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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leserbrief der TIC an die F.A.Z.: "Wir sollen uns schämen?" vom 28.07.2005



Der Schakal
28.07.05, 01:11
Wir sollen uns schämen?

27. Juli 2005 Können es die Türken nicht einfach machen wie die Deutschen? Wir haben doch auch unsere Lektion gelernt. Anerkennung des Völkermords an den Armeniern gegen Beitritt zur Europäischen Union: Auf den Vorschlag eines solchen Handels laufen die Signale hinaus, die jüngst zwischen Ankara und Berlin hin und her gingen.
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Die deutsche Gedenkstättenlandschaft hält für türkische Besucher eine tröstliche Botschaft bereit: Auf ein schlechtes Gewissen kann man mächtig stolz sein. Da steht zum Beispiel in einem Park am Bremer Hauptbahnhof ein Elefant aus Backstein. Errichtet wurde das gewaltige Denkmal 1932 zur Erinnerung an die in Afrika gefallenen deutschen Kolonialkrieger. Als Namibia 1990 seine Unabhängigkeit erlangte, widmete man das Monument zum Antikolonialdenkmal um. Die Bremer Kaufleute hatten einst vom Kolonialismus gelebt, also übernahmen ihre weltoffenen Nachfahren die Verantwortung. Zur Zeit plant die Stadt ein Mahnmal zur Erinnerung an den Herero-Aufstand in Deutsch-Südwestafrika. Dafür sollen Steine aus jener namibischen Wüste geholt werden, in welche die kaiserliche Schutztruppe die Aufständischen 1904 trieb, so daß sie an Hunger und Durst verendeten. Ob das Wort „Völkermord” zum Kontext des Denkmals gehören soll, steht noch nicht fest.


Das Wort „Lüge” eingekratzt

Nur hundert Meter vom Steinelefanten entfernt, steht an einem sandigen Weg seit dem 24. April ein armenisches Steinkreuz. Neben dem mannshohen Quader mit dem fein gemeißelten Halbrelief liegen verdorrte Blumen und ein ausgebranntes Teelicht. Eine kleine Tafel trägt die Inschrift: „Zum 90. Jahrestag des Völkermords an den Armeniern im Osmanischen Reich gedenken wir der 1.500.000 ermordeten Armenier.” Auf die Metallplatte hat jemand das Wort „Lüge” gekratzt, in eckigen Großbuchstaben und nur aus schrägem Blickwinkel zu erkennen.
Mehmet Güven, in der Türkei geboren und 1972 zum Studium nach Bremen gekommen, betrachtet das Denkmal nachdenklich. Hat er etwa Verständnis für die Beschädigung der Plakette? Der Endvierziger im hellen Sommeranzug nickt: „Ja, das ist schon verständlich. Das Wort Völkermord ist eine Provokation für die Türken.” Schon als das Denkmal in Anwesenheit von Bürgermeister Henning Scherf aufgestellt wurde, ging die türkische Bevölkerung auf die Barrikaden. Die „Stiftung Armenisches Kulturerbe”, die den Stein gestiftet hat, will die Fluchtwege der Exilarmenier mit einer Reihe von Denkmälern zurückverfolgen. Der letzte Stein, so erklärt die Stiftungsvorsitzende Elize Bisanz, soll zum hundertsten Jahrestag aufgerichtet werden, wenn möglich in der Türkei. Nach den Worten von Frau Bisanz nehmen die Steine jene Anerkennung vorweg, welche die deutsche Politik noch nicht vollzogen hat - womit sie auch Prüfsteine seien, wie die Bevölkerung reagiere.

