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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wieder Wahlkampf mit Türkenfeindlichkeit?



3rk4n
27.04.09, 18:48
Die Union gefährdet das deutsch-türkische Verhältnis

CDU und CSU betreiben einen fahrlässigen Umgang mit dem Thema Türkei. Das beschädigt nicht nur die Beziehungen beider Länder


In einer Zeit, in der sich Wirtschaftsinstitute, Medien und Gewerkschaften gegenseitig mit Katastrophenszenarien überbieten, scheint es unangebracht, noch eine weitere Schwarzmalerei hinzuzufügen. Aber es ist an der Zeit, eine Warnung nach Berlin zu schicken. Es geht um die Türkei und die Türken in Deutschland. Vorweg aber zwei gute Nachrichten. Da die Gewerkschaften und SPD-nahe Kreise nun schon mit Lust an der Apokalypse soziale Unruhen vorhersagen, sei hier mit mindestens demselben Wahrscheinlichkeitsfaktor vorhergesagt: Die deutschen Türken werden sich daran nicht beteiligen. Sie sind ein sehr konservativer Menschenschlag, sie wollen vor allem Ruhe, nicht Unruhe, dafür sind sie nach Deutschland gekommen.



Quelle: http://www.zeit.de/online/2009/18/deutschland-tuerkei-beziehungen?page=1



Geht es wieder los?? Wird wieder über und nicht mit Türken gesprochen??

Die CDU/CSU ist nicht mehr weit vom hässlichem Populismus entfernt. Ihr Wahlkampf spielt wieder mit Fremdenfeindlichkeit und den Ängsten der Bevölkerung.

ayyıldız66
27.04.09, 19:03
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie gleichgültig mir das geworden ist. Nach einer Weile stößt das bei einem nur noch auf Gleichgültigkeit.

Serden
27.04.09, 19:19
Geht es wieder los??



Wenn schon ein gewaltiger Teil der Wähler gegen antitürkische Vorstösse mit Sympathie entgegenkommt, dann kann man sich den Rest auch denken.

nilu
28.04.09, 00:22
thread wieder geöffnet.
der nächste undifferenzierte beiträg verliert seine gültigkeit und der verfasser gleich mit.

Yigit Efe
28.04.09, 07:30
Mich würde es sehr wundern, wenn die CDU/CSU auf Landes- oder Bundesebene auf ihre Anti-Türkei in EU/Kriminelle Ausländer-Propaganda/Wahlkampf verzichten würde. Anscheinend haben diese Amateure nichts drauf, dass sie seit Jahren immer dasselbe Thema aufgreifen, aber in diesem Gebiet keine Fortschritte machen und machen wollen. Wer dann noch diese Parteien wählt, hat selber Schuld -> Bildleserkategorie :nanik:

Salzkartoffel
28.04.09, 08:26
Geht es wieder los?? Wird wieder über und nicht mit Türken gesprochen??

Die CDU/CSU ist nicht mehr weit vom hässlichem Populismus entfernt. Ihr Wahlkampf spielt wieder mit Fremdenfeindlichkeit und den Ängsten der Bevölkerung.

Wenn man mit einem Land diplomatische Beziehungen unterhält dann schließt das eigentlich die Anerkennung der Regierung mit ein. Die Bürger in der Türkei haben gewählt. Allerdings würde ich mir die 10% Hürde in der Türkei und die 5% Hürde hier in Deutschland wegwünschen.

Tuerk
28.04.09, 11:14
ist doch immer das gleiche aber langsam regt es mich wirklich auf!

Diese Partei macht andauernd stimmung gegen türken und die türkei im allgemeinen. Klar, ein großteil ihrer Wähler hat die vorstellung vom "bösen türken"...deswegen muss man auch immer wieder klar machen was man von uns hält - nämlich nichts.

Die CDU/CSU würde doch einen großteil ihrer Wähler verlieren wenn sie ihre türkei bzw. türkenpolitik ändern würde. Die CDU und CSU ist zu einem teil abhängig von den türken in deutschland...wenn wir nicht wären hätten sie doch überhaupt nicht so viele wähler. Sie können doch gar nicht mehr anders, als immer wieder gegen türken anzugehen. Alles andere würde einen Einbruch ihrer Politik mit sich ziehen...

