweigekonsens der Deutschen unter anderem damit begründete, daß Potsdam auch die Stadt des "Weißen Raben" Johannes Lepsius sei. Nach Lepsius, dem viele Armenier ihre Rettung verdankten und wir, wollten wir es denn wissen, die erste Dokumentensammlung zum Völkermord, wurde nach viel "diplomatisch-internationalem Unmut" erst kürzlich eine Straße in Potsdam benannt. Auch die Sanierung seines zerbröselnden Hauses konnte türkischer "Unmut" lange Zeit verhindern.
"Es stecken zwei politische Skandale in dieser Affäre", sagt Micha Brumlik, Direktor des Frankfurter Fritz Bauer Institutes (Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust). Der eine betreffe die Türkei, die sich weigere, allgemeine menschenrechtliche Standards anzulegen, und die somit auch die Erinnerung an die Verantwortung der jungtürkischen Regierung für den Genozid an den Armeniern 1915 vertuscht. Doch das sei nichts Neues. Deshalb sei der zweite Skandal der eigentliche, denn er betreffe Deutschland. "Wenn wir richtig unterrichtet sind, haben sich die brandenburgischen Behörden dem Druck von Diplomaten oder wem auch immer gebeugt und ihre eigene Entscheidung zurückgenommen. Das empfinde ich als für unser Land empörend." Vor dem Hintergrund unserer eigenen Geschichte sollten wir keinesfalls über andere den Stab brechen. Doch nicht zuletzt wegen des berüchtigten Hitler-Zitates habe Deutschland allen Grund, sich mit dem Völkermord an den Armeniern zu befassen. Brumlik hält es für geradezu grotesk, im sechzigsten Jahr nach Kriegsende eine derartige Korrektur vorzunehmen.
Quellen: Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.2005, Nr. 20 / Seite 33
http://www.faz.net/s/RubF84585048DC8409FBC081C45E7A F3C2E/Doc~E278BD119018C41A69F66F867F CC47406~ATpl~Ecommon~Scontent. html
Liebe Hayeren!
Lügen haben kurze Beine! :D :D
deryatulga
08.03.06, 03:05
DEUTSCHLANDS AUSWEGLOSIGKEIT IM VÖLKERMORD-MYTOS
Während die Behauptungen, das Diskutieren der geschichtlichen Themen sei in der Türkei ein Tabu, zunehmend ihre Gültigkeiten verlieren, kann man sagen, dass die auf der Tagesordnung stehenden Diskussionen dazu führen, dass die Wahrheit der in 1915 erlebten Ereignisse noch logischer vernommen werden kann.
Bis zum vorigen Jahr ging man davon aus, dass alle Maβnahmen zur vorläufigen Zwangsausweisung der Armenier in 1915 vom Innenminister des Osmanischen Staates, Talat Pascha, vorbereitet worden war. Man hat jedoch begonnen zu sprechen, dass der Beschluss für Umsiedlung kein einseitiger Beschluss war, sondern unterschiedliche Dimensionen aufwies.
Der prominente Geschichtsschreiber der Türkei, Prof. Dr. Ilber Ortaylı, vertritt die Ansicht, dass bei der Umsiedlung der Armenier der Einfluss des deutschen Generalstabes von Bedeutung war. In dem Buch von Ortaylı, „Deutscher Einfluss im Osmanischen Reich“, dessen 6. Auflage in 2005 erschienen ist, stellt man folgendes ganz offen fest:
„Das Verhalten der deutschen Diplomatie über die armenische Frage war so ausgeprägt, dass sie sich darin nicht einmischte. Mit der Zeit mischte sie sich jedoch darin ein. Zwei Volksstämme, die zeit Jahrhunderten zusammengelebt hatten, waren durch den politischen, wirtschaftlichen und missionären Einfluss des Englands, Frankreichs und der USA konfrontiert. Und Deutschland hat dabei die Rolle des Lehrers gespielt , um die Ereignisse zu gewaltig zu unterdrücken. Es ist offensichtlich, dass dies sich in dieser Richtung entwickelte, als der groβe Krieg begann… Man hatte behauptet, dass beim Umsetzen des Beschlusses für Umsiedlung, der absolut aus Gründen der militärischen Sicherheit am 28. Juli 1915 gefasst worden war, an vielen Orten die deutschen Konsule und Offiziere als Verwaltungsbeamten und Rädelsführer beteiligt sein sollen. Man stellt fest, dass die offiziellen und inoffiziellen deutschen Veröffentlichungen nicht in der Lage sind, diese Behauptung zu widerlegen…“
In diesem Zustand ist es eine andere Tatsache, dass die These der Armenier bezüglich des angeblichen Völkermordes, die undiskutabel sein soll, vom heutigen Deutschland unterstützt wird. Wenn auch Deutschland diese These unterstützt, ist es auffallend, dass es ein Manöver der deutschen Politik ist, sich von historischen Tatsachen abzuweichen.
Es ist auch davon auszugehen, dass der von Deutschland erweckte Anschein, die Hassquellen zu unterstützen, daraus ergibt, dass deutsche Schriftsteller und Wissenschaftler sich von den Schatten der Juden –Vernichtung, „Holocaust“ nicht befreien konnten. Gerade in diesem Zustand kann man im sozialen und politischen Aufbau der deutschen Gesellschaft gegenüber der Auβenwelt „das Syndrom für Angestoβenheit“ feststellen. Dieser Zustand führt dazu, dass die Sensibilität Deutschlands in strittigen Sachen wegen ihres sozialen Aufbaus zu einem Reflex umgewandelt wird, der fern von objektiven Bewertungen liegt, so dass Deutschland keine richtigen Entscheidungen trifft.
Die Ausgangspunkte der von CDU-CSU im Bundestag eingereichten Motion zeigen ebenfalls deutlich diese Absichten! Oskanyan erweckt mit seinen widersprechenden Erklärungen den Anschein, durch die einseitige Interpretation der historischen Ereignisse den Druck auf der Öffentlichkeit zu verringern, ohne eine Diskussion über die wichtige Biegung in der Geschichte zu eröffnen.
Die veröffentlichte Deklaration darüber, dass Deutschland seine Archive für die Klärung der Behauptungen über die Maβnahmen gegen die aufständischen Armenier während des I. Weltkrieges zeigt die „auβergewöhnliche Sensibilität (!)“ von Deutschland gegenüber der geschichtlichen Ereignisse.
Wie es bekannt ist, wurde in der Presseerklärung der deutschen Botschaft am 10.März 2005 darauf hingewiesen, dass alle offizielle deutsche Belege über die Zeit vor 1945 uneingeschränkt zur Untersuchung freigegeben werden.
In der selben Erklärung hieβ es, dass alle militärischen Belege aus der Zeit des Deutschen Reiches als auch die Belege der deutschen Soldaten im Osmanischen Reich im Archiv des Reiches in Potsdam aufbewahrt werden. Dieses Archiv sei während des 2. Weltkrieges schwer beschädigt. Die Belege, die gerettet werden konnten, seien heute immer noch im Bundesarchiv- Militärarchiv. Sie seien für die Untersuchungen frei erhältlich. Diese Erklärungen bringen die Fragen mit sich, auf die man ernsthaft nachdenken muss.
Diese Erklärung der Botschaft widerspricht dem Mytos, die Türkei würde ihre Archive für die Untersuchung nicht zur Verfügung stellen. Dies erlebt man jedoch in der Türkei nicht. Es ist nämlich die Tatsache, dass die Türkei ihre Archive für Untersuchungen zur Verfügung stellt… Tatsache ist, dass die deutschen Behörden sich hinter den „geretteten Belegen verbergen und somit man gegenüber einer Verteidigungspsychose steht. Dieser Zustand macht deutlich, dass es nicht zufällig ist, dass objektive Wissenschaftler, Geschichtsschreiber und Juristen ihre Kritiken auf Deutschland richten.
Auf der anderen Seite ist es als eine nicht zeitgemäβe Annäherung zu bezeichnen, dass man versucht, auβerordentliche Arbeiten über die Erörterung der geschichtlichen Ereignisse im Namen der Wissenschaft als „ Erneutes Schreiben“ der Geschichte zu betrachten.
Die Feststellungen von Nursen Mazıcı darüber, die die Einzelheiten über verbündeten Deutschland ans Tageslicht gebracht hat, sind auch von Bedeutung. Prof. Dr. Nursen Mazıcı erklärte während des Interviews am 1.Mai 2005 gegenüber der Zeitung Vatan folgendes:
„Während sie meinte, dass der Beschluss über Umsiedlung dem Osmanischen Reich von Deutschen gedrängt sei, deutete sie auf die Worte von Limon Von Sanders, „Ich habe während meinem Aufenthalt in der Türkei, der mehr als fünf Jahre gedauert hat, weder eine Unterschrift noch eine Maβnahme von Talat (Talat Pascha) gegenüber der Armenier festgestellt“. Zudem weist man darauf hin, dass in den deutschen Archiven kein einziger Beleg verloren ging!“
Wenn man die Belege in den Archiven, welche Beweisstücke für die reine Tatsachen sind, betrachtet, sowie berücksichtigt, dass Deutschland ein bester Verbündeter der Türkei war, kann man zu dem Entschluss kommen, dass die Türkei nicht mehr selbständig einen Beschluss gefasst hat. Schlieβlich wenn man auch berücksichtigt, dass während des I. Weltkrieges die Beschlüsse nicht auβerhalb des Hauptquartiers in Berlin gefasst wurden, lässt der Reinigungsprozess“ einiger Belege Deutschland absolut nicht auβerhalb der Sache liegen.
