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Der Schakal
28.03.05, 14:06
Land plant Gedenkstätte für Potsdamer Pfarrer Lepsius


Potsdam (dpa) Die brandenburgische Landesregierung bemüht sich um eine möglichst baldige Fertigstellung einer würdigen Gedenkstätte für den Potsdamer Theologen und Humanisten Johannes Lepsius (1858-1926). Diese werde gemeinsam mit der Stadt und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vom Land gefördert, antwortete Bildungsminister Holger Rupprecht (parteilos) auf eine parlamentarische Anfrage.

Im Mittelpunkt der Bemühungen stehe gegenwärtig die Sanierung der Außenhülle des Lepsius-Hauses am Fuße des Pfingstberges. Das Gebäude befinde sich im Eigentum der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, sagte Rupprecht. Nach der Fassadensanierung sei es weiterhin erklärtes Ziel, dass der Förderverein Lepsius-Haus Potsdam das Gebäude nutze. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass der Förderverein die Gelder für den Innenausbau aufbringe. Der genaue Zeitpunkt der Eröffnung der Gedenkstätte könne noch nicht bestimmt werden.

Lepsius hatte während des Ersten Weltkriegs auf den Völkermord in der Türkei an den Armeniern aufmerksam gemacht. Das Land Brandenburg hatte zu Jahresbeginn den Hinweis auf den Genozid an Armeniern als Beispiel für Völkermorde aus dem Rahmenlehrplan für den Geschichtsunterricht gestrichen. Rupprecht wies erneut den Vorwurf zurück, dies sei auf Intervention des türkischen Generalkonsuls beim Ministerpräsidenten geschehen.

Montag, 28. März 2005 (09:07)

http://www.moz.de/showArticle.php?OPENNAV=aktuel les&SUBNAV=kultur&ID=52361

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Arkadaslar? buraya cevap yazalim'mi ? Ama ben maalesev bu Lepsius'nan ilgili cok bilgim yok...

DeLaHoya
28.03.05, 17:26
Zu Johannes Lepsius zitiere ich aus der EATA-Stellungnahme:

Der deutsche protestantische Pastor Dr. Johannes Lepsius selber ist kein Augenzeuge der Vertreibung der Armenier, sondern hat während seines einen Monat dauernden Aufenthalts in Istanbul im August 1915 beim US Botschafter Henry Morgenthau „Dokumente“ abgeschrieben, die von armenischen Übersetzern und protestantisch-amerikanischen Missionaren stammen, was die Glaubwürdigkeit und Objektivität dieser sehr mindert, und die Parteinahme für die christlichen Armenier nahelegt. Henry Morgenthaus‘ Plan war es wiederum, durch besonders grausame Darstellung der Vertreibung der Armenier und entsprechende Propaganda durch sein Buch „Ambassador Morgenthau’s Story“ die USA auf dir Seite der Alliierten in den Krieg zu ziehen.

http://www.politikcity.de/forum_viewtopic.php?2.5061

LAZ
28.03.05, 18:11
Die Steuergelder kommen dann wahrscheinlich zum Teil von den angeblichen "Mördern"

Wenns sonst keine Probleme in D trotz Massenarbeitslosigkeit, Staatsverschuldung gibt... :rolleyes:

deryatulga
04.05.06, 13:59
Märkische Allgemeine 4.5.2006
Gastgeber sind gut informiert
Vorstand des Lepsiusvereins in Jerewan/ Kooperation mit Genozid-Institut

CAROLA HEIN

Der Verein Lepsiushaus Potsdam (LHP) und das Genozid-Forschungsinstitut der armenischen Akademie der Wissenschaften wollen wissenschaftlich und personell zusammenarbeiten. Ein entsprechender Vertrag, der erste seiner Art mit einer ausländischen Institution, ist in Jerewan unterzeichnet worden. Das bestätigte LHP-Geschäftsführer Peter Leinemann gegenüber der MAZ. In der Villa am Fuße des Pfingstberges soll eine Gedenk- und Begegnungsstätte entstehen, die an den evangelischen Theologen Johannes Lepsius erinnert. Er hat dort ab 1907 gelebt und aufrüttelnde Berichte über den Völkermord an den Armeniern von 1915 bis 1917 durch die türkisch-nationalistische Regierung verfasst, bei dem mehr als eine Million Menschen ums Lebens kamen.

"Wir mussten unseren Verein gar nicht vorstellen, die Gastgeber waren über unsere Arbeit informiert und bekundeten mehrfach Dankbarkeit für die Unterstützung", erzählt Leinemann, der zur Delegation des Vereinsvorstandes um den Vorsitzenden Hans-Ulrich Schulz, Generalsuperintendent der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, gehörte. Man wollte Kooperationen auf politischer, wissenschaftlicher und kirchlicher Ebene vertiefen. Die Potsdamer wurden von Vizepräsident Wasgen Sarkesjan und Kirchenoberhaupt Garegin II., dem Katholikos aller Armenier empfangen. Die bewegendsten Momente der Reise in das zwischen Georgien, Aserbeidschan, dem Iran und der Türkei gelegene Land erlebten die Potsdamer am 24. April , dem nationalen Gedenktag an den Genozid. "Wir hatten den Termin absichtsvoll gewählt", erzählt Schulz. "Den ganzen Tag strömten Menschen zum Mahnmal Tsitsernakaberd - 700 000." Das sei "kein verordnetes Gedenken" gewesen, sagt Leinemann: "Man spürte, dass die Menschen ihre Identität nicht mehr verleugnen müssen." Blumen wurden auch vor jener Tafel niedergelegt, die den Namen von Johannes Lepsius trägt, den die Armenier als "Gerechten aus den Völkern" verehren. Einer, der den Mut hatte, das Morden anzuprangern.



Lange waren die Armenier ein staatenloses Volk, erst 1991 erlangten sie die Unabhängigkeit. Und die Anfeindungen gehen weiter, sagt Leinemann. "Man zeigte uns ein Video. Es war im März 2006 in Aserbeidschan aufgenommen und dokumentierte, wie Arbeiter Grabsteine eines armenischen Friedhofs kurz und klein schlugen, der einer Militärbasis weichen musste."

"Eigentlich hatten wir auch finanzielle Hilfe für den Innenausbau der Villa Lepsius erhofft", berichtet Leinemann. Im November gab es Signale, dass es mit einer Zuwendung klappen könnte. "Wir dachten, wir holen sie jetzt ab." Dass daraus nichts werden würde, war Leinemann spätestens klar, als die Besucher in einem Ort Station machten, der von dem schweren Erdbeben 1988 zerstört worden war. "Da leben die Leute noch heute in Behelfsunterkünften. Selbst in der Hauptstadt gibt es an manchen Tagen nur stundenweise Strom und Wasser." Die wirtschaftlichen und sozialen Probleme seien unübersehbar. "Und so erklärte uns der Vizepräsident, das es zurzeit unmöglich sei, einen Haushaltstitel für das Lepsiushaus einzustellen", so Leinemann. Es sei aber deutlich geworden, dass die Gastgeber an kulturellen Verbindungen nach Westeuropa interessiert sind. Leinemann sieht Anknüpfungspunkte in der Stadtentwicklung, der Bildung, beim Schüler- und Studentenaustausch. In der Hauptstadt gibt es eine Lepsius-Schule, an der Deutsch gelehrt wird.

Geld für die Vollendung der Villa Lepsius, in die das Lepsius-Archiv der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ziehen wird, soll nun verstärkt bei Auslandsarmeniern akquiriert werden. Dabei erhalte man Hilfe aus Jerewan, sagte Leinemann. Außerdem besuche Staatspräsident Robert Kotscharjan voraussichtlich im August Berlin und plane einen Abstecher nach Potsdam zum Lespsiusverein.

Yakamoz
04.05.06, 14:06
Mein Latein ist nicht so gut dehalb mal eine Frage.

Ist Humanismus ein anderes Wort für Antisemitismus?

deryatulga
04.05.06, 14:11
Mein Latein ist nicht so gut dehalb mal eine Frage.

Ist Humanismus ein anderes Wort für Antisemitismus?

Ohne Zweifel, denn die Juden waren für die evangelische Kirche lange Zeit keine Menschen erster Klasse. Für alle Völker wurde auf Knien um Vergebung gebeten, bei den Juden stand man auf. Sogar die Rituale waren antisemitisch!

Yakamoz
04.05.06, 14:14
Ohne Zweifel, denn die Juden waren für die evangelische Kirche lange Zeit keine Menschen erster Klasse. Für alle Völker wurde auf Knien um Vergebung gebeten, bei den Juden stand man auf. Sogar die Rituale waren antisemitisch!

Gibt es eine Sammlung Antisemitischer Aussagen des Hr. Lepsius?

deryatulga
04.05.06, 14:17
Gibt es eine Sammlung Antisemitischer Aussagen des Hr. Lepsius?

Leider nicht, es lässt sich jedoch schnell einiges zusammentreiben. Über den Antisemitismus der evangelischen Kirche gibt es natürlich reichlich Literatur.

Yakamoz
04.05.06, 14:20
Leider nicht, es lässt sich jedoch schnell einiges zusammentreiben. Über den Antisemitismus der evangelischen Kirche gibt es natürlich reichlich Literatur.

Nö, nur Lepsius...ich würde dann das alles mal auf ein Blatt drucken und direkt neben dem Denkmal anbringen.

Mich wundert es, das der ZDJ sich nicht dagegen wehrt das man (ausgerechnet) in Potsdam so einem Rassisten und Antisemiten ein Denkmal setzt.

Lepsius stand im Dienste der arischen Rasse und sonst nichts,.

Der Schakal
04.05.06, 15:20
Nö, nur Lepsius...ich würde dann das alles mal auf ein Blatt drucken und direkt neben dem Denkmal anbringen.

Mich wundert es, das der ZDJ sich nicht dagegen wehrt das man (ausgerechnet) in Potsdam so einem Rassisten und Antisemiten ein Denkmal setzt.

Lepsius stand im Dienste der arischen Rasse und sonst nichts,.

So siehts aus. Aber wenn sich selbst der bundestag vor dem Antisemiten Lepsius verneigt ...

Kalimera
04.05.06, 15:30
Mein Latein ist nicht so gut dehalb mal eine Frage.

Ist Humanismus ein anderes Wort für Antisemitismus?

Der Humanismus wurde unter anderem in der frühen Neuzeit von Albrecht Dürer und Ulrich von Hutten, und später von Schiller und Goethe vertreten und geprägt. Wer meint, daß Humanismus ein anderes Wort für Antisemitismus ist, der hat nicht nur ein Problem mit der lateinischen Sprache, denn diese Herren als Antisemiten hinzustellen wäre grotesk.

Yakamoz
04.05.06, 15:37
Der Humanismus wurde unter anderem in der frühen Neuzeit von Albrecht Dürer und Ulrich von Hutten, und später von Schiller und Goethe vertreten und geprägt. Wer meint, daß Humanismus ein anderes Wort für Antisemitismus ist, der hat nicht nur ein Problem mit der lateinischen Sprache, denn diese Herren als Antisemiten hinzustellen wäre grotesk.

Und warum wird der Name Lepsius zusammen mit Humanismus erwähnt?

Der Schakal
04.05.06, 15:42
Und warum wird der Name Lepsius zusammen mit Humanismus erwähnt?

Man kann sich doch mal irren. Lepsius war und ist kein Humanist er ist ein Antisemit.

Yakamoz
04.05.06, 15:43
Man kann sich doch mal irren. Lepsius war und ist kein Humanist er ist ein Antisemit.

Ich hätte dazu gerne mal ein paar Beispiele....was hat er gesagt und getan?

Cem
04.05.06, 15:45
Nö, nur Lepsius...ich würde dann das alles mal auf ein Blatt drucken und direkt neben dem Denkmal anbringen.

Mich wundert es, das der ZDJ sich nicht dagegen wehrt das man (ausgerechnet) in Potsdam so einem Rassisten und Antisemiten ein Denkmal setzt.

Lepsius stand im Dienste der arischen Rasse und sonst nichts,.
Es würde wahrscheinlich schon reichen, wenn wir die zahlreichen von offenem Islamhass geprägten Lepsius-Zitate bemühen. HZ hat da vergangene Woche im Lepsius-Archiv was "Nettes" gefunden. In einer Region, in der hunderttausende Muslime leben, will man also einem Manne eine Erinnerungsstätte widmen, der offen gefordert hat, dass der Islam vom Erdboden verschwinden müsse. Unsere deutschen Freunde sind mal wieder sehr sensibel. Wer stoppt eigentlich endlich diesen Motor des Hasses und latenten Volksverhetzung, genannt EKD?

deryatulga
04.05.06, 15:45
Der Humanismus wurde unter anderem in der frühen Neuzeit von Albrecht Dürer und Ulrich von Hutten, und später von Schiller und Goethe vertreten und geprägt. Wer meint, daß Humanismus ein anderes Wort für Antisemitismus ist, der hat nicht nur ein Problem mit der lateinischen Sprache, denn diese Herren als Antisemiten hinzustellen wäre grotesk.

Âlso Luther war sowohl Humanist, als auch Antisemit. Ohne jeden Zweifel!

Der Schakal
04.05.06, 15:46
Ich hätte dazu gerne mal ein paar Beispiele....was hat er gesagt und getan?

Empfehlung:

Sein Werk "Jesus" solltest du mal lesen ... inshallah werde ich auftreiben ...

deryatulga
04.05.06, 15:47
Es würde wahrscheinlich schon reichen, wenn wir die zahlreichen von offenem Islamhass geprägten Lepsius-Zitate bemühen. HZ hat da vergangene Woche im Lepsius-Archiv was "Nettes" gefunden. In einer Region, in der hunderttausende Muslime leben, will man also einem Manne eine Erinnerungsstätte widmen, der offen gefordert hat, dass der Islam vom Erdboden verschwinden müsse. Unsere deutschen Freunde sind mal wieder sehr sensibel. Wer stoppt eigentlich endlich diesen Motor des Hasses und latenten Volksverhetzung, genannt EKD?

Dafür bietet sich die Chance am 30 Mai in Berlin, EKD Bosse sind dort unsere Ehrengäste

Yakamoz
04.05.06, 15:48
Empfehlung:

Sein Werk "Jesus" solltest du mal lesen ... inshallah werde ich auftreiben ...

Kannst du bitte mal ein paar Äusserungen schicken. Ich werde einen Thread eröffnen über die Antisemitischen und Volksverhetzenden Aussagen des Humanisten Lepsius.

Der Schakal
04.05.06, 15:49
Kannst du bitte mal ein paar Äusserungen schicken. Ich werde einen Thread eröffnen über die Antisemitischen und Volksverhetzenden Aussagen des Humanisten Lepsius.

Da müssten unsere Historiker aushelfen ... :(

Kalimera
04.05.06, 15:56
Und warum wird der Name Lepsius zusammen mit Humanismus erwähnt?

Âlso Luther war sowohl Humanist, als auch Antisemit. Ohne jeden Zweifel!?
Das Zauberwort heißt Differenzierung, auf gut Deutsch: Unterscheidung. Weil einige Personen Eurer Meinung nach Humanisten und gleichzeitig auch Antisemiten gewesen sein sollen, sind doch nicht alle Humanisten auch Antisemiten.

Der Schakal
04.05.06, 15:57
Das Zauberwort heißt Differenzierung, auf gut Deutsch: Unterscheidung. Weil einige Personen Eurer Meinung nach Humanisten und gleichzeitig auch Antisemiten gewesen sein sollen, sind doch nicht alle Humanisten auch Antisemiten.

Jenau :lach: ;):aferin:

Sahika26
04.05.06, 15:57
Deutschland und Armenien 1914 - 1918 : Sammlung diplomatischer Aktenstücke / hrsg. u. eingel. von Johannes Lepsius. Mit e. Vorw. zur Neuausg. von Tessa Hofmann u.e. Nachw. von M. Rainer Lepsius

Beteiligt: Lepsius, Johannes [Hrsg.]


Vorhanden in: Universität Mainz, Fachbereich Katholische Theologie
Signatur: G IV 121
Standort: FB 01
Präsenzbestand
Status: Nicht ausleihbar


Da braucht man Zeit, gute Nerven und einen guten Rücken! Die Stühle in diesem Fachbereich sollen nicht sehr bequem sein :lach:

Der Schakal
04.05.06, 15:58
Deutschland und Armenien 1914 - 1918 : Sammlung diplomatischer Aktenstücke / hrsg. u. eingel. von Johannes Lepsius. Mit e. Vorw. zur Neuausg. von Tessa Hofmann u.e. Nachw. von M. Rainer Lepsius

Beteiligt: Lepsius, Johannes [Hrsg.]


Vorhanden in: Universität Mainz, Fachbereich Katholische Theologie
Signatur: G IV 121
Standort: FB 01
Präsenzbestand
Status: Nicht ausleihbar


Da braucht man Zeit, gute Nerven und einen guten Rücken! Die Stühle in diesem Fachbereich sollen nicht sehr bequem sein :lach:

naja das sind ja nur Sammlungen von GEFÄLSCHTEN Dokumenten und nicht seine Aussagen ... :)

Sahika26
04.05.06, 16:02
naja das sind ja nur Sammlungen von GEFÄLSCHTEN Dokumenten und nicht seine Aussagen ... :)


Stimmt. Aber wäre trotzdem sehr interessant diese ganze Fälscherei selbst nachzuvollziehen.

Bin gerad noch mal an der Stelle in meiner Hausarbeit, wo es um Lepsius geht. Das gefällt mir noch nicht ganz, mal schauen wie ich noch den Antisemitismus reinbringe :lach:

PS: Schakal, die Hausarbeit wirst Du nicht vor Sonntag lesen können ;)

Yakamoz
04.05.06, 16:11
In Potsdam werden nicht nur Schwarze verprügelt sondern auch Antisemiten Denkmäler gesetzt.....:motz:

deryatulga
04.05.06, 16:13
Deutschland und Armenien 1914 - 1918 : Sammlung diplomatischer Aktenstücke / hrsg. u. eingel. von Johannes Lepsius. Mit e. Vorw. zur Neuausg. von Tessa Hofmann u.e. Nachw. von M. Rainer Lepsius

Beteiligt: Lepsius, Johannes [Hrsg.]


Vorhanden in: Universität Mainz, Fachbereich Katholische Theologie
Signatur: G IV 121
Standort: FB 01
Präsenzbestand
Status: Nicht ausleihbar


Da braucht man Zeit, gute Nerven und einen guten Rücken! Die Stühle in diesem Fachbereich sollen nicht sehr bequem sein :lach:

Lese lieber über armenocide.net von Gust, wo du die Fälschungen gesondert unter die Lupe nehmen kannst.

deryatulga
04.05.06, 16:26
Das Zauberwort heißt Differenzierung, auf gut Deutsch: Unterscheidung. Weil einige Personen Eurer Meinung nach Humanisten und gleichzeitig auch Antisemiten gewesen sein sollen, sind doch nicht alle Humanisten auch Antisemiten.

Habe ich so was gesagt? Nur vertritt Johannes Lepsisus die ununterbrochene antisemitische Linie der EKD. Und der Bundestag ist gerade auf diese Tradition stolz.

Cem
04.05.06, 18:07
Mit dem Lepsiusschen Antisemitismus muss man vorsichtig sein, das ist eine ambivalente Kiste. Zum einen hat er natürlich eine im Protestantismus tradierte, theologisch geprägte antisemitische Haltung eingenommen, zum anderen aber hat er zugenüge "Alibijuden" in seinem Umfeld zu seinen engsten Freunden gezählt, auf die man verweisen kann, wenn man es darauf anlegt, Lepsius zu verteidigen. Er war in dieser Angelegenheit genauso schizophren, wie die gesamte wilhelminische Politik, dergestalt, dass man tatsächlich aus einem Antisemitismus heraus den Zionismus befürwortete, frei nach dem Motto "wer die Juden loswerden will, unterstützt ihre Bestrebungen nach einem eigenen Staat in Palästina". Wilhelm hat schon zu Abdulhamids Zeiten die jüdische Einwanderung nach Palästina protegiert. Lepsius war da ganz auf Linie. Vollkommen offen und eindeutig ist hingegen seine Islamfeindlichkeit. Darauf sollten wir uns konzentrieren.

Sahika26
04.05.06, 18:15
Mit dem Lepsiusschen Antisemitismus muss man vorsichtig sein, das ist eine ambivalente Kiste. Zum einen hat er natürlich eine im Protestantismus tradierte, theologisch geprägte antisemitische Haltung eingenommen, zum anderen aber hat er zugenüge "Alibijuden" in seinem Umfeld zu seinen engsten Freunden gezählt, auf die man verweisen kann, wenn man es darauf anlegt, Lepsius zu verteidigen. Er war in dieser Angelegenheit genauso schizophren, wie die gesamte wilhelminische Politik, dergestalt, dass man tatsächlich aus einem Antisemitismus heraus den Zionismus befürwortete, frei nach dem Motto "wer die Juden loswerden will, unterstützt ihre Bestrebungen nach einem eigenen Staat in Palästina". Wilhelm hat schon zu Abdulhamids Zeiten die jüdische Einwanderung nach Palästina protegiert. Lepsius war da ganz auf Linie. Vollkommen offen und eindeutig ist hingegen seine Islamfeindlichkeit. Darauf sollten wir uns konzentrieren.

Danke Cem Abi, für diese Worte. Denn wieso soll der Antisemitismus von Lepsius wichtiger sein, als seine Islamfeindlichkeit? Denkt doch mal nach, indem man sich auf den "Antisemiten" Lepsius konzentriert, vergisst man völlig, dass Lepsius noch ein viel tragenderes Motiv hatte, die Armenier zu unterstützen und die Dokumente zu fälschen.

Cem
04.05.06, 18:17
naja das sind ja nur Sammlungen von GEFÄLSCHTEN Dokumenten und nicht seine Aussagen ... :)
Zwischen "gefälscht" und "manipuliert" existiert noch immer ein gewaltiger Unterschied. ;)

deryatulga
04.05.06, 18:24
Mit dem Lepsiusschen Antisemitismus muss man vorsichtig sein, das ist eine ambivalente Kiste. Zum einen hat er natürlich eine im Protestantismus tradierte, theologisch geprägte antisemitische Haltung eingenommen, zum anderen aber hat er zugenüge "Alibijuden" in seinem Umfeld zu seinen engsten Freunden gezählt, auf die man verweisen kann, wenn man es darauf anlegt, Lepsius zu verteidigen. Er war in dieser Angelegenheit genauso schizophren, wie die gesamte wilhelminische Politik, dergestalt, dass man tatsächlich aus einem Antisemitismus heraus den Zionismus befürwortete, frei nach dem Motto "wer die Juden loswerden will, unterstützt ihre Bestrebungen nach einem eigenen Staat in Palästina". Wilhelm hat schon zu Abdulhamids Zeiten die jüdische Einwanderung nach Palästina protegiert. Lepsius war da ganz auf Linie. Vollkommen offen und eindeutig ist hingegen seine Islamfeindlichkeit. Darauf sollten wir uns konzentrieren.

Seltsamerweise haben die Nazis ursprünglich auch diesen Palästinapläne gefördert, was ihnen natürlich keinen Dispens erteilt. Die ganze evangelische Missionarsliteratur ist überfüllt mit antisemitischen Vorwürfen oder Seitenhieben. Da helfen Alibijuden auch nicht weiter! Immerhin hat sich die evangelische Kirche wegen ihrer antisemitischen Vergangenheit entschuldigt. Lepsius sah in dieser Periode mitten drin! Übrigens, wer so rassistisch veranlagt ist wie er, ist zugleich antisemitisch. Heute beanstandet niemand den Antisemitismus von Gladstone oder Renan und den daraus resultierenden Islam-und Türkenhass. Verglichen mit den Beiden ist Lepsius wirklich eine kleine Nummer.

omar
04.05.06, 18:32
Danke Cem Abi, für diese Worte. Denn wieso soll der Antisemitismus von Lepsius wichtiger sein, als seine Islamfeindlichkeit?
Wenn ihm aber seine Antisemitische Haltung nachgewiesen werden kann und unsere Historiker mit der jüdischen Lobby in Deutschland gegen Lepsius zusammenarbeiten, ist es vielleicht leichter in der Welt das Gesicht dieses Mannes aufzudecken.


Zum einen hat er natürlich eine im Protestantismus tradierte, theologisch geprägte antisemitische Haltung eingenommen, zum anderen aber hat er zugenüge "Alibijuden" in seinem Umfeld zu seinen engsten Freunden gezählt, auf die man verweisen kann, wenn man es darauf anlegt, Lepsius zu verteidigen.
Also hat man keine Chance in einer Diskussion seine Antisemitische Haltung zu beweisen?

DeLaHoya
04.05.06, 18:46
Damit das nicht untergeht unter so viel Lepsius-Antisemitismus:


Märkische Allgemeine 4.5.2006
Gastgeber sind gut informiert
Vorstand des Lepsiusvereins in Jerewan/ Kooperation mit Genozid-Institut

CAROLA HEIN

Der Verein Lepsiushaus Potsdam (LHP) und das Genozid-Forschungsinstitut der armenischen Akademie der Wissenschaften wollen wissenschaftlich und personell zusammenarbeiten. Ein entsprechender Vertrag, der erste seiner Art mit einer ausländischen Institution, ist in Jerewan unterzeichnet worden...

Es sei aber deutlich geworden, dass die Gastgeber an kulturellen Verbindungen nach Westeuropa interessiert sind. Leinemann sieht Anknüpfungspunkte in der... Bildung, beim Schüler- und Studentenaustausch...

Geld für die Vollendung der Villa Lepsius, in die das Lepsius-Archiv der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ziehen wird, soll nun verstärkt bei Auslandsarmeniern akquiriert werden.

Sahika26
04.05.06, 19:10
Wenn ihm aber seine Antisemitische Haltung nachgewiesen werden kann und unsere Historiker mit der jüdischen Lobby in Deutschland gegen Lepsius zusammenarbeiten, ist es vielleicht leichter in der Welt das Gesicht dieses Mannes aufzudecken.


Also hat man keine Chance in einer Diskussion seine Antisemitische Haltung zu beweisen?

Sorry, musste fix weg, daher konnte ich nicht weiter schreiben. Also , es ist natürlich von Vorteil, dass Lepsius ein Antisemit war. Das darf einfach nicht sein, dass man sich für diesen Mann noch so tolle Sachen, wie eine Gedenkstätte ausdenkt und durchzieht.

deryatulga
04.05.06, 19:11
Danke Cem Abi, für diese Worte. Denn wieso soll der Antisemitismus von Lepsius wichtiger sein, als seine Islamfeindlichkeit? Denkt doch mal nach, indem man sich auf den "Antisemiten" Lepsius konzentriert, vergisst man völlig, dass Lepsius noch ein viel tragenderes Motiv hatte, die Armenier zu unterstützen und die Dokumente zu fälschen.

Den antisemistisch-rassistischen Lepsius kannst du dem Bundestag unentwegt
aufs Brot schmieren, den antiislamisch-rassistischen Lepsius entgegnet man mit einem "man soll es doch sagen dürfen!"! Der Bundestag kann es sich nicht leisten, den Andenken eines ausgewiesenen Antisemiten hochzuhalten. Die Jungtürken waren für Lepsius genauso Kryptojuden wie viele seiner Zeitgenossen. Das belegt den Grund seiner Gehässigkeit. Und nur unter dem Einfluss dieser Gehässigkeit fand er sich zu seiner kriminellen Tat bereit.

Mich würde eigentlich interessieren, was Lepsius Junior, der ein anerkannter Antisemitismus-Fachmann ist, über die Haltung des Johannes des Täufers zu sagen hätte.

Lepsius war übrigens von Kindesbeinen an mit rassistischen Gedanken ausgestattet:

"Im Rahmen des deutschen Kolonialismus in Afrika wurden verschiedene Rassentheorien entwickelt, u.a. die Hamitentheorie der Afrikanisten Karl Richard Lepsius und Carl Meinhof, derzufolge diejenigen Völker, deren Sprache über Nominalklassen verfügt, kulturell höherwertiger seien als andere, weil sie sich kulturell an die abendländisch-morgendländischen Zivilisationen anschließen ließen. Diese Theorie diente dem deutschen Kolonialismus zur Auswahl von Herrenvölkern in den von ihnen besetzten Territorien. Diese Lehren wurden durch Darwins Evolutionstheorie inspiriert, obgleich es laut dieser ganz eindeutig für die Natur keine "höherwertigen" und "minderwertigen" Lebensformen gibt. "

Lohnt es sich darüber Gedanken zu machen?

Sahika26
04.05.06, 19:14
Den antisemistisch-rassistischen Lepsius kannst du dem Bundestag unentwegt
aufs Brot schmieren, den antiislamisch-rassistischen Lepsius entgegnet man mit einem "man soll es doch sagen dürfen!"! Der Bundestag kann es sich nicht leisten, den Andenken eines ausgewiesenen Antisemiten hochzuhalten. Die Jungtürken waren für Lepsius genauso Kryptojuden wie viele seiner Zeitgenossen. Das belegt den Grund seiner Gehässigkeit. Und nur unter dem Einfluss dieser Gehässigkeit fand er sich zu seiner kriminellen Tat bereit.

