DeLaHoya
04.09.05, 00:47
Bisher aufgedeckte Unwahrheiten und Widersprüche
Bowling for Columbine
http://www.liberalismus.at/Img/bfc.jpg (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B0000916TJ/liberalismusa-21)DVD http://www.liberalismus.at/Img/bfc.jpg (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B0000916TK/liberalismusa-21)VHS
Bowling for Columbine?
Film: Der Film ist so betitelt, da im Film vermutet wird, dass die zwei Attentäter auf der Columbine High School in Littleton (Colorado) vor dem Massaker um 6:00 Uhr eine Kegelstunde hatten.
Wirklichkeit: Nach Angaben der Polizei schwänzten die Attentäter die Kegelstunde an diesem Tag. [4]
Waffe für's Konto?
Film: Im Film marschiert Moore in eine Bank, wo er nach fünf Minuten direkt in der Bank eine Waffe als Prämie bekommt.
Wirklichkeit: Jan Jacobson, die Bankangestellte im Film: "Was in der Bank passierte war eine vorher arrangierte Sache. Normalerweise muss man eine Woche oder zehn Tage warten." Bei der Bank kommt man sich nach dem Film ziemlich benutzt vor. Laut Angaben der Angestellten hat Moores Filmfirma ein Monat daran gearbeitet, die Szene so zu filmen. [4] Bei dem Gewehr handelt es sich um eine von mehreren Prämien, die zur Auswahl stehen. Normalerweise wird sie bei einem lizenzierten Waffenhändler gekauft und ist auch dort abzuholen, nach einem Backgroundcheck. Für den Film wurde das Gewehr dort abgeholt und in die Bank zur fingierten "Übergabe" gebracht. [5] Helen Steinman, die Kundenbetreuerin in der Bank (auch im Film zu sehen), bestätigt: "Man kann nicht einfach hereinkommen und eine Waffe erhalten." Moore gab nur vor, ein neues Konto zu eröffnen. [6]
Rassistische Wahlwerbung?
Film: Nach dem Hinweis auf rassistische Symbole zur Angstmache, wird ein Werbespot aus dem Bush/Quayle Wahlkampf 1988 gezeigt. Ein Hafturlaub für Gefangene in Massachusetts wird kritisiert durch Bilder von Häftlingen, die ein Gefängnis verlassen. Dabei ist der scheinbar zum Spot gehörige Text eingeblendet "Willie Horton freigelassen. Daraufhin mordet er wieder."
Wirklichkeit: Die Texteinblendung ist eine nachträgliche Einblendung durch Moore in fast identer Schrift des Originaltextes, die nicht Teil des Spots war. Außerdem ist der Text falsch. Horton (ein Schwarzer im Gefängnis wegen Mordes) tötete nach dem Hafturlaub nicht wieder, sondern vergewaltigte eine Frau. Diese Fälschung soll das begleitende Statement stützen, "Ob du ein psychopathischer Mörder oder Präsidentschaftskandidat in den USA bist, die eine Sache, mit der du immer rechnen kannst, ist die Angst des weißen Amerikas vor dem schwarzen Mann." [7], [8]
Schulmassaker und NRA Versammlung in Denver
Film: Scheinbar kurz nach dem Massaker an der Columbine High School (Colorado), hält die NRA (National Rifle Association, nationale Vereinigung von Waffenbesitzern) eine Versammlung in Denver (Colorado) ab. Nachdem die weinenden Opfer zu sehen sind, wird Charleton Heston eingeblendet, der mit einem Gewehr in der Hand sagt "Ich habe nur fünf Wörter für euch - nur aus meiner kalten, toten Hand!", was so aussieht, als wäre es an die Opfer gerichtet oder jene, die ihn nun entwaffnen wollten. Nach einer kurzen Abblende, setzt er offenbar fort: "Ich sagte zum Bürgermeister, als Amerikaner sind wir frei, zu reisen wohin wir wollen in unserem weiten Land." Kurze Abblende, Heston schließt scheinbar triumphierend seine Rede: "Kommt nicht her?! Wir sind schon hier!"