Allerdings mit Stimmungsmache gegen ein Volk bzw. Land auf Wählerfang zu gehen finde ich persönlich sehr bedenklich....

reseller
28.04.09, 11:39
Geht es wieder los?? Wird wieder über und nicht mit Türken gesprochen??

Die CDU/CSU ist nicht mehr weit vom hässlichem Populismus entfernt. Ihr Wahlkampf spielt wieder mit Fremdenfeindlichkeit und den Ängsten der Bevölkerung.

Das war schon immer die Taktik der CDU/CSU "damit keine noch rechtere Partei sich etablieren kann" und man auch diese "rechten Wähler" einbinden wolle ...

Meiner Meinung nach tragen die Medien mehr Schuld denn letzendlich tragen sie dazu bei was zur Agenda wird und worüber man spricht oder was halt eben totgeschwiegen wird .

Die Medien betreiben seit den Terror-Anschlägen 11.09.2001 in den USA Hetz-Kampagnen gegen "den Islam" und "die Muslime" . Die Hetz-Dosis wurde von Jahr zu Jahr stetig gesteigert . Immer neue Themen und neue Wortschöpfungen wie "Islamischer Terror" wurden den westlichen Bevölkerungen eingetrichtert bis auch der Letzte Islam mit Terror geleichsetzten musste .

Die fokussierte , lügnerische und mit politischen Zielen betriebene "Bericht-Erstattung" ist der Haupt-Grund warum es in Orten , die wenig oder gar keine Türkischstämmige Bevölkerung haben soviel Türken- und Türkei-Feindlichkeit gibt . Wieso sollte man Personen hassen oder nicht leiden können wenn man mit ihnen in der Realität nichts zu tun hat ? Weil man es im Fernsehen sieht oder in Zeitungen liest .

Jeder Anti-Türkische Futzi wird bei diesen Medien zu Helden der Meinungs-Freiheit erkoren .

Ich habe letzendlich den Verdacht , dass man immer einen Prügel-Knaben braucht um nicht selbst "das Opfer" zu werden und deshalb eignen sich "die Muslime" und "die Türken" für diese Rolle ( aus der Sicht dieser rasssistischen Gruppierungen ) .

Die Medien haben es in 8 Jahren dazu gebracht , dass man mit Islam- und Muslimen-Feindlichkeit Wahlen gewinnen kann .

Sie vergessen jedoch , dass die Ängste und der Hass , den sie bewusst verbreiten , letzendlich alle "Andersartigen" trifft oder treffen wird .

Yabgu
28.04.09, 18:02
Anti-Türken und Anti-Türkei Politik wird auch in Zukunft mit stolz von CDU/CSU Politikern fortgeführt.
Warum trotzdem Türken bei CDU aktif sind verstehe ich nicht.


22.03.09
Deutschtürken freundlicher behandeln

Der Vorsitzende des Deutsch-Türkischen Forums in der CDU Nordrhein-Westfalen, Bülent Arslan, hat von seiner Partei einen freundlicheren Umgang mit Deutschtürken gefordert. „Wir bekommen wachsende Probleme in Großstädten und in den alten Bundesländern, die 40-Prozent-Marke zu überschreiten, wenn in unserer Partei kein grundlegendes Umdenken einsetzt“, sagte er „Focus“. Man könne den Wunsch nach mehr Integration der Zuwanderer „wesentlich sympathischer rüber bringen“, als seine Partei das in der Vergangenheit meist getan habe. Arslan reagierte auf eine Umfrage des Instituts „Data 4 U“, laut der die Union bei einer Bundestagswahl nur zehn Prozent der Stimmender Deutsch-Türken bekäme.

http://www.bild.de/BILD/news/telegramm/news-ticker,rendertext=7751388.html

Paxi-Fixi
28.04.09, 18:13
Ich fühle mich jetz in Deutschland angekommen und werde mich ab jetz voll integrieren..


