Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mutigste Türken in Deutschland!
Meiner Meinung nach z. B. Cem Şey für diesen Kommentar in der taz:
türken und armenier
Eine offene Debatte ist nötig
Der Österreicher Franz Werfel war ein hervorragender Schreiber. Sein Werk "Die vierzig Tage des Musa Dag" hat es auf literarische Weise geschafft, im deutschsprachigen Raum auf das den Armeniern geschehene Unrecht aufmerksam zu machen.
KOMMENTAR
VON CEM SEY
Die Nachkommen der armenischen Opfer halten das Thema auf der Tagesordnung. In ihrer kollektiven Erinnerung sind die Massaker an ihren Großeltern genauso lebendig wie vor 90 Jahren. Man kann es verstehen.
Genauso könnte man die Türken verstehen, die die Ereignisse von 1915 in ihren kollektiven Erinnerung, in Form von hunderttausenden durch armenische Freischärler ermordeten muslimischen Zivilisten, aufbewahrt haben. In der Tat können viele Türken davon berichten, wie ihre Großeltern während des Ersten Weltkrieges vor "mordenden armenischen Banden" flüchten mussten oder deren Opfer wurden.
Die Deutschen wären deshalb gut beraten, enorm aufzupassen, wenn sie sich zum "Genozid an den Armeniern" äußern. Denn das hört sich in vielen türkischen Ohren wie ein vorgefertigtes Urteil an - auch wenn es nicht so gemeint ist. Es handelt sich nämlich nicht um ein Massaker, das vor 90 Jahren geschah und heute keinen mehr berührt. Nicht nur die armenischen Nachkommen der Opfer wollen ihren Schmerz endgültig überwinden. Den Türken geht es ähnlich.
Hinzu kommt, dass die Deutschen bei den Migranten hierzulande im Verdacht stehen, pauschal zu urteilen, wenn es um andere Völker geht. Deshalb darf das Ergebnis einer Debatte, die noch stattfinden muss, nicht vorgeschrieben werden, wenn diese Debatte zur Versöhnung zwischen den beiden Völkern beitragen soll. Vielmehr kann in Berlin gezielt eine offene Debatte mit allen Argumenten - also auch gegen die Genozidthese - angeregt werden. Wozu sich die Türken in der Stadt bereit erklären. Das war auch nicht immer so.
taz Berlin lokal Nr. 7614 vom 14.3.2005, Seite 21, 67 Zeilen (Kommentar), CEM SEY
http://www.taz.de/pt/2005/03/14/a0268.nf/text.ges,1
Oder Tacittin Yatkin, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde.
Türken gedenken ihres toten Pascha
Talat Pascha, der letzte Innenminister des Osmanischen Reiches, wurde vor 90 Jahren in Berlin von einem Armenier erschossen. Ausgerechnet ihn ehrten gestern 20 Türken in Charlottenburg. Eine Provokation, findet eine Journalistin
Schwieriges Gedenken gestern in Charlottenburg: Die Veranstaltung in Gedenken an den letzten osmanischen Innenminister Talat Pascha, der nach armenischer Meinung vor 90 Jahren den Befehl zum Völkermord an Armeniern gegeben hat, ist spontan organisiert. Zunächst sind mehr Journalisten am Steinplatz als Demonstranten. Am Ende sind es etwa 20 Menschen, die Talat Paschas gedenken.
Sie lehnen einen schwarz bemalten Kranz an den Gedenkstein der Opfer des Nationalsozialismus und wollen den deutschen Text auf dem Kranz korrigieren. Es fällt ihnen nicht leicht. Am Ende steht es handschriftlich: "Talat Pascha wurde am 15. März 1921 von einem Armenier ERMORDET".
In diesem Moment erregt sich die Korrespondentin einer namhaften konservativen deutschen Zeitung: "Sie können diesen Kranz nicht dorthin stellen!" Sie glaubt offenbar, dass der Kranz für den völkermordverdächtigen Talat Pascha vor dem Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus bleiben soll. Die türkischen Demonstranten sind verwirrt. Sie wissen nicht, warum sich die Journalistin aufregt. Sie wird lauter: "Ihre Geschichtskenntnisse hören offenbar da auf, wo es unangenehm wird!"
Tacittin Yatkin, der Vorsitzender der Türkischen Gemeinde und Organisator der Veranstaltung, begreift schließlich, was die Journalistin ärgert. Er lässt zwei junge Türken den Kranz wegtragen. Diese fragen sich immer noch: "Was soll dieser Stein da sein?"