Mich würde eigentlich interessieren, was Lepsius Junior, der ein anerkannter Antisemitismus-Fachmann ist, über die Haltung des Johannes des Täufers zu sagen hätte.

Lepsius war übrigens von Kindesbeinen an mit rassistischen Gedanken ausgestattet:

"Im Rahmen des deutschen Kolonialismus in Afrika wurden verschiedene Rassentheorien entwickelt, u.a. die Hamitentheorie der Afrikanisten Karl Richard Lepsius und Carl Meinhof, derzufolge diejenigen Völker, deren Sprache über Nominalklassen verfügt, kulturell höherwertiger seien als andere, weil sie sich kulturell an die abendländisch-morgendländischen Zivilisationen anschließen ließen. Diese Theorie diente dem deutschen Kolonialismus zur Auswahl von Herrenvölkern in den von ihnen besetzten Territorien. Diese Lehren wurden durch Darwins Evolutionstheorie inspiriert, obgleich es laut dieser ganz eindeutig für die Natur keine "höherwertigen" und "minderwertigen" Lebensformen gibt. "

Lohnt es sich darüber Gedanken zu machen?


Danke Derya Hoca! Das hat mir gerade gefehlt!

Es geht ja auch etwas ums Prinzip. Aber Sie haben auch Recht. Der Bundestag kann es sich nicht leisten, einen Antisemiten zu würdigen und sich vor ihm zu verbeugen. Dafür bekommen Sie hoffentlich bald die Rechnung. Bitte!

Laudazio
04.05.06, 19:26
Danke Derya Hoca! Das hat mir gerade gefehlt!

Es geht ja auch etwas ums Prinzip. Aber Sie haben auch Recht. Der Bundestag kann es sich nicht leisten, einen Antisemiten zu würdigen und sich vor ihm zu verbeugen. Dafür bekommen Sie hoffentlich bald die Rechnung. Bitte!Dem kann ich so nicht zustimmen. Ein Ex-Nazi konnte immerhin Kanzler werden (Kiesinger!) und weiterhin hat man kein Problem, wenn Ex-Nazi Richter (Filbinger) gewürdigt werden.

deryatulga
04.05.06, 19:35
Dem kann ich so nicht zustimmen. Ein Ex-Nazi konnte immerhin Kanzler werden (Kiesinger!) und weiterhin hat man kein Problem, wenn Ex-Nazi Richter (Filbinger) gewürdigt werden.

Das ist Schnee von Gestern, immerhin wurde Kiesinger in aller Öffentlichkeit geohrfeigt und Filbinger musste das Handtuch werfen, nachdem man ihn geoutet hatte. Ich möchte den Bundestag kennenlernen, der einen antisemitischen, rassistischen Fälscher wie Lepsius weiter hochlobt!

Sahika26
04.05.06, 19:36
Das ist Schnee von Gestern, immerhin wurde Kiesinger in aller Öffentlichkeit geohrfeigt und Filbinger musste das Handtuch werfen, nachdem man ihn geoutet hatte. Ich möchte den Bundestag kennenlernen, der einen antisemitischen, rassistischen Fälscher wie Lepsius weiter hochlobt!


:aferin:

Historikerzunft
04.05.06, 19:41
Wir sollten mal unseren Fachmann Taner Akçam fragen: "Wenn sie eine kollektiv begangene Grausamkeit analysieren und "verstehen" wollen und es ihre Absicht ist, die Wiederholung solcher Vorfälle zu verhindern, dann werden sie keine Lösung finden, wenn sie ihr Augenmerk vorrangig auf die Gruppe der "Opfer" richten. Das eigentliche Augenmerk muß auf die "Täter gerichtet werden und es muß versucht werden, eine Reihe von "bewußten und unbewußten" Mechanismen aufzudecken."

deryatulga
04.05.06, 19:45
Wir sollten mal unseren Fachmann Taner Akçam fragen: "Wenn sie eine kollektiv begangene Grausamkeit analysieren und "verstehen" wollen und es ihre Absicht ist, die Wiederholung solcher Vorfälle zu verhindern, dann werden sie keine Lösung finden, wenn sie ihr Augenmerk vorrangig auf die Gruppe der "Opfer" richten. Das eigentliche Augenmerk muß auf die "Täter gerichtet werden und es muß versucht werden, eine Reihe von "bewußten und unbewußten" Mechanismen aufzudecken."

Genau nach dem Motto handele ich; deshalb nehme ich Lepsius, EKD und den Bundestag unter die Lupe!

Sahika26
04.05.06, 19:47
Also ganz genau genommen, ehrt der Bundestag Lepsius :lach: Er verbeugt sich nur vor den Opfern :rolleyes:

deryatulga
04.05.06, 19:49
Also ganz genau genommen, ehrt der Bundestag Lepsius :lach: Er verbeugt sich nur vor den Opfern :rolleyes:

Ich dachte immer aus Nichts kommt Nichts!

Sahika26
04.05.06, 19:51
Ich dachte immer aus Nichts kommt Nichts!

Manchmal schreiben Sie mir zu verschlüsselt...wie soll das jemand wie ich kapieren? :confused:

Aber interessant ist auch, dass sich beide Kirchen in Deutschland für die Integration der hierlebenden Armenier einsetzt.... und wer setzt sich für die Integration der hierlebenden Türken und Moslems ein? :kafa:

deryatulga
04.05.06, 20:03
Manchmal schreiben Sie mir zu verschlüsselt...wie soll das jemand wie ich kapieren? :confused:

Aber interessant ist auch, dass sich beide Kirchen in Deutschland für die Integration der hierlebenden Armenier einsetzt.... und wer setzt sich für die Integration der hierlebenden Türken und Moslems ein? :kafa:

Erstens,erwartest du von mir wohl nicht, dass ich irgendeine Instanz expressis verbis beleidige. Jesuitische Kasuistik hilft in solchen Momenten.

Die richtige Integration der Türken in der BRD wird eine wahrlich säkulare Tat bedeuten. Ich verzichte nach all meiner Lebenserfahrung insbesondere auf die Hilfe der EKD.

Cem
04.05.06, 21:07
Seltsamerweise haben die Nazis ursprünglich auch diesen Palästinapläne gefördert, was ihnen natürlich keinen Dispens erteilt. Die ganze evangelische Missionarsliteratur ist überfüllt mit antisemitischen Vorwürfen oder Seitenhieben. Da helfen Alibijuden auch nicht weiter! Immerhin hat sich die evangelische Kirche wegen ihrer antisemitischen Vergangenheit entschuldigt. Lepsius sah in dieser Periode mitten drin! Übrigens, wer so rassistisch veranlagt ist wie er, ist zugleich antisemitisch. Heute beanstandet niemand den Antisemitismus von Gladstone oder Renan und den daraus resultierenden Islam-und Türkenhass. Verglichen mit den Beiden ist Lepsius wirklich eine kleine Nummer.
Natürlich. Nur ist das nichts, was originär auf Lepsius zu beschränken wäre. Er hat sich diesbezüglich nicht besonders vom vorherrschenden Zeitgeist abgehoben. Auch ein Wagner war ein glühender Antisemit, trotzdem versammelt sich die gesamte politische und mediale Prominenz alljährlich zu den Festspielen in Bayreuth. Was ich sagen will: mit der Antisemitismus-Schiene kommen wir im Bezug auf Lepsius nicht weit. Er war Antisemit, aber nicht mehr und nicht weniger als Millionen seiner Landsleute ebenso. Es ist heutzutage nicht leicht, einem Durchschnittspublikum zu vermitteln, dass man zur wilhelminischen Zeit für den Zionismus plädierte, eben weil man Antisemit war. Wenn Du Lepsius Antisemitismus betonst, kannst Du zugleich auch 90% der damaligen deutschen Geisteswelt aussortieren.

Hammerlord
04.05.06, 21:10
Manchmal schreiben Sie mir zu verschlüsselt...wie soll das jemand wie ich kapieren? :confused:

Da bist du nicht allein

Yakamoz
04.05.06, 21:27
Natürlich. Nur ist das nichts, was originär auf Lepsius zu beschränken wäre. Er hat sich diesbezüglich nicht besonders vom vorherrschenden Zeitgeist abgehoben. Auch ein Wagner war ein glühender Antisemit, trotzdem versammelt sich die gesamte politische und mediale Prominenz alljährlich zu den Festspielen in Bayreuth. Was ich sagen will: mit der Antisemitismus-Schiene kommen wir im Bezug auf Lepsius nicht weit. Er war Antisemit, aber nicht mehr und nicht weniger als Millionen seiner Landsleute ebenso. Es ist heutzutage nicht leicht, einem Durchschnittspublikum zu vermitteln, dass man zur wilhelminischen Zeit für den Zionismus plädierte, eben weil man Antisemit war. Wenn Du Lepsius Antisemitismus betonst, kannst Du zugleich auch 90% der damaligen deutschen Geisteswelt aussortieren.

Kein Grund ihm ein Dnekmal zu setzten.

Cem
04.05.06, 22:45
Kein Grund ihm ein Dnekmal zu setzten.
Das habe ich nirgends behauptet. Lepsius bietet aber so große Angriffsflächen, dass man sich in der Kritik an ihm nicht auf den Antisemitismus versteifen sollte. Das kann man in einem Nebensatz abhandeln, das wars dann aber auch.

Sahika26
04.05.06, 22:47
Das habe ich nirgends behauptet. Lepsius bietet aber so große Angriffsflächen, dass man sich in der Kritik an ihm nicht auf den Antisemitismus versteifen sollte. Das kann man in einem Nebensatz abhandeln, das wars dann aber auch.

Dann mal los..., ich hab eine richtige Wut in mir.... - das wirkt bei mir immer produktiv ;)

deryatulga
04.05.06, 23:58
Natürlich. Nur ist das nichts, was originär auf Lepsius zu beschränken wäre. Er hat sich diesbezüglich nicht besonders vom vorherrschenden Zeitgeist abgehoben. Auch ein Wagner war ein glühender Antisemit, trotzdem versammelt sich die gesamte politische und mediale Prominenz alljährlich zu den Festspielen in Bayreuth. Was ich sagen will: mit der Antisemitismus-Schiene kommen wir im Bezug auf Lepsius nicht weit. Er war Antisemit, aber nicht mehr und nicht weniger als Millionen seiner Landsleute ebenso. Es ist heutzutage nicht leicht, einem Durchschnittspublikum zu vermitteln, dass man zur wilhelminischen Zeit für den Zionismus plädierte, eben weil man Antisemit war. Wenn Du Lepsius Antisemitismus betonst, kannst Du zugleich auch 90% der damaligen deutschen Geisteswelt aussortieren.

Erstens sortiere ich nichts im Vorfeld aus, weder Sach- noch Personenbeweise. Was hätte mich dann von denjenigen unterschieden, die die Missionare wegen ihrer religiösen Zugehörigkeit, Toynbeee wegen seines Agententums, Morgenthau wegen seiner armenischen Kontakte, deutsche Akten wegen der deutsch-türkischen Freundschaft bis heute ausgesondert haben und jetzt zwischen Tür und Angel historische Weisheiten aus den Trümmern einer Faktenhäufung herausfischen wollen. Ich lehne Lepsius Zeugnis nicht ab, weil er Rassist und Antisemit ist, sondern weil seine ganze Botschaft inkonsequent und inkongruent zugleich ist. Hätte er das Kunststück nicht vollbracht, sich als Fälscher zu verdingen, wären seine moralischen Gründe auch völlig irrelevant gewesen. Wir werden tagtäglich mit einer moralischen Keule gemassregelt. Man wirft uns vor, unserer Vergangenheit aus dem Weg zu gehen. Was ich hier vorschlage, ist nichts anders als Gruppentherapie, zumal der Bundestag uns zu den geistigen Vätern des Nationalsozialismus erkoren hat.

Lepsius ist weder Künstler, noch Wissenschaftler. Ihn im gleichen Atemzug mit Wagner oder Treitschke usw. erwähnen ist hier fehl am Platze. Sein Werk ist ein Sammelsurium gefälschter Akten, seine Botschaft ist die eines skrupellosen Lügners. Ohne sein "Engagement" für die Armenier wäre Lepsius keine Notiz Wert. Wenn der Bundestag einen Antisemiten ehrt, um parallel dazu das grösste Verbrechen deutscher Geschichte uns in die Schuhe zu schieben, dann bekommt er die passende Antwort. Es ist seltsam, dass ich mich vor Jahren auch in diesem Punkt mit unseren grossen Herren in Ankara überworfen hatte; ich hätte dadurch nämlich Deutschland gekränkt. Wir sehen sehr gut, wohin wir ohne die Kränkung Deutschlands gelangt sind. Ich rede diesbezüglich nicht den kleinen Michel an, sondern die allwissenden Herren des Bundestages höchstpersönlich, und zwar als Zeithistoriker. Der Zionismus gehört hier natürlich auch zur Debatte, zumal die Zionisten auch zur ellenlangen Liste der Beschuldigten hingehören. Ein Mann wie Lepsius entsteht
nicht in einem sozio-politischen Vakuum. Er war derjenige der im Geist des Sozialdarwinismus handelte. Viele seiner Behauptungen bedienten sich der Türken als Projektionsfläche. Es gibt berühmte Armenierfreunde, die später den Weg zum Aparheid in Südafrika geebnet haben. Und Apartheid ist die tragende Kraft der sog. Armenischen Reformen. Vernachlässigt man diese Mosaikarbeit, bröckelt dann die Fassade des Argumentationsgebäudes im Nu ab. Das dürfte wohl aber zwischendurch allgemein bekannt sein. Wenn man von gleicher Logik ausgeht, müssten alle imperialistischen,kolonialisti schen, rassistischen, christlich fundamentalistischen Faktoren auch ausscheiden, schliesslich waren sie Früchte der gleichen Ära. Wenn ich aber von einem lückenlosen argumentationsgewebe spreche, meine ich es auch wörtlich. Jongliert man mit so einer Unmenge vom wissenschaflichen Material, darf sich keiner den Luxus erlauben auf irgendeinen Punkt zu versteifen. Das ist aber noch lange kein Grund dessen Bedeutung zu bagatellisieren. Und wenn ich zum Beispiel Lepsius als unverbesserlichen Antisemiten stigmatisiere, werde ich Herrn Barth dabei nicht verschonen. Somit wäre auch klar, dass ich den Antisemitismus von Lepsius nicht im kausalen Zusammenhang mit seinem Türkenhass darstellen werde. Dies gilt aber nicht für seinen Islamhass. Der Bundestag wird schon in Bredouille geraten, wenn er ungewunden Farbe bekennen muss.

Evliya
05.05.06, 00:35
Erstens sortiere ich nichts im Vorfeld aus, weder Sach- noch Personenbeweise. Was hätte mich dann von denjenigen unterschieden, die die Missionare wegen ihrer religiösen Zugehörigkeit, Toynbeee wegen seines Agententums, Morgenthau wegen seiner armenischen Kontakte, deutsche Akten wegen der deutsch-türkischen Freundschaft bis heute ausgesondert haben und jetzt zwischen Tür und Angel historische Weisheiten aus den Trümmern einer Faktenhäufung herausfischen wollen. Ich lehne Lepsius Zeugnis nicht ab, weil er Rassist und Antisemit ist, sondern weil seine ganze Botschaft inkonsequent und inkongruent zugleich ist. Hätte er das Kunststück nicht vollbracht, sich als Fälscher zu verdingen, wären seine moralischen Gründe auch völlig irrelevant gewesen. Wir werden tagtäglich mit einer moralischen Keule gemassregelt. Man wirft uns vor, unserer Vergangenheit aus dem Weg zu gehen. Was ich hier vorschlage, ist nichts anders als Gruppentherapie, zumal der Bundestag uns zu den geistigen Vätern des Nationalsozialismus erkoren hat.

Lepsius ist weder Künstler, noch Wissenschaftler. Ihn im gleichen Atemzug mit Wagner oder Treitschke usw. erwähnen ist hier fehl am Platze. Sein Werk ist ein Sammelsurium gefälschter Akten, seine Botschaft ist die eines skrupellosen Lügners. Ohne sein "Engagement" für die Armenier wäre Lepsius keine Notiz Wert. Wenn der Bundestag einen Antisemiten ehrt, um parallel dazu das grösste Verbrechen deutscher Geschichte uns in die Schuhe zu schieben, dann bekommt er die passende Antwort. Es ist seltsam, dass ich mich vor Jahren auch in diesem Punkt mit unseren grossen Herren in Ankara überworfen hatte; ich hätte dadurch nämlich Deutschland gekränkt. Wir sehen sehr gut, wohin wir ohne die Kränkung Deutschlands gelangt sind. Ich rede diesbezüglich nicht den kleinen Michel an, sondern die allwissenden Herren des Bundestages höchstpersönlich, und zwar als Zeithistoriker. Der Zionismus gehört hier natürlich auch zur Debatte, zumal die Zionisten auch zur ellenlangen Liste der Beschuldigten hingehören. Ein Mann wie Lepsius entsteht
nicht in einem sozio-politischen Vakuum. Er war derjenige der im Geist des Sozialdarwinismus handelte. Viele seiner Behauptungen bedienten sich der Türken als Projektionsfläche. Es gibt berühmte Armenierfreunde, die später den Weg zum Aparheid in Südafrika geebnet haben. Und Apartheid ist die tragende Kraft der sog. Armenischen Reformen. Vernachlässigt man diese Mosaikarbeit, bröckelt dann die Fassade des Argumentationsgebäudes im Nu ab. Das dürfte wohl aber zwischendurch allgemein bekannt sein. Wenn man von gleicher Logik ausgeht, müssten alle imperialistischen,kolonialisti schen, rassistischen, christlich fundamentalistischen Faktoren auch ausscheiden, schliesslich waren sie Früchte der gleichen Ära. Wenn ich aber von einem lückenlosen argumentationsgewebe spreche, meine ich es auch wörtlich. Jongliert man mit so einer Unmenge vom wissenschaflichen Material, darf sich keiner den Luxus erlauben auf irgendeinen Punkt zu versteifen. Das ist aber noch lange kein Grund dessen Bedeutung zu bagatellisieren. Und wenn ich zum Beispiel Lepsius als unverbesserlichen Antisemiten stigmatisiere, werde ich Herrn Barth dabei nicht verschonen. Somit wäre auch klar, dass ich den Antisemitismus von Lepsius nicht im kausalen Zusammenhang mit seinem Türkenhass darstellen werde. Dies gilt aber nicht für seinen Islamhass. Der Bundestag wird schon in Bredouille geraten, wenn er ungewunden Farbe bekennen muss.

Hocam müsade ederseniz alman meclisinin aldigi kararla ilgili bir kac satir dile getirmek istiyorum. Es kann nicht sein und ist auf keinen Fall akzeptabel, dass das Parlament der Bundesrepublik Deutschland einen glühenden Antisemiten und Dokumentenmanipulator für seine Taten auch noch ehrt. Deshalb sollten wir alle antisemitischen Äußerungen von Lepsius sammeln und analysieren sowie Schlußfolgerungen daraus ziehen. Wo kommen wir denn hin, wenn das höchste Parlament von Deutschland nicht in der Lage ist diesen fatalen Schritt zurückzunehmen.

Cem
05.05.06, 01:30
Vollkommen d'accord, wir unterscheiden uns nicht in inhaltlichen sondern in pragmatischen Fragen. Für Deine Intention brauchst Du den Antisemitismus eines Lepsius nicht, zumal dieser durchaus kontrovers diskutiert werden kann. Damit eröffnest Du einen überflüssigen Nebenkriegsschauplatz, mit ungewissem Ausgang. Den sozialdarwinistischen Geist, von dem er geprägt war, kann man viel deutlicher anhand seiner Haltung zum Islam herausarbeiten.

Was unterscheidet Bundestagsabgeordnete vom "Michel auf der Straße"? 95% der Abgeordneten sind "Stimmvieh", mit denen Du genauso reden musst, wie mit eben jenem "Michel".

Dass Lepsius ohne die Armenier keine Erwähnung in der Geschichte fände, hat er wieder einzig und allein den Armeniern zu "verdanken". Hätte er seine ohne Frage vorhandenen intellektuellen Fähigkeiten für andere Zwecke genutzt, würden wir heute vielleicht vom Philosophen oder Mathematiker Lepsius reden und nicht vom "Anwalt des armenischen Volkes".

Auch mag es sein, dass ein Wagner der genialere Geist gewesen ist, er war mit Sicherheit aber auch der fanatischere Antisemit. Mag sein, dass ich mich wiederhole, aber es ist in der Tat nicht leicht, einem Lepsius stichhaltig und einwandfrei Antisemitismus nachzuweisen.

Sahika26
05.05.06, 16:24
Gibt es eigentlich irgendwo Dokumente bzw. Bücher darüber, dass während des 2. Weltkrieges Armenier in der deutschen Armee mitgekämpft haben? Oder verwechsele ich da gerade etwas?`

Ich habe mir eben die Haltung der evangelischen Kirche zum Judentum angeschaut, sowohl vor Luther, wie auch nach Luther. Ich muss das erst einmal verarbeiten...., aber absolut der Hammer!

mustafa
06.05.06, 13:45
Gibt es eigentlich irgendwo Dokumente bzw. Bücher darüber, dass während des 2. Weltkrieges Armenier in der deutschen Armee mitgekämpft haben? Oder verwechsele ich da gerade etwas?`


Es gibt das Buch "Die Ostlegionen 1941-1943" von Joachim Hoffmann, das ich allerdings nicht gelesen habe. Unter dem Link http://ostbataillon.fromru.com/organization.htm findet sich eine (vollständige?) Liste der verschiedenen Einheiten. Wie man erkennt findet sich da fast jedes Völkchen unter sowjetischer Herrschaft, u.a. auch Tataren und andere Turkvölker. Die Soldaten selbst wurden so weit ich weiß aus Kriegsgefangenen der roten Armee rekrutiert, zumindest bei den Völkern deren Gebiet nicht von der Wehrmacht besetzt wurde.

mustafa
06.05.06, 13:49
Der Humanismus wurde unter anderem in der frühen Neuzeit von Albrecht Dürer und Ulrich von Hutten, und später von Schiller und Goethe vertreten und geprägt. Wer meint, daß Humanismus ein anderes Wort für Antisemitismus ist, der hat nicht nur ein Problem mit der lateinischen Sprache, denn diese Herren als Antisemiten hinzustellen wäre grotesk.

Zumindest Schiller kann man durchaus als Antisemiten bezeichnen. Die Figur des Spiegelberg in den 'Räubern' bedient jede Menge Stereotypen.

bigberta
07.05.06, 12:39
Gibt es eigentlich irgendwo Dokumente bzw. Bücher darüber, dass während des 2. Weltkrieges Armenier in der deutschen Armee mitgekämpft haben? Oder verwechsele ich da gerade etwas?`

Ich habe mir eben die Haltung der evangelischen Kirche zum Judentum angeschaut, sowohl vor Luther, wie auch nach Luther. Ich muss das erst einmal verarbeiten...., aber absolut der Hammer!

Die gibt es, Sahika; schau' Dir die Bücher von Joachim Hofmann an, oder diesen Gedenkband des "Sonderverbandes Bergmann": http://www.wintersonnenwende.com/scriptorium/deutsch/seiten/0392frei.html
Dieses hier http://www.amazon.com/gp/product/0788177303/103-5391060-9259805?v=glance&n=283155
ist die Geschichte eines Usbeken in der Wehrmacht. Hier ein Foto ihrer Uniformen:
http://www.feldgrau.com/pk-63030-1.jpg
http://www.feldgrau.com/foreign.html. Die Männer wurden in den Kriegsgefangenenlagern angeworben und sind dieser Werbung meistens gefolgt, um erstens nicht zu verhungern, zweitens, weil sie nach dem berühmten Stalin-Befehl http://www.stalinwerke.de/Diverses/keinen_schritt_zurueck.html sowieso verloren waren, da dieser Befehl das In-Gefangenschaft-Geraten mit Verrat gleichsetzte. Diese Männer, allen voran der tragische General Wlassow sind in der Gegenwart von Russland rahbilitiert worden, genau wie der Kommandeur der "Freiwilligendivision", http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=121703, der Orientalist und Artillerieoffizier Oskar Ritter von Niedermeyer. Du "verwechselst" da insofern was, als der Anteil der Muslime unter den Freiwilligen der Wehrmacht deutlich höher war, was heute - leider! - dazu führt, daß interessierte Kreise versuche, uns das mit einer Gleichung, nach der islam und Faschismus dasselbe sei, um die Ohren zu hauen, z.B. Ursula Spuler-Stegemann, was besonders infam ist, da ihr Vater meines Wissens nach Dozent an der "Feldmullahschule der Wehrmacht in Göttingen war.

deryatulga
07.05.06, 13:10
Die gibt es, Sahika; schau' Dir die Bücher von Joachim Hofmann an, oder diesen Gedenkband des "Sonderverbandes Bergmann": Die Männer wurden in den Kriegsgefangenenlagern angeworben und sind dieser Werbung meistens gefolgt, um erstens nicht zu verhungern, zweitens, weil sie nach dem berühmten Stalin-Befehl http://www.stalinwerke.de/Diverses/keinen_schritt_zurueck.html sowieso verloren waren, da dieser Befehl das In-Gefangenschaft-Geraten mit Verrat gleichsetzte. Diese Männer, allen voran der tragische General Wlassow sind in der Gegenwart von Russland rahbilitiert worden, genau wie der Kommandeur der "Freiwilligendivision", http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=121703, der Orientalist und Artillerieoffizier Oskar Ritter von Niedermeyer. Du "verwechselst" da insofern was, als der Anteil der Muslime unter den Freiwilligen der Wehrmacht deutlich höher war, was heute - leider! - dazu führt, daß interessierte Kreise versuche, uns das mit einer Gleichung, nach der islam und Faschismus dasselbe sei, um die Ohren zu hauen, z.B. Ursula Spuler-Stegemann, was besonders infam ist, da ihr Vater meines Wissens nach Dozent an der "Feldmullahschule der Wehrmacht in Göttingen war.

Es gibt eine einzige historisch verbürgte Äusserung von Hitler über die Armenier. Er befahl die Unterbindung deren Rekrutierung für die Waffen-SS,
weil sie ausser saufen und raufen nichts taugten. Hitler war ja nach seinen moralischen Prinzipien ein typischer Kleinbürger. Als Berlin 1945 in Flammen stand, verteidigten französische, beileibe keine älsassische, und turkmenische WaffenSS Bataillonen den Führer. Wlassow Armee bestand nicht mehrheitlich aus Muslimen, es sei denn Kosaken hält man für ein islamisches Volk. die Türkei lieferte damals 155 sowjetische Moslems der WlassowArmee an stalinistischen Henker, ein Schandfleck der türkischen Geschichte.

Prof.Bertold Spuler war von Anfang an Angehöriger der SS. Der Katharsisbedars seiner Tochter versteht man irgendwie. Wie weit sie akademisch ohne die Connections des SS verseuchten Vaters gekommen wäre, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

Das Bild hier zeigt den berühmten bosniakischen Division Handchar der Waffen SS. Nur auch bei Waffen-SS Truppen bildeten die Muslime eine verschwindende Minderheit.

bigberta
07.05.06, 13:26
Es gibt eine einzige historisch verbürgte Äusserung von Hitler über die Armenier. Er befahl die Unterbindung deren Rekrutierung für die Waffen-SS,
weil sie ausser saufen und raufen nichts taugten. Hitler war ja nach seinen moralischen Prinzipien ein typischer Kleinbürger. Als Berlin 1945 in Flammen stand, verteidigten französische, beileibe keine älsassische, und turkmenische WaffenSS Bataillonen den Führer. Wlassow Armee bestand nicht mehrheitlich aus Muslimen, es sei denn Kosaken hält man für ein islamisches Volk. die Türkei lieferte damals 155 sowjetische Moslems der WlassowArmee an stalinistischen Henker, ein Schandfleck der türkischen Geschichte.

Prof.Bertold Spuler war von Anfang an Angehöriger der SS. Der Katharsisbedars seiner Tochter versteht man irgendwie. Wie weit sie akademisch ohne die Connections des SS verseuchten Vaters gekommen wäre, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

Das Bild hier zeigt den berühmten bosniakischen Division Handchar der Waffen SS. Nur auch bei Waffen-SS Truppen bildeten die Muslime eine verschwindende Minderheit.