DANKE CDU/CSU :think:

Paxi-Fixi
28.04.09, 18:18
Anti-Türken und Anti-Türkei Politik wird auch in Zukunft mit stolz von CDU/CSU Politikern fortgeführt.
Warum trotzdem Türken bei CDU aktif sind verstehe ich nicht.


http://www.angeblichervoelkermord.de. tc/ Petiton
Bitte Unterzeichnen


Ich möchte unterschreiben aber das script ist fehlerhaft..ich soll angeblich den sicherheitscode falsch angegeben haben ?

dünyali
28.04.09, 18:40
Den Bülent Arslan nimmt doch eh keiner ernst. Weder bei der CDU/CSU noch in der türkischen Comunity.
Der belegt bei den Wahlen die hinteren Listenplätze und darf dann als Alibitürke von Zeit zu Zeit in den Zeitungen Stimmung gegen die doppelte Staatsbürgerschaft machen.
Jedenfalls verdient er so nicht mehr Einfluß & Aufmerksamkeit.

blitz
28.04.09, 18:41
Ich glaube, dass wir uns damit abfinden müssen, dass eben viele Deutsche auch aus der Bürgerlichen Mitte eine anti-türkische Einstellung haben. NICHT nur die Rechten.
Und bei diesen "Bürgerlichen" ist eben mit "anti-Türkei-Gelaber" die Chance groß, dass sie ihre Wahlstimme dem "Hetzer" geben...

Jeder von uns kennt doch den dämlichen Spruch: "Du bist anders... Du bist die Ausnahme... Aber die Anderen..."

Ich glaube schon, dass der Großteil der Deutschen schon lieber ohne Türken in Deutschland leben würde. Ich habe zwar keine Zahlen dazu, aber ein mieses Bauchgefühl...

Yigit Efe
28.04.09, 19:28
Ich glaube, dass wir uns damit abfinden müssen, dass eben viele Deutsche auch aus der Bürgerlichen Mitte eine anti-türkische Einstellung haben. NICHT nur die Rechten.
Und bei diesen "Bürgerlichen" ist eben mit "anti-Türkei-Gelaber" die Chance groß, dass sie ihre Wahlstimme dem "Hetzer" geben...

Jeder von uns kennt doch den dämlichen Spruch: "Du bist anders... Du bist die Ausnahme... Aber die Anderen..."

Ich glaube schon, dass der Großteil der Deutschen schon lieber ohne Türken in Deutschland leben würde. Ich habe zwar keine Zahlen dazu, aber ein mieses Bauchgefühl...

Was bringt das, wenn man seiner Stimme z.B Roland Koch gibt, weil er während der Wahlpropagandazeit gegen die Ausländer hetzt, aber nach dieser Zeit nichts gegen die Ausländerkriminalität tut. Sind diese Stimmen also lediglich ein Dankeschön für einige Wochen Hetze? Da kann man auch gleich daheim bleiben und sich den Urnengang sparen. Da wähle ich lieber die Grünen, die sich immer für die Umwelt engagieren, egal ob Wahljahr oder nicht.

Rapunzel
28.04.09, 21:04
Ich glaube, dass wir uns damit abfinden müssen, dass eben viele Deutsche auch aus der Bürgerlichen Mitte eine anti-türkische Einstellung haben. NICHT nur die Rechten.
Und bei diesen "Bürgerlichen" ist eben mit "anti-Türkei-Gelaber" die Chance groß, dass sie ihre Wahlstimme dem "Hetzer" geben...

Jeder von uns kennt doch den dämlichen Spruch: "Du bist anders... Du bist die Ausnahme... Aber die Anderen..."

Ich glaube schon, dass der Großteil der Deutschen schon lieber ohne Türken in Deutschland leben würde. Ich habe zwar keine Zahlen dazu, aber ein mieses Bauchgefühl...
falsch, viele deutsche wünschen sich die mauer zurück und die guten alten zeiten zusammen mit den türken, wo noch jeder hilfsarbeiter von seinem lohn die familie ernähren konnte.

Der Schakal
28.04.09, 22:04
Das man mit Anti-türkischen Ressentiments auf Stimmenfang geht ist logisch. Das wird so weiter gehen bis es keine Türken mehr gibt.

Piper-Cheyenne
28.04.09, 22:15
ist doch immer das gleiche aber langsam regt es mich wirklich auf!

Diese Partei macht andauernd stimmung gegen türken und die türkei im allgemeinen. Klar, ein großteil ihrer Wähler hat die vorstellung vom "bösen türken"...deswegen muss man auch immer wieder klar machen was man von uns hält - nämlich nichts.

