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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leserbrief an die F.A.Z.: Einseitige Berichterstattung



DeLaHoya
29.07.05, 17:54
Hier ein guter Leserbrief aus der F.A.Z.

Vielen Dank Refa!


F.A.Z.
27. Juli 2005
Seite 9
"Einseitige Berichtserstattung"
Leserbrief von Ahmet Yakar, Berlin

DeLaHoya
29.07.05, 17:55
Teil 1/5:

DeLaHoya
29.07.05, 17:57
Teil 2/5:

DeLaHoya
29.07.05, 17:57
Teil 3/5:

Deniz
29.07.05, 17:57
Helal olsun size :D

DeLaHoya
29.07.05, 17:59
Teil 4/5:

DeLaHoya
29.07.05, 18:00
Teil 5/5:

DeLaHoya
29.07.05, 18:02
Gesamt:

Carlito
29.07.05, 18:14
Helal Olsun Refa!

Der Schakal
29.07.05, 18:39
Helal olsun...einer der besten Leserbriefe die ich jemals gelesen habe...

Wo ist der erschienen in der FAZ?

Der Schakal
08.10.05, 16:19
Habe bei armenianquestion.org gesehen das hierhin verlinkt wird ... da aber nur angemeldete User es lesen können habe ich den Leserbrief mal abgetippt und würde mich freuen wenn man den Leserbrief so bei armenianquestion.org veröffentlicht...

MfG

Schakal


Einseitige Berichterstattung:



Zum Brief von Leser Dr. Wolfgang Reinhardt „Türkische Geschichtsfälschung“ (F.A.Z. vom 5.Juli): Daß Leser Dr. Reinhardt die Proteste der Türken gegen den Armenier-Beschluß des Deutschen Bundestages als ein „Wagnis“ wahrnimmt, weist einmal mehr darauf hin, dass die Türken hier – wie einst die Juden – von manchen Köpfen als Menschen zweiter Klasse angesehen werden, und zwar mit steigender Tendenz. Menschen die nicht „wagen“ dürfen, ihre Stimme gegen Unrecht zu erheben und ihre Meinungen zu äußern.
Es reicht nicht, die deutsche Öffentlichkeit mit einseitigen Medienberichten irrezuleiten – die Türken müssen auch noch zum Schweigen gebracht werden. Während fast in allen Beiträgen sowie Leserbriefen gern darauf hingewiesen wird, die Mehrheit der Historiker sei der Meinung, daß es einen Völkermord an den Armeniern gegeben habe, darf die Tatsache nicht außer acht gelassen werden, dass inzwischen zahlreiche westliche Historiker, die diese Ansicht nicht teilen, wegen – wie sie selbst zugeben – der Morddrohungen und des Drucks der Armenier sich zu diesem Thema nicht mehr äußern wollen. Unter den Wissenschaftlern und Historikern ist auch die Befürchtung sehr verbreitet, dass sie ihre Karriere riskieren würden, wenn sie sich der These des Völkermordes widersetzten.
Umgekehrt ist die Situation bei den Befürwortern dieser These – auch wenn sie sich bei dem Thema nicht gut auskennen. Die Aufmerksamkeit der Medien ist jedenfalls garantiert.

Andererseits ist es sehr auffallend, dass die F.A.Z. einem Vortrag von Georg Brandes („Appell an Europas Gewissen“, F.A.Z.-Feuilleton vom 2.Juli) aus dem Jahr 1903 großzügig Platz einräumt, wo der Redner – zufälligerweise vor den armenischen Gastgebern in Berlin – schreckliche Dinge über die bösen Türken und Kurden erzählt. Wüßte ich nicht, dass die türkische Bevölkerung schon ab Mitte des 19. Jahrhunderts Opfer armenischer Greuel wurde, die nicht weniger schrecklich gewesen sind, als Georg Brandes über die Türken erzählt, so würde ich die barbarischen Türken, diese unzivilisierten Christenmörder bestimmt hassen. Ist das das Gefühl, das sie bei ihren Lesern erwecken wollen?
Gewiß ist jedoch, dass sie damit weder den türkisch-armenischen Beziehungen noch der Völkerverständigung, seien es Türken, Deutsche oder Armenier, einen Beitrag leisten. Ganz im Gegenteil. Niemand bestreitet in der Türkei, dass entsetzliche Ereignisse vor und während des Ersten Weltkrieges im Osmanischen Reich passiert sind. Darunter haben aber nicht nur die Armenier, sondern auch die Türken gelitten. Schon Jahrzehnte vor dem Ersten Weltkrieg beginnend, wurden ganze türkische Dörfer von armenischen Banden ausgelöscht, unschuldige Menschen abgeschlachtet oder in Moscheen gepfercht und bei lebendigem Leibe verbrannt. Das alles muß zur Sprache gebracht werden, nicht nur die Leider Armenier. Erst so kann man die Gefühle des anderen verstehen und nicht mit einseitigen Forderungen und Beschuldigungen.
Hier möchte ich die Verantwortlichen der F.A.Z. fragen:



Glauben sie tatsächlich mit reinem Gewissen, dass Sie bei dem Thema Armenier eine objektive Berichterstattung machen, wenn sie die Leser pausenlos mit „Ansichten“ von gleichgesinnten Menschen „informieren“? Warum widerstreben Sie einem Interview mit Historikern wie den Amerikanern Bernard Lewis, Justin McCarthy und Stanford Shaw, dem Österreicher Erich Feigl, dem Briten Andrew Mango, dem Franzosen Gilles Veinstein und vielen anderen, die anders denken, als Sie sich wünschen? Oder steht im Hintergrund Ihrer Politik etwas anderes? Etwa Relativierung, besser gesagt, Verharmlosung der deutschen Verbrechen gegenüber den Juden? Oder vielleicht die Türken hierzulande psychologisch fertigzumachen, damit sie sich schämen, Türken zu sein?

Möglicherweise beides.



Ahmet Yakar, Berlin

Wolfsblut
08.10.05, 16:31
Super Leserbrief !!!!!

Ich muss sagen besser hätte man es nicht formulieren können :aferin:

PS: Ist das von Refa ??

Der Schakal
08.10.05, 16:46
..

PS: Ist das von Refa ??

nicht das ich wüsste, sondern von einem "Ahmet Yakar aus Berlin"

tralles
08.10.05, 16:52
Bu mektubu öncelerden de okumustuk... Ahmet Yakar'i ben de merak ediyorum!

Wolfsblut
08.10.05, 17:00
nicht das ich wüsste, sondern von einem "Ahmet Yakar aus Berlin"

Ich dachte das wäre von Refa, weil Dela sich bedankt hat bei Ihm.

Respekt an Ahmet Yakar aus Berlin :türk:

Der Schakal
13.10.05, 13:13
Yau die von armenianquestion.org sollen den jetzt übernehmen oder habe ich den jetzt umsonst nochmal abgetippt ?? :)

DeLaHoya
13.10.05, 13:15
Yau die von armenianquestion.org sollen den jetzt übernehmen oder habe ich den jetzt umsonst nochmal abgetippt ?? :)

Keine Sorge... das werden sie noch tun...;)