Kameras laufen. Yatkin verliest zwischen zwei türkischen Fahnen und dem Kranz einen türkischen Text. Er berichtet sachlich, wie Talat Pascha an dieser Stelle durch die Schüsse eines Armeniers getötet und wie dieser - obwohl schuldig gesprochen - von deutschen Gerichten freigelassen wurde. Die damals erschienenen deutschen Zeitungen sollen das berichtet und vermutet haben, dass hinter dem Attentat der britische Geheimdienst gestanden habe. Yatkin beendet seine Rede mit den Worten: "Wir trauern um unseren Märtyrer und verurteilen die Mörder!" Dann wird auf Deutsch die Aufstellung eines Gedenksteins "für den ermordeten Staatsmann" gefordert.
Alles überstanden, denken die Demonstranten. Fehlanzeige. Plötzlich stehen weitere fünf Männer am Platz und rollen zwei andere Fahnen auf. Einer von ihnen hält eine revolutionäre Rede. Es sind ehemalige türkische Maoisten der Arbeiterpartei. Ein Aktivist behauptet, dass die USA und die Europäer mit einer Kampagne der Erinnerung an den Völkermord die Türkei zur Aufgabe ihrer nationalen Souveränität zwingen wollen. Es gebe keinen Völkermord, damals sei nur das Land der Türken verteidigt worden - gegen armenische Banden, die von Imperialisten und Russen unterstützt worden seien. Dabei hätten sich Armenier und Türken gegenseitig umgebracht.
Tacittin Yatkin mischt sich ein: "Das ist unsere Veranstaltung. Sie können hier nicht reden." Die Veranstaltung endet in einer Debatte, wer wann und wo reden darf. Die deutsche Journalistin empört sich weiterhin: "Ich habe so viel zu diesem Thema geschrieben. Ich finde das alles unmöglich!" CEM SEY
taz Berlin lokal Nr. 7616 vom 16.3.2005, Seite 24, 105 Zeilen (TAZ-Bericht), CEM SEY
http://www.taz.de/pt/2005/03/16/a0261.nf/text
Oder Dr. Turgut Aslan:
EATA Baden-Württemberg e.V.
Postfach 10 12 07
70011 Stuttgart
Deutscher Bundestag
CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Frau Dr. Angela Merkel, MdB
Platz der Republik 1
11011 BERLIN
Betreff: Ihr Antrag „Gedenken anlässlich des 90. Jahrestages des Auftakts zu Vertreibungen und Massakern an den Armeniern am 24. April 1915 – Deutschland muss zur Versöhnung zwischen Türken und Armeniern beitragen“
Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,
wie wir der Tagespresse entnommen haben, hat sich Ihre Fraktion dazu entschlossen, einen Antrag bezüglich der Vorfälle im Jahre 1915 im Osmanischen Reich zur Beschlussfassung in den Deutschen Bundestag ein zu
bringen.
Im Folgenden wollen wir uns als türkischstämmige Bürger dieses Landes und Teil dieser Gesellschaft zu Ihrem Antrag äußern, den wir eingehend studiert haben:
1. Ihre Darstellung der Ereignisse von 1915 ist sehr einseitig
Es würde hier zu weit führen, auf all Ihre Punkte einzugehen, die historische Relevanz haben. Das haben andere, unabhängige Historiker bereits zu genüge getan. Die Ergebnisse liegen in zahlreichen Veröffentlichungen vor. Im Anhang finden Sie Namen und Publikationen einiger dieser Historiker, deren Arbeiten in direktem Bezug zu den in Ihrem Antrag genannten Namen und Themen stehen.
Dennoch wollen wir uns erlauben, einige Bemerkungen zu machen: Der Zitierte britische Historiker Arnold J. Tonybee hat später im Rückblick zugegeben, dass seine Arbeiten in dem Kriegstagen des Ersten Weltkrieges, insbesondere das „Blue Book“ und die „Dokumente“ dort, zielgerichtete Propaganda waren:
Es ging darum, die Kriegsanstrengungen des British Empire und ihrer Alliierten zu stärken.
