TIC-Redaktion
06.08.05, 14:06
Zu Händen Herrn Bernhard Zand
Ihr Artikel "Eine Welt von Feinden" vom 24. April 2005
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,352917,00.html (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,352917,00.html)
Sehr geehrter Herr Zand,
da man der Türkei einen Genozid vorwirft und Sie in Ihrem Artikel dieses Thema behandeln, würden wir Sie bitten, uns folgende Fragen zu beantworten. Wir möchten Ihre Antwort oder Nichtantwort auf unserer Homepage unter "Medienbeobachtung" veröffentlichen und diskutieren.
-- "Das Wort führt eine alternde Garde chauvinistischer Bürokraten (...)"
Wen meinen Sie mit "einer alternder Garde chauvinistischer Bürokraten"? Würden Sie dies bitte genauer angeben.
-- "Nie war der internationale Druck auf die Türkei stärker, sich ihrer Geschichte zu stellen - und nie Ankaras bürokratische Elite entschlossener, ihre hergebrachten Rechtfertigungsmythen zu verteidigen und jeden Kritiker zum Vaterlandsverräter zu stempeln."
Wie beurteilen Sie die von der Türkei vorgeschlagene internationale unabhängige Historikerkommission und die Ablehnung dieser seitens Armenien?
-- "(...) Die Führung des untergehenden Osmanischen Reiches sah sich im Frühjahr 1915 von einer Welt von Feinden umstellt und konstruierte daraus einen Fall von Staatsnotwehr (...)"
Wie beurteilen Sie die Interventionen der westlichen Mächte im Osmanischen Reich zugunsten der Armenier, die Kollaboration der Armenier mit dem Kriegsgegner des Osmanischen Reiches, Russland und die Massaker seitens armenischer "Freiheitsorganisationen" an der osmanisch-muslimischen Zivilbevölkerung?
-- "Konfrontiert mit immer neuen Armenien-Resolutionen vor europäischen Parlamenten (...)"
Wie beurteilen Sie die Tatsache, dass über politische und propagandistische Instrumente versucht wird, Geschichtsschreibung zu betreiben?
-- "... Antrag der CDU-Bundestagsfraktion, der diese Woche diskutiert wurde und im Juni verabschiedet werden soll"
Wie erklären Sie sich, dass während der 16-jährigen CDU-Regierungszeit die CDU die "Armenische Frage" nicht im Bundestag diskutiert hat?
-- "(...) auch könne man sich vorstellen, eine unabhängige Instanz, etwa die Unesco, in den Prozeß der historischen Wahrheitsfindung einzubinden.
Ausgegangen war die Initiative von (...) den ehemaligen Botschaftern Onur Öymen und Sükrü Elekdagi. Genau darin liegt womöglich ein Geburtsfehler der Aktion, denn beide gelten als ausgesprochene Hardliner in der Armenierfrage."
Glauben Sie, dass Herr Öymen und Elekdagi an der von Ihnen angesprochenen internationalen unabhängigen Historikerkommission teilnehmen werden?
-- "Warum tut sich die moderne Türkei so schwer mit diesem Teil ihrer Vergangenheit?"
Ist Ihnen bekannt, dass im 1. Weltkrieg 2,5 Millionen Türken/Osmanen umkamen?
-- "(...) doch Atatürk selbst hat sich zu diesen Verbrechen in einer Offenheit geäußert (...) 1920 verurteilte er vor dem Parlament den Völkermord an den Armeniern als "eine Schandtat der Vergangenheit" (...)."
Würden Sie uns bitte Ihre Quellen zum "Kronzeugen Atatürk" nennen und in welchem Parlament er 1920 gesprochen haben soll.
-- "(...) Atatürk (...) in einem Gespräch mit einem amerikanischen Diplomaten nannte er die Zahl von 800000 ermordeten Armeniern und sprach sich für eine harte Bestrafung der Täter aus."
Würden Sie uns bitte Ihre Quellen dazu nennen.
-- "(...) Halil Berktay Anfang April in ähnlicher Weise äußerte, geriet er in den Strudel derselben Beschuldigungen, die auch der Schriftsteller Orhan Pamuk auf sich zog."
Wie beurteilen Sie die Anzeige bzw. die Voruntersuchungen in der Schweiz gegen den Leiter der Türkischen Gesellschaft für Geschichte - Yusuf Halacoglu - aufgrund seines Vortrages zur Armenischen Frage?
-- "... der US-Geschichtswissenschaftler Justin McCarthy (...). ein bislang weitgehend Unbekannter seiner Zunft (...)"
Ist Ihrer Meinung nach Professor McCarthy wirklich ein "weitgehend Unbekannter seiner Zunft"? Würden Sie uns dies bitte bestätigen.
-- "Diese Tradition stifte Identität unter den türkischen Nationalisten links wie rechts, sie werde von Generation zu Generation weitergegeben durch das staatliche Erziehungssystem - und sie brauche stets einen Gegenpol, an dem sie sich definieren könne."
Finden Sie nicht, dass gerade diese Aussage auf die armenische Diaspora zutrifft?
Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Olgun Bayrak
Türkische Internet Community
www.turkcom.org
Ihr Artikel "Eine Welt von Feinden" vom 24. April 2005
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,352917,00.html (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,352917,00.html)
Sehr geehrter Herr Zand,
da man der Türkei einen Genozid vorwirft und Sie in Ihrem Artikel dieses Thema behandeln, würden wir Sie bitten, uns folgende Fragen zu beantworten. Wir möchten Ihre Antwort oder Nichtantwort auf unserer Homepage unter "Medienbeobachtung" veröffentlichen und diskutieren.
-- "Das Wort führt eine alternde Garde chauvinistischer Bürokraten (...)"
Wen meinen Sie mit "einer alternder Garde chauvinistischer Bürokraten"? Würden Sie dies bitte genauer angeben.
-- "Nie war der internationale Druck auf die Türkei stärker, sich ihrer Geschichte zu stellen - und nie Ankaras bürokratische Elite entschlossener, ihre hergebrachten Rechtfertigungsmythen zu verteidigen und jeden Kritiker zum Vaterlandsverräter zu stempeln."
Wie beurteilen Sie die von der Türkei vorgeschlagene internationale unabhängige Historikerkommission und die Ablehnung dieser seitens Armenien?
-- "(...) Die Führung des untergehenden Osmanischen Reiches sah sich im Frühjahr 1915 von einer Welt von Feinden umstellt und konstruierte daraus einen Fall von Staatsnotwehr (...)"
Wie beurteilen Sie die Interventionen der westlichen Mächte im Osmanischen Reich zugunsten der Armenier, die Kollaboration der Armenier mit dem Kriegsgegner des Osmanischen Reiches, Russland und die Massaker seitens armenischer "Freiheitsorganisationen" an der osmanisch-muslimischen Zivilbevölkerung?
-- "Konfrontiert mit immer neuen Armenien-Resolutionen vor europäischen Parlamenten (...)"
Wie beurteilen Sie die Tatsache, dass über politische und propagandistische Instrumente versucht wird, Geschichtsschreibung zu betreiben?
-- "... Antrag der CDU-Bundestagsfraktion, der diese Woche diskutiert wurde und im Juni verabschiedet werden soll"
Wie erklären Sie sich, dass während der 16-jährigen CDU-Regierungszeit die CDU die "Armenische Frage" nicht im Bundestag diskutiert hat?
-- "(...) auch könne man sich vorstellen, eine unabhängige Instanz, etwa die Unesco, in den Prozeß der historischen Wahrheitsfindung einzubinden.
Ausgegangen war die Initiative von (...) den ehemaligen Botschaftern Onur Öymen und Sükrü Elekdagi. Genau darin liegt womöglich ein Geburtsfehler der Aktion, denn beide gelten als ausgesprochene Hardliner in der Armenierfrage."
Glauben Sie, dass Herr Öymen und Elekdagi an der von Ihnen angesprochenen internationalen unabhängigen Historikerkommission teilnehmen werden?
-- "Warum tut sich die moderne Türkei so schwer mit diesem Teil ihrer Vergangenheit?"
Ist Ihnen bekannt, dass im 1. Weltkrieg 2,5 Millionen Türken/Osmanen umkamen?
-- "(...) doch Atatürk selbst hat sich zu diesen Verbrechen in einer Offenheit geäußert (...) 1920 verurteilte er vor dem Parlament den Völkermord an den Armeniern als "eine Schandtat der Vergangenheit" (...)."
Würden Sie uns bitte Ihre Quellen zum "Kronzeugen Atatürk" nennen und in welchem Parlament er 1920 gesprochen haben soll.
-- "(...) Atatürk (...) in einem Gespräch mit einem amerikanischen Diplomaten nannte er die Zahl von 800000 ermordeten Armeniern und sprach sich für eine harte Bestrafung der Täter aus."
Würden Sie uns bitte Ihre Quellen dazu nennen.
-- "(...) Halil Berktay Anfang April in ähnlicher Weise äußerte, geriet er in den Strudel derselben Beschuldigungen, die auch der Schriftsteller Orhan Pamuk auf sich zog."
Wie beurteilen Sie die Anzeige bzw. die Voruntersuchungen in der Schweiz gegen den Leiter der Türkischen Gesellschaft für Geschichte - Yusuf Halacoglu - aufgrund seines Vortrages zur Armenischen Frage?
-- "... der US-Geschichtswissenschaftler Justin McCarthy (...). ein bislang weitgehend Unbekannter seiner Zunft (...)"
Ist Ihrer Meinung nach Professor McCarthy wirklich ein "weitgehend Unbekannter seiner Zunft"? Würden Sie uns dies bitte bestätigen.
-- "Diese Tradition stifte Identität unter den türkischen Nationalisten links wie rechts, sie werde von Generation zu Generation weitergegeben durch das staatliche Erziehungssystem - und sie brauche stets einen Gegenpol, an dem sie sich definieren könne."
Finden Sie nicht, dass gerade diese Aussage auf die armenische Diaspora zutrifft?
Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Olgun Bayrak
Türkische Internet Community
www.turkcom.org