Die Freundschaft scheint vorbei

In Bremen, wo die Stele nun wie ein miniaturisiertes Holocaust-Mahnmal in einem beschaulichen Park steht, schlug der demoskopische Sensor heftig aus. Rund vierzigtausend Türken leben in der Hansestadt, und lange Zeit sahen sie Scherf als ihren Freund an. „Der hat auf unseren Hochzeiten getanzt und zum Ramadan die Moscheen besucht”, so Güven. Seit das Denkmal steht, scheint es vorbei mit dieser Freundschaft. Bremens Partnerstadt Izmir wollte sogar die Beziehungen abbrechen, beließ es dann aber bei einem Brief mit dem Ausdruck tiefer Betrübnis. Güven, selbst im SPD-Ortsverein Bremen-Nord engagiert, setzte ein Protestschreiben an den Genossen Scherf auf: „Ihr Verhalten verletzt uns tief in unseren Gefühlen. Ich kann die Frage nicht beantworten, wenn mich meine Tochter eines Tages fragt: Papa, warum haben wir die Armenier ermordet? Vielleicht können Sie die Antwort geben.”

Der Informatik-Berater Güven erfüllt keineswegs das Klischee des vom Nationalstolz besessenen Türken. Er kam in den Siebzigern an die politisierte Bremer Universität, sieht sich als Linken und kritisiert den von türkischen Medien angeheizten Nationalismus vieler Deutschtürken. Trotzdem stellt der Völkermordvorwurf für ihn - hier zögert er nur kurz - „eine Frage der Ehre” dar. Die Deutschen würden den Türken immer sagen: „Was ist an der Anerkennung so schlimm, wir haben auch Völkermord begangen.” Doch die Sache liege anders: In der Türkei sei das Thema ein Tabu, jahrzehntelang totgeschwiegen. Somit seien weniger die juristischen Dimensionen das Problem als die „gefühlsmäßigen”. Güven war in Istanbul mit Armeniern befreundet und könnte die Vorstellung, daß seine Vorfahren deren Großväter umgebracht haben, nur schwer ertragen: „Die Türken würden sich schämen vor ihren Freunden.”

„In die Ecke gedrängt”

In einer Schamkultur wie der türkischen folgt das Gedenken anderen Regeln als in einer westlichen Schuldkultur. Auf eine tiefgreifende Umwälzung des Geschichtsbildes, so Güven, müsse man sich „eingehend vorbereiten, aber nicht einseitig”. Und in der Situation vor Beginn der Beitrittsverhandlungen fühlten sich die Türken „in die Ecke gedrängt”, denn eine Anerkennung des Genozids, die doch nur Ergebnis eines Verständigungsprozesses sein könne, werde als Bedingung vorausgesetzt. Eine „vorbehaltlose” Diskussion könne aber nur „ohne Druck von Dritten” stattfinden.

Hört man sich in der türkischen Bevölkerung von Bremen um, so findet man quer durch die Generationen erhitzte Gemüter. Im Vereinsheim des türkischen Fußballklubs KSV Vatansport, im Arbeiterstadtteil Gröpelingen angesiedelt, steht zwischen Mannschaftsfotos des einstigen Verbandsligameisters eine Atatürk-Büste. Der ehemalige Vereinsvorsitzende Halil Angün organisiert Protestveranstaltungen gegen das Denkmal und erwägt Parolen wie „Türken sind keine Deutschen, Armenier sind keine Juden”. Über dem Tisch ziert ein gerahmter Erlaß des Sultans MehmetII. aus dem Jahr 1453 die Wand, in welchem - so Angün - den griechischen, armenischen, jüdischen und bulgarischen Minderheiten gleiche Rechte eingeräumt werden. Am Ende zeigt Angün eine ausgedruckte Internetseite mit den elf „Google”-Einträgen seines Sohnes, der als Arzt in Berlin lebt.

„Massakrierte Türken”

Im Konsul-Hackfeld-Haus in der Innenstadt haben die türkischen Vereine eine Ausstellung namens „Die andere Seite der Medaille - Hintergründe der Tragödie von 1915 in Kleinasien” aufgebaut, welche die Schuldzuschreibung schlichtweg umkehrt und zahllose Greuelfotos aneinanderreiht, die laut Bildlegende „Skelette getöteter türkischer Muslime” und „massakrierte Türken” zeigen. Die bizarre Schau ist, wie ein Plakat mit dem seltsamen Titel „Von Osmanen bis Heute - Armanischen Terrorismus” verrät, aus dem Generaldirektorat des Türkischen Staatsarchivs importiert.