Der deutsche protestantische Pastor Dr. Johannes Lepsius selber ist kein Augenzeuge der Vertreibung der Armenier, sondern hat während seines einen Monat dauernden Aufenthalts in Istanbul im August 1915 beim US Botschafter Henry Morgenthau „Dokumente“ abgeschrieben, die von armenischen Übersetzern und protestantisch-amerikanischen Missionaren stammen, was die Glaubwürdigkeit und Objektivität dieser sehr mindert, und die Parteinahme für die christlichen Armenier nahelegt. Henry Morgenthaus‘ Plan war es wiederum, durch besonders grausame Darstellung der Vertreibung der Armenier und entsprechende Propaganda durch sein Buch „Ambassador Morgenthau’s Story“ die USA auf dir Seite der Alliierten in den Krieg zu ziehen.
Franz Werfels Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ wiederum basiert auf seine Studienreise nach Syrien im Jahre 1929, wo er und seine Frau verwaiste armenische Kinder arbeitend in einer Fabrik gesehen und „Dokumente“ bekommen hat, die die Tötungsbefehle der Osmanischen Regierung, insbesondere des Innenministers Talat Pascha, belegen sollten; diese Dokumente haben sich später als plumpe Fälschungen des Armeniers Aram Andonian herausgestellt. Ganz abgesehen davon, liegt es Romanen zu Grunde, dass sie immer auch Fiktion sind und als wissenschaftliche Quelle gänzlich ungeeignet sind.
Am 24. April 1915 wurden 2345 Anhänger von armenischen Untergrundbewegungen festgenommen, die auf das Ziel „Großarmenien“ im Ostanatolien hinarbeiteten. Das Ziel der Armenier sollte und konnte nur mit Hilfe und in Zusammenarbeit mit den Kriegsgegnern des Osmanischen Reiches (Britisches Königreich, Frankreich, Russland) geschehen. Am 25. April 1915 landeten die Alliierten in Gallipoli, um – nach ihren Plänen - bald Istanbul zu erobern. Es begann eine der blutigsten Schlachten der Weltgeschichte. Im Kriegsfall wird die Zusammenarbeit mit dem Feind in allen Staaten als Hochverrat geahndet und mit dem Tode bestraft. Die US-Regierung hat nach dem verheerenden japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 aus Furcht vor einer japanischen Besatzung der US-Westküste alle ihre japanischstämmigen Bürger ins Landesinnere deportiert, aus Angst vor Unterstützung im Falle einer Besatzung. Im Falle der Armenier gibt es Beweise für die direkte Zusammenarbeit und aktive Teilnahme von Armeniern an den Kampfhandlungen auf der Seite der Alliierten, seit Kriegsbeginn 1914. Die Besatzung Nordostanatoliens durch Russische Truppen war kein theoretisches Szenario, sondern Realität! Die Vorbereitung auf den Krieg war bereits geübt in vielen Aufständen vorher, aufgestachelt auch von den „christlichen“ Missionaren.
Die offizielle Bevölkerungszahl der Armenier im Osmanischen Reich im Jahre 1914 wird in diversen Untersuchungen mit ca. 1.2 Millionen angegeben. Es ist bekannt, dass viele hunderttausende Zuflucht in Russland, im Nahen Osten, in Frankreich, in den USA und anderswo (z.B. in Südamerikanischen Staaten) gefunden haben. Die Zahl der durch die Vertreibung, Krankheiten und Gewalt (dem sog. „Genozid“) umgekommenen Armenier dürfte bei mehreren hunderttausend liegen. Im selben Zeitraum lagen die Verluste der türkischen (osmanisch-muslimischen) Zivilbevölkerung durch dieselben Umstände um ein mehrfaches höher (ca. 2,5 Millionen). Die in ihrem Antrag genannte Anzahl von „zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Armenischer Opfer“ ist definitiv zu hoch; selbst der armenische Historiker Prof. Richard Hovanissian nannte in einem Vortrag am 24.03.2001 in Mülheim an der Ruhr die Zahl „1 Million Opfer“. Türkische Historiker gehen eher von dreihunderttausend aus.
2. Ein Zusammenhang zwischen Geschichtsbewältigung und EU-Beitritt gibt es nicht.
Bei der Osterweiterung der EU hat man bewusst und weitsichtig die Fragen der Geschichtsbewältigung ausgeklammert, so z.B. im Falle Polens, oder der Tschechischen Republik. Die „Republik Zypern“ – de facto nur der griechische Süd-Zypern – wurde EU-Vollmitglied, ohne dass es zu einer „geschichtlichen Aufarbeitung“ und Lösung gekommen wäre. Es ist kaum anzunehmen, dass die Erweiterung der EU um Rumänien und Bulgarien an der Frage scheitert, warum diese Länder in und nach den zwei Balkankriegen 1912/13 die türkische Zivilbevölkerung vertrieben und unterdrückt haben und für millionenfachen Tod von Türken verantwortlich sind.