In diesem Zusammenhang führt die Aussage des deutschen Generals Bronsart von Schellendorf „die Armenier hatten nicht nur das von den Russen gedrängte Ost-Heer seitlich und von hinten angegriffen, sondern haben auch die Bewohner dieser Gebiete ausgerottet…“ dazu, dass diese Aussage im Schatten der Zwangsmotion blieb.
Trotz allem während man erwartet, dass die Türkei ihr auf gesundem Menschenverstand beruhendes Verhalten weiterhin fortführt, ist es unlogisch, dass die fanatischen Armenier die geschichtliche Last der Ereignisse nicht in der Türkei suchen, sondern sich trauen, diese auch in der Verantwortung der anderen Staaten zu suchen, die sich mit der Sache beschäftigen.
deryatulga
08.03.06, 03:39
Heute: 95 Christen gesucht [weiter]
Historiker: Deutsche Mitverantwortung am Armenier-Genozid
Julius Schoeps
Julius Schoeps
Der Historiker Julius Schoeps hat den deutschen Bundestag zur ausdrücklichen Anerkennung des Völkermords an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs aufgefordert.
Dabei solle das Parlament auch die "Mitverantwortung des Deutschen Reiches am Genozid an den Armeniern" anerkennen, fordert der Leiter des Moses-Mendelssohn-Zentrums an der Universität Potsdam in der in Zürich erscheinenden jüdischen Zeitschrift "Aufbau".
Nach Ostern steht im deutschen Bundestag ein Antrag der CDU/CSU zur Beratung zum Gedenken an die Ereignisse ab 1915 an. Darin wird die Bezeichnung "Völkermord" nicht verwendet. Die Bundesrepublik Deutschland sei Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches, betont Schoeps, der wiederholt von Genozid beziehungsweise Völkermord spricht.
Das Osmanische Reich sei im Ersten Weltkrieg wichtigster Bündnispartner der Deutschen gegen die Russen und die Briten im Nahen Osten gewesen, erklärt Schoeps. Eine klare Resolution des Bundestages werde zwar die gegenwärtig guten Beziehungen Berlins zur Türkei "unter Umständen" belasten. Sie trüge aber mittelfristig sicher dazu bei, ein Stück historischer Gerechtigkeit zu schaffen.
"Die Türkei leugnet offensiv"
Schoeps wirft der Türkei vor, sie sei trotz ihres fast erreichten Beitritts in die Europäische Union entschlossen, den Völkermord an den Armeniern "konsequent zu verleugnen - und sie leugnet ihn offensiv". Umso mehr, mahnt der Historiker weiter, sei heute historische Aufklärung gefragt. Sie solle die Authentizität der "blutigen Vernichtungsaktion", die Rigorosität des Vorgehens sowie die bis heute nicht völlig geklärte Rolle der deutschen Seite als Bündnispartner der Türkei klären.
CDU/CSU fordern in ihrem Elarnde Februar von der Fraktion beschlossenen Antrag die deutsche Regierung auf, Druck auf die Regierung in Ankara auszuüben. Die Türkei solle sich mit ihrer Rolle gegenüber den armenischen Christen "in Geschichte und Gegenwart vorbehaltlos auseinander setzen". Darüber hinaus solle Ankara die Kriminalisierung von Berichten über die Massaker aufheben.
Bei türkischen Dachverbänden in Deutschland stösst die Vorlage auf Kritik. Sie bestreiten einen Völkermord der Türkei an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs.
Quelle: Kipa
Datum: 28.03.2005
deryatulga
08.03.06, 03:53
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epd-Meldungen, 08.09.05 17:33
Tagung zum Gedenken an die Leiden des armenischen Volkes
Massive Störungen verhinderten sachliche Diskussion
In der armenischen Hauptstadt Eriwan erinnert diese Gedenkstätte an den Völkermord.
Mit einer Tagung hat die westfälische Landeskirche im ostwestfälischen Hüllhorst an die Vertreibung und Ermordung Hunderttausender Armenier durch die Türken während des Ersten Weltkrieges erinnert. Wie der evangelische Kirchenkreis Vlotho berichtete, bezeichnete der Geschichtswissenschaftler Gunnar Heinsohn von der Universität Bremen den Völkermord als „Verbrechen ohne Namen”, ein Begriff, den der frühere britische Premiermininister Winston Churchill einst prägte. Der Genozid vor 90 Jahren habe zum Ziel gehabt, die kulturelle Überlegenheit der Armenier, die als Ärzte und Intellektuelle eine Elite gebildet hatten, zu brechen.
Türkei erkennt Massaker nicht als Völkermord an
Am 24. April 1915 hatten Massenverhaftungen armenischer Intellektueller in Istanbul begonnen. Einige Wochen später ordnete das damalige Osmanische Reich die zwangsweise Umsiedlung der Armenier an, hunderttausende Menschen wurden dabei ermordet oder starben an Krankheiten und Entkräftung in der syrischen Wüste. Die Türkei erkennt die Massaker nicht als Völkermord an, sondern verweist auf die hohe Zahl von Kriegstoten auch auf türkisch-muslimischer Seite. In diesem Frühjahr gedachten die etwa 40.000 Armenier in Deutschland mit zahlreichen Veranstaltungen der Opfer.
Bericht an die türkische Botschaft
Dass die Beziehungen des armenischen Staates nach dessen Unabhängigkeitserklärung zur Türkei nach wie vor gespannt sind, trat bei der Tagung deutlich zu Tage. So unterbrachen mehrere türkische Gäste lautstark den Vortrag des Publizisten Raffi Kantian, der sich mit den Bemühungen um historische Gerechtigkeit für das armenische Volk beschäftigte. Inzwischen hat Pfarrer Eberhard Helling aus Lübbecke einen Bericht über diese Störungen an das nordrhein-westfälische Innenministerium sowie an die türkische Botschaft in Berlin und das türkische Generalkonsulat in Münster geschickt. Darin heißt es: „Die Veranstalter bedauern sehr, dass durch das aggressive und störende Benehmen türkischer Teilnehmer Vorbehalte gegenüber der Türkei und türkischen Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland bestätigt wurden.”
Veranstalter der Tagung in der evangelischen Tagungsstätte Haus Reineberg in Hüllhorst war die Evangelische Kirche von Westfalen in Kooperation mit der Evangelischen Bildungsstätte Haus Reineberg, den Evangelischen Kirchengemeinden in Lübbecke und der Evangelischen Erwachsenenbildung.
deryatulga
08.03.06, 03:58
Der türkisch-armenische Konflikt, der seinen Kern im Streit um den Völkermord an den Armeniern hat, wird zunehmend zu einem Thema, für das sich die europäische Öffentlichkeit, und besonders auch die deutsche, interessiert. Die Rollenverteilung bei diesem Streit ist es, die aufmerksam macht: So sind es diesmal vor allem die Rechten (die gegen einen EU-Beitritt der Türken sind), die von der Türkei eine Entschuldigung für die Ereignisse des Jahres 1915 fordern, während die Linken, sonst immer an vorderster Front, wenn es um Kriegsverbrechen geht, dazu tendieren, abzuwiegeln und die Angelegenheit herunterzuspielen.
Da das selten gut funktioniert - die linke Basis ist traditionell eher ihren Werten als der Meinung ihrer Führer verpflichtet - beginnt sich ein breiter Konsens zu entwickeln, die Türken nicht aufzunehmen, bevor die Angelegenheit beigelegt ist. Eine weitere Nagelprobe für das Verhältnis Türkei-Europa; immer noch stehen Zugeständnisse der Türken in Zypern auf dem Programm, und nun auch noch Armenien.
Der amerikanische Historiker Justin McCarthy von der Universität Louisville hat im März in einer Rede vor türkischen Abgeordneten in Ankara eine etwas andere Sichtweise der Dinge präsentiert. Türkische Unterlagen - und diese darf man bei einer historischen Ermittlung nicht automatisch als wertlos betrachten - deuten darauf hin, dass es zu Beginn des 1. Weltkrieges intensive russische Unterstützung für armenische Terroristen im damals osmanischen Armenien gab. Klar ist, dass armenische Rebellen im osmanischen Reich operierten, weil sie auf einen unabhängigen Staat unter Protektion der Russen hofften.
Strittig ist nun vor allem, was zur Eskalation der Ereignisse geführt hat. Armenier und Osmanen hatten über viele Jahrhunderte in relativem Frieden gelebt und gelernt, miteinander auszukommen. Das osmanische Herrschaftssystem - kulturelle und religiöse Freiheit, aber Gefolgschaft gegenüber dem Sultan - hatte hier, wie auch an vielen anderen Orten im Reich das Überleben der alten Kultur und die öffentliche Ordnung gesichert.