Die CDU/CSU würde doch einen großteil ihrer Wähler verlieren wenn sie ihre türkei bzw. türkenpolitik ändern würde. Die CDU und CSU ist zu einem teil abhängig von den türken in deutschland...wenn wir nicht wären hätten sie doch überhaupt nicht so viele wähler. Sie können doch gar nicht mehr anders, als immer wieder gegen türken anzugehen. Alles andere würde einen Einbruch ihrer Politik mit sich ziehen...

Allerdings mit Stimmungsmache gegen ein Volk bzw. Land auf Wählerfang zu gehen finde ich persönlich sehr bedenklich....

Wenn es die pöööööösen Türken nicht geben würde, müßten Polen für deutsch-konservative Werte herhalten. Ohne Polen wären es die Russen. Ohne Russen die Briten. Ohne Briten die Franzmänner. Ohne... Franz... dann Spanier oder Italiener.

Die deutsch-konservative "Kultur" legte bereits vor 200 Jahren den Grundstein für den eliminatorischen Antisemitismus in Deutschland.

Ich empfehle an dieser Stelle das Buch "Hitlers willige Vollstrecker" von Daniel Jonah Goldhagen.

Man darf nicht vergessen welche Meinung Martin Luther von Türken und Juden hatte. Wer das nicht weiß sollte googeln.

Der Schakal
28.04.09, 22:23
Goldhagen ist ein unwissenchaftlicher Mitspieler ... das der forschen darf ist ziemlich tragisch, zeigt aber sehr gut in welcher Verfassung sich die Geschichtswissenschaft befindet.

Langirt
28.04.09, 22:27
2009 gibt es 15 Wahlen ein "Super"Wahljahr wird es genannt, also schon mal vorbereiten, dieses Jahr müssen wir viel einstecken.

ayyıldız66
28.04.09, 22:59
Bir an kacinci yilda yasadigimizi unuttum 2009'u okuyunca.

Rapunzel
28.04.09, 23:43
Wenn es die pöööööösen Türken nicht geben würde, müßten Polen für deutsch-konservative Werte herhalten. Ohne Polen wären es die Russen. Ohne Russen die Briten. Ohne Briten die Franzmänner. Ohne... Franz... dann Spanier oder Italiener.

Die deutsch-konservative "Kultur" legte bereits vor 200 Jahren den Grundstein für den eliminatorischen Antisemitismus in Deutschland.

Ich empfehle an dieser Stelle das Buch "Hitlers willige Vollstrecker" von Daniel Jonah Goldhagen.

Man darf nicht vergessen welche Meinung Martin Luther von Türken und Juden hatte. Wer das nicht weiß sollte googeln.

man kann sich auch was einreden, und je länger man es wiederholt, desto realer wird es, bis man es dann auch wirklich glaubt.
wäre alles so schwarz,wie es gemalt wird, dann gäbe es keinen einzigen migranten mehr in de, wo es doch soviel auswahl an ländern gibt, wo man sein glück versuchen kann.

Piper-Cheyenne
28.04.09, 23:57
man kann sich auch was einreden, und je länger man es wiederholt, desto realer wird es, bis man es dann auch wirklich glaubt.
wäre alles so schwarz,wie es gemalt wird, dann gäbe es keinen einzigen migranten mehr in de, wo es doch soviel auswahl an ländern gibt, wo man sein glück versuchen kann.

Wenn einige Konservative so könnten wie sie wollten, wäre das Türkenproblem längst gelöst. Danach gäbe es ein Polenproblem, dann ein Russenproblem usw.

Ja und dann?

Auch die Konservativen haben sich an Regeln der Zivilisation zu halten. Ob es ihnen passt oder nicht.

In diesem Fall ist es halt so, dass die Regeln von den Konservativen sehr grenzlastig interpretiert werden. Gelegentliche "Grenzüberschreitungen", anschließende Rück- und Schwanzein-zieher mit inbegriffen.

Rapunzel
29.04.09, 00:03
Wenn einige Konservative so könnten wie sie wollten, wäre das Türkenproblem längst gelöst. Danach gäbe es ein Polenproblem, dann ein Russenproblem usw.