Wirklichkeit: Das erste Zitat stammt aus einer Dankesrede Hestons für ein geschenktes, handgemachtes Gewehr (jenes in seiner Hand), die ein Jahr später in North Carolina gehalten wurde. Durch die Abblende fällt nicht auf, dass Heston anders gekleidet ist. Die Versammlung in Denver war keine Demonstration in Zusammenhang mit dem Schulmassaker, sondern eine Jahresversammlung, die schon Jahre vorher geplant worden war. Die NRA sagte trotzdem alle Veranstaltungen vor Ort ab, nur die verpflichtende jährliche Wahlversammlung für die Mitglieder, die nicht abgesagt oder verschoben werden konnte, fand in eingeschränkter Form statt. Heston schrieb dazu an die Mitglieder "Aber die Tragödie in Littleton letzten Dienstag appelliert an uns, [...] unseren Terminplan zu ändern, um unser tiefes Mitgefühl und unseren tiefen Respekt für die Familien und Gemeinden in und um Denver zu zeigen in ihrer Zeit großen Verlustes." Die weiteren Zitate sind zusammengestückelt und damit entstellt: "Ich sagte zum Bürgermeister ..." geht so weiter: "... ich meldete mich mit 18 freiwillig für den Krieg, an dem sie wollten, dass ich teilnehme." - "Kommt nicht her?" steht in diesem Zusammenhang: "NRA Mitglieder sind im Rathaus, Fort Carson, NORAD, der Air Force Academy und dem Olympic Training Center. Und ja, NRA Mitglieder sind sicherlich bei den Polizei-, Feuerwehr-, und SWAT team-Helden, die ihr Leben riskiert haben, um die Schüler von Columbine zu retten. Kommt nicht her? Wir sind schon hier! Diese Gemeinde ist unser Zuhause. Jede Gemeinde in Amerika ist unser Zuhause. Wir sind ein 128 Jahre alter fester Bestandteil des typischen Amerikas. Die im zweiten Verfassungszusatz festgehaltene Ethik des gesetzestreuen, verantwortlichen Feuerwaffenbesitzes deckt den breitest denkbaren Querschnitt amerikanischen Lebens ab. Daher haben wir das selbe Recht wie alle anderen Bürger, hier zu sein. Um mitzuhelfen, den Schmerz zu tragen und unsere Trauer zu teilen und unsere respektvolle, klare Stimme anzubieten in der nationalen Debatte, die um diese Tragödie ausgebrochen ist. NRA Mitglieder sind zu allererst Amerikaner. Das bedeutet, dass wir - was immer wir für Meinungsunterschiede haben - respektvoll anderen gegenüber sind und zu einander halten, besonders, wenn wir nicht derselben Meinung sind." Die Schnitte sind durch Bildwechsel nicht zu erkennen. [9]
Schulmord und NRA Versammlung in Flint
Film: Wieder scheint es so, als würde die NRA als Reaktion auf den Mord in einer Schule nördlich von Flint eine Versammlung vor Ort abhalten. Moore behauptet "Genauso wie er es nach der Columbine Schießerei tat, trat Charlton Heston in Flint auf, um eine große Pro-Waffen Kundgebung abzuhalten." Durch Hinweis auf eine Meldung auf der NRA Website entsteht der Eindruck, dies hätte 48 Stunden nach der Schießerei stattgefunden.
Wirklichkeit: Heston hielt seine Rede bei einer Wahlveranstaltung in Flint, die acht Monate nach der Schießerei stattfanden. Bush und Gore waren dort, genauso wie Moore selbst, der für die Partei von Ralph Nader Kundgebungen abhielt. Das Datum bestätigte Moore nachträglich gegenüber der Times of London, stritt jedoch ab, die Zuseher absichtlich fehlgeleitet zu haben. Auf den Seiten von David T. Hardy (http://www.hardylaw.net/Truth_About_Bowling.html) wird allerdings ausgeführt, wie die Assoziation der 48 Stunden geschickt geweckt wird. [9]
Charlton Heston ein Lügner und Rassist?