Es war wohl vor allem der Nationalismus, Einsteins “Kinderkrankheit der Menschheit”, der die Katastrophe auslöste. Einerseits der Nationalismus armenischer Extremisten, die für einen eigenen armenischen Staat zu kämpfen, zu töten und zu sterben bereit waren. Zum anderen aber auch der Nationalismus, der zu dieser Zeit das osmanische Reich destabilisierte. Jungtürken und pantürkische Nationalisten forderten eine geschlossene Gesellschaft, die auf national-türkischen Ideen aufbaute und sich weit über das bisherige Reichsgebiet hinaus auch in die turkmenischen Steppen ausdehnen sollte.
Je mehr sich die türkische Realpolitik an diesen Forderungen orientierte, desto mehr erhöhte sich die Anspannung zwischen Russland, das diese Region als Einflusssphäre betrachtete, und dem immer unregierbareren osmanischen Reich.
Soweit zur Vorgeschichte. Dass in diesem Konflikt Hunderttausende von Armeniern deportiert und ermordet wurden, war eines jener Schrecknisse, von denen der Weltkrieg zur gleichen Zeit überall in Europa neue produzierte.
Sicher wäre es schön, wenn die Türkei sich zu einer Geste der Versöhnung bereit finden könnte und Bedauern über die Unschuldigen äußern würde, die ihre Armee in jenen finsteren Tagen deportierte und ermordete. Wichtiger aber, als sich jetzt gegenseitig mit Forderungen und Ansprüchen zu bombardieren, ist es, dass wir uns alle gemeinsam bewusst sind, welcher unseligen, übersteigerten Ideologie wir nicht nur diese Toten, sondern auch unzählige weitere Opfer der beiden Weltkriege und anderer “ethnischer Säuberungen” des vergangenen Jahrhunderts verdanken.
Und eben jene Ideologie bedienen ja auch jene, die die heutige Politik von der unseligen Vergangenheit abhängig machen wollen. Anstatt sich dafür einzusetzen, dass Türken und Armenier gemeinsam ihre traurige Vergangenheit studieren und aufarbeiten, wollen sie die Türkei zu Demutsgesten zwingen und bedrohen sie mit ultimativen Forderungen. Ein Gestus, der uns nicht ansteht - zwar haben wir selbst uns ausführlich mit unserer Vergangenheit beschäftigt, doch an vielen von uns sind die Lehren ja offenbar vorbeigegangen. Die Demonstrationen zum heutigen 8. Mai legen darüber ein trauriges Zeugnis ab.
Überhaupt ist es sehr ungeschickt, sich in historischen Streitigkeiten zwischen Völkern eindeutig auf einer Seite zu positionieren. Es handelt sich dabei um eine Politik, der wir auch andernorts stets aus Klugheit ausweichen. Historisch betrachtet, war eine solche Parteinahme selten von ehrlicher Überzeugung des Kampfes gegen Unrecht, sondern eher von imperialistischen Interessen geprägt.
Nicht nur Professor McCarthy fürchtet nämlich, dass es bei einer Entschuldigung allein nicht bleiben würde - auch viele Türken haben diese Sorge. Bei einem Schuldeingeständnis (einseitig, wie es die populäre Stimme hierzulande fordert) wären erhebliche Reparationszahlungen an Armenien zu erwarten. Außerdem erheben dortige Nationalisten territoriale Ansprüche an die Türkei; dass die türkische Ministerpräsidentin Tansu Ciller im armenisch-aserbeidschanischen Konflikt Mitte der 90er Jahre für die Azeris und gegen die Armenier Stellung bezog, trug ebenfalls nicht zur Völkerverständigung bei.
Nicht allzu weit hergeholt also, wenn die türkische Regierung handfeste Absichten hinter der scheinbar harmlosen Forderung nach einer Entschuldigung sieht. Eine zusätzliche Destabilisierung in Ostanatolien aber kann sich die Türkei nicht leisten; das Kurdenproblem bleibt immer noch ungelöst, und wenn das irakische Experiment mit Demokratie und Föderalismus in Flammen aufgehen sollte, wird die gesamte Region zum Pulverfass. Ergo wendet sich Erdogan gegen die Forderungen - und verschlechtert damit die Beziehungen zur Union.
Wir beobachten hier also eigentlich ein geschicktes außenpolitisches Manöver der Konservativen - indem sie sich mit den Armeniern verbünden und sich mit Forderungen und Ultimaten an ihre Seite stellen, haben sie nicht nur die Linken zu äußerst leisem Widerspruch gezwungen (es geht um Völkermord!), sondern auch gleich nocht mehrere Schläge gegen die Türkei ausgeführt. Die Gräben zwischen der EU und der Türkei vertiefen sich, und gleichzeitig wird ein Konflikt in einer ohnehin schon instabilen Region der Türkei verstärkt.
Das hat mehrere langfristige Folgen: Die türkische Regierung wird sicher bald ins Nachdenken kommen, wie viele innenpolitische Krisen und ethnische Konflikte ihnen der Beitritt zur Union eigentlich wert ist. Außerdem stärkt ein solches Vorgehen die nationalistischen Bewegungen in der Türkei und in Armenien gleichermaßen; der absehbar weiter eskalierende Konflikt aber wird dann wieder als ein Beweis herhalten, dass die Türkei eben nicht bündnisfähig ist. Schritt für Schritt vertreiben wir uns einen wertvollen Bündnispartner.
Die Aussage, die Türkei sei wegen ihrer ethnischen Konflikte nicht für die EU geeignet, steht schon von ganz allein auf tönernen Füßen. Der religiöse Hexenkessel in Nordirland gehört ebenso zur EU wie das terrorverseuchte Baskenland, und überall in Europa gibt es nationalistische Parteien und Bewegungen. Noch unglaubwürdiger aber wird diese Haltung, wenn die, die sie vertreten, en passant eben jene Konflikte anfachen und verstärken
deryatulga
08.03.06, 04:02
ie Türken wollten sie ausrotten
Völkermord: Auch 90 Jahre nach der planmäßigen Vernichtung der Armenier regieren Angst und Vertuschung Ankaras Handeln.
Von Thomas Frankenfeld und Stefan Fuhr
Hamburg/Frankfurt a. M. - "Wer redet denn heute noch von der Vernichtung der Armenier?" Der kleine schnauzbärtige Herr, der diese Frage am 22. August 1939 vor hohen Wehrmachtsoffizieren und Kommandeuren von SS-Sondereinheiten spöttisch in den Raum warf, war seiner Sache sicher. Er war davon überzeugt, daß man über den Völkermord an den Juden in späteren Jahrzehnten kaum reden werde, da man auch die Vernichtung der Armenier längst vergessen habe.
Adolf Hitler hat sich gründlich geirrt; allerdings widmet die Weltöffentlichkeit dem Leiden des armenischen Volkes zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Tat noch immer beschämend wenig Aufmerksamkeit. Am Sonntag jährt sich der Beginn des Genozids zum 90. Mal.
Seriöse Schätzungen sprechen von bis zu 1,5 Millionen Todesopfern durch türkische Todesmärsche und Massaker ab 1915. Daß diese Greueltat nicht im öffentlichen Bewußtsein steht wie die Shoa oder der kambodschanische Holocaust, liegt vor allem daran, daß die Türkei seit Jahrzehnten mit allen Mitteln das Ausmaß der Massaker und die Rolle der türkischen Armee dabei zu verschleiern versucht. Wer in der Türkei offen von einem Völkermord spricht, muß mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen. Der Hamburger Schriftsteller Ralph Giordano spricht von einer "Industrie der Leugnung".
Der türkische Nationalstolz fürchtet ein peinliches Schuldeingeständnis, die Regierung in Ankara armenische Schadenersatzansprüche. Für den Türkei-Experten Jan Cremer vom Deutschen Orient-Institut in Hamburg ist das "Verhältnis türkischer Offiziere und auch vieler Bürger zu ihrer Nation gemessen an westeuropäischen Verhältnissen neurotisch." Dabei hatte Großwesir Damad Ferid Pascha am 11. Juni 1919 die Verbrechen der Armee öffentlich eingestanden. Und im Erlaß des damaligen Innenministers Talaat Pascha hieß es, die Regierung des Osmanischen Reiches habe beschlossen, "alle Armenier, die in der Türkei wohnen, gänzlich auszurotten."
Das mürbe Osmanische Reich fürchtete damals den sich längst abzeichnenden Zerfall und strebte einen ethnisch reinen Nationalstaat an. Zwischen 1894 und 1896 hatte der türkische Sultan Abdülhamid bereits bis zu 200 000 Armenier ermorden lassen. Und 1909 starben bei Pogromen im Raum Adana noch einmal mehr als 20 000 Armenier.
Doch das Schlimmste stand den Armeniern noch bevor. Im Sommer 1915 schreibt der deutsche Botschafter in Konstantinopel, Hans Freiherr von Wangenheim, an Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg: "Die Austreibung der armenischen Bevölkerung aus ihren Wohnsitzen in den ostanatolischen Provinzen (...) wird schonungslos durchgeführt." Wenig später formuliert der Diplomat: "Die Art, wie die Umsiedlung durchgeführt wird, zeigt, daß die Regierung tatsächlich den Zweck verfolgt, die armenische Rasse im türkischen Reiche zu vernichten."
