Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : NTV, Ulrich W. Sahm
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:31
Ihr Artikel "Wieder hochaktuell - Völkermord von 1915" vom 17. April 2005
http://www.n-tv.de/519899.html (http://www.n-tv.de/519899.html)
Sehr geehrter Herr Sahm, sehr geehrte NTV Redaktion,
da man der Türkei einen Genozid vorwirft und Sie in Ihrem Artikel dieses Thema behandeln, würden wir Sie bitten, uns folgende Fragen zu beantworten. Wir möchten Ihre Antwort oder Nichtantwort auf unserer Homepage veröffentlichen.
-- "Franz Werfels Roman "Vierzig Tage des Mussa Dagh" war für viele die einzige Informationsquelle für den Völkermord von 1915."
Für wen war Werfels Roman "die einzige Informationsquelle"?
Wie seriös kann ein Roman als Informationsquelle sein, in Anbetracht eines Genozidvorwurfs?
-- "Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?"
Würden Sie uns bitte Ihre Quelle zu dem vermeintlichen Hitler-Zitat nennen.
-- "(...) des Mordes an 1,5 Millionen Armeniern (...)"
Würden Sie uns bitte Ihre Quellen zu den armenischen Opferzahlen nennen.
-- "Tausende türkische Mörder hätten "junge, schöne, gebildete und klavierspielende Armenierinnen" ausgewählt, um sie zu heiraten. Überliefert sei die Frage einer Armenierin: "Warum willst du mich heiraten, während du meine Eltern ermordest?" Der türkische Offizier antwortete: "Um eine moderne türkische Familie zu gründen.""
Sie zitieren Raymond Kevorkian und wir möchten Sie direkt fragen: Glauben Sie diese Schauergeschichten selber und wie seriös erscheinen Ihnen diese?
-- 1916 sagte Innenminister Talaat Pascha: "La question arménienne n'existe plus."
Wie lauten hierzu Ihre Quellen?
In welchem historischen Kontext soll das erklärt worden sein?
-- (...) Churchill nannte es ein "Verbrechen aus politischen Gründen".
Von Welchem "Verbrechen aus politischen Gründen" sprach Churchill und wurden diese Verbrechen im Prozess von Malta nicht thematisiert?
--- "Claude Mutafian (...) Kemal Atatürk, Gründer der Türkei, verleugnete die Existenz der Armenier, um den Anspruch der Türkvölker aus Mittelasien auf die Türkei zu rechtfertigen."
Dies ist eine eigenartige Feststellung, würden Sie uns Ihre Quellen bitter genauer angeben, da diese Aussage in krassen Gegensatz zur Gründungsideologie der Türkischen Republik steht.
-- (...) Walter Roessler (...) finanzierte er Nahrungsmittel für "tausende armenische Flüchtlinge in Konzentrationslagern in der Wüste und Aleppo"
Was verstehen Sie unter "Konzentrationslagern in der Wüste und Aleppo"?
Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Olgun Bayrak
Türkische Internet Community
www.turkcom.org
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:31
Antwort Ulrich W. Sahm vom 07.05.2005
Von: "Ulrich Sahm"
An: tuerkischeinternetcommunity@ya hoo.de (tuerkischeinternetcommunity@y ahoo.de)
Betreff: FW: Ihr Artikel "VXlkermord von 1915" vom 17.04.05
Datum: Sat, 7 May 2005 12:35:08 +0300
email: tuerkischeinternetcommunity@ya hoo.de (tuerkischeinternetcommunity@y ahoo.de)
Message: Ihr Artikel "Wieder hochaktuell - Völkermord von 1915" vom 17.
April 2005 http://www.n-tv.de/519899.html (http://www.n-tv.de/519899.html)
Sehr geehrter Herr Sahm, sehr geehrte NTV Redaktion,
da man der Türkei einen Genozid vorwirft und Sie in Ihrem Artikel dieses Thema behandeln, würden wir Sie bitten, uns folgende Fragen zu beantworten. Wir möchten Ihre Antwort oder Nichtantwort auf unserer Homepage veröffentlichen.
-- "Franz Werfels Roman "Vierzig Tage des Mussa Dagh" war für viele die
einzige Informationsquelle für den Völkermord von 1915."
Für wen war Werfels Roman "die einzige Informationsquelle"?
Wie seriös kann ein Roman als Informationsquelle sein, in Anbetracht eines Genozidvorwurfs?
Romane wie der von Werfel oder Filme wie "Schindlers Liste", "Der Pianist" dienen dazu, auf Schicksale hinzuweisen, das Gewissen der Menschen wachzurütteln zu Ereignissen, die ansonsten wenig bekannt sind oder verdrängt werden. Das gilt nicht nur für Genozidverwürfe sondern auch für vergessene Schicksale etwa während der deutschen Massenflucht aus dem Osten, siehe die neuesten Romane von Günther Grass.
-- "Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?"
Davon reden inzwischen einen Dutzend Parlamente weltweit, Politiker, angesehene Forscher und wenn Sie mal in den Osten der Türkei reisen, reden Sie vielleicht auch davon.
Würden Sie uns bitte Ihre Quelle zu dem vermeintlichen Hitler-Zitat nennen.
Dieser Satz von Adolf Hitler ist in den Akten des Auswärtigen Amtes
dokumentiert. So Hitler am 22.08.1939, zit. nach einer Mitschrift von Admiral Canaris, in: Akten zur deutschen auswärtigen Politik 1918-1945. Aus dem Archiv des deutschen Auswärtigen Amtes, Serie D (1937-45), Bd. 7, S. 171.
-- "(...) des Mordes an 1,5 Millionen Armeniern (...)"
Würden Sie uns bitte Ihre Quellen zu den armenischen Opferzahlen nennen.
Es handelt sich um eine allgemein akzeptierte Schätzzahl.
-- "Tausende türkische Mörder hätten "junge, schöne, gebildete und klavierspielende Armenierinnen" ausgewählt, um sie zu heiraten. Überliefert sei die Frage einer Armenierin: "Warum willst du mich heiraten, während du meine Eltern ermordest?" Der türkische Offizier antwortete: "Um eine moderne türkische Familie zu gründen.""
Sie zitieren Raymond Kevorkian und wir möchten Sie direkt fragen: Glauben Sie diese Schauergeschichten selber und wie seriös erscheinen Ihnen diese?
Ich habe bei der Tagung noch viel grausigere Geschichten gehört, die ich teilweise aus Dokumenten und Geschichten schon vorher gehört hatte. Diese spezielle Geschichte hat Kavorkian berichtet als Beispiel dafür, dass die Türken eben NICHT mit einer blinden Rassentheorie vorgegangen sind, wie es die Nazis gegen Juden und andere getan haben.
-- 1916 sagte Innenminister Talaat Pascha: "La question arménienne n'existe plus."
Wie lauten hierzu Ihre Quellen?
In welchem historischen Kontext soll das erklärt worden sein?
Dieser Satz wurde schon 1915 von der NZZ berichtet. Der geschichtliche Kontext? Ganz einfach: Dass es 1914 etwa 1,8 Millionen Armenier in der Türkei gab und 1915 nur noch ein paar zehntausend.
-- (...) Churchill nannte es ein "Verbrechen aus politischen Gründen".
Von Welchem "Verbrechen aus politischen Gründen" sprach Churchill und wurden diese Verbrechen im Prozess von Malta nicht thematisiert?
--- "Claude Mutafian (...) Kemal Atatürk, Gründer der Türkei, verleugnete die Existenz der Armenier, um den Anspruch der Türkvölker aus Mittelasien auf die Türkei zu rechtfertigen."
Dies ist eine eigenartige Feststellung, würden Sie uns Ihre Quellen bitter genauer angeben, da diese Aussage in krassen Gegensatz zur Gründungsideologie der Türkischen Republik steht.
Wie wäre es, wenn Sie selber recherchieren. Sogar das Internet mit Google könnte Ihnen behilflich sein. Es ist wohl nicht meine Aufgabe, Ihnen Ihre eigene Geschichte beizubringen.
-- (...) Walter Roessler (...) finanzierte er Nahrungsmittel für "tausende armenische Flüchtlinge in Konzentrationslagern in der Wüste und Aleppo"
Was verstehen Sie unter "Konzentrationslagern in der Wüste und Aleppo"?
Unter Konzentrationslagern verstehe ich Lager, in denen zehntausende Menschen ohne Nahrungsmittel mitten in der Wüste festgehalten werden und eines Tages spurlos verschwunden sind, weil tot. Ich verwendete Begriffe, die die Forscher bei der Tagung verwendet haben. Schließlich ist es meine Aufgabe als Journalist, zu berichten, und nicht Geschichten zu erfinden. Sie haben recht: Der Begriff "Vernichtungslager" wäre vielleicht passender gewesen.
Noch ein persönlicher Kommentar: Ich halte die Türkei für ein großartiges Land und schätze die Türken. Ich kenne die Türkei seit über dreißig Jahren und habe teilweise sogar in der Türkei gelebt, zumal mein Vater in Ankara mehrere Jahre lang Botschafter war. Ich persönlich würde es begrüßen, wenn die Türkei in die EU aufgenommen würde und auch von Deutschland freundlicher behandelt würde, als es vielfach der Fall ist.
Gleichwohl bin ich der Meinung, dass es der Türkei gut täte, endlich auch die dunklen Flecken der eigenen Geschichte aufzuarbeiten, ähnlich wie es die Deutschen getan haben. Es würde das Ansehen der Türkei nur heben und den emotionalen Kritikern der Türkei die Argumente nehmen.
Durch das Verleugnen historischer Ereignisse, die inzwischen 90 Jahre zurückliegen, durch die systematische Zerstörung armenischer Kirchen usw geben Sie und die Türkei sich Blößen, die ziemlich überflüssig sind.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:34
Antwort der TIC 08.05.2005
Sehr geehrter Herr Sahm,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Zu Werfel schreiben Sie:
"Romane wie der von Werfel oder Filme wie "Schindlers Liste", "Der Pianist" dienen dazu, auf Schicksale hinzuweisen, das Gewissen der Menschen wachzurütteln zu Ereignissen, die ansonsten wenig bekannt sind oder verdrängt werden. Das gilt nicht nur für Genozidverwürfe sondern auch für vergessene Schicksale etwa während der deutschen Massenflucht aus dem Osten, siehe die neuesten Romane von Günther Grass."
Das mag durchaus richtig sein, man darf jedoch nicht vergessen, dass es hier um einen Genozidvorwurf geht. Von daher sollte man die "Anklage" auf seriösere Fakten als auf einen Roman stützen.
Zum Hitler-Zitat schreiben Sie:
"Dieser Satz von Adolf Hitler ist in den Akten des Auswärtigen Amtes dokumentiert. So Hitler am 22.08.1939, zit. nach einer Mitschrift von Admiral Canaris, in: Akten zur deutschen auswärtigen Politik 1918-1945. Aus dem Archiv des deutschen Auswärtigen Amtes, Serie D (1937-45), Bd. 7, S. 171."
Das Hitler-Zitat ist eine Fälschung und wurde bereits damals nicht zu den Nürnberger Prozessen zugelassen. Hierzu empfehlen wir das Buch von Wolfgang Gust "Der Völkermord an den Armeniern, Die Tragödie des ältesten Christenvolkes der Welt", München/Wien 1993, insbesondere das Kapitel "Lehrstück für Hitler?". Hier ein Auszug:
"(...) Von der vierstündigen Ansprache Hitlers gibt es fünf Aufzeichnungen, doch nur in einer kommen die Armenier vor. Sie stammt von dem amerikanischen Journalisten und Pulitzerpreisträger Louis Paul Lochner (...) Lochner hatte das Schriftstück am 25. Oktober der britischen Botschaft in Berlin übergeben. Sein Informant war, nach eigenem Bekunden, der Jugendführer Hermann Maß, der ihm das Dokument auf Veranlassung des gerade als Heeres-Generalstabschef zurückgetretenen Generaloberst Ludwig Beck zukommen ließ. Aber auch Beck war nicht der Autor der Niederschrift, sondern hatte sie von einem ungenannten Offizier. Aller Wahrscheinlichkeit nach war dieser ungenannte Offizier Abwehrchef Wilhelm Canaris (...) In der später publizierten Mitschrift des Admirals Canaris aber kommt die Anspielung auf das Schicksal der Armenier nicht vor. (...) Wenngleich über die Authentizität der Hitlerschen Anspielungen auf die Armenier gestritten werden kann (...)"
