Der Schakal
17.03.05, 16:23
Simonis nicht wiedergewählt
Die SPD-Politikerin Heide Simonis ist bei der Wiederwahl als Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein in drei Wahlgängen gescheitert. Auch CDU-Mann Carstensen konnte sich nicht durchsetzen.
Im dritten Durchgang erhielt die SPD-Politikerin nur 34 von 69 Stimmen und damit erneut eine weniger als erforderlich. CDU-Fraktionschef Peter Harry Carstensen kam ebenfalls auf 34 Stimmen. Ein Abgeordneter enthielt sich.
Die sichtlich geschockte Simonis lehnte alle Interviews ab und verließ den Plenarsaal. Bei der CDU war dagegen Jubel erkennbar.
Spekulationen über mögliche „Abweichler“ aus der SPD hatten bis zuletzt angehalten.
SPD-Fraktionschef Lothar Hay zeigte sich entsetzt. „Ich kann es nicht nachvollziehen und bin tief enttäuscht“, sagte er unmittelbar nach dem dritten Wahlgang.
Es müsse in den Reihen der Koalitionäre und Unterstützer einen Abgeordneten geben, „der Geschichte schreiben möchte“. Hay sagte, er werde als Fraktionschef das Schiff nicht verlassen, wenn es angeschlagen ist. Die Situation sei schwierig.
Der neugewählte Landtagspräsident Martin Kayenburg (CDU) unterbrach daraufhin die Sitzung des Parlaments für eine Stunde. Danach sollte möglicherweise der Ältestenrat einberufen werden, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden.
Der 61-jährigen Simonis fehlte in allen drei Wahlgängen eine Stimme aus dem Lager von SPD, Grünen und dem Südschleswigschem Wählerverband (SSW).
SPD und Grüne hatten sich nach der Landtagswahl vom 20. Februar auf eine Fortsetzung ihrer rot-grünen Koalition geeinigt, die von der Partei der dänischen Minderheit tolerieren werden sollte.
Die drei Parteien verfügen im Landtag aber nur über 35 Stimmen im Vergleich zu CDU und FDP, die 34 Mandate haben.
Nach geltendem Recht bleibt Simonis zunächst geschäftsführend im Amt. Wahrscheinlich folgen Neuwahlen.
Am Vormittag hatte sich der neue Landtag konstituiert. Alterspräsident Günter Neugebauer (SPD) eröffnete die Sitzung der 69 Abgeordneten.
Zunächst wurde der Landtagspräsident gewählt. Als einziger Kandidat trat Martin Kayenburg für diesen Posten an und erhielt eine breite Mehrheit von 60 Stimmen. Neun Parlamentarier stimmten gegen den CDU-Politiker.
Kayenburg folgte dem Sozialdemokraten Heinz-Werner Arens nach, der nicht wieder für den Landtag kandidierte hatte.
http://www.sueddeutsche.de/deutschland/special/834/46788/index.html/deutschland/artikel/597/49548/5/article.html
Die SPD-Politikerin Heide Simonis ist bei der Wiederwahl als Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein in drei Wahlgängen gescheitert. Auch CDU-Mann Carstensen konnte sich nicht durchsetzen.
Im dritten Durchgang erhielt die SPD-Politikerin nur 34 von 69 Stimmen und damit erneut eine weniger als erforderlich. CDU-Fraktionschef Peter Harry Carstensen kam ebenfalls auf 34 Stimmen. Ein Abgeordneter enthielt sich.
Die sichtlich geschockte Simonis lehnte alle Interviews ab und verließ den Plenarsaal. Bei der CDU war dagegen Jubel erkennbar.
Spekulationen über mögliche „Abweichler“ aus der SPD hatten bis zuletzt angehalten.
SPD-Fraktionschef Lothar Hay zeigte sich entsetzt. „Ich kann es nicht nachvollziehen und bin tief enttäuscht“, sagte er unmittelbar nach dem dritten Wahlgang.
Es müsse in den Reihen der Koalitionäre und Unterstützer einen Abgeordneten geben, „der Geschichte schreiben möchte“. Hay sagte, er werde als Fraktionschef das Schiff nicht verlassen, wenn es angeschlagen ist. Die Situation sei schwierig.
Der neugewählte Landtagspräsident Martin Kayenburg (CDU) unterbrach daraufhin die Sitzung des Parlaments für eine Stunde. Danach sollte möglicherweise der Ältestenrat einberufen werden, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden.
Der 61-jährigen Simonis fehlte in allen drei Wahlgängen eine Stimme aus dem Lager von SPD, Grünen und dem Südschleswigschem Wählerverband (SSW).
SPD und Grüne hatten sich nach der Landtagswahl vom 20. Februar auf eine Fortsetzung ihrer rot-grünen Koalition geeinigt, die von der Partei der dänischen Minderheit tolerieren werden sollte.
Die drei Parteien verfügen im Landtag aber nur über 35 Stimmen im Vergleich zu CDU und FDP, die 34 Mandate haben.
Nach geltendem Recht bleibt Simonis zunächst geschäftsführend im Amt. Wahrscheinlich folgen Neuwahlen.
Am Vormittag hatte sich der neue Landtag konstituiert. Alterspräsident Günter Neugebauer (SPD) eröffnete die Sitzung der 69 Abgeordneten.
Zunächst wurde der Landtagspräsident gewählt. Als einziger Kandidat trat Martin Kayenburg für diesen Posten an und erhielt eine breite Mehrheit von 60 Stimmen. Neun Parlamentarier stimmten gegen den CDU-Politiker.
Kayenburg folgte dem Sozialdemokraten Heinz-Werner Arens nach, der nicht wieder für den Landtag kandidierte hatte.
http://www.sueddeutsche.de/deutschland/special/834/46788/index.html/deutschland/artikel/597/49548/5/article.html