Im Vorraum trinken ein paar junge Türken Tee. „Wir werden in eine zweite Klasse eingestuft”, empört sich ein Endzwanziger mit offenem Hemd und hanseatischem Akzent, „und man gibt uns noch nicht mal die Möglichkeit zu reagieren.” Für die gemeinsame Aufarbeitung der Geschichte wählt er eine Pokermetapher: „Man soll sich an einen Tisch setzen und die Karten auf den Tisch legen: Was habe ich, was hast du?” Ein achtundzwanzigjähriger Wirtschaftswissenschaftler betrachtet die Sache nüchterner. Er habe versucht, sich einzulesen - und zwar „nicht aus einseitiger Perspektive”, was schwer gewesen sei. Leugnungen wie „Es hat niemals Morde gegeben” erklärt er sich damit, daß es auch auf türkischer Seite an handfesten Informationen mangele. Trotzdem läuft die Debatte für ihn in eine falsche Richtung: „Die Diskussion ist nicht mehr ehrlich, wenn man Ergebnisse präsentiert bekommt, ohne einbezogen worden zu sein.”

Gepfiffen und gebrüllt

Auch in Braunschweig steht seit dem 1. Mai ein armenischer Kreuzstein. Allerdings befindet er sich auf dem Privatgrundstück der evangelisch-lutherischen Brüderkirche am Rande der Fußgängerzone. Anders als der Bremer Senat, der seine schützende Hand über das Denkmal hielt, lehnte die Braunschweiger Verwaltung eine Unterstützung ab. Die offizielle Begründung lautet, der Stein passe nicht zum auf Lokalgeschichte konzentrierten „Gedenkstättenkonzept”.

Doch der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Sehrt gibt eine deutlichere Erklärung: „In einer Kommune kann es nicht in Ordnung sein, daß man hier ein Zeichen setzt, das andere provoziert.” Letztlich bot Pfarrer Frank-Georg Gozdek dem Gedenkstein Asyl und ließ ihn unter wütenden Protesten der Braunschweiger Türken am Chor seiner Kirche aufbauen. Wenn der rauschebärtige Gottesmann, in seiner bärenhaften Gestalt fast ein Wiedergänger Luthers, an die Einweihungsfeier zurückdenkt, packt ihn heiliger Zorn: „Wir haben ein deutsches Osterlied gesungen, und die haben gepfiffen und gebrüllt!”

Wieder vor Wien

In Gozdeks museal anmutender Pfarrstube biegen sich die Regalbretter unter stockfleckigen Folianten. In der Brüderkirche, so Gozdek, halte er den Gottesdienst „authentisch wie zu Luthers Zeiten”, also ohne schwarzen Talar, mit dem Gesicht zum Altar und mit viel Weihrauch: „Dadurch steht die Gemeinde der Ostkirche sehr nahe.” Offensichtlich gilt in diesem Pfarramt kein Bilderverbot: An der Wand hängt neben zahlreichen Christusbildern auch Dürers „Melancholia”. Unter dem Stich sitzt der armenische Chirurg Kevork Kalatas, der die Aufstellung des Denkmals in Braunschweig vorangetrieben hat und sich noch lebhaft an die auf der Protestkundgebung spielenden Mehter-Kapellen erinnert, die einst an den Spitzen der osmanischen Heere marschierten. Fast erweckt die Beschreibung der Szene an der Braunschweiger Kirche den Eindruck, als stünden die Türken wieder vor Wien und nicht etwa vor dem Beitritt in die Europäische Union.

Für Kalatas, der viele türkische Patienten hat, ist die ablehnende Haltung der Türken keineswegs einheitlich: Von den ebenfalls vom türkischen Nationalismus traumatisierten Kurden und Aleviten, aber auch von ausgewanderten Sozialisten und Kommunisten gebe es Zuspruch. Kalatas spricht von den „armenischen Leichen im türkischen Keller” und von der verdrängten Erinnerung. In seinem Heimatdorf sei er einmal von Kindern gefragt worden, ob die wenigen dort noch lebenden Armenier aus Kanada stammten. „Die Türken bauten ihren Staat auf einer Lüge”, sagt Kalatas, „nämlich der Heroisierung der Jungtürken.” Deren Anerkennung als „Gauner” sei für jeden Türken schmerzhaft.

