DeLaHoya
27.08.05, 20:37
Stimmenfang in fremden Sprachen ("")
Wahlkampf: SPD wirbt bei Migranten
http://www.marktplatz-oberbayern.de/regionen/mstadt/img/spacer.gif
Im Bundestagswahlkampf nehmen die Münchner Parteiverbände die Gruppe der neu Eingebürgerten unterschiedlich stark ins Visier. Während die SPD mit speziellen Strategien bei den Ex-Ausländern auf Stimmenfang gehen will, setzt die CSU auf "allgemeinen Wahlkampf".
Bereits im Juli habe die SPD alle türkischen Vereine in München zu einer Veranstaltung eingeladen und ihre vier Bundestagskandidaten vorgestellt, sagt Sprecher Markus Rinderspacher. Nun soll es Wahlkampfmaterial - etwa die Broschüre "10 Gründe, SPD zu wählen" - auch in Türkisch, Polnisch und Russisch geben.
Von 2000 bis 2004 wurden in München 16 076 Ausländer eingebürgert. Ein Fünftel dieser neuen Wahlberechtigten stammte aus der Türkei.
Die SPD wolle "ganz gezielt Türken und Russen ansprechen", erläutert Rinderspacher. "Wir gehen davon aus, dass wir bei dieser Zielgruppe viel erreichen können." Er sieht einen klaren Unterschied zum letzten Wahlkampf: Tausende neue Einbürgerungen bedeuteten auch "mehr Wahlberechtigte als 2002", darum passe die SPD ihre Methoden an. Daneben gibt es die Initiative "Neue Inländer für Schröder": eine bundesweite Kampagne, die auch in München Unterstützer findet, beispielsweise SPD-Stadtrat Ya°sar Fincan.
Die Münchner CSU will keine Sonderstrategien auffahren. "Plakate auf Türkisch wären widersinnig", meint ein Sprecher der Bundestagskandidaten. Schließlich sei eine Voraussetzung für die Einbürgerung, dass die Anwärter den Deutschtest bestünden. Darum soll nur ein allgemeiner Wahlkampf geführt werden - "bezogen auf die Probleme in Deutschland, denn die betreffen alle Bürger gleichermaßen", sagt Stadtrat Helmut Pfundstein, Sprecher des CSU-Bezirksverbands.
Auch die Münchner FDP startet keine Extra-Kampagne. Fremdsprachige Broschüren oder Plakate zu drucken, erwägt Stadtverbands-Chef Rainer Stinner nicht. "Unser Budget ist so klein, dass es für so etwas nicht reicht", sagt er.
Indessen wollen die Grünen Anfang September eine Wahlkampfzeitung verteilen, die auf Migranten zugeschnitten ist. Darin, so Kreisverbands-Vorsitzender Florian Roth, setzten sie vor allem auf "Themen-Engagement" - auf Beiträge zu grüner Flüchtlingspolitik, Zuwanderungspolitik allgemein und dem EU-Beitritt der Türkei. Zudem sollen Artikel auf Türkisch erscheinen. Überdies wollen die Grünen Parteiangehörige mit Migrationshintergrund gezielt für sich werben lassen.
Die SPD, sagt Rinderspacher, sei sich sicher, bei den neuen Inländern wieder eine Mehrheit zu holen. Schon vor drei Jahren hätten überproportional viele Eingebürgerte Rot-Grün gewählt - und heuer werde das erst recht geschehen: "Wir hoffen, dass sie sich auf diese Weise für unsere Integrationspolitik bedanken", so Rinderspacher.
Christine Ulrich
mm
27.08.2005
http://www.marktplatz-oberbayern.de/regionen/mstadt/art1606,306665.html?fCMS=a2d18 be61696d9313696bec221981fbe
Wahlkampf: SPD wirbt bei Migranten
http://www.marktplatz-oberbayern.de/regionen/mstadt/img/spacer.gif
Im Bundestagswahlkampf nehmen die Münchner Parteiverbände die Gruppe der neu Eingebürgerten unterschiedlich stark ins Visier. Während die SPD mit speziellen Strategien bei den Ex-Ausländern auf Stimmenfang gehen will, setzt die CSU auf "allgemeinen Wahlkampf".
Bereits im Juli habe die SPD alle türkischen Vereine in München zu einer Veranstaltung eingeladen und ihre vier Bundestagskandidaten vorgestellt, sagt Sprecher Markus Rinderspacher. Nun soll es Wahlkampfmaterial - etwa die Broschüre "10 Gründe, SPD zu wählen" - auch in Türkisch, Polnisch und Russisch geben.
Von 2000 bis 2004 wurden in München 16 076 Ausländer eingebürgert. Ein Fünftel dieser neuen Wahlberechtigten stammte aus der Türkei.
Die SPD wolle "ganz gezielt Türken und Russen ansprechen", erläutert Rinderspacher. "Wir gehen davon aus, dass wir bei dieser Zielgruppe viel erreichen können." Er sieht einen klaren Unterschied zum letzten Wahlkampf: Tausende neue Einbürgerungen bedeuteten auch "mehr Wahlberechtigte als 2002", darum passe die SPD ihre Methoden an. Daneben gibt es die Initiative "Neue Inländer für Schröder": eine bundesweite Kampagne, die auch in München Unterstützer findet, beispielsweise SPD-Stadtrat Ya°sar Fincan.
Die Münchner CSU will keine Sonderstrategien auffahren. "Plakate auf Türkisch wären widersinnig", meint ein Sprecher der Bundestagskandidaten. Schließlich sei eine Voraussetzung für die Einbürgerung, dass die Anwärter den Deutschtest bestünden. Darum soll nur ein allgemeiner Wahlkampf geführt werden - "bezogen auf die Probleme in Deutschland, denn die betreffen alle Bürger gleichermaßen", sagt Stadtrat Helmut Pfundstein, Sprecher des CSU-Bezirksverbands.
Auch die Münchner FDP startet keine Extra-Kampagne. Fremdsprachige Broschüren oder Plakate zu drucken, erwägt Stadtverbands-Chef Rainer Stinner nicht. "Unser Budget ist so klein, dass es für so etwas nicht reicht", sagt er.
Indessen wollen die Grünen Anfang September eine Wahlkampfzeitung verteilen, die auf Migranten zugeschnitten ist. Darin, so Kreisverbands-Vorsitzender Florian Roth, setzten sie vor allem auf "Themen-Engagement" - auf Beiträge zu grüner Flüchtlingspolitik, Zuwanderungspolitik allgemein und dem EU-Beitritt der Türkei. Zudem sollen Artikel auf Türkisch erscheinen. Überdies wollen die Grünen Parteiangehörige mit Migrationshintergrund gezielt für sich werben lassen.
Die SPD, sagt Rinderspacher, sei sich sicher, bei den neuen Inländern wieder eine Mehrheit zu holen. Schon vor drei Jahren hätten überproportional viele Eingebürgerte Rot-Grün gewählt - und heuer werde das erst recht geschehen: "Wir hoffen, dass sie sich auf diese Weise für unsere Integrationspolitik bedanken", so Rinderspacher.
Christine Ulrich
mm
27.08.2005
http://www.marktplatz-oberbayern.de/regionen/mstadt/art1606,306665.html?fCMS=a2d18 be61696d9313696bec221981fbe