Selbst Wolfang Gust hat Zweifel an der Authentizität des Zitates. Des Weiteren verweisen wir auf Yves Ternon:
"To be considered as evidence, a document has to be both valid and correctly interpreted. The Talaat's telegrams and other documents collected by Aram Andonian, although authentic, are not acceptable and this paper explains why. As for the phrase - "Who, still remembers the Armenian massacres ?" - if mentioned by Hitler, it was in a very specific context and has a different meaning than that given by some in establishing a direct link between the two genocides."
http://www.cdca.asso.fr/cdca/colloque/colloquecdca-yves_ternon.htm (http://www.cdca.asso.fr/cdca/colloque/colloquecdca-yves_ternon.htm)
Zu den armenischen Opferzahlen schreiben Sie:
"Es handelt sich um eine allgemein akzeptierte Schätzzahl."
Hierzu zitieren wir aus unserer Stellungnahme:
"Wie man immer wieder feststellen kann, wird nie eine Quelle für die 1,5 Mio. armenischen "Opfer" genannt. Selbst auf hartnäckige Anfrage bekommt man keinerlei seriöse Belege. Diese Zahl gibt die armenische Gesamtbevölkerung um 1915 an bzw. ist das arithmetische Mittel aus unterschiedlichen Zählungen [1]. Hier wird jedoch auf armenischer Seite eine interessante Zahlenrhetorik angewandt: Man spricht von "Opfern" und impliziert insgeheim, dass tatsächlich alle "Opfer" umgekommen sind, ohne dabei zu erwähnen, wie viele die Umsiedlung (...) überlebt haben bzw. von dieser nicht betroffen waren. Es wird nicht erwähnt, dass ca. 600.000 Armenier die Umsiedlung überlebt haben und dass die Armenier Westanatoliens, ca. 150.000, von der Umsiedlung nicht betroffen waren [2]. Hinzu kommen noch ca. 200.000 armenische Konvertiten die zum Islam übergetreten sind bzw. dazu gezwungen wurden [3]. (...) Alleine durch Aufzählung der Überlebendenzahlen kommt man auf 950.000 Armenier, die entweder nicht von der Umsiedlung betroffen waren oder diese nachweislich überlebt haben."
http://www.turkcom.org/content.php?article.23 (http://www.turkcom.org/content.php?article.23)
Zu den "Schauergeschichten" schreiben Sie:
"Ich habe bei der Tagung noch viel grausigere Geschichten gehört, die ich teilweise aus Dokumenten und Geschichten schon vorher gehört hatte. Diese spezielle Geschichte hat Kavorkian berichtet als Beispiel dafür, dass die Türken eben NICHT mit einer blinden Rassentheorie vorgegangen sind, wie es die Nazis gegen Juden und andere getan haben."
Es gibt sicher noch viel grausigere Schauergeschichten. Wir möchten Sie jedoch wieder daran erinnern, das dies in Anbetracht des Genozidvorwurf weder seriös noch in irgendeiner Art und Weise akzeptabel ist. Es ist armenischerseits unredlich aufgrund von Geschichten und Romanen einen Genozid belegen zu wollen, besonders in Anbetracht der permanenten Verschweigung belegter armenischer Gräueltaten an osmanisch-muslimischen Zivilisten.
Zum "Anspruch der Türkvölker aus Mittelasien..." schreiben Sie:
"Wie wäre es, wenn Sie selber recherchieren. Sogar das Internet mit Google könnte Ihnen behilflich sein. Es ist wohl nicht meine Aufgabe, Ihnen Ihre eigene Geschichte beizubringen."
Enver Pascha war der einzige namhafte Vertreter unter den Jungtürken, der einen pantürkischen Staat gründen wollte. Er ist 1922 in Zentralasien bei einem Gefecht einsam gestorben. Atatürk und die Gründer der Republik haben sich ausdrücklich von den Jungtürken und allen pantürkischen Plänen distanziert. Noch heute steht in vielen offiziellen Gebäuden in der Türkei: "Friede in der Heimat, Friede in der Welt". Dies ist u. a. eine Absage an die großtürkischen Pläne gewesen und diese Devise gilt noch heute.
Zu den Konzentrationslagern schreiben Sie:
"Unter Konzentrationslagern verstehe ich Lager, in denen zehntausende Menschen ohne Nahrungsmittel mitten in der Wüste festgehalten werden und eines Tages spurlos verschwunden sind, weil tot. Ich verwendete Begriffe, die die Forscher bei der Tagung verwendet haben. Schließlich ist es meine Aufgabe als Journalist, zu berichten, und nicht Geschichten zu erfinden. Sie haben recht: Der Begriff "Vernichtungslager" wäre vielleicht passender gewesen."
Mit dem Begriff "Konzentrationslager" wird der jüdische Holocaust instrumentalisiert. Die Armenier wurden nicht in "Konzentrationslagern" festgehalten sondern in Sammelstellen. Ca. 600.000 Armenier haben die Umsiedlung überlebt. Als Journalist sollten Sie über diese Tatsache berichten und nicht den schrecklichen Begriff "Konzentrationslager" im Raum stehen lassen.
Abschließend möchten wir Sie zu mehr Quellenforschung anregen – soweit dies in der heutigen schnelllebigen Medienzeit noch möglich ist - und Sie davor warnen, blind armenisch-nationalistische Angaben zu übernehmen und im Gegenzug türkische Argumente gänzlich zu ignorieren oder ins Lächerliche zu ziehen. Die ist besonders in Anbetracht der armenischen "Beweise"
- gefälschte Bevölkerungsstatistiken und Opfer-/Totenzahlen
- gefälschtes Hitler-Zitat
- angebliche Atatürk-Reden bzw. "Kronzeuge Atatürk"
- gefälschtes Talat-Pascha-Telegramm (Aram Andonian Dokumente)
- Lepsius' Manipulationen
- Toynbees Kriegspropaganda
- Morgenthaus Kriegspropaganda
- 40 Jahre Daschnak- und Huntschak-Terror sowie die Kollaboration mit Russland werden verschwiegen
- osmanisch-muslimische Ermordete werden ignoriert
- Werfels fiktiver Roman usw.
unseriös.
Man kann der Türkei durchaus vorwerfen, dass sie mit ihrer Nachlässigkeit bezüglich der Armenischen Frage viel Schaden angerichtet und das Feld armenischen Nationalisten überlassen hat. Wir als in Deutschland lebende Türken spüren dies Tag für Tag, da man uns verbal lyncht, wenn wir gegenargumentieren wollen. Vielen in Deutschland ist jedoch nicht klar, dass sie 1:1 die armenisch-nationalistische Sicht wiedergeben und dass es eine wissenschaftliche Opposition dazu gibt, nicht nur in der Türkei.
Wir möchten noch aus unserer Stellungnahme zitieren:
"Abschließend möchten wir bemerken, dass die "Armenische Frage" in der Türkei kein "Tabu" ist. Die Werke vieler von uns zitierter westlicher Autoren sind in der Türkei frei erhältlich, türkische Zeitungen und Fernsehkanäle sind voll mit Beiträgen sowie Berichten von Wissenschaftlern, Historikern und Intellektuellen. Die Diskussion kommt jedoch zu einem anderen Ergebnis als in Europa und ist für viele Menschen mit schmerzlichen Erinnerungen verbunden. Sei es, dass ihre Familien während des 1. Weltkrieges vertrieben oder dass sie Opfer armenischer Übergriffe wurden oder dass man immer noch versucht, aufgrund widerlegter "Beweise" und ohne Anhörung türkischer Wissenschaftler, Zeitzeugen und Überlebender die Türkei zur Anerkennung eines Genozids zu zwingen sowie jegliche kritische Stellungnahme pauschal und reflexartig als "Genozidleugnung" diffamiert."
http://www.turkcom.org/content.php?article.23 (http://www.turkcom.org/content.php?article.23)
Nochmals vielen Dank für Ihre Antwort Herr Sahm.
Mit freundlichen Grüßen
Olgun Bayrak
Türkische Internet Community
www.turkcom.org (http://www.turkcom.org/)
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:37
Ulrich W. Sahm 07 Mai : 12:09 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Eine Antwort liegt Ihnen vor, aber Sie haben sie noch nicht reingestellt.
Dies zur Information Ihrer Leser.
Ich hoffe, dass Sie die Antwort unzensiert reinstellen.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:37
Olgunbayrak (http://www.turkcom.org/user.php?id.2) 07 Mai : 20:28 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifKommentare: 34
Guten Tag Herr Sahm,
Ihre Antwort liegt uns vor, vielen Dank.
Wir werden diese natürlich unzensiert veröffentlichen und Ihnen unverzüglich antworten.
Olgun Bayrak
Türkische Internet Community
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:37
Ulrich W. Sahm 08 Mai : 13:41 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Sehr geehrter Herr Bayrak,
Ihre Methode befremdet mich, um es gelinde zu sagen.
Warum stellen Sie mir und anderen Autoren Fragen, wenn Sie alles viel besser wissen und die Antworten alle schon parat haben. Was bezwecken Sie mir Ihrer Übung? Wenn Sie anderer Meinung sind, hätten Sie lieber einen informativen Leserbrief schreiben können, anstatt uns mit zusätzlicher Arbeit einzudecken. Ich hatte den Eindruck, als wären Ihre Fragen ernst und aufrichtig gemeint. So aber stellt sich heraus, dass sie bemüht sind, Journalisten und andere Autoren aufs Glatteis zu führen.
Ihre Argumente lösen bei mir Abscheu aus. Wenn Sie mit Kriegszuständen, Russen, Gefahr für die Existenz des Osmanischen Reiches oder mit Gräueltaten der Armenier Massenmorde an hunderttausenden Frauen und Kindern rechtfertigen, so stellen Sie sich aus meiner Sicht auf eine Stufe mit Holocaustleugnern und anderen Zeitgenossen, mit denen ich nichts zu tun haben will.
Gerade wegen Ihrer Argumentation werde ich Ihre Quellen und Argumente nicht weiter recherchieren. So haben Sie genau das Gegenteil dessen erreicht, was Sie vermutlich erhofft hatten.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:37
Deniz Kabze ( Dortmund) 08 Mai : 14:07 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
"Gerade wegen Ihrer Argumentation werde ich Ihre Quellen und Argumente nicht weiter recherchieren."
Herr Sahm, damit erzählen Sie uns ( Türken) nichts neues.
Uns ist bewust das Sie in diese richtung nicht recherchiert haben oder möchten.
Als seriöser Jornalist hätten Sie beide Seiten in frage stellen können/ müssen, so sehen wir Sie auch nur als Handlanger der Armenischen Dispora.
Sie reihen sich in den tross der Leugner ein,indem Sie nicht in einem satz die opfer der Türken und Kurden, die durch die hand der Armenischen Banden umgekommen sind erwähnen.
mfg Deniz Kabze
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:38
Dr. Kemal Inceli 08 Mai : 14:09 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Herr Sahm,
Ihre Argumentation hat mich zutiefst erschrocken.
Abscheu löst bei mir auf, wenn jemand wie Sie ohne zu recherchieren, Lügen und Propaganda dazu verwenden, ein ganzes Volk aus niederen politischen Gründen an die Wand zu stellen. Sie lehnen die Quellen des Herrn Bayrak ab, da Sie die Argumentation ablehnen? Was ist das für eine Logik? Diese neutralen Quellen sind im Gegensatz zu ihren seriös und unabhängig. Wären Sie ernsthaft an der Wahrheitsfindung interessiert gewesen, so hätten Sie diese genannten Quellen überprüfen oder recherchieren können.
So hinterlassen Sie bei mir den Eindruck eines nicht sauber bis gar nicht recherchierten, auf Propaganda und Niedertracht begründeten Intention verfassten Aritkelverfassers.
Diese Niedertracht verabscheue ich!