Ich vestehe das, was seine Tochter da verzapft, nicht als Katharsis, sondern sie macht eben Geld mit dem Zeitgeist. Und wenn man das bedient, was gewisse akademische Kreise lesen wollen, macht man eben weiter Karriere, da haben Sie recht. Und was das emporhangeln an den von Papa gespannten Seilen betrifft, da haben Sie mit Sicherheit recht.
Was ich mit meinem Posting u.a. sagen wollte: man kann niemanden verurteilen, der - als Sowjetbürger - damals zur Wehrmacht überlief.
Natürlich waren die Soldaten der Wlassow-Armee keine Muslime, sondern die waren in eigenen Einheiten zusammengefasst, aber es waren halt bei den nichtrussischen Einheiten nicht nur Armenier.
Was ich übrigens für ein interessantes Detail halte: die Bücher von Joachim Hofmann wurden von Alexander Solshenizyn ins Russische übersetzt.

bigberta
07.05.06, 13:44
Was mir gerade so durch den Kopf schoss: vielleicht müßte hier in D erstmal klar gemacht werden, warum die Mehrheit der Deutschen diese Problematik überhaupt was angeht. Ich befürchte nämlich fast, daß diese Mehrheit bei jedem türkischen Vorstoß denkt, was wollen die denn, können die uns nicht damit in Ruhe lassen, was vor fast 100 Jahren "weit hinten in der Türkei war"...
Kennt jemand die von Idries Shah kolportierte Anekdote, nach der ein Chefredakteur seinem Volontär gesagt haben soll: Dein Bericht muß nicht nur beschreiben, was die Celebrity zum Frühstück ist, sondern dem Leser auch nahebringen, warum diese Info für ihn wichtig ist.
Ich befürchte nämlich, daß bei Armeniern den meisten nur Cher oder Aznavour einfällt und sie sich mehr auch nicht einfallen lassen.
Vielleicht wäre das ein Ansatz?

deryatulga
07.05.06, 13:44
Ich vestehe das, was seine Tochter da verzapft, nicht als Katharsis, sondern sie macht eben Geld mit dem Zeitgeist. Und wenn man das bedient, was gewisse akademische Kreise lesen wollen, macht man eben weiter Karriere, da haben Sie recht. Und was das emporhangeln an den von Papa gespannten Seilen betrifft, da haben Sie mit Sicherheit recht.
Was ich mit meinem Posting u.a. sagen wollte: man kann niemanden verurteilen, der - als Sowjetbürger - damals zur Wehrmacht überlief.
Natürlich waren die Soldaten der Wlassow-Armee keine Muslime, sondern die waren in eigenen Einheiten zusammengefasst, aber es waren halt bei den nichtrussischen Einheiten nicht nur Armenier.
Was ich übrigens für ein interessantes Detail halte: die Bücher von Joachim Hofmann wurden von Alexander Solshenizyn ins Russische übersetzt.

Irgendein Samuel Weems fing mit dem Naziader der Armenier an, TTK sprang darauf, als wäre sie die Lösung aller Probleme, man montierte die Behauptung
in "Sari Gelin", Time Magasin entschuldigte sich vor den Armeniern und Yusuf Halacoglu sagte, er wisse selbst darüber nichts, es handle sich hier um eine Behauptung von Weems.

Mit diesen Geschichten versucht man natürlich jüdischen Ressentiments aufzuwecken, nur die Juden brauchen diesbezüglich keine Nachhilfe, schongar nicht von den selbsternannten Historikern.

Historikerzunft
07.05.06, 14:05
Irgendein Samuel Weems fing mit dem Naziader der Armenier an, TTK sprang darauf, als wäre sie die Lösung aller Probleme, man montierte die Behauptung
in "Sari Gelin", Time Magasin entschuldigte sich vor den Armeniern und Yusuf Halacoglu sagte, er wisse selbst darüber nichts, es handle sich hier um eine Behauptung von Weems.

Mit diesen Geschichten versucht man natürlich jüdischen Ressentiments aufzuwecken, nur die Juden brauchen diesbezüglich keine Nachhilfe, schongar nicht von den selbsternannten Historikern.

Christopher Walker fing damit an. In seinem Buch: "Armenia. Survival of a Nation" geht er auf das Thema ein. Unsere Leute schreiben daraus lediglich ab.

deryatulga
07.05.06, 14:12
Christopher Walker fing damit an. In seinem Buch: "Armenia. Survival of a Nation" geht er auf das Thema ein. Unsere Leute schreiben daraus lediglich ab.

Woher sollen unsere Leute Christopher Walker gelesen haben?

bigberta
07.05.06, 14:14
Ich denke, daß es die Meisten, die sich als Fürsprecher der Armenier blähen, das, was damals war, einen ***** interessiert. Interessant ist nur die politische Verwendbarkeit gegen "die Moslems" oder "die Türken". Ich wette, aus diesen Kreisen hat niemand auch nur eine müde Mark gespendet, als z.B. das Erdbeben war. Und wenn es diesen Leuten so ein Herzensanliegen ist, was für die damaligen Opfer zu tun: viele dieser ja jetzt knapp 100jährigen sind arme Rentner. Wäre es da nicht naheliegend, denen mal mit ein bißchen Geld eine Freude zu machen - wenn es denn darum ginge. Geht es aber nicht. Es geht "gegen Moslems", es geht "gegen Türken". Wie hier: http://www.tellthechildrenthetruth.co m/amin_en.html
Wie schon gesagt, ich denke, daß es in erster Linie wichtig wäre, den Deutschen klarzumachen, warum die Klärung dieser noch ungeklärten Frage hier und jetzt für sie wichtig ist. Und die Juden brauchen weißgott keine Nachhilfe, da gebe ich Ihnen recht.

bigberta
07.05.06, 14:16
Woher sollen unsere Leute Christopher Walker gelesen haben?
Wer ist Christopher Walker?

DeLaHoya
07.05.06, 14:21
Woher sollen unsere Leute Christopher Walker gelesen haben?
Selbst Erich Feigl gibt Walker in seinem Werk von 1986 an...

DeLaHoya
07.05.06, 14:26
Ich denke, daß es die Meisten, die sich als Fürsprecher der Armenier blähen, das, was damals war, einen ***** interessiert. Interessant ist nur die politische Verwendbarkeit gegen "die Moslems" oder "die Türken". Ich wette, aus diesen Kreisen hat niemand auch nur eine müde Mark gespendet, als z.B. das Erdbeben war. Und wenn es diesen Leuten so ein Herzensanliegen ist, was für die damaligen Opfer zu tun: viele dieser ja jetzt knapp 100jährigen sind arme Rentner. Wäre es da nicht naheliegend, denen mal mit ein bißchen Geld eine Freude zu machen - wenn es denn darum ginge. Geht es aber nicht. Es geht "gegen Moslems", es geht "gegen Türken". Wie hier: http://www.tellthechildrenthetruth.co m/amin_en.html
Wie schon gesagt, ich denke, daß es in erster Linie wichtig wäre, den Deutschen klarzumachen, warum die Klärung dieser noch ungeklärten Frage hier und jetzt für sie wichtig ist. Und die Juden brauchen weißgott keine Nachhilfe, da gebe ich Ihnen recht.

Natürlich weiß man hier nicht bescheid. Anders kann ich mir nicht erklären, dass man von der Türkei erwartet, die Ostgrenze zu öffnen. Denn wer das fordert, sollte zumindest wissen, seit wann diese dicht ist und warum. Das hat nichts mit 1915 sondern mit 1992-1994 zu tun.

Das kann man selbst durch primitivstes googeln herausbekommen.

Historikerzunft
07.05.06, 14:29
Woher sollen unsere Leute Christopher Walker gelesen haben?

Das Buch ist doch schon fast 26 Jahre alt. Und jeder, der Sari Gelin etc. gesehen hat, weiß, dass Weems seine Informationen von Walker hat. Selbst die armenischen Radiosendungen, die Weems entdeckt haben soll, finden sich bei Walker.

Beispiel: "The 'Council' 's president was Professor Ardashes Abeghian, its vice-president Abraham Giulkhandanian, and it numbered among its members Nzhdeh and Vahan Papazian. From that date until the end of 1944 it published a weekly journal, Armenien, edited by Viken Shant (the son of Levon), who also broadcast on Radio Berlin."

Interessant ist dabei die Quellenangabe von Walker: "Personal information from various sources."

DeLaHoya
07.05.06, 14:31
@BigBerta

Als nächstes steht übrigens "Melkon Kritschtschian, Deutschland und die Ausrottung der Armenier in der Türkei, Potsdam 1930" auf meiner Leseliste... :hallo;

bigberta
07.05.06, 21:59
@BigBerta

Als nächstes steht übrigens "Melkon Kritschtschian, Deutschland und die Ausrottung der Armenier in der Türkei, Potsdam 1930" auf meiner Leseliste... :hallo;
Wo hast Du das her?
Erleuchte mich!

Aber einr Frage steht noch auf: wie weckt man in Deutschland Interesse?
Gruß
BB

deryatulga
07.05.06, 22:26
Wo hast Du das her?
Erleuchte mich!

Aber einr Frage steht noch auf: wie weckt man in Deutschland Interesse?
Gruß
BB

Interesse worauf?

Akin Hevenk
08.05.06, 20:13
Gibt es eine Sammlung Antisemitischer Aussagen des Hr. Lepsius?

Habe eigentlich gar keine Zeit, aber das muss ich loswerden:

"Außenpolitisch war Lepsius, wie sein Freund Paul Rohrbach, der Verfechter eines als 'ethisch' verbrämten aggressiven Imperialismus, nach dem Deutschland das Rechts für sich in Anspruch nehmen durfte, weil es die Macht hatte:"

"Als Deutschland Belgien überfallen hatte und dort nicht nur Massaker verübte, sondern auch Arbeiter deportierte, stimmte Lepsius dem zu."

"Ich hatte bei der Erörterung der Aktenpublikation sehr allgemein geschrieben: Als die völkische Springflut in Deutschland sichtbar wurde, sicherte sich Lepsius durch ein förmliches Gutachten seines Freundes Paul Rohrbach ab, das 'seine' Armenier kurzerhand zu Ariern deklarierte"!!!!

Diese Aussagen über den großen Humanisten Lepsius stammen von keinem geringerem als Wolgang Gust (www.deutsch-armenische-gesellschaft.de/dag/rgent.htm-Antwortbrief (http://www.deutsch-armenische-gesellschaft.de/dag/rgent.htm-Antwortbrief) an Dr. Ashot Hayruni)

Dennoch sieht Gust all das als "kleinen Schatten über einen großen Mann"; welch pervertierte Geisteshaltung!

bigberta
08.05.06, 23:35
Interesse worauf?
Interesse an der Armenierproblematik. wie ich oben bereits ausführte, begegnet einem dieses Interesse erstmal bei denen, die es als Anti-Islam bzw. Anti-Türken-Keule verwenden, und die auch das hatte ich oben schon mal geschrieben, keine müde Mark raustun würden, wenn es für Armenien zu spenden gälte - so weit geht die Liebe zu Armenien dann nun doch nicht. Ich denke, man müßte den Deutschen klarmachen, warum es auch für sie sinnvoll wäre, wenn das endlich mal zweifelsfrei geklärt wäre.
Allerdings: mit sofortigen Schuldzuweisungen à la "Deutsches Verbrechen" erreicht man nur das Gegenteil. Jeder Deutsche - mal solche wie ich, die einen Großvater beim deutschen Verbindungsstab in Konstantinopel hatte - wird erstmal sagen, was geht's mich an. Da müßte man rauskommen. Wir sind uns ja wohl einig, daß die meisten, die jetzt etwas von "wider das Vergessen" plappern, von Geschichte so viel Ahnung haben, wie die Kuh vom Sonntag. Denen helfen dann nur hysterische Rückzugsgefechte - eben weil es nur darum geht, eine antitürkische Keule zu schwingen, und weiteres bei denen, die sich so pro-Armenisch gebärden, das Interesse über den Boxer Abraham nicht hinausgeht.

Cem
09.05.06, 01:22
...- mal solche wie ich, die einen Großvater beim deutschen Verbindungsstab in Konstantinopel hatte -...
Ach, interessant. Magst Du uns ein paar Details über Deinen Großvater erzählen?

bigberta
09.05.06, 20:11
Viel weiß ich allerdings selber nicht. Er war Offizier der Feldartillerie, im damaligen Konstantinopel stationiert. Er ist übrigens 1942 gestorben, an Diabetes. Deswegen wurde er wohl im 2. Weltkrieg nicht eingezogen. Das, was mein Vater mir erzählt hat, ist, daß er in seinem Büro ein Panoramafoto von Konstantinopel hängen hatte, und erzählt hat, er wäre fast dageblieben. Wieso, daran kann sich mein Vater nicht mehr erinnern, denn die 2. Geschichte war, daß daneben ein Foto hin, mit Männern in weißen Hemden am Galgen. Mein Vater hat erzählt, daß er ihn gefragt hätte, wer denn da am Galgen hinge. Er hätte geantwortet: "Armenische Verräterschweine!". Wie mein Vater in dann gefragt hat, wieso das denn Verräterschweine seien, habe er geantwortet: Weil sie Verräterschweine waren. Auf die Frage meines Vaters, warum er denn so ein Bild in sein Arbeitszimmer gehängt hätte, habe er nur geantwortet: Meine Sache! Daraufhin habe mein Vater sich nicht mehr getraut, zu fragen...
Ich habe mir vorgenommen, irgendwann mal nachzuforschen. Er muß ja in irgendeiner Liste stehen. Vielleicht erfahre ich dann mehr...

deryatulga
09.05.06, 20:13
Viel weiß ich allerdings selber nicht. Er war Offizier der Feldartillerie, im damaligen Konstantinopel stationiert. Er ist übrigens 1942 gestorben, an Diabetes. Deswegen wurde er wohl im 2. Weltkrieg nicht eingezogen. Das, was mein Vater mir erzählt hat, ist, daß er in seinem Büro ein Panoramafoto von Konstantinopel hängen hatte, und erzählt hat, er wäre fast dageblieben. Wieso, daran kann sich mein Vater nicht mehr erinnern, denn die 2. Geschichte war, daß daneben ein Foto hin, mit Männern in weißen Hemden am Galgen. Mein Vater hat erzählt, daß er ihn gefragt hätte, wer denn da am Galgen hinge. Er hätte geantwortet: "Armenische Verräterschweine!". Wie mein Vater in dann gefragt hat, wieso das denn Verräterschweine seien, habe er geantwortet: Weil sie Verräterschweine waren. Auf die Frage meines Vaters, warum er denn so ein Bild in sein Arbeitszimmer gehängt hätte, habe er nur geantwortet: Meine Sache! Daraufhin habe mein Vater sich nicht mehr getraut, zu fragen...
Ich habe mir vorgenommen, irgendwann mal nachzuforschen. Er muß ja in irgendeiner Liste stehen. Vielleicht erfahre ich dann mehr...

Hiess der Opa zufällig Wolfskeel oder so! Bei dem Engagement ist das anzunehmen!

bigberta
09.05.06, 20:29
Nein, hieß er nicht. Keiner von den "bekannten" Namen. Was lesen Sie denn daraus? Würde mich interessieren...

deryatulga
09.05.06, 20:34
Nein, hieß er nicht. Keiner von den "bekannten" Namen. Was lesen Sie denn daraus? Würde mich interessieren...

Deutsche Artillerie hat im Kampf gegen die Armeniern grosse Dienste geleistet,
In Urfa jedoch war das entscheidend. Hinterher wurden die Aufständischen aufgenüpft. Er kann unmöglich so böse geworden sein, wenn er seine Zeit mit den Armeniern aus Istanbul vertrödelt hätte. Ich nehme an, er wohnte in Urfa
diesen Hinrichtungen auch bei, ein echter Augenzeuge. Hat er zufällig keinen
Nachlass, Bilder werden auch sehr nützlich sein?

bigberta
09.05.06, 21:19
Deutsche Artillerie hat im Kampf gegen die Armeniern grosse Dienste geleistet,
In Urfa jedoch war das entscheidend. Hinterher wurden die Aufständischen aufgenüpft. Er kann unmöglich so böse geworden sein, wenn er seine Zeit mit den Armeniern aus Istanbul vertrödelt hätte. Ich nehme an, er wohnte in Urfa
diesen Hinrichtungen auch bei, ein echter Augenzeuge. Hat er zufällig keinen
Nachlass, Bilder werden auch sehr nützlich sein?
Leider nein, mein Vater war an der Ostfront als er gestorben ist und meine Oma wurde ausgebombt; in der Wohnung ist alles verbrannt. Leider. Aber wenn ich was rausfinde, werde ich das hier posten.
Nachtrag: Ich habe meinen Papa noch mal gefragt: auf dem Bild seien 10 gehenkte Armenier zu sehen gewesen, an die Zahl 10 kann sich mein Vater noch erinnern. Mein Großvater sei "gegen Lawrence" eingesetzt gewesen und es habe sich um Armenier gehandelt, die der Spionage für die Briten überführt gewesen seien. Mein Opa sei wohl "Verbindungsoffizier" gewesen.
Nun gut, hier verlassen mich meine Geschichtskenntnisse...

Der Schakal
10.05.06, 00:54
Wow! Sehr interessant!

Historikerzunft
10.05.06, 13:32
Leider nein, mein Vater war an der Ostfront als er gestorben ist und meine Oma wurde ausgebombt; in der Wohnung ist alles verbrannt. Leider. Aber wenn ich was rausfinde, werde ich das hier posten.
Nachtrag: Ich habe meinen Papa noch mal gefragt: auf dem Bild seien 10 gehenkte Armenier zu sehen gewesen, an die Zahl 10 kann sich mein Vater noch erinnern. Mein Großvater sei "gegen Lawrence" eingesetzt gewesen und es habe sich um Armenier gehandelt, die der Spionage für die Briten überführt gewesen seien. Mein Opa sei wohl "Verbindungsoffizier" gewesen.
Nun gut, hier verlassen mich meine Geschichtskenntnisse...

Vielleicht war er sogar Mitglied der Teskilat-i Mahsusa.

deryatulga
10.05.06, 13:43
Vielleicht war er sogar Mitglied der Teskilat-i Mahsusa.

Nein, er muss eher im Stab von Kress oder Falkenhayn gewesen sein.

bigberta
10.05.06, 15:47
Nein, er muss eher im Stab von Kress oder Falkenhayn gewesen sein.
Meines Wissens war er in irgendeinem Stab. Hätte mich schon interessiert, wie er zu der oben zitierten Auffassung über die Armenier gekommen ist...

deryatulga
10.05.06, 15:53
Meines Wissens war er in irgendeinem Stab. Hätte mich schon interessiert, wie er zu der oben zitierten Auffassung über die Armenier gekommen ist...

Die erdrückende Mehrheit deutscher Offiziere, die im Osten der Türkei gedient haben, vertraten die gleiche Meinung. Nur in der schriftlichen Form hinterlässt man ungern solche Kraftsprüche.

zübeyde
25.07.06, 01:30
25.07.2006 / Potsdam




Drei Tage gefeiert für das Lepsius-Haus
http://www.maerkischeallgemeine.de/g/transp.gif

Potsdamer Ehepaar lud 80 Gäste zu Doppelgeburtstag ein und bat um Spenden statt Geschenken

http://www.maerkischeallgemeine.de/g/transp.gif
RAINER PLAGEMANN


NEUER GARTEN

Hans-Joachim und Waltraut Schöpke sind zusammen seit der Schule.

An der "Dortu" machten sie das Abi, und weil die Klasse sich so gut verstand, traf man sich alle Jahre wieder. Immerhin sind zehn der damals 25 Eleven untereinander verheiratet.

Mit den Jahren kamen viele Freunde hinzu, und als man sich jüngst zum 140. Geburtstag der Schöpkes mit Freuden und Verwandten in Potsdam traf, kam man auf 80 Leute. Drei Tage wurde gefeiert, und zur Stadtrundfahrt ging's los im Doppeldeckerbus.

Man sah Sanssouci, das neue Theater und das Lepsius-Haus.

Im früheren KGB-Städtchen am Neuen Garten stand Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulz bereit für erklärende Worte über Pfarrer Johannes Lepsius als Retter der Armenier im Völkermord durch die Türkei (1915-23) und das Vorhaben, sein Potsdamer Arbeitshaus zur Erinnerungs- und Begegnungsstätte zu machen.

Äußerlich saniert, fehlen innen alle Fußböden und Decken, Türen, Steckdosen und Wasseranschlüsse. "Soviel Baufreiheit habe ich noch nie gesehen", sagt Schulz. 500 000 Euro werden noch benötigt. Da brauchten die Schöpkes ihre Gäste nicht lang bitten, auf Geschenke zu verzichten und lieber zu spenden. 1500 Euro brachte dies; das Geld überreichten sie gestern an Schulz als Vorstand des Fördervereins Lepsius-Haus und an Geschäftsführer Peter Leinemann. Einen Karton hatten sie mit der Straßenansicht des Hauses beklebt und einen Schlitz geschnitten auch für große Scheine.

"Das ist richtig Geld", freute sich Schulz: "Es ist ein Symbol bürgerschaftlichen Engagements für bauliche Schönheit und politische Aufklärung".

Man stehe in engem Kontakt mit der Evangelischen Kirche Deutschland um finanzielle Hilfen, und die Westfälische Kirche zeige großes Interesse. Von Armenien selbst sei kein Geld zu erwarten, wohl aber werbende Unterstützung von armenischen Spitzenpolitikern. Leinemann hofft zudem, mal einen im Ausland reich gewordenen armenischen Geschäftsmann zu gewinnen.

Die Schöpkes sind erklärte Potsdam-Fans; dabei waren sie fast 40 Jahre fern der Heimat. Der aus der Brandenburger Vorstadt stammende Hans-Joachim und die in Potsdams Mitte groß gewordene Waltraut haben in Potsdam geheiratet. Mit einer kleinen Tochter waren sie am 12. August 1961 bei Freunden in West-Berlin, als ein Freund sie warnte vor dem Mauerbau. Ulbrichts "Versicherung", niemand habe die Absicht, eine Mauer zu errichten, machte viele misstrauisch. Waltraut glaubte, dass am Wochenende nichts passieren würde und wollte noch mal heim, doch Hans-Joachim bremste. Über Dahme reiste man 'gen Westen, knapp zwei Wochen später wollten sie sowieso weg.

Schöpke wurde Physiker am Bundesinstitut für Strahlenschutz und an der Uni-Klinik Stuttgart. Das Paar wohnte in Frankfurt, München und Stuttgart und kaufte sich nach der Wende eine 1-Raum-Plattenwohnung in Potsdam - als Urlaubsdomizil.

Im Jahr 2000 kehrte es heim, wohnt heute in der Berliner Vorstadt.

(Potsdam)


http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10752734/60709/http://www.maerkischeallgemeine.de/g/transp.gif

zübeyde
25.07.06, 01:44
für erklärende Worte über Pfarrer Johannes Lepsius als Retter der Armenier im Völkermord durch die Türkei (1915-23) und das Vorhaben, sein Potsdamer Arbeitshaus zur Erinnerungs- und Begegnungsstätte zu machen.


Wann hat denn Lepsius eigentlich die Armenier gerettet ?
Und daß wir nun durchgehend 8 Jahre lang einen Völkermord begangen haben sollen ist ja auch interessant.

Ehrlich gesagt, so was Dummes habe ich auch noch nie gelesen. Die deutsche Presse sackt mit ihrem Niveau immer mehr runter. Na wenigstens hätten sie sich an die üblichen Zeittafeln halten können. Wenn schon, dann mal nicht ganz so dumm. Daß dann Lepsius auch noch als "Retter" beschrieben wird, ist nun echt der Hammer.


"Das ist richtig Geld", freute sich Schulz: "Es ist ein Symbol bürgerschaftlichen Engagements für bauliche Schönheit und politische Aufklärung".


Das ist nur rausgeschmissenes Geld für einen Türkenhasser und einen Geschichtsfälscher. Sollen sie mal schön ihr Geld da reinstecken und sich immer mehr blammieren. Politische Aufklärung ? Die Aufklärung geht an ihnen ja nur so vorbei. Sollen lieber heute sich engagieren und ihr Geld lieber an die zerbombten Zivilisten Moslems und Christen, u.a. Armenier in Libanon schicken. Retter der Armenier vor 100 Jahren läßt sich
heute noch schmücken für seine Fälschungen und seine Kirchenpolitik im fernen Orient !


Man stehe in engem Kontakt mit der Evangelischen Kirche Deutschland um finanzielle Hilfen, und die Westfälische Kirche zeige großes Interesse.
Klar die evangelische Kirche. Sollen sie ihren Lepsius vergessen ? Wenn die Kirche kein Interesse zeigt, wer denn sonst ?


Von Armenien selbst sei kein Geld zu erwarten,
Warum eigentlich nicht, wenn er doch der "Retter der Armenier" ist ?


wohl aber werbende Unterstützung von armenischen Spitzenpolitikern.
Klar, mit solchen Namen, wie des Lepsius, müssen sie ja ihr Propaganda weitertreiben. Da kann man auch Unterstützung geben.


Leinemann hofft zudem, mal einen im Ausland reich gewordenen armenischen Geschäftsmann zu gewinnen.

Warum keinen reichen Mann in Armenien ? Und, daß man erst suchen muß. Ich hätte darauf gewettet, daß es viele Unterstützer gibt. Aber anscheinend ja nicht.

Wirklich ein spaßiger Artikel. Sowas Dummes zu lesen, tut manchmal auch gut.

Mirage
25.07.06, 12:46
Schöpke wurde Physiker am Bundesinstitut für Strahlenschutz und an der Uni-Klinik Stuttgart. Das Paar wohnte in Frankfurt, München und Stuttgart und kaufte sich nach der Wende eine 1-Raum-Plattenwohnung in Potsdam - als Urlaubsdomizil.


noch nicht einaml über die Gegenwart kann dieser Schreiberling richtig schreiben. Eine Uni-Klinik gibt es nicht in Stuttgart, gab es auch noch nie.

zübeyde
25.07.06, 12:48
noch nicht einaml über die Gegenwart kann dieser Schreiberling richtig schreiben. Eine Uni-Klinik gibt es nicht in Stuttgart, gab es auch noch nie.

:brüll: Siehst Du, hatte mir schon gedacht, da ist was faul mit diesem "Schreiberling" (tolles Wort) !

easydogi
25.07.06, 12:58
noch nicht einaml über die Gegenwart kann dieser Schreiberling richtig schreiben. Eine Uni-Klinik gibt es nicht in Stuttgart, gab es auch noch nie.

Wenn es stimmt, was du sagst, dann macht der Rest Sinn.
Vielleicht geht es gar nicht um die Armenier, sondern nur um Kohle, die von verschiedenen Leuten eingesammelt werden soll.
Einfach nur ein Trick.

Mirage
26.07.06, 08:56
Wenn es stimmt, was du sagst, dann macht der Rest Sinn.
Es ist definitiv so (ich lebe seit 21 Jahren in Stuttgart!).
Stuttgart hat weder eine Uni-Klinik noch eine medizinische Fakultät an der Uni. Die nächstgelegenen sind in Tübingen (45 km), worüber sich mancher Ur-Stuttgarter immer noch ärgert!

Vielleicht geht es gar nicht um die Armenier, sondern nur um Kohle, die von verschiedenen Leuten eingesammelt werden soll.
Einfach nur ein Trick.
Geldeinsammeln ist wahrscheinlich der primäre Grund, denn, wie es ausnahmensweise in dem Artikel richtig heißt, ist aus Armenien nichts zu erwarten, müssen doch die paar hundert Leute, die aus dem Libanon nach Armenien evakuiert wurden, die 30,- Euro Einreisevisum bar zahlen, wenn sie nicht die armenische Staatsbürgerschaft haben!

deryatulga
26.04.07, 23:28
Lieber Herr Ohanyan,
es waere sehr freundlich, wenn Sie die Nachricht aus Jerewan, die ich
Ihnen soeben gesandt habe, an die armenien@yahoogroups weiterleiten
koennten, da meine mail dorthin zurueckgekommen ist (bin dort nicht
Mitglied).

Herzlichen Dank und Gruss von Ihrem Hermann Goltz vom Fuss
des Ararat, dem Berge mitten in Armenien

hermann.goltz@... (http://de.groups.yahoo.com/group/Armenien/post?postID=GgWb7QSsh3cAcN-Untrccrfle5V0CoKUe_9smkUVS6bji iuGd-ivqwvRbYXqHHgaI1SeNyJDlECkfpTG jipZrHeSFYqXM8aPphOMeJFlxQ)


Martin-Luther-Universitaet Halle-Wittenberg und LEPSIUSHAUS-Verein gedenken in Etchmiadzin und Jerewan der Genozid-Opfer - Ehrenpromotion von Prof. Hermann Goltz an der Universitaet Jerewan

Vertreter des Lepsiushaus-Vereins Potsdam und der Martin-Luther-
Universitaet Halle-Wittenberg nahmen in Etchmiadzin und Jerewan am 24.
April 2007 am Gedenken fuer die Genozid-Opfer teil

- Ehrenpromotion von Prof. Dr. Hermann Goltz an der Staatlichen
Universitaet Jerewan

Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Martin-Luther-Universitaet Halle-
Wittenberg aus den Instituten fuer Germanistik, Orientalistik,
Indogermanistik und Theologie sowie eine Vertretung des Vorstands des
Foerdervereins LEPSIUSHAUS POTSDAM e.V. wurden am 24. April von S. H.
Garegin II., Katholikos aller Armenier, in dessen Residenz in
Etchmiadzin empfangen und nahmen als dessen Ehrengaeste an dem
Gottesdienst zum Gedaechtnis der Opfer des Genozid in der
Hauptkathedrale der Armenischen Apostolischen Kirche teil. Ebenfalls
als Ehrengast war der Nuntius des Heiligen Stuhls, Monsignore
Gugerotti, anwesend. Am Nachmittag desselben Tages legte die Gruppe aus
Deutschland Blumen zum Gedaechtnis der Genozid-Opfer am Voelkermord-
Denkmal auf dem Zizernakaberd-Huegel in Jerewan nieder. Zuvor besuchten
sie das Genozid-Museum auf dem Zizernakaberd. Dem Museum ist das
Genozid-Forschungsinstitut der Armenischen Akademie der Wissenschaften
angeschlossen, mit welchem der Potsdamer LEPSIUSHAUS-V
erein 2006 einen offiziellen Kooperationsvertrag abgeschlossen hat.