Es wäre ein Novum in der Geschichte der EU und ein zusätzliches Kriterium zu fordern, dass ein EU-Beitrittskandidat seine Geschichte aufarbeiten muss, um Mitglied zu werden. Ein entsprechender Vorstoß wegen einem möglichen EU-Beitritt der Türkei würde deswegen in der Türkei und bei den türkischstämmigen Bürgern in Deutschland negativ aufgenommen und bewertet.
3. Ihr Antrag trägt nicht zur Versöhnung bei, sondern spaltet
Die einseitige Darstellung der Geschichte unter Ausblendung wichtiger historischer Tatsachen trägt keineswegs zur Versöhnung bei. So gibt es in Ihrem Antrag keinen Hinweis auf die diversen imperialistischen Pläne zur Aufteilung des Osmanischen Reiches unter Ausnutzung und Instrumentalisierung der christlichen Minderheiten dort. Weder die zu diesem Zweck auf dem Berliner Kongress 1878 aufgeworfene und später missbrauchte angebliche „Armenische Frage“, noch Versprechungen an die christlichen Minderheiten (Griechen, Armenier, Bulgaren, Serben,...), eigene unabhängige Staaten zu errichten oder bestehende zu erweitern, noch der christliche Missionierungsversuch Anatoliens, finden Erwähnung, genauso wenig die Bewaffnung durch die Alliierten und der aktive Kriegsdienst der Armenier bei den Alliierten. Sie erwähnen auch nicht, dass gleich nach dem Ersten Weltkrieg die angeblich Verantwortlichen für den „Genozid“ durch die Alliierten auf die Insel Malta gebracht wurden, aber mangels Beweisen nach etwa zwei Jahren wieder freigelassen werden mußten. Führende Persönlichkeiten der Ittihat ve Terraki Cemiyeti (Komitee für Einheit und Fortschritt) wurden in einem Akt der Selbstjustiz durch Armenier ermordet. Der Prozess wegen der Ermordung des Innenministers Talat Pascha am 15. März 1921 in Berlin ist ein dunkles Kapitel deutscher Justizgeschichte, denn verurteilt wurde nur das Opfer, das sich nicht verteidigen konnte. In den 70‘er und 80‘er Jahren diente dieser Prozess armenischen Mördern der ASALA als moralische Rechtfertigung für ihre Morde an türkischen Diplomaten.
Die Aussage in Ihrem Antrag: „Es zeichnet die Staaten der Europäischen Union aus, dass sie sich zu ihrer kolonialen Vergangenheit und den dunklen Seiten ihrer nationalen Geschichte bekennen“ ist mehr Wunschdenken als Wirklichkeit: Man hat z.B. am Beispiel Frankreichs gesehen, wie klärend und beschwichtigend sie ihren Krieg und Terror in Algerien 1954-1962 darstellen.
Es ist uns auch nicht bekannt, dass Deutschland kritisch die Rolle des Deutschen Kaiserreichs in Deutsch-Südwest-Afrika (heute Namibia),insbesondere die Niederschlagung des Herero-Nama-Aufstandes 1904-1907 (manche Historiker bezeichnen das als den „ersten Völkermord im 20. Jahrhundert“) im Deutschen Bundestag bedacht hätte. Diese Liste um die „dunklen Seiten der Geschichte“ ließe sich leicht um die heutigen EU-Länder Britisches Königreich, Spanien, Portugal, Belgien, etc. mit ihrer kolonialen Vergangenheit erweitern. Die Republik Frankreich hat in ihrem Parlament den angeblichen „Genozid an den Armeniern“ anerkannt, aber eine „dunkle Seite“ ihrer Geschichte, der Algerienkrieg, bleibt tabu. Es gibt kaum „Bekennen“ und Eingeständnis der Verantwortung, ganz zu schweigen von Wiedergutmachung wegen ihrem Kolonialismus, und der damit verbundenen Unterdrückung und Morden.
