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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Michael-Moore-Kritik: Bowling for Columbine



DeLaHoya
04.09.05, 00:47
Bisher aufgedeckte Unwahrheiten und Widersprüche

Bowling for Columbine

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Bowling for Columbine?

Film: Der Film ist so betitelt, da im Film vermutet wird, dass die zwei Attentäter auf der Columbine High School in Littleton (Colorado) vor dem Massaker um 6:00 Uhr eine Kegelstunde hatten.
Wirklichkeit: Nach Angaben der Polizei schwänzten die Attentäter die Kegelstunde an diesem Tag. [4]

Waffe für's Konto?

Film: Im Film marschiert Moore in eine Bank, wo er nach fünf Minuten direkt in der Bank eine Waffe als Prämie bekommt.
Wirklichkeit: Jan Jacobson, die Bankangestellte im Film: "Was in der Bank passierte war eine vorher arrangierte Sache. Normalerweise muss man eine Woche oder zehn Tage warten." Bei der Bank kommt man sich nach dem Film ziemlich benutzt vor. Laut Angaben der Angestellten hat Moores Filmfirma ein Monat daran gearbeitet, die Szene so zu filmen. [4] Bei dem Gewehr handelt es sich um eine von mehreren Prämien, die zur Auswahl stehen. Normalerweise wird sie bei einem lizenzierten Waffenhändler gekauft und ist auch dort abzuholen, nach einem Backgroundcheck. Für den Film wurde das Gewehr dort abgeholt und in die Bank zur fingierten "Übergabe" gebracht. [5] Helen Steinman, die Kundenbetreuerin in der Bank (auch im Film zu sehen), bestätigt: "Man kann nicht einfach hereinkommen und eine Waffe erhalten." Moore gab nur vor, ein neues Konto zu eröffnen. [6]

Rassistische Wahlwerbung?

Film: Nach dem Hinweis auf rassistische Symbole zur Angstmache, wird ein Werbespot aus dem Bush/Quayle Wahlkampf 1988 gezeigt. Ein Hafturlaub für Gefangene in Massachusetts wird kritisiert durch Bilder von Häftlingen, die ein Gefängnis verlassen. Dabei ist der scheinbar zum Spot gehörige Text eingeblendet "Willie Horton freigelassen. Daraufhin mordet er wieder."
Wirklichkeit: Die Texteinblendung ist eine nachträgliche Einblendung durch Moore in fast identer Schrift des Originaltextes, die nicht Teil des Spots war. Außerdem ist der Text falsch. Horton (ein Schwarzer im Gefängnis wegen Mordes) tötete nach dem Hafturlaub nicht wieder, sondern vergewaltigte eine Frau. Diese Fälschung soll das begleitende Statement stützen, "Ob du ein psychopathischer Mörder oder Präsidentschaftskandidat in den USA bist, die eine Sache, mit der du immer rechnen kannst, ist die Angst des weißen Amerikas vor dem schwarzen Mann." [7], [8]