Dr.Kemal Inceli
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:38
Ulrich W. Sahm 08 Mai : 14:25 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Ich habe nicht geschrieben, dass ich die Argumente verwerfe. Ich habe die anmaßende Methode angeprangert, mit der Sie hier vorgehen. Das ist keine Methode, jemanden zu überzeugen, einen Journalisten zu weiteren Recherchen zu animieren oder Sympathien für die Türkei zu erwecken, wobei Sie bei mir einige erhebliche Fragezeichen über die Türkei oder ihre Politik geweckt haben, die es bei mir (wie oben geschrieben) vorher nicht gegeben hat.
Es ist eine Zumutung Ihrerseits, mich schon zum "Handlanger" der armenischen Opposition zu machen. Wenn ich über die Türkei berichte, bezeichnen Sie mich dann auch "Handlanger der Türkei"?
Sie halten es für eine Niedertracht, wenn ich über ein Ereignis berichte, das Ihnen offenbar nicht ins Konzept passt. Seit wann ist es die Aufgabe eines Journalisten, alle Aussagen von Forschern oder auch nur von Interviewpartnern zu überprüfen?
Wenn es hier eine türkische Veranstaltung gegeben hätte, die der türkischen Opfer gedenkt, hätte ich genauso darüber berichtet.
Sie scheinen nicht zu wissen, was freie Presse in einem freien Land bedeutet
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:38
E.G. 08 Mai : 14:34 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Herr Sahm,
Es liegt doch auf der Hand das man die Opfer 1915 dazu benutzt, um damit den „Drohenden“ EU- Beitritt der Türkei torpedieren/ blockieren kann und genau das ist das Abscheuliche der ganzen Geschichte! Man benutzt die Armenier, denn dies ist die letzte Chance für die Beitrittsgegner, weil alle anderen Reformen erfüllt sind und nach und nach auch umgesetzt werden.
Wenn sie wirklich ein „Humanist“ wären, dann würden sie über die Greultaten Armeniens in Aserbaidschan berichten.
Mit freundlichen Grüßen
E.G. aus Mülheim
(Egal was für spielchen gespielt werden. Wir werden am Ende in der EU sein!)
Der Konservatismus und Faschismus wird ersetzt durch die Toleranz und Gleichberechtigung!
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:38
Dr. Kemal Inceli 08 Mai : 14:48 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Herr Sahm,
Es ist sehr wohl die originäre Aufgabe eines Journalisten, Behauptungen auf die Richtigkeit zu überprüfen. Sie sollten Ihren Selbstverständnis des Berufs "Journalist" überprüfen. Wenn Sie Behauptungen von selbsternannten "Forschern" als die unwiderlegbare Wahrheit darstellen, so haben Sie fahrlässig gehandelt.
Unabhängige Quellen nicht betrachten zu wollen, nur weil Ihnen die Argumentation Ihres Gegenüber nicht passt, oder dieser vielleicht nicht "symphatisch" ist, ist eine Ohrfeige für jeden richtigen Journalisten, die eine gewisse Berufs-Ethik und das Verständnis von Wahrheit besitzen.
Mit dieser Aussage haben Sie sich als "Journalist" vollständig disqualifiziert.
Ihre herablassende und unqualifizierte Art, mir Unwissen zu unterstellen, "was freie Presse in einem freien Land bedeutet", verhindert Sie als ernstzunehmenden Journalisten ernst zu nehmen.
Eine freie Presse ist nicht gleichzusetzen mit einer Diffamierung und auf Propaganda begründetes Artikel ihrerseits.
mfg
Dr. Kemal Inceli
München
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:38
Ulrich Sahm 08 Mai : 14:55 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Ohne die Anerkennung und aufarbeitung der deutschen Verbrechen wäre Deutschland nicht so schnell wieder in die Völkergemeinschaft aufgenommen worden.
Sie verlangen ein Aufarbeiten armenischer Verbrechen in Aserbeidschan. Es ist mir nicht bekannt, dass Armenien einen Antrag gestellt hätte, in die EU aufgenommen zu werden.
Und wenn es in Deutschland und anderswo Gegner zu einer Aufnahme der Türkei wegen dem nicht-eingestanderen und aufgearbeiteten Genozids ab 1915 gibt, was hindert die Türkei daran, diesen Laute die Argumente zu nehmen, ohne wenn und aber, Ablenkungsmanövern und fiesen Methoden gegenüber Journalisten diese Vergangenheit aufzuarbeiten, einzugestehen und damit zu leben.
Nur um Ihnen ein kleines Beispiel zu nennen: Dänemark galt bisher als eines der ganz wenigen Länder der Welt, die alle Juden gerettet haben. Jetzt stellt sich heraus, dass Dänemark 17 Juden (siebzehn) nach Nazideutschland zurückgeschickt hat. Und schon veröffentlicht Dänemark eine Entschuldigung, bedauert dieses im Namen Dänemarks begangenen Verbrechen usw.
Wollen Sie behaupten, dass die Türkei 1915 nicht einmal 17 armenische Kinder und Frauen willentlich umbringen ließ?
Eines versichere ich Ihnen: so wie Sie vorgehen, wird die Türkei aus ganz vielen anderen Gründen nicht aufgenommen werden, etwa wenn Sie die Pressefreiheit nicht respektieren.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:39
Deniz Kabze ( Dortmund) 08 Mai : 15:10 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Herr Sahm.
Was versuchen Sie hier?
Für die aufnahme der Türkei in die EU sind nur die Koppenhager Kriterien massgebend.
Steht Irgendetwas in diesen Kriterien,das die Türkei diese von Historikern nicht aufgearbeitete "angebliche Genozd" anerkennen mus?
Die Türkei kommt indem Sie Ihre Arhive öffnet und Armenische Historiker Einladet, um diese Tragischen ereignisse aufzuarbeiten,zu findung der Warheit sehr entgegen.
Sie sollten sich fragen warum die Armenische seite die öffnung ihrer Arhive weiter verweigert.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:39
Dr. Kemal Inceli 08 Mai : 15:19 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Sie verlangen ein Aufarbeiten armenischer Verbrechen in Aserbeidschan. Es ist mir nicht bekannt, dass Armenien einen Antrag gestellt hätte, in die EU aufgenommen zu werden.
Das Aufarbeiten und Verurteilen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist nur dann möglich und ratsam, wenn das entsprechende Land ein Antrag zur Aufnahme in die EU stellt?
Völkerrecht steht immer noch zum Glück über EU-Recht.
Ausserdem gehört es zu meinem Ethik-Verständnis Verbrechen immer unabhängig von politischen Intentiónen anzuklagen. Und das vermisse ich bei Ihnen.
Wollen Sie wirklich ernst genommen werden?
Eines versichere ich Ihnen: so wie Sie vorgehen, wird die Türkei aus ganz vielen anderen Gründen nicht aufgenommen werden, etwa wenn Sie die Pressefreiheit nicht respektieren.
Ich respektiere Ihr Artikel so wie Sie meine Meinung respektieren. Auch ich habe das Recht zur freien Meinungsäußerung. Schon vergessen? Ihr Artikel ist volgespickt mit Unwahrheiten und schlecht bis gar nicht recherchierten Passagen. Das kann ich nicht respektieren. Sie respektieren nicht die genannten seriösen und unabhängigen Quellen.
Machen Sie ruhig mit Ihrer arroganten Art weiter. Ihnen geht es nur um die Politisierung auf der billigsten Art. Ich unterstelle Ihnen, dass es Ihnen gar nicht so sehr um die vermeintlichen Opfer geht, sondern nur um gegen den EU-Beittritt der Türkei zu wettern!
Sie sind so leicht zu durchschauen!
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:39
Yücel 08 Mai : 16:28 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Herr U. W. Sahm,
ich möchte Ihnen einen Kodex vorstellen:
Vom Deutschen Presserat in Zusammenarbeit mit den Presseverbänden beschlossen und Bundespräsident Gustav W. Heinemann am 12. Dezember 1973 in Bonn überreicht.
In der Fassung vom 02.03.2005.
Ziffer 1
Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.
Ziffer 2
Zur Veröffentlichung bestimmte Nachrichten und Informationen in Wort und Bild sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Dokumente müssen sinngetreu wiedergegeben werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.
Symbolfotos müssen als solche kenntlich sein oder erkennbar gemacht werden.
Ziffer 3
Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, insbesondere personenbezogener Art, die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtigzustellen.
Ziffer 4
Bei der Beschaffung von personenbezogenen Daten, Nachrichten, Informationen und Bildern dürfen keine unlauteren Methoden angewandt werden.
Ziffer 5
Die vereinbarte Vertraulichkeit ist grundsätzlich zu wahren.
Ziffer 6
Jede in der Presse tätige Person wahrt das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Medien sowie das Berufsgeheimnis, macht vom Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch und gibt Informanten ohne deren ausdrückliche Zustimmung nicht preis.
Ziffer 7
Die Verantwortung der Presse gegenüber der Öffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder durch persönliche wirtschaftliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden. Verleger und Redakteure wehren derartige Versuche ab und achten auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken.
Ziffer 8
Die Presse achtet das Privatleben und die Intimsphäre des Menschen. Berührt jedoch das private Verhalten öffentliche Interessen, so kann es im Einzelfall in der Presse erörtert werden. Dabei ist zu prüfen, ob durch eine Veröffentlichung Persönlichkeitsrechte Unbeteiligter verletzt werden.
Die Presse achtet das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und gewährleistet den redaktionellen Datenschutz.
Ziffer 9
Es widerspricht journalistischem Anstand, unbegründete Behauptungen und Beschuldigungen, insbesondere ehrverletzender Natur, zu veröffentlichen.
Ziffer 10
Veröffentlichungen in Wort und Bild, die das sittliche oder religiöse Empfinden einer Personengruppe nach Form und Inhalt wesentlich verletzen können, sind mit der Verantwortung der Presse nicht zu vereinbaren.
Ziffer 11
Die Presse verzichtet auf eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt und Brutalität. Der Schutz der Jugend ist in der Berichterstattung zu berücksichtigen.
Ziffer 12
Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer rassischen, ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.
Ziffer 13
Die Berichterstattung über Ermittlungsverfahren, Strafverfahren und sonstige förmliche Verfahren muss frei von Vorurteilen erfolgen. Die Presse vermeidet deshalb vor Beginn und während der Dauer eines solchen Verfahrens in Darstellung und Überschrift jede präjudizierende Stellungnahme. Ein Verdächtiger darf vor einem gerichtlichen Urteil nicht als Schuldiger hingestellt werden. Über Entscheidungen von Gerichten soll nicht ohne schwerwiegende Rechtfertigungsgründe vor deren Bekanntgabe berichtet werden.
Ziffer 14
Bei Berichten über medizinische Themen ist eine unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden, die unbegründete Befürchtungen oder Hoffnungen beim Leser erwecken könnte. Forschungsergebnisse, die sich in einem frühen Stadium befinden, sollten nicht als abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen dargestellt werden.
Ziffer 15
Die Annahme und Gewährung von Vorteilen jeder Art, die geeignet sein könnten, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion zu beeinträchtigen, sind mit dem Ansehen, der Unabhängigkeit und der Aufgabe der Presse unvereinbar. Wer sich für die Verbreitung oder Unterdrückung von Nachrichten bestechen lässt, handelt unehrenhaft und berufswidrig.
Ziffer 16
Es entspricht fairer Berichterstattung, vom Deutschen Presserat öffentlich ausgesprochene Rügen abzudrucken, insbesondere in den betroffenen Publikationsorganen.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:39
Ulrich W. Sahm 08 Mai : 17:10 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Von vier Journalisten, denen Sie Ihre "Leserbriefe" in Form von Fragenkatalogen geschickt haben, war ich der einzige, der auf Ihren Trick reingefallen war und geantwortet hat.
Ich hatte Ihnen geschrieben, dass ich der Türkei nicht negativ gegenüberstehe. Ich war weißgott auch nicht der einzige Journalist, der über das weltweite Gedenken der Armenier 90 Jahre danach berichtet hat. Meine Beschreibung des beschriebenen Ereignisses in Jerusalem, das ich beschrieben habe, entspricht der vollen Wahrheit. Es ist nicht meine Aufgabe, die dabei geäußerten Äußerungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen.