Die deutschen Konsulate im Osmanischen Reich telegrafierten ständig grausame Berichte über "Metzeleien", "Massenabschlachtungen" und Hunger-Märsche an das Auswärtige Amt.
Am 24. April 1915 hatte der eigentliche Genozid mit der Vernichtung der gesamten armenischen Führungsschicht in Konstantinopel - rund 2350 Männer - begonnen. In den folgenden Monaten trieben türkische Gendarmen und Soldaten eigens dafür aufgestellter Sondereinheiten fast alle Armenier des Reiches in Sammellagern zusammen.
Wer nicht gleich einem der vielen Massaker zum Opfer fiel, wurde auf Todesmärschen Richtung Aleppo nach Süden geschickt, direkt in die leere Wüste. Es gab den ausdrücklichen Befehl, möglichst wenige Überlebende ankommen zu lassen. Der Name des Wüsten-Todeslagers Deir es Zor hat für die Armenier eine ähnliche Bedeutung wie Auschwitz für die Juden.
Immer wieder überfielen halbreguläre Milizen - rekrutiert aus amnestierten Schwerverbrechern - die Vertriebenen, raubten ihnen ihre letzte Habe, um sie anschließend zu ermorden. Bis zu eine Million Menschen starben nach Schätzungen allein auf den Todesmärschen. "Die armenische Frage ist erledigt", erklärte Innenminister Pascha kalt gegenüber deutschen Diplomaten.
Talaat gehörte der politischen Bewegung der "Jungtürken" an, die in der Revolution 1909 gegen das alte Regime an die Macht gekommen war - neben Kriegsminister Enver Pascha gilt er als Hauptverantwortlicher des Genozids. Die "Jungtürken" träumten von der Vereinigung aller turkstämmigen Völker in einem Großreich "Turan". Einem Reich, in dem die Armenier keinen Platz mehr haben sollten. (HA/epd)
erschienen am 22. April 2005 in Politik
Freiburger
08.03.06, 12:00
Der türkisch-armenische Konflikt, der seinen Kern im Streit um den Völkermord an den Armeniern hat, wird zunehmend zu einem Thema, für das sich die europäische Öffentlichkeit, und besonders auch die deutsche, interessiert. Die Rollenverteilung bei diesem Streit ist es, die aufmerksam macht: So sind es diesmal vor allem die Rechten (die gegen einen EU-Beitritt der Türken sind), die von der Türkei eine Entschuldigung für die Ereignisse des Jahres 1915 fordern, während die Linken, sonst immer an vorderster Front, wenn es um Kriegsverbrechen geht, dazu tendieren, abzuwiegeln und die Angelegenheit herunterzuspielen.
Da das selten gut funktioniert - die linke Basis ist traditionell eher ihren Werten als der Meinung ihrer Führer verpflichtet - beginnt sich ein breiter Konsens zu entwickeln, die Türken nicht aufzunehmen, bevor die Angelegenheit beigelegt ist. Eine weitere Nagelprobe für das Verhältnis Türkei-Europa; immer noch stehen Zugeständnisse der Türken in Zypern auf dem Programm, und nun auch noch Armenien.
Der amerikanische Historiker Justin McCarthy von der Universität Louisville hat im März in einer Rede vor türkischen Abgeordneten in Ankara eine etwas andere Sichtweise der Dinge präsentiert. Türkische Unterlagen - und diese darf man bei einer historischen Ermittlung nicht automatisch als wertlos betrachten - deuten darauf hin, dass es zu Beginn des 1. Weltkrieges intensive russische Unterstützung für armenische Terroristen im damals osmanischen Armenien gab. Klar ist, dass armenische Rebellen im osmanischen Reich operierten, weil sie auf einen unabhängigen Staat unter Protektion der Russen hofften.
Strittig ist nun vor allem, was zur Eskalation der Ereignisse geführt hat. Armenier und Osmanen hatten über viele Jahrhunderte in relativem Frieden gelebt und gelernt, miteinander auszukommen. Das osmanische Herrschaftssystem - kulturelle und religiöse Freiheit, aber Gefolgschaft gegenüber dem Sultan - hatte hier, wie auch an vielen anderen Orten im Reich das Überleben der alten Kultur und die öffentliche Ordnung gesichert.
Es war wohl vor allem der Nationalismus, Einsteins “Kinderkrankheit der Menschheit”, der die Katastrophe auslöste. Einerseits der Nationalismus armenischer Extremisten, die für einen eigenen armenischen Staat zu kämpfen, zu töten und zu sterben bereit waren. Zum anderen aber auch der Nationalismus, der zu dieser Zeit das osmanische Reich destabilisierte. Jungtürken und pantürkische Nationalisten forderten eine geschlossene Gesellschaft, die auf national-türkischen Ideen aufbaute und sich weit über das bisherige Reichsgebiet hinaus auch in die turkmenischen Steppen ausdehnen sollte.
Je mehr sich die türkische Realpolitik an diesen Forderungen orientierte, desto mehr erhöhte sich die Anspannung zwischen Russland, das diese Region als Einflusssphäre betrachtete, und dem immer unregierbareren osmanischen Reich.
Soweit zur Vorgeschichte. Dass in diesem Konflikt Hunderttausende von Armeniern deportiert und ermordet wurden, war eines jener Schrecknisse, von denen der Weltkrieg zur gleichen Zeit überall in Europa neue produzierte.
Sicher wäre es schön, wenn die Türkei sich zu einer Geste der Versöhnung bereit finden könnte und Bedauern über die Unschuldigen äußern würde, die ihre Armee in jenen finsteren Tagen deportierte und ermordete. Wichtiger aber, als sich jetzt gegenseitig mit Forderungen und Ansprüchen zu bombardieren, ist es, dass wir uns alle gemeinsam bewusst sind, welcher unseligen, übersteigerten Ideologie wir nicht nur diese Toten, sondern auch unzählige weitere Opfer der beiden Weltkriege und anderer “ethnischer Säuberungen” des vergangenen Jahrhunderts verdanken.
Und eben jene Ideologie bedienen ja auch jene, die die heutige Politik von der unseligen Vergangenheit abhängig machen wollen. Anstatt sich dafür einzusetzen, dass Türken und Armenier gemeinsam ihre traurige Vergangenheit studieren und aufarbeiten, wollen sie die Türkei zu Demutsgesten zwingen und bedrohen sie mit ultimativen Forderungen. Ein Gestus, der uns nicht ansteht - zwar haben wir selbst uns ausführlich mit unserer Vergangenheit beschäftigt, doch an vielen von uns sind die Lehren ja offenbar vorbeigegangen. Die Demonstrationen zum heutigen 8. Mai legen darüber ein trauriges Zeugnis ab.
Überhaupt ist es sehr ungeschickt, sich in historischen Streitigkeiten zwischen Völkern eindeutig auf einer Seite zu positionieren. Es handelt sich dabei um eine Politik, der wir auch andernorts stets aus Klugheit ausweichen. Historisch betrachtet, war eine solche Parteinahme selten von ehrlicher Überzeugung des Kampfes gegen Unrecht, sondern eher von imperialistischen Interessen geprägt.
Nicht nur Professor McCarthy fürchtet nämlich, dass es bei einer Entschuldigung allein nicht bleiben würde - auch viele Türken haben diese Sorge. Bei einem Schuldeingeständnis (einseitig, wie es die populäre Stimme hierzulande fordert) wären erhebliche Reparationszahlungen an Armenien zu erwarten. Außerdem erheben dortige Nationalisten territoriale Ansprüche an die Türkei; dass die türkische Ministerpräsidentin Tansu Ciller im armenisch-aserbeidschanischen Konflikt Mitte der 90er Jahre für die Azeris und gegen die Armenier Stellung bezog, trug ebenfalls nicht zur Völkerverständigung bei.
Nicht allzu weit hergeholt also, wenn die türkische Regierung handfeste Absichten hinter der scheinbar harmlosen Forderung nach einer Entschuldigung sieht. Eine zusätzliche Destabilisierung in Ostanatolien aber kann sich die Türkei nicht leisten; das Kurdenproblem bleibt immer noch ungelöst, und wenn das irakische Experiment mit Demokratie und Föderalismus in Flammen aufgehen sollte, wird die gesamte Region zum Pulverfass. Ergo wendet sich Erdogan gegen die Forderungen - und verschlechtert damit die Beziehungen zur Union.
Wir beobachten hier also eigentlich ein geschicktes außenpolitisches Manöver der Konservativen - indem sie sich mit den Armeniern verbünden und sich mit Forderungen und Ultimaten an ihre Seite stellen, haben sie nicht nur die Linken zu äußerst leisem Widerspruch gezwungen (es geht um Völkermord!), sondern auch gleich nocht mehrere Schläge gegen die Türkei ausgeführt. Die Gräben zwischen der EU und der Türkei vertiefen sich, und gleichzeitig wird ein Konflikt in einer ohnehin schon instabilen Region der Türkei verstärkt.