Am 27. April 2007 wird der Gruender und Leiter des Dr. Johannes-Lepsius-
Archivs und Direktor des Mesrop Zentrum fuer Armenische Studien, Prof.
Dr. Hermann Goltz (Lehrstuhl fuer Konfessionskunde der Orthodoxen
Kirchen der Theologischen Fakultaet an der Martin-Luther-Universitaet
Halle-Wittenberg) aufgrund seiner wissenschaftlichen Leistungen und
gesellschaftspolitischen Verdienste zum Ehrendoktor der Staatlichen
Universitaet Jerewan promoviert werden.

yücel
26.04.07, 23:37
Lieber Herr Ohanyan,
es waere sehr freundlich, wenn Sie die Nachricht aus Jerewan, die ich
Ihnen soeben gesandt habe, an die armenien@yahoogroups weiterleiten
koennten, da meine mail dorthin zurueckgekommen ist (bin dort nicht
Mitglied).

Herzlichen Dank und Gruss von Ihrem Hermann Goltz vom Fuss
des Ararat, dem Berge mitten in Armenien

hermann.goltz@... (http://de.groups.yahoo.com/group/Armenien/post?postID=GgWb7QSsh3cAcN-Untrccrfle5V0CoKUe_9smkUVS6bji iuGd-ivqwvRbYXqHHgaI1SeNyJDlECkfpTG jipZrHeSFYqXM8aPphOMeJFlxQ)



Prof. Dr. Hermann Goltz und "der berg mitten in Ararat".

Der Kerl lehnt sich aber gewaltig nach vorne.... als "Berichterstatter des Busdestages" hat er so langsam eine große Schnauze, will sagen, er ist parteiisch....

easydogi
26.04.07, 23:41
Warum macht man denn eigentlich soviel Wirbel um diesen Pfarrer Lepsius?
Seine antisemitsche Haltung und dazu noch die erwiesenen Fälschungen sprechen ja nicht gerade für einen "Heiligen", dem Denkmäler gebühren.
In der Vergangenheit gab es ganz andere Christen, die es viel mehr verdient hätten. Wenn ich dabei an die Geistlichen denke, die durch ihre NS-Kritik in den KZ kamen oder freiwillig sich dorthin begeben haben.

Greyson
26.04.07, 23:54
Warum macht man denn eigentlich soviel Wirbel um diesen Pfarrer Lepsius?
Seine antisemitsche Haltung und dazu noch die erwiesenen Fälschungen sprechen ja nicht gerade für einen "Heiligen", dem Denkmäler gebühren.
In der Vergangenheit gab es ganz andere Christen, die es viel mehr verdient hätten. Wenn ich dabei an die Geistlichen denke, die durch ihre NS-Kritik in den KZ kamen oder freiwillig sich dorthin begeben haben.

weil er als "saubermann" weiterhin bestehen muss-komme was wolle..
er ist eine massive (moralische,ethische etc firlefanz) säule um die these eines genozids auf den beinen halten zu können.

die gelder für son schmarrn sind 100% aus armenischen quellen.darauf wette ich.

lepsius darf nicht fallen..sonst fällt das gesamte kartenhaus.

deryatulga
26.04.07, 23:55
Prof. Dr. Hermann Goltz und "der berg mitten in Ararat".

Der Kerl lehnt sich aber gewaltig nach vorne.... als "Berichterstatter des Busdestages" hat er so langsam eine große Schnauze, will sagen, er ist parteiisch....


Worauf ich ja gerade hinaus wollte! Die Unsrigen, die das Lepsiushaus renovieren lassen wollen, um beim Goltz Pluspunkte zu sammeln, überlegen es vielleicht erneut!:kafa:

deryatulga
27.04.07, 00:01
weil er als "saubermann" weiterhin bestehen muss-komme was wolle..
er ist eine massive (moralische,ethische etc firlefanz) säule um die these eines genozids auf den beinen halten zu können.

die gelder für son schmarrn sind 100% aus armenischen quellen.darauf wette ich.

lepsius darf nicht fallen..sonst fällt das gesamte kartenhaus.

Die Armenier haben ihr Wort nicht gehalten, die Finazierung der Restauration des Lepsius-Hauses zu übernehmen, 500000 Euros sind kein Pappenstiel. Dafür sprangen unsere kluge Herren ein und schlugen vor, diese Gefälligkeit zu übernehmen, wenn man dort ein Eckchen zulassen würde, wo man darstellen kann, dass auch Armenier einige Türken getötet hätten. Und wer so etwas kritisiert, spielt mit dem Feuer!:motz:

Greyson
27.04.07, 00:07
Die Armenier haben ihr Wort nicht gehalten, die Finazierung der Restauration des Lepsius-Hauses zu übernehmen, 500000 Euros sind kein Pappenstiel. Dafür sprangen unsere kluge Herren ein und schlugen vor, diese Gefälligkeit zu übernehmen, wenn man dort ein Eckchen zulassen würde, wo man darstellen kann, dass auch Armenier einige Türken getötet hätten. Und wer so etwas kritisiert, spielt mit dem Feuer!:motz:

und kommt dieses "eckchen" dran-oder war es ein komplett schuss in den wind?

man man,wie kann man sich nur so doof anstellen..yahu?!
hicde'mi akil yok..

aggressiv vorgehen und ihre argumente BEKÄMPFEN-nicht herumschwuchteln..

bigberta
27.04.07, 00:18
weil er als "saubermann" weiterhin bestehen muss-komme was wolle..
er ist eine massive (moralische,ethische etc firlefanz) säule um die these eines genozids auf den beinen halten zu können.

die gelder für son schmarrn sind 100% aus armenischen quellen.darauf wette ich.

lepsius darf nicht fallen..sonst fällt das gesamte kartenhaus.
Ist der Lepsius nicht schon gefallen?

Greyson
27.04.07, 01:55
Ist der Lepsius nicht schon gefallen?

anscheinend nicht berta.wenn ja,warum widerruft die bundesregierung nicht ihren beschluss in dieser sache?
dieses bescheuerte pamphlet wurde mit diesem typen namens lepsius,seinen akten voller stuss etc durchgesetzt.

jeder tag der vergeht und dieses noch besteht ist eine verhöhnung für uns..und eine fast schiergar unerträgliche qual.
überleg mal,du würdest von einem LÜGNER und seinen aussagen als mörder abgestempelt und jeder zeigt mit dem finger auf dich..

wo ist denn das moralempfinden der deutschen regierung,eines sogenannten rechtsstaates,in dieser sache?
niemand sollte sich nun herausreden-ich denke mittlerweile weiss jeder von denen wer oder was dieser konspirativer lügner lepsius war.
wo ist nun die korrektur?oder sollen wir uns in weiteren 90 jahren wieder mit so einem dreck herumplagen,so wie es damals war mit dem tribunal in malta und nichts war damals?nichts konnte dort belegt werden,dass es sich um eine "geplante vernichtung" gehandelt habe-trotzdem stehen wir nun hier vor der anklage...und vor den gleichen vorwürfen basierend auf einem haufen verleumdungen,"hören und sagen" beweisen etc etc etc..

1,5 mio. "opfer"?
eine deportation ist das was es ist.umgekommene separatisten sind das was sie sind.von sich aus ausgewanderte sind das was sie sind.

was sind denn unsere opfer?"nur" türken oder muslime?wertlos,nicht erwähnenswert?solange diese nicht in den köpfen der anderen landen und von ihnen im gelichen atemzug mit den armenischen opfern geredet wird,sind mir wahrlich 300.000 armenier die 1915,wie auch immer als kämpfende oder unterwegs,getötet wurden ganz schön...hart ausgedrückt-piepegal.

ich mag zweierlei massnehmen nicht besonders..es zwingt mich dazu genauso zu reagieren.

Der Schakal
27.04.07, 11:22
Ist der Lepsius nicht schon gefallen?

Wissenschaftlich schon längst. In Trumpeners Werk "Germany and The Ottoman Empire" (1968) wurde er schon kritisiert (soweit ich weiss). Man versucht ihn in der Öffentlichkeit hochzuputschen. Sicherlich auch damit wir uns mit ihm beschäftigen anstatt uns wichtigeren Themen zu widmen.

bigberta
27.04.07, 14:32
Wissenschaftlich schon längst. In Trumpeners Werk "Germany and The Ottoman Empire" (1968) wurde er schon kritisiert (soweit ich weiss). Man versucht ihn in der Öffentlichkeit hochzuputschen. Sicherlich auch damit wir uns mit ihm beschäftigen anstatt uns wichtigeren Themen zu widmen.
Ich möchte hier nicht wichtig-unwichtig unterscheiden, bloß: "wir" - und damit alle User von PC - können daran überhaupt nichts ändern, und ich will Dir mal was sagen: ich denke, dass das Thema, abgesehen von den "üblichen Verdächtigen" der "islamkritischen Szene" in Deutschland auch fast niemanden interessiert. Lass mich Deinen letzten Satz so umformulieren:
Wir sollen uns mit ihm beschäftigen, damit wir nicht erkennen, wo wir wirklich was bewegen können. Ich habe letzte Woche in einem vordergründig nicht so brisanten Zusammenhang (Katastrophenmedizin) folgenden Satz gehört: "die Verständigung darüber wird bestimmt von Besitzstandsdenken und Spindoktorei. "Spindoktorei" hat Papst Benedikt mal so beschrieben: es interessieren keine Inhalte mehr, sondern nur noch: wie komme ich an. Besitzstandsdenken: wie viele Leute leben denn wie Frau Hoffmann ganz gut davon? Ich wage folgende Wette: wenn ich z.B. eine Aktion ins Leben riefe: "Jedem armenischen Opa, jeder armenischen Oma jeden Monat eine Tafel Schokolade, damit sie sehen, man hat ich Leid nicht vergessen - für 5€ Beitrag sind Sie dabei..." Was meinst Du, wieviele von diesen "Kritikern" da was einzahlen würden? Und wenn ich was von "Aussöhnung" draufschreiben würde, wage ich die Wette, dass ich das Geld zu 99% von Türken bekommen würde.Denen reicht es, dass sie für das, was sie schreiben, gut bezahlt werden. "Die Armenier" gehen denen doch sonstwo vorbei.

deryatulga
27.04.07, 15:55
Ich möchte hier nicht wichtig-unwichtig unterscheiden, bloß: "wir" - und damit alle User von PC - können daran überhaupt nichts ändern, und ich will Dir mal was sagen: ich denke, dass das Thema, abgesehen von den "üblichen Verdächtigen" der "islamkritischen Szene" in Deutschland auch fast niemanden interessiert. Lass mich Deinen letzten Satz so umformulieren:
Wir sollen uns mit ihm beschäftigen, damit wir nicht erkennen, wo wir wirklich was bewegen können. Ich habe letzte Woche in einem vordergründig nicht so brisanten Zusammenhang (Katastrophenmedizin) folgenden Satz gehört: "die Verständigung darüber wird bestimmt von Besitzstandsdenken und Spindoktorei. "Spindoktorei" hat Papst Benedikt mal so beschrieben: es interessieren keine Inhalte mehr, sondern nur noch: wie komme ich an. Besitzstandsdenken: wie viele Leute leben denn wie Frau Hoffmann ganz gut davon? Ich wage folgende Wette: wenn ich z.B. eine Aktion ins Leben riefe: "Jedem armenischen Opa, jeder armenischen Oma jeden Monat eine Tafel Schokolade, damit sie sehen, man hat ich Leid nicht vergessen - für 5€ Beitrag sind Sie dabei..." Was meinst Du, wieviele von diesen "Kritikern" da was einzahlen würden? Und wenn ich was von "Aussöhnung" draufschreiben würde, wage ich die Wette, dass ich das Geld zu 99% von Türken bekommen würde.Denen reicht es, dass sie für das, was sie schreiben, gut bezahlt werden. "Die Armenier" gehen denen doch sonstwo vorbei.

Big Berta du lebst in einer Traumwelt. Es ist nicht die Masse der Armenier, die nach wie vor Türken herausfordern, sondern eine unverschämte, gewalttätige Minderheit. Sie werden weiterhin bestimmen, wie den Opas und Omas ihre Schokoladen zu schmecken haben. Ich kann dir Geschichten darüber erzählen, wie die türkische Hilfe nach dem grossen Erdbeben angekommen ist. Darüber hinaus erliegst du selbst der Legende, dass zwischen den Türken und Armeniern seit 1915 kein Wort ausgetauscht worden ist. Sogar das Land Armenien wurde auf den türkischen Druck hin und im Kampf gegen die Deutschen gegründet. Die Geschichte von der Chatissian-Aharonian Delegation 1918 in Istanbul kannst du bei armenischen Autoren lesen. Bis die Armenier in Karabagh ihre Zähne gezeigt haben, lebten sie in Kaukasus mit den Azeris nicht aneinander vorbei, sondern miteinander, ganz zu schweigen von den Armeniern in Istanbul. Wenn aus einer Ecke solche pimitive Dummheiten enstammen wie „Der Groß*teil der Bevölkerung glaubt fest daran, daß das große Erdbeben 1988 von der Roten Ar*mee mit Hilfe der seismischen Waffen künstlich ausgelöst worden ist, als eine Re*aktion auf die Unabhängigkeitsbewegung.", kannst du mit diesem Volk nicht über normalen Weg gerecht werden.

Andererseits sollten unsere User die Kirche im Dorf lassen. Den Bundestagbeschluss hat nicht Lepsius konzipiert, dabei wird er auch nicht als Quelle zitiert, sondern man ehrt Bloss sein Werk. Dabei handelt es sich nicht um ein Buch, sondern um sein Lebenswerk als Armenierikone. Wer übrigens hinter den Kulissen ständig bettelt und anfleht wie der türkische Staat, verdient auch nicht besser behandelt zu werden.

bigberta
27.04.07, 17:03
Hallo, Derya, erstmal herzlichen Dank für Dein wiederum sehr informatives Posting. Ich glaube, ich habe mich mißverständlich ausgedrückt. Das Beispiel mit der Schokolade war keine Aufforderung, sondern ich wollte illustrieren, daß aus meiner Sicht den meisten Deutschen/Franzosen/etc. die Frage der Armenier sonstwo vorbeigeht. Sie liefern honorierte Zeieln ab, oder Radiobeiträge wie Broder, aber käme jemand auf die Idee, so etwas wie die Schokoladengeschichte anzuleiern, hätten sie nicht mal die 5 Euro..


Big Berta du lebst in einer Traumwelt
Siehe oben...


ist nicht die Masse der Armenier, die nach wie vor Türken herausfordern,
Davon bin ich überzeugt.


sondern eine unverschämte, gewalttätige Minderheit. Sie werden weiterhin bestimmen, wie den Opas und Omas ihre Schokoladen zu schmecken haben.
Auch davon bin ich überzeugt, auch davon, daß in deren Chor - allgemein gesprochen - Europäer mitsingen, die an einer wirklichen Aufklärung keinerlei Interesse haben, weil sich ja dann in den Medien nichts mehr verdienen liesse.


Ich kann dir Geschichten darüber erzählen, wie die türkische Hilfe nach dem grossen Erdbeben angekommen ist.
Auch das glaube ich sofort.


Darüber hinaus erliegst du selbst der Legende, dass zwischen den Türken und Armeniern seit 1915 kein Wort ausgetauscht worden ist. Sogar das Land Armenien wurde auf den türkischen Druck hin und im Kampf gegen die Deutschen gegründet. Die Geschichte von der Chatissian-Aharonian Delegation 1918 in Istanbul kannst du bei armenischen Autoren lesen.
Möglich daß doch einiges subcutan gelandet ist. Dann sei doch so freundlich und stell hier mal was an Quellen ein...


Bis die Armenier in Karabagh ihre Zähne gezeigt haben, lebten sie in Kaukasus mit den Azeris nicht aneinander vorbei, sondern miteinander,
Das weiß ich. Auch mit den Georgiern übrigens. Heute hassen sich auch Armenier und Georgier, habe ich in Abchasien selbst mitbekommen.


ganz zu schweigen von den Armeniern in Istanbul.
Glaube ich auch.


Wenn aus einer Ecke solche pimitive Dummheiten enstammen wie „Der Groß*teil der Bevölkerung glaubt fest daran, daß das große Erdbeben 1988 von der Roten Ar*mee mit Hilfe der seismischen Waffen künstlich ausgelöst worden ist, als eine Re*aktion auf die Unabhängigkeitsbewegung.", kannst du mit diesem Volk nicht über normalen Weg gerecht werden.
Hast Du dazu eine Quelle?


Andererseits sollten unsere User die Kirche im Dorf lassen. Den Bundestagbeschluss hat nicht Lepsius konzipiert, dabei wird er auch nicht als Quelle zitiert, sondern man ehrt Bloss sein Werk. Dabei handelt es sich nicht um ein Buch, sondern um sein Lebenswerk als Armenierikone.


Nochmal danke für die Aufklärung. ich hoffe, jetzt ist klar geworden, wie ich das meinte.

deryatulga
27.04.07, 17:19
Vorläufig genügen:

http://www.don-askarian.am/articles/german/POGROM.html

und

Richard Hovannissian Armenia on the road to independence 1918.

deryatulga
04.05.07, 04:21
In einer Pressemitteilung am 24. April 2007erklärt der stellvertretender außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Makus Mekel, MdB :



Erinnern. Gedenken. Versöhnen.

In der Türkei – in Deutschland – weltweit



Vor 92 Jahren, am 24. April 1915, wurde auf Befehl der das Osmanische Reich lenkenden jungtürkischen Bewegung die armenische politische und kulturelle Elite Istanbuls verschleppt und größtenteils ermordet. Den Deportationen und Massenmorden fielen nach unabhängigen Berechnungen insgesamt über 1 Million Armenier zum Opfer. Dieses Datum wurde zum Gedenktag für die Vertreibung und die Massaker an den armenischen Untertanen des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg. Dieser Gedenktag muss Auftrag sein, an den Völkermord zu erinnern und für Versöhnung zu werben – in der Türkei, in Deutschland und weltweit.



Vor zwei Jahren beschloss der Deutsche Bundestag mit breiter Mehrheit den Antrag vom 15. Juni 2005 „Erinnerung und Gedenken an die Vertreibungen und Massaker an den Armeniern 1915 – Deutschland muss zur Versöhnung zwischen Türken und Armeniern beitragen“ (Bundestagsdrucksache 15/5689). Die damals formulieren Defizite sind leider noch nicht befriedigend ausgeräumt.



Noch immer werden in der Türkei historische Fakten leidenschaftlich geleugnet. Menschen, die sich der Aufarbeitung der dunklen Seiten der Geschichte annehmen und sich um die türkisch-armenische Aussöhnung bemühen, werden mit Strafen bedroht und gesellschaftlich diskreditiert. Der Mord an dem Journalisten Hrant Dink zeigt, dass es nach wie vor Kräfte gibt, die den demokratischen und europäischen Weg blockieren wollen. Das ist einem Staat, der sich um demokratische Standards und die Einhaltung europäischer Werte bemüht, unwürdig.

Das Deutsche Reich war als militärischer Hauptverbündete des Osmanischen Reiches ebenfalls tief in diese Vorgänge verstrickt. Nicht zuletzt deshalb ist es auch unsere Aufgabe, das Gedenken an den Völkermord wach zu halten und den Aussöhnungsprozess zu fördern. Aus eigenem Erfahren wissen wir, wie schmerzhaft es ist, sich seiner schwierigen Geschichte zu stellen. Wir wissen aber auch, wie heilsam dies ist – und wie sehr es zu internationaler Anerkennung beiträgt!



Ich fordere alle Bundesländer auf, den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkrieges als verbindlichen Bestandteil in den Schulunterricht zu integrieren. Aufgrund seiner europäischen Bedeutung und auch wegen der deutschen Verstrickungen erscheint mir dies geboten. Leider ist das Thema bisher nur in Brandenburg

im Curriculum verankert.



Zudem ist es besonders wichtig, dass das „Lepsiushaus“ in Potsdam fertig gestellt wird und seine Arbeit aufnehmen kann. Bereits im Antrag von 2005 heißt es: „Besonders das Werk von Dr. Johannes Lepsius, der energisch und wirksam für das Überleben des armenischen Volkes gekämpft hat, soll dem Vergessen entrissen und im Sinne der Verbesserung der Beziehungen zwischen dem armenischen, dem deutschen und dem türkischen Volk gepflegt und erhalten werden.“ Es wird Zeit, dieser Verpflichtung nachzukommen. Ich setzte mich mit Nachdruck dafür ein, die Finanzierung der raschen Fertigstellung des Lepsiushauses und der Absicherung seiner Arbeit zeitnah und unbürokratisch sicherzustellen.





http://www.markusmeckel.de/

Der Schakal
04.05.07, 18:16
Wir brauchen einen anständigen 16 Seitigen Artikel wo wir auf seinen Antisemitismus und seine Islamophobie, sowie auf seine Fälschungen etc. eingehen.

deryatulga
04.05.07, 18:33
Wir brauchen einen anständigen 16 Seitigen Artikel wo wir auf seinen Antisemitismus und seine Islamophobie, sowie auf seine Fälschungen etc. eingehen.

Das ist machbar, wir können sogar ein Büchlein daraus machen! Zunächst aber
hätte ich Lust, diesem Pfaffenzögling die gebührende Antwort zu verpassen, langsam vepflichtet uns die Prominenz!

Der Schakal
04.05.07, 18:37
Das ist machbar, wir können sogar ein Büchlein daraus machen! Zunächst aber
hätte ich Lust, diesem Pfaffenzögling die gebührende Antwort zu verpassen, langsam vepflichtet uns die Prominenz!

80 Seiten? Quasi eine Magisterarbeit? *grins*

deryatulga
04.05.07, 18:43
80 Seiten? Quasi eine Magisterarbeit? *grins*

Oder österreichische Doktorarbeit:brüll:

yücel
12.05.07, 09:41
Lepsius-Relief an Verein übergeben

http://www.politikcity.de/cms/bilder/170051/80/150/101/e14ef01e/pdm.JPG (javascript:w=window.open(esca pe('/cms/bilder/popup/10930164/170051/f2a5381d/pdm.JPG'),'popup_image','menub ar=no,statusbar=no,locationbar =no');w.focus();)http://www.politikcity.de/g/lupe.gif (javascript:w=window.open(esca pe('/cms/bilder/popup/10930164/170051/f2a5381d/pdm.JPG'),'popup_image','menub ar=no,statusbar=no,locationbar =no');w.focus();) Bei der Übergabe des Reliefs.


CARSTEN BÖTTCHER

NAUENER VORSTADT Der Förderverein Lepsius-Haus erhielt gestern öffentliche Unterstützung. Das Kultursymposion M und die Stadt Iserlohn, die das nordrhein-westfälische Künstlerprojekt unterstützt, übergaben dem Potsdamer Verein ein Bronzerelief, das Johannes Lepsius (1858 - 1926) zeigt. Der Pfarrer hatte angesichts der 1915 einsetzenden Vertreibung und der Massaker an Armeniern im Osmanischen Reich Partei für das Volk ergriffen und das Armenierhilfswerk gegründet, das nach dem Ersten Weltkrieg von Potsdam aus wirkte.

Immer wieder habe das Kultursymposion M Künstlern eine Plattform geboten, die Zivilcourage zeigen, sagte Klaus-Dieter Grüner, Referent des Bürgermeisters der Stadt Iserlohn, bei der feierlichen Übergabe. Das gelte auch für den armenischen Künstler Armenak Vardanyan, der das Relief schuf. "Bedingung des Menschseins ist menschliche Solidarität." Gemäß dieser Definition des Philosophen Karl Jaspers habe Lepsius bewiesen, dass er sein Menschsein ernst meinte – er handelte solidarisch, sagte der Geschäftsführer des Kultursymposions, Karl-Otto Weinreich, der im Auftrag des in Budapest weilenden Vorsitzenden Andreas Pollak eine Erklärung verlas.

Für die Potsdamer dankte Vorstandsmitglied Thomas Mestwerdt den Gästen. Bis Jahresende strebe der Verein an, so Mestwerdt und Geschäftsführer Peter Leinemann, mit einem fertiggestellten Vortrags- und einem Nebenraum sowie funktionierenden Toiletten eine erste Nutzung des Hauses zu ermöglichen. Die Hülle des denkmalgeschützten Gebäudes ist saniert, im Inneren jedoch gibt es weder Wasser noch Strom, fehlen Decken und Fußböden. Nachdem sich der Verein 2006 auf eine Finanzierung der kleinen Schritte einstellen musste, hoffe man, in der nächsten Zeit Erfreuliches vermelden zu können, deutete Leinemann an, ohne ins Detail zu gehen. Fürsprache erhielt der Verein vom SPD-Bundestagsabgeordneten Markus Meckel. Es sei wichtig, dass das Lepsiushaus seine Arbeit aufnehmen kann. Er setze sich "mit Nachdruck" dafür ein, die Finanzierung des Innenausbaus und der künftigen Arbeit "zeitnah und unbürokratisch sicherzustellen", so Meckel in einer auch an die Adresse des Bundes gerichteten Erklärung.

deryatulga
26.04.08, 20:13
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11187931/60709/Innenausbau_des_Lepsius_Hauses _verzoegert_sich_Kreuzstein_fu er.html



Märkische Allgemeine 21.04.2008



GOTTESDIENST: Kreuzstein für Armenier
Innenausbau des Lepsius-Hauses verzögert sich
POTSDAM / BERLINER VORSTADT/HERMANNSWERDER - Der Innenausbau der Lepsius-Villa in der Großen Weinmeisterstraße kann nicht so zügig wie erhofft beginnen. Nachdem der Verein Lepsius-Haus Ende 2007 Fördermittel der Bundes in Höhe von 800 000 Euro bis 2011 bewilligt bekommen hatte, geht es nun um die Regelung der notwendigen 50-prozentigen Ko-Finanzierung durch das Land Brandenburg und den Verein. „Diese Verhandlungen verlaufen schleppend; aber wir hoffen, den Innenausbau im Sommer beginnen zu können“, sagte gestern Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulz, Vorstandsmitglied, am Rande einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des armenischen Genozids, die vor dem einstigen Wohnhaus des Pfarrers und Armenier-Helfers Johannes Lepsius stattfand.
Es war der bundesweite Auftakt für die Gedenkveranstaltungen. In einem bewegenden Gottesdienst vor etwa 120 Teilnehmern erinnerten der Generalsuperintendent und der Primas der Armenisch-Apostolischen Kirche in Deutschland, Erzbischof Karekin, an die Vernichtung von 1,5 Millionen Armeniern durch die Jungtürken ab 1915 und an das Wirken von Lepsius. Dieser hatte die Gräuel tapfer publik gemacht – trotz Zensur durch das Kaiserreich, das Bündnispartner der Türkei war. Armeniens Botschafterin Karine Kazinian nannte Lepsius gestern „einen unvergesslichen Humanisten“.
Das Gedenken an den Genozid endete auf Hermannswerder mit der Segnung eines Kreuzsteins. „Es ist der erste Kreuzstein, der auf deutsche Initiative in Deutschland aufgestellt worden ist“, sagte Hermann Goltz, Lepsius-Spezialist an der Universität Halle. Eine Aufstellung am Lepsius-Haus sei derzeit wegen dessen Lage im Welterbegebiet nicht möglich. „Aber die Anträge laufen“, so Goltz. Erzbischof Karekin und der Vorsitzende des Zentralrats der Armenier, Schawarsch Owassapian, sowie Gayane Apinyan, Büroleiterin der Republik Nagornij-Karabach in Deutschland, dankten dem Verein und Potsdam für das Engagement wider das Vergessen.
Zur Veranstaltung war kein Vertreter der Stadtspitze gekommen. (ir)



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http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/21.04.2008/3979645.pnn



Potsdamer Neueste Nachrichten 21.4.2008

Armenier: Signal aus Potsdam für Berlin Gebetsgottesdienst am Lepsius-Haus / Erzbischof Karekin weiht Gedenkstein in Hermannswerder ein
Der Vorsitzende des Zentralrats der Armenier in Deutschland, Schawarsch Owassapian, hat gestern von Potsdam aus ein Berliner Denkmal für die Opfer des Völkermordes an den Armeniern gefordert. Im Jahre 1915 war die armenische Bevökerung in Anatolien auf Anweisung der türkischen Regierung fast vollständig vernichtet worden. Die Türkei war damals Verbündete des wilhelminischen Deutschlands.

