polatinum
25.01.11, 23:25
"Zwang funktioniert"
Die amerikanische Juraprofessorin Amy Chua über das Drillen ihrer Töchter, den strengen chinesischen Erziehungsstil und das Verbrennen von Kuscheltieren als Lernanreiz
SPIEGEL: Frau Chua, Ihre Töchter Sophia und Louisa durften nie bei Freunden übernachten, nie Freunde mit nach Hause bringen und sich nie ihre Hobbys selbst aussuchen. Werden Sie von Ihren Kindern gehasst?
Chua: Ich hoffe nicht! Mir war es wichtig, dass Sophia und Lulu fließend Mandarin und Englisch lernen und dass sie nur Einsen nach Hause bringen. Sophia konnte mit 18 Monaten das Alphabet. Während andere Kinder lernten, von eins bis zehn zu zählen, habe ich ihr die Grundrechenarten und Dezimalzahlen beigebracht. Als sie drei war, las sie Sartre. Natürlich wollte ich, dass meine Kinder Hobbys haben - aber nicht so etwas wie Handarbeit, die zu nichts führt, sondern etwas Sinnvolles und Schwieriges, mit Potential für Tiefe und Virtuosität.
SPIEGEL: Sie verlangten, dass Sophia Klavier lernt und "Lulu" Geige. Klassische Musik sei "das Gegenteil von Niedergang, Trägheit und Verwöhntheit", schreiben Sie in Ihrem soeben erschienenen Erziehungstagebuch. Ist das Ihre Kritik an der Kuschelpädagogik westlicher Eltern?
Chua: Ich habe nicht die Absicht, andere Leute zu belehren. Allerdings glaube ich durchaus, dass westliche Eltern die Dinge manchmal zu leicht nehmen. Sie können einem Sechsjährigen nicht sagen:"Geh heute mal deinen Leidenschaften nach; ich möchte nur, dass du glücklich bist." Das ist zu romantisch. Natürlich hofft jede Mutter, dass das Kind dann die Flöte in die Hand nimmt oder Gedichte schreibt. Aber ich glaube, es wird sich einfach vor den Fernseher setzen oder Computerspiele spielen.
SPIEGEL: "Oh mein Gott, du wirst schlechter und schlechter", haben Sie Sophia einmal beim Klavierüben gesagt, "wenn das beim nächsten Mal nicht perfekt ist, nehme ich dir sämtliche Stofftiere weg und verbrenne sie." Für solche Methoden, Kinder auf Linie zu bringen, werden Sie derzeit in den USA angefeindet.
Chua: Rückblickend mag das Coaching etwas extrem gewesen sein. Andererseits war es effektiv. Mit neun gewann Sophia ihren ersten Klavierwettbewerb.
SPIEGEL: Später spielte sie sogar einmal in der Carnegie Hall in New York ...
Chua: Und sie liebte es! Nichts macht Spaß, wenn man nicht gut darin ist. Und dafür muss man hart arbeiten. Doch Kinder wollen von sich selbst aus niemals arbeiten. Darum ist es entscheidend, sich über ihre Vorlieben hinwegzusetzen. Das erfordert Strenge, denn das Kind wird sich widersetzen.
weiter (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,741314,00.html)
Ich denke das ist zu viel was denkt ihr?
Die amerikanische Juraprofessorin Amy Chua über das Drillen ihrer Töchter, den strengen chinesischen Erziehungsstil und das Verbrennen von Kuscheltieren als Lernanreiz
SPIEGEL: Frau Chua, Ihre Töchter Sophia und Louisa durften nie bei Freunden übernachten, nie Freunde mit nach Hause bringen und sich nie ihre Hobbys selbst aussuchen. Werden Sie von Ihren Kindern gehasst?
Chua: Ich hoffe nicht! Mir war es wichtig, dass Sophia und Lulu fließend Mandarin und Englisch lernen und dass sie nur Einsen nach Hause bringen. Sophia konnte mit 18 Monaten das Alphabet. Während andere Kinder lernten, von eins bis zehn zu zählen, habe ich ihr die Grundrechenarten und Dezimalzahlen beigebracht. Als sie drei war, las sie Sartre. Natürlich wollte ich, dass meine Kinder Hobbys haben - aber nicht so etwas wie Handarbeit, die zu nichts führt, sondern etwas Sinnvolles und Schwieriges, mit Potential für Tiefe und Virtuosität.
SPIEGEL: Sie verlangten, dass Sophia Klavier lernt und "Lulu" Geige. Klassische Musik sei "das Gegenteil von Niedergang, Trägheit und Verwöhntheit", schreiben Sie in Ihrem soeben erschienenen Erziehungstagebuch. Ist das Ihre Kritik an der Kuschelpädagogik westlicher Eltern?
Chua: Ich habe nicht die Absicht, andere Leute zu belehren. Allerdings glaube ich durchaus, dass westliche Eltern die Dinge manchmal zu leicht nehmen. Sie können einem Sechsjährigen nicht sagen:"Geh heute mal deinen Leidenschaften nach; ich möchte nur, dass du glücklich bist." Das ist zu romantisch. Natürlich hofft jede Mutter, dass das Kind dann die Flöte in die Hand nimmt oder Gedichte schreibt. Aber ich glaube, es wird sich einfach vor den Fernseher setzen oder Computerspiele spielen.
SPIEGEL: "Oh mein Gott, du wirst schlechter und schlechter", haben Sie Sophia einmal beim Klavierüben gesagt, "wenn das beim nächsten Mal nicht perfekt ist, nehme ich dir sämtliche Stofftiere weg und verbrenne sie." Für solche Methoden, Kinder auf Linie zu bringen, werden Sie derzeit in den USA angefeindet.
Chua: Rückblickend mag das Coaching etwas extrem gewesen sein. Andererseits war es effektiv. Mit neun gewann Sophia ihren ersten Klavierwettbewerb.
SPIEGEL: Später spielte sie sogar einmal in der Carnegie Hall in New York ...
Chua: Und sie liebte es! Nichts macht Spaß, wenn man nicht gut darin ist. Und dafür muss man hart arbeiten. Doch Kinder wollen von sich selbst aus niemals arbeiten. Darum ist es entscheidend, sich über ihre Vorlieben hinwegzusetzen. Das erfordert Strenge, denn das Kind wird sich widersetzen.
weiter (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,741314,00.html)
Ich denke das ist zu viel was denkt ihr?