Scipio
05.11.09, 11:20
Ein Brief, den ich heute morgen an N24 geschrieben hab. Da er politisch nicht korrekt ist, contra USA, wird er sicher nicht veröffentlicht.
Was haltet Ihr davon?
Betreff: Wirtschaftskriegführung durch GM
Sehr geehrte Damen und Herren,
Allgemein ist zu sagen, daß Politiker durchaus unter patriotischen Gesichtspunkten eine Marktbeeinflussung betreiben können und manchmal sogar sollen. Wenn sie in den Markt eingreifen, sollen sie jedoch nicht nach den Regeln der Politik, d.h. im Hinblick auf Wahlpropaganda, sondern nach ökonomischen Regeln handeln mit einer langfristigen Zielrichtung und Ausrichtung auf das Allgemeinwohl.
Da die meisten Ökonomen den Politikern diese Fähigkeit absprechen, sind sie generell gegen Marktbeeinflussung durch Politiker.
Im Fall Opel ist als erstes eine Abstimmung der Handlungen zwischen Bundesregierung, betroffenen Länderregierungen, Gewerkschaften und nicht zuletzt dem Betriebsrat wichtig. Wünschenswert wäre auch eine europäische Abstimmung gemeinsam mit den betroffenen Regierungen und Betriebsräten, notfalls und auch wahrscheinlich ohne die Damen und Herren von der Insel.
Mögliche Anforderungen an eine Kreditvergabe könnten sein:
1.Verhandlungsaufnahme erst nach Rückzahlung des Überbrückungskredites von 1,5 Mrd €.
2.Es wird eine eigenständige Opel AG als Tochterunternehmen von GM etabliert.
3.Eine Integration in das „Cash Pooling“ des Konzern unterbleibt für die Laufzeit des Kredites.
4.GM veröffentlicht eine unbedingte Patronatserklärung für die Opel AG.
5.Es werden nur Kredite in USD zu einem risikoadäquaten Zinssatz vergeben, orientiert an den Umlaufrenditen noch ausstehender Anleihen von GM.
6.Eventuelle Kursverluste USD/EUR werden von GM getragen.
7.Gerichtsstand für alle Verträge ist Deutschland.
8.Jeder Lohnverzicht wird in Aktien an der Adam Opel AG umgewandelt, Die Dividenden werden an die jeweiligen Arbeitnehmer ausgezahlt. Die Stimmrechte nimmt der Betriebsrat treuhänderisch war.
9.Im Falle einer Insolvenz werden die Opel-Aktien in GM-Aktien umgewandelt.
10.Für alle entlassenen Mitarbeiter ist der Lohnverzicht nichtig. Der hieraus berechnete Bruttolohn ist Maßstab für eine Abfindung in Höhe von 3 Monatsbruttolöhnen pro Arbeitsjahr.
11.Es wird ein gesamteuropäischer Betriebsrat installiert. Er hat Sitz und Vorschlagsrecht im Aufsichtsrat von GM in Detroit und ist keinen Geheimhaltungspflichten unterworfen.
Als Sicherheiten werden von GM gegeben:
1.Alle für Opel notwendigen Patente mit weltweiter Geltung
2.Alle für Opel notwendigen Markenrechte mit weltweiter Geltung
3.eine Grundbuchabsicherung für das Forschungszentrum in Rüsselsheim
4.Sicherungsübereignung aller notwendigen Vermögenswert von GM bis zur Höhe des Darlehens.
Dies sind nur einige Punkte, die mir ad hoc eingefallen sind. Sie müssten natürlich noch juristisch wasserdicht gemacht werden, denn sowohl im deutschen als auch im us-amerikanischen Recht gibt es viele Fallstricke und ich bin kein Jurist.
Unsere Kanzlerin hat eine gute Rede vor dem Congress gehalten und unseren lieben Freunden „Zucker in den Hintern geblasen“.
Der Zeitpunkt der GM-Veröffentlichung kann kein Zufall gewesen sein, denn GM ist jetzt ein staatlich kontrollierter Konzern.
Jetzt wird es Zeit, die eiserne Faust auszupacken. Demütigung schreit nach Rache, damit man sich wieder im Spiegel anschauen kann. Es ist eine Frage europäischer Selbstachtung. Europäer sind keine italischen Bundegenossen Roms oder rechtlose Mitglieder des attischen Seebundes.
Auf Großbritannien kann dabei keine Rücksicht genommen werden, denn es ist im Zweifel immer auf der Seite der USA, wie man an den Äußerungen des britischen Betriebsrates mal wieder exemplarisch gesehen hat.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Schneider
P.S.: Leider sind in meiner Partei die „Atlantiker“ die Meinungsführer und nicht die „Europäer“, sonst erhielte unsere Kanzlerin und Parteichefin auch ein par warme Worte aus der Partei heraus. Hoffentlich ändert sich dies nun, nach dem die USA ihre Maske fallengelassen hat.
Vielleicht wachen die politisch korrekten USA-Freunde und Meinungsmacher in Europa endlich auf und erkennen, daß die USA auch nur ganz normal patriotisch handeln und der Anspruch, positiv für die ganze Welt zu wirken nur ein Marketinginstrument ist.
