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DeLaHoya
29.08.05, 16:27
Streit über EU-Beitritt der Türkei gerät stärker in den Wahlkampf

Berlin/Istanbul (dpa) Die Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei geraten immer stärker in den Wahlkampf. Nach dem neuen Unionsvorstoß gegen eine EU-Vollmitgliedschaft der Türkei sprach sich Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) demonstrativ für den planmäßigen Beginn der Verhandlungen am 3. Oktober aus: «Die Türkei hat die uns gegebenen Versprechen gehalten, jetzt müssen auch wir Wort halten.» CSU-Chef Edmund Stoiber sagte der «Bild am Sonntag» dagegen mit Blick auf die Wahl, es gebe eine klare Alternative: «EU-Beitritt der Türkei mit Rot-Grün oder privilegierte Partnerschaft mit der Union.»

In Ankara reagierte man gelassen auf die Diskussion, die allerdings nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich geführt wird. Der türkische Außenminister Abdullah Gül zeigte sich überzeugt, dass die Verhandlungen über einen EU-Beitritt seines Landes am 3. Oktober beginnen. Die Staats- und Regierungschefs der EU seien «weitsichtig» genug, um sich nicht von «innenpolitischen oder konjunkturellen Problemen» leiten zu lassen, sagte Gül laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.

Schröder äußerte nach Angaben der türkischen Zeitung «Hürriyet» bei einem Essen mit türkischen Geschäftsleuten und Journalisten in Berlin Unverständnis über die ablehnende Haltung der Union: «Sie sprechen von einer privilegierten Partnerschaft. Was ist das? Sicher ist, dass es keine Vollmitgliedschaft ist.» Aus Sicht der Türkei werde es «nicht gut» sein, wenn die Opposition in Deutschland die Regierung übernehme. Ein Regierungssprecher wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen.

Stoiber sagte der «BamS»: «Wenn Angela Merkel Kanzlerin wird, dann haben wir andere Möglichkeiten, den Verhandlungsrahmen auf EU-Ebene zu beeinflussen.» Er sei überzeugt, dass CDU und CSU es schaffen könnten, dafür eine Mehrheit in der EU zu bekommen. «Denn auch in den anderen Ländern wächst die Zustimmung zu unserem Modell.» Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) sagte «Focus», er wolle «die Angst der Menschen vor einer schrankenlosen Erweiterung thematisieren». Unions-Außenexperte Friedbert Pflüger (CDU) lehnte eine Emotionalisierung ab: «Wir wollen keine anti-türkische Stimmung schüren.»

Der CDU-Europapolitiker Matthias Wissmann betonte, der Appell Merkels und Stoibers komme zum richtigen Zeitpunkt. Er forderte von Ankara eine klare Anerkennung aller EU-Staaten, zu denen auch Zypern gehöre. «Die bisherige windelweiche Position der Türkei, bei der man im Grunde indirekt sagt, wir erkennen Zypern völkerrechtlich nicht an, ist nicht aufrecht zu erhalten.» Eine ähnliche Haltung vertritt mittlerweile auch die französische Regierung.

Schröder kritisierte indirekt die Haltung Frankreichs. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip «Erdogan hat alles erfüllt, was am 17. Dezember (beim EU-Gipfel) von ihm verlangt wurde». Eine Lösung des Zypernproblems habe die Türkei nicht behindert. Sie sei von denjenigen behindert worden, «die sich Griechenland nahe fühlen». Bei einer Volksabstimmung über eine Wiedervereinigung Zyperns hatten die türkischen Zyprer mit Ja, die griechischen Zyprer mit Nein gestimmt.

Der Regierungssprecher betonte, Deutschland und Frankreich seien sich einig, dass für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei das im Dezember 2004 einstimmig beschlossene Verfahren gelte. Die Außenminister würden bei ihrem informellen Treffen am 1. und 2. September über den Rahmen für die Beitrittsverhandlungen verhandeln. Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac hatte die bisherige Weigerung der Türkei, Zypern anzuerkennen, kritisiert.

http://www.rhein-main.net/sixcms/list.php?page=fnp2_news_articl e&id=2462824

Ingolstädter
29.08.05, 18:45
frei heraus: ich möchte nicht dass deutsche steuergelder für agrarsubventionen in der türkei ausgegeben werden. wenn die EU allgemein nichts mehr subventioniert habe ich nichts gegen einen beitritt.