Nach Bremen und Braunschweig will die Stiftung Armenisches Kulturerbe auch in anderen deutschen Städten Kreuzsteine errichten. So entstehe, hier spricht Elize Bisanz als die in Lüneburg lehrende Kulturwissenschaftlerin, beiläufig eine „Landkarte des öffentlichen Raums”. An den ersten Stationen hat sich schon gezeigt, daß die Wegmarken aus armenischem Granit den Raum nicht nur vermessen, sondern auch wie erinnerungspolitische Magnetsteine verändern. Eine durch Einschüchterung erzwungene Kirchhofsruhe wird keinen Bestand haben.


Text: F.A.Z., 28.07.2005, Nr. 173 / Seite 29
Bildmaterial: F.A.Z. - Holde Schneider


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Deniz
28.07.05, 01:42
Wie steht es um objektive Berichterstattung :rolleyes:

Schreckgespenst Türkei - alle Jahre wieder :D

die TR soll nicht in die EU, nein sie darf sogar nicht...nun, grübeln wir mal, und suchen uns eine Strategie aus, um den Weg unmöglich zu machen:

1. Zypernfrage - nee, die Türken gehen konstruktiver mit der Sache um als die griechischen Zyprioten (siehe Annan - Plan Votum) - geht nicht

2. Pkk - verflixt, eine Terrororganisation, nun, kann man ja nicht offenkundlich unterstützen, aber dumm, dass die Türken entdeckt haben, dass wir sie unterstützen: die Terrorlager beherbergen deutsche/britische Austattung..

-dumes Dilemma - geht auch nicht, und zu den zeiten des Terrors überhaupt nicht..Schaaaaaaaaaaaade -seufz

3. Ja!, die TR soll besser mit ihren Nachbarn umgehen:

GR - Versöhnungsschritte laufen gut (seufz!)

Bulgarien - Verflixt, die wollen auch in die Eu, sollen sie ja auch, schliesslich Christen...scheisse, wieder ein kleiner Haken, sie unterdrücken die türkische Minderheit ( :rolleyes: ), wie kommen wir denn jetzt um das Problem "Doppelmoral"?

Syrien - Terrorstaat, aber Syrien unterstützt die PKK nicht mehr, die Wasserprobleme sind gelöst, guıte Nachbarschaft...(der EU gehen die Argumente aus..seufz)

Armenien: JA, da ist ein problem..die grenze ist geschlossen..aber die TR hat recht, Armenien erkennt die international anerkannte türkische Grenze nicht an..geht wohl nicht..aber die türken sind nett, und haben trotzdem einen Luftfahrtkorridor nach Yerevan eröffnet...wieder ein griff ins Klo..

ABER

4. Armenierfrage! ja, goldene Fundgrube..Na, buddeln wir mal alle gemeinsam, und trotzen mit unserer Gedaechniskultur, verbieten den Türken ihre Meinungsfreiheit (verflixt, Meinungsfreiheit ist doch ein Grundrecht, blöder Eingriff jetzt!!) , aber egal, schreien wir alle gemeinsam soooooooo laut, dass man die TR gar nicht mal hört..

Mist, warum kommen die Türken jetzt mit der int. Historikerkommission, sehr unpassend, und die Armenier gehen nicht darauf ein..Dumm, aber egal..die Türken sind sowieso an allem Schuld..sie standen schliesslich schon zwei Mal vor Wien!!!