Ihre Darstellung der Beziehung zwischen der Republik Türkei und der Republik Armenien ist auch sehr einseitig: Die Isolierung Armeniens ist u.a. auch darauf zurückzuführen, dass Armenien ca. 20 Prozent der Republik Aserbeidschan völkerrechtswidrig besetzt hält, und den Flüchtlingsstatus von ca. 1 Millionen Aseris verantwortet. Zur Entspannung trägt die Republik Armenien auch nicht dadurch bei, dass sie in den 70‘er und 80‘er Jahren des letzten Jahrhunderts aktiv die armenische Terrororganisation ASALA und später die PKK unterstützt hat, die zahlreiche türkische Diplomaten und Zivilisten ermordete, oder seit einigen Jahren teilweise erfolgreich versucht, in verschiedenen Parlamenten ihre Sicht der Geschichte absegnen zu lassen und auf diese Weise der Türkei aufzuzwingen.
Wir möchten Zusammenfassen:
Ihr Antrag ist nicht hilfreich und trägt nicht zur Geschichtsbewältigung bei. Im Gegenteil, er reißt neue Gräben zwischen Deutschland, Armenien und der Türkei auf, denn er bestärkt die Armenier in Ihrem Glauben, dass sie nur „Opfer“, und die Türken nur die „Täter“ seien. Eine kritische Durchleuchtung Ihrer Geschichte ist aber von den Armeniern genauso zu fordern, wie von den Türken, damit es zu einer Versöhnung und Normalisierung kommt. Eine einseitige Anerkennung der Schuld, eine Anerkennung des sog. „Genozids“ und somit die Gleichsetzung mit den deutschen Nazis und Übernahme der Verantwortung wie beim Holocaust werden die Türkei und die Türken niemals akzeptieren.
Es ist zu erwarten, dass durch Ihren Antrag – wenn er in dieser uns vorliegenden Version beschlossen wird – türkischstämmige Bürger in Deutschland sich ziemlich vor dem Kopf gestoßen fühlen und entsprechend reagieren werden. Auch ist zu Befürchten, dass dem Verhältnis zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Türkei schwerer Schaden zugefügt wird. Die Verantwortung dafür liegt dann bei Ihnen.
Wir halten die freundschaftlichen deutsch-türkischen Beziehungen, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei und das friedliche Zusammenleben der beiden Völker für besonders wichtig und appellieren hiermit an die CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Unterzeichner des Antrages, ihr Vorhaben noch einmal zu überdenken.
Hochachtungsvoll
Dr. Turgut Aslan
European Assembly of Turkish Academics (EATA) Baden-Württemberg e.V.
Anhang (Literatur in direktem Zusammenhang zu den in Ihrem Antrag angesprochenen Themen):
- Heath W. Lowry: “Die Hintergrundgeschichte zu Botschafter Morgenthaus Memoiren”, Isis Verlag Istanbul, 1991 (Originaltitel in USA: “The Story Behind Ambassador Morgenthau’s Story”)
- Justin McCarty: “Death and Exile – the ethnic cleansing of Ottoman Muslims, 1821-1922”, Princeton, USA, 1999
- Sinasi Oral and Süreyya Yuca: “The Talat Pasha ‘Telegrams’: Historical fact or Armenian Fiction?”, K. Rustem & Brother, Lefkosa, Cyprus, 1983
- Selahi R. Sonyel: “The Great War and the Tragedy of Anatolia”, TTK Ankara, 2004
oder
TÜRKISCHE INTERNET COMMUNITY
www.turkcom.org
:D
Warum mutig?
Weil sie durch ihre direkten Worte sagen, was Sache ist und sich nicht wie so manch andere mit Phrasen a la "Ich kenne mich in dem Thema zu wenig aus" rausreden.
Dadurch "gefährden" sie sich, da man in Germanien ruckzuck mit dem Vorwurf der Leugnung zur Hand ist, auch wenn man die historischen Hintergründe nicht kennt.
Der Kümmeltürke darf dem arischen Armenier und/oder Herrenmenschen sowie seiner "Europäischen Erinnerungs- und Gedenkkultur" eben nicht widersprechen.
Allah sei dank, dass es nicht nur Kümmel- und TÜV-Türken gibt.
Oder Hilal Kartal:
Ihr Artikel "Getürktes Eheglück" vom 30.07.2005
Sehr geehrte Frau Kirchstein,
Ihre Wahl "Getürktes Eheglück" als Titel finde ich weder lustig noch originell und betrachte dies als Ergebnis der in den letzen Tagen geführten "IQ-Diskussion".
Als Türkin frage ich mich, warum Frau Çileli deutsche Zeitungen als Sprachrohr wählt, obwohl sie über türkische Zeitungen – und diese gibt es reichlich und in jeder Couleur - ihre eigentliche "Zielgruppe" am ehesten erreichen würde. Weiter erstaunt mich die Tatsache, dass ihre Homepage auf Deutsch ist und führt mich zur Frage: Wie gut Deutsch verstehen "Importbräute"?