Und wenn Sie glauben, mit diesen Methoden Ihren Zielen einen guten Dienst zu leisten, indem Sie Berichterstatter zu "Handlangern" abstempeln und Schlimmeres, tun Sie ihrer Sache gewiss keinen guten Dienst.
Es ist nicht meine Schuld, dass es im deutschen Bundestag dazu eine große Debatte gab, dass Jerusalem ein wichttiges armenisches Zentrum ist und dass es hier Ereignisse gab, über die mich meine Redaktionen verpflichteten, zu berichten. Und das habe ich gamäß allen journalistischen Kriterien getan.
Wenn Sie mich überzeugen wollen, damit ich über die Ereignisse 1915 anders berichte, müssten Sie sich etwas andere Methoden der PR Arbeit ausdenken. So jedenfalls nicht!
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:40
Historikerzunft 08 Mai : 17:30 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Sehr geehrter Herr Sahm,
ich bin enttäuscht, ich bin wütend, ich bin hilflos. Ihre Antworten zu diesem Thema habe ich gelesen. Freilich, musste ich erst darüber etwas nachdenken und wollte nicht direkt dazu Stellung beziehen.
Ich habe mir gut überlegt, was ich schreibe - auch um deutlich zu machen, dass ich als Mensch nicht nur in Sachzusammenhängen argumentiere, sondern stets auch in Kommunikations-, Beziehungs- und emotionalen Zusammenhängen agiere. Freilich berührt das ganz persönliche Bereiche, und Gegenstand dieser Auseinandersetzung sind nicht in erster Linie oder vielleicht überhaupt nicht meine persönlichen Bekenntnisse, sondern Lernen von Methoden, von Konzeptionen/Theorien und von Inhalten.
In der Debatte sollten Sie, aber auch wir Türken, nicht vergessen, dass der Erste Weltkrieg eine Katastrophe in menschlicher und materieller Hinsicht darstellt, die bisher nur vom Zweiten Weltkrieg in den Schatten gestellt wurde. Freilich, kann niemand von uns „leugnen“, dass es zu schlimmen Verbrechen gekommen ist. Niemand von uns Türken, noch die Regierung oder der türkische Staat können nicht Verbrechen an der Zivilbevölkerung, auch wenn es sich um „Feinde“, Christen, Kollaborateure, handelt, rechtfertigen.
Es muss aber trotz allem möglich sein Fragen zu stellen, gerade, weil nicht nur Armenier umkamen, sondern auch Muslime, Türken und Kurden. Zu lange haben wir Türken zu diesem schwierigen Thema geschwiegen, zu lange haben wir dieses Kapitel unserer Geschichte verdrängt. Trotz allem wurden wir immer wieder dazu gezwungen Stellung zu beziehen, auch, weil unsere Diplomaten durch Asala Terroristen getötet wurden. Aber nicht nur der armenische Terrorismus zwang und zwingt uns Antworten zu geben. In der Historiographie hat sich eine Meinung durchgesetzt und hier haben Sie leider vollkommen recht, dass es sich bei den Ereignissen des Jahres 1915 um einen Völkermord handelt. Die überwältigende Mehrzahl der „westlichen“ Medien vertritt, genau wie die Zunft, diese Ansicht.
Dieser Flut von Anschuldigungen, ob sie berechtigt sind oder nicht, versucht die Mehrheit der türkischen Gesellschaft entgegen zu treten. Sämtliche türkischen Regierungen und auch die meisten türkischen Historiker bestreiten, dass es einen Völkermord an den Armeniern gegeben habe.
Man macht dies nicht, wie man vielleicht denken mag, aus der Überzeugung, dass die Umsiedlung der Armenier richtig war, sondern weil man sich gegen die Anschuldigung „Völkermord / Genozid“ wehrt. Jeder von uns weiß, dass dieser Tatbestand Ausdruck einer Barbarei und Unmenschlichkeit ist, die unbegreiflich in ihrer Dimension scheint. Die Ablehnung dieses Begriffs zeugt davon, dass die türkische Gesellschaft erkannt hat, dass es sich dabei um etwas handelt, dass man weder verteidigen, noch rechtfertigen kann. Es stellt schlicht und ergreifend einen Kulturbruch dar, ein Verbrechen, für das es keine Erklärung oder Rechtfertigung geben kann.
Die meisten Türken und Kurden sind der Auffassung, dass es sich 1915 um ein „mukatele“ (ein alter osmanischer Begriff für „gegenseitiges Gemetzel“) handelt. Natürlich können Sie dem entgegen stellen, dass sich Zivilisten nicht wehren konnten. Doch konnten sich die türkischen Zivilisten wehren, als sie von armenischen Revolutionären getötet wurden?
Nein, sie konnten es nicht. Und es gibt auch keine Entschuldigung und auch keine Rechtfertigung weder für die eine, noch für die andere Seite.
Es wirkt nicht glaubwürdig, dass es das Ziel des Osmanischen Reiches gewesen sein, alle Armenier zu deportieren und zu töten. Es wirkt nicht glaubwürdig nur die Türken alleine an den Pranger zu stellen. Es wirkt nicht glaubwürdig jedes Gegenargument der Türken als Leugnung oder Rechtfertigung zu diffamieren.
Sehr geehrter Herr Sahm, ohne Leidenschaft und Hingabe - etwas sachlicher ausgedrückt „Engagement“ - für die Themen, für Personen, für Diskussionen und für Kommunikation überhaupt geht es nicht. Ob einige antriebslose Journalisten darüber schmunzeln, ist mir egal. Übrigens: Alles ist persönlich, ob wir es wollen oder nicht, „rein sachliche“ Zusammenhänge, Argumentationen etc. sind nur Vorspiegelungen, weil wir uns vor den Emotionen fürchten, uns selbst verstecken, den anderen ein Bild von uns selbst vorspielen wollen.
Verweise auf vermeintliche Autoritäten, Quellen und Hinweise auf unsere Demokratiedefizite geben Ihren Ausführungen nur den Beigeschmack des Sich – Absichern Wollens. Eigene Überlegungen und nicht das bloße Widergeben vermeintlicher Inhalte sind meiner Meinung nach besser, wenn Sie von diesem „historischen Mienenfeld“ berichten wollen. Die türkische Kritik, an Ihrem Bericht, mag vielleicht überzogen sein, sie hat aber ihre Berechtigung, nicht, weil man Ihren Bericht in Oberlehrermanier auseinandernehmen kann, sondern weil wir ein Interesse daran haben auch unseren Standpunkt erwähnt und nicht vergessen zu wissen.
Was dieser Eklat bei uns Türken oder Ihnen bewirkt, ich weiß es nicht, es wird auch sehr unterschiedlich sein. Ich denke, dass man diesen Konflikt nur lösen kann, wenn man anfängt darüber offen zu sprechen und nicht künstliche Konventionen, Tabus, Gesetze und Berichte verfasst, die dies nicht ermöglichen.
Wir sollten uns alle fragen, auch Sie Herr Sahm, wie man den Frieden zwischen unseren Kulturen wiederherstellen kann. Ich möchte nicht, dass sich eine Entwicklung verfestigt, die Aristophanes in seinem Stück „Der Frieden“ beschreibt. Er lässt dort Trygaios fragen: Wo ist die Friedenszeit/ der Frieden hin? Die Antwort von Hermes: Der Krieg hat sie tief in ein Loch gesperrt.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:40
Marcus 08 Mai : 18:02 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Sehr geehrter Herr Sahm,
sie sind nicht auf einen Trick reingefallen, sondern haben mit der Beantwortung größe bewiesen die man von anderen Autoren leider nicht erwarten kann und dafür respektiere und achte ich sie. Sie scheinen ein ehrlicher Mensch zu sein und die TIC (nach meiner Betrachtungsweise) wirft ihnen nichts vor, sondern versucht sie dazu zu animieren weitere Quellenforschung zu betreiben. Ich kann daran nichts schlechtes erkennen. Das Ziel dieser Briefe (sofern ich das als Gast verstanden habe) ist es zu hinterfragen und sie zu weiterer Quellenforschung anzuregen. Die Geschichtsforschung, auf diesem Gebiet, ist noch nicht beendet und die andere Seite der Medaille kommt erst seit kurzem zum Vorschein.
Ich persönlich denke, dass ein Historikergremium gegründet werden sollte um diesen Teil der Geschichte aufzuarbeiten. Denn dann würde die Wahrheit ans Tageslicht kommen und weder die türkischen, als auch die armenischen könnten diese Wahrheit leugnen bzw. als Lüge abstempeln zumal diese Kommission von beiden Seiten ins Leben gerufen werden müsste.
Ich möchte meinen Beitrag mit den Worten Albert Einsteins beenden: „Wer es in kleinen Dingen mit der Wahrheit nicht ernst nimmt, dem kann man auch in großen Dingen nicht vertrauen“.
Mit freundlichen Grüßen
Marcus
Ps
Ich bedanke mich bei der Türkischen Internet Community für eine interessante und informative Seite. http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gif
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:40
Ulrich W. Sahm 08 Mai : 18:04 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Lieber Historikerzunft.
Verstehe ich Sie richtig, dass es da doch was gegeben hat, was von anderen verschwiegen und verdrängt worden ist?
Sie scheinen nur zu beklagen, dass ich nicht-armenische Opfer verschwiegen hätte. Ich habe über eine Tagung bei den Armeniern berichtet, nicht mehr und nicht weniger. Mir ist/war nichts bekannt über eine vergleichbare türkische Tagung, über die ich hätte berichten können, um ein anderes Bild zu vermitteln. Es ist mir auch nicht bekannt, dass die türkische Botschaft eine Gedenkfeier für die türkischen Opfer der Armenier veranstaltet hätte. Wann ist denn in der Türkei der offizielle Gedenktag für die Opfer des armenischen Massakers?
Da ich nicht "wir Türken" bin, und ich vor einem Monat über Gedenkfeiern für die Opfer des Holocaust berichtet habe, in wenigen Tagen möglicherweise über Gedenkfeiern zu den (palästinensischen) Opfern der Nakba (Ausrufung Israels) berichten werden, und kürzlich bezug genommen habe auf die deutschen Opfer in Dresden, löst dieser "Eklat" bei mir gar nichts aus, da ich nur meine Pflicht als Journalist tue und unfähig bin, mich mit jeder Partei oder Person, über die ich schreibe, zu identifizieren.
Jetzt muss ich mich wieder den schmutzigen Geschichten des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem zuwenden, und dem Skandal, wie im Hause des jüdischen Oberrabbiners ein junger Mann gefoltert und geprügelt worden ist. Wer weiß, wer mir jetzt alles an die Gurgel springt: die Griechen, die Juden, die Palästinenser, die Israelis. Eben noch waren es die Türken, morgen werden es vielleicht die Armenier sein.
Als Deutscher mit der eigenen Vergangenheit, der ich sehr bewusst bin (auch der Rolle gewisser Deutscher in der Türkei 1915) kann ich nur erneut einen wichtigen Rat geben: die eigene Geschichte unvoreingenommen aufarbeiten und dann dazu stehen. Niemand, weder die EU noch die Armenier, würden das den Türken verübeln. Im Gegenteil. Nur so kann man Frieden machen. Hoffentlich habe auch ich einen kleinen Beitrag dazu geleistet.
Ich hatte übrigens bei n-tv noch einen zweiten Artikel veröffentlicht. Der wird Sie vielleicht interessieren.
http://www.n-tv.de/523236.html (http://www.n-tv.de/523236.html)
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:40
Ulrich Sahm 08 Mai : 18:14 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Lieber Marcus
Wir Deutsche haben durchaus aus eigener Kraft mit Wissenschaftlern, Schulbüchern, Bundeszentralen für poloitische Bildung usw. unsere eigene schmutzige Vergangenheit aufgearbeitet. Wer es ernst meint, sollte nicht auf fremde Initiativen und aufgezwungenen Historikerkommissionen warten.