Film: Beim Interview mit Heston, stellt ihn Moore bezüglich der Kundgebung in Flint zu Rede und fragt entrüstet, ob er sich denn nicht bei den Menschen in Flint entschuldigen möchte, dass er so unsensibel war, nach Flint zu kommen. Indem Heston bestreitet, davon gewusst zu haben, als er nach Flint kam, erscheint er als feiger Lügner. Moore drängt ihn dann zu einer Antwort, warum es in den USA zu mehr Gewalt als anderswo komme (was er als Tatsache anführt und worauf er ja meint, es gäbe eine klare Antwort - siehe unten). Heston schlägt dann vor, es könnte mit der größeren ethnischen Durchmischung zusammenhängen und fügt an, "wir hatten genug Probleme mit Bürgerrechten am Anfang." Im Zusammenhang mit Moores These, dass Waffenbesitz von rassistischen Ängsten motiviert ist, erscheint Heston als Rassist, der den hohen Anteil and Schwarzen und die Bürgerrechtsbewegung für Gewalt verantwortlich macht.
Wirklichkeit: Der Zuseher hat noch immer den Eindruck, Heston wäre als Reaktion auf die Schießerei 48 Stunden später nach Flint gekommen. Er selbst erinnert sich bloß an die Wahlveranstaltung viel später, die natürlich in keinerlei Beziehung zum Mord stand. Seine Äußerung zu den Bürgerrechten wird erst verständlich, wenn man sich Hestons Vorgeschichte ansieht: In den frühen 1960er Jahren, als die Bürgerrechtsbewegung um Anerkennung kämpfte, wurden einige ihrer Aktivisten ermordet. Die Kennedy-Regierung empfand das Thema als zu heiß und bot kaum Unterstützung an. Da engagierte sich Charlton Heston, indem er persönlich vor diskriminierenden Lokalen streikte. Er arbeitete mit Martin Luther King zusammen und half schwarzen Schauspielern in Hollywood, führte sogar die Schauspieler bei Kings Protestmarsch 1963 an, der zur rechtlichen Verankerung von Bürgerrechten 1964 führte. Bis heute ergreift Heston für die Gleichberechtigung das Wort. Die Äußerungen im Interview sind bis zu ihrem Gegenteil verkürzt. Dies wird deutlich an der Uhr, die im Hintergrund an der Wand zu sehen ist. Zwischen zwei Einstellungen sind die Zeiger um 23 Minuten vorgerückt. Abgesehen von diesen Manipulationen ist es natürlich auch grundsätzlich nicht gerade die feine Art, wenn ein gut vorbereiteter Journalist einen alten, nicht vorbereiteten, an Alzheimer leidenden Mann in seinem Zuhause überrumpelt. Egal, ob man dessen Meinungen teilt oder nicht. Auch auf eine Manipulation der Schluss-Szene, die wohl eines der selbstgerechtesten und selbstverliebtesten Momente des Films darstellt, gibt es Hinweise. Siehe dazu die Seite von David T. Hardy (http://www.hardylaw.net/Truth_About_Bowling.html). [9]
Analogie zwischen NRA und KuKluxKlan?
Film: Moore weist auf das selbe Gründungsjahr von NRA und KKK hin, was ideologische Nähe suggerieren soll. Diese Analogie wird durch eine Zeichentricksequenz verstärkt, bei der ein Klan-Mitglied die Kutte ablegt und zum NRA-Mitglied wird, das dann beim Anzünden eines Kreuzes behilflich ist.