Schulmassaker und NRA Versammlung in Denver

Film: Scheinbar kurz nach dem Massaker an der Columbine High School (Colorado), hält die NRA (National Rifle Association, nationale Vereinigung von Waffenbesitzern) eine Versammlung in Denver (Colorado) ab. Nachdem die weinenden Opfer zu sehen sind, wird Charleton Heston eingeblendet, der mit einem Gewehr in der Hand sagt "Ich habe nur fünf Wörter für euch - nur aus meiner kalten, toten Hand!", was so aussieht, als wäre es an die Opfer gerichtet oder jene, die ihn nun entwaffnen wollten. Nach einer kurzen Abblende, setzt er offenbar fort: "Ich sagte zum Bürgermeister, als Amerikaner sind wir frei, zu reisen wohin wir wollen in unserem weiten Land." Kurze Abblende, Heston schließt scheinbar triumphierend seine Rede: "Kommt nicht her?! Wir sind schon hier!"
Wirklichkeit: Das erste Zitat stammt aus einer Dankesrede Hestons für ein geschenktes, handgemachtes Gewehr (jenes in seiner Hand), die ein Jahr später in North Carolina gehalten wurde. Durch die Abblende fällt nicht auf, dass Heston anders gekleidet ist. Die Versammlung in Denver war keine Demonstration in Zusammenhang mit dem Schulmassaker, sondern eine Jahresversammlung, die schon Jahre vorher geplant worden war. Die NRA sagte trotzdem alle Veranstaltungen vor Ort ab, nur die verpflichtende jährliche Wahlversammlung für die Mitglieder, die nicht abgesagt oder verschoben werden konnte, fand in eingeschränkter Form statt. Heston schrieb dazu an die Mitglieder "Aber die Tragödie in Littleton letzten Dienstag appelliert an uns, [...] unseren Terminplan zu ändern, um unser tiefes Mitgefühl und unseren tiefen Respekt für die Familien und Gemeinden in und um Denver zu zeigen in ihrer Zeit großen Verlustes." Die weiteren Zitate sind zusammengestückelt und damit entstellt: "Ich sagte zum Bürgermeister ..." geht so weiter: "... ich meldete mich mit 18 freiwillig für den Krieg, an dem sie wollten, dass ich teilnehme." - "Kommt nicht her?" steht in diesem Zusammenhang: "NRA Mitglieder sind im Rathaus, Fort Carson, NORAD, der Air Force Academy und dem Olympic Training Center. Und ja, NRA Mitglieder sind sicherlich bei den Polizei-, Feuerwehr-, und SWAT team-Helden, die ihr Leben riskiert haben, um die Schüler von Columbine zu retten. Kommt nicht her? Wir sind schon hier! Diese Gemeinde ist unser Zuhause. Jede Gemeinde in Amerika ist unser Zuhause. Wir sind ein 128 Jahre alter fester Bestandteil des typischen Amerikas. Die im zweiten Verfassungszusatz festgehaltene Ethik des gesetzestreuen, verantwortlichen Feuerwaffenbesitzes deckt den breitest denkbaren Querschnitt amerikanischen Lebens ab. Daher haben wir das selbe Recht wie alle anderen Bürger, hier zu sein. Um mitzuhelfen, den Schmerz zu tragen und unsere Trauer zu teilen und unsere respektvolle, klare Stimme anzubieten in der nationalen Debatte, die um diese Tragödie ausgebrochen ist. NRA Mitglieder sind zu allererst Amerikaner. Das bedeutet, dass wir - was immer wir für Meinungsunterschiede haben - respektvoll anderen gegenüber sind und zu einander halten, besonders, wenn wir nicht derselben Meinung sind." Die Schnitte sind durch Bildwechsel nicht zu erkennen. [9]

Schulmord und NRA Versammlung in Flint

Film: Wieder scheint es so, als würde die NRA als Reaktion auf den Mord in einer Schule nördlich von Flint eine Versammlung vor Ort abhalten. Moore behauptet "Genauso wie er es nach der Columbine Schießerei tat, trat Charlton Heston in Flint auf, um eine große Pro-Waffen Kundgebung abzuhalten." Durch Hinweis auf eine Meldung auf der NRA Website entsteht der Eindruck, dies hätte 48 Stunden nach der Schießerei stattgefunden.
Wirklichkeit: Heston hielt seine Rede bei einer Wahlveranstaltung in Flint, die acht Monate nach der Schießerei stattfanden. Bush und Gore waren dort, genauso wie Moore selbst, der für die Partei von Ralph Nader Kundgebungen abhielt. Das Datum bestätigte Moore nachträglich gegenüber der Times of London, stritt jedoch ab, die Zuseher absichtlich fehlgeleitet zu haben. Auf den Seiten von David T. Hardy (http://www.hardylaw.net/Truth_About_Bowling.html) wird allerdings ausgeführt, wie die Assoziation der 48 Stunden geschickt geweckt wird. [9]

Charlton Heston ein Lügner und Rassist?