Anlass für Owassapians Forderung war die Einweihung eines Gedenksteins für Johannes Lepsius gestern Nachmittag auf Hermannswerder. Johannes Lepsius (1858-1926) hatte von Potsdam aus die Aufklärung über den Genozid an den Armeniern betrieben. Der Kampf von Johannes Lepsius habe laut Hermann Goltz vom Förderverein Lepsius-Haus Potsdam e.V. „in bedeutendem Maße zum Überleben und zur Wiedergeburt des armenischen Volkes beigetragen.“

„Ich hoffe, dass die Bundesregierung diesen Tag in Potsdam als Signal nimmt, in Berlin ein Denkmal für die Opfer des Völkermordes am armenischen Volk errichten zu lassen“, sagte Owassapian. Zuvor hatte der Primas der Armenischen Apostolischen Kirche in Deutschland, Erzbischof Karekin, in einer religiösen Zeremonie den Chatsch-Kar, armenisch „Kreuzstein“, in Hermannswerder geweiht. Der acht Tonnen schwere und zwei Meter hohe eiszeitliche Granit stammt aus dem Mansfelder Land, wo Johannes Lepsius vor seinen Berliner und Potsdamer Wirkungsorten Pfarrer war. Der Stein ist als deutsch-armenisches Denkmal gestaltet und trägt auf der Vorderseite das christliche Identitätszeichen des armenischen Volkes, das Kreuz in Form eines Lebensbaumes. Auf der Rückseite ist in Deutsch und Armenisch ein Gedächtnisgebet zu lesen sowie der Satz: „Von diesem Ort in Potsdam führte Dr. Johannes Lepsius seinen Kampf gegen den Völkermord an den Armeniern.“

Der armenische Maler Ohannes Tapyuli, Klassenkamerad des Erzbischofs, war aus Braunschweig angereist, um an der Zeremonie teilzunehmen. Er äußerte sich verwundert, dass das Denkmal nicht in der Stadt, sondern so weit draußen steht. „Das ist eine Zwischenlösung, erläutert Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulz, der Vorsitzender des Fördervereins Lepsius-Haus ist. Es sei vorgesehen, das Denkmal zur Großen Weinmeisterstraße 45 zu transportieren und dort aufzustellen „sobald die denkmalrechtliche Genehmigung vorliegt“. Laut Schulz müsse die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten ihre Zustimmung erteilen. Auf Hermannswerder sei die Aufstellung unkompliziert möglich gewesen, da der Grund und Boden hier Eigentum der evangelischen Hoffbauerstiftung sei. Vor der Weihe des Kreuzsteines fand am Lepsiushaus ein Gebetsgottesdienst zum Gedächtnis der Opfer des Völkermordes und zum Gedenken an den Kampf von Pfarrer Lepsius gegen das Verbrechen statt, der von Generalsuperindendent Hans-Ulrich Schulz und Erzbischof Karekin geleitet wurde. Zirka hundert Angehörige der armenischen Gemeinde Berlin nahmen mit ihrem Pfarrer Chatschatur daran teil. Die Botschafterin der Republik Armenien in Deutschland Karine Kazinian sagte, dass es ihr eine „Pflicht und Ehre“ sei am Gottesdienst vor dem Haus von Dr. Johannes Lepsius teilzunehmen. „Ich danke den Potsdamern, die an unserer Geschichte so großen Anteil nehmen“. Die Botschafterin verwies darauf, dass der 24. April als Gedenktag für die Opfer des Völkermordes an den Armeniern „Bedeutung für die Weltgeschichte“ habe. „Leugnen und Schweigen haben keine Zukunft“, sagte sie an die Adresse der türkischen Politik.

Laut Chatschatur leben 2000 Armenier in Berlin, zweihundert gehörten zur Armenischen Apostolischen Kirche. Etwa 40 000 Armenier leben laut armenischem Zentralrat in Deutschland.

Der Schakal
10.06.08, 16:23
Rechtzeitige Fertigstellung der Armenier-Gedenkstätte fraglich
Bund und Land streiten sich über Finanzierung

Potsdam/Berlin (epd). Die rechtzeitige Fertigstellung der Potsdamer Gedenkstätte zum Völkermord an den Armeniern 1915/16 ist fraglich geworden. Überraschend könnten sich Bund und Land nicht über Details der Finanzierung in Höhe von 560.000 Euro einigen, sagte der Geschäftsführer des Lepsiushauses, Peter Leinemann, den "Potsdamer Neuesten Nachrichten" am 4. Juni.

http://www.epd.de/ost/ost_index_56282.html

deryatulga
20.07.08, 18:03
Sich nach konkreten Schritten zum Gedenken an die Armenier erkundigt
Auswärtiges/Kleine Anfrage

Berlin: (hib/BOB) Welche konkreten Schritte die Bundesregierung seit der Verabschiedung des Antrags "Erinnerung und Gedenken an die Vertreibungen und Massaker an den Armeniern 1915 - Deutschland muss zur Versöhnung zwischen Türken und Armeniern beitragen" (15/5689) im Juni 2005 unternommen hat, interessiert die Linksfraktion. Sie möchte in einer Kleinen Anfrage (16/9956) auch wissen, inwieweit der Regierung neuere Forschungserkenntnisse bekannt sind, wonach Johannes Lepsius nicht nur der "stimmgewaltige Anwalt" für die Armenier war, sondern auch "ein rechtsgerichteter Antidemokrat, Antisemit und Befürworter eines Großdeutschen Kaiserreichs", so die Linksfraktion weiter. Der Anfrage ist zu entnehmen, dass zum 150. Geburtstag Lepsius' am 15. Dezember 2008 in dessen früheren Potsdamer Wohnhaus eine gemeinsame vom Bund und dem Land Brandenburg finanzierte Gedenkstätte eröffnet werden soll. Das Lepsius-Haus soll dafür in den kommenden Jahren rund 800.000 Euro aus der Kulturförderung des Bundes erhalten, zitiert die Linksfraktion eine Zeitungsmeldung.

deryatulga
24.07.08, 19:52
Deutscher Bundestag Drucksache 16/9956
16. Wahlperiode 07. 07. 2008
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Ulla Jelpke, Dr. Lukrezia Jochimsen und der Fraktion DIE LINKE.
Bundesmittel für das Lepsius-Haus und die Gedenkstätte zum Völkermord an den Armeniern
Zum Gedenken an den Völkermord des extrem nationalistischen jungtürki- schen Regimes an weit über einer Million Armenier während der Kriegsjahre 1915/16 verabschiedete der Deutsche Bundestag am 15. Juni 2005 einen gemeinsamen Antrag der Fraktionen SPD, CDU/CSU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP zu „Erinnerung und Gedenken an die Vertreibungen und Massaker an den Armeniern 1915“ (Bundestagsdrucksache 15/5689).
„Besonders das Werk von Dr. Johannes Lepsius, der energisch und wirksam für das Überleben des armenischen Volkes gekämpft hat, soll dem Vergessen entris- sen und im Sinne der Verbesserung der Beziehungen zwischen dem armenischen, dem deutschen und dem türkischen Volk gepflegt und erhalten werden“, forderte der Bundestagsantrag. Zum 150. Geburtstag des Pfarrers Johannes Lepsius am 15. Dezember 2008 soll in dessen früheren Potsdamer Wohnhaus eine gemein- sam vom Bund und dem Land Brandenburg finanzierte Gedenkstätte eröffnet werden. Laut einer Meldung der Berliner Morgenpost vom 21. November 2007 soll das Lepsius-Haus dafür in den kommenden Jahren rund 800 000 Euro aus der Kulturförderung des Bundes erhalten. Im Lepsius-Haus sind eine Bibliothek, eine Forschungs- und Begegnungsstätte für internationale wissenschaftliche und ökumenische Zusammenarbeit sowie die Wiederbelebung der bereits von Lep- sius seit 1923 geplanten deutsch-armenischen Akademie vorgesehen. Das vom Theologie-Professor Dr. Hermann Goltz geführte Lepsius-Archiv befindet sich noch an der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wit- tenberg.
Der Theologe Johannes Lepsius hatte als einziger Deutscher während des Welt- krieges über den Völkermord mit seiner Schrift „Der Todesgang des armeni- schen Volkes“ versucht, die Deutschen aufzurütteln. Wie der Journalist und Autor Wolfgang Gust nachgewiesen hat, war Lepsius keineswegs nur der un- eigennützige Anwalt der Armenier, sondern zugleich ein extrem rechtsgerichte- ter Antidemokrat, der eine deutsche Expansion und den Erwerb von Kolonial- gebieten im Osmanischen Reich befürwortete und dafür die Armenier nutzen wollte. Die Deportationen der Armenier an sich bezeichnete er als „unbedenk- lich“, wenn nicht die türkische Verwaltungstechnik meist zum Tode der Depor- tierten führte. Auch die von Lepsius herausgegebene Deutsch-Armenische Kor- respondenz nannte noch 1918 den offiziellen türkischen Deportationsbefehl „harmlos genug“. Dies korrespondierte mit der Haltung der deutschen Bot- schafter in der Türkei, die nicht gegen die Deportationen an sich, sondern nur gegen die Massenmorde bei ihrer Durchführung protestierten (Wolfgang Gust, „Verständnislose Auswüchse des Militarismus“, Historicum Juni 2008).

1916 schloss sich Lepsius dem extrem rechten Kreis um den führenden deut- schen General Erich Ludendorff an und arbeitete für dessen Chefpropagandis- ten Hans von Haeften in Holland (Wolfgang Gust, „Verständnislose Auswüchse des Militarismus“, Historicum Juni 2008).
Als zu Ende des Krieges damit zu rechnen war, dass die deutsche Mitwirkung oder Zustimmung zum Völkermord bei den Pariser Friedensverhandlungen zur Sprache kommen werde, beauftragte das Auswärtige Amt Lepsius mit der Herausgabe von Dokumenten, die diesen Vorwurf entkräftigen. Die dann von Johannes Lepsius 1919 herausgegebenen Dokumente „Deutschland und Arme- nien 1914–1918“ war durch Auslassungen und Fälschungen so manipuliert worden, dass eine deutsche Mitverantwortung am Völkermord vertuscht wurde. Tatsächlich war die deutsche Regierung nicht nur Mitwisser der Ver- brechen ihrer türkischen Verbündeten, sondern deutsche Militärs wie der im türkischen Großen Hauptquartier für das Verkehrswesen und damit auch die Bagdadbahn zuständige deutsche Oberstleutnant Böttrich hatten sogar unmit- telbar etwa durch die Unterzeichnung von Deportationsbefehlen daran mit- gewirkt (www.armenocide.de). Lepsius gab seinen guten Namen für die Ak- tenpublikation her und übernahm im Vorwort ausdrücklich die alleinige Verantwortung „für die Zuverlässigkeit des Bildes“, das die Akten „von der Haltung der deutschen Regierung in der Behandlung der armenischen Frage geben“ und damit auch für die Fälschungen, soweit er sie erkannt hatte. In den 20er Jahren rückte Lepsius weiter nach rechts. Er war ein Anhänger der anti- semitischen Rassenideologie Houston Steward Chamberlains, nannte die Wei- marer Demokratie ein Intermezzo und hoffte auf ein neues Großdeutsches Kaiserreich (Wolfgang Gust, „Verständnislose Auswüchse des Militarismus“, Historicum Juni 2008).
Der staatlichen türkischen Geschichtsinterpretation nahestehende Kreise haben den Vorwurf der Aktenmanipulation bereits aufgegriffen, um über eine Kritik der Person von Lepsius und seines Wirkens die Ereignisse um den Genozid insgesamt in Frage zu stellen oder zu relativieren (z. B. Cem Özgönül – Der Mythos eines Völkermordes, Köln 2006).
Die Bundesregierung als Förderin des Potsdamer Lepsius-Hauses wäre gut be- raten, ihre unkritische Haltung zu Lepsius zu überdenken, um solchen Kritikern nicht ins offene Messer zu rennen und damit das Gedenken an den Armenier- genozid insgesamt zu gefährden.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche konkreten Schritte hat die Bundesregierung seit Verabschiedung des Antrags auf Bundestagsdrucksache 15/5689 „Erinnerung und Gedenken an die Vertreibungen und Massaker an den Armeniern 1915 – Deutschland muss zur Versöhnung zwischen Türken und Armeniern beitragen“ unter- nommen,
a) dass zwischen Türken und Armeniern durch Aufarbeitung, Versöhnen und Verzeihen historischer Schuld erreicht wird,
b) dass sich Parlament, Regierung und Gesellschaft der Türkei mit ihrer Rolle gegenüber dem armenischen Volk in Geschichte und Gegenwart vorbehaltlos auseinandersetzen,
c) dass eine internationale Historiker-Kommission gebildet wird, an der außer türkischen und armenischen Wissenschaftlern auch internationale Experten beteiligt sind,
d) dass nicht nur die Akten des Osmanischen Reiches zur Frage des Völ- kermordes an den Armeniern, sondern auch die von der Bundesrepublik Deutschland an die Türkei übergebenen Kopien aus dem Archiv des Aus- wärtigen Amtes allgemein öffentlich zugänglich gemacht werden,

e) dass innerhalb der Türkei Meinungsfreiheit insbesondere auch bezüglich des Schicksals der Armenier gewährt wird,
f) dass die Türkei und Armenien ihre zwischenstaatlichen Beziehungen normalisieren?
2. Welche konkreten Schritte hat die Bundesregierung seit Verabschiedung des Antrags auf Bundestagsdrucksache 15/5689 „Erinnerung und Gedenken an die Vertreibungen und Massaker an den Armeniern 1915 – Deutschland muss zur Versöhnung zwischen Türken und Armeniern beitragen“ unter- nommen, um die weitere wissenschaftliche Aufarbeitung der deutschen Rolle beim Völkermord zu fördern?
3. Welche und wie viele Mittel aus dem Bundeshaushalt 2008 sind für das Ge- denken an den Völkermord an den Armeniern und dessen weiterer wissen- schaftlicher Aufarbeitung vorgesehen?
a) Mit welchen und wie vielen Mitteln unterstützt der Bund das Potsdamer Lepsius-Haus?
b) Welche und wie viele Mittel sind außer der Förderung des Lepsius- Hauses für die Aufarbeitung des Völkermordes an den Armeniern vorge- sehen?
4. Trifft die Meldung der „Potsdamer Nachrichten“ vom 4. Juni 2008 zu, wo- nach sich der Bund und das Land Brandenburg nicht über Details der Finan- zierung der Gedenkstätte im Lepsius-Haus einigen können?
a) Wenn ja, worin bestehen diese Differenzen?
b) Wenn ja, kann die Bundesregierung trotz dieser Differenzen sicherstellen, dass die Gedenkstätte Lepsius-Haus rechtzeitig zum 150. Geburtstag von Johannes Lepsius am 15. Dezember 2008 fertig gestellt sein wird?
5. Inwieweit sind der Bundesregierung neuere Forschungserkenntnisse be- kannt, wonach Johannes Lepsius nicht nur der stimmgewaltige Anwalt für die Armenier war, sondern auch ein rechtsgerichteter Antidemokrat, Anti- semit und Befürworter eines Großdeutschen Kaiserreichs?
a) Wie beurteilt die Bundesregierung die Tatsache, dass Johannes Lepsius während des Ersten Weltkrieges für deutsche Kolonien eintrat und in die- sem Zusammenhang Kilikien und Mesopotamien als „deutsches Arbeits- gebiet“ bezeichnete, dem er durch Einwirken auf die Armenier zu dienen glaube?
b) Wie beurteilt die Bundesregierung die Tatsache, dass Johannes Lepsius sich 1916 dem extrem rechtsgerichteten Kreis um General Erich Ludendorff anschloss und in dessen Sinne Auslandspropaganda betrieb?
c) Wie beurteilt die Bundesregierung die Tatsache, dass Johannes Lepsius ein Bewunderer der Schriften des antisemitischen Rassentheoretikers Houston Stewart Chamberlain war, antisemitischen Klischees anhing, wonach „das jüdische Volk […] Mittelalter und Neuzeit als Parasit der Germanen überdauert“ habe und die Bolschewiki in Russland als „jüdi- sche Mongolenherrschaft von Lenins ,goldener Horde‘“ bezeichnete?
d) Wie beurteilt die Bundesregierung die Tatsache dass Johannes Lepsius die Weimarer Republik als „Intermezzo“ und die Demokratie als „Kno- chenerweichung“ bezeichnete und für ein Großdeutsches Kaiserreich ein- trat?
e) Wie bewertet es die Bundesregierung, dass Lepsius die Deportationen der Armenier an sich „unbedenklich“ nannte und die von ihm herausgege- bene Deutsch-Armenische Korrespondenz 1918 den offiziellen türki- schen Deportationsbefehl als „harmlos genug“ bezeichnete.

6. Ist der Bundesregierung bekannt, dass die von ihr in der Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 16/4959 genannte Aktenpublikation „Deutschland und Armenien 1914–1918, Potsdam 1919, von ihrem Herausgeber Johannes Lepsius im Auftrag des Auswärtigen Amtes durch Auslassungen und Fälschungen so manipuliert wurde, dass eine deutsche Mitwisser- oder Täterschaft verschleiert wurde?
a) Wenn ja, warum empfiehlt die Bundesregierung diese Aktenpublikation weiterhin – etwa in der Antwort auf die Kleine Anfrage auf Bundestags- drucksache 16/4959 – unkritisch zur Information der Öffentlichkeit über die deutsche Mitverantwortung am Völkermord?
b) Wenn ja, hält es die Bundesregierung dann weiterhin für richtig, mit Bun- desmitteln im Potsdamer Lepsius Haus einen Mann unkritisch als großen Humanisten zu ehren, der die in der Bundestagsresolution 15/5689 als „unrühmliche Rolle Deutschlands“ bezeichnete deutsche Mitschuld am Völkermord an den Armeniern vertuschen wollte?
7. Inwieweit hält die Bundesregierung das Lepsius-Haus generell für eine ge- eignete Stätte zur Aufarbeitung des Völkermordes?
a) Wie gedenkt die Bundesregierung sicherzustellen, dass bei einer weite- ren Förderung des Lepsius-Hauses mit Bundesmitteln ein ausgewogenes und differenziertes Bild von Johannes Lepsius Leben und Werk nach dem aktuellen Stand der Forschung vermittelt wird?
b) Wieweit teilt die Bundesregierung die Ansicht der Fragesteller, dass sich die Ausstellung und Forschung sowie die Bibliothek im Lepsius-Haus wesentlich dem Völkermord an den Armeniern und weniger dem Leben von Johannes Lepsius und der christlichen Missionsarbeit widmen sollte?
8. Hält die Bundesregierung angesichts der stark antitürkischen Einstellung von Johannes Lepsius das Potsdamer Lepsius-Haus für eine geeignete Be- gegnungsstätte von Armeniern und Türken im Sinne der im Bundestags- antrag 15/5689 genannten Aussöhnung der beiden Völker?
a) Wenn ja, inwieweit hält die Bundesregierung eine gemeinsame Führung des Lepsius-Hauses durch Deutsch-Türken und Deutsch-Armenier für wünschenswert?
b) Wenn nein, welche Alternativen sieht die Bundesregierung?
9. Welche konkreten Reaktionen von Seiten der Regierung, von Politikern und Nichtregierungsorganisationen aus der Türkei sowie von Seiten türki- scher Migrantenvereinigungen aus der Bundesrepublik Deutschland auf die geplante Einrichtung der Völkermordgedenkstätte im Lepsius-Haus sind der Bundesregierung bekannt?
10. Inwieweit hält die Bundesregierung die weitere Betreuung der Aufklärung des Armenier-Völkermordes durch eine theologische Fakultät anstatt durch gesellschafts- und geschichtswissenschaftliche Fachleute in der Leitung des mit Bundesmitteln geförderten Lepsius-Hauses dem Forschungsgegentand für angemessen?
11. Inwieweit hält es die Bundesregierung für wünschenswert, den pazifis- tischen Schriftsteller Armin T. Wegner und den sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Karl Liebknecht öffentlich zu ehren, die während des Weltkrieges ebenso wie Johannes Lepsius bemüht waren, die Massaker an den Armeniern öffentlich bekannt zu machen und in dieser Angelegen- heit bei der Reichsregierung intervenierten?
12. Wie steht die Bundesregierung zur anlässlich der zentralen Gedenkfeier für die Opfer des Genozids an den Armeniern am 24. April 2008 in der Frank- furter Paulskirche vom Vorsitzenden des Zentralrats der Armenier in Deutschland erhobenen Forderung, „dass die Leugnung des Völkermordes endlich auch hierzulande strafrechtlich verfolgt wird“?
Berlin, den 2. Juli 2008
Dr. Gregor Gysi, Oskar Lafontaine und Fraktion

yücel
24.07.08, 22:06
olala, da geht ja was ab

Historikerzunft
30.07.08, 18:51
Pressemitteilung vom 29.07.2008 | 14:03
Die Linke. im Bundestag
Einseitige Förderung des Lepsius-Hauses gefährdet Gedenken an Armeniergenozid

Die Bundesregierung fördert das Potsdamer Lepsius-Haus und die Gedenkstätte zum türkischen Völkermord an den Armeniern 1915/16 mit 300.000 Euro. Da Pfarrer Johannes Lepsius nicht nur stimmgewaltiger Anwalt der verfolgten Armenier war, sondern auch ein rechtsgerichteter Antidemokrat, der nach dem Krieg alle Hinweise auf eine deutsche Mitverantwortung am Genozid aus einer Aktenpublikation verschwinden ließ, hat die Fraktion DIE LINKE eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt (BT-Drs. 16/9956). Zu deren Antwort erklärt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion, Ulla Jelpke:

"Es ist zu begrüßen, dass die Bundesregierung auf unsere Anfrage hin jetzt eine kritische Befassung mit der Person Johannes Lepsius durch das Lepsius-Haus zusagt. Ansonsten droht sie ins offene Messer türkisch-nationalistischer Genozidleugner zu rennen. Bedauerlich ist dennoch, dass außerhalb des Lepsius-Hauses keine weiteren Fördermittel des Bundes zum Gedenken an den Genozid an den Armeniern vorgesehen sind. Durch die einseitige Konzentration auf den Antidemokraten und Akten-Frisierer Lepsius wird das Gedenken an den Völkermord und insbesondere die Aufarbeitung der deutschen Mitverantwortung insgesamt gefährdet."

Neue wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass der Theologe Johannes Lepsius währen des Weltkriegs dem Umfeld des führenden deutschen Generals Erich Ludendorff angehörte, antisemitischen Rassetheorien anhing und noch während der Weimarer Republik Befürworter eines großdeutschen Kaiserreichs war. Wie auch die Bundesregierung in ihrer Antwort zugibt, sind die von Lepsius nach dem Krieg veröffentlichten Akten zum Armeniergenozid "manipuliert" worden. So versuchte Lepsius im Auftrag des Auswärtigen Amts jede Spur einer deutschen Mitverantwortung an der Deportation und Ermordung der Armenier durch deutsche Militärs im Osmanischen Reich und die Mitwisserschaft deutscher Regierungsstellen zu vertuschen.


F.d.R. Christian Posselt
Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon +4930/227-52800
Telefax +4930/227-56801
pressesprecher@linksfraktion.d e
http://www.linksfraktion.de


Berlin - Veröffentlicht von pressrelations

Link zur Pressemitteilung: http://www.pressrelations.de/new/standard/dereferrer.cfm?r=333194

deryatulga
02.08.08, 22:07
Märkische Allgemeine
30.07.2008

STREIT: Linke: Lepsius war Antisemit
Goltz weist Vorwürfe als einseitig zurück
Die Linke im Bundestag hat eine kritische Aufarbeitung der Rolle von Pfarrer Johannes Lepsius (1858 bis 1926) gefordert. Lepsius sei nicht nur engagierter Anwalt verfolgter Armenier gewesen, sondern auch Antidemokrat, sagte die innenpolitische Sprecherin der Fraktion, Ulla Jelpke, gestern. Nach neuen Untersuchungen sei Lepsius Anhänger antisemitischer Rassentheorien gewesen und hatte nach dem Ersten Weltkrieg alle Hinweise auf eine deutsche Mitverantwortung am Genozid an den Armeniern aus einer Aktenpublikation verschwinden lassen. In einer Kleinen Anfrage der Linksfraktion an die Bundesregierung wird die Förderung des Potsdamer Lepsius-Hauses als einseitig kritisiert.

Lepsius-Experte Hermann Goltz, zweiter Vorsitzender des Fördervereins, wies die Vorwürfe gegenüber der MAZ als einseitig und unwissenschaftlich zurück. „Lepsius war natürlich ein Kind seiner Zeit“, sagte er. „Er war aber weder Antisemit noch Wilhelmist.“ Lepsius habe enge jüdische Freundschaften gepflegt und sich mit seiner Dokumentation des Genozids gegen das Regime gewandt. Goltz verwies ferner auf eine Anfrage Karl Liebknechts an den Reichstag vom Januar 1916. Liebknecht habe die Regierung mit Verweis auf Lepsius’ Dokumentation zur deutschen Rolle am Völkermord befragt. „Die Linke kennt in ihrer Kleinen Anfrage offenbar die eigene Tradition nicht“, so Goltz. (gel)


© Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam

deryatulga
02.08.08, 22:15
30.07.2008


Aufklären und Vertuschen
Mit Förderung geplanter Gedenkstätte für Völkermord an den Armeniern ehrt die Bundesregierung einen rechtsradikalen Gegner der Weimarer Republik

Nick Brauns

Ehrt die Bundesregierung in einer geplanten Gedenkstätte für den Völkermord an den Armeniern einen rechtsextremen Antidemokraten und Geschichtsfälscher und gefährdet damit das Gedenken an den Genozid insgesamt? Diese Bedenken äußert die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (Die Linke) in einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung. Der Bundestag hatte 2005 beschlossen, zur Erinnerung an den türkischen Völkermord an über einer Million Armenier während des Ersten Weltkrieges »besonders das Werk von Dr. Johannes Lepsius, der energisch und wirksam für das Überleben des armenischen Volkes gekämpft hat«, dem Vergessen zu entreißen. Mit 300000 Euro aus Bundesmitteln soll eine Gedenkstätte im ehemaligen Potsdamer Wohnhaus des Pfarrers Lepsius gefördert werden, deren Eröffnung zu seinem 150. Geburtstag im Dezember geplant ist.

»Es gibt zwei Lepsius-Großtaten«, schreibt der Genozidforscher Wolfgang Gust in einem Arbeitspapier: »Die Aufklärung des Völkermordes und die Vertuschung der deutschen Rolle.« Die deutsche Regierung war nicht nur Mitwisser der Verbrechen ihrer türkischen Verbündeten. Deutsche Militärs im Osmanischen Reich hatten sogar unmittelbar durch Unterzeichnung von Deportationsbefehlen daran mitgewirkt. Nach dem Krieg hatte das Auswärtige Amt Lepsius mit der Edition von Dokumenten beauftragt, die durch Auslassungen und Fälschungen diese deutsche Mitverantwortung vertuschten. »Die von Johannes Lepsius 1919 herausgegebene Aktenpublikation ›Deutschland und Armenien 1914–1918‹ gilt als manipuliert«, gibt die Bundesregierung jetzt in der Antwort auf die kleine Anfrage selbst zu. Noch vor einem Jahr hatte sie diese Schrift in ihrer Antwort auf eine Anfrage der Linken unkritisch empfohlen.

Wie Gust in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Historicum nachweist, war Lepsius ein rechtsgerichteter Antidemokrat aus dem Umfeld des Generals Erich Ludendorff, der 1923 gemeinsam mit Adolf Hitler (erfolglos) gegen die Weimarer Republik putschte. Mit Hilfe der Armenier wollte Lepsius den Erwerb deutscher Kolonialgebiete im Osmanischen Reich fördern. Er hing antisemitischen Rassetheorien an, bezeichnete die Demokratie als »Knochenerweichung« und trat noch in den 20er Jahren für ein Großdeutsches Kaiserreich ein. »Das Lepsius-Haus wird sich auch mit der Person des Johannes Lepsius kritisch befassen«, verspricht die Bundesregierung auf die Frage, ob sie es weiterhin für richtig hält, den Pfarrer angesichts dieser neuen Erkenntnisse »unkritisch als großen Humanisten zu ehren«. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien werde darauf hinwirken, daß diese »Fragen der Geschichtswissenschaft« unter Einbeziehung von in- und ausländischen Experten erörtert werden.

Der Schakal
03.08.08, 11:25
30.07.2008


Aufklären und Vertuschen
Mit Förderung geplanter Gedenkstätte für Völkermord an den Armeniern ehrt die Bundesregierung einen rechtsradikalen Gegner der Weimarer Republik

Nick Brauns

Ehrt die Bundesregierung in einer geplanten Gedenkstätte für den Völkermord an den Armeniern einen rechtsextremen Antidemokraten und Geschichtsfälscher und gefährdet damit das Gedenken an den Genozid insgesamt? Diese Bedenken äußert die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (Die Linke) in einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung. Der Bundestag hatte 2005 beschlossen, zur Erinnerung an den türkischen Völkermord an über einer Million Armenier während des Ersten Weltkrieges »besonders das Werk von Dr. Johannes Lepsius, der energisch und wirksam für das Überleben des armenischen Volkes gekämpft hat«, dem Vergessen zu entreißen. Mit 300000 Euro aus Bundesmitteln soll eine Gedenkstätte im ehemaligen Potsdamer Wohnhaus des Pfarrers Lepsius gefördert werden, deren Eröffnung zu seinem 150. Geburtstag im Dezember geplant ist.