Wirklichkeit: Die National Rifle Association wurde 1871 durch einen Gesetzesakt auf die Bitte früherer Unionsoffiziere hin gegründet. Da die Gründung von der Seite der Unionisten ausging, war sie geradezu ausdrücklich gegen die Südstaatler gerichtet. Der Klu Klux Klan wurde 1866 gegründet und rekrutierte sich aus Rassisten aus den Südstaaten, die die Abschaffung der Sklaverei nicht hinnehmen wollten. Unter den Unionstruppen spielten Schwarze eine große Rolle, denen auch nach dem Krieg oft nur ihre Bewaffnung und die NRA Schutz boten. Schließlich wollten die Klan-Mitglieder, und nicht nur sie, bewaffnete Schwarze schon gar nicht dulden. Wesentlicher Teil und meist Anfang der Gewalttaten gegen Schwarze bestand in gewalttätiger Entwaffnung, dies war eine wichtige Forderung des KKK. Präsident Ulysess S. Grant, späterer Vorsitzender der NRA, war der bedeutendste Gegner des KKK: Er unterzeichnete das Gesetz zur Bekämpfung des Klans und ließ 5.000 Personen verhaften. Der berühmte schwarze Liberale Frederick Douglass (http://www.liberalismus.at/Geschichte/index.php?name=douglass) drückte seine größte Anerkennung für Grant aus. Grant als Vorsitzender der NRA wurde abgelöst von General Sheridan, der sich ebenfalls beim Kampf gegen den KKK einen Namen gemacht hatte. Weit entfernt davon, ein Sammelbecken für rechte Waffennarren zu sein, gehören der NRA viele Schwarze und natürlich auch Demokraten an, sogar Moore war ja Mitglied auf Lebenszeit (seine Ausrede, er wurde Mitglied, um den Vorsitz der NRA zu übernehmen und zu einer Lobby für strengere Waffengesetze zu machen, ist nicht wirklich glaubwürdig). [9] Die Zeichentrick-Sequenz hat übrigens nichts mit South Park zu tun, sondern wurde eigens für den Film angefertigt.
Bowling for Columbine
http://www.liberalismus.at/Img/bfc.jpg (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B0000916TJ/liberalismusa-21)DVD http://www.liberalismus.at/Img/bfc.jpg (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B0000916TK/liberalismusa-21)VHS
Bowling for Columbine?
Film: Der Film ist so betitelt, da im Film vermutet wird, dass die zwei Attentäter auf der Columbine High School in Littleton (Colorado) vor dem Massaker um 6:00 Uhr eine Kegelstunde hatten.
Wirklichkeit: Nach Angaben der Polizei schwänzten die Attentäter die Kegelstunde an diesem Tag. [4]
Waffe für's Konto?
Film: Im Film marschiert Moore in eine Bank, wo er nach fünf Minuten direkt in der Bank eine Waffe als Prämie bekommt.
Wirklichkeit: Jan Jacobson, die Bankangestellte im Film: "Was in der Bank passierte war eine vorher arrangierte Sache. Normalerweise muss man eine Woche oder zehn Tage warten." Bei der Bank kommt man sich nach dem Film ziemlich benutzt vor. Laut Angaben der Angestellten hat Moores Filmfirma ein Monat daran gearbeitet, die Szene so zu filmen. [4] Bei dem Gewehr handelt es sich um eine von mehreren Prämien, die zur Auswahl stehen. Normalerweise wird sie bei einem lizenzierten Waffenhändler gekauft und ist auch dort abzuholen, nach einem Backgroundcheck. Für den Film wurde das Gewehr dort abgeholt und in die Bank zur fingierten "Übergabe" gebracht. [5] Helen Steinman, die Kundenbetreuerin in der Bank (auch im Film zu sehen), bestätigt: "Man kann nicht einfach hereinkommen und eine Waffe erhalten." Moore gab nur vor, ein neues Konto zu eröffnen. [6]
Rassistische Wahlwerbung?