Film: Beim Interview mit Heston, stellt ihn Moore bezüglich der Kundgebung in Flint zu Rede und fragt entrüstet, ob er sich denn nicht bei den Menschen in Flint entschuldigen möchte, dass er so unsensibel war, nach Flint zu kommen. Indem Heston bestreitet, davon gewusst zu haben, als er nach Flint kam, erscheint er als feiger Lügner. Moore drängt ihn dann zu einer Antwort, warum es in den USA zu mehr Gewalt als anderswo komme (was er als Tatsache anführt und worauf er ja meint, es gäbe eine klare Antwort - siehe unten). Heston schlägt dann vor, es könnte mit der größeren ethnischen Durchmischung zusammenhängen und fügt an, "wir hatten genug Probleme mit Bürgerrechten am Anfang." Im Zusammenhang mit Moores These, dass Waffenbesitz von rassistischen Ängsten motiviert ist, erscheint Heston als Rassist, der den hohen Anteil and Schwarzen und die Bürgerrechtsbewegung für Gewalt verantwortlich macht.
Wirklichkeit: Der Zuseher hat noch immer den Eindruck, Heston wäre als Reaktion auf die Schießerei 48 Stunden später nach Flint gekommen. Er selbst erinnert sich bloß an die Wahlveranstaltung viel später, die natürlich in keinerlei Beziehung zum Mord stand. Seine Äußerung zu den Bürgerrechten wird erst verständlich, wenn man sich Hestons Vorgeschichte ansieht: In den frühen 1960er Jahren, als die Bürgerrechtsbewegung um Anerkennung kämpfte, wurden einige ihrer Aktivisten ermordet. Die Kennedy-Regierung empfand das Thema als zu heiß und bot kaum Unterstützung an. Da engagierte sich Charlton Heston, indem er persönlich vor diskriminierenden Lokalen streikte. Er arbeitete mit Martin Luther King zusammen und half schwarzen Schauspielern in Hollywood, führte sogar die Schauspieler bei Kings Protestmarsch 1963 an, der zur rechtlichen Verankerung von Bürgerrechten 1964 führte. Bis heute ergreift Heston für die Gleichberechtigung das Wort. Die Äußerungen im Interview sind bis zu ihrem Gegenteil verkürzt. Dies wird deutlich an der Uhr, die im Hintergrund an der Wand zu sehen ist. Zwischen zwei Einstellungen sind die Zeiger um 23 Minuten vorgerückt. Abgesehen von diesen Manipulationen ist es natürlich auch grundsätzlich nicht gerade die feine Art, wenn ein gut vorbereiteter Journalist einen alten, nicht vorbereiteten, an Alzheimer leidenden Mann in seinem Zuhause überrumpelt. Egal, ob man dessen Meinungen teilt oder nicht. Auch auf eine Manipulation der Schluss-Szene, die wohl eines der selbstgerechtesten und selbstverliebtesten Momente des Films darstellt, gibt es Hinweise. Siehe dazu die Seite von David T. Hardy (http://www.hardylaw.net/Truth_About_Bowling.html). [9]

Analogie zwischen NRA und KuKluxKlan?