Das hat mehrere langfristige Folgen: Die türkische Regierung wird sicher bald ins Nachdenken kommen, wie viele innenpolitische Krisen und ethnische Konflikte ihnen der Beitritt zur Union eigentlich wert ist. Außerdem stärkt ein solches Vorgehen die nationalistischen Bewegungen in der Türkei und in Armenien gleichermaßen; der absehbar weiter eskalierende Konflikt aber wird dann wieder als ein Beweis herhalten, dass die Türkei eben nicht bündnisfähig ist. Schritt für Schritt vertreiben wir uns einen wertvollen Bündnispartner.
Die Aussage, die Türkei sei wegen ihrer ethnischen Konflikte nicht für die EU geeignet, steht schon von ganz allein auf tönernen Füßen. Der religiöse Hexenkessel in Nordirland gehört ebenso zur EU wie das terrorverseuchte Baskenland, und überall in Europa gibt es nationalistische Parteien und Bewegungen. Noch unglaubwürdiger aber wird diese Haltung, wenn die, die sie vertreten, en passant eben jene Konflikte anfachen und verstärken
Das ist eine vorzügliche Analyse, die deutlich macht, warum der angebliche Armeniergenozid von den Konservativen und ihren medialen und professoralen Helfershelfern so hochgespielt. wird. Die Gegner des türkischen EU-Beitritts glauben, hier eine wirksames Instrument entdeckt zu haben, um den EU-Beitritt der Türkei zu torpedieren. Man versucht, die Diskussion um den EU-Beitritt von der wirtschaftlichen und politischen Ebene (wo man angesichts der unbestreitbaren türkischen Fortschritte nicht punkten kann) auf die moralische Ebene zu verlagern und vermutet hier eine Bresche in der Mauer.
Man schwingt die Moralkeule und verlangt ein Schuldeingeständnis quasi als Eintrittskarte in die EU. Aber das wird nicht funktionieren, zum einen, weil die geheuchelten Moralpredigten der konservativen Gutmenschen allzu unglaubwürdig sind, zum anderen, weil die historische Wahrheit über die Ereignisse von 1915 immer deutlicher zu Tage tritt. Hinzu kommt, dass man anderen EU-Kandidaten wie Tschechien vor ihrem Beitritt ähnliche "Demutsgesten" auch nicht zugemutet hat. Hier darf man keine unterschiedlichen Maßstäbe anlegen.
Im übrigen wird die normative Kraft des Faktischen, also die bereits bestehenden zahllosen wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen der Türkei mit der EU den Ausschlag geben und nicht das Bekenntnis angeblicher historischer Sünden.
Lieber deryatulga, die Quelle dieses Beitrags wird nicht recht deutlich. Wo ist er erschienen?
Der Schakal
08.03.06, 16:09
Hier ist die Quelle...
http://liberalestimme.blogsome.com/2005/05/
Freiburger
08.03.06, 19:46
DEUTSCHLANDS AUSWEGLOSIGKEIT IM VÖLKERMORD-MYTOS
Der prominente Geschichtsschreiber der Türkei, Prof. Dr. Ilber Ortaylı, vertritt die Ansicht, dass bei der Umsiedlung der Armenier der Einfluss des deutschen Generalstabes von Bedeutung war. In dem Buch von Ortaylı, „Deutscher Einfluss im Osmanischen Reich“, dessen 6. Auflage in 2005 erschienen ist, stellt man folgendes ganz offen fest:
„Das Verhalten der deutschen Diplomatie über die armenische Frage war so ausgeprägt, dass sie sich darin nicht einmischte. Mit der Zeit mischte sie sich jedoch darin ein. Zwei Volksstämme, die zeit Jahrhunderten zusammengelebt hatten, waren durch den politischen, wirtschaftlichen und missionären Einfluss des Englands, Frankreichs und der USA konfrontiert. Und Deutschland hat dabei die Rolle des Lehrers gespielt , um die Ereignisse zu gewaltig zu unterdrücken. Es ist offensichtlich, dass dies sich in dieser Richtung entwickelte, als der groβe Krieg begann… Man hatte behauptet, dass beim Umsetzen des Beschlusses für Umsiedlung, der absolut aus Gründen der militärischen Sicherheit am 28. Juli 1915 gefasst worden war, an vielen Orten die deutschen Konsule und Offiziere als Verwaltungsbeamten und Rädelsführer beteiligt sein sollen. Man stellt fest, dass die offiziellen und inoffiziellen deutschen Veröffentlichungen nicht in der Lage sind, diese Behauptung zu widerlegen…“
Schon heute gibt es in der deutschen Geschichtsschreibung das Bewusstsein einer Mitverantwortung für die Armenierdeportation von 1915, weil das Deutsche Reich aus Rücksicht auf den wichtigen osmanischen Bundesgenossen sich nicht in dessen innere Angelegenheit einmischen wollte und die Deportation der Armenier tolerierte, d.h. wegen der höheren militär-politischen Interessen nicht offiziell dagegen protestierte.
Wenn aber über diese „Tolerierung“ hinaus tatsächlich an „vielen Orten die deutschen Konsule und Offiziere als Verwaltungsbeamten und Rädelsführer beteiligt sein sollen“, dann wäre dies in der Tat eine neue Dimension, denn dann wären die Deutschen nicht nur passive Zuschauer gewesen, sondern auch als Urheber und Mittäter voll für diese Tragödie verantwortlich. Um diese wichtige Frage zu klären, ist es notwendig, die angeblich geöffneten deutschen Archive einer gründlichen Untersuchung durch Historiker zu unterziehen. Vielleicht schafft hier der geplante zweite Band von Cem Özgönül Klarheit.
Eine neue Bewertung der Armenierumsiedlung wäre dann erforderlich und ergäbe im Falle eines „positiven“ Befundes auch eine neue Beurteilung der Verantwortlichkeiten und der „Schuld“. Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass die Umsiedlung der Armenier von deutscher Seite „inspiriert“ wurde, wäre dies eine Sensation und eine willkommene Entlastung für die Türkei.
Für Deutschland wäre andererseits eine völlige oder partielle Übernahme der historischen Verantwortung für den angeblichen Völkermord an den Armeniern eigentlich kaum ein Problem, denn „was wiegt schon diese tragisch missglückte Umsiedlung angesichts der Ungeheuerlichkeit des Holocaust!“ - könnte man zynisch sagen. Schließlich sind wir Deutschen es gewohnt und geübt, historische Schuld auf uns zu nehmen, notfalls auch die Schuld anderer Völker. Die deutsche Mainstream- Historiographie und Politik hat ja auch die Verantwortung für die Vertreibung von 14 Millionen Deutschen aus Ostmitteleuropa samt zwei Millionen Vertreibungsopfern auf sich genommen und die Polen und Tschechen aus dieser Verantwortlichkeit entlassen.
Freiburger
08.03.06, 20:38
Es ist auch davon auszugehen, dass der von Deutschland erweckte Anschein, die Hassquellen zu unterstützen, daraus ergibt, dass deutsche Schriftsteller und Wissenschaftler sich von den Schatten der Juden –Vernichtung, „Holocaust“ nicht befreien konnten. Gerade in diesem Zustand kann man im sozialen und politischen Aufbau der deutschen Gesellschaft gegenüber der Auβenwelt „das Syndrom für Angestoβenheit“ feststellen. Dieser Zustand führt dazu, dass die Sensibilität Deutschlands in strittigen Sachen wegen ihres sozialen Aufbaus zu einem Reflex umgewandelt wird, der fern von objektiven Bewertungen liegt, so dass Deutschland keine richtigen Entscheidungen trifft.... Die veröffentlichte Deklaration darüber, dass Deutschland seine Archive für die Klärung der Behauptungen über die Maβnahmen gegen die aufständischen Armenier während des I. Weltkrieges zeigt die „auβergewöhnliche Sensibilität (!)“ von Deutschland gegenüber der geschichtlichen Ereignisse.
Das ist völlig richtig. Der Holocaust überschattet die deutsche Politik und Geschichtsschreibung in einem unglaublichen Maße. Es vergeht kein Tag, an dem nicht in irgendeiner Weise in Medien und Politik an Auschwitz erinnert wird. Die deutsche Geschichte wird von den meisten Historikern nur noch aus der Perspektive der Nazi-Verbrechen, insbesondere des Völkermordes an den Juden wahrgenommen.
Diese einseitig selektive Wahrnehmung verhindert eine objektive Perzeption und Beschreibung von Ereignissen der neueren deutschen und europäischen Geschichte, des Ersten Weltkrieges und natürlich auch der Geschichte der deutsch-osmanischen Beziehungen. Diese „auβergewöhnliche Sensibilität (!)“ führt in der Tat zu geradezu berechenbaren reflexhaften Reaktionen.
Als Ergebnis des historischen Ballasts handelt es sich jedoch weniger um eine Syndrom der „Angestoßenheit“, sondern eher um eines der „Ausgestoßenheit.“
Die Siegermächte haben nach dem Zeiten Weltkrieg den Deutschen die Kollektivschuld an den schlimmen Ereignisse zugesprochen und das ganze Volk dafür in Haftung genommen. Deutschland wurde aus der Gemeinschaft der Völker ausgestoßen. Nur das Bekenntnis der Schuld, die Aufarbeitung der Vergangenheit und materielle Wiedergutmachung ebneten den Weg zurück in die Völkergemeinschaft. Diese Haltung wurde tief verinnerlicht und bestimmt bis heute das Bewusstsein der Intellektuellen.