Es sind 90 Jahre vergangen. Mich wundert, dass die Türkei auch noch so langer Zeit offenbar erhebliche emotionale Hemmungen hat, sich mit diesem Thema zu befassen. Und damit meine ich nicht nur die Ermordung einer großen Zahl von Zivilisten, sondern auch die ungeheuerlichen Massenvertreibungen aus dem ehem. osmanischen Reich, diesem ethnic cleansing, und danach die Zerstörung der zurückgebliebenen Kulturgüter (Kirchen)
Niemand erwartet heute, dass die Armenier oder die Griechen alle wieder zurück in die Türkei ziehen. Niemand verlangt Kompensation. Es ist eine rein moralische Frage. Mir persönlich ist das deutsche Eingeständnis der Verantwortung viel sympathischer und für meine persönliche seelische Gesundheit als das SChweigen und Verdrängen anderswo. (Gilt auch für Griechen, Zypern usw usw)
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:40
Marcus 08 Mai : 18:14 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Noch etwas was ich vergessen habe...
Sie werden hier sicherlich nicht als jemand dargestellt der ein ""Handlanger" der armenischen Opposition" ist, denn dann würde sich die TIC unglaubwürdig machen. Zudem wäre das Ziel (so wie ich es zumindest verstanden habe) keinesfalls erreicht wenn man sie beleidigen würde. Man hinterfragt lediglich. Das Hinterfragen macht unsere Demokratie erst zur Demokratie und darauf bin ich Stolz.
Ps
Ich (als Gast dieser Seite) möchte mich bei ihnen Herr Sahm bedanken da sie größe gezeigt haben die andere Autoren nicht zeigten und gleichzeitig bedauere ich ihre Antwort wo sie schreiben, dass sie die Quellen der TIC nicht weiter erforschen werden. Ich werde es allerdings tun, denn nur so komme ich der Wahrheit ein Stück näher.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:41
Ulrich W. Sahm 08 Mai : 18:26 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Lieber Marcus
So steht es weiter oben:
Als seriöser Jornalist hätten Sie beide Seiten in frage stellen können/ müssen, so sehen wir Sie auch nur als Handlanger der Armenischen Dispora.
Sie reihen sich in den tross der Leugner ein,indem Sie nicht in einem satz die opfer der Türken und Kurden, die durch die hand der Armenischen Banden umgekommen sind erwähnen.
Abscheu löst bei mir auf, wenn jemand wie Sie ohne zu recherchieren, Lügen und Propaganda dazu verwenden, ein ganzes Volk aus niederen politischen Gründen an die Wand zu stellen.
Ihr Artikel ist volgespickt mit Unwahrheiten und schlecht bis gar nicht recherchierten Passagen. Das kann ich nicht respektieren. Sie respektieren nicht die genannten seriösen und unabhängigen Quellen.
Machen Sie ruhig mit Ihrer arroganten Art weiter. Ihnen geht es nur um die Politisierung auf der billigsten Art. Ich unterstelle Ihnen, dass es Ihnen gar nicht so sehr um die vermeintlichen Opfer geht, sondern nur um gegen den EU-Beittritt der Türkei zu wettern!
Sie sind so leicht zu durchschauen!
So hinterlassen Sie bei mir den Eindruck eines nicht sauber bis gar nicht recherchierten, auf Propaganda und Niedertracht begründeten Intention verfassten Aritkelverfassers.
Diese Niedertracht verabscheue ich!
PS. Nochmal: Ich habe über eine Tagung berichtet, nicht meine Meinung kundgetan. Und wenn bei der Tagung erzählt worden wäre, dass in Armenien nur grüne Marsmännchen leben und in der Türkei nur blonde blauäugige Wikinger, dann ich ich das auch so berichtet. Eine "journalistische Wahrheit" muss nicht unbedingt einer historischen oder gar türkischen Wahrheit entsprechen.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:41
Marcus 08 Mai : 18:28 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Sehr geehrter Herr Sahm,
sie haben recht wenn sie sagen, dass wir unsere Geschichte aufgearbeitet haben. Wir müssen auch von der Türkei verlangen sie aufzuarbeiten, aber sollten wir das nicht auch von Armenien verlangen?
Man sollte die Forderungen die man stellt immer beiden Seiten stellen (finde ich). Denn nur so macht man sich meineserachtens glaubwürdig.
Es beschäftigen mich viele Fragen zu diesem Thema und ich stelle diese unangenehmen Fragen jeden, ob er nun die "türkische" oder die "armenische" Sichtweise vertritt (ich mach diese Unterteilung von 2 Sichtweisen damit man mich besser versteht), denn nur so kommt man der Wahrheit ein Schritt näher. Wie sagte schon einst René Descartes “Dubium sapientiae initium.” (Zweifel ist der Weisheit Anfang).
MfG
Marcus
Ps
Ich bedanke mich bei ihnen für ihre Antwort.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:41
Marcus 08 Mai : 18:40 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Sehr geehrter Herr Sahm,
entschuldigen sie bitte das von Deniz Kabze ( Dortmund) habe ich nicht gelesen. Dieser ist allerdings nur ein Gast auf dieser Seite und sie sollten ihm nicht viel Beachtung entgegenbringen. Denn jeder kann hier schliesslich als Gast Beiträge verfassen. Und ein Gast dieser Seite vertritt sicherlich nicht unbedingt die Meinung von Herrn Bayrak oder der TIC. Schliesslich schreibe ich auch hier und wer weiss ob sie (die TIC) meine Meinung teilen...
MfG
Marcus
Ps
Ich denke niemand nimmt es ihnen Übel das sie von dieser Veranstaltung berichtet haben, die TIC (bzw. die türkische Bevölkerung) bittet sie anscheinend lediglich darum weitere Quellenforschung zu betreiben und/um der Wahrheit dadurch ein Schritt näherzukommen. Man mängelt anscheinend an, dass sogar wiederlegte Behauptungen wie das Hitler-Zitat in Beiträgen der deutschsprachigen Presse erscheinen und bittet darum eine "objektive" Berichterstattung zu führen
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:41
Ulrich W. Sahm 08 Mai : 18:44 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Ich habe keine Probleme, auch die Armenier zu einer Aufarbeitung ihrer Geschichte aufzufordern.
Nur war das nicht das Thema der Tagung, über die ich als Journalist berichtet habe.
Nach vielen Jahren und ständigem Kontakt mit der Türkei bin ich nur reichlich überrascht, hier erstmals zu erfahren, dass die Türkei von den Armeniern verlangt, deren Geschichte aufzuarbeiten. Wann und wo gab es denn die vermeintlichen armenischen Massaker, wie viele Menschen sind denn da umgekommen?
Wieviele Türken sind denn durch Armenier von wo zu hunderttausenden vertrieben worden mit Todesmärschen, wie sie bei den Armeniern belegt sind?
Bitte beachten, dass ich nur Fragen gestellt habe, keine Meinung geäußert.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:41
Marcus 08 Mai : 19:03 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Sehr geehrter Herr Sahm,
ich freue mich und glaube ihnen, dass sie "keine Probleme" damit haben "auch die Armenier zu einer Aufarbeitung ihrer Geschichte aufzufordern."
Ich nehme es ihnen nicht übel, dass sie so berichtet haben wie sie es getan haben, da sie über eine Veranstaltung berichtet haben.
1. Armenische Massaker sind gut dokumentiert und soweit ich weiss haben türkische Historiker auch eine beträchtliche Zahl an Bücher diesbezüglich veröffentlicht.
2. Soweit mir bekannt ist, ist der Umsiedlungsbefehl eine Reaktion auf die armenischen Aufstände gewesen. Diese Aufstände haben vielen Moslems das Leben gekostet. Sofern mir bekannt ist war der Umsiedlungsbefehl "die Antwort" auf den Aufstand in Van der im Februar anfing und bis Ende Mai andauerte.
Ps
Fragen sind wichtig. Stellen sie jedem Fragen, ob es der türkische Botschafter ist oder der armenische. Und wenn sie ihre Meinung kundtun hätte ich damit auch keine Probleme. Das entscheidende allerdings ist es Fragen an beide Seiten zu stellen. Objektive Berichtersattung kann nur so gewährleistet werden (denke ich).
MfG
Marcus
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:41
Marcus 08 Mai : 19:05 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Wenn Sie möchten könnte ich ihnen einige Bücher empfehlen.
MfG
Marcus
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:42
E.G 08 Mai : 19:20 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Herr Sahm sie sind nicht der Heer Sahm. sondern ein nur ein armseliger Fake!
Armenien, dieses Scheiß kleine Land hat Völkerrechtswidrig Aserbaidschan besetzt! Hinzu kommt, dass sie den Atommüll den sie bei ihrem AK, der aus dem 2 Weltkrieg stammt, extra in die Aserbaidschanischen Gebiete transportieren!
Damit diese Krank werden! Ncoh beschiessener kann ein Land nicht sein!
Erst AKTUELLE Probleme lösen, dann mit der Verganenheit/ geschichte von Gestern ankommen!!
MfG
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:42
Ulrich Sahm 08 Mai : 19:20 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Wie dem auch sei. Es ist doch ziemlich eigentümlich, dass es 1914 um die 1,8 Mill. Armenier, alles osmanische Staatsbürger gab mit eigenen Wohngebieten, wo es vor fast 2000 Jahren auch mal ein armenisches Königreich gab, und heute nur noch ein paar tausend Armenier (meines Wissens weniger als 20.000) in der gesamten Türkei leben (habe die Zahlen aus dem Gedächtnis und nicht noch einmal neu überprüft) Seit wann ist es üblich, dass ein Staat seine eigenen Bürger verschwinden lässt? Auch wenn es da einen Aufstand gegeben hat.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:42
Yücel 08 Mai : 19:27 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Sehr geehrter Herr Sahm,
es freut mich, dass Sie als einziger ihrer Zunft, Stellung zu dem Brief bezogen haben. Ich und viele Türken hier in Deutschland, verfolgen tagtäglich die Medien und erwarten eine faire Berichterstattung. Davon war aber bis jetzt nichts zu sehen. Tun sich in dieser Frage die Medien schwer oder ist die Hinterfragung dieses Themas zu "heiss" für den Journalismus? Auch in der Fragestellung des TIC sehe ich keine Absicht, ihnen eine Falle zu stellen, vielmehr soll es Sie und viele andere dazu anregen (freiwillig) sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Auch die Türken haben sich in dieser Frage schwer getan, die jüngere Generation ist aber gewillt, Uterschiede zwischen Recht und Unrecht auseinander zu halten. Es ist aber Zeit, das sich auch die Armenier darüber bewusst werden, dass die Geschichte auch eine andere Medaille hat, die wenn man sich mit dieser Geschichte befasst, unglaubliches (für den Armenier unfassbares) zum Vorschein bringt und somit auch die Zusammenhänge verdeutlicht. Viel zu lange hat man sich gegenüber der Öffentlichkeit still verhalten, entweder weil man damit nicht sonderlich zu tun haben wollte oder weil der eigene Schmerz grösser war. Die Türken sind aber jetzt bereit. Sind es die Armenier auch?
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:42
Yücel 08 Mai : 19:36 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
[...]Wie dem auch sei. Es ist doch ziemlich eigentümlich, dass es 1914 um die 1,8 Mill. Armenier, alles osmanische Staatsbürger gab mit eigenen Wohngebieten, wo es vor fast 2000 Jahren auch mal ein armenisches Königreich gab, und heute nur noch [...]
Ist dass ihre eigene Einschätzung oder die von im www und hier erschienenen Werken enthaltenen Quellen?
Ich möchte Sie dazu einladen, sich auch andere Quellen an sich zu lassen. Darüber hinaus ist dieses Thema viel komplexer und chronologisch in einem längerem Zeitrahmen zu fassen als es nur auf das Jahr 1915 zu beschränken. Man weiss schliesslich, dass während der vielen anderen Kriege die das OR vor dem 1WK. hatte, sehr viele Minderheiten in oder aus dem Land flüchteten, immer mit der Angst verbunden, von der jeweiligen Kriegspartei in die Mangel genommen zu werden. Auch nach dem 1WK. gab es Auswanderungswellen, z.B. die GR/TR Bevölkerungsausstausch. Ich bitte Sie daher, erkundigen Sie sich darüber, erweitern Sie den Zeitrahmen des Geschehens.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:42
Deniz Kabze ( Dortmund) 08 Mai : 19:37 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Zitat :
George Hintlian: "Die Juden wollen keine Konkurrenz zu ihrer Schoah
Dieses mein Lieber Herr Sham grenzt an Antisemitismus.