Film: Moore weist auf das selbe Gründungsjahr von NRA und KKK hin, was ideologische Nähe suggerieren soll. Diese Analogie wird durch eine Zeichentricksequenz verstärkt, bei der ein Klan-Mitglied die Kutte ablegt und zum NRA-Mitglied wird, das dann beim Anzünden eines Kreuzes behilflich ist.
Wirklichkeit: Die National Rifle Association wurde 1871 durch einen Gesetzesakt auf die Bitte früherer Unionsoffiziere hin gegründet. Da die Gründung von der Seite der Unionisten ausging, war sie geradezu ausdrücklich gegen die Südstaatler gerichtet. Der Klu Klux Klan wurde 1866 gegründet und rekrutierte sich aus Rassisten aus den Südstaaten, die die Abschaffung der Sklaverei nicht hinnehmen wollten. Unter den Unionstruppen spielten Schwarze eine große Rolle, denen auch nach dem Krieg oft nur ihre Bewaffnung und die NRA Schutz boten. Schließlich wollten die Klan-Mitglieder, und nicht nur sie, bewaffnete Schwarze schon gar nicht dulden. Wesentlicher Teil und meist Anfang der Gewalttaten gegen Schwarze bestand in gewalttätiger Entwaffnung, dies war eine wichtige Forderung des KKK. Präsident Ulysess S. Grant, späterer Vorsitzender der NRA, war der bedeutendste Gegner des KKK: Er unterzeichnete das Gesetz zur Bekämpfung des Klans und ließ 5.000 Personen verhaften. Der berühmte schwarze Liberale Frederick Douglass (http://www.liberalismus.at/Geschichte/index.php?name=douglass) drückte seine größte Anerkennung für Grant aus. Grant als Vorsitzender der NRA wurde abgelöst von General Sheridan, der sich ebenfalls beim Kampf gegen den KKK einen Namen gemacht hatte. Weit entfernt davon, ein Sammelbecken für rechte Waffennarren zu sein, gehören der NRA viele Schwarze und natürlich auch Demokraten an, sogar Moore war ja Mitglied auf Lebenszeit (seine Ausrede, er wurde Mitglied, um den Vorsitz der NRA zu übernehmen und zu einer Lobby für strengere Waffengesetze zu machen, ist nicht wirklich glaubwürdig). [9] Die Zeichentrick-Sequenz hat übrigens nichts mit South Park zu tun, sondern wurde eigens für den Film angefertigt.

DeLaHoya
04.09.05, 00:48
Kind wird zu Mörder, weil Mutter arbeiten muss?

Film: Moore beschuldigt das "Sozialhilfe-gegen-Arbeit"-Programm und den Hollywood-Produzenten und Restaurantketteninhaber Dick Clark, verantwortlich für den Mord eines Sechsjährigen an einer Gleichaltrigen in der Schule nahe Flint (Michigan) zu sein. Der Täter wird als unverstandener, netter, kleiner Junge porträtiert und es wird behauptet "Niemand wusste, warum der kleine Bub das kleine Mädchen erschießen wollte." Laut Moore passierte die unfassbare Tat, da die Mutter des Jungen zuwenig Zeit mit ihm verbringen konnte, was ihn scheinbar in die Verzweiflung trieb. Die Mutter konnte ihm nicht die nötige Aufmerksamkeit schenken, da sie arbeiten musste: In Michigan ist der Bezug von Sozialhilfe an die Bedingung geknüpft, eine Arbeit anzunehmen. Angestellt wurde die Mutter in einem Lokal der Restaurantkette "American Bandstand", die Dick Clark gehört.
Wirklichkeit: Der Junge wurde schon vor der Tat von der Schule suspendiert, da er versuchte, ein anderes Kind mit einem Bleistift zu erstechen. Mit dem Mordopfer kämpfte er schon am Tag vor der Tat. Seither hat er noch ein Kind mit einem Messer erstochen. Seine Mutter hatte drei Kinder mit drei verschiedenen Vätern und war wegen Drogenhandel vorbestraft, der Vater des Jungen war wegen Diebstahl und Drogenhandel im Gefängnis. Sie verließ den Jungen, welcher bei seinem Onkel und einem Freund in einem Haus leben musste, das voll von Waffen, Munition und Drogen war - der örtliche Hauptumschlagplatz für crack. Die Tatwaffe war gestohlen, der Onkel hatte sie gegen Drogen erstanden. Auch die Tante und Großmutter des Jungen wurden des Drogenhandels überführt. Die Mutter hatte das Sorgerecht für ihre Söhne schon vor der Tat verloren. Der Junge wurde wahrscheinlich mehrfach misshandelt. Die Mutter gab zu, eines ihrer anderen Kinder festgehalten zu haben, so es dass zwei befreundete Männer mit einem Gürtel auspeitschen konnten. Als die Polizei die Familie abführte, applaudierten die Nachbarn. Nette, missverstandene Familie? Arme, ausgebeutete Mutter? [4], [5], [6], [9]

Gemeinsam gegen Kugeln im Supermarkt?