»Es gibt zwei Lepsius-Großtaten«, schreibt der Genozidforscher Wolfgang Gust in einem Arbeitspapier: »Die Aufklärung des Völkermordes und die Vertuschung der deutschen Rolle.« Die deutsche Regierung war nicht nur Mitwisser der Verbrechen ihrer türkischen Verbündeten. Deutsche Militärs im Osmanischen Reich hatten sogar unmittelbar durch Unterzeichnung von Deportationsbefehlen daran mitgewirkt. Nach dem Krieg hatte das Auswärtige Amt Lepsius mit der Edition von Dokumenten beauftragt, die durch Auslassungen und Fälschungen diese deutsche Mitverantwortung vertuschten. »Die von Johannes Lepsius 1919 herausgegebene Aktenpublikation ›Deutschland und Armenien 1914–1918‹ gilt als manipuliert«, gibt die Bundesregierung jetzt in der Antwort auf die kleine Anfrage selbst zu. Noch vor einem Jahr hatte sie diese Schrift in ihrer Antwort auf eine Anfrage der Linken unkritisch empfohlen.

Wie Gust in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Historicum nachweist, war Lepsius ein rechtsgerichteter Antidemokrat aus dem Umfeld des Generals Erich Ludendorff, der 1923 gemeinsam mit Adolf Hitler (erfolglos) gegen die Weimarer Republik putschte. Mit Hilfe der Armenier wollte Lepsius den Erwerb deutscher Kolonialgebiete im Osmanischen Reich fördern. Er hing antisemitischen Rassetheorien an, bezeichnete die Demokratie als »Knochenerweichung« und trat noch in den 20er Jahren für ein Großdeutsches Kaiserreich ein. »Das Lepsius-Haus wird sich auch mit der Person des Johannes Lepsius kritisch befassen«, verspricht die Bundesregierung auf die Frage, ob sie es weiterhin für richtig hält, den Pfarrer angesichts dieser neuen Erkenntnisse »unkritisch als großen Humanisten zu ehren«. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien werde darauf hinwirken, daß diese »Fragen der Geschichtswissenschaft« unter Einbeziehung von in- und ausländischen Experten erörtert werden.

Ob die wohl alle politikcity.de lesen? *grins*

Lepsius war bei dem Putsch von 1923 dabei? Das hätte ich jetzt nicht erwartet.

Der Schakal
03.08.08, 13:50
The Forgotten Genocide

Politics and Reality.



Germany was very late in officially recognising the Armenian Genocide. At the beginning of 2001 the Central Committee of Armenians in Germany formally appealed to the Bundestag to recognise the Genocide. This appeal was rejected by a combination of Social Democrats, Christian Democrats and other minority parties. Only the Linke supported this appeal.
...

Fortsetzung:

http://www.thehamburgexpress.com/content/view/872/51/

deryatulga
03.08.08, 14:29
Tamam yahu taniyacagiz iste! Halacoglu'nun devrilmesinin ardindan Atatürk Araştırma Merkezi Bilim Kurulu'nun basina da Hakan Yavuz kankasi Cezmi Erarslan getirildi. Kilit noktalar isgal edildikten sonra yillardir verilip de yerine getirilemeyen söz tutulacak. Türk milletinde bu cehalet ve pisiriklik varken, layigi da aslinda budur.

Bu takim bir yandan "Ulu Hakan Abdülhamid!" kasideleri dösenirken beri yandan Ermenileri nasil mi tavlayacak? O hesap acik: "Asagidan Abdülhamid'e, yukaridan da Atatürk'e laf etmeyin, sucu Ittihatcilarin üstüne yikarak kaymagini
el birligi ile yiyelim!" Evdeki hesabin carsiya uymayacagini bu allamelere hatirlatalim, hatta durmadan savurduklari tehditleri gerceklestirerek Derya Tulga'yi susturabilseler bile! Hilmar Kaiser gibi tipler bile bize dayilanmaya cesaret ettigine göre göre, birilerinin arpasi fazla gelmis anlasilan!

Mirage
05.08.08, 21:34
Lepsius-Stein eingeweiht

Ökumenischer Gottesdienst in Friesdorf

von Helga Langelüttich, 20.07.08, 19:29h, aktualisiert 20.07.08, 19:35h


Friesdorf/MZ. Der 150. Jahrestag der Geburt von Dr. Johannes Lepsius (1858-1926), der zehn Jahre in Friesdorf als Pfarrer tätig war, war Anlass für ein deutsch-armenisches Gemeindefest und einer Gedenksteinenthüllung zu Ehren von Lepsius, der sein Leben dem Kampf gegen den Völkermord an den Armeniern gewidmet hatte.

Hunderte Besucher, darunter viele Gäste aus Armenien, waren nach Friesdorf gepilgert, um am Sonntag am ökumenischen armenisch-deutschen Gottesdienst in der schönen geschmückten St.-Martins-Kirche der 368-Seelen-Gemeinde teilzunehmen.

Unter Leitung von Pfarrer Hans-Martin Kohlmann und Hayr Aristakes Aivazian aus Armenien erlebten die Gäste einen beeindruckenden Gottesdienst, in dem sich deutsche und armenische Texte und Gesänge, dargeboten vom Kirchenchor Wippra / Königerode und Hayr Chatchatur, Pfarrer der Armenischen Kirche, abwechselten.

In seiner Predigt würdigte Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulz, 1. Vorsitzender des Lepsius-Hauses in Potsdam, die Verdienste von Pfarrer Lepsius: "Durch sein Wirken wurde Friesdorf zu einem literarisch wichtigen Ort in der Glaubenslandschaft. Er fand in dem beschaulichen Dorf keine Ruhe, er erhob seine Stimme gegen den Völkermord an den Armeniern, und diese Stimme blieb nicht ungehört", charakterisierte der Superintendent den Geehrten. Lepsius fand viel Zustimmung und Unterstützung in Friesdorf. Doch bald bekam er Probleme mit der Kirchenleitung und schließlich die Kündigung. Er ging nach Potsdam, wo es heute das Lepsius-Haus als Begegnungsstätte für Deutsche, Armenier und Türken gibt.

Anschließend an den Gottesdienst fand die Enthüllung des Gedenksteins für Johannes Lepsius und seine Frau Margarethe mit einem "Hogehangist" (Gebet um das Seelenheil), statt. Den 8,3 Tonnen schweren Findling hatte die Amsdorfer Firma Romonta gesponsert (die MZ berichtete). Für den Text hatte die örtliche Steinmetzfirma Franke gesorgt: "Hier in Friesdorf begannen 1896 Dr. Johannes Lepsius (1858 - 1926) und Margarete geb. Zeller (1867 - 1898) aus Jerusalem gemeinsam ihren Kampf gegen Völkermord an den Armeniern", lautet die Inschrift.

Gemeindepädagogin Christfriede Günther hatte sich vor neun Jahren anlässlich ihrer Abschlussarbeit intensiv mit Lepsius beschäftigt und ihn durch intensive Forschung aus der Vergessenheit geholt, ist zu erfahren. "Es war sehr wichtig, was er tat, auch für uns Heutige", erklärt sie. Pfarrer Kohlmann und Bürgermeister Jörg Borchardt hatten die Idee einer Feier zum Gedenken an Lepsius anlässlich seines 150. Geburtstages, und fanden viel Unterstützung. Unter den Mitorganisatoren ist auch die Privatdozentin Dr. Armenuhi Drost-Abgarjan aus Jerewan, jetzt Dozentin am orientalischen Institut in Halle. "Lepsius dokumentierte als Erster die Verfolgung christlicher Menschen im Orient und widmete sein ganzes Leben der Unterstützung der Überlebenden, doch noch heute wird der Völkermord abgestritten", erklärt sie. Am Nachmittag konnten die zahlreichen Zuhörer ihre Kenntnis über den Kampf der Eheleute Lepsius gegen die Völkervernichtung bei einem Vortrag von Professor Hermann Goltz vertiefen.

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1213961244073&openMenu=1121028317550&calledPageId=1121028317550&listid=1121028317531

deryatulga
21.08.08, 22:56
21.08.2008 /
Die Armenier, die Linkspartei und Lepsius
Zentralrat und Abgeordnete streiten um Anfrage zur Völkermord-Gedenkstätte im Potsdamer Wohnhaus
Von Andreas Fritsche

Der Pfarrer Dr. Johannes Lepsius (1858-1926) unterstützte die 1915/16 im Osmanischen Reich verfolgten Armenier. Er gründete ein großes Hilfswerk, das mindestens 20 000 Flüchtlinge überleben ließ. Er besorgte im Auftrag des Auswärtigen Amtes 1919 jedoch auch eine durch Auslassungen und Fälschungen manipulierte Dokumentensammlung, die die Mitverantwortung Deutschlands für den Völkermord an den Armeniern vertuschte.

Wegen der zwiespältigen Biografie des Lepsius streiten sich die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (Linkspartei) und Schawarsch Owassapian, der Vorsitzende des Zentralrats der Armenier in Deutschland. Hintergrund ist die finanzielle Förderung für das Potsdamer Johannes-Lepsius-Haus, wo der Pfarrer gewohnt hatte. Das Haus soll im Dezember zum 150. Geburtstag von Johannes Lepsius als Gedenkstätte für den Völkermord an den Armeniern eröffnet werden. Der Bund schießt im laufenden Jahr 300 000 Euro zu.

Jelpke stellte dazu bereits im Juli eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung. Sie verwies dabei zum Beispiel auf die Aktenmanipulation und auf antisemitische Äußerungen. Lepsius habe gesagt, das jüdische Volk habe das Mittelalter als »Parasit« der Germanen überstanden, und er habe den Rassefanatiker Housten Steward Chamberlain verehrt. »Es handelt sich um eine Frage der Geschichtswissenschaften«, wich Staatsminister Gernot Erler in seiner Antwort auf die Anfrage aus. Er sicherte jedoch gleichzeitig zu, das Lepsius-Haus werde sich kritisch mit der Biografie des Pfarrers befassen. Der Vorgang erzürnte den Zentralrat. Er verteidigte Lepsius in einer Erklärung, die von Jelpke am Dienstag mit einer Pressemitteilung gekontert wurde, auf die Owassapian noch am selben Tag mit einem Offenen Brief reagierte. Dabei sind sich beide Seiten einig über den Völkermord, der von der türkischen Regierung bis heute geleugnet wird.

Owassapian fürchtet aber ein verzerrtes Bild. Man wolle Lepsius nicht unkritisch verehren, scheue sich allerdings auch nicht, »die Verdienste des Mannes zu würdigen, dem wir viel verdanken«. Den Vorwurf des Antisemitismus versucht der Zentralrat mit dem Hinweis zu entkräften, Lepsius habe mit Juden zur Rettung des armenischen Volkes zusammengearbeitet, so mit dem US-amerikanischen Botschafter in Konstantinopel, Henry Morgenthau senior.

Jelpke erinnert an andere Anwälte der armenischen Sache, an den Reichstagsabgeordneten Karl Liebknecht und den Schriftsteller Armin T. Wegener, und möchte, dass auch diese dafür geehrt werden. Was Lepsius betrifft, so zieht sie einen Vergleich zu den Hitler-Attentätern um Graf Stauffenberg. Diese hätten das Verdienst, wenigstens in letzter Minute den Tyrannenmord versucht zu haben. Wer aber ausblende, dass sich ein Großteil der Verschwörer am Vernichtungsfeldzug beteiligte, zum Holocaust schwieg oder diesen gar unterstützte, werde dem 20. Juli nicht gerecht. »Eine ebensolche Herangehensweise scheint mir im Fall Lepsius geboten.« Sie begrüße, dass die Regierung sich für ein differenziertes Lepsius-Bild einsetzen wolle.

URL: http://www.neues-deutschland.de/artikel/134183.die-armenier-die-linkspartei-und-lepsius.html

deryatulga
01.09.08, 23:35
Ein Leben reicht nicht
Johannes Lepsius’ Kampf für die Opfer des Völkermords

mg-Bremen. - Neu auf dem Buchmarkt – eine anrührende Erzählung über das aufopfernde Leben des evangelischen Pastors Johannes Lepsius: „Brennende Augen“ von Brigitte Troeger. Die Autorin beleuchtet die Biographie dieses Mannes nicht von außen, von seinem Werk her, sie beschreibt ihn vielmehr aus einer ganz privaten Perspektive als glühenden Theologen, als jugendlichen Abenteurer, als mitleidenden Menschenfreund, als Familienvater und als Mann, der gesteuert ist von seiner Trauer um die Opfer eines ungeheuerlichen Völkermords – und der aus dieser Trauer eine schier unendliche Kraft zieht für seine politische und humanitäre Arbeit. Dieser Blick von innen auf eine so bedeutende Figur der Zeitgeschichte erweitert unser bisheriges Bild dieses Mannes. Wir sehen ihn nicht mehr nur als Objekt historischer Analyse, wir erleben ihn vielmehr als den Mittelpunkt eines vitalen und kreativen gesellschaftlichen Zirkels mitten in Potsdam: Ein Kraftfeld, das von hier aus heilsam bis nach Urfa, bis in die mesopotamische Wüste wirkte. Und so verstehen wir, warum das Lepsius-Haus in Potsdam endlich wieder mit Leben gefüllt werden musste, warum dieses Haus Gedenk- und Forschungsstätte werden musste: Weil hier der Geist von Humanität, von mitfühlender Menschlichkeit und Liebe lebendig ist.

Die Autorin greift zu einem Trick, uns diesen Mann näher zu bringen: Sie dokumentiert nicht, sie erzählt. Sie zieht den Leser über diese Erzählung in den Bann eines Mannes, der zu seiner Zeit große Überzeugungskraft ausgestrahlt haben muss. Ein Menschenfänger, der sein Umfeld wie selbstverständlich eingebunden hat in seine große Vision eines umfassenden Hilfswerks für die verfolgten Christen im Orient. Und der doch daran zerbricht, dass er sein Werk nicht abschließen kann. Er wünscht sich am Ende „kein zweites Leben“, er will dieses erste und einzige Leben fortsetzen: „Die Armenier brauchen mich noch.“

Die literarische Gattung einer dokumentarischen Fiktion ist immer zwiespältig, gefährliches Terrain sozusagen. Ganz frei ist auch dieses Buch nicht davon. Manchmal wirken die Dialoge gekünstelt und papieren, wenn sie historische Fakten und Dokumente transportieren sollen, wenn kluge Antworten durch naive Fragen herausgefordert werden. Aber das sind doch immer nur wenige Passagen. Auf der anderen Seite schafft sich die Autorin mit einem solchen Ansatz die Freiheit, Szenen und Figuren einzuführen, die beispielsweise den Opfern Namen und Gesicht geben, die emotionale Bindung herstellen. So gelingt es Brigitte Troeger sehr einfühlsam, das private Leben der Familie Lepsius mit der Weltgeschichte zusammen zu führen. Dann sind wir fasziniert, dieser Mann im pausenlosen Einsatz für seine politischen, publizistischen und humanitären Ziele zu erleben.

Die Autorin verknüpft ihre Erzählung mit einer abendlichen Gesprächsrunde im Lepsius-Haus am Tag des Prozesses gegen den armenischen Studenten Salomon Teilirian, der in Berlin den türkischen Organisator des Massenmords, den ehemaligen Innenminister Talaat erschossen hatte. Lepsius war als Sachverständiger aufgetreten und konnte mit seinem beeindruckenden Bericht über die Hintergründe der Tat zum überraschenden Freispruch beigetragen. Nun reden die Freunde, darunter der Dichter Amin T. Wegner, über den Fall und über die armenische Sache...

In jüngster Zeit wird die Figur Lepsius ja eher unter der Fragestellung beleuchtet, wie sehr und warum der Mann die Veröffentlichung der Akten des Auswärtiges Amtes zum Völkermord an den Armeniern manipuliert habe. Eine Debatte, nebenbei, die 80 bis 90 Jahre danach nicht besonders originell ist und ohnehin ziemlich einseitig – von türkischer Seite natürlich klar interessengeleitet - geführt wird, weil sie die Bedingungen und die Abhängigkeiten der damaligen Zeit außer acht lässt. Beispielsweise: Das Innenministerium zwingt Johannes Lepsius ins Exil, das Außenministerium beauftragt ihn mit der Publikation der Akten. Brigitte Troeger nimmt diese Fragen nicht auf, aber sie hilft uns, Leben und Wirken des Johannes Lepsius wieder so in den Blick zu nehmen, dass das eine große Projekt in den Mittelpunkt rückt: der aufopferungsvolle Einsatz und die unschätzbare Hilfe für die armenischen Opfer der Massaker in den 1890er Jahren und des Genozids von 1915. Sie erzählt uns von einem Mann, den sein Glaube stark macht und der seinen Mut aus der schlichten Überzeugung schöpft, dass die Welt nicht zuschauen darf, wenn ein Volk vernichtet wird.

Brigitte Troeger: Brennende Augen – Johannes Lepsius: Ein Leben für die Armenier. Sein Kampf gegen den Völkermord“. Brunnen Verlag Gießen, 2008. 206 Seiten. ISBN 978-3-7655-1904-8

Mirage
02.09.08, 21:53
Sind das die gesammelten Akten zur Seligsprechung?!?!?

deryatulga
02.09.08, 21:57
Sind das die gesammelten Akten zur Seligsprechung?!?!?

Bloss selig? Tja als Evangele mit dezidiert antikatholischen Tendenzen braucht er zu diesem Anliegen jede erdenkliche Hilfe!

Mirage
11.09.08, 22:13
Pressemitteilung vom 09.09.2008 | 14:53
Bundesregierung
Kulturstaatsminister Bernd Neumann besucht Kultureinrichtungen in Potsdam

Zum Abschluss seiner Kulturreise durch Ost- und Mitteldeutschland besucht Kulturstaatsminister Bernd Neumann am Dienstag kulturelle Einrichtungen in Potsdam.

(...)

Bei der Besichtigung des Lepsius-Hauses, dem ehemaligen Wohnhaus des evangelischen Theologen und Pfarrers Johannes Lepsius, in dem eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die Vertreibungen und Massaker an den Armeniern 1915/16 errichtet werden soll, erklärte Staatsminister Bernd Neumann: Es ist an der Zeit, das Gedenken an die leidvolle Geschichte der während der Kriegsjahre 1915 und 1916 ermordeten Armenier aufrecht zu erhalten, für das sich Johannes Lepsius in vorbildlicher und engagierter Weise eingesetzt hat. Für die Gedenkstätte, die gemeinsam vom Bund, dem Land Brandenburg und der Stadt Potsdam finanziert wird, sollen deshalb für das laufende Haushaltsjahr aus dem Haushalt des BKM zusätzliche Mittel bereit gestellt werden.

http://www.pressrelations.de/new/standard/dereferrer.cfm?r=337745

GEDENKSTÄTTE: Lepsiushaus wieder Baustelle
Bund gibt voraussichtlich 680 000 Euro frei / Eröffnung im Sommer ’09


POTSDAM / NAUENER VORSTADT - Nach dreijähriger Pause sollen die Bauarbeiten am Lepsiushaus in der Großen Weinmeisterstraße im Herbst wieder aufgenommen werden. Bundeskulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) gab gestern bei einem Ortstermin bekannt, dass er noch im September mit der Freigabe von 280 000 Euro für den Innenausbau durch den Haushaltsausschuss des Bundestages rechne. Weitere 210 000 Euro habe die Stadt Potsdam zugesagt, der Förderverein Lepsiushaus selbst wolle 70 000 Euro beisteuern. Freigegeben werden sollen zugleich vier mal 100 000 Euro für die Forschungs- und Projektarbeit in diesem und den nächsten drei Jahren. Fördervereinschef Peter Leinemann sagte gestern, er rechne im Sommer 2009 mit der Eröffnung.

Das Gebäude war 1772 als Weinmeisterhaus errichtet worden. Der Theologe und Orientalist Johannes Lepsius hatte dort von 1908 bis 1925 gewohnt und gearbeitet. In dem Haus entstand seine Dokumentation des Völkermordes, dem rund 1,5 Millionen Armenier zum Opfer fielen.

Nachdem es im Jahre 2002 Alarmmeldungen zur Einsturzgefahr des Hauses gegeben hatte, wurde bis 2005 unter Regie der Schlösserstiftung zunächst die Fassade saniert. Im Gewölbe des früheren Weinkellers sollen das Archiv und eine mit Mikrofiches bestückte Bibliothek sowie Begegnungsräume eingerichtet werden. Nach Angaben des Fördervereinsvorsitzenden Hans-Ulrich Schulz soll das 3500 Bände umfassenden Archiv Lepsius’, das derzeit in Halle verwahrt wird, mit der Bibliothek des Hallenser Lepsius-Experten Hermann Goltz komplettiert werden. Insgesamt rechnet der Verein mit einer Büchermenge von 45 Regalmetern.

Im ersten Geschoss soll ein Konferenzraum für bis zu 50 Teilnehmer eingerichtet werden, an den sich über mehrere Räume verteilt eine Dauerausstellung zu Herkunft, Leben und Werk Lepsius’ anschließt. Laut Leinemann sollen Teile der Ausstellung für auswärtige Präsentationen transportabel sein. Das Arbeitszimmer Lepsius’ unterm Dach soll rekonstruiert werden, der Nebenraum ist für die Nutzer des Archivs gedacht. Mit der wissenschaftlichen Vorbereitung der Forschungs- und Gedenkstätte ist laut Leinemann eine vierköpfige Expertengruppe der Universität Halle unter der Leitung Goltz’ befasst.

Info „Das preußische Bildungsbürgertum am Beispiel der Familie Lepsius“ ist Thema eines Vortrags am 14. September, 16 Uhr, in der Villa Quandt, Große Weinmeisterstraße 46/47. Referent ist Mario Rainer Lepsius. (Von Volker Oelschläger)

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11304841/60709/Bund_gibt_voraussichtlich_Euro _frei_Eroeffnung_im_Sommer.htm l

AlGhazali
12.09.08, 19:13
Vor einem oder 2 Jahren als in Frankreich und und anderswo ein Kraftakt geleistet wurde und die "pro-armenische" These gestärkt wurde - seit dem ist ja die Leugnung des Völkermordes unter Strafe - ist wie ich finde ein wichtiges Deztail zur Vorschein gekommen. Kann es sein, dass zum Ersten mal die türkische Seite angedeutet haben in der Öffentlichkeit, dass die Deutschen damals die eigentlichen Verantwortlichen sein? Enver Paschas Vertreter war ja Oberst Schellendorf. Und wie damals der Historiker Yilmaz Öztuna meinte oder andeutete hatten die Deutschen im Militärstab das Schwergewicht. Im 1.Weltkrieg war wohl das Osmanische Reich mit dem Putschisten Enver-Talat-Cemal stark in deutscher Einfluss. Keine wichtige Entscheidung hätte man Fällen können ohne das ok des Berlins. In jenem Jahr hatte die deutsche Regierung nicht vom Völkermord gesprochen und auch nicht Bush. Von Bush erwartete man es aber die Deutschen mieden anscheinend nach diesem Wink aus der Türkei den Terminus "Völkermord" zu benutzen. Da die Türkei starke Bindungen hat zur Deutschland wirtschaftlich hat man es nicht direkt sondern in Umwegen über Perincek (der ja wegen Ergenekon verhhaftet ist) die deutsche Connection der Sache angedeutet. Deutschland will vermutlich Lepsius und seinesgleichen in Deutschland bekannter machen. Es gibt eine starke Interesse den Bild der Türken niemals ins positive Licht zu setzen. Das scheint in vielen Ländern Staatspolitik zu sein, da man die Existenz der Türkei eigentlich nicht haben möchte. Die Türken müssen dämonisiert werden.

yücel
12.09.08, 21:04
Vor einem oder 2 Jahren als in Frankreich und und anderswo ein Kraftakt geleistet wurde und die "pro-armenische" These gestärkt wurde - seit dem ist ja die Leugnung des Völkermordes unter Strafe - ist wie ich finde ein wichtiges Deztail zur Vorschein gekommen. Kann es sein, dass zum Ersten mal die türkische Seite angedeutet haben in der Öffentlichkeit, dass die Deutschen damals die eigentlichen Verantwortlichen sein? Enver Paschas Vertreter war ja Oberst Schellendorf. Und wie damals der Historiker Yilmaz Öztuna meinte oder andeutete hatten die Deutschen im Militärstab das Schwergewicht. Im 1.Weltkrieg war wohl das Osmanische Reich mit dem Putschisten Enver-Talat-Cemal stark in deutscher Einfluss. Keine wichtige Entscheidung hätte man Fällen können ohne das ok des Berlins. In jenem Jahr hatte die deutsche Regierung nicht vom Völkermord gesprochen und auch nicht Bush. Von Bush erwartete man es aber die Deutschen mieden anscheinend nach diesem Wink aus der Türkei den Terminus "Völkermord" zu benutzen. Da die Türkei starke Bindungen hat zur Deutschland wirtschaftlich hat man es nicht direkt sondern in Umwegen über Perincek (der ja wegen Ergenekon verhhaftet ist) die deutsche Connection der Sache angedeutet. Deutschland will vermutlich Lepsius und seinesgleichen in Deutschland bekannter machen. Es gibt eine starke Interesse den Bild der Türken niemals ins positive Licht zu setzen. Das scheint in vielen Ländern Staatspolitik zu sein, da man die Existenz der Türkei eigentlich nicht haben möchte. Die Türken müssen dämonisiert werden.das Glaube ich kaum, wo doch die türk. Mentalität sowas überhaupt nicht zulässt :lach:
Mal im ernst, sogar an der Palästina-Front, hatten die deutschen Kommandeure regelrechte Spannungen mit türk. "Kameraden" zu bewältigen, da kann man von erdrückendem Monopol der deutschen kaum sprechen.

Historikerzunft
15.09.08, 23:28
Der deutsche Theologe Johannes Lepsius:
Ein großer Humanist oder Antidemokrat und Antisemit?

Von Toros Sarian

Der deutsche Missionar Johannes Lepsius setzte sich sehr für die Armenier im Osmanischen Reich ein und versandte während des Ersten Weltkriegs trotz der Zensurbestimmungen einen langen Bericht über den Völkermord an den Armeniern an 20.000 protestantische Pfarrhäuser im Kaiserreich. 1919 veröffentlichte er Dokumente des deutschen Auswärtigen Amts, die den Völkermord belegten, aber an vielen Stellen manipuliert waren, hauptsächlich um die deutsche Mitschuld an der Vernichtung der Armenier zu vertuschen.

Erst 1999 veröffentlichte der deutsche Journalist und Autor Wolfgang Gust die Originalfassung der von Lepsius herausgegebenen Dokumente (siehe www.armenocide.net). Im Sommer 2008 publizierte Gust einen Artikel in der Wiener Historikerzeitschrift "Historicum", in dem er die Vorherrschaft militärischen Handelns in der deutschen Reichsspitze im Ersten Weltkrieg beschrieb und an der Haltung selbst armenierfreundlicher deutscher Diplomaten im Osmanischen Reich aufzeigte, dass rassistisches und insbesondere antisemitisches Denken bereits während des ersten Weltkriegs unter deutschen Intellektuellen üblich war - Denkstrukturen, die den Aufstieg der Nazis und den Holocaust erst möglich machten.

Die deutsche Lepsius-Forschung versucht, Johannes Lepsius als einer der größten Deutschen des 20. Jahrhunderts herauszustellen. Obgleich aus seinem Archiv keine Neuigkeiten mehr über den Genozid 1915/16 zu erfahren sind, weil er alle Erkenntnisse veröffentlicht hatte, wird das gesamte für die Genozidforschung vorgesehene Geld in die Lepsiusforschung gesteckt, sicher zum Wohlgefallen der deutschen Regierung, die ernsthafte Recherchen zur deutschen Rolle im ersten Weltkrieg fürchten muss.

Die Bundestagsfraktion der Linkspartei griff deshalb Gusts Bedenken gegenüber Lepsius auf und stellte eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung. Johannes Lepsius hatte sich antidemokratisch, antirepublikanisch geäußert und plädierte für ein neues Großdeutschland. Mit Äußerungen wie "das jüdische Volk hat ja Mittelalter und Neuzeit als Parasit der Germanen überdauert" und die Bezeichnung der Regierung der Bolschewiki als "jüdische Mongolenherrschaft von Lenins 'goldener Horde'" offenbarte J. Lepsius auch eine antisemitische Haltung. In der Kleinen Anfrage, die auf Initiative der Abgeordneten Ulla Jelpke eingereicht wurde, wurde die Bundesregierung u.a. gefragt, ob sie es richtig fände, dass die zur Aufklärung des Genozids vorgesehenen Summen des Bundestags ausschließlich für eine Heldenverehrung des Missionars und eine Gedenkstätte im ebenfalls mit Bundesmitteln restaurierten Lepsiushaus in Potsdamaus gegeben würden.

Die Kleine Anfrage der Linkspartei und die Lepsiusforschung- Interview mit dem Journalisten und Publizisten Wolfgang Gust

Das Interview führte Toros Sarian, Herausgeber des ArmenienInfo.net

Frage: Auf Ihre kritischen Äußerungen über Lepsius, auf denen die meisten Aussagen der Kleinen Anfrage der Linkspartei fußen, hat sich der Leiter des Lepsiusarchivs in mehreren Interviews geäußert. Weshalb kritisieren Sie eigentlich Lepsius?