Ja und dann?

Auch die Konservativen haben sich an Regeln der Zivilisation zu halten. Ob es ihnen passt oder nicht.

In diesem Fall ist es halt so, dass die Regeln von den Konservativen sehr grenzlastig interpretiert werden. Gelegentliche "Grenzüberschreitungen", anschließende Rück- und Schwanzein-zieher mit inbegriffen.
wenn demnächst wahlen sind, wird es ja auch wieder wahlbuden geben, warum sagst du denen dann nicht die meinung?hab ich mal gemacht, hab dem müntefering mal richtig die meinung gesagt, auf einer wahlveranstaltung.


aber dieses was wäre wenn?das ist doch unsinnig, und was ist,daran kann jeder arbeiten.ich möchte auch , das wir einen systemwechsel bekommen, darum wähle ich dieses jahr per briefwahl die linkspartei.

Danielus
29.04.09, 00:33
Wenn es die pöööööösen Türken nicht geben würde, müßten Polen für deutsch-konservative Werte herhalten. Ohne Polen wären es die Russen. Ohne Russen die Briten. Ohne Briten die Franzmänner. Ohne... Franz... dann Spanier oder Italiener (...)

Meiner Meinung nach eine einseitige und zu viel ausschließende Sichtweise. Wer etwas beobachtet, etwas einschließt, schließt stets etwas aus, beobachtet etwas nicht. Wir sollten uns bemühen, unsere blinden Flecke durch Beobachtung und Gegenbeobachtung zu minimieren, durch Beobachtungen erster und zweiter Ordnung, durch Analyse und Reflexion.

Dies betrifft auch den Antisemitismus, diese Diskussion darf auch geschichtlich nicht auf Deutschland beschränkt werden, wenn letztere Ausprägung in ihrer Finalität natürlich einzigartig ist und die deutsche Schuld nicht zur Debatte steht. Gerade was Antisemitismus und Faschismus, Progrome und Ignoranz gegenüber dem Leiden der Opfer angeht, darf die Schuld des deutschen Nationalsozialismus nicht die Gesamtwirklichkeit vollends verdecken. Wenn Geschichte sich nicht wiederholen soll, ist eine umfassende Aufarbeitung stets die Aufgabe nicht nur der Historiker, sondern auch der Politik.

Ressentiments verdecken nur.

Zu Goldhagen selbst wurde schon viel geschrieben.

Danielus
29.04.09, 00:42
Wenn einige Konservative so könnten wie sie wollten, wäre das Türkenproblem längst gelöst. Danach gäbe es ein Polenproblem, dann ein Russenproblem usw. (...) Auch die Konservativen haben sich an Regeln der Zivilisation zu halten. Ob es ihnen passt oder nicht.

Die Erinnerung an die Geschichte wach zu halten, heißt nicht, in ihr zu leben und die Wirklichkeit zu ignorieren. Wir leben in einem Rechtsstaat, du malst für mich schwärzer als schwarz. Redest du nun von Konservativen oder von Mitgliedern faschistischer Organisationen oder Parteien? Ich sehe diesbezüglich nicht immer einen Unterschied in deiner Argumentation, siehe mir das bitte nach.

Yakamoz
29.04.09, 10:19
Beim Roland Koch ist der Anti-Ausländerwahlkampf mächtig in die Hose gegangen...

Piper-Cheyenne
29.04.09, 16:16
Meiner Meinung nach eine einseitige und zu viel ausschließende Sichtweise. Wer etwas beobachtet, etwas einschließt, schließt stets etwas aus, beobachtet etwas nicht. Wir sollten uns bemühen, unsere blinden Flecke durch Beobachtung und Gegenbeobachtung zu minimieren, durch Beobachtungen erster und zweiter Ordnung, durch Analyse und Reflexion.

Dies betrifft auch den Antisemitismus, diese Diskussion darf auch geschichtlich nicht auf Deutschland beschränkt werden, wenn letztere Ausprägung in ihrer Finalität natürlich einzigartig ist und die deutsche Schuld nicht zur Debatte steht. Gerade was Antisemitismus und Faschismus, Progrome und Ignoranz gegenüber dem Leiden der Opfer angeht, darf die Schuld des deutschen Nationalsozialismus nicht die Gesamtwirklichkeit vollends verdecken. Wenn Geschichte sich nicht wiederholen soll, ist eine umfassende Aufarbeitung stets die Aufgabe nicht nur der Historiker, sondern auch der Politik.