DeLaHoya
29.08.05, 18:53
frei heraus: ich möchte nicht dass deutsche steuergelder für agrarsubventionen in der türkei ausgegeben werden. wenn die EU allgemein nichts mehr subventioniert habe ich nichts gegen einen beitritt.

Ich sage es mal ganz hart: die EU ist nicht dumm und lässt sich von der Türkei bzgl. Agrarsubenvtionen sicher nicht über den Tisch ziehen!

Da hat man mit Spanien genug "Erfahrungen" gesammelt, so etwas kommt nicht mehr vor, keine Sorge.

Cyber
29.08.05, 18:56
Wollen wir jetzt die EU nur auf eine Subventions- und Wirtschaftsgemeinschaft reduzieren ?

Was ist mit der Vision der Europäischen Gemeinschaft, das Miteinander unterschiedlicher Völker, Ethnien und Religionen ?

Ich glaube an diese Vision. Die Reduzierung nur auf eine Subventions- und Wirtschaftsgemeinschaft wird dem Europäischen Gedanken nicht gerecht!

DeLaHoya
29.08.05, 19:04
Wollen wir jetzt die EU nur auf eine Subventions- und Wirtschaftsgemeinschaft reduzieren ?

Was ist mit der Vision der Europäischen Gemeinschaft, des miteinander unterschiedlicher Völker, Ethnien und Religionen ?

Ich glaube an diese Vision. Die Reduzierung nur auf eine Subventions- und Wirtschaftsgemeinschaft wird dem Europäischen Gedanken nicht gerecht!

Möge der Cyber mit dir sein...

Der Schakal
29.08.05, 19:09
Möge der Cyber mit dir sein...


Muahahahahahaa....ja ne...aynen Cyber kardes richtig gesagt !!

Ingolstädter
29.08.05, 19:49
Wollen wir jetzt die EU nur auf eine Subventions- und Wirtschaftsgemeinschaft reduzieren ?

Was ist mit der Vision der Europäischen Gemeinschaft, des miteinander unterschiedlicher Völker, Ethnien und Religionen ?

Ich glaube an diese Vision. Die Reduzierung nur auf eine Subventions- und Wirtschaftsgemeinschaft wird dem Europäischen Gedanken nicht gerecht!

nun sogar der grundstein der EU war mit der montanunion (http://de.wikipedia.org/wiki/Montanunion) in der wirtschaft gelegen.

ich denke dass es überhaupt keine europäischen subventionen geben sollte und europa sollte sich viel stärker auf die gemeinsamen ziele und stärkere innereuropäische rationalisierung konzentrieren.

für mich ist der wirtschaftliche vorteil einer einheit zur zeiten der globalisierung das, was die EU im kern zusammenhält. die schöne vision friedlichen zusammenlebens ist ein gutes nebenprodukt des wirtschaftlichen zusammenschlusses.

Ingolstädter
29.08.05, 19:53
Ich sage es mal ganz hart: die EU ist nicht dumm und lässt sich von der Türkei bzgl. Agrarsubenvtionen sicher nicht über den Tisch ziehen!

Da hat man mit Spanien genug "Erfahrungen" gesammelt, so etwas kommt nicht mehr vor, keine Sorge.

ich traue der EU anscheinend weniger zu als du. besonders was die deutsche regierung angeht denke ich dass sie immer schon zu freizügig mit deutschen steuergeldern im ausland waren.

versteh mich nicht falsch, ich bin ein absoluter fan der EU im sinne einer innereuropäischen effizienzsteigerung, aber nicht im sinne eines euorpäischen protektionismuses.

Cyber
29.08.05, 20:07
nun sogar der grundstein der EU war mit der montanunion (http://de.wikipedia.org/wiki/Montanunion) in der wirtschaft gelegen.

ich denke dass es überhaupt keine europäischen subventionen geben sollte und europa sollte sich viel stärker auf die gemeinsamen ziele und stärkere innereuropäische rationalisierung konzentrieren.

für mich ist der wirtschaftliche vorteil einer einheit zur zeiten der globalisierung das, was die EU im kern zusammenhält. die schöne vision friedlichen zusammenlebens ist ein gutes nebenprodukt des wirtschaftlichen zusammenschlusses.

das sehe ich anders ....

PS: Bin kein Kapitalist.