Sie lieben es wohl Antisemiten zu zitiren?
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:43
admin (http://www.turkcom.org/user.php?id.1) 08 Mai : 19:39 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifKommentare: 5
Da wir nicht garantiren können das Herr Sham auch wirklich der ist der hier die Antworten postet, stellen wir die Kommentarmöglichkeit erstmal ab.
Bitte um verständniss admin@turkcom.org (admin@turkcom.org)
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:43
admin (http://www.turkcom.org/user.php?id.1) 09 Mai : 00:45 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifKommentare: 5
Die Komentarfunktion ist wieder online.
Bei aller differenzen , bitte sachlich und nicht Beleidigend werden.
danke
admin@turkcom.org (admin@turkcom.org)
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:43
Ulrich Sahm 09 Mai : 07:25 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Lieber Yücel,
Die Quellen für meine Zahlen sind nicht das Internet. Ich habe die unverfänglichste Quelle gesucht, die man sich vorstellen kann, und üblicherweise auf ofizielle Zahlen der jeweiligen Regierungen zurückgehen: Ich besitze einen Baedecker Reiseführer vom Jahr 1914 und habe für die neuere Zahl einen modernen Reiseführer benutzt
Der Zeitrahmen vor den EReignissen und bis heute sollte doch eigentlich ausreichen um festzustellen, dass es da kein natürliches Wachstum eines Bevölkerungsteils der Türkei gab.
Warum die Presse das Thema nicht anders aufgreift? Das dürfte an der jeweiligen Informationspolitik der verschiedenen Gruppen liegen.
Im Gästebuch habe ich mit "Historikerzunft" weiterdiskutiert. Wenn die Türkei nicht einmal einen Gedenktag für die angeblichen eigenen Opfer hat, keine Zahlen nennt, kann die Türkei auch nicht erwarten, dass die Presse sich heute nach 90 Jahren auf die Suche nach türkischen Opfern macht. Dies nur als ein Beispiel. Ein anderes Beispiel: so wie ich (als Journalist) hier anfangs angegangen worden bin, nahm mir jede Lust, mich mit der türkischen Position auseinander zu setzen. So etwas nennt sich schlechte Diplomatie. So wie die Armenier mich einladen und freundlich informaieren, warum tut die Türkei das nicht? Warum laden die mich nicht zu einer Tour durch die Türkei ein, um mir das blühende Kulturleben der armenischen Gemeinde in Van und anderen Orten der Türkei zu zeigen????
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:43
Ulrich Sahm 09 Mai : 07:28 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
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Lieber Deniz
Wenn Sie meinen zweiten Bericht bei ntv gelesen hätten,
http://www.n-tv.de/523236.html (http://www.n-tv.de/523236.html)
dank hätten Sie festgestellt, dass Hintlian kein Antisemit ist, sondern sehr getreulich die ofizielle israelische Position wiedergegeben hat.
Hintlian ist nun wirklich kein Antisemit. Ich kenne ihn schon viele Jahre.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:43
Marcus 09 Mai : 13:15 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
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Sehr geehrter Herr Sahm,
in der heutigen Republik Türkei leben ca. 80.000 Armenier und 1923 lebten 300.000 Armenier in den Grenzen der heutigen Türkei.
Das Osmanische Reich hat seine armenischen Bürger nicht verschwinden lassen, sondern diese nur an einen anderen Ort innerhalb der Grenzen des Osmanischen Reiches geschickt/umgesiedelt. Dies hat das Osmanische Reich schon immer so gemacht. Umsiedlungen fanden im Osmanischen Reich schon seit Jahrhunderten statt. Man hat Moslems, Juden und Christen schon immer umgesiedelt.
MfG
Marcus
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:43
Ulrich W. Sahm 09 Mai : 17:09 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
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Lieber Marcus,
Pardon, es geht nicht um die Periode 1923 bis heute. Es geht um die Periode 1914-1918.
Alles andere ist irrelevant
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:44
Yücel 09 Mai : 20:31 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Lieber Herr Sahm,
gut dass Sie hierzu einige Quellen offenbarten. Die Frage diente lediglich dazu, mich auf Ihre Wissensebene zu begeben.
Bevölkerungswachstum hin oder her, meinen Sie denn, egal vom welchem Standpunkt es auch gesehen wird, dass sich die Armenier in der alten Heimat wohlgefühlt hätten? Ich denke nicht, besonders nach so einer Tragödie. Wie Sie sicherlich selber ausmalen können, gab es davor und danach mehrere Völkerwanderungen, ausgelöst durch Massaker, Kriege und Ablehnung. Viele Minderheiten begaben sich daraufhin auf eine Reise und liesen all Ihr Hab und Gut zurück. Diese Minderheiten haben sich dann aber auch sehr gut in die neue Heimat integriert, so auch im ehemaligem OR und auch danach in der jungen Republik. Die wo zurück blieben, warum auch immer, haben stets enorme Probleme gehabt, Vorurteile, Angst, Missgunst und all die menschlichen Züge kann man aber leider immer noch sehen, auch in der Türkei aber eben nicht nur in der Türkei sondern in jedem anderem Land, dass damals in diesem 1Weltkrieg involviert war. Dazu gehören europäische Länder wie auch asiatische oder mesopotanische Länder.
Das die Türkei bis jetzt keinen Gedenktag für die muslimischen Opfer einrichtete, vermag ich nicht zu beurteilen, ich weiss nur, dass weder meine Urgrossväter noch meine Grossväter arg viel darüber berichteten, eventuell war es der ungebändigte Hass, der zu solchen Gedenken keinen Freiraum übrig liess. Ich komme aus einer Stadt (Merzifon oder damals auch Marzovan genannt) die darunter sehr gelitten hat. Augenzeugenberichte gab es zuhauf und nicht nur von männlichen sondern auch von weiblichen Zeugen. Jetzt Frage ich Sie mal direkt als ein unbekannter. Was hätten Sie danach gedacht?
Über die Presse bin ich nicht zufrieden, ach was, zutiefst enttäuscht. Warum? Weil der gleiche Wortlaut übernommen wird, den die Armenier häufig verwenden und gerade dies macht mir Sorgen. Nicht nur dass, eine freie Presse sollte, zumal Sie ja ein indirektes Werkzeug für den einen oder anderen sein kann, unparteiisch und gewissenhaft berichte, ehrlich, was halten Sie den von der jetzigen Presse? Das soll keine Fangfrage sein, wir Türken kennen Hinterlistigkeit nicht oder können es nicht anwenden, weil wir durchschaubar sind.
Wenn ich die Zeit und die nötigen Finanzmittel aufbringen könnte, wäre ich der erste, der mit ihnen auch die armenische Kultur in der Türkei suchen würde. Ich habe schon die eine oder andere Erfahrung hinsichtlich der armenischen Kultur gemacht, mich interresieren auch die griechischen Bauten, z.B. in der Ägais-Küste und bewundere deren Architektur, bei Gott, ich würde sogar eine kaufen und mich dort niederlassen, darüber hinaus habe ich seit einem Trabzon- und einem naheliegenden Felskirchen- Besuch auch noch hierzu ein interresse gezeigt, was ich nicht für möglich hielt.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:44
(Olgun Bayrak: Nachtrag aus dem TIC Gästebuch:)
Historikerzunft
Sonntag 08 Mai 2005 - 21:16:52
Lieber Herr Sahm,
ich denke, dass Sie mich schon richtig verstanden haben. Ich bestreite nicht, dass Unrecht geschehen ist, ist bestreite nicht, dass die Armenier vieles erdulden und ertragen mussten. Auch habe ich kein Problem die Verbrechen, welche von türkischer Seite auch begangen wurden, beim Namen zu nennen. Des weiteren habe ich und jeder Mensch mit Herz und Verstand kein Problem, sich vor den Opfern dieser Katastrophe in Scham und Demut zu verneigen und dieser Leute zu gedenken.
Was mich an der Diskussion, vor allem der allgemeinen Debatte in Deutschland, stört, ist, dass unsere Opfer, unsere Toten, vergessen, verleugnet und verleumdet werden. Sie haben recht- es gibt keinen türkischen Gedenktag, der an die Opfer armenischer Verbrechen erinnert. Dies mag daran liegen, dass sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass sich das Gedenken nicht auf einen Tag reduzieren lässt. Uns Türken erinnert nur ein Mahnmal, in der nähe zur armenischen Grenze, an diesen Teil unserer Vergangenheit. Ja, wir Türken haben Fehler begangen- dies können wir nicht bestreiten. Doch diese Fehler liegen nicht nur darin, dass wir unsere eigenen Verbrechen nicht zugaben/ zugeben, sondern auch unserer eigenen Toten und Opfer nicht gedachten/ gedenken, weil wir zu stolz waren diese vermeintliche Schwäche zuzugeben. So blieb unser Leid, in den Herzen und im Gedächtnis unserer Zeitzeugen, unserer Opfer und wurde nie Teil einer Geschichtsschreibung, die nichts weiter kannte als die Heroisierung einer mächtigen osmanischen Vergangenheit. Wir Türken/ Kurden haben es versäumt das unvorstellbare Leid unserer Menschen zu kommunizieren und in Worte zu fassen. Dies, die umfassende Thematisierung der Ereignisse, findet erst seit den 80er Jahren statt. Die Armenier hingegen leben zum größten Teil in der Diaspora und hatten und haben kein Problem damit, ihr Anliegen und ihre Geschichte zu erzählen. Daraus resultiert die Tatsache, dass die Geschichtsschreibung, bis auf wenige Ausnahmen, von einem Völkermord spricht.
Meiner Meinung nach kritisiert die Türkei vollkommen zu Recht, dass es nicht die Aufgabe von Parlamenten sein kann, über die türkische Geschichte zu urteilen. Man kann durchaus bestreiten, dass die „Anerkennungen“ der Ereignisse von 1915 aus einer redlichen Debatte resultieren, die alle Facetten der Geschichte beleuchten. So hart es auch klingen mag- es handelt sich oft um „Lobbyentscheidungen“, die darauf abzielen Geschichte zu verordnen und nicht zu mahnen, zu erinnern oder zu versöhnen.
Ich und viele meiner türkischen Freunde wehren uns gegen einen anerzogenen Hass, der vielen unserer Diplomaten/ Menschen das Leben gekostet hat. Doch es gibt auch andere Gründe – und die hatte auch die CDU/CSU als sie dieses Thema im Bundestag thematisierte. Freilich, ging es nicht um das Erinnern. Man wollte die Türken bloßstellen, beweisen, dass wir Türken reflexartig jede Entscheidung kritisieren und so unsere demokratischen Defizite zur Schau stellen.
Die Debatte um die türkische Sicht der Dinge hat vieles verschlimmert und verschleiert. Wir stehen am Pranger, in einer Zeit nach dem 11. September, wo ein muslimisches Opfer nach Orwellschen Grundgesetzen behandelt wird. Daraus resultiert, dass „manche Opfer gleicher werden als andere“.
Lieber Herr Sahm, ich habe nicht den Eindruck, dass Sie uns Türken schaden wollen/ wollten, als Sie Ihre Berichte schrieben. Des weiteren sehe ich auch ein, dass Sie „nur“ Ihre Arbeit getan haben und sich dagegen wehren zum „Sprachrohr des fanatischen armenischen Nationalismus“ geworden zu sein. Auch können Sie sicherlich nichts dafür, dass Sie von türkischen Veranstaltungen nichts gehört oder gesehen haben oder dass es keinen türkischen Gedenktag für unsere Opfer gibt. Was wir aber einfordern können und auch möchten ist, dass Sie bei der Bewertung dieser Katastrophe sich nicht nur auf armenische Quellen, Autoritäten und vermeintliche Fachliteratur stützen.