Film: Nach dem Hinweis auf rassistische Symbole zur Angstmache, wird ein Werbespot aus dem Bush/Quayle Wahlkampf 1988 gezeigt. Ein Hafturlaub für Gefangene in Massachusetts wird kritisiert durch Bilder von Häftlingen, die ein Gefängnis verlassen. Dabei ist der scheinbar zum Spot gehörige Text eingeblendet "Willie Horton freigelassen. Daraufhin mordet er wieder."
Wirklichkeit: Die Texteinblendung ist eine nachträgliche Einblendung durch Moore in fast identer Schrift des Originaltextes, die nicht Teil des Spots war. Außerdem ist der Text falsch. Horton (ein Schwarzer im Gefängnis wegen Mordes) tötete nach dem Hafturlaub nicht wieder, sondern vergewaltigte eine Frau. Diese Fälschung soll das begleitende Statement stützen, "Ob du ein psychopathischer Mörder oder Präsidentschaftskandidat in den USA bist, die eine Sache, mit der du immer rechnen kannst, ist die Angst des weißen Amerikas vor dem schwarzen Mann." [7], [8]
Schulmassaker und NRA Versammlung in Denver
Film: Scheinbar kurz nach dem Massaker an der Columbine High School (Colorado), hält die NRA (National Rifle Association, nationale Vereinigung von Waffenbesitzern) eine Versammlung in Denver (Colorado) ab. Nachdem die weinenden Opfer zu sehen sind, wird Charleton Heston eingeblendet, der mit einem Gewehr in der Hand sagt "Ich habe nur fünf Wörter für euch - nur aus meiner kalten, toten Hand!", was so aussieht, als wäre es an die Opfer gerichtet oder jene, die ihn nun entwaffnen wollten. Nach einer kurzen Abblende, setzt er offenbar fort: "Ich sagte zum Bürgermeister, als Amerikaner sind wir frei, zu reisen wohin wir wollen in unserem weiten Land." Kurze Abblende, Heston schließt scheinbar triumphierend seine Rede: "Kommt nicht her?! Wir sind schon hier!"
Wirklichkeit: Das erste Zitat stammt aus einer Dankesrede Hestons für ein geschenktes, handgemachtes Gewehr (jenes in seiner Hand), die ein Jahr später in North Carolina gehalten wurde. Durch die Abblende fällt nicht auf, dass Heston anders gekleidet ist. Die Versammlung in Denver war keine Demonstration in Zusammenhang mit dem Schulmassaker, sondern eine Jahresversammlung, die schon Jahre vorher geplant worden war. Die NRA sagte trotzdem alle Veranstaltungen vor Ort ab, nur die verpflichtende jährliche Wahlversammlung für die Mitglieder, die nicht abgesagt oder verschoben werden konnte, fand in eingeschränkter Form statt. Heston schrieb dazu an die Mitglieder "Aber die Tragödie in Littleton letzten Dienstag appelliert an uns, [...] unseren Terminplan zu ändern, um unser tiefes Mitgefühl und unseren tiefen Respekt für die Familien und Gemeinden in und um Denver zu zeigen in ihrer Zeit großen Verlustes." Die weiteren Zitate sind zusammengestückelt und damit entstellt: "Ich sagte zum Bürgermeister ..." geht so weiter: "... ich meldete mich mit 18 freiwillig für den Krieg, an dem sie wollten, dass ich teilnehme." - "Kommt nicht her?" steht in diesem Zusammenhang: "NRA Mitglieder sind im Rathaus, Fort Carson, NORAD, der Air Force Academy und dem Olympic Training Center. Und