Film: Gemeinsam mit zwei Opfern der Schießerei an der Columbine High School konfrontiert Moore Vertreter der Supermarktkette Kmart damit, dass Munition in ihren Filialen verkauft wird.
Wirklichkeit: Offenbar waren die beiden Opfer, Richard Castaldo (im Rollstuhl) und Mark Taylor nicht über Moores Absicht informiert, jedenfalls behaupten dies beide. Während Castaldo die Aktion aber wegen ihres Ziels für gerechtfertigt ansieht, ist Taylor (der rundliche Junge) anderer Meinung: "Ich bin vollkommen gegen ihn (Moore). Er hat mit verarscht. Er hat uns vollkommen ausgenutzt, um Geld zu machen. Ich hatte keine Ahnung, was Moores Agenda war. Und er hatte eine Agenda. Er hatte alles vorher geplant, vollkommen." Obwohl Taylor noch Kugeln der Schießerei im Körper hat, sagt er: "Ich glaube, dass jeder Amerikaner das Recht hat, eine Waffe zu besitzen. Wir sollten das Recht haben, uns zu schützen." Laut Taylor sagte Moore den Jungen nur, er würde einen Film drehen und dazu würden sie mit dem Kmart-Vorsitzenden über der Erhöhung der Sicherheit beim Waffen- und Munitionsverkauf sprechen. [10]

USA - das Land mit den meisten Schussopfern?

Film: Moore vergleicht die USA mit anderen Ländern durch die Angabe der Zahl an Ermordeten durch Schusswaffengebrauch: Kanada 165, Deutschland 381, Australien 65, Japan 39, USA 11.127.
Wirklichkeit: Bloße Zahlen sind an sich schon wenig aussagekräftig, v.a. das Jahr und der Vergleich zur Bevölkerungszahl fehlen. Doch nicht einmal die Zahlen selbst sind verifizierbar, es scheint sich um einen Mix verschiedener Jahre und Zählarten zu handeln, teilweise sind Polizei- und Selbstmordopfer inkludiert, teilweise nicht. Laut FBI liegt die Zahl für die USA bei 8.719 für 2001, 8.661 für 2000 und 8.480 für 1999. International liegen die USA damit auf 23. Stelle - in Südafrika ist die Rate zehnmal so hoch, in Russland viermal so hoch, in der Ukraine und Estland zweimal so hoch. Die Rate an Vergewaltigungen wiederum ist in den USA wesentlich niedriger als in Kanada oder Australien. [9]

Munition auch in Kanada frei erhältlich?

Film: Moore kauft beiläufig in einem Walmart-Supermarkt in Kanada Munition, ohne irgendeine Frage beantworten zu müssen und meint: "Schaut mal, was ich als Ausländer in einem lokalen kanadischen Walmart machen kann. […] Ich könnte so viel Munition kaufen wie ich wollte in Kanada."
Wirklichkeit: Kanadische Behörden weisen darauf hin, dass der Kauf gefälscht oder illegal gewesen sein muss. Seit 1998 kann man in Kanada keine Munition ohne Ausweis kaufen. Seit 01.01.2001 müssen Nicht-Kanadier eine Feuerwaffen-Leih- oder -Import-Lizenz vorweisen. Im übrigen ist dies einer der vielen Momente, wo Moore seinen eigenen Thesen widerspricht. (So geht das mehrmals: In Kanada ist alles viel besser, aber nichts anders.) [9]

Stolz darauf, Vietnamesen zu Weihnachten getötet zu haben ?