Andererseits lese ich in türkischen Zeitungen Interviews mit ihren Eltern oder den Verwandten von "Ehrenmord"-Opfern. Daher konstatiere ich, dass Frau Çileli die Fehler ihrer Familie und ihre Vergangenheit auf die gesamte türkische Gemeinschaft projiziert, sich jedoch nicht traut, sich dieser zu stellen und dies von deutschen Medien kritiklos hingenommen wird.
Des Weiteren stelle ich mir die Frage – die Ihnen anscheinend nicht in den Sinn gekommen ist – wie es sein kann, dass sich eine 26 jährige Person beinahe zum zweiten Mal "zwangsverheiraten" lässt.
Frau Çilelis Schuldzuweisungen erfolgen durch Verallgemeinerungen, Übertreibungen und vor allem Diffamierungen des islamischen Glaubens und der türkischen Kultur, welche man in den deutschen Medien in letzter Zeit offenbar gerne und ungeprüft übernimmt.
Ich verwehre mich gegen die Diskreditierung als "allgemein schlecht integrierte Volksgruppe", streite jedoch keineswegs die Tatsache ab, dass von beiden Seiten Fehler begangen wurden, möchte aber darauf beharren, dass es nicht nur Fatih Ak1n und Cem Özdemir sind, die es in dieser Gesellschaft zu etwas gebracht haben. Das Gros z. B. unserer Gemeinschaft besteht aus Studenten und Akademikern, die jedoch aufgrund ihrer "erfolgreichen Integration" ignoriert werden.
Mich würde ferner interessieren, wie sich die "104 Fälle von Zwangsheirat, Unterdrückung im Namen der Ehre oder konkreter Ehrenmord-Gefahr" zusammensetzen, da Frau Çileli auf ihrer Homepage in einem eigens eingerichteten "Mahnmal" selbst obskure Eifersuchtsdramen als "Ehrenmorde" präsentiert.
Ich bin religiös erzogen worden, durfte dennoch zum Sportunterricht, auf Klassenfahrten und ich darf sogar mit Männern reden und Freundschaften schließen und muss jedes Mal erstaunt zusehen, wie selbsternannte "muslimische Feministinnen" versuchen um jeden Preis, sei es auch durch das Mitleid erflehende Ausschlachten der eigenen Vergangenheit, im Rampenlicht zu stehen und eine ganze Religion und Kultur zu verunglimpfen.
Abschließend möchte ich unterstreichen, dass Frau Çileli nicht Opfer des Islams oder der türkischen Kultur sondern ihrer Familie und ihrer eigenen Natur ist. Als "erfolgreich integrierte" Türkin rate ich ihr, einen guten Psychiater aufzusuchen und ihre Vergangenheit nicht in der deutschen Öffentlichkeit und auf dem Rücken der türkischen Gemeinschaft aufzuarbeiten.
Hochachtungsvoll
Hilal Kartal
Türkische Internet Community
01.08.2005
www.turkcom.org (http://www.turkcom.org)
http://www.turkcom.org/page.php?modul=Article&op=read&nid=31&rub=9 (http://www.turkcom.org/page.php?modul=Article&op=read&nid=31&rub=9)
Warum mutig?
Weil sie durch ihre direkten Worte sagen, was Sache ist und sich nicht wie so manch andere mit Phrasen a la "Ich kenne mich in dem Thema zu wenig aus" rausreden.
Dadurch "gefährden" sie sich, da man in Germanien ruckzuck mit dem Vorwurf der Leugnung zur Hand ist, auch wenn man die historischen Hintergründe nicht kennt.
Der Kümmeltürke darf dem arischen Armenier und/oder Herrenmenschen sowie seiner "Europäischen Erinnerungs- und Gedenkkultur" eben nicht widersprechen.
Allah sei dank, dass es nicht nur Kümmel- und TÜV-Türken gibt.
@Dela
Ich hab eine bitte an dich kannst du das Wort "Kümmeltürke" mal lassen,das wäre echt net sowas stört mich und sicherlich noch ein paar andere Türkischstämmige hier.
@Dela
Ich hab eine bitte an dich kannst du das Wort "Kümmeltürke" mal lassen,das wäre echt net sowas stört mich und sicherlich noch ein paar andere Türkischstämmige hier.
Schau dir das Wort im Zusammenhang an! Es ist nur ironisch gemeint. ;)
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