Antwort: Ich kritisiere eigentlich weniger Lepsius als die Lepsius-Forschung. Und auch die nur, soweit sie sich auf den Politiker Johannes Lepsius bezieht, denn beispielsweise für die theologischen Fragen habe ich gar keine Kompetenz. Lepsius hat mit seinem Engagement für die Armenier und seine publizistische Tätigkeit über die Leiden der Armenier auch schon vor dem Völkermord Hervorragendes geleistet. Das habe ich immer herausgestellt und werde es auch in Zukunft tun. Die Lepsius-Forschung aber kümmert sich gar nicht um den Völkermord, sondern will Lepsius zu einem der zwei, drei größten Deutschen machen. Da muß man sich dann auch den Politiker Lepsius ansehen, und der kann diesem Anspruch nicht gerecht werden.

Frage: Professor Goltz (Gründer des Dr. Johannes-Lepsius-Archiv Halle, Anm.d.R.) stellt Lepsius auf die gleiche Ebene wie Stauffenberg.

Antwort: Und wie Dietrich Bonhoeffer. Das ist die reinste Mythenbildung. Nicht nur, daß Lepsius nicht für Deutschland gestorben ist, er war auch kein Widerstandskämpfer. Auch vergleicht Prof. Goltz damit die Kaiserzeit mit dem Nationalsozialismus, wogegen Lepsius Sturm gelaufen wäre.

Frage: Lepsius hat sich damals gegen den Staat gestellt, indem er offen über das Tabuthema Völkermord gesprochen hat. Die deutsche Zensur hatte die Versendung seiner berühmten Schrift über die Lage des armenischen Volkes in der Türkei verboten.

Antwort: Sie hat sie aber nicht verhindert, worüber sich schon der Kirchenhistoriker Uwe Feigl gewundert hat. Lepsius hatte 20000 Exemplare drucken lassen und an die Pfarrstellen verschickt sowie an 500 Personen des öffentlichen Lebens ebenso wie an Abgeordnete des Reichstags und des württembergischen Landtags. Nur bei diesen 500 kam der Bericht nicht an, die Pfarrämter erhielten sie, was bei einer rigorosen Zensur ja wohl unmöglich ist.

Frage: Und warum war die Zensur so uneffektiv?

Antwort: Da Lepsius sofort nach der Aktion nach Holland ging, um dort für die deutsche Auslandspropaganda zu arbeiten, bietet sich als Erklärung an, daß Lepsius das Lager gewechselt hat und in der Umgebung von Ludendorff andere und einflußreiche Beschützer und Förderer fand.

Frage: Sie haben den angeblichen Antisemitismus von Lepsius mit Zitaten belegt, die nach Professor Goltz aus dem Zusammenhang gerissen seien.

Antwort: Fast alle Zitate sind logischerweise aus dem Zusammenhang gerissen, denn wer hält schon einen Vortrag oder schreibt einen Artikel, der nur aus einem einzigen Satz besteht. Wichtig ist, daß die Zitate in sich schlüssig sind und daß nicht einschränkende Nebensätze fortgelassen werden. Das ist weder bei dem von mir publizierte Zitat noch bei einem weiteren in der Kleinen Anfrage der Fall.

Frage: Professor Goltz argumentiert, Lepsius habe viele jüdische Verwandte und Freunde gehabt, darunter den Amerikaner Henry Morgenthau senior.

Antwort: Morgenthau hat Lepsius im damaligen Konstantinopel mit absoluter Sicherheit nicht als Jude, sondern als amerikanischer Botschafter empfangen. Und daß er ihn sympathisch fand ist doch klar, wo er sich andauernd über die vielen armenierfeindlichen Deutschen dort unten ärgerte. Juden als Verwandte sind doch kein Argument, das wäre ja Sippenhaft verkehrt.

Frage: Auch sei Lepsius keineswegs ein Wilhemist gewesen, sagt Herr Goltz.

Antwort: Lepsius hielt den Kaiser für einen der größten Pazifisten in Deutschland und verehrte ihn über alles. Aber vielleicht muß man Herrn Goltz sehr wörtlich nehmen. Lepsius wäre nämlich auch mit einem anderen Hohenzollern einverstanden gewesen, also auch einem, der nicht Wilhelm hieß. Hauptsache Deutschland bliebe eine Monarchie und würde keine Demokratie.

Frage: Lepsius habe sich auch positiv über Marx erklärt, ohne daß jemand auf die Idee käme, er sei ein Kommunist gewesen zu sein, argumentiert Herr Goltz. Lassen sich so vielleicht auch die anderen Aussagen von Lepsius relativieren?

Antwort: Als auf einmal überall die Räte auftraten, hat sich plötzlich manch einer an Marx erinnert, vielleicht konnte es ja nützlich sein. Mit Sicherheit war Lepsius kein Kommunist, aber mit der gleichen Sicherheit war er ein sehr konservativer Zeitgenosse, das liest sich aus vielen Sätzen heraus, die er geschrieben hat.

Frage: Es habe von Lepsius keinen systematischen Versuch gegeben, die deutsche Mitschuld am Völkermord an den Armeniern zu verschleiern, sagt Herr Goltz. Außerdem habe Lepsius nur mit Kopien gearbeitet.

Antwort: Warum die Einschränkung mit "systematisch"? Lepsius hat nachweisbar handschriftlich Änderungen an noch vorhandenen Dokumentenkopien vorgenommen, die in die gleiche Richtung gingen wie die des Auswärtigen Amts. Wenn ich als Herausgeber offizieller Akten nur Kopien bekommen, dann muß ich sie doch mit den Originalen abgleichen, zumindest Stichproben machen. Lepsius hatte jederzeit Zugang zum Archiv des Auswärtigen Amts. Und dann wäre es eine hervorragende Aufgabe einer wirklichen Lepsius-Forschung gewesen, diese Prüfung nachzuholen, wenn der große Meister sie versäumt hat. Aber nicht Herr Goltz hat sich dieser Aufgabe unterzogen, obgleich ihm alle Mittel zur Verfügung standen, sondern meine Frau und ich. Wie ich es auch war, der die Anschuldigungen eines Özgönül gegen Lepsius Punkt für Punkt zurückgewiesen hat. Um die Verschleierung in den deutschen Dokumenten aufzuzeigen, mache ich mir vielleicht noch mal die Arbeit, alle Stellen herauszusuchen, in denen im Lepsiuswerk die deutsche Mitschuld vertuscht worden ist. Das sind nicht wenige Passagen.

Frage: Die Londoner "Times" soll seinerzeit die Dokumentation von 1919 rezensiert und feststellte haben, "daß daraus eine Mitverantwortung Deutschlands am Völkermord deutlich hervor geht". Daraufhin habe Deutschland auf eine Publikation der Dokumentation in englischer und französischer Sprache verzichtet.

Antwort: Die "Times" war aufgrund der übriggebliebenen nicht veränderten Stellen deutscher Mitverantwortung zu diesem Schluß gekommen, denn die Manipulationen konnte sie logischerweise nicht kennen. Die bereits übersetzten Ausgaben des Werks hatte das Auswärtige Amt zurückgezogen, nachdem die Dokumentation seinen ursprünglichen Zweck, für die Friedenskonferenz Deutschland in ein gutes Licht zu stellen, nicht erreicht hatte.

Frage: In Potsdam wird ein Lepsiusprojekt fortgeführt werden, dem Sie doch eigentlich zustimmen müßten: eine umfangreiche Dokumentation des Völkermords an den Armeniern.

Antwort: Das war kein Lepsiusprojekt, sondern ein Lepsiusplan, von dem nichts umgesetzt worden war. Nicht einmal die Kopien seines eigenen Werks hat Lepsius dort aufbewahrt, sonst könnten wir heute genauer sagen, wer was gefälscht hat. Lepsius hatte eine Bibliothek mit wichtigen Werken, wie jeder Buchautor, das war alles. Es ist allerdings keine Frage, daß eine umfangreiche Dokumentation über den Völkermord mit einem Nachweis- und Kopierdienst für alle, die seriös am Thema arbeiten, sehr zu begrüßen wäre.

Frage: Genau diese Arbeit könnte das Lepsiushaus doch leisten.

Antwort: Das bezweifle ich sehr, denn die Lepsiusforschung erinnert mich mit ihrer Einseitigkeit mehr an Propaganda. Vor allem aber: Wo bleibt die Erforschung des Genozids? Die Leute des Lepsiushauses sind dafür nicht qualifiziert.

Frage: Haben Sie etwas gegen das Lepsiushaus?

Antwort: Lepsius hat es sehr wohl verdient, daß eine Straße in Potsdam nach ihm benannt worden ist und auch das Lepsiushaus kann gute Zwecke erfüllten. Nur ist dort leider nichts von dem geschehen, was dem Auftrag des Bundestags entspricht. Es steht wirklich nur Lepsius auf der Agenda, wie ein Blick auf die Internetseite des Hauses zeigt, und nicht der Völkermord, das zentrale Trauma der Armenier. Der hohe finanzielle Beitrag des Bundestags - der einzige, den es in Deutschland zu diesem Thema gibt -, wird schlicht zweckentfremdet.

Frage: Lepsius wird immerhin in der Bundestagsresolution sehr lobend erwähnt. Ist es dann nicht logisch, daß über ihn gesprochen wird?

Antwort: Prof. Goltz hat sich um diese Resolution sehr große Verdienste erworben. Nur als ich den Wortlaut las, war mir sofort klar, daß mit der Erwähnung von Lepsius die Tür geöffnet werden soll, ihn in den Vordergrund zu stellen, um besonders die deutsche Rolle beim Genozid vergessen zu machen. Das ist sicherlich auch einigen Bundestagsabgeordneten recht und wohl auch der Bundesregierung, die an einer ernsthaften Forschung der deutschen Mitverantwortung vielleicht nicht sonderlich interessiert ist.

Frage: Im Lepsiushaus könnte doch auch kritisch gearbeitet werden, was Herr Goltz schon angekündigt hat. Ihre Lepsius-kritischen Punkte könnten dann einbezogen werden.

Antwort: Das sehe ich schon deshalb nicht, weil es längst hätte geschehen können. Denn meine kritischen Punkte habe ich schon vor vielen, vielen Jahren Herrn Goltz mitgeteilt. Ich habe darauf nie eine Antwort von ihm bekommen und an seiner Forschung hat sich nichts geändert. Und es wird sich auch in Zukunft nichts ändern, wenn die Kritik der Linkspartei durch einige kosmetische Retuschen als erledigt betrachtet wird.

Frage: Eines der Ziele des Bundestags war die Förderung eines armenisch-türkischen Dialogs. Im Lepsiushaus könnten Deutsch-Armenier mit Deutsch-Türken diskutieren.

Antwort: Als Begegnungsstätte zwischen Armeniern und Türken ist das Lepsiushaus ausgesprochen ungeeignet. Wenn ein Dialog zwischen Deutsch-Armeniern und Deutsch-Türken in Gang kommen soll, was ich sehr begrüßen würde, dann müßten die dialogbereiten Deutsch-Türken gleich zwei Hürden überspringen: Einmal müßten sie bereit sein, konstruktiv über den Völkermord zu sprechen, was ihnen in der Türkei schon übel genommen wird. Und dann auch noch im Haus eines Mannes, der, um es ganz vorsichtig auszudrücken, den Türken nicht gerade wohlgesonnen war.

Frage: In der Anfrage der Linkspartei wird die Kompetenz einer theologischen Fakultät für diese Fragen angezweifelt. Wie sehen Sie das?

Antwort: Ein "mittelalterliches Verständnis von Theologie" wirft Prof. Goltz der Linkspartei vor. Der promovierte Philosoph und Theologe Lepsius habe zu seinem Verständnis von Theologie gesagt: "Die Philosophie ist für mich die theoretische Kritik der Wirklichkeit, die Theologie die praktische Kritik der Wirklichkeit". Wer hier wohl mittelalterlich argumentiert... Natürlich gehört die Erforschung eines solch ungeheuerlich komplexen Themas wie das des Völkermords an den Armeniern nicht in eine theologische Fakultät, sondern in eine historische oder politische. An einer theologischen Fakultät kann sicherlich der theologische Aspekt und auch die Hilfsarbeit der christlichen Organisationen untersucht werden, die übrigens vom "Frankfurter Hülfsbund" intensiver betrieben wurde als von Lepsius.

Frage: Für die Armenier ist Lepsius fast eine Kultfigur. Zu Unrecht?

Antwort: Meine Kritik bezieht sich ausschließlich auf den Politiker Lepsius mit seiner sehr konservativen Haltung in politischen Fragen, von der die Armenier nebenbei gesagt vermutlich überhaupt nichts wissen und die sie auch kaum interessieren. Zum Ende seines Lebens hin beklagte sich Lepsius über die mangelnde Hilfsbereitschaft der Armenier und auch eine gewisse Enttäuschung über sie ist bei ihm spürbar. Aber das ist doch nicht verwunderlich. Deutschland hatte schließlich den Krieg verloren und war für die Armenier weniger wert.

Frage: Viele Armenier sehen aber in Lepsius auch einen Garanten für eine engagierte Darstellung des Völkermords und stehen deshalb zum Lepsiushaus. Irren sie sich da?

Antwort: Was die Vergangenheit anbelangt, irren sich die Armenier nicht, da hat Lepsius genau diese Funktion erfüllt. Aber wir sind ein Jahrhundert weiter. Heute werden die Armenier mit der Erforschung von Lepsius geradezu betrogen, weil dadurch die Aufklärung des Völkermords in den Hintergrund rückt. Lepsius steht immerhin für die Vertuschung deutscher Mitverantwortung, nicht für ihre Aufklärung. Für die Armenier aber wären Erkenntnisse in dieser Frage von sehr großer Bedeutung. Denn die Bundesrepublik würde als Staat mit einem westlichen Wertesystem auf armenische Vorstellungen eingehen müssen, was die Türkei bekanntlich nicht tut. Deshalb irritiert mich, daß viele Armenier ihre eigenen Interessen nicht sehen und sich durch den Mythos "Lepsius" verführen lassen.

Frage: Es gibt auch eine Lepsius-Forschung in der Republik Armenien, wo ein Lepsius-Kongreß geplant ist.

Antwort: Da ich kein Armenisch beherrsche, kann ich nichts zur dortigen Forschung sagen. In der letzten Armenisch-Deutschen Korrespondenz, die deutschsprachig ist, las ich einen Artikel von einem dortigen Lepsius-Forscher über die Arisierung der Armenier durch die Lepsius-Mission. Da zwischen dem Autor und der deutschen Lepsiusforschung eine enge Verbindung besteht, wirfPrüfung nachzuholen, wenn der große Meister sie versäumt hat. Aber nicht Herr Goltz hat sich dieser Aufgabe unterzogen, obgleich ihm alle Mittel zur Verfügung standen, sondern meine Frau und ich. Wie ich es auch war, der die Anschuldigungen eines Özgönül gegen Lepsius Punkt für Punkt zurückgewiesen hat. Um die Verschleierung in den deutschen Dokumenten aufzuzeigen, mache ich mir vielleicht noch mal die Arbeit, alle Stellen herauszusuchen, in denen im Lepsiuswerk die deutsche Mitschuld vertuscht worden ist. Das sind nicht wenige Passagen.

Frage: Die Londoner "Times" soll seinerzeit die Dokumentation von 1919 rezensiert und feststellte haben, "daß daraus eine Mitverantwortung Deutschlands am Völkermord deutlich hervor geht". Daraufhin habe Deutschland auf eine Publikation der Dokumentation in englischer und französischer Sprache verzichtet.

Antwort: Die "Times" war aufgrund der übriggebliebenen nicht veränderten Stellen deutscher Mitverantwortung zu diesem Schluß gekommen, denn die Manipulationen konnte sie logischerweise nicht kennen. Die bereits übersetzten Ausgaben des Werks hatte das Auswärtige Amt zurückgezogen, nachdem die Dokumentation seinen ursprünglichen Zweck, für die Friedenskonferenz Deutschland in ein gutes Licht zu stellen, nicht erreicht hatte.

Frage: In Potsdam wird ein Lepsiusprojekt fortgeführt werden, dem Sie doch eigentlich zustimmen müßten: eine umfangreiche Dokumentation des Völkermords an den Armeniern.

Antwort: Das war kein Lepsiusprojekt, sondern ein Lepsiusplan, von dem nichts umgesetzt worden war. Nicht einmal die Kopien seines eigenen Werks hat Lepsius dort aufbewahrt, sonst könnten wir heute genauer sagen, wer was gefälscht hat. Lepsius hatte eine Bibliothek mit wichtigen Werken, wie jeder Buchautor, das war alles. Es ist allerdings keine Frage, daß eine umfangreiche Dokumentation über den Völkermord mit einem Nachweis- und Kopierdienst für alle, die seriös am Thema arbeiten, sehr zu begrüßen wäre.

Frage: Genau diese Arbeit könnte das Lepsiushaus doch leisten.

Antwort: Das bezweifle ich sehr, denn die Lepsiusforschung erinnert mich mit ihrer Einseitigkeit mehr an Propaganda. Vor allem aber: Wo bleibt die Erforschung des Genozids? Die Leute des Lepsiushauses sind dafür nicht qualifiziert.

Frage: Haben Sie etwas gegen das Lepsiushaus?

Antwort: Lepsius hat es sehr wohl verdient, daß eine Straße in Potsdam nach ihm benannt worden ist und auch das Lepsiushaus kann gute Zwecke erfüllten. Nur ist dort leider nichts von dem geschehen, was dem Auftrag des Bundestags entspricht. Es steht wirklich nur Lepsius auf der Agenda, wie ein Blick auf die Internetseite des Hauses zeigt, und nicht der Völkermord, das zentrale Trauma der Armenier. Der hohe finanzielle Beitrag des Bundestags - der einzige, den es in Deutschland zu diesem Thema gibt -, wird schlicht zweckentfremdet.

Frage: Lepsius wird immerhin in der Bundestagsresolution sehr lobend erwähnt. Ist es dann nicht logisch, daß über ihn gesprochen wird?

Antwort: Prof. Goltz hat sich um diese Resolution sehr große Verdienste erworben. Nur als ich den Wortlaut las, war mir sofort klar, daß mit der Erwähnung von Lepsius die Tür geöffnet werden soll, ihn in den Vordergrund zu stellen, um besonders die deutsche Rolle beim Genozid vergessen zu machen. Das ist sicherlich auch einigen Bundestagsabgeordneten recht und wohl auch der Bundesregierung, die an einer ernsthaften Forschung der deutschen Mitverantwortung vielleicht nicht sonderlich interessiert ist.

Frage: Im Lepsiushaus könnte doch auch kritisch gearbeitet werden, was Herr Goltz schon angekündigt hat. Ihre Lepsius-kritischen Punkte könnten dann einbezogen werden.

Antwort: Das sehe ich schon deshalb nicht, weil es längst hätte geschehen können. Denn meine kritischen Punkte habe ich schon vor vielen, vielen Jahren Herrn Goltz mitgeteilt. Ich habe darauf nie eine Antwort von ihm bekommen und an seiner Forschung hat sich nichts geändert. Und es wird sich auch in Zukunft nichts ändern, wenn die Kritik der Linkspartei durch einige kosmetische Retuschen als erledigt betrachtet wird.

Frage: Eines der Ziele des Bundestags war die Förderung eines armenisch-türkischen Dialogs. Im Lepsiushaus könnten Deutsch-Armenier mit Deutsch-Türken diskutieren.

Antwort: Als Begegnungsstätte zwischen Armeniern und Türken ist das Lepsiushaus ausgesprochen ungeeignet. Wenn ein Dialog zwischen Deutsch-Armeniern und Deutsch-Türken in Gang kommen soll, was ich sehr begrüßen würde, dann müßten die dialogbereiten Deutsch-Türken gleich zwei Hürden überspringen: Einmal müßten sie bereit sein, konstruktiv über den Völkermord zu sprechen, was ihnen in der Türkei schon übel genommen wird. Und dann auch noch im Haus eines Mannes, der, um es ganz vorsichtig auszudrücken, den Türken nicht gerade wohlgesonnen war.

Frage: In der Anfrage der Linkspartei wird die Kompetenz einer theologischen Fakultät für diese Fragen angezweifelt. Wie sehen Sie das?

Antwort: Ein "mittelalterliches Verständnis von Theologie" wirft Prof. Goltz der Linkspartei vor. Der promovierte Philosoph und Theologe Lepsius habe zu seinem Verständnis von Theologie gesagt: "Die Philosophie ist für mich die theoretische Kritik der Wirklichkeit, die Theologie die praktische Kritik der Wirklichkeit". Wer hier wohl mittelalterlich argumentiert... Natürlich gehört die Erforschung eines solch ungeheuerlich komplexen Themas wie das des Völkermords an den Armeniern nicht in eine theologische Fakultät, sondern in eine historische oder politische. An einer theologischen Fakultät kann sicherlich der theologische Aspekt und auch die Hilfsarbeit der christlichen Organisationen untersucht werden, die übrigens vom "Frankfurter Hülfsbund" intensiver betrieben wurde als von Lepsius.

Frage: Für die Armenier ist Lepsius fast eine Kultfigur. Zu Unrecht?

Antwort: Meine Kritik bezieht sich ausschließlich auf den Politiker Lepsius mit seiner sehr konservativen Haltung in politischen Fragen, von der die Armenier nebenbei gesagt vermutlich überhaupt nichts wissen und die sie auch kaum interessieren. Zum Ende seines Lebens hin beklagte sich Lepsius über die mangelnde Hilfsbereitschaft der Armenier und auch eine gewisse Enttäuschung über sie ist bei ihm spürbar. Aber das ist doch nicht verwunderlich. Deutschland hatte schließlich den Krieg verloren und war für die Armenier weniger wert.

Frage: Viele Armenier sehen aber in Lepsius auch einen Garanten für eine engagierte Darstellung des Völkermords und stehen deshalb zum Lepsiushaus. Irren sie sich da?

Antwort: Was die Vergangenheit anbelangt, irren sich die Armenier nicht, da hat Lepsius genau diese Funktion erfüllt. Aber wir sind ein Jahrhundert weiter. Heute werden die Armenier mit der Erforschung von Lepsius geradezu betrogen, weil dadurch die Aufklärung des Völkermords in den Hintergrund rückt. Lepsius steht immerhin für die Vertuschung deutscher Mitverantwortung, nicht für ihre Aufklärung. Für die Armenier aber wären Erkenntnisse in dieser Frage von sehr großer Bedeutung. Denn die Bundesrepublik würde als Staat mit einem westlichen Wertesystem auf armenische Vorstellungen eingehen müssen, was die Türkei bekanntlich nicht tut. Deshalb irritiert mich, daß viele Armenier ihre eigenen Interessen nicht sehen und sich durch den Mythos "Lepsius" verführen lassen.

Frage: Es gibt auch eine Lepsius-Forschung in der Republik Armenien, wo ein Lepsius-Kongreß geplant ist.

Antwort: Da ich kein Armenisch beherrsche, kann ich nichts zur dortigen Forschung sagen. In der letzten Armenisch-Deutschen Korrespondenz, die deutschsprachig ist, las ich einen Artikel von einem dortigen Lepsius-Forscher über die Arisierung der Armenier durch die Lepsius-Mission. Da zwischen dem Autor und der deutschen Lepsiusforschung eine enge Verbindung besteht, wirft dieser Artikel auch ein Licht auf die hiesige Forschung. Manchmal sind diese Irrlichter wirklich besorgniserregend.

Frage: Also Schwamm über die Lepsiusforschung?

Antwort: Überhaupt nicht. Lepsius war eine sehr große Persönlichkeit und eine kritische Lepsiusforschung ist durchaus angebracht. Sie könnte sehr wohl vom Lepsiushaus betrieben werden, dafür ist dort auch die Kompetenz vorhanden. Aber es geht nicht, daß das Lepsiushaus die so wichtige Genozidforschung für sich in Anspruch nimmt, ohne dafür qualifiziert zu sein und die gesamte staatliche deutsche Förderung des Völkermords an den Armeniern dort landet. Im Vergleich zum Genozid ist die Person Lepsius dann doch von geringerer Bedeutung.

Frage: Aber Sie halten ja offensichtlich selbst die Lepsiusforschung für unzureichend, oder?

Antwort: Was den Politiker Lepsius anbelangt, ja. Über diesen Politiker Lepsius hat Herr Prof. Goltz übrigens mit einem Satz eigentlich alles gesagt: "Er war ein Kind seiner Zeit". Genau so sehe ich es auch. Die politische Anschauung von Lepsius war so konservativ wie die der meisten Deutschen der intellektuellen Mitte, die den Gang der Dinge nach Versailles bestimmte. Darum nochmals: Lepsius hat sich um die Armenier und die Aufklärung des Völkermords sehr große Verdienste erworben, aber ein großer oder gar einmaliger Deutscher sieht für mich anders aus.

Historikerzunft
29.09.08, 11:01
Auszüge aus dem Interview mit der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke

Die Mitarbeiterin der in Istanbul erscheinenden armenischen Wochenzeitung AGOS, Sandy Zurikoglu Erdogan, hat die Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke über die Kleine Anfrage zum Lepsius-Haus befragt. In der Kleinen Anfrage „Bundesmittel für das Lepsius-Haus und die Gedenkstätte zum Völkermord an den Armeniern“ wurde auch die politische Haltung von Johannes Lepsius thematisiert.Bereits in der Bundestagsresolution im Juni 2005 wurde der Einsatz von Johannes Lepsius für die Armenier lobend hervorgehoben. Die Kleinen Anfrage vom 7. Juli 2008 stützte sich vor allem auf Erkenntnissen des Publizisten Wolfgang Gust. Als Herausgeber des 2005 erschienen Werkes „Der Völkermord an den Armeniern 1915/16. Dokumente aus dem Politischen Archiv des deutschen Auswärtigen Amts“ hatte Wolfgang Gust eine Mitschuld Deutschlands am Völkermord an den Armeniern nachweisen können. In der 1919 von Johannes Lepsius herausgegebenen Aktenpublikation war diese Mitschuld durch Manipulationen an den Dokumenten verschleiert worden.

Wann haben Sie angefangen, sich mit dem Thema „Armenische Genozid“ zu
beschäftigen?

Seit den 90er Jahren habe ich mich für die Rechte der Kurdinnen und Kurden eingesetzt und war auch mehrfach in den kurdischen Landesteilen der Türkei. Bei der Beschäftigung mit der kurdischen Frage und der nationalistischen und rassistischen Politik des türkischen Staates kommt automatisch auch die armenische Frage in den Blick. In der Türkei ist ja die Leugnung des Genozids neben der Leugnung der Existenz der Kurden das zentrale Element der kemalistischen Staatsräson. Und auch durch meine Beschäftigung mit dem Holocaust der Nazis an den europäischen Juden bin ich in Berührung mit dem armenischen Genozid gekommen. Adolf Hitler nahm sich das Vorgehen der Jungtürken ja ausdrücklich zum Vorbild. "Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?“ fragte Hitler am 22. August 1939, als er vor hohen Militärs und Kommandeuren der SS erklärte, dass der kommende Krieg gegen die Sowjetunion die gnadenlose Ausrottung des Gegners - Mann,
Weib und Kind - bedeute.

Warum haben Sie im Jahre 2001 den Völkermord an den Armeniern thematisiert? Gab es einen bestimmten Grund?

Damals habe ich eine Kleine Anfrage unterstützt, die der Abgeordnete Uwe Hiksch initiiert hatte. Hintergrund war eine von 16.000 Menschen unterzeichnete Petition des Vereins der Völkermordgegner an den Bundestag, den armenischen Genozid als historische Tatsache anzuerkennen. Auf Empfehlung des Petitionsausschusses hat der Bundestag diese Petition an die Bundesregierung überwiesen. Ende 2001 erklärte der Petitionsausschuss das Verfahren für beendet und begründete dies mit den Aussagen des deutschen Auswärtigen Amtes und der türkischen Regierung, „dass auf der Ebene von Nichtregierungsorganisationen erste Ansätze zur Aufarbeitung der gemeinsamen Vergangenheit unternommen werden.“ Gemeint war eine kurzlebige „Türkisch-Armenische Versöhnungskommission“, die an der Sabotagehaltung der türkischen Mitglieder – ehemalige Berufsdiplomaten – scheiterte. Wir wollten die Bundesregierung damals nicht so einfach aus der Affäre entlassen und haben mit einer Kleinen Anfrage die Besondere historische Mitverantwortung Deutschlands betont.

[...]

Gibt es andere Abgeordnete im Bundestag, der/die offen von Genozid sprichen?

Sicherlich wird es außer unter den Abgeordneten der LINKEN auch in anderen Fraktionen Abgeordnete geben, die den Genozid offen thematisieren. Doch Tatsache ist, dass nur die LINKE in ihren Kleinen Anfragen die damalige Massenvernichtung der Armenier als das benennt, was sie war: ein Völkermord. Die Unterstützer des Bundestagsantrages 15/5689 zur Ehrung von Lepsius, CD/CSU, FDP, SPD und Bündnis90/Die Grünen sprechen dagegen nur von „Vertreibungen und Massakern an den Armeniern“.

Kennen Sie Lepsius? Haben Sie über ihn recherchiert? Von welchem Buch/Werk holen Sie Ihre Informationen über ihn?