ja, NRA Mitglieder sind sicherlich bei den Polizei-, Feuerwehr-, und SWAT team-Helden, die ihr Leben riskiert haben, um die Schüler von Columbine zu retten. Kommt nicht her? Wir sind schon hier! Diese Gemeinde ist unser Zuhause. Jede Gemeinde in Amerika ist unser Zuhause. Wir sind ein 128 Jahre alter fester Bestandteil des typischen Amerikas. Die im zweiten Verfassungszusatz festgehaltene Ethik des gesetzestreuen, verantwortlichen Feuerwaffenbesitzes deckt den breitest denkbaren Querschnitt amerikanischen Lebens ab. Daher haben wir das selbe Recht wie alle anderen Bürger, hier zu sein. Um mitzuhelfen, den Schmerz zu tragen und unsere Trauer zu teilen und unsere respektvolle, klare Stimme anzubieten in der nationalen Debatte, die um diese Tragödie ausgebrochen ist. NRA Mitglieder sind zu allererst Amerikaner. Das bedeutet, dass wir - was immer wir für Meinungsunterschiede haben - respektvoll anderen gegenüber sind und zu einander halten, besonders, wenn wir nicht derselben Meinung sind." Die Schnitte sind durch Bildwechsel nicht zu erkennen. [9]
Schulmord und NRA Versammlung in Flint
Film: Wieder scheint es so, als würde die NRA als Reaktion auf den Mord in einer Schule nördlich von Flint eine Versammlung vor Ort abhalten. Moore behauptet "Genauso wie er es nach der Columbine Schießerei tat, trat Charlton Heston in Flint auf, um eine große Pro-Waffen Kundgebung abzuhalten." Durch Hinweis auf eine Meldung auf der NRA Website entsteht der Eindruck, dies hätte 48 Stunden nach der Schießerei stattgefunden.
Wirklichkeit: Heston hielt seine Rede bei einer Wahlveranstaltung in Flint, die acht Monate nach der Schießerei stattfanden. Bush und Gore waren dort, genauso wie Moore selbst, der für die Partei von Ralph Nader Kundgebungen abhielt. Das Datum bestätigte Moore nachträglich gegenüber der Times of London, stritt jedoch ab, die Zuseher absichtlich fehlgeleitet zu haben. Auf den Seiten von David T. Hardy (http://www.hardylaw.net/Truth_About_Bowling.html) wird allerdings ausgeführt, wie die Assoziation der 48 Stunden geschickt geweckt wird. [9]
Charlton Heston ein Lügner und Rassist?
Film: Beim Interview mit Heston, stellt ihn Moore bezüglich der Kundgebung in Flint zu Rede und fragt entrüstet, ob er sich denn nicht bei den Menschen in Flint entschuldigen möchte, dass er so unsensibel war, nach Flint zu kommen. Indem Heston bestreitet, davon gewusst zu haben, als er nach Flint kam, erscheint er als feiger Lügner. Moore drängt ihn dann zu einer Antwort, warum es in den USA zu mehr Gewalt als anderswo komme (was er als Tatsache anführt und worauf er ja meint, es gäbe eine klare Antwort - siehe unten). Heston schlägt dann vor, es könnte mit der größeren ethnischen Durchmischung zusammenhängen und fügt an, "wir hatten genug Probleme mit Bürgerrechten am Anfang." Im Zusammenhang mit Moores These, dass Waffenbesitz von rassistischen Ängsten motiviert ist, erscheint Heston als Rassist, der den hohen Anteil and Schwarzen und die Bürgerrechtsbewegung für Gewalt verantwortlich macht.