Aber Ende gut alles Gut: 2020 oder (auch 2420 - wer weiss)

bis die TR von selbst sagt, nee eure Gedaechtniskultur scheint mir wie eure Berichterstatung nicht europaeisch genug zu sein..Ihr haftet an einer Doppelmoral und festgefahrenen Denkweise, ist mir zu blöd, mitzumachen...Ich mache mich selber lieber mobil--schliesslich braucht die EU mich nicht..mit meinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Eigenschaften bin ich mir doch zu gut für die EU :p

Der Schakal
28.07.05, 01:46
....

bis die TR von selbst sagt, nee eure Gedaechtniskultur scheint mir wie eure Berichterstatung nicht europaeisch genug zu sein..Ihr haftet an einer Doppelmoral und festgefahrenen Denkweise, ist mir zu blöd, mitzumachen...Ich mache mich selber lieber mobil--schliesslich braucht die EU mich nicht..mit meinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Eigenschaften bin ich mir doch zu gut für die EU :p


Helal olsun kardesim...ich glaube niemand hätte es besser formulieren können.

Deniz
28.07.05, 01:56
sağol kardeshim,ama bu bizim ortak düşüncemiz..ve herkes her yerde ve her zaman savunmalı...ancak böyle dikkat çekebilirz..bak diaspora ermenilerine
40 yıldır çalışıyorlar..40 yıldır tek ses tek yürek..ya biz? Alevi-Sünni, türk-Kürt, ekonomi, terrör derken epey irtifa kaybetmişiz..yaraları sarma ve toparlanma zamanı geldi....yetti artık..

adalet ve lobbicilik 21 yy.da medeniyet bayrağımız olsun :)

Der Schakal
28.07.05, 01:57
adalet ve lobbicilik 21 yy.da medeniyet bayrağımız olsun :)

Endlich mal jemand der wie ich denkt...Helal olsun..canim kardesim...

Carlito
28.07.05, 07:57
Wie steht es um objektive Berichterstattung :rolleyes:

Schreckgespenst Türkei - alle Jahre wieder :D

die TR soll nicht in die EU, nein sie darf sogar nicht...nun, grübeln wir mal, und suchen uns eine Strategie aus, um den Weg unmöglich zu machen:

1. Zypernfrage - nee, die Türken gehen konstruktiver mit der Sache um als die griechischen Zyprioten (siehe Annan - Plan Votum) - geht nicht

2. Pkk - verflixt, eine Terrororganisation, nun, kann man ja nicht offenkundlich unterstützen, aber dumm, dass die Türken entdeckt haben, dass wir sie unterstützen: die Terrorlager beherbergen deutsche/britische Austattung..

-dumes Dilemma - geht auch nicht, und zu den zeiten des Terrors überhaupt nicht..Schaaaaaaaaaaaade -seufz

3. Ja!, die TR soll besser mit ihren Nachbarn umgehen:

GR - Versöhnungsschritte laufen gut (seufz!)

Bulgarien - Verflixt, die wollen auch in die Eu, sollen sie ja auch, schliesslich Christen...scheisse, wieder ein kleiner Haken, sie unterdrücken die türkische Minderheit ( :rolleyes: ), wie kommen wir denn jetzt um das Problem "Doppelmoral"?

Syrien - Terrorstaat, aber Syrien unterstützt die PKK nicht mehr, die Wasserprobleme sind gelöst, guıte Nachbarschaft...(der EU gehen die Argumente aus..seufz)

Armenien: JA, da ist ein problem..die grenze ist geschlossen..aber die TR hat recht, Armenien erkennt die international anerkannte türkische Grenze nicht an..geht wohl nicht..aber die türken sind nett, und haben trotzdem einen Luftfahrtkorridor nach Yerevan eröffnet...wieder ein griff ins Klo..

ABER

4. Armenierfrage! ja, goldene Fundgrube..Na, buddeln wir mal alle gemeinsam, und trotzen mit unserer Gedaechniskultur, verbieten den Türken ihre Meinungsfreiheit (verflixt, Meinungsfreiheit ist doch ein Grundrecht, blöder Eingriff jetzt!!) , aber egal, schreien wir alle gemeinsam soooooooo laut, dass man die TR gar nicht mal hört..

Mist, warum kommen die Türken jetzt mit der int. Historikerkommission, sehr unpassend, und die Armenier gehen nicht darauf ein..Dumm, aber egal..die Türken sind sowieso an allem Schuld..sie standen schliesslich schon zwei Mal vor Wien!!!