Film: Ein B-52 Bomber wird gezeigt, der in der Air Force Academy ausgestellt ist. Darunter ist eine Plakette angebracht. Moore weist spöttisch darauf hin, dass die Plakette "stolz verkündet, dass dieses Flugzeug vietnamesische Menschen am Weihnachtsabend von 1972 getötet hat."
Wirklichkeit: Auf der Plakette steht tatsächlich: "Abgeflogen vom Utapao Royal Thai Marineflugfeld in Südostthailand, schoss die Mannschaft der 'Diamond Lil' eine MIG nordöstlich von Hanoi während der Aktion 'Linebacker II' am Weihnachtsabend 1972 ab." [9] Dies wird deshalb mit einer Plakette geehrt, da der Abschuss des beweglichen Jagdflugzeuges MIG durch den trägen Bomber B52, bevor ersteres letzteren abschießt, sehr unwahrscheinlich ist.

Strengere Waffengesetze in Kanada führen zu weniger Mordopfern?

Film: Moore widerspricht sich in diesem Punkt zwar, indem er anführt, dass es in Kanada genauso viele Waffen in Privatbesitz gibt wie in den USA, und versucht die höheren Mordraten in den USA über eine Kultur der Angst zu erklären (siehe unten). Trotzdem attackiert er mehrmals die NRA wegen ihrer ablehnenden Haltung zu schärferen Waffengesetzen und erweckt den Eindruck, ein Verbot von Handfeuerwaffen könnte die Mordrate in den USA senken.
Wirklichkeit: Tatsächlich gibt es in Kanada wesentlich weniger Handfeuerwaffen und strengere Regelungen. Doch führt das zu weniger Schusswaffenopfern? Kanadas National Post schreibt 2002: "Torontos kürzliche Welle von Morden auf offener Straße - mehr als 40 seit Anfang 2001 - widerlegt die Behauptung, Ottawas Waffenregistrierung macht Kanada sicherer […]. Tatsächlich hat die [verpflichtende] Registrierung [von Handfeuerwaffen] nichts dazu beigetragen, den Gebrauch von Handfeuerwaffen bei Mord einzuschränken: In den letzten 15 Jahren hast sich der Anteil aller Feuerwaffenmorde, die mit Handfeuerwaffen begangen wurden, fast verdoppelt von nur einem Drittel auf fast zwei Drittel." [11]