Der Schakal
09.03.06, 08:42
Deutschland und das Osmanische Reich haben sich nichts vorzuwerfen. Die Armenier begannen mit Aufständen und massakrierungen der Moslems. Die Umsiedlung, war eine Methode die das Osmanische Reich schon seit Jahrhunderten bevorzugte.
Außerdem finde ich es immernoch eine Tragödie das Deutschland "auch die Verantwortung für die Vertreibung von 14 Millionen Deutschen aus Ostmitteleuropa samt zwei Millionen Vertreibungsopfern auf sich genommen und die Polen und Tschechen aus dieser Verantwortlichkeit entlassen".
Es wird Zeit sich den Benes-Dekreten zu widmen die immernoch existieren. Und es wird Zeit das die Vertreibung der Deutschen vermehrt in die Geschichtsbücher kommt.
Ich denke niemand bestreitet das die Vertreibung der Deutschen eine "Antwort" auf die Politik Hitlers war. Trotzdem muss man sich dem Leid und den Qualen der deutschen Bevölkerung widmen.
Können sie mir ein Buch empfehlen diesbezüglich da ich nur eines von der bpb gelesen habe bisher?
Freiburger
09.03.06, 10:47
Deutschland und das Osmanische Reich haben sich nichts vorzuwerfen. Die Armenier begannen mit Aufständen und massakrierungen der Moslems. Die Umsiedlung, war eine Methode die das Osmanische Reich schon seit Jahrhunderten bevorzugte.
.....
Ich denke niemand bestreitet das die Vertreibung der Deutschen eine "Antwort" auf die Politik Hitlers war. Trotzdem muss man sich dem Leid und den Qualen der deutschen Bevölkerung widmen.
Können sie mir ein Buch empfehlen diesbezüglich da ich nur eines von der bpb gelesen habe bisher?
Ich stimme Ihren Ausführungen grundsätzlich zu.
Nachdem das Kapitel die „Vertreibung der Deutschen aus Ostmitteleuropa“ im wissenschaftlichen und politischen Diskurses mehrere Jahrzehnte lang keine Rolle gespielt hat, ist es seit einigen Jahren in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Es gab TV-Sendungen mit hohen Einschaltquoten zu diesem Thema, ebenso eine SPIEGEL-Serie usw. Auch zahlreiche Bücher sind dazu erschienen (s.u.).
Die Gründe für die Verdrängung dieses schmerzlichen Kapitels der deutschen Geschichte sind vielschichtig. Zum einen war es lange Zeit Konsens des von den „linken“ 68ern geprägten intellektuellen Mainstreams, dass die deutsche Täterrolle nicht dadurch relativiert werden sollte, dass man Deutsche auch als Opfer darstellte. Das Leid der Vertriebenen zu thematisieren war ein Tabu, ähnlich wie das Leid der Opfer des alliierten Flächenbombardements (ca. 500.000 Tote, darunter 60.000 Kinder), ein Thema, das erst in jüngster Zeit von den Medien wahrgenommen wird („Dresden – der Feuersturm“, dieser Tage im ZDF ausgestrahlt).
Ein weiterer Grund für die Tabuisierung war die Rücksichtsnahme auf die polnischen und tschechischen Nachbarn, die sich nur als Opfer sehen wollten, und deren Geschichtsbild man übernommen hatte, wonach die Vertreibung der Ostdeutschen die „gerechte Strafe“ für die Nazi-Verbrechen war, wobei die Kollektivschuldthese die wichtige Funktion der Rechtfertigung für diese lupenreine ethnische Säuberung erfüllte.
Hinzu kam, dass die deutschen Intellektuellen vollauf mit der Aufarbeitung der Nazivergangenheit beschäftigt waren, vor allem mit dem Genozid an den Juden, diesem ungeheuerlichen Zivilisationsbruch, einzigartig in der Geschichte der Menschheit. Diese Aufarbeitung war absolut notwendig und richtig. Allerdings erfolgte sie viel zu spät, sodass viele Nazitäter ungeschoren blieben und wie Hans Globke und Theodor Oberländer in der neu gegründeten BRD sogar zu hohen Ämtern gelangen konnten.
Abgesehen von den Vertriebenenverbänden, denen man Rechtslastigkeit vorwarf, nahm sich nur die extreme politische Rechte in Deutschland dieser tabuisierten Themen an, was natürlich Berührungsängste auf Seiten der seriösen Wissenschaft hervorrief und weitere Verdrängung bewirkte.
Die Literatur ist inzwischen vielfältig. Eine Empfehlung auszusprechen, ist schwierig, weil die meisten Bücher Themenschwerpunkte besitzen.
Einen guten Überblick verschaffen folgende Bücher:
Hans Lemberg/ K. Erik Franzen
Die Vertriebenen, (Berlin / München 2001)
Stefan Aust / Stephan Burgdorf (Hg.)
Die Flucht (Stuttgart / München 2002)
Heinz Nawratil
Schwarzbuch der Vertreibung 1945 bis 1948 (München 2001)
Alfred M de Zayas
Die Anglo-Amerikaner und die Vertreibung der Deutschen (Berlin 1999)
Peter Glotz
Die Vertreibung
Böhmen als Lehrstück (Berlin 2004)
deryatulga
01.11.06, 02:31
Im Schatten der Leugnung
Das Abstreiten des türkischen Genozid an den Armeniern verunglimpft nicht nur das Andenken an die Opfer
In Frankreich wird künftig bestraft, wer den Völkermord an den Armeniern durch das Osmanische Reich im Jahr 1915 leugnet. Die Türkei protestiert dagegen heftig. Der Autor weist die Kritik zurück und begründet, warum die Leugnung von Genozid unter Strafe gestellt gehört.
VON MIHRAN DABAG
http://www.fr-aktuell.de/no.gif
Die aktuelle Diskussion wirft allgemein die Frage auf, wie wir in Europa zukünftig zu der Leugnung eines Genozids stehen wollen und welches Gewicht wir dem Recht der Opfer auf Anerkennung ihrer Erfahrung einräumen wollen.
In diesem Zusammenhang ist es hilfreich, sich die juristischen Grundlagen zur Strafbarkeit der "Auschwitzlüge" (StGB §130 Abs. 3) einmal neu ins Gedächtnis zu rufen. So hat das Bundesverfassungsgericht hinsichtlich der "Auschwitzlüge" insbesondere die Frage nach einem Eingriff in das Grundrecht der Meinungsfreiheit geprüft. Dabei wurden Meinungen grundsätzlich von Tatsachenbehauptungen abgegrenzt, wobei letztere nur dann geschützt werden, wenn sie als Grundlage der Meinungsbildung dienen. Doch habe eine Demokratie, so das Bundesverfassungsgericht, prinzipiell kein Interesse am Schutz unwahrer Tatsachenbehauptungen, da diese keinen positiven Beitrag zur gesellschaftlichen Meinungsbildung leisten. Aus diesem Grunde sah das Bundesverfassungsgericht den Schutzbereich des Grundrechts der Meinungsfreiheit als nicht eröffnet an (BVerfGE 90, 241 vom 13.04.1994).
Aber selbst wenn man diesen Schutzbereich als eröffnet ansähe, so stellt sich immer noch die Frage nach der verfassungsrechtlichen Rechtfertigung eines Eingriffs, wobei eine Güterabwägung vorzunehmen wäre. Hinsichtlich einer Strafbarkeit der Leugnung eines Völkermords müsste daher das Gewicht des scheinbar tangierten Grundrechts gegen das grundsätzlich verletzte, möglicherweise sogar entleerte Persönlichkeitsrecht der Opfer abgewogen werden. Auch hier kann ein Blick auf die deutsche Gesetzgebung zur Strafbarkeit der Auschwitz-Leugnung Aufklärung schaffen: Kern der Bestimmungen ist der Schutz der Opfer vor Verhöhnung, der Schutz vor Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener und der Schutz der Nachkommen vor Beleidigung (§ 189 StGB).
So muss also abgewogen werden, wie wir uns gegen solche Formen eines Freiheitsgebrauchs wehren können, die Grundwerte Europas gefährden oder in Abrede stellen - die Leugnung schwerster Verbrechen und die Verunglimpfung ihrer Opfer gehört fraglos dazu. Die Entscheidung, die Leugnung eines Genozid unter Strafe zu stellen, ist keine geschichtsbestimmende oder die Forschung sanktionierende Richtschnur, sondern sie eröffnet einen rechtlichen Raum, um das historische Wissen über den Tatbestand des Völkermords schützen zu können - und die Fortsetzung einer entsprechenden Politik zu verhindern. Denn die Leugnung eines Genozids bedeutet über das Abstreiten einer Geschichte hinaus, Gewalt als politisches Mittel in Gegenwart und Zukunft nicht ausschließen zu wollen.