Lepsius war mir schon ein Begriff, weil sich Karl Liebknecht damals bei seiner
Reichstagsanfrage positiv auf ihn bezogen hat. Kritisch habe ich mich dann mit Lepsius anhand der Forschungen von Wolfgang Gust auseinandergesetzt. Ich habe Gusts Buch mit den Originaldokumenten zum Genozid in meinem Büro stehen und so auch über die Manipulationen der von Lepsius 1919 herausgegebenen Aktenpublikation erfahren. Die Kleine Anfrage stützt sich insbesondere auf Gusts jetzt in der August-Ausgabe der Zeitschrift Historicum veröffentlichten Aufsatz „Verständnislose Auswüchse des Militarismus“.

Wieviel gibt Bund aus für das Lepsius Haus?

Vorerst sind nach Auskunft der Bundesregierung 300.000 Euro vorgesehen. Weitere Mittel kommen vom Bundesland Brandenburg.

Was denken Sie über die Reaktion des Zentralrats der Armenier in Deutschland?

Ich denke, hier gab es am Anfang Missverständnisse beziehungsweise unterschiedliche Herangehensweisen und Schwerpunkte. Der ZAD hat mir ja in einer ersten Reaktion eine „peinliche Verleumdung“ von Lepsius vorgeworfen. Aus armenischer Sicht war Lepsius natürlich in erster Linie eine Person, die sehr viel für die Aufdeckung des Genozids und die Rettung von Armeniern unternommen hat. Aber aus der Sicht der deutschen Linken können wir uns nicht nur auf diese Sichtweise beschränken. Lepsius war leider nicht nur der uneigennützige Anwalt der Armenier, sondern auch ein Antidemokrat, ein Antisemit und Gegner der Weimarer Republik. Lepsius war im Umfeld von Leuten wie General Ludendorff aktiv, die nicht nur eine führende Rolle im Weltkrieg einnahmen, sondern anschließend zusammen mit den Nazis aktiv gegen die Republik kämpften. Das können wir hier nicht einfach ausblenden.
Und er hat nach dem Krieg seinen guten Namen für die Fälschungen der diplomatischen Dokumente über die deutsch-armenischen Beziehungen hergegeben. So sollte die deutsche Verantwortung an diesem ungeheuren Verbrechen vertuscht werden. Aber gerade diese deutsche Mitverantwortung, die Mitwisserschaft der deutschen Regierung an den Verbrechen ihrer türkischen Waffenbrüder und die aktive Mithilfe deutscher Militärs an Deportationen möchte ich thematisieren. Da hat Lepsius, der offenbar als Deutschnationaler und Kaisertreuer seine eigene Regierung in Schutz nehmen wollte, eine sehr unrühmliche Rolle gespielt. Für mich ist daher ein differenziertes Lepsius-Bild wichtig. Ich bin zuversichtlich, dass jetzt in der Lepsius-Gedenkstätte ein solches differenziertes Bild ermöglicht wird, dass die unbestreitbaren großen Verdienste des Pfarrers, aber auch seine dunklen Seiten nicht verschweigt. In einer weiteren Presseerklärung hat der ZAD übrigens ausdrücklich anerkannt, dass wir offen den Genozid thematisieren. Ich habe im Gegenzug noch mal deutlich gemacht, dass es mir nicht um eine Verhinderung des Lepsius-Gedenkens geht, sondern um die
historisch richtige Einordnung der Figur Lepsius. Übergeordnete Ziele müssen die wissenschaftliche Aufarbeitung und das Gedenken an den Genozid sein – mit der Hoffnung auf eine Aussöhnung zwischen Armenien, Türken und Deutschen. Das setzt natürlich die jeweilige Anerkennung des Genozids voraus.

Gab es weitere Reaktionen vom ZAD?

In vielen Zeitungen waren Artikel zu dem Thema. Interessanterweise sind mir keine Reaktionen von Seiten der türkischen Genozidleugner bekannt. Es war ja auch meine Absicht, diesen Kreisen durch meine Anfrage den Wind aus den Segeln zu nehmen.

[...]

Bis zum 100. Jubiläumsjahr Armenische Genozid sind es nur sieben Jahre. Werden Sie bis dahin das Thema wieder aktualisieren?

Das wird weiterhin notwendig sein. Ich halte es sowieso für problematisch, solche Themen nur zu Jubiläen wie jetzt dem Lepsius-Geburtstag aufzugreifen. Die Aufarbeitung dieser Verbrechen ist eine permanente Aufgabe – um für die Zukunft solche Ereignisse zu verhindern.

[...]

Ist das Thema „Genozid an Armeniern als Unterrichtsthema“ auch eine Anfrage wert?

Sicherlich. Wir haben ja vor einigen Jahren erlebt, wie der türkische Staat Druck auf die Landesregierung in Potsdam machte, weil der Genozid auf dem Lehrplan für Brandenburger Schulen aufgenommen wurde. Bildungspolitik ist allerdings Angelegenheit der Bundesländer. Daher müssten solche Anfragen in den einzelnen Landtagen gestellt werden. Von der Bundesregierung würden wir da keine Antwort bekommen.

[...]

Der Schakal
15.11.08, 08:46
Wie Pfarrer Lepsius nahöstliches Handwerk in den Harz importierte und später so Armenier rettete

Über frühe Hilfe zur Selbsthilfe erzählt Hermann Goltz, Theologe an der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg, im Gespräch mit Ildiko Röd.

MAZ: In Ihrem Vortrag auf Schloss Lindstedt werden Sie über die „Deutsche-Orient-Handels- und Industriegesellschaft“, kurz: Dohig, referieren. Das klingt geheimnisvoll; fast wie nach Sindbad, dem Seefahrer aus 1001 Nacht.

Hermann Goltz: Fliegende Zauberteppiche werden zwar keine Rolle spielen, auch wenn sich die Geschichte um Teppiche dreht. Dennoch hat die Geschichte der Dohig schon fast märchenhafte Dimensionen, als ein Beispiel gelungener Globalisierung vor über hundert Jahren. Allein ihre Gründung durch Johannes Lepsius hat schon beinahe romanhafte Züge.

Wer war dieser Johannes Lepsius eigentlich?

Goltz: Lepsius war der jüngste Sohn des Begründers der Ägyptologie in Deutschland. Er wuchs in einem Elternhaus mit weitem intellektuellen Horizont auf.

Und wie kam er dann zu so etwas Prosaischem wie der Teppich-Fertigung?

Goltz: Eigentlich begann alles mit Johannes Lepsius’ Aufenthalt in Jerusalem, wo er von 1884 bis ’86 als Lehrer und Pfarrer die deutsche Gemeinde betreute. Dort lernte er auch seine spätere Frau Margarethe kennen. Sie war als Kind deutscher Eltern in Nazareth aufgewachsen und kannte das lokale Handwerk wie die Teppichfertigung natürlich sehr gut. Später nahm Lepsius eine Pfarrstelle in der kleinen Harzgemeinde Friesdorf an. Er sah die große wirtschaftliche Not der Menschen und erinnerte sich an die orientalische Teppichherstellung. 1889 gründete er im Ort eine Teppichmanufaktur, wo er 40 Frauen Arbeit gab.

Und das war dann die Dohig?

Goltz: Nein. Denn die Geschichte geht ja noch weiter. 1895/96 erfuhr das Ehepaar Lepsius nämlich von den ersten riesigen Massakern an den Armeniern im osmanischen Reich. Damals wurden zwischen 200 000 und 300 000 Angehörige der Minderheit ermordet. Lepsius wollte helfen – also „exportierte“ er die Friesdorfer Teppichfabrik in den Orient, in die Stadt Urfa in Mesopotamien.

Aber waren die Orientalen nicht selbst begnadete Teppichknüpfer? Wozu brauchten sie da Aufbauhilfe aus Deutschland?

Goltz: Es ging ja in erster Linie um die technische Unterstützung der armenischen überlebenden Frauen und Mädchen, um Hilfe zur Selbsthilfe. Die Friesdorfer Fachleute brachten deutsche Maschinen, die per Schiff und Bahn ins osmanische Reich transportiert wurden. Die Armenierinnen wurden in die Arbeit an diesen eingewiesen.

Und wurde die Manufaktur dann ein Erfolg?

Goltz: Ja, ein großer. Über 1000 Menschen konnten sich in Urfa so ihren Lebensunterhalt verdienen. Teppiche wurden sogar nach Großbritannien oder in die Schweiz exportiert. Aber auch in Potsdamer Haushalten könnten sich möglicherweise noch solche Exemplare befinden, von deren Herkunft die jetzigen Besitzer vielleicht nichts ahnen.

Apropos Potsdam. Warum bezeichnen Sie in Ihrem Vortrag die Dohig eigentlich als „Brandenburger Unternehmen“?

Goltz: Bereits 1897 zog Lepsius von Friesdorf nach Berlin. Hier in Berlin wandelte er die Teppichfabrik Urfa in die Dohig um, eine internationale Aktiengesellschaft mit etwa 200 Aktionären. 1908 übersiedelte Lepsius dann nach Potsdam in die Große Weinmeisterstraße, so dass die Dohig im Orient von der Mark aus geleitet wurde. Hier in Potsdam entstanden auch seine bedeutenden Anklageschriften gegen den armenischen Völkermord durch die Türken, der während des ersten Weltkriegs über eine Million Opfer forderte.

Und wie ging es mit der Dohig weiter, die ihr Leitungsbüro ja unter anderem am heutigen Platz der Einheit hatte?

Goltz: Das Erstaunliche ist, dass sie auch nach den großen Armenier-Massakern weiterbestand. Überlebende aus Urfa, die nach Syrien oder in den Libanon geflüchtet waren, belebten die alte Teppichmanufaktur neu. Sie bestand bis 1934, in welchem Jahr der Sohn Alfred Lepsius die Dohig endgültig auflöste. Alfred Lepsius hat übrigens auch die Korrespondenz mit Franz Werfel geführt, der sich von Wien aus für seinen später weltweit erfolgreichen Armenier-Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ mit der Familie Lepsius in Verbindung gesetzt hatte.

Vortrag „Ein Brandenburger Unternehmen im Orient“ am 16. November ab 11 Uhr im Schloss Lindstedt.

deryatulga
14.12.08, 14:43
13.12.2008 Märkische Allgemeine

Der Schutzengel der Armenier

Eine Anklageschrift wider die christlichen Großmächte und ein Aufruf an das christliche Deutschland“ – so ist das erste große Werk zu seinem Lebensthema unterschrieben. 1896 bringt der evangelische Theologe und Orientalist Johannes Lepsius (1858 bis 1926) sein aufrüttelndes Werk „Armenien und Europa“ über die Massaker der Osmanen unter Sultan Abdülhamid II. an den Armeniern heraus. Den Pogromen waren zwischen 1894 und 1896 bis zu 80 000 Armenier zum Opfer gefallen. Lepsius’ Schrift wurde in mehreren Ländern publiziert und verhalf dem Orientalisten zu großem Ansehen. Die Unterdrückung der Armenier und den späteren Völkermord durch die Türken konnte Lepsius’ Engagement freilich nicht verhindern.

Johannes Lepsius, dessen Geburtstag sich am 15. Dezember zum 150. Mal jährt, war der Sohn des Ägyptologen Carl Richard Lepsius. Er wuchs in Berlin auf, studierte Theologie und Philosophie. Auf einer Reise nach Ägypten mit seinen Eltern knüpfte er die ersten Kontakte zu Armeniern, deren Schicksal ihn sein ganzes Leben beschäftigen sollte. Lepsius gründete Ende der 1890er Jahre das armenische Hilfswerk und rief 1914 die deutsch-armenische Gesellschaft ins Leben. In Potsdam, wo Lepsius in einem ehemaligen Weinmeisterhaus zwischen 1908 und 1925 lebte, entstand seine umfangreiche Dokumentation über den Völkermord an den Armeniern, dem im Schatten des ersten Weltkrieges rund 1,5 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Sein „Bericht über die Lage des armenischen Volkes in der Türkei“ konnte Lepsius noch in 20 000 Exemplaren unter anderem an die deutschen Pfarrstellen verschicken, ehe das Werk zensiert wurde. Nach seinem Tod widmete ihm Franz Werfel ein literarisches Denkmal mit dem Armenien-Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“. Lepsius wird darin als „Schutzengel der Armenier“ geehrt.

Auch Potsdam ehrt Lepsius. Nach Verzögerungen wird der Ausbau des Lepsiushauses zu einer Forschungs- und Gedenkstätte in den kommenden Wochen weitergehen, die komplizierte Finanzierung ist nun geklärt. 2005 hatte die Stiftung preußische Schlösser und Gärten die Fassade von Lepsius’ einstigem Wohnhaus saniert. Im Januar soll der Innenausbau starten. Das umfangreiche Lepsiusarchiv wird so frühestens nächsten Herbst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Der Förderverein veranstaltet heute ein öffentliches Lepsius-Symposium. Beginn ist 15 Uhr im Tagungshaus Blauart in Potsdam-Hermannswerder. (gel)

deryatulga
15.12.08, 02:33
15.12.2008
VEREIN: Förderbescheid zum Jubiläum

560 000 Euro ab sofort abrufbar / Lepsiusvilla am Fuße des Pfingstberges soll Ende 2009 Museum und Archiv sein
Der Innenausbau des Lepsiushauses in der Großen Weinmeisterstraße werde voraussichtlich Anfang 2009 beginnen können, verkündete Peter Leinemann, Geschäftsführer des Potsdamer Lepsiusvereins zur Eröffnung eines internationalen Symposiums anlässlich des 150. Geburtstags des Armenienhelfers Johannes Lepsius, das am Samstag im Café Blauart auf Hermannswerder stattfand. Er erwarte den Förderbescheid des Bundesverwaltungsamtes in dieser Woche. Damit könnten insgesamt 560000 Euro aus Töpfen vom Bund, dem Land Brandenburg, der Stadt Potsdam sowie von privaten Sponsoren abgerufen werden.Bereits Ende 2009 soll der Verein mit dem Archiv des evangelischen Theologen das Gebäude in der Großen Weinmeisterstraße beziehen können. Zugleich machte Leinemann deutlich, dass die Anschubfinanzierung des Bundes für die eigentliche Forschungsarbeit nach vier Jahren aufhöre und bis Ende 2012 eine Lösung für die langfristige Trägerschaft in Form einer Stiftung mit Kapital „zwischen zweieinhalb und drei Millionen Euro“ gesucht werde. Im Rahmen des Symposiums sind dem Verein zwei um 1910 entstandene Bilder des Malers und Lepsius-Neffen Magnus Zeller durch die in Caputh lebende Tochter Zellers, Helga Helm, übergeben worden. Eines der beiden Porträts zeigt den durch Lepsius geretteten und zur Teilnahme am Hilfswerk inspirierten persischen Armenier Levon Aghajan. Das zweite Gemälde zeigt die sechsjährige Veronika Lepsius. „Das Bild ist von großer Bedeutung für uns, denn sie hat seinen Nachlass durch die Jahrzehnte gerettet und schließlich an uns übergeben“, so Vorstandsmitglied Hermann Goltz. Veronika ist eines der zwölf Kinder des Theologen, das Zeller 1910 im Lepsiushaus malte. Die durch den Verein restaurierten Bilder werden künftig in der Villa am Fuße des Pfingstberges erstmals ausgestellt.

Goltz präsentierte zudem erste Bilder einer Reise an die Wirkstätten von Lepsius im Orient. Eine aus Mitteln der Kulturstiftung des Bundes finanzierten Dokumentation auf den Spuren seines Lebenswerks werde gerade geschnitten und soll im kommenden Jahr im Fernsehen ausgestrahlt werden, so Goltz. Entlang den Straßen der Deportation der Armenier habe man im türkischen Urfa auch das frühere Krankenhaus von Lepsius Orient-Mission gefunden. Noch heute beherberge es eine Sozialstation. Die armenische Botschafterin Karine Kazinian bedankte sich in ihrer Rede bei dem Verein „für seine Mühen und Liebe zu Lepsius, das heißt dem armenischen Volk“. (Von Peter Degener)

deryatulga
05.01.09, 21:29
In der Reihe "Zeitzeichen" auf WDR 5 lief im Dezember die folgende
20minütige Radiosendung:

15. Dezember 1858
Der Geburtstag des deutschen Theologen Johannes Lepsius

Der deutsche Theologe Johannes Lepsius tat alles, was er konnte, um
1915 den Völkermord an den Armeniern zu verhindern. Lepsius traf
sogar Enver Pascha, den Kriegsminister des Osmanischen Reiches. Doch
der zeigte sich unbeeindruckt von den Protesten des deutschen Pfarrers.
Lepsius blieb nicht viel mehr als Zeugnisse zu sammeln über den
Massenmord an den Armeniern in der heutigen Türkei, dem bis zu 1,5
Millionen Menschen zum Opfer fielen. Und er half mit seinem
armenischen Hilfswerk Flüchtlingen.
Zurück in Deutschland konnte Lepsius seinen Bericht über den
Völkermord noch in 20.000 Exemplaren an alle evangelischen Pfarrämter
schicken, bevor die Schrift beschlagnahmt wurde. Denn die
Reichsregierung wollte sich mitten im Ersten Weltkrieg nicht mit
ihrem Verbündeten am Bosporus überwerfen. Lepsius hielt an seinem
Einsatz für das armenische Volk fest, auch nach dem Weltkrieg. Bis zu
seinem Tod 1926 setzte er sich für Armenier ein.

Autor/in: Heiner Wember
Redaktion: Ronald Feisel
WDR 2008


Weitere Informationen:
http://www.wdr5.de/sendungen/zeitzeichen/sendungsdetailseite.html?
tx_wdr5ppfe_pi1%5BshowUid%5D=2 262363&cHash=226d332344

Die Sendung zum Anhören oder zum Herunterladen als Podcast:
http://gffstream-8.vo.llnwd.net/c1/m/1228914453/radio/zeitzeichen/
WDR5_Zeitzeichen_20081215_0930 .mp3

deryatulga
11.02.09, 22:09
Dr. Johannes Lepsius Gedächtnis-Ausstellung in Hettstedter Gangolfkirche

Kampf gegen den Völkermord

Hettstedt (as). Derzeit ist in der Gangolfkiche auf dem Kupferberg in Hettstedt eine Gedächtnis-Ausstellung zu Ehren von Dr. Johannes Lepsius zu sehen. Lepsius, 1858 in Berlin geboren, widmete sich zunächst dem Studium der Philosophie und Theologe.
Bereits 1880 promovierte er mit einer preisgekrönten Arbeit zum Doktor der Philosophie. 1884 ging er für zwei Jahre als Hilfsprediger und Lehrer in die deutsche evangelische Gemeinde nach Jerusalem. Dort lernte er seine spätere Frau Margarethe kennen, unermüdliche Kämpferin für seine Ideale.
1886 gingen beide zurück nach Deutschland, ließen sich im Mansfeldischen nieder, wo Lepsius eine Pfarrstelle in Friesdorf übernahm. Für die arme Bevölkerung in seiner Pfarre baute Lepsius dort eine Teppichmanufaktur nach orientalischem Vorbild auf. 1898 ließ er die Manufaktur ins mesopotamische Urfa überführen, um dort den überlebenden Armeniern an den gewaltigen Massakern, am Völkermord, eine Arbeitsmöglichkeit zu bieten.
Lepsius publizierte eine Dokumentation über die gewaltigen Massaker an den Armenier. 1896 legte er sein Pfarramt, da ihm sein Dienstherr keinen halbjährigen Urlaub gewährt hatte, den er für seine Hilfsprojekte verwenden wollte. Lepsius gründete Waisen- und Krankenhäuser, Apotheken, Schulen und Manufakturen, um den Überlebendender Massaker ein normales Leben zu ermöglichen. Neben zahlreichen Publikationen verfasste Dr. Johannes Lepsius sogar mehrere Dramen über das Leben der Armenier. Im Jahre 1915 drang Lepsius sogar bis zum osmanischen Kriegsminister vorgedrungen, um dort den Völkermord an den Armeniern in der Türkei zu verhindern, ohne Erfolg.
1917 wurde ihm der Titel des Ehrendoktors der Berliner Theologischen Fakultät verliehen. 1923 übernahm er die Organisation der Deutsch-Armenischen Akademie in Potsdam. Zwei Jahre später gründete Lepsius die Deutsch-Armenische Akademie in Potsdam, die im Jahr 2008 anläßlich des 150. Geburtstags des Humanisten und Theologen wiederbegründet wurde. Aus diesem Anlaß wurde dort auch das Lepsius-Haus wieder aufgebaut.
Am 3. Dezember 1926 starb Dr. Johannes Lepsius in Meran in Südtirol.
Bis an sein Lebensende hatte er sein Leben der Rettung der armenischen Bevölkerung in der Türkei, im Iran, auf dem Balkan, in Syrien und im Libanon gewidmet.
Für die Armenier ist Lepsius Schutzengel und Heliger ihres Volkes. Jedes Schulkind im heutigen Armenien kennt seinen Namen.

http://www.supersonntag-web.de/scms_show_data.php?mode=detail&category=38&entry=7595&print=yes

deryatulga
12.05.09, 18:01
„Brennende Augen“

Johannes Lepsius – ein Leben für die Armenier.

Sein Kampf gegen den Völkermord



Frau Brigitte Troeger liest aus ihrem Buch



Samstag, 16. Mai 2009 um 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Evangelische Kirchengemeinde Köln-Höhenhaus

Gemeindezentrum Bodelschwingh, Von-Ketteler-Str. 26

verda
24.06.09, 09:02
Dokufilmer auf Spuren von Lepsius
Uraufführung von „Asche und Phönix“
24.06.2009

Noch immer existiert die Teppichfabrik, mit deren Hilfe Johannes Lepsius geflüchteten Armeniern nach dem Ersten Weltkrieg ein Auskommen verschafft hatte. Auch in den Gebäuden seines Hilfswerks im türkischen Urfa befindet sich noch heute ein „Kinderfürsorgeamt“ – die Früchte des evangelischen Theologen und Publizisten, der auf den Völkermord an den Armeniern aufmerksam machte, bestehen zum Teil weiter.

An diesem Sonntag feiert der Dokumentarfilm „Asche und Phönix“ über Leben und Werk von Lepsius, vor allem aber über dessen Spuren in Deutschland und dem Orient, seine Uraufführung im Filmmuseum.

Merlyn Solakhan und Manfred Blank drehten an seinen Wirkungsstätten und fanden nicht nur Überreste, sie förderten auch neue Quellen zu Tage. In Friesdorf, der ersten Pfarrstelle von Lepsius, fanden sie im Nachlass seiner Mitarbeiter 185 Fotografien, die seine Orientreisen und das Leben der armenischen Waisenkinder zeigen – sie wurden zu einer unschätzbaren Quelle, die eine erfolgreiche Spurensuche in Urfa und dem syrischen Aleppo, sowie den Straßen der Deportation ermöglichte, sagen die beiden.

weiter (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11541392/60709/Urauffuehrung-von-Asche-und-Phoenix-Dokufilmer-auf-Spuren.html)

deryatulga
28.10.09, 22:35
27.10.2009Geschichte: Das Netzwerk des Johannes Lepsius
POTSDAM / NAUENER VORSTADT - Der Theologe und Publizist Johannes Lepsius (1855-1926) lebte von 1908 bis 1925 in Potsdam. Von hier aus leitete er sein Armenier-Hilfswerk. Es unterstützte die Überlebenden der Massaker am Ende des 19. Jahrhunderts und des Völkermordes an den Armeniern durch das jungtürkische Regime im Ersten Weltkrieg. Lepsius’ weltweites Netzwerk beruhte auch auf Verbindungen in Potsdam selbst. Davon berichtete am Sonntag vor über 60 Gästen in der Urania Hermann Goltz, der künftige wissenschaftliche Leiter des Lepsiushauses am Pfingstberg.
Im Mittelpunkt des schillernden Kaleidoskops von Namen Beziehungen stand die Familie Foerster. Der Ursprung lag dabei im Berliner Westend. Dort lebte schon vor 1900 Johannes’ Lieblingsbruder, der Porträtmaler Reinhold Lepsius. Ganz in der Nähe hatte „Stauden-Foerster“ Karl seinen ersten Garten. Die Familien waren befreundet. 1896 zog Johannes Lepsius aus dem Vorharz ins Westend und schuf dort das Armenier-Hilfswerk.

Am Potsdamer Pfingstberg lebte er ab 1908. Drei Jahre später kam Karl Foerster nach Bornim. Seinen Vater Wilhelm Foerster, Astronom und Namenspatron der Potsdamer Urania, brachte er mit. Von 1920 bis 1926 war Karl Foerster im Vorstand des Armenier-Hilfwerkes und zählte neben dem Sekretär Richard Schäfer und Lepsius selbst zum „arbeitenden Triumvirat“ in jenen Jahren größter Aktivität. Vater Wilhelm Foerster bat noch 83-jährig den zeitweilig nach Holland emigrierten Lepsius im August 1916 um Unterstützung für das amerikanische „Committee of Mercy“, das sich ebenfalls für verfolgte Armenier und Syrer einsetzte. Zwei Monate zuvor gehörten beide, wie auch Karl Foersters Bruder, der Philosoph und Pädagoge Friedrich Wilhelm Foerster, in Berlin zu den Gründern der bis heute fast unerforschten „Vereinigung Gleichgesinnter“. Der pazifistische Verein bemühte sich auch um Friedensvermittlungen in Richtung England.

Karl Liebknecht stellte 1916 im Reichstag eine Anfrage zum Schicksal der Armenier – mit Vorwissen aus dem „Lepsius-Netzwerk“. Liebknecht wie Lepsius verkehrten mit dem Politiker Siegfried Heckscher, der mit Wilhelm Foersters Tochter Hulda verheiratet war. Selbst über späte Beziehungen von Karl Foerster und Lepsius-Tochter Veronika zum Sowjet-Leutnant, Historiker und „Retter von Sanssouci“, Jewgenij F. Ludschuweit, wusste Goltz zu erzählen. (kh)

Toroslar
03.05.11, 19:37
rbb-Nachrichten

Lepsius-Haus in Potsdam eröffnet

Die Wirkungsstätte des Pfarrers Johannes Lepsius (1858-1926) in Potsdam ist am Montag als Forschungs- und Begegnungsstätte eröffnet worden.

Das Gebäude am Fuße des Pfingstbergs ist das frühere Wohnhaus des Theologen, der das Massaker der Türken an den Armeniern vor knapp 100 Jahren dokumentiert hatte.

Bei Deportationen und Massenmorden waren 1915 nach unabhängiger Schätzung weit mehr als eine Million Armenier ums Leben gekommen. Ein Förderverein trieb den Aufbau der Gedenkstätte im Lepsius-Haus maßgeblich voran. Gegen das Vorhaben hatte es Proteste aus der Türkei gegeben.

emire
03.05.11, 19:59
Ich hoffe das den Zuschauern und Gästen auch Mitgeteilt wird das dieser verehrte Herr auch ein Antisemit erster Güte war.

Kahraman Temtek
03.05.11, 20:11
Ich hoffe das den Zuschauern und Gästen auch Mitgeteilt wird das dieser verehrte Herr auch ein Antisemit erster Güte war.

Du willst doch diesen Menschen nicht Ihr "Weltbild" verschieben ;-)

Diese typ war sogar Antisemit der extraklasse ...naja wems gefält ...würde mich freuen wenn sich der Zentral Rat der Juden zu wort melden würde , und die vererhrung dieses Antisemiten als unangebracht ansehen würde.

Piper-Cheyenne
03.05.11, 21:19
Lepsius wäre seiner Ideologie nach, Jahrzehnte nach seiner aktiven Zeit, durch und durch ein Nationalsozialist gewesen. Insofern ist die Begeisterung die so einem entgegengebracht wird ebenfalls ein Maß dafür, welche falschen Werte auch heute von Teilen der deutschen Gesellschaft hochgehalten werden, wie in den Jahren vor der NS Zeit.

Eine Kanzlerin die sich über alle Backen freut weil das Völkerrecht von vielen westliche Nationen mit den Füßen getreten wird, ein Außenminister der offen seine Menschenverachtung zum Ausdruck bringt (Freude über die Ermordung eines Menschen), und dann noch Teile einer Gesellschaft, die einen Mann ehrt dessen Gesinnung, vertreten durch weitere Millionen Deutsche im 3. Reich, erst zu der Existenz von Menschentötungsfabriken wie Auschwitz geführt hat.

Piper-Cheyenne
03.05.11, 21:22
Angeblich haben sie ja ihre Vergangenheit aufgearbeitet.

Haben sie auch. Deshalb können sie die Aufgearbeiteten wie Lepsius ja wieder anhimmeln und anbeten :lach:


Ich hoffe das den Zuschauern und Gästen auch Mitgeteilt wird das dieser verehrte Herr auch ein Antisemit erster Güte war.

doeneckes
03.05.11, 22:50
Diese typ war sogar Antisemit der extraklasse ...

Ein Antisemit und Vordenker der Nazis auf den sich Karl Liebknecht beruft. Ein Antisemit, der sich mit Juden (u. a. Albert Einstein) in der "Vereinigung Gleichgesinnter" organisiert? Ein Antisemit mit jüdischen Freunden und Verwandten, die nach der Machtergreifung aus Deutschland fliehen?

Kommt mal wieder runter...

Quellen:
[1] (http://www.hist.net/kieser/pu/Lepsius.pdf)
[2] (http://www.lepsiushaus-potsdam.de/LHP-Kleinen_Anfrage-Fraktion_DIE_LINKE.pdf)