Kultur der Angst

Film: Die zentrale These des Films ist, dass in den USA eine "Kultur der Angst" vorherrscht, die u.a. für die erhöhte Waffengewalt verantwortlich ist. Diese Angst wird laut Moore durch übertriebene Medienberichterstattung über Waffengewalt geweckt. Insbesondere stützt sich Moore dabei auf die Arbeit von Professor Barry Glassner, der auch ein Buch mit dem Titel "Culture of Fear" verfasst hat. Glassner wird im Film kurz interviewt.
Wirklichkeit: Interessanterweise fällt Moore sein inhärenter Widerspruch nicht auf: Er dreht einen Film, der vorgibt, zu ergründen, warum die Waffengewalt in den USA so hoch ist. Die These die er vorschlägt, besagt, die Medien übertreiben die Waffengewalt, darum haben alle Angst, deshalb ist die Waffengewalt so hoch. Nochmals langsam: Wenn die Medien übertreiben, hieße das, die Waffengewalt wäre gar nicht so hoch. Wenn sie wirklich so hoch ist, warum meint er dann, die Medien übertreiben? Was tut sein Film eigentlich? David T. Hardy meint: "Wir könnten weiter gehen und fragen, ob Moores Film nicht illustrativ ist für das, was er verurteilt. Moore argumentiert, dass die Medien (a) die Realität verzerren und (b) die Angst vor anderen anstacheln, denn (c) Angst ist gut für einen schnellen Dollar. Moore verzerrt die Realität, stachelt die Angst vor anderen an ('Sind wir eine Nation von Waffennarren oder bloß Narren?') und, nun, er machte mehrere Millionen schnelle Dollar." [9]
Wirklich lustig wird es, wenn man sich die Thesen von Prof. Glassner genauer ansieht: Dieser kritisiert die Medien dafür, dass sie aus Gründen des Sensationalismus einzelne Vorfälle dramatisieren und das Gesamtbild aus dem Auge verlieren. In seinem Buch präsentiert er ein wesentliches Beispiel dafür: Amokläufe an Schulen! Die Medien konzentrieren sich auf die vereinzelten Amokläufe, die zweifellos erschreckend sind und schildern sie in allen dramatischen Details, während es dreimal so wahrscheinlich ist, von einem Blitz getroffen zu werden, als bei einer solchen Schießerei umzukommen. Glassners These richtet sich damit im wesentlichen gegen den Film "Bowling for Columbine". Man muss diese These freilich nicht teilen, aber richtig wiedergeben sollte man sie doch. [11]
Interessanterweise ist der Zusammenhang zwischen hoher Medienberichterstattung über Mordfälle und der Mordrate empirisch nicht zu finden, sondern ganz im Gegenteil: Während - wie im Film erwähnt wird - seit den frühen 1990ern die Berichte über Morde um 600% anstiegen, gingen Morde durch Feuerwaffen - was der Film nicht erwähnt - seit den 1990ern in den USA dramatisch zurück.


Massenvernichtungswaffen in Littleton?

Film: Moore stellt einen Zusammenhang her zwischen der Produktion von "Massenvernichtungswaffen" aus der Fabrik von Lockheed Martin in Littleton, welche aus Gründen der Geheimhaltung "in der Nacht durch die Stadt rollen, während die Kinder schlafen" und dem Amoklauf an der Columbine High School. Dabei zeigt er riesige Raketen, die dort hergestellt werden.
Wirklichkeit: Die Fabrik stellt keine Waffen her. Bei den Raketen handelt es sich um Transportraketen für Fernseh- und Wettersatelliten. Diese werden in der Nacht transportiert, da sie aufgrund ihrer Größe Konvois benötigen, nicht zur Geheimhaltung. [4], [6]

http://www.liberalismus.at/moore.php

Gökcen
04.09.05, 10:03
ich liebe michael moore, habe stupid white men von ihm gelesen und es war einfach nur super..bowling for columbine haben wir im englischkurs in der 13 geguckt und ich war schon geschockt das man waffenmunition bei wal markt kaufen konnte..richtig schlimm in den usa

DeLaHoya
04.09.05, 10:21
ich liebe michael moore, habe stupid white men von ihm gelesen und es war einfach nur super..bowling for columbine haben wir im englischkurs in der 13 geguckt und ich war schon geschockt das man waffenmunition bei wal markt kaufen konnte..richtig schlimm in den usa

Bei Moore muss man aber aufpassen. Das mit der Waffenübergabe in der Bank z. B. war gestellt, siehe posting, irgendwo am Anfang wird das erklärt.

Mir kam das schon damals ein wenig arg "vereinfacht dargestellt" vor.

Nachher lese ich die Kritik zu "Fahrenheit 9/11"

Detan
04.09.05, 14:09
Hmm sehr interessant...
Bei "Bowling for Colombine" fand ich die letzten Szenen mit Charlton Heston für übertrieben. Pure Effekt hascherei.

T.I.M
04.09.05, 14:11
Mir kam das schon damals ein wenig arg "vereinfacht dargestellt" vor.


Genauso wie die Propagander der US regierung vor dem Irakkrieg und weiter bis zum heutigen tage.

DeLaHoya
04.09.05, 17:45
Genauso wie die Propagander der US regierung vor dem Irakkrieg und weiter bis zum heutigen tage.

Ja, das scheint bei denen normal zu sein...