Freilich, werden Sie wahrscheinlich die türkische Sprache nicht in dem Maße beherrschen, dass Sie unsere Geschichte aufarbeiten können. Doch es gibt zahlreiche Bücher, in deutscher Sprache, die auch unsere Position darstellen. Es ist zu einfach nur auf die Internetseite des türkischen Kultusministeriums zu verweisen und festzustellen, dass dort ein paar wichtige Dinge nicht angesprochen werden.
Zu Ihrem „Dilemma“: Natürlich können Sie sich nicht in jeden Menschen hineinversetzen und sich mit diesen identifizieren. Trotz allem sollte man sich, gerade bei solchen „historischen Mienenfeldern“, darum bemühen, wenn man versucht „neutral“ von einer armenischen Veranstaltung zu berichten, diese in den historisch- politischen Kontext einzubinden und nicht nur das berichten, was Sie gehört haben. Vielleicht mögen Ihnen meine Einwände „übertrieben“ und nicht fair vorkommen, doch aus „unserer“ Sicht ist es nur verständlich und menschlich, dass wir uns wehren.
Erfreulich finde ich, dass Sie auch die deutsche Schuld des Jahres 1915 erwähnen. Niemand kann bestreiten, dass die Ereignisse vom übermächtigen deutschen Kaiserreich geduldet, (vielleicht auch mehr), wurde. Boris Barth berichtet in der GWU (5/6/04), S. 318 - 337, dass es Tendenzen in der angloamerikanischen „Genozidforschung“ gebe, die nicht nur eine deutsche Mitschuld konstatieren, sondern auch eine initiierende Verantwortung. Dazu: Vahakn N. Dadrian: German Responsibility in the Armenian Genocide. A Review of the Historical Evidence of German Complicity. Watertown/ Mass 1996.
Lieber Herr Sahm, Sie sehen, dieses Thema hat eine Tragweite, die ich in voller Länge gar nicht darstellen könnte. Konkret, bin ich aber auch für eine deutsch- türkisch- armenische Historikerkommission, damit dieser Konflikt, diese menschliche Tragödie ein versöhnliches Ende findet. Von den Deutschen können wir dabei viel lernen. Ich erinnere nur an die deutsch- französische Historikervereinbarung bezüglich der „strittigen Fragen europäischer Geschichte“ (siehe: GWU 3 (1952), S. 288- 299), die den Weg für ein neues Europa bahnte.
Ein paar Bücher, will ich Ihnen noch empfehlen, damit Sie auch einen Blick auf die türkische Position werfen können. Ich verweise daher auf Bücher, die in deutscher Sprache verfasst wurden. Ich und die meisten Türken möchten niemanden eine Meinung aufzwingen, wir wollen aber, dass man auch unsere Position zumindest beachtet und sich einer offenen Diskussion stellt, ohne davonzulaufen.
1. Arslan, Sakib: Das armenische Lügengewebe : Frivole Haltung der Gönner Armeniens / [Schlussw. von Mansur Rifat]. - Berlin 1921.
2. Ataöv, Türkkaya: Hitler und die "armenische Frage", Ankara 1986.
3. Ataöv, Türkkaya: Gefälschte und authentische Dokumente zur armenischen Frage, Ankara 1986.
4. Ataöv, Türkkaya, Die armenische Frage : Konflikt, Trauma und Objektivität, Ankara 2002.
5. Ataöv, Türkkaya, Die osmanischen Archive und die Armenierfrage, Ankara 1988.
6. Ataöv, Türkkaya, Eine britische Quelle aus dem Jahre 1916 zur Armenierfrage, Ankara 1986.
7. Ataöv, Türkkaya, Eine armenische Heuchelei, Ankara 1986.
8. Ataöv, Türkkaya, Noch eine vorsätzliche Fälschung : eine "Erklärung" (1926), die man fälschlicherweise M. Kemâl Atatürk zuschreibt, Ankara 1986.
9. Birant, Mehmet Ali, Ermeni terörü = Armenian terror / Mehmet Ali Birant. - Istanbul : Kartpostal, 1983
10. Halacoglu, Yusuf: Fakten über die Umsiedelei der Armenier im Ersten Weltkrieg (1914-1918), Klagenfurt 2004.
11. Feigl, Erich: Ein Mythos des Terrors : armen. Extremismus: seine Ursachen u. Hintergründe ; e. Bilddokumentation, Freilassing/ Salzburg 1986.
12. Söylemezoglu, Sahin A.: Die Andere Seite der Medaille, Köln 2005.
13. Vefa, Ahmet: Die Wahrheit über die Armenier, Ankara 1976.
14. Yildirim, Hüsamettin, Armenische Behauptungen und die Wahrheit, Ankara 2001.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:44
(Olgun Bayrak: Nachtrag aus dem TIC Gästebuch:)
Ulrich Sahm
Sonntag 08 Mai 2005 - 21:53:14
Und falls auch hier die Stricke reissen sollten, können Sie mich auch direkt kontaktieren: ulrich@sahm.com (ulrich@sahm.com)
1) "dass unsere Opfer, unsere Toten, vergessen, verleugnet und verleumdet werden."
Nun, wer keinen Gedenktag schaft, nicht darüber redet usw kann wohl von Fremden nicht erwarten, dass die die Opfer erst einmal suchen, wenn die eigenen Leute sie verschweigen.
Nicht ein Datum???? Das ist kein Argument. Die Israelis gedenken des Holocaust gemäß dem jüdischen Kalender am Tag des Aufstandes im Warschauer Ghetto. Der Rest der Welt, genauso willkürlich, am Tag der Befreiiung von Auschwitz. Die Wahl eines Datums, da ohnehin symbolisch, kann nun wirklich kein Argument sein.
"Ich und viele meiner türkischen Freunde wehren uns gegen einen anerzogenen Hass, der vielen unserer Diplomaten/ Menschen das Leben gekostet hat."
Ich kann weder für die Türken noch für die Armenier sprechen. Aber als Deutscher mit der gesamten Holocaustvergangenheit, der seit vielen Jahren in Israel lebt: Gerade weil Deutschland sich so offen seiner Vergangenheit gestellt hat, weil es da kein vertuschen gibt, erst gestern war bei mir zuhause eine Schülergruppe aus Mohnhei/Deutschland, die ein Stipendium erhalten hatte, nach Israel zu reisen, um hier das Erinnern an den Holocaust mitzuerleben. Solchen jungen Menschen können die Israelis und auch die Holocaustüberlebenden nur mit Achtung, Respekt, Freundschaft und viel Verständnis begegnen.
Entschuldigen Sie die anzügliche Frage: Gibt es einen Jugendaustausch zwischen der Türkei und Armenien?????
Ich garantiere Ihnen, die Juden/Isrelis hätten sechs Millionen mehr Gründe als die Armenier, deutsche Diplomaten abzuknallen. Aber wegen dem Verhalten von Deutschland und nur deshalb lief alles ganz anders. Damit will ich das Verhalten armenischer Extremisten nicht rechtfertigen. Aber sagen Sie doch mal selber, wie gut und eng sind heute die Beziehuhngen zwischen Istanbul und Eriwan???? Ist die Grenze überhaupt offen?
"Lobbyentscheidungen" Wenn Sie sich die Liste der Staaten und Paqrlamente anschauen, die sich zu dem Genozid (will mich jetzt nicht über den Begriff streiten) geäußert haben, Kanada, USA, SChweden (aber eben nicht Israel) so kann ich da nicht unbedingt eine Lobby mit unmittelbaren Interessen entdecken. Bei Israel sehe ich eine absolut protürkische Lobby!
http://www.n-tv.de/523236.html (http://www.n-tv.de/523236.html)
"Was wir aber einfordern können und auch möchten ist, dass Sie bei der Bewertung dieser Katastrophe sich nicht nur auf armenische Quellen, Autoritäten und vermeintliche Fachliteratur stützen."
Ich hätte absolut nichts dagegen, dass die Türkei mich zu einer Rundreise einlädt, nach Istanbul und Van usw und mir dort zeigt, wie sich die Türkei um die Kirchen, das blühende armenische Kulturleben, um das architektonische Erbe und vieles mehr kümmert. Ich mache da gerne eine große Reportage drüber. Das wäre die einzige vernünftige PR, die die Türkei machen könnte. Und ich versichere Ihnen, dass ich viele, gute alte Beziehungen zur Türkei habe, das Land und die Leute schätze und wie gesagt: Mein Vater war dort sehr gerne mehrere Jahre lang sogar deutscher Botschafter.
"Vielleicht mögen Ihnen meine Einwände „übertrieben“ und nicht fair vorkommen, doch aus „unserer“ Sicht ist es nur verständlich und menschlich, dass wir uns wehren."
Ja, Sie verlangen von mir zu viel. Es ist unfair. Denn wenn ich über eine vergleichbare türkische Veranstaltung berichtet hätte, wären mir genauso die Armenier aufs Dach gestiegen. Nein ich kann nicht zu jeder Behauptung von Historikern ins Archibv gehen und deren Forschungen oder Aussagen überprüfen.
Ich habe oft und gerne auch über die Türkei berichtet und ich bin sicher, dass es da einige bei der CDU oder anderswo gab, die das gar nicht mochten.
Ich kenne solche Kontroversen zur Genüge wenn ich über Israel/Palästinenser berichte, Da kann man es auch niemals beiden Seiten recht machen. Ich bin Journalist und hoffe, diese Arbeit so korrekt wie möglich zu leisten und dazu gehört eben auch, ganz einseitig und getreu über eine Tagung der Armenier zu berichten.
Es steht der türkischen Regierung frei, mich einzuladen, herumzuführen, mir Interviewpartner zu stellen usw.
Mich aber gleich zum "Handlanger der armenischen Opposition" abzustempeln, wie hier geschehen, ist gewiss nicht der richtige Weg, einen Journalisten zu überzeugen.
Danke für die Bücherliste, aber entschuldigen Sie, wenn ich (so sind wir nun einmal, die Journalisten) keine Zeit habe, mich jetzt derart in den armenisch/türkischen Konflikt hineinzuknien.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:48
Sehr geehrter Herr Sahm,
wie ich sehe, fand in den letzten zwei Tagen eine rege Diskussion statt.
Wir möchten ausdrücklich betonen, dass Ihnen keine "Falle gestellt" wurde und Ihr couragiertes Argumentieren in der "Höhle des Löwen" geschätzt und geachtet wird.
Zum Talaat (Talat) Pascha Zitat habe ich die Originalquelle herausgesucht:
"Der Botschafter in außerordentlicher Mission in Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an den Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Bericht/pr. 09/10/1915 a.m./No. 549/Pera, den 4. September 1915/3 Anlagen
Talaat Bey übergab mir am 2. d. M. die in Abschrift beigefügte deutsche Uebersetzung von verschiedenen telegraphischen Befehlen, die er in Sachen der Armenierverfolgungen an die in Betracht kommenden Provinzialbehörden gerichtet hat. Er wollte hiermit den Beweis liefern, daß die Zentralregierung ernstlich bemüht ist, den im Innern vorgekommenen Ausschreitungen gegen die Armenier ein Ende zu machen und für die Verpflegung der Ausgewiesenen auf dem Transporte Sorge zu tragen. Mit Bezug hierauf hatte Talaat Bey einige Tage vorher mir gegenüber die Äußerung getan: la question arménienne n'existe plus."
Quelle: Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes, Akte Türkei 183, Bd. 38, Microfiche-Nr.: 7126
Es ging nicht darum, dass die Armenier endgültig vernichtet wurden sondern darum, dass Talaat Pascha dem deutschen Botschafter vermitteln wollte, dass man nun endlich die Probleme bei der Umsiedlung in den Griff bekommen und geeignete Maßnahmen zum Schutz der Umzusiedelnden getroffen habe.
Dies steht im krassen Gegensatz zu den Artikeln diverser Journalisten (ohne Sie persönlich angreifen zu wollen), die nicht die Originalquelle kennen sondern nur diesen Satz zitieren und somit den historischen Kontext grob verfälschen.
