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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : IRAK-WAFFENSCHMUGGEL "USA fehlen Beweise für Irans Verwicklung"



Ahiska
15.03.06, 11:51
Erst hatte US-Präsident Bush wortgewaltig die Verwicklung der Mullahs in Iran in den Waffenschmuggel in den Irak und die Unterstützung der Aufständischen kritisiert. Jetzt musste ein amerikanischer General gestehen, dass sie über keine Beweise für die Behauptung verfügen.

Washington/Bagdad - General Peter Pace betonte im Pentagon, dass seinem Land keine Beweise vorlägen, dass die Regierung in Teheran hinter diesen Entwicklungen stecke. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld fügte hinzu: "Alles was man weiß, ist, dass man in einem Land Ausrüstung, Waffen, Sprengsätze und was auch immer findet, und die kamen aus dem Nachbarland." Rumsfeld hatte zudem gesagt, Personal der iranischen Revolutionsgarden hätten sich im Irak aufgehalten. Vorgestern hatte George W. Bush behauptet, einige der Bomben der Rebellen im Irak oder dafür verwendete Bauteile stammten aus Iran.

Die USA könnten nach den Worten des Kommandeurs der US-Truppen im Irak, John Abizaid, eine langfristige Militärpräsenz in dem Golfstaat anstreben. Diese könnte dazu dienen, Extremisten einzudämmen und die Öllieferungen aus der Region zu schützen, sagte der General gestern vor einem Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses. Bushs Regierung hatte zuletzt die Aussicht auf eine permanente Stationierung von Soldaten im Irak heruntergespielt. Zahlreiche demokratische Abgeordnete haben Bush immer wieder gedrängt, klar zum Ausdruck zu bringen, dass die USA nicht auf Dauer Militärstützpunkte im Irak aufrechterhalten wollten.

Dies könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, sagte Abizaid. Eine Entscheidung werde aber erst getroffen, wenn im Irak eine Regierung der nationalen Einheit gebildet sei. Von dieser erhoffen sich die USA eine Stabilisierung des Landes. Wenn die Regierung im Irak ihre Arbeit aufgenommen habe, könnten die USA ihre Truppen in dem Land voraussichtlich bis zum Dezember deutlich reduzieren, fügte Abizaid hinzu.

Ärzte: US-Armee tötet elf Familienmitglieder

Im Nordirak wurden heute elf Mitglieder einer Familie getötet, darunter mehrere Frauen und Kinder. Ärzte im Allgemeinen Krankenhaus von Tikrit berichteten, die US-Armee habe am frühen Morgen von einem Hubschrauber aus das Haus der Familie in einem Dorf nahe der Ortschaft al-Ishaki beschossen. Der Hintergrund des Angriffs blieb unklar. Das amerikanische Militärkommando äußerte sich zunächst nicht dazu.

Extremisten ermordeten unterdessen erneut einen sunnitischen Geistlichen. Der sunnitische Rat der Religionsgelehrten berichtete, Scheich Hussein Turki sei gestern in Makdadija nördlich von Bagdad nach dem Gebet zum Sonnenuntergang erschossen worden. Sein Sohn sei bei dem Angriff verletzt worden. Die US-Armee teilte unterdessen mit, zwei ihrer Soldaten seien bereits am Montag in der Provinz Anbar von Aufständischen getötet worden.

In Bagdad verhängte das Innenministerium ab heute Abend bis Donnerstagnachmittag ein Fahrverbot, um Anschläge während der geplanten konstituierenden Sitzung des Parlaments zu verhindern. Das Parlament soll morgen, genau drei Monate nach der Wahl, erstmals zusammentreten. Auch die Bildung einer neuen Regierung steht noch aus.

lan/Reuters/dpa

Quelle:http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,406038,00.html