Wirklichkeit: Der Zuseher hat noch immer den Eindruck, Heston wäre als Reaktion auf die Schießerei 48 Stunden später nach Flint gekommen. Er selbst erinnert sich bloß an die Wahlveranstaltung viel später, die natürlich in keinerlei Beziehung zum Mord stand. Seine Äußerung zu den Bürgerrechten wird erst verständlich, wenn man sich Hestons Vorgeschichte ansieht: In den frühen 1960er Jahren, als die Bürgerrechtsbewegung um Anerkennung kämpfte, wurden einige ihrer Aktivisten ermordet. Die Kennedy-Regierung empfand das Thema als zu heiß und bot kaum Unterstützung an. Da engagierte sich Charlton Heston, indem er persönlich vor diskriminierenden Lokalen streikte. Er arbeitete mit Martin Luther King zusammen und half schwarzen Schauspielern in Hollywood, führte sogar die Schauspieler bei Kings Protestmarsch 1963 an, der zur rechtlichen Verankerung von Bürgerrechten 1964 führte. Bis heute ergreift Heston für die Gleichberechtigung das Wort. Die Äußerungen im Interview sind bis zu ihrem Gegenteil verkürzt. Dies wird deutlich an der Uhr, die im Hintergrund an der Wand zu sehen ist. Zwischen zwei Einstellungen sind die Zeiger um 23 Minuten vorgerückt. Abgesehen von diesen Manipulationen ist es natürlich auch grundsätzlich nicht gerade die feine Art, wenn ein gut vorbereiteter Journalist einen alten, nicht vorbereiteten, an Alzheimer leidenden Mann in seinem Zuhause überrumpelt. Egal, ob man dessen Meinungen teilt oder nicht. Auch auf eine Manipulation der Schluss-Szene, die wohl eines der selbstgerechtesten und selbstverliebtesten Momente des Films darstellt, gibt es Hinweise. Siehe dazu die Seite von David T. Hardy (http://www.hardylaw.net/Truth_About_Bowling.html). [9]
Analogie zwischen NRA und KuKluxKlan?
Film: Moore weist auf das selbe Gründungsjahr von NRA und KKK hin, was ideologische Nähe suggerieren soll. Diese Analogie wird durch eine Zeichentricksequenz verstärkt, bei der ein Klan-Mitglied die Kutte ablegt und zum NRA-Mitglied wird, das dann beim Anzünden eines Kreuzes behilflich ist.
Wirklichkeit: Die National Rifle Association wurde 1871 durch einen Gesetzesakt auf die Bitte früherer Unionsoffiziere hin gegründet. Da die Gründung von der Seite der Unionisten ausging, war sie geradezu ausdrücklich gegen die Südstaatler gerichtet. Der Klu Klux Klan wurde 1866 gegründet und rekrutierte sich aus Rassisten aus den Südstaaten, die die Abschaffung der Sklaverei nicht hinnehmen wollten. Unter den Unionstruppen spielten Schwarze eine große Rolle, denen auch nach dem Krieg oft nur ihre Bewaffnung und die NRA Schutz boten. Schließlich wollten die Klan-Mitglieder, und nicht nur sie, bewaffnete Schwarze schon gar nicht dulden. Wesentlicher Teil und meist Anfang der Gewalttaten gegen Schwarze bestand in gewalttätiger Entwaffnung, dies war eine wichtige Forderung des KKK. Präsident Ulysess S. Grant, späterer Vorsitzender der NRA, war der bedeutendste Gegner des KKK: Er unterzeichnete das Gesetz zur Bekämpfung des Klans und ließ 5.000 Personen verhaften. Der berühmte schwarze Liberale Frederick Douglass (http://www.liberalismus.at/Geschichte/index.php?name=douglass) drückte seine größte Anerkennung für Grant aus. Grant als Vorsitzender der NRA wurde abgelöst von General Sheridan, der sich ebenfalls beim Kampf gegen den KKK einen Namen gemacht hatte. Weit entfernt davon, ein Sammelbecken für rechte Waffennarren zu sein, gehören der NRA viele Schwarze und natürlich auch Demokraten an, sogar Moore war ja Mitglied auf Lebenszeit (seine Ausrede, er wurde Mitglied, um den Vorsitz der NRA zu übernehmen und zu einer Lobby für strengere Waffengesetze zu machen, ist nicht wirklich glaubwürdig). [9] Die Zeichentrick-Sequenz hat übrigens nichts mit South Park zu tun, sondern wurde eigens für den Film angefertigt.