Ressentiments verdecken nur.

Zu Goldhagen selbst wurde schon viel geschrieben.

Die Beurteilungen von Goldhagens Analysen im Ausland decken sich nicht mit den Meinungen der Kritiker in Deutschland. Da Goldhagen die Schuld der konservativen deutschen Gesellschaft vor 1945 unverblümt zum Ausdruck brachte, darf man davon ausgehen, dass viele Kritiker sich aus beruflichem Interesse gegen die Analysen von Goldhagen stellten. Da die Kritiker in Deutschland zumeist deutsche Historiker waren, hätte eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Goldhagens Analysen jahrelange eigene Arbeiten in Frage gestellt. Das eine vernünftige Auseinandersetzung mit Goldhagens Analysen von deutscher Historikerseite bis auf wenige Ausnahmen nicht stattfand, stattdessen aber vermehrt unsachliche Kritiken bis hin zu Diffamierungen gegenüber Goldhagen vorgetragen wurden, lässt hier den Schluss zu, das deutsche Historienschreiber generell andere Standpunkte vertreten, wenn es um die Fundamente ihrer Arbeiten geht.

Halten wir hierzu fest: In Deutschland hat es sich eingebürgert, zwischen der deutschen Gesellschaft im dritten Reich und den Nazis so weit zu differenzieren, dass man zwangsläufig die Frage stellen müsste, ob die Nazis Außerirdische waren und die Deutschen ihre Opfer. Die Opfer-Täter Aufteilung ist in der deutschen Historienschreibung der Ansatz, auf dem alles Folgende, so auch der Massenmord an Juden und die Kriegsschuld mit weiteren millionenfachen Opfern, aufbaut. Die schlechten Kritiken (in Deutschland) über Goldhagen waren zwangsläufig zu erwarten, da Goldhagen es Verstand, nachvollziehbare Ursachen für den Genozid an den Juden chronologisch detaillierter und glaubwürdiger darzulegen als die Historiker aus Deutschland. Goldhagen hat sich mit der gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland und dem Antisemitismus in diesem Lande auseinander gesetzt, und stellte nachvollziehbar und belegbar fest, dass die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland in Bezug auf den Antisemitismus bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts sich von anderen europäischen Gesellschaften unterschied. Deutsche „Geschichtenschreiber“ beginnen mit der Ursachenforschung viel später. In der Regel mit dem Ende des 1.WK bzw. mit dem Auftauchen Adolf Hitlers in der Zeitgeschichte.

Alleine der gesunde Menschenverstand lässt nicht zu, dass eine Reifeentwicklung von nur einer Generation notwendig gewesen sein soll, um den Nährboden für ein Verbrechen zu entwickeln, dass in der völligen physischen Vernichtung eines ganzen Volkes gipfelte. So ein Verbrechen benötigt die Vorbereitung mehrerer Generationen. Das sind die Ansätze Goldhagens. Und diese Ansätze wurde in deutschen Historikerkreisen zu oft „vergessen“, weil so eine gesellschaftliche Entwicklung zwangsläufig die Rolle konservativer Kreise durchleuchten müsste. Die Manifeste konservativer Wertvorstellungen die auf Lehren Martin Luthers sowie auf die Entwicklungen der römisch-katholischen Kirche in Deutschland beruhen müsste neu bewertet werden, wenn es darum ginge den Reifeprozess innerhalb einer Gesellschaft zu erklären, das den Genozid am jüdischen Volk in Europa nicht zu verhindern verstand. Hitlers gab es immer in der Menschheitsgeschichte. Erst die gesellschaftlichen Strukturen in einem Land lassen zu, dass solche Menschen auch an die Schalthebel der Macht gelangen.

Auch wenn es scheint, dass meine Ausführungen auf dem ersten Blick nichts mit dem Thema des Threads zu tun haben, so unterscheiden sich bis heute einige konservative Grundwerte nicht von denen im 19. Jahrhundert. Denn eine Anpassung konservativer Grundwerte an die Gegenwart bedeutet keineswegs eine Neuausrichtung der Werte.