So handelt es sich im konkreten Fall der türkischen Leugnung keineswegs allein um die Negation dunkler Erinnerung. Die Leugnung ist politische Strategie und seit mehr als 90 Jahren Grundlage einer Politik: Sie ist integrales Element im Prozess der Formierung einer national-türkischen Identität. In diesem Zusammenhang ermöglicht die unterdrückte Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte nicht zuletzt die repressive Minderheitenpolitik und die Missachtung der Menschenrechte in der Türkei.
http://www.fr-aktuell.de/no.gif
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Der Autor
Mihran Dabag ist Direktor des Instituts für Diaspora und Genozidforschung an der Ruhr- Universität Bochum. Die 34. Römerberggespräche beschäftigen sich in diesem Jahr umfassend mit dem Thema Menschenrechte. Unter dem Titel "Die Geltung der Menschenrechte. Die alte Konfrontation oder ein neuer Dialog" beginnen in Frankfurt am Main die Gespräche am heutigen Samstag zehn Uhr im Chagall-Saal im Schauspiel. Alfred Muschg eröffnet die Tagung, die am Abend mit einer Diskussion mit Necla Kelek, Peter Schallenberg und Johano zu Ende gehen wird. Am Sonntag gehen die Gespräche ab 11 Uhr weiter mit einer Lesung von Texten zu den Nürnberger Prozessen. ber
Die Entscheidung Frankreichs ist somit nicht als Richtspruch über eine Erinnerung zu kritisieren. Die Abgeordneten der französischen Nationalversammlung waren sich dessen bewusst, dies zeigte sich in den Debatten vor der Entscheidung, dass sie eine politische Antwort auf das politische Handeln der Türkei geben würden.
Zu bedenken ist also angesichts der Diskussionen um die französische Entscheidung, dass ohne eine eindeutige Haltung gegen die aktive Leugnung schwerer Menschenrechtsverbrechen das Risiko aufscheint, europäische Grundrechte zu beschädigen. Der Leugnung entgegenzutreten ist heute daher eine wichtige wissenschaftliche und auch humane Aufgabe - zugleich ein zentraler Aspekt im Kontext von Überlegungen zur Entwicklung von Strategien zur erfolgreichen Prävention. Denn Genozid ist eine Tat, die nicht primär für die eigene Generation verwirklicht wird, sondern für die folgenden Generationen, für die Zukunft der Gesellschaft der Täter. Daher sollten die Nachfolgegesellschaften der Täter in die Prozesse sowohl der moralischen Aufarbeitung als auch der sozialen Verantwortung einbezogen werden. In diesem Sinne ist die französische Entscheidung sehr zu begrüßen. Allerdings wäre es wünschenswert, endlich die Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit über Einzelfallentscheidungen hinaus völkerrechtlich zu ächten.
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Copyright © FR online 2006
Dokument erstellt am 27.10.2006 um 16:40:14 Uhr
Letzte Änderung am 27.10.2006 um 17:30:49 Uhr
Erscheinungsdatum 28.10.2006
so,nun ist nach frankreich,deutschland an der reihe..
bin wirklich gespannt,was passiert wenn die das auch hier "durch schummeln" können.
mit gesetzgebungen/formulierungen hantiert nur jemand,der etwas im schilde führt.
deryatulga
01.11.06, 02:49
so,nun ist nach frankreich,deutschland an der reihe..
bin wirklich gespannt,was passiert wenn die das auch hier "durch schummeln" können.
mit gesetzgebungen/formulierungen hantiert nur jemand,der etwas im schilde führt.
2 dicke Jahre haben wir in den Wind geschrieben und wir sind immer noch nicht ama Ende der Zeitverschwendung. Wenn wir hier in Deutschland nichts bewegen können, können wir den Rest schon vergessen. Na ja!
Das ist eine vorzügliche Analyse, die deutlich macht, warum der angebliche Armeniergenozid von den Konservativen und ihren medialen und professoralen Helfershelfern so hochgespielt. wird. Die Gegner des türkischen EU-Beitritts glauben, hier eine wirksames Instrument entdeckt zu haben, um den EU-Beitritt der Türkei zu torpedieren. Man versucht, die Diskussion um den EU-Beitritt von der wirtschaftlichen und politischen Ebene (wo man angesichts der unbestreitbaren türkischen Fortschritte nicht punkten kann) auf die moralische Ebene zu verlagern und vermutet hier eine Bresche in der Mauer.
Man schwingt die Moralkeule und verlangt ein Schuldeingeständnis quasi als Eintrittskarte in die EU. Aber das wird nicht funktionieren, zum einen, weil die geheuchelten Moralpredigten der konservativen Gutmenschen allzu unglaubwürdig sind, zum anderen, weil die historische Wahrheit über die Ereignisse von 1915 immer deutlicher zu Tage tritt. Hinzu kommt, dass man anderen EU-Kandidaten wie Tschechien vor ihrem Beitritt ähnliche "Demutsgesten" auch nicht zugemutet hat. Hier darf man keine unterschiedlichen Maßstäbe anlegen.
Im übrigen wird die normative Kraft des Faktischen, also die bereits bestehenden zahllosen wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen der Türkei mit der EU den Ausschlag geben und nicht das Bekenntnis angeblicher historischer Sünden.
Lieber deryatulga, die Quelle dieses Beitrags wird nicht recht deutlich. Wo ist er erschienen?
teilweise muss ich dir recht geben, die gegner des türk. eu beitritts versuchen den moralischen aspekt vermehrt in die diskussion einzubringen, dieses ist tatsächlich unsauber. anderseits muss ich dich korrigieren, denn ein schuldeigenständniss als eintrittskarte wurde ganz gestricheh.
dann zu den wirtschaftlichen und politischen fortschritten: wirtschaftlich gut, politisch naja: hier eine kurze meinung seitens der eu:
TÜRKEI UND KROATIEN
Erzielte Fortschritte
Die Kommission zieht auf der Grundlage der Kriterien von Kopenhagen die Bilanz der soweit erzielten Fortschritte:
Politische Kriterien: Der in der Türkei eingeleitete politische Wandel hat sich 2005 etwas verlangsamt. Große Anstrengungen sind zur Festigung der Grundfreiheiten und der Menschenrechte notwendig. Der Reformprozess muss besser mit der Tätigkeit der öffentlichen Behörden verzahnt werden. Kroatien erfüllt die politischen Beitrittskriterien insgesamt gut. Weitere Anstrengungen sind jedoch zur Reform des Rechtssystems, zur Bekämpfung der Korruption, zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Minderheiten und zur Erleichterung der Rückkehr von Flüchtlingen notwendig.
Wirtschaftliche Kriterien: Wirtschaftlich sind die Türkei und Kroatien als funktionierende Marktwirtschaften zu betrachten, die den Marktkräften innerhalb der Union standhalten können.
Übernahme des gemeinschaftlichen Besitzstandes: Bei der Übernahme und Umsetzung des gemeinschaftlichen Besitzstandes sind weitere Fortschritte notwendig. Beide Staaten müssen ihre Verwaltungs- und Gerichtskapazitäten verstärken, um das Gemeinschaftsrecht nach seiner Einführung ins nationale Recht auch tatsächlich anwenden zu können.http://europa.eu/scadplus/leg/de/lvb/e50021.htm
und zum schluss noch dies:
der genozid an den armenier wird in allen europäischen länder (zumindest informell) als historischen fakt angesehen. daher kann man verstehen warum der "völkermordfrage" in der diskussion miteingezogen wird. (auch für den fall kroatien war die eu nicht bereit bspw. im punkt gotovina nachzugeben.)
die türkei wird sich (so hoffe ich zumindest) mit der öffnung sich diesem schmerzlichen kapitel der osmanischen geschichte annehmen, und so denke ich, den genozid irgendwan anerkennen.
deryatulga
24.04.07, 21:22
http://archiv.tagesspiegel.de/images/header_druckversion.jpg gedruckte Ausgabe
vom 25.04.2007
Ressort: Politik
Armenier-Genozid kein Schulthema
Bundesregierung verweist auf die Länder / Grüne sprechen von Skandal
Berlin - Auch zwei Jahre nach der Verabschiedung einer Bundestagsresolution zum Völkermord 1915/16 an den Armeniern ist der Genozid fast nirgendwo Thema im deutschen Schulunterricht. Indirekt gab das jetzt die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion zu. Auf die Frage das Abgeordneten Wolfgang Gehrcke, was die Bundesregierung tun wolle, um dem brandenburgischen Vorbild – nur dort sei der Völkermord in den Rahmenlehrplan aufgenommen worden – deutschlandweit zur Geltung zu verhelfen, antwortete das Auswärtige Amt nur knapp: „Die Bundesregierung weist darauf hin, dass die Gestaltung der Lehrpläne unter die Kulturhoheit der Länder fällt.“ Zur Frage einer deutschen Mitverantwortung für die Massaker heißt es, die Rolle des Deutschen Reiches bei den Ereignissen im Osmanischen Reich sei von der historischen Wissenschaft „nicht abschließend erforscht“.
Armenische Verbände gehen davon aus, dass der Völkermord bisher nur in Brandenburg Thema im Unterricht ist. Erst im Februar hatte die Deutsch-Armenische Gesellschaft in einem Brief unter anderen an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Bildungsministerien der Länder erklärt, oberstes Ziel der Kultusministerkonferenz müsse es sein, Material für den Geschichtsunterricht zu entwickeln. In der Bundestagsresolution aus dem Jahre 2005 hieß es, einen wichtigen Beitrag zur Erinnerung könnten die Bundesländer mit ihrer Bildungspolitik leisten. Hinsichtlich der Umsetzung habe sich „nicht viel getan“, beklagte die Gesellschaft.
Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Fritz Kuhn, nannte es einen „schwer erträglichen Skandal, zu wissen, wie deutsche Schulbücher über den Völkermord an den Armeniern noch immer schweigen“. Kuhn hielt in der Frankfurter Paulskirche die Rede bei der diesjährigen zentralen Gedenkfeier für die Opfer des Genozids, der sich am Dienstag zum 92. Mal jährte. Er sprach dabei auch die Verstrickung der deutschen Regierung an: „Man wusste in Deutschland eindeutig Bescheid.“ Zugleich beklagte er den großen Widerstand in der Türkei, wenn es darum gehe, der historischen Wahrheit ins Auge zu sehen. „Das Verschweigen und Relativieren des Genozids an den Armeniern gehört nach wie vor zum Gründungsmythos der modernen Türkei.“ Matthias Meisner http://tagspieg.ivwbox.de/cgi-bin/ivw/CP/1naTpoliprnt;?r=http%3A//www.tagesspiegel.de/politik/archiv/25.04.2007/3222632.asp&d=55714.63318740905 http://tagspieg.ivwbox.de/cgi-bin/ivw/CP/1naTpoliprnt; var szmvars="tagspieg//CP//1naTpoliprnt"; http://archiv.tagesspiegel.de/reports/edot/?topic=ts_print_archiv
Zur Frage einer deutschen Mitverantwortung für die Massaker heißt es, die Rolle des Deutschen Reiches bei den Ereignissen im Osmanischen Reich sei von der historischen Wissenschaft „nicht abschließend erforscht“. Na immerhin scheinen sie bemerkt zu haben, daß da noch wo ein paar Hunde schlafen. :D
deryatulga
24.04.07, 21:31
Na immerhin scheinen sie bemerkt zu haben, daß da noch wo ein paar Hunde schlafen. :D
Aber ja, gerade die gefährdete Positionen wie die Deutsche Bank passen da höllisch auf!
Noch ein paar Tagen und danach sinkt das ganze wirbel wieder! Bis nächtes Jahr!:niko:
deryatulga
24.04.07, 21:43
Noch ein paar Tagen und danach sinkt das ganze wirbel wieder! Bis nächtes Jahr!:niko:
92 ist ja keine werbeträchtige Zahl!
92 ist ja keine werbeträchtige Zahl!
Stimmt, da fehlen noch gute acht Jahre..
Stimmt, da fehlen noch gute acht Jahre..
Ich hoffe, daß Derya Tulgas Buch trotzdem früher erscheint. :lach:
Ich hoffe, daß Derya Tulgas Buch trotzdem früher erscheint. :lach:
Das hoffe ich auch! Und anscheinnend ist Er diesmal soweit!:rockon:
Stimmt, da fehlen noch gute acht Jahre..
Zuerst mal nur drei Jahre. Halrunde Geburtstage werde ab einem gewissen Alter doch auch gerne gefeiert!:D
Zuerst mal nur drei Jahre. Halrunde Geburtstage werde ab einem gewissen Alter doch auch gerne gefeiert!:D
Halbrunden, Vollrunden: Ändern an der Tatsache nicht, dass es keinen Völkermord an den Armenier/in, als solches gegeben hat!
Halbrunden, Vollrunden: Ändern an der Tatsache nicht, dass es keinen Völkermord an den Armenier/in, als solches gegeben hat!
Ich habe auch nicht das Gegenteil behauptet!
Ich habe auch nicht das Gegenteil behauptet!
Habe auch nicht behauptet, dass Sie das Gegenteil behauptet haben!
deryatulga
22.12.08, 13:19
Steffen Reiche, Initiator der offenbar kühnen Lehrplanidee und damals noch Bildungsminister, hatte 2002 über seine Pläne beim Internationalen Forum "Wahrheit, Gerechtigkeit, Versöhnung" in Stockholm berichtet. Die türkischen Vertreter waren hell empört, wohl auch, weil Reiche seinen Ausbruch aus dem politischen Schweigekonsens der Deutschen unter anderem damit begründete, daß Potsdam auch die Stadt des "Weißen Raben" Johannes Lepsius sei. Nach Lepsius, dem viele Armenier ihre Rettung verdankten und wir, wollten wir es denn wissen, die erste Dokumentensammlung zum Völkermord, wurde nach viel "diplomatisch-internationalem Unmut" erst kürzlich eine Straße in Potsdam benannt. Auch die Sanierung seines zerbröselnden Hauses konnte türkischer "Unmut" lange Zeit verhindern.
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SPD-Politiker soll Stewardess Bein gestellt haben
Rückflug mit Folgen: Weil er einer Stewardess ein Bein gestellt haben soll, muss sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Steffen Reiche vor dem Berliner Amtsgericht Tiergarten verantworten. Der Politiker bestreitet die körperliche Auseinandersetzung.
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DPA
Abgeordneter Reiche, Anwältin: "100 Prozent ausgeschlossen"
Reiche wies den Vorwurf zurück. "Es ist 100 Prozent ausgeschlossen, dass ich der Flugbegleiterin vorsätzlich ein Bein gestellt habe", sagte er zu Prozessbeginn.
Der Bundestag hatte die Immunität, also den Schutz vor Strafverfolgung, für Reiche aufgehoben und so ein Strafverfahren gegen den Abgeordneten möglich gemacht.
Laut "Bild"-Zeitung fühlte sich Reiche von der Flugbegleiterin schlecht behandelt. Erst habe die Frau ihm keine deutsche Zeitung geben wollen, dann habe sie ihm das Tablett unsanft weggerissen. "Aber ich habe ihr kein Bein gestellt", zitierte "Bild" Reiche.
Nettelbeck
22.12.08, 15:37
[quote=deryatulga;572909]SPD-Politiker soll Stewardess Bein gestellt haben.
Ob Steffen Reiche einer Stewardes vorsätzlich ein Bein gestellt hat oder nicht ist völlig unerheblich für die Völkermordfrage. Wer solche Dinge ins Feld führt, will von der eigentlichen Frage ablenken.
Wenn Johannes Lepsius sich damals humanitär für die Armenier eingesetzt hat, hat er eine Straße verdient.
[QUOTE]
Ob Steffen Reiche einer Stewardes vorsätzlich ein Bein gestellt hat oder nicht ist völlig unerheblich für die Völkermordfrage. Wer solche Dinge ins Feld führt, will von der eigentlichen Frage ablenken.
Wenn Johannes Lepsius sich damals humanitär für die Armenier eingesetzt hat, hat er eine Straße verdient.
klar ist das wichtig sie hätte sich ein bein brechen können sei doch mal sozial denk doch mal an die arme frau:brüll:
Der Schakal
22.12.08, 16:17
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Ob Steffen Reiche einer Stewardes vorsätzlich ein Bein gestellt hat oder nicht ist völlig unerheblich für die Völkermordfrage. Wer solche Dinge ins Feld führt, will von der eigentlichen Frage ablenken.
Wenn Johannes Lepsius sich damals humanitär für die Armenier eingesetzt hat, hat er eine Straße verdient.
Du bist Jurist? Einem Juristen hätte ich eine solch dumme Frage nicht zugetraut. Wo behauptet denn jemand das dies relevant wäre? Es geht vielmehr um den Menschen der dahinter steckt.
Nettelbeck
22.12.08, 16:44
Einem Juristen hätte ich eine solch dumme Frage nicht zugetraut.
Wer ausrastet stellt sich selbst ein Bein.
Wo behauptet denn jemand das dies relevant wäre?
Sonst wäre es nicht im Thread erwähnt worden statt eines Arguments zur eigentlichen Sache.
deryatulga
22.12.08, 16:56
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Ob Steffen Reiche einer Stewardes vorsätzlich ein Bein gestellt hat oder nicht ist völlig unerheblich für die Völkermordfrage. Wer solche Dinge ins Feld führt, will von der eigentlichen Frage ablenken.
Wenn Johannes Lepsius sich damals humanitär für die Armenier eingesetzt hat, hat er eine Straße verdient.
Ich war bloss schadenfroh, dem wollte ich Ausdruck verleihen. Übrigens steht es Steffen Reiche frei, sich mit mir über sein Steckenpferd zu unterhalten, damit ich ihn so wörtlich zermalme! Von wegen Ablenkung!
Der Schakal
22.12.08, 17:07
Wer ausrastet stellt sich selbst ein Bein.
Hä? Den kapiere ich nicht.
Sonst wäre es nicht im Thread erwähnt worden statt eines Arguments zur eigentlichen Sache.
Aha. In einem Thread wird also ausschließlich zur "eigentlichen Sache" Stellung bezogen? Seit wann denn das?
Nettelbeck
22.12.08, 18:53
Aha. In einem Thread wird also ausschließlich zur "eigentlichen Sache" Stellung bezogen? Seit wann denn das?
Man sollte es. Sonst schreibt man unentwegt aneinander vorbei, wird persönlich oder ausschweifend.
Der Schakal
22.12.08, 19:11
Man sollte es. Sonst schreibt man unentwegt aneinander vorbei, wird persönlich oder ausschweifend.
Derya Tulga hat schon darauf geantwortet.
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