Nun möchte ich auf Ihre Kommentare eingehen:
Die armenischen Opfer werden von mir nicht gerechtfertigt sondern in den historischen Kontext gestellt. Indem die Morde seitens der Armenier an osmanischen Muslimen (Türken, Kurden u. a.) permanent ignoriert werden, werden diese wiederum gerechtfertigt. Dies scheint für Sie auf den ersten Blick nicht überzeugend, doch wir als in Deutschland geborene, aufgewachsene und lebende Türken werden mit dieser Tatsache bei jeder Diskussion konfrontiert.
Zu den türkischen Totenzahlen:
Türkei reagiert mit Zahlen eigener Opfer - «Armenische Banden» sollen 523 000 Menschen umgebracht haben
[www.mz-web.de] (http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1113723972584&openMenu=1013016724415&calledPageId=1013016724415&listid=1018881578341)
Wir wollen Sie auch nicht "überzeugen" noch "Sympathien für die Türkei erwecken", wir sind weder Missionare noch der türkische Staat.
Anmaßend ist die einseitige Berichterstattung über dieses Thema. Seriöse türkische Stimmen kommen entweder gar nicht zu Wort oder wie im Fall des türkischen Botschafters werden diese ins Lächerliche gezogen, dazu verweisen wir auf unseren Leserbrief an "Welt am Sonntag".
http://www.turkcom.org/content.php?article.27 (http://www.turkcom.org/content.php?article.27)
Es ist sehr wohl die Aufgabe eines Journalisten, "alle Aussagen von Forschern oder auch nur von Interviewpartnern zu überprüfen", da Sie in diesem Fall über ein äußerst ernstes Thema berichten, nämlich über einen Genozidvorwurf. Es handelt sich hierbei um eines der schrecklichsten, wenn nicht sogar das schrecklichste Menschheitsverbrechen überhaupt.
Es gibt auch türkische Veranstaltungen zu diesem Thema. Die Türkei betrachtet die Ereignisse während des 1. Weltkrieges als eine Art Bürgerkrieg, als "gegenseitiges Abschlachten". Im 1. Weltkrieg starben 2,5 Millionen Osmanen, diese und auch die anderen Opfer werden sehr wohl betrauert, eine der bekanntesten Gedenkfeiern ist die zur Verteidigung der Dardanellen (Gallipoli) und zum Fiasko von Sar1kam1_.
Die armenischen Übergriffe fanden in einem Zeitraum von mehreren Jahren/Jahrzehnten statt und ich denke, dass keine Familie aus dem Osten ihre Opfer vergessen hat oder nicht betrauern würde.
Zur "Anerkennung und Aufarbeitung der deutschen Verbrechen" möchte ich anmerken, dass deutsche Historiker die deutschen Verbrechen aufgearbeitet haben. In Falle der Türkei ist dies anders: hier haben armenische und proarmenische Historiker, Lobbyisten, Soziologen usw. Geschichtsschreibung betrieben und versuchen diese nun über politische Instrumente der Türkei aufzuzwingen.
Die Türkei hat nie verschwiegen, dass hunderttausende Armeneiner umgekommen sind, sei es durch Verhungern, durch Überfalle oder durch Mord und Totschlag. Im historischen Kontext, welcher nicht mit dem 24. April 1915 beginnt sondern bereits ab 1870, kommt man zu einem anderen Ergebnis. Türken und Armenier haben über 600 Jahre friedlich miteinander gelebt, die "Armenische Frage" existierte bis Ende des 19. Jahrhunderts nicht und wird nun auf den 24. April 1915 reduziert.
Die Missionare haben am Anfang ihrer Tätigkeit das Christentum bzw. ihre Interpretation davon auf Türkisch lehren müssen, weil sich die Armenier, außer in ihrem Glauben, fast nicht von den Türken unterschieden haben und türkisch sprachen.
"So wie die Armenier mich einladen und freundlich informaieren, warum tut die Türkei das nicht?"
Besonders in den letzten Wochen fanden mehrere Veranstaltungen seitens der "Türkischen Gesellschaft für Geschichte" in Deutschland statt. Ich war selber auf einer dieser Veranstaltung und konnte keinen Vertreter der deutschen Presse ausfindig machen, obwohl diese eingeladen waren.
Bei einer zweistündigen türkischen Veranstaltung am 11. April 2005 im Frankfurter Presse Club war die ARD anwesend und ging in ihrem Bericht in der Sendung "Kontraste" mit nur einem Satz eines Teilnehmers/Zuhörers – wenn ich mich richtig erinnere lautete dieser "Die Türkei wird diesen Völkermord sowieso nicht anerkennen" – auf die gesamte Veranstaltung ein.
Des Weiteren möchte ich an den Skandal in der Schweiz erinnern, in dem der Leiter der Türkischen Gesellschaft für Geschichte - Yusuf Halacoglu - vor Gericht gestellt werden soll, weil er zur Armenischen Frage referiert hat.
Wie bereits weiter oben geschrieben, wir sind nicht der türkische Staat und können Sie nicht auf Rundreisen in die Türkei bzw. in die Geschichte der Türkei einladen.
Wir können Sie jedoch zu uns nach Hause einladen und Ihnen unsere Familiengeschichten erzählen. Unsere Türen stehen offen und wir freuen uns über jeden Besuch.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:48
Marcus 09 Mai : 22:22 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Sehr geehrter Herr Sahm,
sie schrieben, dass "nur noch ein paar tausend Armenier (meines Wissens weniger als 20.000) in der gesamten Türkei leben (habe die Zahlen aus dem Gedächtnis und nicht noch einmal neu überprüft)". Und ich schrieb das heute ca. 80.000 Armenier in der Republik Türkei leben. Zudem schrieb ich auf ihre Frage " Seit wann ist es üblich, dass ein Staat seine eigenen Bürger verschwinden lässt?"
Das die Umsiedlung im Osmanischen Reich schon seit Jahrtausenden durchgeführt wurde. Sowohl bei Moslems als auch bei Christen und Juden (oder ich habe ihre Frage falsch verstanden).
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:48
Ulrich Sahm 10 Mai : 15:07 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Liebe Freunde,
es ist Zeit, dass ich mich aus dieser Diskussion zurückziehe. Ich bin keine Autorität für Armenier oder Türken. Ich bin auch kein Historiker oder Wissenschaftler, der die Zeit, das Interesse oder auch nur die Resourcen hätte, mich nun in dieses Thema zu vertiefen.
Mir steht es nicht zu, irgendwelche Zitate von Hitler oder anderen zu interpretieren, zumal es da auch unter den Gelehrten wohl sehr unterschiedliche Meinungen gibt.
Noch weniger will ich mich über Zahlen streiten, etwa wie viele Armenier heute noch in der Türkei leben. Jede Quelle behauptet etwas anderes. Ich weiß am Ende nicht, wem ich glauben soll oder kann.
Ich hatte einen Zeitungsartikel über ein bestimmtes Ereignis geschrieben. Die Zitate waren namentlich gekennzeichnet. Falls Sie da anderer Meinung sind, sollten Sie sich an Herrn Kavorkian oder an Herrn Hintlian wenden, denn ich war da nur der Postbote.
Wer nun welche Geschichte aufarbeiten sollte, was nun "Wahrheit" ist, kann und will ich nicht beurteilen. Das müssen Sie untereinander ausmachen.
Für mich ist das Thema vorläufig abgeschlossen. Ich muss mich jetzt wieder anderen Dingen zuwenden.
Ich bin einer Diskussion mit Ihnen nicht ausgewichen, aber es gibt für mich auch Grenzen, wieviel Zeit ich einzelnen Themen, die für mich nur eine Randbedeutung haben, widmen kann.
Bis zum nächsten Mal.
Wer mir noch etwas mitteilen möchte, müsste es per Email direkt tun, denn ich werde diese Seite sobald nicht wieder aufrufen. ulrich@sahm.com (ulrich@sahm.com)
mfg
sahm
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:48
Marcus 10 Mai : 22:52 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich werde dann mal wieder ein abdampfer machen und bedanke mich für die diskussion bei allen Teilnehmern...werde mal wieder vorbeischauen...vielleicht stellt sich ja ein anderer Journalist...
MfG
Marcus
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:49
Olgunbayrak (http://www.turkcom.org/user.php?id.2) 10 Mai : 23:03 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifKommentare: 34
Ich denke auch, dass die Diskussion jetzt beendet ist.
Ich möchte mich, sicher im Namen aller, bei Herrn Sahm bedanken.
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:49
Dr. Kemal Inceli 13 Mai : 19:06 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Lieber Herr Sahm,
trotz Meinungsverschiedenheiten haben Sie meinen Respekt verdient, da Sie sich dem Meinungsaustausch gestellt haben.
Viele Grüße nach Jerusalem,
Dr. Kemal Inceli
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:49
Tacheles 02 Jun : 04:34 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifGast
Registriert: 01 Jan : 01:00
Es ist Utopie zu glauben, deutsche, französische etc. Journalisten würden auch nur bei türkischen Veranstaltungen zu der Genozidfrage vorbeischauen, geschweige denn ernsthaft darüber berichten. Es ist einfacher und unverfänglicher einer vielbefahrenen Spur hinterherzurennen als mutig nach der vollen Wahrheit zu suchen.
Bei allem Respekt für Herr Sahms Beteiligung hier, wer Ansichten anderer ohne die nötige Distanz und sorgfältige Überprüfung präsentiert, hat einen Teil seiner Arbeit nicht ernstgenommen. Oder glaubt ihr, er hätte die Ansichten eines türkischen Gedenktages verbatim übernommen, ohne seine Zweifel einzustreuen, die er aus "glaubwürdigster" Quelle hat?
Der ganze Diskurs ist versumpft und ungerecht. Niemand gedenkt der anderen Opfer, niemand hinterfragt die Genozidintention der Jungtürken, niemand schert sich einen Dreck um irgendwelche Moslems, die da sowieso nur als Besatzer waren (wenn auch für ca. 1000 Jahre, ab Malazgirt). Sogar zum Islam konvertierte Anatolier, autochtone Bevölkerung dieser Regionen vom Kaukasus über Kappadokien bis zur Ägäis seit Tausenden von Jahren, also der Großteil der Menschen in der heutigen Türkei, wird geschichtlich betrachtet von Ländern in Europa und Amerika immer noch als Volk 2. Klasse angesehen - und warum? - weil sie als Moslems an der Seite der entsthenden Türkei gekämpft haben, kämpfen mußten. Wenn sie es nicht getan hätten, wären sie in dem Land in dem sie da gelandet nur vertrieben oder getötet worden, s. Bulgarien, Armenien, Kaukasus im allgemeinen, Griechenland etc. Nachwirkungen dieses Türkenhasses sieht man immer noch auf dem Balkan. Serbische Natioinalisten rechtfertigen ihren Krieg gegen Bosnier als Vertreibung von Türken!?, die da nichts zu suchen hätten, untersützt von Griechenlands Öllieferungen. Eine Schande für die ganze Welt, einer solchen bitteren Logik nichtstuend und zuschauend beizupflichten.
http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gif
TIC-Redaktion
06.08.05, 14:49
Olgunbayrak (http://www.turkcom.org/user.php?id.2) 02 Jun : 07:31 http://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifhttp://www.turkcom.org/e107_themes/dap_311/images/blank.gifKommentare: 34
Zitat Tacheles vom 02 Jun : 04:34:
"Es ist Utopie zu glauben, deutsche, französische etc. Journalisten würden auch nur bei türkischen Veranstaltungen zu der Genozidfrage vorbeischauen, geschweige denn ernsthaft darüber berichten...
... Oder glaubt ihr, er hätte die Ansichten eines türkischen Gedenktages verbatim übernommen, ohne seine Zweifel einzustreuen, die er aus "glaubwürdigster" Quelle hat?"
Dazu kann ich z. B. auf den Artikel aus "Welt am Sonntag" von Jan Rübel "Union will Türkei mit ihrer Vergangenheit quälen" verweisen.
In seinem Artikel wiederholt er alle armenisch-nationalistischen "Argumente" und Vorurteile, und macht sich über den türkischen Botschafter lustig.
Und das soll unabhängige Berichterstattung sein?
http://www.turkcom.org/content.php?article.27 (http://www.turkcom.org/content.php?article.27)
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