Wenn man eine (konservative) Gesellschaftsordnung verstehen möchte, so muss man bereit sein an den Kern, das Wertesystem dieser Gesellschaftsordnung, heranzukommen. Denn zunächst werden nur im Kern die Weichen für gegenwärtige und künftige Entwicklungen gestellt. Alleine tagespolitische Entscheidungen und gegenwartsbezogene Faktoren zu untersuchen verdeckt uns den Blick auf die Ursachen der ablaufenden geistigen Prozesse. Denn auch konservative Kreise haben sich an die äußeren Einflüsse anzupassen. Konservative haben schließlich nicht die alleinige Macht in Deutschland.

Was von dir als „zu viel ausschließende Sichtweise“ bezeichnet wird, ist nichts anderes als die Ausblendung von Variablen, der heutigen Zeit angepassten Faktoren, die sich morgen schon ändern können. Diese Faktoren entsprechend da auszuschließen wo es in der Bewertung des Kerns notwendig ist bedeutet dabei nichts anderes, als die Sicht auf den Kern frei zu legen. Denn die heutige Notwendigkeit sich an Regeln zu halten die von anderen als deutsch-konservativen Wertegemeinschaften diktiert werden heißt noch lange nicht, dass diese Regeln von der von mir kritisierten Wertegemeinschaft nicht verachtet werden.

Es gibt halt genügend Menschen die nur an der Schale kratzen, und der festen Überzeugung sind am Kern angekommen zu sein. Und mit denen diskutiere ich dann.

Danielus
29.04.09, 20:45
Die Beurteilungen von Goldhagens Analysen im Ausland decken sich nicht mit den Meinungen der Kritiker in Deutschland. Da Goldhagen die Schuld der konservativen deutschen Gesellschaft vor 1945 unverblümt zum Ausdruck brachte, darf man davon ausgehen, dass viele Kritiker sich aus beruflichem Interesse gegen die Analysen von Goldhagen stellten (...)

Vielen Dank für deine ausführliche Entgegnung auf meine Antwort. Ich werde es demnächst ein weiteres Mal lesen und für mich die Hauptaussagen gedanklich zusammenfassen. Heute Abend bin ich nur lesend dabei. :)

m3tm4n
01.05.09, 10:45
10% der Deutsch-Türken würden CDU wählen?
Ich werd bekloppt.

Ich darf das erste mal wählen und das tue ich mit Freude. Ich wähle rot.

bosnakoglu
29.05.09, 20:00
Der Zwiespalt um die "Türken-Gabi"

Gabriele Paulis neuer Spitzname wirft die Frage auf: Wird die Türkei für den Wahlkampf missbraucht?



Was sich hinter der Bezeichnung Türkischer Honig verbirgt, erfuhr ich zum ersten Mal auf dem Oktoberfest. Die klebrig süßen Schnitten mit Pistazien oder Walnüssen, türkisch "Helva", sind hier viel weicher, dem europäischen Geschmack angepasst. Vom Oktoberfest, wo laut Vorschrift ausschließlich bayerische Gerichte angeboten werden dürfen, also keine Pizza und kein Döner, ist Türkischer Honig nicht mehr wegzudenken. Türkischer Honig gilt als bestens integriert.






.........

Paxi-Fixi
29.05.09, 20:15
.........

von diesem artikel habe ich meine signatur ....

Paxi-Fixi
29.05.09, 20:17
Der Zwiespalt um die "Türken-Gabi"

Ist Merkel dann


"Die Juden Angie":aferin2:

Yigit Efe
31.05.09, 14:56
Vor der Europawahl
Schäuble warnt vor EU-Beitritt der Türkei
zuletzt aktualisiert: 31.05.2009 - 11:08

Berlin (RPO). Eine Woche vor der Europawahl steht die Frage eines möglichen Beitritts der Türkei zur Europäischen Union (EU) erneut im Zentrum der politischen Auseinandersetzung. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnte vor einer Mitgliedschaft der Türkei.

...

http://www.rp-online.de/public/article/politik/ausland/714758/Schaeuble-warnt-vor-EU-Beitritt-der-Tuerkei.html