Aber Ende gut alles Gut: 2020 oder (auch 2420 - wer weiss)

bis die TR von selbst sagt, nee eure Gedaechtniskultur scheint mir wie eure Berichterstatung nicht europaeisch genug zu sein..Ihr haftet an einer Doppelmoral und festgefahrenen Denkweise, ist mir zu blöd, mitzumachen...Ich mache mich selber lieber mobil--schliesslich braucht die EU mich nicht..mit meinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Eigenschaften bin ich mir doch zu gut für die EU :p

Ein guter Lage Bericht mit dem richtigen Fazit.Nur müssen wir langsam den Arsch hoch kriegen und Ideen umsetzen.

DeLaHoya
30.07.05, 15:45
Ihr Artikel: "Wir sollen uns schämen?" vom 28.07.2005, Nr. 173 / Seite 29


Sehr geehrter Herr Rosenfelder,

bereits auf Ihre erste Frage "Können es die Türken nicht einfach machen wie die Deutschen?" muss ich mit "nein" antworten. Ein "ja" würde bedingen, dass die historischen Ereignisse erforscht und die Anschuldigungen bewiesen seien. Das Gegenteil ist der Fall. So schreibt der besonders in Deutschland oft zitierte und bei der Deutsch-Armenischen Gesellschaft als Referenzautor geführte Soziologe Taner Akçam im Vorwort seines neuen Buches "Armenien und der Völkermord – Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung":
"Man kann mit diesem Komplex nicht so verfahren, wie bei den NS-Verbrechen und der Ausschwitz-Lüge, die geschichtswissenschaftlich und juristisch eindeutig geklärt sind. Bezüglich der türkisch-armenischen Verhältnisse ist man von einer solchen Situation meilenweit entfernt [...]"

Es ist weltweit einmalig, dass ein ganzes Land auf politischer Bühne verunglimpft wird, ohne dass die historischen Ereignisse ausreichend erforscht sind. Geradezu paradox ist, dass ausgerechnet Politiker versuchen der Bevölkerung Geschichte aufzuzwingen, obwohl es feststehen dürfte, dass sie in dieser Thematik völlig fachfremd sind.

Des Weiteren schreiben Sie über den "Herero-Aufstand" aus dem Jahr 1904. Es ist mir jedoch schleierhaft, warum Sie diesen Völkermord, bei dem die Hereros planmäßig umgebracht wurden, als "Aufstand" bezeichnen. Der Völkermord fand im etliche tausend Kilometer weit entfernten Namibia statt. Der "Aufstand" stellte keine Bedrohung für das Deutsche Reich dar und wurde aufgrund rein imperialistischer Machtinteressen vollstreckt. Es empört sich jedoch keiner in Deutschland darüber, dass es heute noch Schulbücher gibt, die dies als "Herero-Aufstand" betiteln und damit den Völkermord als solches leugnen.

Leider haben Sie journalistische Grundprinzipien über Bord geworfen und einen Artikel verfasst, der an Polemik kaum zu überbieten ist und an die Berichterstattung einschlägiger Boulevard-Zeitungen erinnert. Sie scheinen nicht in der Lage zu sein Ihre Leser, zu denen auch ich gehöre, seriös zu informieren, denn das würde voraussetzen, dass Sie sich vorher selbst informiert hätten. Beispielhaft möchte ich Ihre kritiklose Übernahme der Inschrift auf dem armenischen Steinkreuz erwähnen. Dass man inzwischen offen von "1,5 Millionen ermordeten Armeniern" spricht, ist ein Beleg für die Dreistigkeit armenischer Nationalisten und besonders Ihrer Uninformiertheit. Dies hat die Armenier dazu ermutigt, nicht mehr die Phrase der "1,5 Millionen Opfer" zu benutzen – denn jedes Volk im Osmanischen Reich war "Opfer" des Ersten Weltkrieges - sondern unverblümt von "Toten" zu sprechen und ein weiteres Kapitel der Geschichtsverfälschung zu schließen.

Hochachtungsvoll

Olgun Bayrak

Türkische Internet Community

30.07.2005

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