Ich habe allerdings wenig Hoffnung.
Was haltet Ihr davon?
Betreff: Wirtschaftskriegführung durch GM
Sehr geehrte Damen und Herren,
Allgemein ist zu sagen, daß Politiker durchaus unter patriotischen Gesichtspunkten eine Marktbeeinflussung betreiben können und manchmal sogar sollen. Wenn sie in den Markt eingreifen, sollen sie jedoch nicht nach den Regeln der Politik, d.h. im Hinblick auf Wahlpropaganda, sondern nach ökonomischen Regeln handeln mit einer langfristigen Zielrichtung und Ausrichtung auf das Allgemeinwohl.
Da die meisten Ökonomen den Politikern diese Fähigkeit absprechen, sind sie generell gegen Marktbeeinflussung durch Politiker.
Im Fall Opel ist als erstes eine Abstimmung der Handlungen zwischen Bundesregierung, betroffenen Länderregierungen, Gewerkschaften und nicht zuletzt dem Betriebsrat wichtig. Wünschenswert wäre auch eine europäische Abstimmung gemeinsam mit den betroffenen Regierungen und Betriebsräten, notfalls und auch wahrscheinlich ohne die Damen und Herren von der Insel.
Mögliche Anforderungen an eine Kreditvergabe könnten sein:
1.Verhandlungsaufnahme erst nach Rückzahlung des Überbrückungskredites von 1,5 Mrd €.
2.Es wird eine eigenständige Opel AG als Tochterunternehmen von GM etabliert.
3.Eine Integration in das „Cash Pooling“ des Konzern unterbleibt für die Laufzeit des Kredites.
4.GM veröffentlicht eine unbedingte Patronatserklärung für die Opel AG.
5.Es werden nur Kredite in USD zu einem risikoadäquaten Zinssatz vergeben, orientiert an den Umlaufrenditen noch ausstehender Anleihen von GM.
6.Eventuelle Kursverluste USD/EUR werden von GM getragen.
7.Gerichtsstand für alle Verträge ist Deutschland.
8.Jeder Lohnverzicht wird in Aktien an der Adam Opel AG umgewandelt, Die Dividenden werden an die jeweiligen Arbeitnehmer ausgezahlt. Die Stimmrechte nimmt der Betriebsrat treuhänderisch war.
9.Im Falle einer Insolvenz werden die Opel-Aktien in GM-Aktien umgewandelt.
10.Für alle entlassenen Mitarbeiter ist der Lohnverzicht nichtig. Der hieraus berechnete Bruttolohn ist Maßstab für eine Abfindung in Höhe von 3 Monatsbruttolöhnen pro Arbeitsjahr.
11.Es wird ein gesamteuropäischer Betriebsrat installiert. Er hat Sitz und Vorschlagsrecht im Aufsichtsrat von GM in Detroit und ist keinen Geheimhaltungspflichten unterworfen.
Als Sicherheiten werden von GM gegeben:
1.Alle für Opel notwendigen Patente mit weltweiter Geltung
2.Alle für Opel notwendigen Markenrechte mit weltweiter Geltung
3.eine Grundbuchabsicherung für das Forschungszentrum in Rüsselsheim
4.Sicherungsübereignung aller notwendigen Vermögenswert von GM bis zur Höhe des Darlehens.
Dies sind nur einige Punkte, die mir ad hoc eingefallen sind. Sie müssten natürlich noch juristisch wasserdicht gemacht werden, denn sowohl im deutschen als auch im us-amerikanischen Recht gibt es viele Fallstricke und ich bin kein Jurist.
Unsere Kanzlerin hat eine gute Rede vor dem Congress gehalten und unseren lieben Freunden „Zucker in den Hintern geblasen“.
Der Zeitpunkt der GM-Veröffentlichung kann kein Zufall gewesen sein, denn GM ist jetzt ein staatlich kontrollierter Konzern.
Jetzt wird es Zeit, die eiserne Faust auszupacken. Demütigung schreit nach Rache, damit man sich wieder im Spiegel anschauen kann. Es ist eine Frage europäischer Selbstachtung. Europäer sind keine italischen Bundegenossen Roms oder rechtlose Mitglieder des attischen Seebundes.
Auf Großbritannien kann dabei keine Rücksicht genommen werden, denn es ist im Zweifel immer auf der Seite der USA, wie man an den Äußerungen des britischen Betriebsrates mal wieder exemplarisch gesehen hat.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Schneider
P.S.: Leider sind in meiner Partei die „Atlantiker“ die Meinungsführer und nicht die „Europäer“, sonst erhielte unsere Kanzlerin und Parteichefin auch ein par warme Worte aus der Partei heraus. Hoffentlich ändert sich dies nun, nach dem die USA ihre Maske fallengelassen hat.
Vielleicht wachen die politisch korrekten USA-Freunde und Meinungsmacher in Europa endlich auf und erkennen, daß die USA auch nur ganz normal patriotisch handeln und der Anspruch, positiv für die ganze Welt zu wirken nur ein Marketinginstrument ist.
Ich habe allerdings wenig Hoffnung.